[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Vorbehandlung verzinkter Stahlbleche, mit
dem unter anderem die Haftung organischer Überzüge auf der Metalloberfläche verbessert
werden kann.
[0002] Verzinkte Stahlbleche finden in jüngerer Zeit zunehmend Verwendung im Automobilbau.
Insbesondere werden elektrolytisch verzinkte Karosserie- bzw. Zubehörteile aufgrund
ihrer gegenüber nichtverzinkten Stahlteilen verbesserten Resistenz gegen Korrosion
mehr und mehr verwendet. Sie stellen bereits heute einen erheblichen Anteil aller
im Automobilbau verwendeten metallischen Teile dar.
[0003] Die Verbindung mehrerer derartiger metallischer Teile untereinander wird heute aus
Kostengründen - bei gleicher Güte der Verbindung - sehr häufig durch Klebestellen
hergestellt, die zunehmend Verbindungen mehrerer metallischer Teile untereinander
durch Schweißstellen ersetzen. Zudem ist es von Wichtigkeit, daß auch Klebeverbindungen
zwischen metallischen Teilen und nichtmetallischen Werkstoffen eine hohe Festigkeit
aufweisen. Diese hängt in großem Maße von der Haftung der Klebstoffe auf den metallischen,
in diesem Falle den verzinkten Stahlflächen ab.
[0004] Gleichermaßen von Wichtigkeit, insbesondere im Automobilbau, ist es, daß organische
Überzüge, wie beispielsweise Grundierungen, Lacke oder ähnliches, auf den metallischen
Flächen gut haften. Dadurch werden bekanntlich nicht nur optische Effekte erzielt,
sondern auch einer Korrosion der metallischen Flächen solange gezielt vorgebeugt,
wie diese nicht durch mangelhafte Haftung von den Oberflächen abspringen und damit
die "blanke" Stahlfläche den korrodierenden Umwelteinflüssen ausgesetzt ist.
[0005] Sowohl hinsichtlich der Haftung organischer, korrosionsschützender Überzüge wie
auch hinsichtlich der Haftung klebender Substanzen bereiten bekanntlich verzinkte
Oberflächen große Probleme. Die Haftung von Lacken oder Klebstoffen auf derartigen
Oberflächen ist - verglichen mit bisher verwendeten Stahlblechen - schon dann deutlich
schlechter, wenn die Oberflächen unmittelbar mit den organischen Überzügen versehen
werden; deutlich schlechtere Ergebnisse erreicht man jedoch noch dann, wenn die verzinkten
Stahlbleche gealtert sind, wie dies zwangsläufig bei Lagerung passieren und durch
DIN-genormte Tests in verkürzter Zeit künstlich imitiert werden kann. Von der Automobilindustrie
als unverzichtbar angesehene Kriterien der Haftung von Lacken und Klebstoffen, wie
sie beispielsweise nach einem Salzsprühtest nach DIN 50 021 geprüft werden, sind
bei verzinkten Stahlblechen nur noch teilweise oder mitunter auch gar nicht mehr erfüllt.
[0006] Mit zunehmender Verwendung verzinkter Stahlbleche, insbesondere im Automobilbau,
wird die Haftung von organischen Überzügen, insbesondere Lacken und Klebstoffen,
auf verzinkten Stahlblechen mehr und mehr zum Problem. Bisher konnte eine befriedigende
Lösung der Aufgabenstellung, die Haftung von organischen Überzügen auf verzinkten
Stahlblechen zu verbessern, noch nicht aufgezeigt werden. Verfahren zur Verbesserung
der Adhäsion organischer Überzüge an verzinkte Stahlbleche stehen derzeit noch nicht
zur Verfügung.
[0007] Überraschend wurde nun gefunden, daß man die Adhäsion organischer Überzüge auf verzinkten
Stahlblechen deutlich dadurch verbessern kann, daß man derartige Bleche elektrolytisch
in einem wäßrigen, Chromsalze und/oder andere Chromverbindungen enthaltenden Bad behandelt,
bevor man sie mit den organischen Überzügen versieht.
[0008] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Vorbehandlung verzinkter Stahlbleche durch
in-Kontakt-bringen mit wäßrigen Elektrolytlösungen vor dem Aufbringen organischer
Überzüge, das dadurch gekennzeichnet ist, daß man die verzinkten Stahlbleche unter
Elektrolysebedingungen in eine ein oder mehrere Chromsalze und/oder andere Chromverbindungen
enthaltende wäßrige Lösung taucht, sie anschließend spült und - gegebenenfalls nach
Lagerung und Alterung - auf an sich bekannten Wegen mit einem oder mehreren organischen-Überzügen
versieht.
[0009] Als "organische Überzüge" werden hier wie auch im folgenden alle diejenigen organischen
Materialien verstanden, die aus monomeren, oligomeren und/oder polymeren organischen
Verbindungen, gegebenenfalls unter Beimischung auch anorganischer Komponenten, bestehen
und zu dem Zweck verwendet werden, metallische Oberflächen, insbesondere die im Rahmen
des vorliegenden Verfahrens anzusprechenden verzinkten Stahlbleche, vor Korrosion
und mechanischen Umwelteinflüssen zu schützen bzw. eine dauerhafte Klebeverbindung
zwischen metallischen Materialien, insbesondere den im vorliegenden Verfahren angesprochenen
verzinkten Stahlblechen, oder auch metallischen Materialien und nichtmetallischen
Materialien, wie beispielsweise Gummi und vergleichbare Materialien, Glas, Holz,
Kunststoffen usw., zu bewirken. Als derartige organische Überzüge kommen in erster
Linie Grundierungen, Lacke und Klebstoffe in Frage, deren Haftung auf den Metallflächen,
insbesondere auf den verzinkten Stahlblechen, erfindungsgemäß verbessert werden soll.
Derartige Grundierungen, Lacke und Klebstoffe, wie auch sonstige organische Überzüge,
die hiermit angesprochen werden sollen, sind dem Fachmann aus dem Stand der Technik
bekannt und bedürfen hier keiner weiteren Erläuterung.
[0010] Entsprechend den erfindungsgemäßen Verfahren werden die verzinkten Stahlbleche unter
Elektrolysebedingungen in eine ein oder mehrere Chromsalze und/oder andere Chromverbindungen
enthaltende wäßrige Lösung getaucht. Überraschend hat sich nämlich gezeigt, daß eine
Vorbehandlung der verzinkten Stahlbleche mit einer derartigen wäßrigen Lösung zu einer
deutlich besseren Haftung organischer Überzüge auf den verzinkten Stahlblechen führt,
als sie ohne elektrolytische Behandlung in einer wäßrigen, Chrom enthaltenden Lösung
zu erzielen ist.
[0011] Erfindungsgemäß lassen sich wäßrige Lösungen verwenden, die ein Chromsalz oder auch
mehrere Chromsalze nebeneinander und/oder andere Chromverbindungen enthalten. Als
Chromsalze kommen in erster Linie wasserlösliche Chromatsalze, beispielsweise wasserlösliche
Alkali- oder Erdalkalichromate und/oder -dichromate in Frage, die aufgrund ihrer guten
Wasserlöslichkeit klare Elektrolytlösungen ergeben und zu guten Ergebnissen bei der
elektrolytischen Behandlung der verzinkten Stahlbleche führen. Es ist jedoch ebenfalls
möglich, anstelle der Chromatsalze oder zusammen mit ihnen andere anorganische Chromsalze
oder auch nicht salzartige, Chrom enthaltende Verbindungen, wie beispielsweise organische
Chromverbindungen, zu verwenden, sofern sie unter Elektrolysebedingungen die Abscheidung
metallisches Chrom enthaltender Schichten ermöglichen. Besonders bevorzugt sind
aufgrund ihrer guten Wasserlöslichkeit Natrium- und/oder Kaliumchromat und/oder -dichromat.
Mit Vorteil wird das aufgrund seiner leichten Zugänglichkeit preiswert erhältliche
und gut wasserlösliche Kaliumdichromat als Bestandteil der wäßrigen Elektrolylösungen
verwendet, was jedoch den gleichzeitigen oder alternativen Gebrauch anderer Chromverbindungen
nicht ausschließt oder beschränkt.
[0012] Entsprechend dem erfindungsgemäßen Verfahren taucht man die verzinkten Stahlbleche
in eine wäßrige, ein oder mehrere Chromverbindungen der oben genannten Gruppen enthaltende
Lösung ein, wobei der Gehalt an Chromsalz bzw. Chromverbindungen in der Lösung im
Bereich von 0,1 bis 20 %, bezogen auf das fertige Elektrolysebad, liegt. Prinzipiell
unterliegt die Konzentration an Chromverbindungen in der verwendeten Elektrolytlösung
darüberhinaus keiner Beschränkung. Die Konzentration ist jedoch in weiten Bereichen
abhängig von den Elektrolyseparametern des erfindungsgemäßen Verfahrens und kann -
bei Variation von beispielsweise Stromdichte und Behandlungszeit - in den oben genannten
Grenzen schwanken. Bevorzugt liegt der Chromgehalt in den wäßrigen Elektrolytlösungen
im Bereich von 1 bis 10 %, bezogen auf das fertige Elektrolysebad. Mit derartig konzentrierten
Chromlösungen lassen sich bei in der Praxis einsetzbaren Stromdichten und Behandlungszeiten
sehr gute Haftungswerte für organische Überzüge auf den vorbehandelten verzinkten
Stahlblechen erzielen.
[0013] Entsprechend dem erfindungsgemäßen Verfahren können die wäßrigen Elektrolytlösungen
zu verschiedenen Zwecken, beispielsweise zur Steigerung des Wirkungsgrads der in
den Lösungen enthaltenen Chromverbindungen, noch weitere anorganische und organische
Komponenten enthalten, die wäßrigen Elektrolytlösungen für derartige Zwecke üblicherweise
zugesetzt werden. Solche weiteren Komponenten sind beispielsweise Verlaufshilfsmittel,
wie Netzmittel etc., und Leitsalze, die zu einer guten Steigerung des Wirkungsgrads
bei der elektrolytischen Behandlung der verzinkten Stahlbleche führen. Derartige Komponenten
anorganischer und/oder organischer Provenienz sind in den wäßrigen Lösungen in Mengen
von 0,01 bis 10,0 %, bezogen auf das fertige Elektrolysebad, zugegen und unterstützen
die die Haftung verbessernde Wirkung der wäßrigen Elektrolyselösungen, ohne nachteilige
Effekte auf die Qualität der Überzugsschichten, die Behandlungszeiten oder andere
Verfahrensparameter auszuüben.
[0014] Erfindungsgemäß wird die Elektrolyse der verzinkten Stahlbleche so durchgeführt,
daß man die vorzubehandelnden Bleche als Kathode des Elektrolysekreislaufs und ein
geeignetes Metallblech als Anode schaltet. Als Anode geeignet sind beispielsweise
unverzinkte Stahlbleche.
[0015] Entsprechend dem erfindungsgemäßen Verfahren sind - in wechselseitigem Abhängigkeitsverhältnis
zur Konzentration der Chromverbindungen in der wäßrigen Elektrolytlösung - bei der
Durchführung der Elektrolyse bestimmte Verfahrensparameter einzuhalten, die jedoch
in Abstimmung miteinander variierbar sind. Durch Variation der in erster Linie wichtigen
Parameter - Konzentration, Stromdichte und Behandlungszeit - lassen sich vorbehandelte
verzinkte Stahlbleche erhalten, deren Oberflächenhaftung für organische Überzüge der
genannten Art, insbesondere für Lacke und Klebstoffe, deutlich bessere Werte aufweist
als die nicht mit dem erfindungsgemäßen Verfahren behandelten Bleche, ja die sogar
Haftungswerte erreichen, die diejenigen unverzinkter Stahlbleche - für dieselben
organischen Überzügen - deutlich übersteigen. Dies wird auch aus den nachfolgend
aufgeführten Beispielen deutlich sichtbar.
[0016] Entsprechend dem erfindungsgemäßen Verfahren werden in den wäßrigen Elektrolytlösungen
pH-Werte eingestellt, die im Bereich von 0 bis 8 liegen. Bevorzugt werden wäßrige
Elektrolytlösungen verwendet, die einen pH-Wert im sauren Bereich aufweisen. Bei
Einhaltung derartiger pH-Werte werden Schichten mit je nach Verfahrensbedingungen
unterschiedlichen Gehalten an metallischem Chrom auf den verzinkten Stahlblechen
erhalten, die eine ausgezeichnete Haftung für Lacke und Klebstoffe zeigen.
[0017] Nach der Behandlung in einem ein oder mehrere Chromsalze oder Chromverbindungen
enthaltenden wäßrigen Medium werden erfindungsgemäß die vorbehandelten, verzinkten
Stahlbleche gespült, wobei diese Spülung nach den allgemein aus dem Stand der Technik
bekannten Ver fahren erfolgt. Dazu wird üblicherweise Wasser verwendet, wobei es
sich dabei um Prozeßwasser oder vollentsalztes Wasser handeln kann. Dieser Spülvorgang
kann - wie allgemein bekannt - im Tauchen, Spritzen oder ähnlichen Verfahren durchgeführt
werden.
[0018] Die so behandelten verzinkten Stahlbleche können nun, sofern erwünscht, vor ihrer
Weiterverarbeitung bzw. Beschichtung mit organischen Überzügen gelagert werden, wobei
eine Alterung erfolgt, die auf die Haftung der organischen Überzüge nicht den geringsten
Einfluß hat. Es ist jedoch auch möglich, die so erhaltenen vorbehandelten verzinkten
Stahlbleche ohne weitere Lagerung und Alterung sofort weiterzuverarbeiten. Diese Weiterverarbeitung
besteht darin, daß die Bleche auf an sich bekannten Wegen mit einem oder mehreren
organischen Überzügen versehen werden. Wie oben beschrieben, dienen diese Überzüge
unterschiedlichsten Zwecken, von denen der der Verbesserung des Korrosionsschutzes
besonders hervorzuheben ist. Jedoch kann es sich auch um die Notwendigkeit einer klebenden
Verbindung zweier Werkstoffe handeln, die durch Aufbringen organischer Klebstoffe
vorbereitet wird. Als organische Überzüge kommen also auch für die gemäß dem erfindungsgemäßen
Verfahren vorbehandelten verzinkten Stahlbleche in erster Linie Grundierungen und
Lacke einerseits sowie Klebstoffe andererseits in Frage. Bei Verwendung des erfindungsgemäßen
Verfahrens zur Vorbehandlung verzinkter Stahlbleche werden die metallischen Oberflächen
so vorbereitet, daß eine deutlich verbesserte Haftung der organischen Überzüge auf
den Metallflächen erreichbar ist und die von der Automobilindustrie für die Haftung
derartiger Überzüge auf den verzinkten Stahlblechen geforderten Minimalwerte nicht
nur erreicht, sondern deutlich überschritten werden.
[0019] Die Erfindung wird durch die nachfolgenden Beispiele näher erläutert.
Beispiel 1
[0020] Probebleche eines elektrolytisch verzinkten Stahlblechs (Abmessungen: 25 mm x 145
mm x 0,8 mm) wurden in ein Elektrolysebad getaucht, das 5 Gew.-% K₂Cr₂O₇ in destilliertem
Wasser enthielt. Die verzinkten Stahlblechproben wurden als Kathode des Stromkreises
geschaltet, die Anode bildete ein Stahlblech. Die angelegte Gleichspannung betrug
9 V. Die Behandlungszeiten, d.h. die Zeiten, während denen im Elektrolysekreislauf
Strom floß, sind der nachfolgenden Tabelle 1 zu entnehmen.
[0021] Nach der in Tabelle 1 angegebenen Behandlungszeit wurden die Stahlblechproben mit
Wasser gespült und entweder sofort mit einem in der Automobilindustrie üblichen
PVC-Plastisol-Klebstoff (wesentliche Bestandteile: PVC, Weichmacher, Füllstoffe,
Rheologieregler, Thermostabilisatoren, Haftvermittler) versehen (Spalte "o.A." in
Tabelle 1, entsprechend ohne Alterung, d.h. Haftung 24 Stunden nach Verklebung und
Lagerung bei 23°C) oder 10 Tage im Schwitzwassertest nach DIN 50 017 gealtert und
anschließend mit dem oben genannten Klebstoff versehen (Spalte "10 d SW" in Tabelle
1) oder 10 Tage im Salzsprühtest nach DIN 50 021 gealtert und anschließend mit dem
oben genannten Klebstoff versehen (Spalte "10 d SS" in Tabelle 1). Danach wurden
je zwei Probebleche miteinander verklebt und 24 Stunden bei 23°C gelagert. Nach Ablauf
dieser Zeit wurde die Güte der Klebung dadurch bestimmt, daß die metallischen Proben
voneinander getrennt wurden und die Güte der Haftung danach bewertet wurde, wieviel
Prozent Kohäsionsbruch aufgetreten waren, d.h. wieviel der Klebefläche im Bereich
der Klebstoffschicht gebrochen war, wobei der Klebstoff auf dem verzinkten Stahlblech
haften blieb. Die Ergebnisse sind der nachfolgenden Tabelle 1 zu entnehmen.

Beispiel 2
[0022] Entsprechend der in Beispiel 1 beschriebenen Behandlungsweise wurden Proben verzinkter
Stahlbleche der gleichen Abmessungen in eine gleiche Elektrolytlösung getaucht und
unter Elektrolysebedingungen behandelt. Anstelle des in Beispiel 1 verwendeten PVC-Plastisol-Klebstoffs
wurde zur Verklebung der Probebleche ein in der Automobilindustrie üblicher vulkanisierender
Kautschuk-Klebstoff auf der Basis Kautschuk, Weichmacher, Füllstoffe, Schwefel und
Vulkanisationsbeschleuniger verwendet. Die gemäß der Vorgehensweise nach Beispiel
1 erhaltenen Ergebnisse sind der nachfolgenden Tabelle 2 zu entnehmen.

Vergleichsbeispiel 1
[0023] Es wurden mit den in den Beispielen 1 und 2 beschriebenen Klebstoffen elektrolytisch
verzinkte Stahlbleche der in Beispiel 1 beschriebenen Art miteinander verklebt, ohne
daß eine Behandlung in einem wäßrigen, Chromverbindungen enthaltenden Bad vorangegangen
war. Sowohl für die Folgebehandlung ohne Alterung als auch für die Folgebehandlung
nach 10 Tagen Alterung im Schwitzwassertest bzw. im Salzsprühtest wurde keine Verbindung
zweier Bleche geschaffen, bei der nach Trennung ein Kohäsionsbruch beobachtet werden
konnte; vielmehr haftete der jeweilige Klebstoff so schlecht, daß er sich von den
Haftstellen am Metall vollständig löste.
Vergleichsbeispiel 2
[0024] Elektrolytisch verzinkte Stahlblechproben der in Beispiel 1 beschriebenen Art wurden
ohne Anlegen eines Stroms in eine wäßrige Elektrolytlösung getaucht, die 5 Gew.-%
K₂CrO₇ in destilliertem Wasser enthielt. Im Falle der Verklebung zweier derartig behandelter
Blechproben mit dem in Beispiel 1 beschriebenen PVC-Plastisol-Klebstoff war die Klebeverbindung
so schlecht, daß immer nur Adhäsionsbruch und kein Kohäsionsbruch nach Trennung beobachtet
wurde. Im Falle der Verwendung des in Beispiel 1 beschriebenen vulkanisierenden Kautschuk-Klebstoffs
ergab sich im Falle der Trennung der miteinander verklebten verzinkten Stahlbleche
nach Alterung im Schwitzwassertest und nach Alterung im Salzsprühtest ebenfalls immer
nur ein Adhäsionsbruch; nur nach Verklebung ohne Alterung wurde ein Kohäsionsbruch
von 5 % der Klebefläche (also ein Adhäsionsbruch-Anteil von 95 %) beobachtet.
1. Verfahren zur Vorbehandlung verzinkter Stahlbleche durch in-Kontakt-bringen mit
wäßrigen Elektrolytlösungen vor dem Aufbringen organischer Überzüge, dadurch gekennzeichnet,
daß man die verzinkten Stahlbleche unter Elektrolysebedingungen in eine ein oder mehrere
Chromsalze und/oder andere Chromverbindungen enthaltende wäßrige Lösung taucht, sie
anschließend spült und - gegebenenfalls nach Lagerung und Alterung - auf an sich bekannten
Wegen mit einem oder mehreren organischen Überzügen versieht.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man als Chromsalze wasserlösliche
Alkali- oder Erdalkalimetallchromate und/oder -dichromate verwendet.
3. Verfahren nach Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß man als Chromsalze
Natrium- und/oder Kaliumchromat und/oder -dichromat verwendet.
4. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß man als Chromsalz
Kaliumdichromat verwendet.
5. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß man die verzinkten
Stahlbleche in eine ein oder mehrere Chromverbindungen enthaltende wäßrige Lösung
taucht, deren Gehalt an Chromverbindungen im Bereich von 0,1 bis 20 %, bezogen auf
das fertige Elektrolysebad, liegt.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß man die verzinkten Stahlbleche
in eine ein oder mehrere Chromverbindungen enthaltende wäßrige Lösung taucht, deren
Gehalt an Chromverbindungen im Bereich von 1 bis 10 % liegt.
7. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß man die verzinkten
Stahlbleche in eine ein oder mehrere Chromverbindungen enthaltende wäßrige Lösung
taucht, die zur Steigerung des Wirkungsgrads noch weitere anorganische und/oder organische
Komponenten enthält.
8. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß man der wäßrigen
Elektrolytlösung als weitere Komponenten noch Verlaufshilfsmittel und/oder Leitsalze
zusetzt.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß man der wäßrigen Elektrolytlösung
als weitere Komponenten noch Verlaufshilfsmittel und/oder Leitsalze in Mengen von
0,01 bis 10,0 %, bezogen auf das fertige Elektrolysebad, zusetzt.
10. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß man die Elektrolyse
so durchführt, daß man die vorzubehandelnden Bleche als Kathode und ein geeignetes
Metallblech als Anode des Elektrolysekreislaufs schaltet.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß man ein unverzinktes
Stahlblech als Anode schaltet.
12. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß man die verzinkten
Stahlbleche unter Elektrolysebedingungen in eine ein oder mehrere Chromverbindungen
enthaltende wäßrige Lösung eintaucht, deren pH-Wert im Bereich von 0 bis 8 liegt.
13. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß man die unter
Elektrolysebedingungen mit einer wäßrigen, Chrom enthaltenden Lösung behandelten
Bleche mit einem oder mehreren Lacken als organischen Überzügen versieht.
14. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß man die unter
Elektrolysebedingungen mit einer wäßrigen, Chrom enthaltenden Lösung behandelten
Bleche mit einem Klebstoff als organischem Überzug versieht.