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EP 0 290 820 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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16.03.1994 Patentblatt 1994/11 |
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Anmeldetag: 19.04.1988 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC)5: C22C 1/10 |
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Verfahren zur Herstellung dispersionsgehärteter Metallegierungen
Process for preparing dispersion-hardened metal alloys
Procédé de préparation d'alliages métalliques renforcés par dispersion
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Benannte Vertragsstaaten: |
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BE CH FR GB LI NL SE |
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Priorität: |
13.05.1987 DE 3715979
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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17.11.1988 Patentblatt 1988/46 |
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Patentinhaber: MTU MOTOREN- UND TURBINEN-UNION
MÜNCHEN GMBH |
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D-80976 München (DE) |
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Erfinder: |
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- Hüther, Werner, Dr. Ing.
D-8047 Karlsfeld (DE)
- Betz, Wolfgang, Dr. Ing.
D-8035 Gauting (DE)
- Andrees, Gerhard
D-8000 München 60 (DE)
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Entgegenhaltungen: :
DE-A- 1 758 791 GB-A- 917 005 US-A- 3 310 400
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GB-A- 737 398 US-A- 3 192 042 US-A- 3 415 640
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung dispersionsgehärteter Metallegierungen,
insbesondere für hochtemperaturfeste Bauteile komplizierter Form, wobei Partikel einer
zweiten Phase in eine metallische Matrix (erste Phase) mit Hilfe einer kolloidalen
Suspension eingebaut werden, wobei die metallischen Bestandteile der ersten Phase
zunächst als Salzlösung vorliegen, der Lösung die Partikel der zweiten Phase zugemischt
werden, die mit den metallischen Bestandteilen der ersten Phase und deren Salzlösung
nicht reagiert, ein Deglomerationsmittel zugegeben wird, die Lösung verdüst wird und
nach Entfernen des Lösungsmittels eine Reduktion zu Metall erfolgt.
[0002] Metallegierungen, insbesondere Superlegierungen für hochtemperaturfeste Bauteile
in komplizierter Form, wie Turbinenschaufeln oder ähnlich komplizierte Formkörper,
enthalten häufig stark reaktive Elemente, wie Titan, Chrom, Aluminium und ähnliche.
Bei der Umwandlung solcher Metallegierungen in Metallpulver, gemäß Anspruch 1 der
EP-A-0 223 196 können bereits beim Entfernen des Lösungsmittels bzw. des Kristallwassers
wegen der reaktiven Elemente Mischoxide entstehen, die nicht oder nur sehr schwer
zu Metall reduziert werden können.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es, das Verfahren nach EP-A-0 223 196 so zu verbessern,
daß die Ziellegierungen nahezu beliebig als Metallpulver hergestellt werden können,
obwohl sie stark reaktive Elemente enthalten.
[0004] Die Lösung der Erfindung ist in Anspruch 1 enthalten. Insbesondere befaßt sich die
Erfindung mit einem Verfahren zur Herstellung dispersionsgehärteter Metallegierungen
für hochtemperaturfeste Bauteile komplizierter Form, wobei Partikel einer 2. Phase
in eine metallische Matrix mit Hilfe einer kolloidalen Suspension eingebaut werden.
[0005] Die Erfindung verbessert das Verfahren nach EP-A-0 223 196 und erweitert seinen Anwendungsbereich
ganz wesentlich.
[0006] Weitere Vorteile der Erfindung sind den Unteransprüchen und der Beschreibung von
Ausführungsbeispielen zu entnehmen.
[0007] Weiterhin können erfindungsgemäß zusätzlich zu den metallischen Partikeln nicht reaktive,
insbesondere oxidische Dispersate als zweite Phase in Form von Partikeln in die Suspension
eingebracht werden.
[0008] Der Effekt einer gegebenenfalls vorgesehenen Dispersionshärtung nach dem aus EP-A-0
223 196 und GB-A-917 005 bekannten Stand der Technik kann hierdurch wesentlich gesteigert
werden. Dies ist besonders vorteilhaft, wenn man Kornwachstum, insbesondere beim Sintern,
verhindern will und die Ausbildung enger Subkorngrenzen in dem Formkörper bei hoher
Belastung, insbesondere bei Wärmedehnung (Kriechen) einhalten will.
[0009] Durch die Wärmebehandlung im Temperaturzeitprogramm vor oder nach dem Kompaktieren
des Pulvers kann das Metall der Partikel, auch wenn sie oberflächlich oxidiert sind,
in die Matrix gleichmäßig eindiffundiert werden. Die in EP-A-0 223 196 angegebenen
Beispiele gelten auch hier.
[0010] Somit können Legierungen zu Metallpulver verarbeitet werden, die auch die genannten
reaktiven Elemente enthalten. Als Ausgangsstoffe der Lösung zur Bildung einer Suspension
verwendet man Metallsalze oder Gemische von Salzen von aus ihren Salzen reduzierbarer
Metalle. Damit wird eine Suspension feiner Pulverteilchen der stark reaktiven Elemente
oder geeigneter Vorlegierungen aus diesen Elementen durch Aufschlämmen, gegebenenfalls
mit Deglomerationsmittel erzeugt. Beim Verdüsen, Trocknen und Reduzieren dieser Mischung
wird dann höchstens eine dünne Oberflächenschicht dieser Metallpulver oxidiert. Der
verbleibende metallische Rest kann durch Diffusionsbehandlung vor oder nach dem Kompaktieren
des Pulvers in gewünschtem Maße gleichmäßig in der metallischen Matrix verteilt werden.
Verwendet man eine Mischung von Salzlösungen aus reaktiven Metallen, können Pulver
und Sinter-Formkörper hieraus erzeugt werden, welche zusätzlich eine gleichmäßige
Verteilung feinster oxidischer Partikel enthalten. Die Partikelgröße und -verteilung
hängt dann von den Sinterbedingungen des Formkörpers ab. Damit erhält man optimal
zusammengesetzte Superlegierungen, mit unterschiedlichen Dispersat-Populationen zur
Verstärkung der Matrix. Anstelle der kolloidalen Suspension kann beispielsweise auch
eine nichtkolloidale Partikelverteilung in der Lösung als Suspension eingesetzt werden.
1. Verfahren zur Herstellung dispersionsgehärteter Metallegierungen, insbesondere für
hochtemperaturfeste Bauteile komplizierter Form, wobei Partikel einer zweiten Phase
in eine metallische Matrix (erste Phase) mit Hilfe einer kolloidalen Suspension eingebaut
werden, wobei die metallischen Bestandteile der ersten Phase zunächst als Salzlösung
vorliegen, der Lösung die Partikel der zweiten Phase zugemischt werden, die mit den
metallischen Bestandteilen der ersten Phase und deren Salzlösung nicht reagiert, ein
Deglomerationsmittel zugegeben wird, die Lösung verdüst wird und nach Entfernen des
Lösungsmittels eine Reduktion zu Metall erfolgt, dadurch gekennzeichnet, daß als Ausgangsstoff
der Lösung zur Bildung einer Suspension zu Metallen reduzierbare Metallsalze oder
Gemische von Salzen eingesetzt werden und der Lösung Metallpulverteilchen als zweite
Phase zugemischt werden, aus Metallen oder ihren Legierungen, deren Salze nicht ohne
weiteres einem Reduktionsverfahren unterzogen werden können.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zusätzlich zu den Pulverteilchen,
nicht reaktive, insbesondere oxidische Dispersate in die Lösung eingebracht werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Lösung auch Salze
von reaktiven Metallen beigefügt werden, die bei der Trocknung und Reduktionsbehandlung
Metalloxide bilden.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Lösung Salze von Metallen,
wie Titan, Chrom, Aluminium und ähnlich reaktive Elemente zugesetzt werden.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das
Metallpulver einschließlich etwa oberflächlich oxidierten Metallpulverteilchen durch
eine Diffusionswärmebehandlung vor oder nach dem Kompaktieren des Pulvers gleichmäßig
in der metallischen Matrix verteilt wird.
1. Method of preparing dispersion-hardened metal alloys, in particular for high-temperature-resistant
components of complex shape, particles of a second phase being incorporated in a metallic
matrix (first phase) by means of a colloidal suspension, the metal components of the
first phase initially being present as a salt solution, the particles of the second
phase, which does not react with the metal components of the first phase and its salt
solution, being added to the solution, a deagglomeration agent being added, the solution
being atomised and reduced to metal after removal of the solvent, characterised in
that metal salts, which can be reduced to metal, or mixtures of salts are used as
the initial substance of the solution for forming a suspension, and metal powder particles
are mixed as the second phase with the solution, the metal powder particles consisting
of metals or their alloys of which the salts cannot readily be subjected to a reduction
process.
2. Method according to Claim 1, characterised in that non-reactive, in particular oxidic,
dispersing agents are introduced into the solution in addition to the powder particles.
3. Method according to Claim 1 or Claim 2, characterised in that salts of reactive metals,
which, when dried and treated reductively form metal oxides, are also added to the
solution.
4. Method according to Claim 3, characterised in that salts of metals such as titanium,
chromium, aluminium and similar reactive elements are added to the solution.
5. Method according to any one of the preceding claims, characterised in that the metal
powder, including for example superficially oxidised metal powder particles, is distributed
uniformly in the metal matrix by means of a diffusion heat treatment before or after
the powder has been compacted.
1. Procédé de préparation d'alliages métalliques renforcés par dispersion notamment pour
des pièces constitutives résistantes à haute température de forme compliquée, dans
lequel on introduit des particules d'une deuxième phase dans une matrice métallique
(première phase) à l'aide d'une suspension colloïdale, les composants métalliques
de la première phase étant d'abord présents sous forme de solution saline, on mélange
à la solution les particules de la deuxième phase, qui ne réagit pas avec les composants
métalliques de la première phase et leur solution saline, on ajoute un agent de désagglomération,
on pulvérise la solution et après élimination du solvant on réalise la réduction en
métal, caractérisé en ce qu'on utilise comme matériau de départ de la solution pour
former une suspension des sels ou mélanges de sels réductibles en les métaux et on
mélange à la solution des particules de poudre de métal en tant que deuxième phase,
de métaux ou de leurs alliages dont on peut soumettre sans problème les sels à un
processus de reduction.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'en plus des particules de poudre
on ajoute à la solution des dispersants non réactifs, notamment par voie d'oxydation.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce qu'on ajoute aussi à la solution
des sels de métaux réactifs qui lors du séchage et du traitement réducteur forment
des oxydes métalliques.
4. Procédé selon la revendication 3, caractérisé en ce qu'on ajoute à la solution des
sels de métaux comme le titane, le chrome, l'aluminium et autres éléments réactifs
analogues.
5. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'on dispense
dans la matrice métallique de façon régulière la poudre métallique, y compris des
particules métalliques un peu oxydées superficiellement par un traitement thermique
de diffusion avant ou après le compactage de la poudre.