[0001] Die Erfindung betrifft eine Schutzmaske, insbesondere eine Militärschutzmaske gemäss
dem Oberbegriff von Anspruch 1, welche die Atemwege, Augen und Gesicht des Trägers
schützt vor chemischen Kampfstoffen (CK), biologischen Kampfmitteln (BK) und radioaktivem
Ausfall (RA). Die Masken sollen sich auf ein möglichst kleines Volumen verpacken lassen
und allenfalls faltbar sein. Diese Forderungen lassen sich meistens nur verwirklichen,
indem jedem Auge in der Maske ein separates Augenglas zugeordnet wird. Die Form der
Augengläser und deren Lage und Befestigung in der Maske soll bei Aufrechterhaltung
eines möglichst grossen Gesichtsfeldes, eine minimale Arbeitsbehinderung ergeben.
So muss z.B. das Schiessen, das Bedienen von optischen Instrumenten usw. auch mit
der Schutzmaske gewährleistet sein. Die Distanz zwischen Auge und Augenglas sollte
daher so klein wie möglich sein und die Augengläser sollten vor allem seitlich die
normale Kopfbreite nicht wesentlich überragen.
[0002] Es sind bereits Schutzmasken bekannt, bei denen die Augengläser flach ausgebildet
sind. Es ist auch bereits bekannt, die Augengläser in einer Ebene hohlzylinderartig
zu krümmen um damit eine gewisse Anpassung an die Kopfform zu erzielen. Ein Nachteil
bei allen bekannten Schutzmasken besteht jedoch darin, dass kein optimales Gesichtsfeld
gewährleistet ist und dass vor allem bei flachen Gläsern wesentliche Behinderungen
in Kauf genommen werden müssen. Ein Problem besteht schliesslich auch noch bei Brillenträgern,
die in Folge des geringen Abstandes zwischen Augenglas und Auge keine normale Brille
unter der Schutzmaske tragen können. Es ist zwar bereits bekannt, Korrekturlinsen
mit Hilfe von Spannbügeln auf die Innenseite der Augengläser zu klemmen. Diese Lösung
ist je doch äusserst unbefriedigend, da die Klemmbügel Druckstellen im Nasenbereich
verursachen können und da der individuelle Augenabstand dabei völlig vernachlässigt
wird. Brillenträger haben daher zumeist zusätzliche Behinderungen beim Tragen der
Schutzmaske in Kauf zu nehmen. Schliesslich ist bei vielen bekannten Schutzmasken
das Auswechseln der Augengläser problematisch und kann nur mit Hilfe von speziellen
Werkzeugen durchgeführt werden.
[0003] Es ist daher eine Aufgabe der Erfindung, eine Schutzmaske der eingangs genannten
Art zu schaffen, bei der bei minimalen Behinderungen beim Tragen ein möglichst grosses
Gesichtsfeld aufrecht erhalten bleibt. Mit der Maske soll ausserdem die Voraussetzung
dafür geschaffen werden, um auf einfachste Art Korrekturlinsen anzubringen, wobei
den individuellen Verhältnissen Rechnung getragen werden kann. Schliesslich soll
auch das Auswechseln der Augengläser in der Maske vereinfacht werden.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss mit einer Schutzmaske gelöst, welch die Merkmale
von Anspruch 1 aufweist. Die kalottenförmige Gestaltung ist einerseits der Schädelform
besser angepasst als alle bisher bekannten Formen von Augengläsern. Anderseits wird
dadurch eine Reduktion des Abstandes zum Auge und somit ein vergrössertes Gesichtsfeld
erreicht. Wenn die Augengläser dabei bezogen auf ihre Grundfläche axialsymmetrisch
ausgebildet sind, so kann für das linke und für das rechte Auge ein und dasselbe Augenglas
verwendet werden. Eine besonders vorteilhafte Form und Anordnung der Augengläser ergibt
sich, wenn deren Grundfläche etwa die Form eines vollumfänglich abgerundeten, insbesondere
eines gleichschenkligen Dreiecks, aufweist und wenn sich die Symmetrieachsen unterhalb
der Augengläser in der Mitte der Schutzmaske kreuzen.
[0005] Die Augengläser lassen sich besonders einfach herstellen, wenn sie kugelkalottenförmig
ausgebildet sind, wobei sich ein Innenradius der Kalotte zwischen 100 bis 160 mm als
besonders Vorteilhaft erwiesen hat.
[0006] Die eingangs geschilderten Probleme für Brillenträger lassen sich auf besonders einfache
Weise lösen, wenn auf der inneren oder äusseren Begrenzungsfläche der Augengläser
eine Korrekturlinse angeordnet ist. Die kalottenförmigen Augengläser kommen der Form
üblicher Korrekturlinsen für Brillenträger besonders nahe, so dass eine Korrekturlinse
direkt auf das Augenglas aufgekittet werden kann, ohne dass dabei ein Hohlraum zwischen
Augenglas und Korrekturlinse entsteht. Der Pupillenabstand kann dabei bei jedem Schutzmaskenträger
individuell berücksichtigt werden, so dass die einmal angepassten und angesetzten
Korrekturlinsen keine weiteren Probleme mehr verursachen. In bestimmten Fällen ist
es auch denkbar, die Korrekturlinse direkt in die Augengläser zu integrieren. Dies
ist mit den heute üblichen Techniken und bei der Verwendung von Kunststoffgläsern
besonders einfach möglich.
[0007] Besonders einfach lassen sich die Augengläser in der Maske befestigen, wenn sie in
eine umlaufende Nut im Maskenteil derart eingepasst sind, dass das Maskenteil im Randbereich
der Augengläser auf der Rückseite und auf der Vorderseite anliegt. Der Rand der Augengläser
wird dadurch vollständig vom Kautschuk- oder Kunststoffmaterial der Maske eingefasst
und geschützt. Gleichzeitig wird eine einwandfreie Abdichtung erzielt, die auch unter
extremen Bedingungen aufrecht erhalten bleibt. Eine optimale Dichtwirkung und ein
sicherer Sitz der Augengläser kann noch dadurch optimiert werden, dass ein innerer
und ein äusserer Fassungsring von aussen gegen das Maskenteil pressbar ist, so dass
der Randbereich jedes Augenglases klemmend erfasst wird. Die beiden Fassungsringe
können dabei an jedem Augenglas mit wenigstens einer Klammer zusammengehalten werden,
so dass über den gesamten Randbereich eine etwa gleichbleibende Presskraft aufrecht
erhalten wird. Ein zusätzlicher Schutz bzw. eine Verstärkung der Randpartie der Augengläser
kann noch dadurch erreicht werden, dass die beiden Fassungsringe an jedem Augenglas
sich überlappen und dass die Klammern wenigstens zwei abgewinkelte Enden aufweisen,
von denen eines am inneren und eines am äusseren Fassungsring angreift. Die sich
überlappenden Fassungsringe bilden eine formstabile Einheit, die auch Schlägen und
Stössen ohne weiteres standhalten kann. Zum Auswechseln eines Augenglases müssen
lediglich die Klammern ausgehakt werden, was z.B. mit einem Taschenmesser ohne weiteres
möglich ist.
[0008] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen dargestellt und wird
nachstehend genauer beschrieben. Es zeigen:
Figur 1 Eine Ansicht von vorne auf eine Schutzmaske,
Figur 2 einen Querschnitt durch die Schutzmaske gemäss Figur 1 etwa in der Ebene der
Augen,
Figur 3 ein Augenglas mit einer aufgesetzten Korrekturlinse,
Figur 3a einen Querschnitt durch ein Augenglas mit innenseitig integrierter Korrekturlinse,
Figur 3b einen Querschnitt durch ein Augenglas mit aussenseitig integrierter Korrekturlinse,
Figur 4 die graphische Darstellung des Gesichtsfeldes mit einer erfindungsgemässen
Schutzmaske,
Figur 5 einen Teilschnitt durch die Randpartie eines Augenglases in stark vergrösserter
Darstellung und
Figur 6 eine Draufsicht auf die Befestigung eines Augenglases gemäss Figur 5.
[0009] Wie in Figur 1 dargestellt, besteht die Schutzmaske aus einem Maskenteil 1 aus Kautschuk
oder aus Kunststoffmaterial, das mit Hilfe von Haltebändern 10 dichtend gegen das
Gesicht gepresst werden kann. Am Maskenteil 1 ist im unteren Bereich der Filter 9
befestigt. Etwa in der Mitte ist eine Sprechmembran 11 angeordnet, über welche die
direkte Kommunikation gewährleistet ist. Die Konstruktion der übrigen Maskenteile
ist jedoch für die vorliegende Erfindung nicht weiter von Bedeutung.
[0010] Die beiden Augengläser 2 und 2′ sind axialsymmetrisch ausgebildet und haben die
Grundform eines vollumfänglich abgerundeten Dreiecks. Die Symmetrieachsen 3 kreuzen
sich unterhalb der Augengläser in der Mitte der Maske. Die axialsymmetrische Ausbildung
der Augengläser ermöglicht es, für beide Seiten die gleiche Glasform zu verwenden,
so dass ein Austausch ohne Berücksichtigung von links und rechts jederzeit möglich
ist.
[0011] Die beiden Augengläser im dargestellten Ausführungsbeispiel sind kugelkalottenförmig
ausgebildet. Wie aus Figur 2 ersichtlich, sind die Augengläser mit einem Radius R
gewölbt der bezogen auf die innere Begrenzungsfläche ca. 100 bis 160 mm betragen kann.
Als vorteilhafter Innenradius der Kugelkalotte hat sich beispielsweise ein Mass von
ca. 130 mm erwiesen. Wie aus Figur 2 ersichtlich ist, sind die beiden Augengläser
2 und 2′ in einem Winkel Alpha zueinander schräg gestellt. Zusammen mit der Kalottenform
ist damit eine besonders vorteilhafte Anpassung an die Kopfform gewährleistet. Die
Augengläser stehen so seitlich nur gering heraus, was das Tragen des Helmes, die Bedienung
von Instrumenten und das Schiessen mit dem Sturmgewehr erleichtert.
[0012] In Figur 3 ist perspektivisch ein Augenglas 2 dargestellt, auf dessen innere Begrenzungsfläche
16 eine Korrekturlinse 12 aufgekittet ist. Das Aufkitten oder Aufkleben der Korrekturlinse
12 erfolgt dabei derart, dass der Pupillenabstand des Maskenträgers berücksichtigt
wird, so dass die optische Achse der Korrekturlinse 12 möglichst mit der Pupillenachse
übereinstimmt. Die Korrekturlinse 12 kann auch unmittelbar in das Augenglas 2 integriert
sein, wie aus den Figuren 3a und 3b ersichtlich ist. Je nach Stärke der Korrekturlinse
12 könnten dann jedoch die Randpartien flach ausgebildet werden um keine zu grosse
Gesamtdicke zu erreichen. Augengläser und Korrekturlinsen werden aus Kunststoffmaterial
oder Mineralglas gefertigt. Auch eine Kombination von Mineralglas und Kunststoffglas
wäre jedoch denkbar. Schliesslich könnten die Augengläser 2 ähnlich wie Brillengläser
auch verschiedene Beschichtungen oder Behandlungen z.B. gegen UV-Strahlen und dergleichen
aufweisen.
[0013] In Figur 4 ist die apertometrische Auswertung einer Schutzmaske mit erfindungsgemässen
Augengläsern graphisch dargestellt. Mit Hilfe des Apertometers kann das Gesichtsfeld
mittels Lichteffekten sichtbar gemacht werden. Von besonderer Bedeutung ist dabei
der überlappende Bereich des Gesichtsfeldes der beiden Augen, der als binokulares
Gesichtsfeld oder Stereofeld 13 bezeichnet wird. Mit 14 ist das Gesamtgesichtsfeld
bezeichnet, welches in Figur 4 eine etwa doppelnierenförmige Konfiguration aufweist.
Dieses Gesamtgesichtsfeld ist mit den erfindungsgemässen Augengläsern annähernd gleich
gross wie das natürliche Gesichtsfeld ohne Schutzmaske, das mit Position 18 als unterbrochene
Linie dargestellt ist. Ledliglich seitlich muss eine geringfügige Beschränkung des
Gesichtsfeldes in Kauf genommen werden, während nach oben und nach unten praktisch
freie Sicht herrscht. Derartige Resultate liessen sich mit bekannten Augengläsern
bisher nicht erreichen. Auch das binokulare Gesichtsfeld 13 ist verhältnismässig
gross, was das Arbeiten mit optischen Instrumenten, das Schätzen von Distanzen usw.
wesentlich erleichtert.
[0014] Die Figuren 5 und 6 zeigen die Befestigung der kalottenförmigen Augengläser 2 im
Maskenteil 1 im Detail. Jedes Augenglas 2 ist in eine umlaufende Nut 5 im Maskenteil
1 einpassbar. Der vordere und der hintere Randbereich jedes Augenglases ist dabei
vollständig vom elastischen Material des Maskenteils 1 eingeschlossen. Um einen sicheren
Sitz und eine gasdichte Abdichtung zu gewährleisten, wird der Randbereich jedes Augenglases
mit Hilfe eines inneren Fassungsrings 6 und eines äusseren Fassungsrings 7 zusammengepresst.
Diese Fassungsringe werden von aussen her auf den umlaufenden Rand aufgesetzt, der
durch die Nut 5 gebildet wird. Die Fassungsringe sind vorzugsweise aus Metall gefertigt,
könnten aber auch aus Kunststoff bestehen. Wie insbesondere aus Figur 5 ersichtlich
ist, überlappen sich die beiden Fassungsringe 6 und 7 im äusseren Randbereich. Mit
Hilfe von Klammern 8, vorzugsweise etwa drei bis vier verteilt über den gesamten Umfang,
werden die beiden Fassungsringe zusammengehalten. Jede Klammer ist mit abgewinkelten
Enden 17 versehen, von denen eines am inneren Fassungsring 6 und das andere am äusseren
Fassungsring 7 angreift. Der äussere Fassungsring ist beim Ausführungsbeispiel mit
einem Schlitz 15 versehen, in welchem die Klammer 8 eingreift. Selbstverständlich
könnte die Klammer 8 aber auch auf andere Weise die beiden Fassungsringe zusammenhalten.
Unter Umständen wäre es auch denkbar, die Klammer 8 ganz wegzulassen und die beiden
Fassungsringe derart auszubilden, dass sie ineinander einschnappen.
[0015] Die beschriebene Befestigungsart der Augengläser ermöglicht ersichtlicherweise ein
rasches Auswechseln, das ohne Spezialwerkzeuge jederzeit vorgenommen werden kann.
Die Augengläser und das Maskenteil 1 im Bereich der Nut 5 sind durch die beiden Fassungsringe
optimal geschützt. Anstelle von geometrisch exakt kugelkalottenförmigen Augengläsern
wären natürlich auch je nach Maskenkonfiguration geringfügige Abweichungen denkbar.
1. Schutzmaske, insbesondere Militärschutzmaske mit einem gasdicht an das Gesicht
anpressbaren Maskenteil (1) und mit zwei Augengläsern (2, 2′, die mit einer Befestigungsvorrichtung
in Augenhöhe im Maskenteil (1) befestigt sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Augengläser
(2, 2′) kalottenförmig oder annähernd kalottenförmig ausgebildet sind.
2. Schutzmaske nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Augengläser bezogen
auf ihre Grundfläche axialsymmetrisch ausgebildet sind.
3. Schutzmaske nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Grundfläche der Augengläser
die Form eines vollumfänglich abgerundeten Dreiecks, insbesondere eines gleischschenkligen
Dreiecks aufweist, und dass sich die Symmetrieachsen (3) unterhalb der Augengläser
in der Mitte der Schutzmaske kreuzen.
4. Schutzmaske nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die
Augengläser kugelkalottenförmig ausgebildet sind und dass der Innenradius der Kalotte
zwischen 100 bis 160 mm beträgt.
5. Schutzmaske nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass auf
der inneren Begrenzungsfläche (16) der Augengläser eine Korrekturlinse (12) angeordnet
ist.
6. Schutzmaske nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass auf
der äusseren Begrenzungsfläche der Augengläser eine Korrekturlinse (12) angeordnet
ist.
7. Schutzmaske nach einem der Ansprüche 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass eine
Korrekturlinse direkt in die Augengläser integriert ist.
8. Schutzmaske nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die
Augengläser in eine umlaufende Nut (5) im Maskenteil (1) derart eingepasst sind, dass
das Maskenteil im Randbereich der Augengläser auf der Rückseite und auf der Vorderseite
anliegt.
9. Schutzmaske nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass ein innerer (6) und ein
äusserer Fassungsring (7) von aussen gegen das Maskenteil (1) pressbar ist, so dass
der Randbereich jedes Augenglases (2) klemmend erfasst wird.
10. Schutzmaske nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Fassungsringe
(6, 7) an jedem Augenglas mit wenigstens einer Klammer (8) zusammengehalten werden.
11. Schutzmaske nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Fassungsringe
(6, 7) an jedem Augenglas sich überlappen und dass die Klammern (8) wenigstens zwei
abgewinkelte Enden (17) aufweisen, von denen eines am inneren und eines am äusseren
Fassungsring angreift.