[0001] Die Erfindung betrifft eine Reißmaschine zum Reißkonvertieren von Chemiefaserkabeln
oder Chemiefaserbändern mit einer oder mehreren Verzugszonen, von denen gegebenenfalls
eine als Heizzone ausgebildet ist, und einer oder mehreren Reißzonen, wobei die Verzugs-
und Reißzonen gegebenenfalls in mehreren übereinanderliegenden Etagen angeordnet
sind, mit einem Einzugsgestell für die Kabel sowie mit einer Abliefereinrichtung der
reißkonvertierten Faserbänder.
[0002] Stapelfasergarne aus Chemiefasern werden primär als endlose Filamente aus Düsen
gepreßt. Insbesondere zur Herstellung von Kurzstapelgarnen in der sogenannten Baumwollspinnerei
werden die Filamente beim Chemiefaserhersteller auf endliche Längen von beispielsweise
40 mm geschnitten und dann zu Ballen verpackt. Schließlich werden sie dem Spinnereibetrieb
der Textilindustrie angeliefert, wo die losen, wirren Fasern über Ballenöffner, Karden
bzw. Krempeln und Strecken zu Faserbändern geordnet und den Spinnmaschinen zur Herstellung
von Garnen zugeführt werden. Dieser an der Baumwoll- und Wollverarbeitung orientierte
traditionelle Prozeß ist für längere feine Fasern aus Qualitätsgründen ungeeignet.
[0003] Auch die Anwendung von Schneidkonvertiermaschinen, bei denen vom Chemiefaserhersteller
gelieferte Filamentkabel zwischen Schneidelementen in Faserpakete definierter Länge
übergeführt und anschließend in Bänderform zusammengefaßt werden, ist aus Qualitätsgründen
auf bestimmte Rohstoffe und gröbere Fasern beschränkt.
[0004] Beim Reißkonvertierprozeß werden die vom Chemiefaserhersteller bereitgestellten endlosen
Filamentkabel durch stufenweise Dehnung zerrissen. Der Bandzusammenhalt bleibt dabei
uneinge schränkt erhalten, ebenso die ausgezeichnete Faserparallelität der Filamentkabel.
Faserverknotungen, wie Noppen und Nissen werden vermieden. Die hohe Qualität der
reißkonvertierten Bänder hat neben der Möglichkeit, den insbesondere bei Polyacrylfasern
aus der Faserdehnung resultierenden Faserschrumpf gezielt für die Erzeugung besonders
voluminöser Garne zu nutzen, zur weiteren Verbreitung des Reißkonvertierprozesses
beigetragen.
[0005] Zum Reißkonvertieren werden Reißmaschinen verwendet, wie sie beispielsweise aus der
DE-OS 34 00 949 bekannt sind und die in Transportrichtung hintereinander verschiedene
Verzugs- und Reißzonen für das Verstrecken und das Reißen der Fasern aufweisen. Das
Fasermeterial wird dabei auf die gewünschte Länge sowie auf die für die Folgeprozesse
erforderliche Faserlängenverteilung gerissen. Zusätzlich sind Heizzonen vorgesehen,
die den Faserschrumpf erhöhen. Über ein Einzugsgestell werden die vom Chemiefaserhersteller
in Kartons oder Baller angelieferten Filamentkabel in die Reißmaschine transportiert.
Eine Abliefereinrichtung legt die reißkonvertierten Faserbänder in Kannen ab. Da im
Folgeprozeß häufig schrumpffähige und ausgeschrumpfte Faserbänder kombiniert werden,
besteht die Möglichkeit, die Faserbänder vor der Kannenablage entweder zur Bewahrung
des Schrumpfes zu kühlen oder zur Eliminierung des Schrumpfes kontinuierlich einer
Sattdampfbehandlung zu unterziehen. Um Platz zu sparen, wird bei der bekannten Reißkonvertiermaschine
die Verarbeitungsfolge platzsparend in mehreren Etagen vorgenommen.
[0006] Die bekannte Reißkonvertiermaschine ist in der Lage, Polyacrylkabel mit Filamenttitern
von 3,3 dtex bis zu einem Gesamtvorlagegewicht von 120 ktex sicher zu verarbeiten.
Höhere Kabelgewichte sind nur beim Einsatz gröberer Filamenttiter verarbeitbar.
Da gröbere Filamenttiter nur für begrenzte Anwendungsbereiche in Frage kommen, ist
somit die bekannte Reißkonvertiermaschine generell nicht für die Verarbeitung höherer
Kabelgewichte einsetzbar. Dies verhindert aber Rationalisierungsbestrebungen in der
Chemiefaserindustrie, die auf die Erhöhung der Kabelgewichte zielen. Insbesondere
bei der Herstellung von Polyacrylnitril-Filamentkabeln nach dem Naßspinnverfahren
können dagegen mit relativ geringem technischem Aufwand die Anlagen auf die kostengünstigere
Ablieferung größerer Kabelgewichte umgerüstet werden.
[0007] Davon ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, die bekannte Reißmaschine
zum Reißkonvertieren von Chemiefaserkabeln oder Chemiefaserbändern derart weiterzuentwickeln,
daß Kabel mit einem höheren Gesamtkabelgewicht verarbeitet werden können, so daß gegebenenfalls
die Möglichkeit besteht, mehrere Kabel niedrigen Gewichts gleichzeitig zu verarbeiten.
[0008] Die Aufgabe ist erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der Kabeleinzug für die Verarbeitung
von Kabeln hohen Längengewichts verbreitert bzw. für die parallele Führung mehrerer
Kabel getrennt und unabhängig voneinander einzeln nebeneinander und/oder übereinander
ausgebildet ist und daß die Breite der Verzugs- und/oder Reißelemente der Verzugs-
und/oder Reißzonen > 270 mm beträgt. Hierdurch können höhere Klemmkräfte der Druckwalzen
in den Verzugs- und Reißzonen zur Anwendung kommen und die Kabel bzw. Bänder auf einer
größeren Breite als bisher durch die Verarbeitungselemente geführt werden. Durchgeführte
Versuche zeigten, daß sich überraschenderweise eine Kombinationswirkung einstellt,
die es ermöglicht, Kabelgewichte im Bereich von 120 bis 240 ktex für eine Filamentfeinheit
von 3,3 dtex und gegebenenfalls noch höhere Kabelgewichte störungsfrei zu verarbeiten,
ohne auf eine kompakte Bauweise der Reißmaschine zu verzichten.
[0009] Die erfindungsgemäße Reißmaschine hat den Vorteil, daß die Kabel bzw. Bänder auf
einer größeren Breite durch die Verarbeitungselemente der Verzugs- und Reißzonen
geführt werden können, ohne daß der Verfahrensablauf durch Bündelbrüche und Wickelbildungen
gestört wird. Dadurch wird es möglich, entsprechend größere Gesamtkabelgewichte störungsfrei
zu verarbeiten, so daß grundsätzlich auch die Möglichkeit eröffnet wird, mehrere
Kabel mit niedrigem Gewicht gleichzeitig zu verarbeiten. Es können dabei höhere Klemmkräfte
der Druckwalzen der Verzugs- und Reißzonen zur Anwendung kommen. So ist es mittels
der erfindungsgemäßen Reißmaschine möglich, beispielsweise die von drei nebeneinander
vorgelegten Ballen abgezogenen Kabel im gewünschten Abstand zueinander dem Kabeleinzug
zuzuleiten. Insgesamt gesehen bestehen hinsichtlich des verarbeitbaren Kabellängengewichts
keinerlei Einschränkungen der Verwertbarkeit für sämtliche heute auf dem Markt bekannten
Kabel sowie hinsichtlich der in absehbarer Zukunft zu erwartenden Kabel. Dies wird
durch die erfindungsgemäße Reißmaschine ermöglicht, mit der sich je nach den gegebenen
Eigenschaften ein bis vier Kabel bei paralleler oder geschichteter Zuführung verarbeiten
lassen, wobei ein besonderer Vorzug der vorgeschlagenen Reißkonvertiermaschine in
der Möglichkeit liegt, durch Variation des Gesamtverzuges sowohl Kabel mit insgesamt
geringerem Vorlagegewicht als auch Kabel mit insgesamt hohem Vorlagegewicht bei hoher
Produktionsleistung zu verarbeiten. Hierzu sei lediglich angemerkt, daß nach heutigem
Erkenntnisstand bei konventionellen Reißkonvertiermaschinen eine Reduzierung des Verzuges
unter den Wert von ca. 4,5 nur in Ausnahmefällen möglich ist. Versuche mit der erfindungsgemäßen
Reißkonvertiermaschine haben jedoch gezeigt, daß eine Reduzierung des Verzuges bei
niedrigem Kabelvorlagegewicht möglich ist, woraus eine entsprechende Leistungssteigerung
resultiert.
[0010] In einer bevorzugten Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Reißmaschine sind die Verzugs-
und Reißzonen in zwei übereinanderliegenden Etagen angeordnet, ist die Kabelführung
in den benachbarten Etagen gegenläufig und ist die Zuführung des Kabels zur oberen
Etage vorgesehen, in der eine Verzugszone I angeordnet ist, während in der unteren
Etage Reißzonen II bis V angeordnet sind. Hierdurch ist eine außerordentlich kompakte
Maschinengestaltung erreicht.
[0011] Vorzugsweise ist an einer derartigen Reißmaschine vorgesehen, den Kabeleinzug als
Vorverzugszone durch mehrfache Umlenkung des Kabels und Anordnung eines Walzentrios
mit Omega-Umschlingung aus zwei angetriebenen Unterzylindern und einer Druckwalze
hinter dem Kabeleinzug vorzusehen. Zur Erreichung einer stetigen, ruckfreien Prozeßführung
beim Maschinenanlauf sowie im Normalbetrieb ist es vorteilhaft, zur Umlenkung des
Kabels von der oberen zur unteren Etage vorzusehen, das Kabel über eine entweder in
der unteren Etage oder oberen Etage angeordnete Transportgruppe zu führen, die aus
zwei Antriebszylindern und einer Druckwalze besteht, wobei die Druckwalze nur mit
einem der beiden Antriebszylinder zusammenwirkt.
[0012] An die Verzugszone einer Reißmaschine schließt sich eine erste Reißzone, die sogenannte
Vorreißzone an. Diese ist vorteilhafterweise durch zwei Antriebszylinder mit einer
obenliegenden zugeordneten Druckwalze begrenzt, wobei die Länge der Zone auf einen
Wert > 500 mm eingestellt wird. Hierdurch wird erreicht, daß der überwiegende Teil
der Fasern in der Vorreißzone gerissen wird, wobei sich eine angenäherte Normalverteilung
der Faserlängen zwischen einigen Millimetern und der Länge der Vorreißzone einstellt.
Die gewählte Zonenlänge ergibt sich als Optimum unter Berücksichtigung der mit wachsender
Zonenlänge reduzierten Reißkräfte (verbunden mit geringeren erforderlichen Klemmkräften
im Bereich der die Vorreißzone begrenzenden Walzen) und des mit reduzierter Zonenlänge
sich einstellenden besseren Laufverhal tens, d.h. insbesondere Vermeidung von Bündelbrüchen.
Durch die obenliegende Anordnung der Druckwalze und die Anwendung von nur zwei Antriebszylindern
wird eine besonders kompakte Anordnung erreicht. Die Druckwalze ist hydraulisch belastet.
Dieser Ausführungsform kommt aufgrund der hohen übertragbaren Zugkräfte am Ende der
Vorreißzone eine zentrale Rolle zu. Wechselnde Zugkräfte aus der Vorreißzone werden
an die folgenden Reißzonen nicht weitergegeben. Dabei kann es vorteilhaft sein, eine
Schrägführung der Faserbänder zwischen der Vorreißzone und den weiteren Reißzonen
gegenüber der Verarbeitungsvorrichtung vorzunehmen, um eine größere Umschlingung
der Antriebzylinder zu bewirken und dadurch höhere übertragbare Reibungskräfte sicherzustellen.
[0013] Um eine Anpassung der Maschinengröße an die jeweiligen Aufstellgegebenheiten zu
ermöglichen, kann es vorteilhaft sein, zumindest eine Verzugs- und/oder Reißzone
vertikal anzuordnen. Dabei kann die Vertikalzone vorteilhafterweise oben und unten
durch Walzengruppen definiert sein, bei denen zur Vermeidung von Wickelbildungen die
Druckwalze nur einen der Unterzylinder tangiert. Der Begriff "vertikal" umfaßt auch
eine Schrägführung des Kabels zwischen zwei Etagen.
[0014] Grundsätzlich kann der Kabeleinzug in die Reißmaschine aus beliebiger Richtung beschickt
werden. Aus räumlichen Gründen ist es jedoch vorteilhaft, auf der Reißmaschine, d.h.
oberhalb der Etagen, ein Einzugsgestell zur Zuführung des Kabels mit einer zur obersten
Etage gegenläufigen Kabelführung anzuordnen. Dazu kann das Einzugsgestell zu Beginn
des Transportweges eine Kabelführungseinrichtung aufweisen, mit der mehrere Kabel
getrennt und unabhängig voneinander einzeln nebeneinander und/ober übereinander geführt
und den Verzugs- und Reißzonen zuführbar sind.
[0015] In einer bevorzugten Ausgestaltung der Kabelführungseinrichtung wird vorgeschlagen,
daß diese aus einzelnen, quer zur Transportrichtung der Kabel sich erstreckenden
gekrümmten Führungsstangen besteht, die für die Kabel jeweils ein durch die Krümmung
seitlich begrenztes Führungsbett bilden. Dadurch ist es auf technisch einfache Weise
möglich, die Kabel gezielt zu führen und den Verzugs- und Reißzonen zuzuführen. Insbesondere
läßt sich eine derartige Kabelführungseinrichtung bei herkömmlichen Reißkonvertiermaschinen
ohne weiteres integrieren, ohne daß es eines zusätzlichen Aufwandes bedarf und ohne
daß die Kompaktheit der bekannten Reißkonvertiermaschine verlorengeht.
[0016] Vorzugsweise sind die gekrümmten Führungsstangen quer zur Transportrichtung der
Kabel verschiebbar angeordnet. Auf diese Weise kann die Kabelführungseinrichtung den
jeweiligen Bedürfnissen optimal angepaßt werden, so daß beispielsweise statt einer
Führung nebeneinander nach Verschieben der gekrümmten Führungsstangen die Kabel
übereinander geführt werden können.
[0017] Gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung wird vorgeschlagen, daß vor den gekrümmten
Führungsstangen die Kabel um allen Kabeln gemeinsame Führungsstangen umgelenkt sind.
Im Zusammenwirken mit den gekrümmten Führungsstangen ergibt sich eine optimale Führung
der Kabel, wobei die gemeinsamen Führungsstangen eine Spannung in den Kabeln erzeugen,
die sich auf die Führungseigenschaft positiv auswirkt.
[0018] Die gemeinsamen Führungsstangen weisen vorzugsweise einen polygonalen Querschnitt
auf, wobei sie dreieckig, viereckig oder sechseckig ausgeführt sein können.
[0019] In einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung ist hinter der Kabelführungseinrichtung
am Einzugsgestell zumindest ein Führungsstangenapaar angeordnet, bei dem die eine
Führungsstange gekrümmt ausgebildet ist und für die Kabel jeweils ein durch die Krümmung
seitlich begrenztes Führungsbett bildet, das die Kabel nebeneinander und/oder übereinander
vereinigt. Durch das Führungsstangenpaar ist es möglich, die Kabel flach nebeneinander
bzw. übereinander zu führen und dabei weiter auszubreiten.
[0020] Um diese Ausbreitung noch weiter zu verbessern, wird schließlich mit der Erfindung
vorgeschlagen, daß die gekrümmte Führungsstange des Führungsstangenpaares in ihrer
Lage zum Kabelfluß drehbar ist.
[0021] Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
der zugehörigen Zeichnungen, in denen eine bevorzugte Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Reißmaschine zum Reißkonvertieren von Kabeln schematisch dargestellt ist. In den
Zeichnungen zeigen:
Fig. 1 eine erste Ausführungsform einer Reißmaschine mit einem eine Kabelführungseinrichtung
aufweisenden Einzugsgestell in schematischer Seitenansicht;
Fig. 2 eine zweite Ausführungsform einer Reißmaschine entsprechend der in Fig. 1;
Fig. 3 eine Ansicht der Kabelführungseinrichtung des Einzugsgestells der Reißmaschine
in Richtung des Transportweges der Kabel;
Fig. 4 einen Schnitt entlang der Linie IV-IV durch die Kabelführungseinrichtung in
Fig. 3.
[0022] Die in Fig. 1 dargestellte Reißmaschine dient zum Reißkonvertieren von Kabeln 1,
die in Ballen 2 vom Chemiefaserhersteller an geliefert und aus diesen entnommen werden.
Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 1 ist dargestellt, wie aus insgesamt drei Ballen
2 drei Kabel 1 abgeführt und einem Einzugsgestell 3 zugeführt werden, das oberhalb
der eigentlichen Reißmaschine an der Decke hängend angeordnet ist.
[0023] Das Einzugsgestell 3 besitzt zu Beginn des Transportweges der Kabel 1 eine Kabelführungseinrichtung
4. Diese ist in den Fig. 3 und 4 vergrößert dargestellt, so daß dort auch die Einzelheiten
erkennbar sind.
[0024] Die Kabelführungseinrichtung 4 weist zunächst zwei für sämtliche Kabel 1 gemeinsame
Führungsstangen 5 mit quadratischem Querschnitt auf, um die herum die drei Kabel
1 gemeinsam S-förmig geführt sind. Diesen beiden Führungsstangen 5 folgen drei gekrümmte
Führungsstangen 6. Diese weisen jeweils seitlich nach oben gezogene Krümmungen 7 auf,
die ein Führungsbett 8 für die Kabel 1 bilden, wobei jedes einzelne der drei Kabel
1 in einem Führungsbett 8 der gekrümmten Führungsstange 6 verläuft. Die gekrümmten
Führungsstangen 6 sind auf Hülsen 9 befestigt, die ihrerseits auf Stangen 10 quer
zur Transportrichtung der Kabel 1 verschiebbar sind.
[0025] Bei der Anordnung der gekrümmten Führungsstangen 6 gemäß Fig. 3 ist erkennbar, daß
insgesamt drei gekrümmte FÜhrungsstangen 6 vorgesehen sind, wobei die untere gekrümmte
Führungsstange 6 den Zwischenraum zwischen den oberen beiden gekrümmten Führungsstangen
6 ausfüllt, so daß die abgezogenen drei Kabel 1 nach dem Weitertransport durch das
Einzugsgestell 3 nebeneinander verlaufen. Sollen beispielsweise statt dessen vier
Kabel 1 der Reißmaschine zugeführt werden, so ist es denkbar, vier gekrümmte Führungsstangen
jeweils paarweise übereinander an der Kabelführungseinrichtung 4 vorzusehen, so daß
dann die Kabel sowohl nebeneinander als auch übereinander geführt sind.
[0026] Um die im Ausführungsbeispiel durch die drei gekrümmten Führungsstangen 6 der Kabelführungseinrichtung
4 drei nebeneinander geführten Kabel 1 flach nebeneinander zu führen und dabei weiter
auszubreiten, weist das Einzugsgestell 3 zwei Führungsstangenpaare 11 mit Führungsstangen
11ʹ, 11ʺ auf. Dabei ist die Führungsstange 11ʹ jedes Führungsstangenpaares 11 in
ähnlicher Weise wie die gekrümmten Führungsstangen 6 der Kabelführungseinrichtung
4 gekrümmt ausgeführt und in ihrer Lage zum Kabelfluß drehbar, wozu die Führungsstange
11ʹ an einem Arm 12 angeordnet ist, dessen Drehachse in der Achse der anderen Führungsstange
11ʺ des Führungsstangenpaares 11 liegt. Für eine gute Ausbreitung der Kabel 1 mit
insgesamt hohem Längengewicht können diese Führungsstangen 11ʹ, 11ʺ eine Länge von
beispielsweise 600 mm aufweisen.
[0027] Der Einlauf der Kabel 1 in die eigentliche Reißmaschine ist durch zwei aufgrund der
auftretenden Kräfte massiv ausgeführte Führungsstangen 13 gekennzeichnet. Für eine
letzte Einstellung der Kabelausbreitung ist einer dieser Führungsstangen 13 eine gekrümmte
und drehbar ausgeführte weitere Führungsstange 14 zugeordnet. Nach erfolgter mehrfacher
Umlenkung wird das vorgedehnte Kabel einem Walzentrio 15 mit Omega-Umschlingung zugeführt.
Dieses Walzentrio 15 besteht aus zwei angetriebenen Unterzylindern und einer hydraulisch
belasteten Druckwalze.
[0028] Dem Walzentrio 15 schließt sich eine Verzugs- und Heizzone I mit einer Heizeinrichtung
16 an, in der das Kabel 1 im thermoplastisch warmen oder kalten Zustand gedehnt,
jedoch nicht gerissen wird. Im Hinblick auf das gewünschte Schrumpfvermögen der Fasern
werden materialspezifisch unterschiedliche Dehnungswerte und Temperaturen eingestellt.
Diese Verzugs- und Heizzone I bildet die obere Etage E1 der Verarbeitung in der Reißmaschine.
[0029] Zur Umlenkung in die untere Verarbeitungsebene (Etage E2) wird das Kabel 1 über den
Zylinder 17 geführt und über eine Trans portgruppe aus zwei Zylindern 18 mit einer
zugeordneten Druckwalze 19 in die umgekehrte Verarbeitungsrichtung gelenkt. Dabei
sorgt die Druckwalze 19 für eine ruckfreie Prozeßführung beim Maschinenanlauf.
[0030] Die Zylinder 18 bilden den Beginn der Vorreißzone II der unteren Etage E2, die in
Förderrichtung hinten durch weitere Zylinder 20 mit der zugeordneten Druckwalze 21
begrenzt wird. In dieser Vorreißzone II wird der überwiegende Teil der Fasern gerissen,
wobei sich eine angenäherte Normalverteilung der Faserlängen zwischen wenigen Millimetern
und der Länge der Vorreißzone II einstellt. Die Länge dieser Vorreißzone II beträgt
zweckmäßigerweise mindestens 500 mm. Die gewählte Zonenlänge ergibt sich als Optimum
unter Berücksichtigung der mit wachsender Zonenlänge reduzierten Reißkräfte (verbunden
mit geringeren erforderlichen Kräften im Bereich der die Vorreißzone II begrenzenden
Walzen) und des mit reduzierter Zonenlänge sich einstellenden besseren Laufverhaltens,
d.h. insbesondere Vermeidung von Bündelbrüchen. Die Ausführungsform des den Abschluß
der Vorreißzone II bildenden Zylinderquadros (Antriebszylinder 20, Zylinder 20ʹ)
mit der zugeordneten hydraulisch belasteten Druckwalze 21 kommt aufgrund der hohen
übertragbaren Zugkräfte am Ende der Vorreißzone II eine zentrale Rolle zu. Wechselnde
Zugkräfte aus der Vorreißzone II werden dabei an die folgende vorreißzone III nicht
weitergegeben.
[0031] Die Vorreißzone III ist aufgrund des verzugsbedingt geringeren Faserband-Längengewichts
und der bereits erfolgten Reißprozesse wesentlich kürzer gestaltet als die Vorreißzone
II. Zweckmäßigerweise beträgt die Länge der Vorreißzone III mindestens 200 mm. Eine
Schrägführung der Faserbänder gegenüber der Verarbeitungsrichtung erlaubt eine größere
Umschlingung der Zylinder 20 für höhere übertragbare Reibungskräfte.
[0032] Der Vorreißzone III folgen zwei Reißzonen IV und V. Sie werden begrenzt durch drei
Walzentrios 22 aus jeweils zwei Zylindern, denen jeweils eine Druckwalze zugeordnet
ist. Die Längen der Reißzonen IV und V sowie die jeweiligen Verzüge dienen zum einen
der Einstellung der mittleren Faserlänge, zum anderen der Einstellung der Faserlängenvariation,
die gekennzeichnet ist durch den Variationskoeffizienten CV %.
[0033] Während durch Einstellung von Verzug und Reißzonenlänge in der Reißzone IV bevorzugt
die mittlere Faserlänge beeinflußt wird, kann durch Einstellung der Prozeßbedingungen
in der Reißzone V insbesondere die Faserlängenverteilung durch Eliminierung überlanger
Fasern beeinflußt werden. Zu diesem Zweck werden in der Reißzone V mindestens doppelt
so hohe Verzüge wie in der Reißzone IV angewendet.
[0034] Nach Verlassen der Walzentrios 22 wird das Faserband gegebenenfalls nach Durchlaufen
eines Bandverflechters 23 über Lieferwalzen 24 einer Dämpfvorrichtung 25 zugeführt.
Über ein Kühltransportband 26 mit angeschlossenem Ventilator 27 gelangt das Faserband
in eine Kanne 28. Diese Einrichtungen bilden eine Abliefereinrichtung 29 der Reißmaschine.
[0035] Die Ausführungsform der Reißmaschine gemäß Fig. 2 unterscheidet sich von der Ausführungsform
gemäß Fig. 1 dadurch, daß zwischen der oberen Etage E1 und der unteren Etage E2 die
erste Vorreißzone II nicht horizontal, sondern schräg nach unten im wesentlichen
vertikal angeordnet ist. Diese erste Vorreißzone II wird durch eine Walzengruppe 30,
bestehend aus Antriebszylindern 33 und einer Druckwalze 34, in der oberen Etage E1
und durch eine Walzengruppe 31, bestehend u.a. aus Antriebszylindern 35 und einer
Druckwalze 32, in der unteren Etage E2 definiert. Zur Vermeidung von Wickelbildung
tangiert die Druckwalze 32 nur einen der Unterzylinder (Antriebszylinder 35) der Walzengruppe
31.
[0036] Auch die in Fig. 2 dargestellte Ausführungsform der Reißmaschine besitzt eine Kabelführungseinrichtung
4 entsprechend der in Fig. 1. Allerdings ist sie der Einfachheit halber nicht dargestellt.
[0037] In einer nicht dargestellten Ausführungsform einer Reißmaschine kann die erste Vorreißzone
II in einer separaten Etage zwischen der unteren Etage E2 und der oberen Etage E1
angeordnet sein.
Bezugszeichenliste
[0038]
1 Kabel
2 Ballen
3 Einzugsgestell
4 Kabelführungseinrichtung
5 Führungsstange
6 gekrümmte Führungsstange
7 Krümmung
8 Führungsbett
9 Hülse
10 Stange
11 Führungsstangenpaar
11ʹ Führungsstange
11ʺ Führungsstange
12 Arm
13 Führungsstange
14 Führungsstange
15 Walzentrio
16 Heizeinrichtung
17 Zylinder
18 Zylinder
19 Druckwalze
20 Antriebszylinder
20ʹ Zylinder
21 Druckwalze
22 Walzentrio
23 Bandverflechter
24 Lieferwalzen
25 Dämpfvorrichtung
26 Kühltransportband
27 Ventilator
28 Kanne
29 Abliefereinrichtung
30 Walzengruppe
31 Walzengruppe
32 Druckwalze
33 Antriebszylinder
34 Druckwalze
35 Antriebszylinder
I Verzugs- und Heizzone
II Vorreißzone
III Vorreißzone
IV Reißzone
V Reißzone
E1 Etage
E2 Etage
1. Reißmaschine zum Reißkonvertieren von Chemiefasern oder Chemiefaserbändern mit
einer oder mehreren Verzugszonen, von denen gegebenenfalls eine als Heizzone ausgebildet
ist, und einer oder mehreren Reißzonen, wobei die Verzugs- und Reißzonen gegebenenfalls
in mehreren übereinanderliegenden Etagen angeordnet sind, mit einem Kabeleinzug sowie
mit einer Abliefereinrichtung für die reißkonvertierten Faserbänder,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Kabeleinzug für die Verarbeitung von Kabeln hohen Längengewichts verbreitert
bzw. für die parallele Führung mehrerer Kabel (1) getrennt und unabhängig voneinander
einzeln nebeneinander und/oder übereinander ausgebildet ist und daß die Breite der
Verzugs- und/oder Reißelemente der Verzugs- und/oder Reißzonen (I bis IV) > 270 mm
beträgt.
2. Reißmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Verzugs- und Reißzonen
(I bis V) in zwei übereinander angeordneten Etagen angeordnet sind, daß die Kabelführung
in den benachbarten Etagen gegenläufig und der Kabeleinzug zur oberen Etage vorgesehen
ist, in der eine Verzugszone (I) angeordnet ist, während in der unteren Etage Reißzonen
(II bis V) angeordnet sind.
3. Reißmaschine nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Kabeleinzug
als Vorverzugszone durch mehrfache Umlenkung (bei 11 und 13) des Kabels (1) und Anordnung
eines Walzentrios (15) mit Omega-Umschlingung ausgebildet ist, welches hinter dem
Kabeleinzug vorgesehen ist und aus zwei angetriebenen Unterzylindern einer obenliegenden
Druckwalze besteht.
4. Reißmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das
Kabel (1) zur Umlenkung von der oberen zur unteren Etage über eine Transportgruppe
geführt ist, die aus zwei Antriebszylindern (18 bzw. 35) und einer Druckwalze (19
bzw. 34) besteht, wobei die Druckwalze (19 bzw. 34) nur mit einem der beiden Antriebszylinder
(18 bzw. 33) zusammenwirkt.
5. Reißmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die
Vorreißzone (Reißzone II) durch zwei Antriebszylinder (20 bzw. 35) mit einer obenliegend
angeordneten Druckwalze (21 bzw. 32) begrenzt ist, wobei die Länge der Vorreißzone
(II) auf einen Wert > 500 mm eingestellt ist.
6. Reißmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die
Faserbänder zwischen der Vorreißzone (II) und den weiteren Reißzonen (III biz V) gegenüber
der Verarbeitungsrichtung schräg geführt sind.
7. Reißmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die
nach der Vorreißzone (II) angeordnete Reißzone (III) mindestens 200 mm und höchstens
1000 mm beträgt und daß die Verzüge in der abschließenden Reißzone (V) mindestens
doppelt so hoch gewählt sind, wie in der vorgeordneten Reißzone (IV).
8. Reißmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens
eine Verzugs- und/oder Reißzone vertikal (Fig. 2) angeordnet ist.
9. Reißmaschine nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Vertikalzone oben
und unten durch Walzengruppen definiert ist, bei denen die Druckwalze (32 bzw. 34)
nur einen der Unterzylinder (35 bzw. 33) tangiert.
10. Reißmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß als
Kabeleinzug oberhalb der Etagen ein Einzugsgestell zur Zuführung des Kabels (1) mit
einer zur obersten Etage gegenläufigen Kabelführung angeordnet ist.
11. Reißmaschine nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß das Einzugsgestell
zu Beginn des Transportweges eine Kabelführungseinrichtung (4) aufweist, mit der
mehrere Kabel (1) getrennt und unabhängig voneinander einzeln nebeneinander und/oder
übereinander geführt und den Verzugs- und Reißzonen (I bis V) zuführbar sind.
12. Reißmaschine nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Kabelführungseinrichtung
(4) aus einzelnen, quer zur Transportrichtung der Kabel (1) sich erstreckenden gekrümmten
Führungsstangen (6) besteht, die für die Kabel (1) jeweils ein durch die Krümmung
(7) seitlich begrenztes Führungsbett (8) bilden.
13. Reißmaschine nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die gekrümmten Führungsstangen
(6) quer zur Transportrichtung der Kabel (1) verschiebbar angeordnet sind.
14. Reißmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß vor
den Führungsstangen (6) die Kabel (1) um allen Kabeln gemeinsame Führungsstangen (5)
umgelenkt sind.
15. Reißmaschine nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß die gemeinsamen Führungsstangen
(5) einen polygonalen Querschnitt, vorzugsweise einen drei-, vier- oder sechseckigen
Querschnitt, aufweisen.
16. Reißmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß hinter
der Kabelführungseinrichtung (4) am Einzugsgestell (3) zumindest ein Führungsstangenpaar
(11) angeordnet ist, bei dem die eine Führungsstange (11ʹ) gekrümmt ausgebildet ist
und für die Kabel (1) jeweils ein durch die Krümmung seitlich begrenztes Führungsbett
gebildet ist, das die Kabel (1) nebeneinander und/oder übereinander vereinigt.
17. Reißmaschine nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß die gekrümmte Führungsstange
(11ʹ) des Führungsstangenpaares (11) in ihrer Lage zum Kabelfluß drehbar ist.