[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Sortieren von Kreuzspulen an einem Spulautomaten.
[0002] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bereits an den Spulstellen des Spulautomaten
eine Unterscheidung zwischen Kreuzspulen minderer und höherer Qualität herbeizuführen.
[0003] Gemäß der Erfindung wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß das Soll-Verhältnis von
Garnlänge zu Kreuzspulendurchmesser vorgegeben wird, daß das Ist-Verhältnis von Garnlänge
zu Kreuzspulendurchmesser automatisch gemessen wird, daß die Meßwerte mit den Sollwerten
automatisch verglichen werden und daß diejenigen Kreuzspulen als Qualitäts-Kreuzspulen
automatisch ausgesondert werden, deren Ist-Verhältnis von Garnlänge zu Kreuzspulendurchmesser
in einem vorgebbaren Bereich der Sollwerte liegt.
[0004] Die anders nur schwer oder gar nicht erfaßbare Spulendichte ist hier das Kriterium
der Qualität.
[0005] In Weiterbildung der Erfindung wird der Drehwinkel beziehungsweise die Anzahl der
Umdrehungen einer sich mit der Kreuzspule in Friktionskontakt befindenden beziehungsweise
die Kreuzspule antreibenden Friktionstrommel automatisch gemessen und das Meßergebnis
mit der Garnlänge gleichgesetzt beziehungsweise automatisch in ein anderes, zum Beispiel
metrisches Garnlängenmaß umgerechnet und zur Bestimmung des Ist-Verhältnisses von
Garnlänge zu Kreuzspulendurchmesser herangezogen wird.
[0006] Aus praktischen Erwägungen heraus genügt es schon, die Umdrehungen der Friktionstrommel
oder Friktionswalze automatisch zu messen beziehungsweise zu zählen und das Meß- beziehungsweise
Zählergebnis mit der Garnlänge gleichzusetzen. Ebenfalls aus praktischen Erwägungen
heraus braucht keine besondere Meßwalze mit der Kreuzspule in Friktionskontakt gebracht
zu werden, wenn die Kreuzspule bereits durch eine Friktionswalze oder Friktionstrommel
angetrieben wird.
[0007] Die auf diese Weise ermittelte Garnlänge kann um eine Meßtoleranz von der wahren
Garnlänge abweichen. Insbesondere dann, wenn von der gemessenen Garnlänge auf die
wahre Garnlänge geschlossen werden soll, ist es vorteilhaft, das Meßergebnis beispielsweise
in ein metrisches Garnlängenmaß umzurechnen. In der Praxis wird ohnehin ein Prozeßrechner
zum Einsatz gebracht, so daß leicht ein entsprechendes Rechenprogramm aufgestellt
werden kann.
[0008] In Weiterbildung der Erfindung werden die Drehzahlen der Kreuzspule und einer sich
mit der Kreuzspule in Friktionskontakt befindenden beziehungsweise die Kreuzspule
antreibenden Friktionstrommel automatisch gemessen und miteinander ins Verhältnis
gesetzt. Das Verhältnis der Drehzahl der Kreuzspule zur Drehzahl der Friktionstrommel
wird zur Berechnung des Kreuzspulendurchmessers herangezogen beziehungsweise automatisch
in ein anderes, zum Beispiel metrisches Maß des Kreuzspulendurchmessers umgerechnet
und zur Bestimmung des Ist-Verhältnisses von Garnlänge zu Kreuzspulendurchmesser herangezogen.
[0009] Den Kreuzspulendurchmesser hier in einem metrischen Maß auszudrücken, ist im Grunde
genommen nur dann von Interesse, wenn der Kreuzspulendurchmesser automatisch angezeigt
beziehungsweise mit Hilfe eines Prozeßrechners durch einen angeschlossenen Drucker
ausgedruckt werden soll.
[0010] Am einfachsten wird das Qualitätskriterium "Spulendichte" zum Ende des Spulvorgangs
ermittelt. Die qualitativ guten Kreuzspulen werden daraufhin ausgesondert von den
übrigbleibenden wenigen Kreuzspulen minderer Qualität.
[0011] In Weiterbildung der Erfindung werden beim Ermitteln der Garnlänge und/oder des Kreuzspulendurchmessers
die hierzu verwendeten Meßwerte durch Korrekturwerte für Schlupf zwischen Friktionstrommel
und Kreuzspule und/oder Konizität der Kreuzspule und/oder Maximaldurchmesser der Kreuzspule
und/oder Typ und Oberflächenbeschaffenheit der Friktionstrommel und/oder Garntyp und/oder
Fadenkreuzungswinkel automatisch korrigiert.
[0012] Diese Korrekturen sind insbesondere dann von Bedeutung, wenn die wahre Garnlänge
und der wahre Kreuzspulendurchmesser ermittelt, angezeigt oder ausgedruckt werden
sollen. Aber auch zur Verfeinerung der Qualitätsermittlung sind Korrekturwerte nützlich.
[0013] In Weiterbildung der Erfindung wird das Ist-Verhältnis von Garnlänge zu Kreuzspulendurchmesser
während der Spulreise fortlaufend ermittelt und mit Sollwerten verglichen. Schon während
des Spulenaufbaus wird dabei erkennbar, zu welchem Qualitätsstandard die Spule tendiert.
Notfalls kann schon jetzt in den Wickelbetrieb eingegriffen werden, die Spulstelle
beispielsweise abgestellt und ein Meldesignal veranlaßt werden.
[0014] In Weiterbildung der Erfindung wird die Wickelspannung des Garns automatisch zur
Beeinflussung des augenblicklichen Ist-Verhältnisses von Garnlänge zu Kreuzspulendurchmesser
gesteuert. Der Entstehung von Kreuzspulen minderer Qualität wird dadurch wirksam entgegengearbeitet.
[0015] In Weiterbildung der Erfindung wird an derjenigen Spulstelle des Spulautomaten automatisch
ein Signal gesetzt, an der das gemessene Ist-Verhältnis von Garnlänge zu Kreuzspulendurchmesser
außerhalb des Bereichs der Sollwerte liegt.
[0016] Bei einfacherer Ausbildung wird das Signal gesetzt, sobald der Wickelvorgang beendet
ist. Bei verfeinerter Ausbildung, wenn das Ist-Verhältnis von Garnlänge zu Kreuzspulendurchmesser
während der Spulreise fortlaufend ermittelt und aufgezeichnet wird, kann das Signal
auch schon während der Spulreise gesetzt und der Spulvorgang unterbrochen werden.
[0017] Spulautomaten besitzen oft eine besondere Automatik, die das Auswechseln der Kreuzspule
gegen eine leere Spulenhülse besorgt. In Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen,
daß ein automatisches Auswechseln der Kreuzspule gegen eine leere Spulenhülse an den
Spulstellen unterbunden wird, an denen das gemessene Ist-Verhältnis von Garnlänge
zu Kreuzspulendurchmesser außerhalb des Bereichs der Sollwerte liegt. Ob dies der
Fall ist, kann entweder schon während der Spulreise oder zum Ende des Wickelvorgangs
festgestellt werden. Jede Kreuzspule minderer Qualität bleibt dann in der Spulstelle,
wird nicht automatisch abgeräumt und muß gegebenenfalls von Hand aus der Spulstelle
entfernt werden.
[0018] In Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, daß zusätzlich als weitere Kriterien
für die Spulenqualität die Anzahl der Garnbrüche und/oder die Anzahl der Reinigerschnitte
automatisch gezählt wird und daß im übrigen auch nur diejenigen Kreuzspulen als Qualitäts-Kreuzspulen
automatisch ausgesondert werden, bei denen die Anzahl der Garnbrüche und/oder die
Anzahl der Reinigerschnitte während der Spulreise eine vorgegebene Höchstzahl nicht
übersteigt.
[0019] Vorteilhaft wird am Ende einer Arbeitsschicht durch einen elektronischen Informator,
also durch ein Gerät, das einen Mikroprozessor beziehungsweise Prozeßrechner mit Interface
beinhaltet, eine Übersicht über die Anzahl der an den einzelnen Spulstellen des Spulautomaten
hergestellten Qualitäts-Kreuzspulen angezeigt und/oder ausgedruckt. Neben dem automatischen
Aussondern der guten Kreuzspulen gewinnt man auf diese Art und Weise eine Übersicht
über die Effektivität der einzelnen Spulstellen und über deren Qualität. Die Qualität
der Spulstelle selbst hat einen entscheidenden Einfluß auf die Qualität der in dieser
Spulstelle erzeugten Kreuzspulen. Spulstellen minderer Qualität müssen rechtzeitig
gewartet beziehungsweise repariert oder ausgetauscht werden.
[0020] In Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, daß von jeder Sollwert-Kategorie eine
Mehrzahl von Sollwerten vorgegeben wird und daß die Qualitäts-Kreuzspulen in einer
dementsprechend großen Anzahl von Qualitätsstufen geordnet ausgesondert werden.
[0021] Bei der Einteilung der Kreuzspulen in Qualitätsstufen können verschiedene Maßstäbe
angelegt werden. Es kann sich beispielsweise um Qualitätsstufen unter Berücksichtigung
sämtlicher Qualitätskriterien handeln. Es kann sich aber auch um Qualitätsstufen handeln,
bei denen jeweils nur ein Teil der relevanten Qualitätiskriterien oder nur einzelne
bestimmte Qualitätskriterien als Maßstab für die Qualität zur Anwendung kommen.
[0022] In Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, daß die ausgesonderten Qualitäts-Kreuzspulen
nach ihren Qualitätsmerkmalen gekennzeichnet beziehungsweise etikettiert werden. Dadurch
können Kreuzspulen unterschiedlicher Qualität später nicht mehr so ohne weiteres miteinander
verwechselt werden.
[0023] Anhand des zeichnerisch schematisch dargestellten Ausführungsbeispiels wird die Erfindung
näher beschrieben und erläutert.
[0024] Die Spulstelle eines hier nicht in allen Einzelheiten dargestellten Spulautomaten
ist mit 1 bezeichnet. Eine Friktionswalze 3 ist durch eine Welle 4 mit einem Motor
5 verbunden, der die Antriebsvorrichtung der Friktionswalze 3 bildet. Durch eine Steuerleitung
8 ist der Motor 5 mit einem elektronischen Prozeßrechner 9 verbunden. Von einer Spannungsquelle
10 aus wird der Motor 5 über mehradrige Leitungen 11, 12 und ein Schaltschütz 13 mit
Betriebsspannung versorgt, solange das Schaltschütz 13 eingeschaltet ist. Das Schaltschütz
13 ist hier zugleich Teil einer Abstellvorrichtung der Spulstelle 1. Durch eine Steuerleitung
14 ist das Schaltschütz 13 mit dem Prozeßrechner 9 verbunden. Die Friktionswalze 3
besitzt einen Drehzahlaufnehmer 2, der durch eine Leitung 39 mit einem Drehzahlmesser
n1 verbunden ist, der seinerseits Verbindung mit dem Prozeßrechner 9 hat. Ein schwenkbar
gelagerter Spulenrahmen 15, 16 trägt die Hülse 17 einer Auflaufspule 18 in Gestalt
einer Kreuzspule mit wilder Wicklung. Die Auflaufspule 18 wird während des Spulvorgangs
am Umfang durch die Friktionswalze 3 angetrieben. Sie liegt mit einer gewissen Anlegekraft
auf der Friktionswalze 3 auf. Der Auflaufspule 18 wird ein Faden beziehungsweise Garn
19 changierend zugeführt. Das Changieren besorgen Kehrgewinderillen 20 in der Friktionswalze
3. Die Kehrgewinderillen 20 leiten den Faden 19 so, daß er während des Spulvorgangs
ständig von links nach rechts und zurück changiert.
[0025] Der Spulenrahmen 15, 16 kann zum Entfernen einer fertigen Auflaufspule 18 und zum
Einsetzen einer neuen Spulenhülse geöffnet und geschlossen werden. Außerdem ist der
Spulenrahmen 15, 16 mit einer elektromagnetischen Hebevorrichtung 21 verbunden, die
als weitere Abstellvorrichtung der Spulstelle 1 dient. Die Hebevorrichtung 21 ist
durch eine Steuerleitung 22 mit dem Prozeßrechner 9 verbunden.
[0026] In dem Spulenrahmen 15, 16 sind rotierbare Hülsentragelemente 23, 24 gelagert. Die
Hülsentragelemente 23, 24 sind zur Spulenhülse 17 hin kegelig ausgebildet, um Hülsen
unterschiedlichen Durchmessers aufnehmen zu können. An dem rotierbaren Hülsentragelement
23 befindet sich ein Drehzahlaufnehmer 25, der durch eine Leitung 26 mit einem Drehzahlmesser
n2 verbunden ist, der seinerseits an den Prozeßrechner 9 angeschlossen ist. An das
andere rotierbare Hülsentragelement 24 ist ein Impulsgeber 27 angeschlossen, der je
Umdrehung des Hülsentragelements 24 und damit auch je Umdrehung der Spulenhülse 17
und der Auflaufspule 18 selbst einen Impuls über eine Impulsleitung 29 an einen Umdrehungszähler
Z2 des Prozeßrechners 9 weiterleitet.
[0027] An der Welle 4 der Friktionswalze 3 ist ebenfalls ein Impulsgeber 28 angeordnet,
der je Umdrehung der Welle 4 und damit auch je Umdrehung der Friktionswalze 3 über
eine Impulsleitung 30 einen Impuls an einen Umdrehungszähler Z1 des Prozeßrechners
9 weiterleitet.
[0028] Die Spulstelle 1 besitzt außerdem eine Steuervorrichtung 31 zum Auswerfen einer fertiggestellten
Auflaufspule 18 auf ein in Richtung des Pfeils 6 laufendes Transportband 7. Durch
eine Steuerleitung 32 ist die Steuervorrichtung 31 mit dem Prozeßrechner 9 verbunden.
Die Steuervorrichtung 31 besitzt einen schwenkbaren Arm 33, an dessen Ende eine Rolle
34 gelagert ist.
[0029] Der Prozeßrechner 9 besitzt einen Dividierer D und einen Vergleicher K.
[0030] Außerdem ist der Prozeßrechner 9 mit Sollwerteinstellern 35, 36 und einem Sollwertgeber
37 versehen. Am Sollwerteinsteller 35 wird die Soll-Garnlänge am Sollwerteinsteller
36 der Soll-Kreuzspulendurchmesser eingestellt. Am Sollwertgeber 37 wird das Sollverhältnis
von Garnlänge zu Kreuzspulendurchmesser eingestellt. An Korrektureinstellern 46 und
47 können Korrekturwerte für Schlupf zwischen Friktionstrommel und Kreuzspule und
für die Konizität der Kreuzspule eingestellt werden. An weiteren Korrektureinstellern
50 und 51 können Korrekturwerte für den Garntyp und für den Fadenkreuzungswinkel eingestellt
werden. Weitere Korrekturwerte werden bei diesem Ausführungsbeispiel nicht berücksichtigt.
Der Korrekturwert für den Garntyp berücksichtigt automatisch die Faserart, die Fasermischung,
die Garnfeinheit und sämtliche anderen, später auf das Verhältnis von Garnlänge zu
Spulendurchmesser Einfluß ausübenden Garnparameter.
[0031] Ein weiterer Zähler Z3 des elektronischen Prozeßrechners 9 ist über eine Impulsleitung
38 an einen Garnreiniger 40 angeschlossen. Der Zähler Z3 zählt die Anzahl der Reinigerschnitte,
gleichbedeutend mit der Anzahl der Garnunterbrechungen während der Spulreise. Die
Anzahl der Garnunterbrechungen ist von der Qualität des Garns und der Spulstelle,
von der Größe der Kreuzspule beziehungsweise Auflaufspule und von der Größe der umzuspulenden
Ablaufspulen beziehungsweise Kopse abhängig. Am Zähler Z3 selbst kann ein Sollwert
der Anzahl der Reinigerschnitte vorgegeben werden, bei dessen Überschreiten die Steuervorrichtung
31 blockiert wird, die Kreuzspule 18 also in der Spulstelle verbleibt und nicht auf
das Transportband 7 ausgetragen werden kann.
[0032] Die Spulstelle muß bei jedem Auslaufen eines Spinnkopses abgestellt und nach dem
Herstellen der Fadenverbindung und nach Vorlage eines neuen Kopses wieder angefahren
werden. Auch beim Auftreten von Fadenfehlern, die zu einem Reinigerschnitt führen,
muß die Spulstelle abgestellt, die Fadenverbindung wiederhergestellt und die Spulstelle
wieder neu angefahren werden.
[0033] Beim Start liegt die Spulenhülse 17 auf der Friktionswalze 3 auf.
[0034] In der Startphase ist die Hebevorrichtung 21 außer Betrieb. Das Schaltschütz 13 ist
eingeschaltet. Zähler Z1, Z2, Z3, Vergleicher K, Dividierer D, Drehzahlmesser n1,
n2 sind in Betrieb. Der Zähler Z2 zählt die Umläufe des Hülsentragelements 24. Zähler
Z1 zählt die Umläufe der Friktionswalze 3. Die Umlaufsignale entstammen den Impulsgebern
27 und 28.
[0035] Die Drehzahlmesser n1 und n2 messen laufend die Drehzahlen der Friktionswalze 3 und
der Kreuzspule 18. Die durch den Zähler Z1 aufgenommene Anzahl der Umdrehungen der
Friktionswalze 3 ist ein Maß für die auf die Kreuzspule 18 augelaufene Garnlänge.
Der Dividierer D bildet das Verhältnis n2 : n1 der Drehzahlen der Kreuzspule und der
Friktionswalze. Das Ergebnis ist ein Maß für den Kreuzspulendurchmesser. Zugleich
bildet der Dividierer D das Verhältnis von Garnlänge zu Kreuzspulendurchmesser und
gibt es an den Vergleicher K weiter. Das Ist-Verhältnis von Garnlänge zu Kreuzspulendurchmesser
wird im Vergleicher K bei einer ersten Betriebsvariante fortlaufend mit dem durch
den Sollwertgeber 37 vorgegebenen Soll-Verhältnis von Garnlänge zu Kreuzspulendurchmesser
verglichen. Sobald das Ist-Verhältnis nach oben oder unten vom Soll-Verhältnis abzuweichen
tendiert, veranlaßt der Vergleicher K den Prozeßrechner 9, durch Steuern der Garnspannung
über die Steuerleitung 43, den Elektromagnetantrieb 45 und den Fadenspanner 42 so
zu regulieren, daß das Ist-Verhältnis von Garnlänge zu Kreuzspulendurchmesser innerhalb
Toleranzgrenzen mit dem Soll-Verhältnis übereinstimmt. Gelingt dies nicht, schaltet
der Prozeßrechner 9 über die Steuerleitung 14 und das Schaltschütz 13 den Motor 5
aus und hebt über die Steuerleitung 22 und die Hebevorrichtung 21 den Spulenrahmen
15, 16 an, um die Kreuzspule 18 von der Friktionswalze 3 abzuheben. Das Austragen
der Kreuzspule 18 auf das Transportband 7 bleibt aber in diesem Fall gesperrt.
[0036] Das Schaubild auf dem Sollwertgeber 37 zeigt in einem ausgezogenen Kurvenzug den
Soll-Verlauf des Kreuzspulendurchmessers in Abhängigkeit von der Garnlänge. Die Garnlänge
ist als Abszisse, der Kreuzspulendurchmesser als Ordinate eingetragen. Der Soll-Verlauf
kann beispielsweise auch dem gestrichelt oder strich-punktiert dargestellten Kurvenzug
folgen.
[0037] Es ergibt sich daraus, daß das Soll-Verhältnis von Garnlänge zu Kreuzspulendurchmesser
während der Spulreise im allgemeinen nicht konstant ist.
[0038] Bei einer zweiten Betriebsvariante reagiert der Vergleicher K nicht auf den Sollwertgeber
37, sondern auf die Sollwerteinsteller 35 und 36.
[0039] Der Spulvorgang wird beendet, wenn je nach Wahl entweder die am Sollwerteinsteller
35 eingestellte Soll-Garnlänge oder der am Sollwertsteller 36 eingestellte Soll-Kreuzspulendurchmesser
erreicht ist. Zu diesem Zeitpunkt vergleicht der Vergleicher K das Ist-Verhältnis
von Garnlänge zu Kreuzspulendurchmesser mit dem Soll-Verhältnis, das sich aus den
Einstellungen der Sollwerteinsteller 35 und 36 ergibt beziehungsweise errechnet. Stimmt
das Ist-Verhältnis innerhalb Toleranzgrenzen mit dem Soll-Verhältnis überein, wird
die Spulstelle 1 auf die weiter unten erläuterte Art und Weise stillgesetzt und dabei
auch die Steuervorrichtung 31 betätigt, um die fertiggewickelte Kreuzspule 18 auf
das Transportband 7 als Qualitäts-Kreuzspule auszutragen.
[0040] Stimmt das Ist-Verhältnis von Garnlänge zu Kreuzspulendurchmesser nicht innerhalb
Toleranzgrenzen mit dem Soll-Verhältnis überein, so bleibt die Steuervorrichtung 31
blockiert. Die Kreuzspule 18 entspricht nicht den Qualitätsvorstellungen. Sie muß
von Hand gewechselt werden.
[0041] Als weiteres Kriterium für die Qualität der Kreuzspule kann das Zählergebnis des
Zählers Z3 dienen. Am Zähler Z3 kann eine maximale Anzahl tolerierbarer Reinigerschnitte
vorgegeben werden, beispielsweise 30 Reinigerschnitte. Erreicht die Kreuzspule 18
mehr als 30 Reinigerschnitte während der Spulreise, wird sie zwar noch fertiggewickelt,
gelangt aber nicht auf das Transportband 7, unabhängig davon, ob das Ist-Verhältnis
von Garnlänge zu Kreuzspulendurchmesser mit dem Soll-Verhältnis übereinstimmt oder
nicht.
[0042] Jedesmal dann, wenn eine Kreuzspule 18 nicht automatisch als Qualitäts-Kreuzspule
abgeräumt wird, geht über eine Steuerleitung 44 ein Meldesignal an eine Meldeeinrichtung
41, um einen Maschinenwärter auf das Ereignis aufmerksam zu machen.
[0043] Das Abstellen der Spulstelle 1 kann durch einen vom Garnreiniger 10 über die Steuerleitung
48 dem elektronischen Rechner 9 zugeleiteten Abstellimpuls eingeleitet werden. Das
geschieht im Fall eines Fadenfehlers, der einen Reinigungsschnitt auslöst, im Fall
des Leerlaufens der Ablaufspule und im Fall des Ausbleibens des Fadens aus anderen
Gründen.
[0044] Eine Garnunterbrechung kann beispielsweise durch einen hier nicht dargestellten Spleiß-
oder Knotautomaten selbsttätig behoben werden. Danach geht über eine weitere Steuerleitung
49 ein Startimpuls an den Rechner 9, der daraufhin einen weiter oben beschriebenen
Startvorgang auslöst und steuert.
[0045] Beim Ermitteln der Garnlänge und des Kreuzspulendurchmessers werden die hierzu verwendeten
Meßwerte durch die an den Korrektureinstellern 46, 47, 50 und 51 eingestellten Korrekturfaktoren
korrigiert. Die Vorgabe derartiger Korrekturfaktoren kann entfallen, wenn bereits
die an den Sollwerteinstellern 35 und 36 eingestellten Sollwerte derartige Korrekturfaktoren
berücksichtigen.
1. Verfahren zum Sortieren von Kreuzspulen an einem Spulautomaten,
dadurch gekennzeichnet, daß das Soll-Verhältnis von Garnlänge zu Kreuzspulendurchmesser vorgegeben wird,
daß das Ist-Verhältnis von Garnlänge zu Kreuzspulendurchmesser automatisch gemessen
wird, daß die Meßwerte mit den Sollwerten automatisch verglichen werden und daß diejenigen
Kreuzspulen als Qualitäts-Kreuzspulen automatisch ausgesondert werden, deren Ist-Verhältnis
von Garnlänge zu Kreuzspulendurchmesser in einem vorgebbaren Bereich der Sollwerte
liegt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Drehwinkel beziehungsweise
die Anzahl der Umdrehungen einer sich mit der Kreuzspule in Friktionskontakt befindenden
beziehungsweise die Kreuzspule antreibenden Friktionstrommel automatisch gemessen
wird und das Meßergebnis mit der Garnlänge gleichgesetzt beziehungsweise automatisch
in ein anderes, zum Beispiel metrisches Garnlängenmaß umgerechnet und zur Bestimmung
des Ist-Verhältnisses von Garnlänge zu Kreuzspulendurchmesser herangezogen wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Drehzahlen der
Kreuzspule und einer sich mit der Kreuzspule in Friktionskontakt befindenden beziehungsweise
die Kreuzspule antreibenden Friktionstrommel automatisch gemessen und miteinander
ins Verhältnis gesetzt werden und daß das Verhältnis der Drehzahl der Kreuzspule zur
Drehzahl der Friktionstrommel zur Berechnung des Kreuzspulendurchmessers herangezogen
beziehungsweise automatisch in ein anderes, zum Beispiel metrisches Maß des Kreuzspulendurchmessers
umgerechnet und zur Bestimmung des Ist-Verhältnisses von Garnlänge zu Kreuzspulendurchmesser
herangezogen wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß beim Ermitteln
der Garnlänge und/oder des Kreuzspulendurchmessers die hierzu verwendeten Meßwerte
durch Korrekturwerte für Schlupf zwischen Friktionstrommel und Kreuzspule und/oder
Konizität der Kreuzspule und/oder Maximaldurchmesser der Kreuzspule und/oder Typ und
Oberflächenbeschaffenheit der Friktionstrommel und/oder Garntyp und/oder Fadenkreuzungswinkel
automatisch korrigiert werden.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Ist-Verhältnis
von Garnlänge zu Kreuzspulendurchmesser während der Spulreise fortlaufend ermittelt
und mit Sollwerten verglichen wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Wickelspannung
des Garns automatisch zur Beeinflussung des augenblicklichen Ist-Verhältnisses von
Garnlänge zu Kreuzspulendurchmesser gesteuert wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß an derjenigen
Spulstelle des Spulautomaten automatisch ein Signal gesetzt wird, an der das gemessene
Ist-Verhältnis von Garnlänge zu Kreuzspulendurchmesser außerhalb des Bereiches der
Sollwerte liegt.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß ein automatisches
Auswechseln der Kreuzspule gegen eine leere Spulenhülse an den Spulstellen unterbunden
wird, an denen das gemessene Ist-Verhältnis von Garnlänge zu Kreuzspulendurchmesser
außerhalb des Bereichs der Sollwerte liegt.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß zusätzlich
als weitere Kriterien für die Spulenqualität die Anzahl der Garnbrüche und/oder die
Anzahl der Reinigerschnitte automatisch gezählt wird und daß im übrigen auch nur diejenigen
Kreuzspulen als Qualitäts-Kreuzspulen automatisch ausgesondert werden, bei denen die
Anzahl der Garnbrüche und/oder die Anzahl der Reinigerschnitte während der Spulreise
eine vorgegebene Höchstzahl nicht übersteigt.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß am Ende
einer Arbeitsschicht durch einen elektronischen Informator eine Übersicht über die
Anzahl der an den einzelnen Spulstellen des Spulautomaten hergestellten Qualitäts-Kreuzspulen
angezeigt und/oder ausgedruckt wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß von jeder
Sollwert-Kategorie eine Mehrzahl von Sollwerten vorgegeben wird und daß die Qualitäts-Kreuzspulen
in einer dementsprechend großen Anzahl von Qualitätsstufen geordnet ausgesondert werden.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die ausgesonderten
Qualitäts-Kreuzspulen nach ihren Qualitätsmerkmalen gekennzeichnet beziehungsweise
etikettiert werden.