(19)
(11) EP 0 291 713 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
23.11.1988  Patentblatt  1988/47

(21) Anmeldenummer: 88106345.7

(22) Anmeldetag:  21.04.1988
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4A47L 15/00, A47L 15/46
(84) Benannte Vertragsstaaten:
DE FR GB IT SE

(30) Priorität: 20.05.1987 DE 3716952

(71) Anmelder: Bosch-Siemens Hausgeräte GmbH
D-81669 München (DE)

(72) Erfinder:
  • Spitzer, Walter, Dipl.-Ing.
    D-7928 Giengen (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Verfahren zum Reinigen von Geschirr und Haushalts-Geschirrspülmaschine zur Durchführung des Verfahrens


    (57) Es wird ein Verfahren zum Reinigen von stark angeschmutztem Geschirr angegeben, das die Teilprogramme Vorspülen, Reinigen, Zwischenspülen, Klarspülen und Trocknen umfaßt und sich dadurch auszeichnet, daß zum Reinigen von Stark angeschmutztem Geschirr vor dem oder anstelle des Teilprogrammes Vorspülen ein weiteres Teilprogramm wählbar ist, in dem das Geschirr in einer Einweichphase mit Dampf beaufschlagt wird.


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindnung betrifft ein Verfahren gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches 1 sowie eine Haushalt-Geschirrspülmaschine zur Durchführung dieses Verfahrens.

    [0002] Bei den bekannten Haushalt-Geschirrspülmaschinen sind über ein Programmsteuerge­rät Programme wählbar, die aus Vorspülzyklus, Reinigungszyklus, Zwischenspülzyklus, Klarspülzyklus und Trockenzyklus zusammensetzbar sind. Während des Vorspülens fließen dem Spülbehälter etwa sechs bis zehn Liter Frischwasser zu, das durch die Umwälzpumpe und über Sprüheinrichtungen auf das Geschirr gesprüht und nach eini­ger Zeit mit den abgelösten Speiserestern abgepumpt wird. Nach dem auch ausblend­baren Vorspülen schließt sich das Reinigen an, bestehend aus der Frischwasserzufuhr von etwa sechs bis zehn Liter Kaltwasser, aus Aufheizen auf 55 oder 65°C und Zu­gabe eines Reinigungsmittels, aus Umwälzen der Reinigungsflüssigkeit und vorzugs­weise stufenweisen Abpumpen eines Teils der Reinigungsflüssigkeit und Ersetzen durch Kaltwasser, wodurch die heiße Lauge allmählich abgekühlt wird und Tempera­turspannungen im Geschirr vermieden werden. Am Ende des Reinigungszyklus wird die Lauge abgepumpt. Nach dem Entleeren des Spülbehälters beginnt das Zwi­schenspülen, dabei werden mit Kaltwasser in mehreren Schritten, bestehend aus je­weils einem Wassereinlaß von etwa fünf bis zehn Liter Frischwasser, Umwälzen und Abpumpen, die gelösten Schmutzteilchen vom Geschirr abgespült und mit dem Was­ser abgepumpt. Zu Beginn des nach den Zwischenspülgängen sich anschließenden Klarspülzyklus fließt wieder eine Frischwassermenge von etwa fünf bis zehn Litern dem Spülbehälter zu, der ein Klarspülmittel zudosiert wird. Das mit dem Klarspül­mittel versetzte Frischwasser wird auf etwa 65 bis 75°C erwärmt und umgewälzt. Anschließend erfolgt das Abpumpen und es beginnt das Trocknen durch die Eigen­wärme des Geschirrs und gegebenenfalls durch die zusätzliche Strahlungswärme ei­ner elektrischen Heizung.

    [0003] Um stark verschmutztes Kochgeschirr, wie Töpfe und Pfannen in einer Haushalt-Ge­schirrspülmaschine zu reinigen, ist es bekannt, die Kochgeschirre der Einwirkung ei­ner Lösung eines Reinigungsmittels im Wasser mit einer Konzentration von minde­stens etwa 2,65 Gramm pro Liter bei etwa 80°C und einem Höchstwert von etwa 99°C während einer Zeitspanne von etwa 75 min bis etwa 180 min auszusetzen, wo­bei die Kochgeschirre mit auf eine Temperatur von etwa 93°C erhitztem Wasser ab­gespült werden (DE-OS 21 17 082). Die Anwendung dieses energieaufwendigen Lang­zeit-Verfahrens ist jedoch nur möglich, wenn die Geschirrkörbe ausschließlich mit unempfindlichem Kochgeschirr beladen werden. Kochgeschirr in einer Menge, die zum wirtschaftlichen Beladen einer Geschirrspülmaschine ausreicht, fällt in der Re­gel in den durchschnittlichen Haushalten innerhalb begrenzbarer Zeiträume nicht an.

    [0004] Ferner ist bei einem Verfahren zum Reinigen von Geschirr bekannt (DE-OS 33 30 537), daß das Teilprogramm Vorspülen durch ein Teilprogramm Vorreinigen für Kochgeschirr, Töpfe oder dergleichen ergänzbar oder ersetzbar ist, wobei dieses Teilprogramm Vorreinigen aus einem Wasserzulaufschritt für zwei bis fünf Liter Wasser, einem Aufheizschritt auf 30°C bis 60°C, einer Reinigerzugabe und einem Umwälzen der Spülflüssigkeit über die dem Kochgeschirr zugeordnete, mit verminder­ter Drehzahl angetriebene Sprühvorrichtung besteht, die mit erhöhtem Sprühdruck gegen das Kochgeschirr sprühende Düsen aufweist, welche in den übrigen Programm­schritten teilweise oder ganz verschließbar sind.

    [0005] Zur Desinfektion des Geschirrs in Geschirrspülmaschinen für Krankenhäuser ist es schließlich bei diesen gewerblichen Maschinen bekannt, zum Desinfizieren heißen Dampf einzusetzen (DE-AS 12 26 248).

    [0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die bekannten Verfahren zum Reinigen von stark angeschmutztem Geschirr in Haushalt-Geschirrspülmaschinen zu verbessern.

    [0007] Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt gemäß der Erfindung durch die kennzeichnenden Merkmale des Patentanspruches 1 bzw. der Ansprüche 2 oder 3.

    [0008] Nach dem erfindungsgemäßen Reinigungsverfahren brauchen keine mechanischen Hilfsmittel zum Reinigen des Geschirrs eingesetzt werden. Auch auf umweltbela­stende chemische Reinigungsmittelzusätze kann, neben dem üblichen Reiniger und Klarspüler verzichtet werden. Besonders vorteilhaft ist es, wenn im unteren Ge­schirrkorb eine besondere Abstellfläche für die stark angeschmutzten Kochtöpfe vor­gesehen ist. Die mit der Öffnung nach unten abgestellten Kochtöpfe werden dann, ohne daß das übrige, gegebenenfalls feinere Geschirr nachteilig behandelt wird, aus gesonderten Düsen mit Wasserdampf beaufschlagt. Dadurch werden die angetrockne­ten Speisereste aufgeweicht und können danach im ablaufenden wieteren Spülpro­gramm sauber abgetragen werden.


    Ansprüche

    1. Verfahren zum Reinigen von Geschirr in Spülbehältern von Haushalt-Geschirr­spülmaschinen, die mit aus den Teilprogrammen Vorspülen, Reinigen, Zwischen­spülen, Klarspülen und Trocknen wählbaren Programmen betätigbar sind, wobei in den Teilprogrammen Vorspülen, Reinigen, Zwischenspülen und Klarspülen die im Sumpf der Geschirrspülmaschinen vorhandenen Flüssigkeitsmengen mittels einer Umwälzpumpe Spritzeinrichtungen zugeführt und unter Beaufschlagung des Ge­schirrs umgewälzt werden,dadurch gekennzeichnet, daß zum Rei­nigen von stark angeschmutztem Geschirr, Kochtöpfen oder Besteck vor dem oder anstelle des Teilprogrammes Vorspülen ein wieteres Teilprogramm wählbar ist, in dem das Geschirr in einer Einweichphase mit Dampf beaufschlagt wird.
     
    2. Haushalt-Geschirrspülmaschine zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine Dampferzeugungsvorrichtung, einen Durchlauferhitzer, Rohrheizkörper oder dergleichen, der in der Einweichphase zur Dampferzeugung eingeschaltet ist, sowie ein Gebläse oder ein Pumpenlaufrad, das über Düsen oder die vorhandenen Spritzeinrichtungen Wasserdampf auf das stark angeschmutzte Geschirr fördert.
     
    3. Haushalt-Geschirrspülmaschine nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß in einem unteren Geschirrkorb eine Abstellfläche für das stark angeschmutzte Ge­schirr vorgesehen und dieser Abstellfläche Dampfdüsen zugeordnet sind, die an die Dampferzeugungsvorrichtung sowie an ein Gebläse angeschlossen sind.
     





    Recherchenbericht