[0001] Die Erfindung betrifft eine amorphe Legierung nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1 und ein streifenförmiges Sensorelement.
[0002] Für Sicherungsetiketten werden schmale und dünne Streifen aus einem gut weichmagnetischen
Material benötigt. Es werden bisher handelsübliche Streifen sowohl aus kristallinem
als auch amorphem Material verwendet. Die gängigen Abmessungen sind hierbei Bandbreiten
kleiner als 3 mm, Banddicken kleiner als 40 µm und Etikettenlängen von 50 bis 100
mm, in Einzelfällen auch darunter. Wichtig für die Funktionsweise solcher Streifen
ist es, daß das Material mit möglichst kleinen erregenden Magnetfeldern völlig auf-
bzw. ummagnetisiert werden kann. Aufgrund der Nichtlinearität der Magnetisierungskurve
des Streifens beim Erreichen der magnetischen Sättigung werden beim Ummagnetisieren
in einer entsprechenden Empfängerspule einer Diebstahlsicherungsanlage dann z. B.
Oberwellen der Erregerfrequenz erzeugt, welche zur Detektierung des Streifens und
damit eines möglichen Diebes dienen.
[0003] Diejenige Feldstärke H
s, welche zum vollständigen Aufmagnetisieren des Streifens nötig ist, wird im wesentlichen
durch die Geometrie des Streifens (magnetischer Scherungseffekt) und die magnetische
Anisotropieenergie quer zur Streifenrichtung bestimmt. Hierbei gilt in Streifenrichtung

wobei w die Breite, t die Dicke, 1 die Länge des Streifens, B
s die Sättigungsinduktion und H
A das magnetische Anisotropiefeld bedeuten. Der Faktor α hängt ebenfalls, allerdings
nur sehr schwach, von der Streifengeometrie ab und darf im wesentlichen als konstant
angesehen werden.
[0004] Um zu einem detektierbaren, signifikanten Signal zu gelangen, muß die magnetische
Erregerfeldstärke bei den gängigen Systemen, möglichst etwa in der Größenordnung oder
größer als die Sättigungsfeldstärke H
s sein. Andererseits darf z. B. zur Vermeidung von Fehlalarmen durch andere ferromagnetische
Gegenstände oder aus Gründen des Leistungsbedarfs für die Erregerfeldstärke, zur Verminderung
von unnötigen Verlusten oder Erwärmung die Erregerfeldstärke nicht zu groß sein.
[0005] Ähnliche Verhältnisse liegen häufig auch bei Magnetfeldsensoren zur Erfassung von
magnetischen Feldern vor. Die Empfindlichkeit dieser Sensoren steigt im allgemeinen
mit zunehmender Streifenlänge, wobei eine Gesetzmäßigkeit der oben genannten Gleichung
ebenfalls maßgebend ist.
[0006] Durch die spezielle Wahl der Streifengeometrie, d. h. kleine Breite und Dicke und
relativ große Etikettenlänge, wird das entmagnetisierende Feld in Streifenrichtung
gemäß der Gleichung deutlich vermindert. Dies hat den gewünschten Effekt, daß der
Magnetstreifen in relativ kleinen Erregerfeldern ummagnetisiert werden kann und somit
das gewünschte Signal liefert.
[0007] Ferner kann die Sättigungsfeldstärke H
s weiter herabgesetzt werden, indem durch spezielle Wärmebehandlungen das Anisotropiefeld
H
A nahezu zum Verschwinden gebracht wird. Dies ist z. B. der Fall für Magnetmaterial
mit einer intrinsisch rechteckigen Magnetisierungsschleife, weshalb sich ein derartiges
Material in vielen Fällen als besonders geeignet herausstellte.
[0008] Die Optimierung der Magnetstreifen für Diebstahlsicherungsetiketten erfolgte somit
bislang durch Abstimmung von Geometrie und teilweise Wärmebehandlung an handelsüblichem
Magnetmaterial, wobei die Wärmebehandlung im Magnetfeld parallel zur Längsachse des
Bandes erfolgt.
[0009] Probleme entstehen jedoch, wenn aus räumlichen Gründen (z. B. Miniaturisierung) der
zur Verfügung stehende Platz und damit die Streifenlänge 1 begrenzt ist. Um in solchen
Fällen dennoch ein kleines Scherungsfeld zu erreichen, muß w · t · B
s (vgl. Gleichung) entsprechend reduziert werden. Dies kann in gewissem Umfang durch
Reduzierung von Breite w und Dicke t erfolgen. Bei sehr kleinen Breiten und Dicken
entstehen jedoch zunehmend Probleme der Fertigung und Handhabung von Band (oder auch
Draht) mit solch geringem Querschnitt.
[0010] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine amorphe Legierung zu finden, mit der
im Bedarfsfalle auch die Länge der streifenförmigen Sensorelemente im Sinne einer
Miniaturisierung vermindert werden kann, wobei sichergestellt sein muß, daß die gewünschte
Funktion auch erfüllt werden kann. Diese Aufgabe wird durch eine amorphe Legierung
mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst sowie durch das Sensorelement entsprechend
Anspruch 5.
[0011] Der vorliegenden Erfindung liegt hierbei die Erkenntnis zugrunde, daß für solche
speziellen Anwendungen die Sättigungsfeldstärke H
s nicht nur durch Herabsetzen des Querschnittes sondern auch durch Herabsetzung der
Sättigungsmagnetisierung erreicht werden kann. Die bekannten, handelsüblichen Legierungen
auf dem erfindungsgemäßen Anwendungsgebiet weisen alle eine Sättigungsmagnetisierung
B
s von größer als 0,5 T auf. Beispielsweise wird auf die EP-OS 0 121 694 verwiesen,
aus der hervorgeht, daß die Sättigungsmagnetisierung weit größer als 0,5 T ist, wobei
bemerkt wird, daß es besonders vorteilhaft ist, wenn die Sättigungsmagnetisierung
einen Wert gleich oder größer als 1 T besitzt.
[0012] Eine Erniedrigung der Sättigungsinduktion kann immer erreicht werden durch Verdünnung
im Prinzip bekannter Zusammensetzungen durch magnetisch nicht wirksame Atome. Hierbei
stellt man im allgemeinen jedoch fest, daß Legierungen mit niedrigem B
s auf eine Wärmebehandlung im Magnetfeld oft nicht mehr in der gewünschten Art und
Weise ansprechen. Man benötigt aber eine gute Ansprechbarkeit auf eine Wärmebehandlung
im Längsfeld, um eine Z-förmige Schleife mit einem benötigten Remanenzverhältnis von

zu erreichen.
[0013] Es hat sich nun gezeigt daß diese Ansprechbarkeit besonders gut bei magnetostriktionsarmen
amorphen Legierungen auf Co-Basis gegeben ist. Als besonders begünstigte Legierungselemente
zur Erniedrigung von B
s , ohne dabei das geforderte Ansprechen auf die Wärmebehandlung aufzugeben, haben
sich Nickel und teilweise auch Niob herausgestellt. Zur Einstellung von kleinen Magnetostriktionswerten
in Kobalt-Legierungen kann üblicherweise Eisen oder Mangan verwendet werden. Es hat
sich nun zusätzlich gezeigt, daß Eisen wesentlich bessere Ergebnisse, d. h. gute Ansprechbarkeit
auf Magnetfeldbehandlungen ergibt als Mangan.
[0014] Die erfindungsgemäßen Bedingungen bezüglich Sättigungsinduktion und Remanenzverhältnis
können mit einer amorphen Legierung gemäß der Erfindung erzielt werden, die gekennzeichnet
ist durch die Summenformel
Co
100 - u - x - y - z Fe
u Ni
x T
y (Si B)
z ,
wobei
- u =
- 4 - 10 At.-%
- x =
- 20 - 50 At.-%
- y =
- 0 - 18 At.-%
- z =
- 5 - 30 At.-%
betragen und die Bedingung

erfüllt ist, wobei

und

wobei das Element

ist und dieses fallweise bis zu 3 At.-% (bezogen auf die Gesamtlegierung) durch
Mo, Cr, V, Zr, Ti, W ersetzbar ist.
[0015] Besonders vorteilhaft ist eine amorhe Legierung, aus u = 4 bis 10 At.-%, x = 20 bis
45 At.-%, y = 0 bis 4 At.-%, z = 20 bis 30 At.-%, wobei die folgende Bedingung erfüllt
ist:
[0016] Eine vorteilhafte Abwandlung dessen besteht darin, daß
u = 4 bis 10 At.-%, x = 20 bis 30 At.-%,
y = 12 bis 18 At.-%, Z = 5 bis 12 At.-% und die Bedingung

erfüllt ist.
[0017] Eine andere vorteilhafte Variante besteht darin, daß u = 4 bis 10 At.-%, x = 35 bis
45 At.-%, y = 0 bis 1 und z = 21 bis 23 At.-% betragen.
[0018] Die angefügte Tabelle gibt die Ergebnisse einer Reihe von Legierungen wieder, welche
einer Wärmebehandlung im Längsfeld unterworfen wurden. Aus wirtschaftlichen Gründen
sollte eine solche Wärmebehandlung nicht zu lange dauern, d. h. kürzer als etwa 1
Tag sein und dennoch ein Remanenzverhältnis


erzielen.
[0019] Die Tabelle zeigt, daß die Legierungen 1 bis 6 zwar eine Sättigungsinduktion in dem
gewünschten Bereich aufweisen, jedoch bei allen hier verwendeten Temperaturen nicht
ausreichend auf eine Wärmebehandlung ansprechen (d. h., es konnte kein gewünschtes
Remanenzverhältnis

erreicht werden). Andererseits sind eine Reihe von Legierungen wie z. B.

bekannt, welche zwar gut auf eine Wärmebehandlung ansprechen (

erreichbar), welche jedoch alle

haben und für diese gewünschten Anwendungen nicht in Frage kommen. Geeignet sind
jedoch die Legierungen 7 bis 11, welche sowoh

und

erreichen.

1. Amorphe Legierung für streifenförmige Sensorelemente mit niedriger Sättigungsinduktion
für die Anwendung in Diebstahlsicherungsetiketten oder Magnetfelddetektoren
dadurch gekennzeichnet, daß es sich um eine magnetostriktionsfreie Legierung mit einer Sättigungsinduktion
von

und einer guten Ansprechbarkeit bei einer Anlaßbehandlung im magnetischen Feld zur
Erzielung eines Remanenzverhältnisses von

handelt und daß die Legierung die Summenformel
Co
100 - u - x - y - z Fe
u Ni
x T
y (SiB)
z
aufweist, wobei
u = 4 bis 10 At.-%
x = 20 bis 50 At.-%
y = 0 bis 18 At.-%
z = 5 bis 30 At.-%
und die Bedingung

erfüllt ist, wobei z + y > 20 At.-% und Nb + B > 6 At.-%, wobei das Element T =
Nb ist und dieses fallweise bis zu 3 At.-% (bezogen auf die Gesamtlegierung) durch
Mo, Cr, V, Zr, Ti, W ersetzbar ist.
2. Amorphe Legierung nach Anspruch 1 wobei
u = 4 bis 10 At.-%, x = 20 bis 45 At.-%,
y = 0 bis 4 At.-%, z = 20 bis 30 At.-% betragen und die Bedingung


erfüllt ist.
3. Amorphe Legierung nach Anspruch 1, wobei
u = 4 bis 10 At.-%, x = 20 bis 30 At.-%, y = 12 bis 18 At.-%, Z = 5 bis 12 At.-% betragen
und die Bedingung

erfüllt ist.
4. Amorphe Legierung nach Anspruch 2, wobei
u = 4 bis 10 At.-%, x = 35 bis 45 At.-%, y = 0 bis 1, Z = 21 bis 23 At.-% betragen.
5. Streifenförmiges Sensorelement aus einer Legierung nach einem der vorhergehenden Ansprüche
für die Anwendung in Diebstahlsicherungsetiketten oder Magnetfelddetektoren.
1. An amorphous alloy for strip-shaped sensor elements with a low saturation induction
for use in anti-theft security labels or magnetic field detectors, characterised in
that the amorphous alloy is a magnetostriction-free alloy with a saturation induction
of

and with a good capability of response in the case of a tempering treatment in the
magnetic field to achieve a remanence ratio of


, and that the alloy has the total formula
Co
100 - u - x - y - z Fe
u Ni
x T
y (SiB)
z
wherein
u = 4 to 10 At.-%
x = 20 to 50 At.-%
y = 0 to 18 At.-%
z = 5 to 30 At.-%
and the condition

is fulfilled, where z + y > 20 At.-% and Nb + B > 6 At.-%, where the element T =
Nb and the latter can from case to case be replaced by up to 3 At.-% (relative to
the total alloy) with Mo, Cr, V, Zr, Ti, W.
2. An amorphous alloy as claimed in Claim 1, wherein
u = 4 to 10 At.-%, x = 20 to 45 At.=96, y = 0 to 4 At.-%,
z = 20 to 30 At.-%, and the condition

is fulfilled.
3. An amorphous alloy as claimed in Claim 1, wherein
u = 4 to 10 At.=%, x = 20 to 30 At.-%, y = 12 to 18 At.-%,
Z = 5 to 12 At.-%, and the condition

is fulfilled.
4. An amorphous alloy as claimed in Claim 2, wherein

.
5. A strip-shaped sensor element composed of an alloy as claimed in one of the preceding
clams for use in anti-theft security labels or magnetic field detectors.
1. Alliage amorphe pour éléments détecteurs en forme de bandes, à faible induction de
saturation, pour utilisation dans des étiquettes antivol ou des détecteurs de champ
magnétiuqe, caractérisé en ce qu'il s'agit d'un alliage exempt de magnétostriction
ayant une induction de saturation

et une bonne capacité de réponse à un traitement de revenu dans un champ magnétique,
pour l'obtention d'un rapport de rémanence B
r/B
s > 0,6, et en ce que l'alliage présente la formule brute
Co
100 - u - x - y - z Fe
u Ni
x T
y (S
iB)
z
u allant de 4 à 10 % en atomes
x allant de 20 à 50 % en atomes
y allant de o à 18 % en atomes
z allant de 5 à 30 % en atomes
et la condition

étant remplie, x + Y étant > 20 % en atomes et Nb + B étant > 6 % en atomes, l'élément
T étant Nb et celui-ci étant éventuellement remplaçable, à raison de jusqu'à 3 % en
atomes (par rapport à l'alliage total) par Mo, Cr, V, Zr, Ti, W.
2. Alliage amorphe selon la revendication 1, dans lequel u = 4 à 10 % en atomes, x =
20 à 45 % en atomes, Y = 0 à 4 % en atomes, Z = 20 à 30 % en atomes, et la condition


est remplie.
3. Alliage amorphe selon la revendication 1, dans lequel u = 4 à 10 % en atomes, x =
20 à 30 % en atomes, y = 12 à 18 % en atomes, z = 5 à 12 % en atomes, et la condition


est remplie.
4. Alliage amorphe selon la revendication 1, dans lequel u = 4 à 10 % en atomes, x =
35 à 45 % en atomes, y = 0 à 1, z = 21 à 23 % en atomes.
5. Elément détecteur en forme de bande, à base d'un alliage selon l'une quelconque des
revendications précédents, pour utilisation dans des étiquettes antivol ou des détecteurs
de champ magnétique.