[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren bzw. eine Vorrichtung nach dem Oberbegriff des
Patentanspruches 1 bzw. 6.
[0002] Bei der Herstellung von Geweben kreuzen sich Kett- und Schußfäden genau rechtwinkelig.
Während verschiedener späterer Arbeitsgänge in der Ausrüstung können die Gewebe aber
wieder verzogen werden. Bei der Herstellung von Maschenware auf Rundstrickmaschinen
schneidet man den entstehenden Schlauch auf, so daß die Maschenware nach dem Aufschneiden
generell schräg verzogen ist. In beiden Fällen muß der Verzug durch entsprechende
Richtmaschinen beseitigt werden, wobei diese Richtmaschinen den Verzugswinkel als
Steuergröße benötigen. Es gilt also, den Verzugswinkel zu messen.
[0003] Zur Messung des Verzugswinkels ist aus der DE-PS 16 35 266 eine Vorrichtung bekannt,
bei der ein einziger Spalt mit dahinter angeordnetem Fotosensor von einem elektrodynamischen
Antriebssystem um einen Winkel hinund hergedreht wird, wobei die Drehbewegung in
der Nähe der mechanischen Resonanzfrequenz des Systems um einen Mittelwinkel erfolgt.
Die Drehbewegung ist also in ihrer Geschwindigkeit durch das System vorgegeben. Das
Ausgangssignal des Fotosensors wird über einen Verstärker aufsummiert, wobei das
Vorzeichen der Verstärkung immer bei Überschreiten des Mittelwinkels umgekehrt wird.
Das über eine Periode aufsummierte Signal wird also dann zu Null, wenn die Meßwerte
um den Mittelwinkel herum symmetrisch verteilt sind. Dies ist dann der Fall, wenn
der Schußfaden dieselbe Richtung hat wie der Mittelwinkel. Weiterhin ist bei dem
bekannten System eine Nachlaufsteuerung vorgesehen, die das Gesamtsystem bzw. den
Mittelwinkel entsprechend dem momentanen Meßwert derart verstellt, daß der Mittelwinkel
immer zum Schußfaden parallel läuft. Durch eine Messung des Mittelwinkels ist also
eine direkte Messung des Schußfadenverlaufes bzw. des Verzugswinkels möglich.
[0004] Dieses bekannte System ist insofern nachteilig, als es mechanisch bewegte Teile erfordert,
die zwangsläufig einem gewissen Verschleiß unterworfen sind. Darüber hinaus ist durch
die Tatsache, daß die Bewegungsgeschwindigkeit (Resonanzfrequenz) der Fördergeschwindigkeit
des vorbeilaufenden Gewebes angepaßt sein muß, eine Begrenzung der Fördergeschwindigkeit
durch die trägen Massen der bewegten Teile vorgegeben.
[0005] Weiterhin ist eine Vorrichtung nach dem Oberbegriff des Anspruches 6 bzw. ein Verfahren
nach dem Oberbegriff des Anspruches 1 bekannt, wobei gegenüber einer Lichtquelle
zwei Fotozellen mit davor liegenden Spaltblenden angeordnet sind, deren Mittelachsen
winkelig zueinander stehen. Aus dem Differenzsignal der Fotozellen wird ein Wert für
den Winkelverlauf des Schußfadens hergeleitet, ohne daß hierzu die Anordnung mechanisch
bewegt werden muß. Bei dieser Anordnung kommt es auf die korrekte Messung des durch
die Textilbahn durchtretenden Lichtstromes an, was schon bei einem einzigen Fotosensor
gewisse Schwierigkeiten bereitet, da der Lichtstrom nicht nur von den Abständen der
Schußfäden voneinander und deren Dicke, sondern auch von der Farbe der Textilbahn
abhängt. Bei bedruckten Stoffen und unregelmäßigen Geweben wirft dies Schwierigkeiten
auf. Nachdem aber bei der bekannten Vorrichtung zwei optisch-elektrische Systeme
aufeinander abgeglichen sein müssen, werden diese Schwierigkeiten noch ganz wesentlich
gesteigert. Ein weiteres Problem besteht in dem geringen "Fangbereich" der Anordnung,
der durch den Winkel zwi- schen den beiden Spaltblenden bestimmt ist.
[0006] Ausgehend vom oben genannten Stand der Technik ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung,
Verfahren und Vorrichtung der eingangs genannten Art dahingehend weiterzubilden,
daß eine korrekte Messung des Schußfadenverlaufes bei geringerer Störanfälligkeit
mit einfachen Mitteln erzielbar ist.
[0007] Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren nach Patentanspruch 1 bzw. eine Vorrichtung
nach Patentanspruch 6 gelöst.
[0008] Der wesentliche Gedanke der vorliegenden Erfindung liegt also darin, daß nicht der
Gesamt-Lichtstrom innerhalb des spaltförmigen Ausschnittes betrachtet wird, sondern
dessen "Muster" innerhalb des Bereiches bzw. die Bewegung des Musters innerhalb des
Bereiches. Dadurch kann eine Aufteilung der Helligkeitswerte in nur zwei Stufen (hell/dunkel)
erfolgen, was die Störempfindlichkeit wesentlich verringert. In Kenntnis dieser Idee
läßt sich die mathema tische Regel zur Bestimmung des Verzugswinkels aus geometrischen
Überlegungen herleiten.
[0009] Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung und weitere erfindungswesentliche Gedanken
ergeben sich aus den Unteransprüchen und der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen,
die anhand von Abbildungen näher erläutert sind. Hierbei zeigen:
Fig. 1 eine perspektivische Prinzip-Darstellung der Anordnung von Beleuchtungsquelle,
Textilbahn und Sensor;
Fig. 2 eine Prinzipdarstellung der Anordnung von zwei Sensoren relativ zu den Schußfäden
einer Textilbahn;
Fig. 3 eine Prinzipdarstellung des Ausgangssignal-Verlaufes der Sensoranordnung nach
Fig. 2;
Fig. 4 und 5 Prinzipdarstellungen zur Erläuterung der in der Beschreibung verwendeten
Kurzbezeichnungen;
Fig. 6 eine besondere Anordnung von Sensorelementen gemäß einer weiteren bevorzugten
Ausführungsform der Erfindung;
Fig. 7 prinzipielle Darstellungen der Ausgangssignal-Verläufe einer Anordnung nach
Fig. 6; und
Fig. 8 ein Blockdiagramm einer Auswerteinrichtung für zwei CCD-Zeilen.
[0010] Wie in Fig. 1 gezeigt, ist die Anordnung derart getroffen, daß eine Lichtquelle
11 mit dahinter angeordnetem Reflektor 12 auf eine Textilbahn 10 strahlt, die in Richtung
des Pfeiles P an der Anordnung vorbeigefördert wird. Gegenüber der Lichtquelle 11
mit Reflektor 12 ist eine CCD-Zeile 14 bzw. 15 mit davor liegender Linse 13 angeordnet.
Über die Gesamtbreite der Gewebebahn sind mehrere derartige Anordnungen vorgesehen,
so daß man z.B. auch einen Girlandenverzug durch abschnittsweise Bestimmung des Verzugswinkels
detektieren kann.
[0011] Wie in Fig. 2 gezeigt, erscheinen die Schußfäden 1 und 2 als dunkle Felder, während
die dazwischen liegenden Lücken als helle Felder erscheinen. Beim Fördern der Gewebebahn
in Richtung des Pfeiles P verschieben sich die Schußfäden 1 und 2, wie dies in Fig.
2 mit den eingezeichneten Schußfäden 1′ und 2′ angedeutet ist. Während die Schußfäden
an den CCD-Zeilen 14 bzw. 15 vorbeistreichen, werden also die einzelnen Sensorelemente
14-1, 14-2 ....; 14-n bzw. 15-1 ...., 15-m der CCD-Zeilen 14 und 15 fortschreitend
belichtet bzw. abgedunkelt.
[0012] Die Einzelelemente der CCD-Zeilen 14 und 15 werden (bekanntlich) seriell ausgelesen,
was in Fig. 3 verdeutlicht werden soll. Nimmt man den statischen Fall an, bei dem
also die Auslesegeschwindigkeit sehr groß ist im Verhältnis zur Fördergeschwindigkeit
der Gewebebahn, so zeigt Fig. 3 in dem stufenförmigen Verlauf der Ausgangssignale
auch die "Unschärfe", welche sich in den Randbereichen zwischen Hell- und Dunkelzonen
zwangsläufig ergibt. Um einwandfrei verarbeitbare und störsichere Signale zu erhalten,
werden die Sensorausgangssignale mit einer Schwelle SW verglichen. Alle über der Schwelle
SW liegenden Werte werden als "hell", alle darunter liegenden Werte als "dunkel"
eingestuft.
[0013] Nimmt man ein "ideales" Schwarz-Weiß-Muster an, das durch die Schußfäden 1, 2 gebildet
wird, so ergibt sich bei einer zur Fördergeschwindigkeit nicht sehr hohen Auslesegeschwindigkeit
wieder ein Signalmuster, wie es in Fig. 3 gezeigt ist. In diesem Fall rührt der feiner
abgestufte Verlauf aus der zeitlichen Integration des Lichtstromes in den einzelnen
Sensorelementen 14-n, 15-m. Auch hier wird durch die Einteilung in zwei Gruppen durch
die Schwelle SW eine Vergrößerung der Störsicherheit erzielt.
[0014] Wenn die Einteilung in hell bzw. dunkel anhand der Schwelle SW getroffen wurde, so
kann man den eigentlich interessierenden Wert errechnen. Zur Erklärung der Berechnung
werden zunächst die verwendeten Kurzbezeichnungen anhand der Fig. 4 und 5 näher erläutert.
Gemäß Fig. 5 wird im folgenden der Abstand zwischen zwei Dunkelzonen (Schußfäden
1 bis 5) mit a, die Dicke der Schußfäden, also das "Dunkelfeld" mit d bezeichnet.
Die Länge des spaltförmigen Abschnittes, welche der Zeilenlänge des Sensors entspricht,
ist mit S bezeichnet. l bezeichnet die maximale Länge einer "Dunkelgruppe", also
die Anzahl der aufeinanderfolgend abgedunkelten Sensorelemente (multipliziert mit
deren Länge). Mit L ist die der vorher genannten Größe l entsprechende "Periode" bezeichnet,
also diejenige Strecke auf der CCD-Zeile, innerhalb derer sich das Muster wiederholt.
Mit α ist der Verzugswinkel bezeichnet, also der Winkel zwischen einem Schußfaden
1 bis 9 und der zur Transportrichtung P senkrechten Achse (Transportrichtungsnormale).
Mit β₀ bzw. β
n ist der Winkel zwischen den CCD-Zeilen 14, 15 und der Transportrichtungsnormalen
bezeichnet, während γ den Winkel zwischen einer CCD-ZeIle 14 bzw. 15 und einem Schußfaden
bezeichnet.
[0015] Im folgenden werden verschiedene Möglichkeiten zur Errechnung des Verzugswinkels
α beschrieben.
[0016] Wenn man die durch das betrachtete Gewebe vorgegebenen Größen a und d als bekannt
voraussetzt, so errechnet sich der Winkel γ zwischen CCD-Zeile und Schußfäden nach
der Gleichung

[0017] Bei einem vorgegebenen Winkel ß der CCD-ZeIle zur Förderrichtungsnormalen ergibt
sich dann der Vezugswinkel α aus
α = β - γ ; (2).
[0018] Wie aus den oben angeführten Gleichungen leicht ersichtlich ist, können positive
und negative Verzugswinkel nicht unterschieden werden. Die Unterscheidung hierüber
kann aber über die Bewegungsgeschwindigkeit des Musters (bei bekannter Transportgeschwindigkeit)
erfolgen. Bei der in Fig. 5 gezeigten oberen CCD-Zeile 14 wäre bei positivem Verzugswinkel
α (in der in Fig. 5) gegebenen Definition) die Bewegungsgeschwindigkeit größer als
bei negativem Verzugswinkel α. Weiterhin ist es möglich, die "Fadenzahl" (Schußfäden
pro Längeneinheit) durch eine in Förderrichtung angeordnete weitere CCD-Zeile zu ermitteln
und der oben beschriebenen Berechnung zugrunde zu legen.
[0019] Eine weitere, einfachere Möglichkeit zur Errechnung des Verzugswinkels α ergibt sich
dann, wenn man die in Fig. 5 gewählte Anordnung von zwei winkelig zueinander ausgerichteten
CCD-Zeilen 14 und 15 wählt. In diesem Fall ergibt sich der Winkel α zu

Wobei zn bzw. z0 in Gleichung 4 definiert sind:
z = 2 ·

(4)
Also die "Periodenzahl" über die CCD-Zeile darstellen (der Index n bzw. 0 ist in Fig.
5 definiert).
[0020] Bei dieser Ausführung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist die Rechnung dann besonders
einfach, wenn die beiden Winkel β0 und βn dem Betrag nach gleich groß gewählt werden.
Die Gleichung 3 vereinfacht sich dann zu

wobei die obigen Definitionen gelten. Besonders einfach ist die Herleitung des Verzugswinkels
α auch deshalb, weil die CCD-Zeilen 14 und 15 digital arbeiten und die Werte für z
ohnehin als zählbare Einzelwerte vorliegen.
[0021] Vorzugsweise wird der Winkel β₁ = β
n zu 15° gewählt.
[0022] Um eine möglichst große Genauigkeit zu bekommen, ist es von Vorteil, wenn die CCD-Zeilen
möglichst lang (in Relation zur Fadenzahl) sind. Dies kann auch durch eine entsprechende
Optik erzielt werden, bei der eine verkleinerte Abbildung des Gewebes auf die CCD-Zeilen
projiziert wird.
[0023] Anstelle der oben angeführten Möglichkeiten der Bestimmung der Zahl von Schußfäden,
die über einer CCD-Zeile liegen, besteht (wie angedeutet) auch die Möglichkeit, die
Summe der hell (bzw. dunkel) beleuchteten Strecken auf den CCD-Zeilen zur Berechnung
heranzuziehen. Der Verzugswinkel α ergibt sich dann zu

Wobei selbstverständlich auch anstelle der "Dunkelstrecken" 1 auch die "Hell-Strecken"
(L - 1) zur Berechnung herangezogen werden können.
[0024] Bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden die Anzahlen
z bzw. die Längen l über mehrere Abtastzyklen der CCD-Zeilen gewonnen. Dadurch wird
eine wesentliche Erhöhung des Störabstandes möglich.
[0025] Im folgenden wird eine weitere bevorzugte Ausführungsform der Erfindung anhand der
Fig. 6 und 7 näher beschrieben. Bei dieser (alternativen) Berechnungsmethode wird
die Bewegungsgeschwindigkeit des Musters über CCD-Zeilen 14; 15 als Berechnungsgrundlage
herangezogen.
[0026] Geht man davon aus, daß ein Abtastzyklus der CCD-Zeile die quasi-statische Lage der
Schußfäden 1 bis 8 über der CCD-Zeile darstellt, so ergibt sich das in Fig. 7 gezeigte
Bild. Wenn der erste Abtastzyklus zum Zeitpunkt t0 nach Einteilung in hell bzw. dunkel
das in Fig. 7 gezeigte Bild ergibt, so ist der darauf folgende Abtastzyklus zum Zeitpunkt
t1 zu diesem Bild nach rechts verschoben, gleiches gilt für alle folgenden Abtastzyklen.
Der Verschiebungsbetrag ist in Fig. 7 mit τ 14 bezeichnet.
[0027] Nachdem die zweite CCD-Zeile 14 einen stumpferen Winkel zu den Schußfäden aufweist,
ist die dort zu beobachtende Periode kürzer als die der CCD-Zeile 15. Dies ist in
Fig. 7 unten gezeigt. Das Zeitintervall τ15 gemäß Fig. 7 ist also größer als das mit
der CCD-Zeile 14 beobachtete Intervall τ14. Der Winkel γ zwischen der CCD-Zeile 14
und den Schußfäden 1 bis 8 ergibt sich dann zu


Wobei der Verzugswinkel α nach Gleichung 2 errechnet werden kann.
[0028] Diese Ausführungsform der Erfindung hat auch noch den Vorteil, daß eine Mittlung
der in der Gleichung 7 verwendeten Zeitintervalle τ14 und τ15 über besonders viele
Einzelwerte stattfinden kann, wobei selbstverständlich nicht nur die Zeitintervalle
zwischen den ansteigenden Flanken korrespondierender Hell-Bereiche, sondern auch
zwischen den abfallenden Flanken der Mittlung zugrunde gelegt werden können.
[0029] In Fig. 8 ist ein Beispiel für eine Schaltungsanordnung (im Prinzip) gezeigt, die
zur Durchführung des vorstehend beschriebenen Verfahrens geeignet ist.
[0030] Die CCD-Zeilen 14 und 15 werden, wie in Fig. 8 gezeigt, über einen gemeinsamen Sensortreiber
20 angesteuert und geben ihre, der applizierten Lichtmenge proportionalen Ausgangssignale
über Pufferverstärker 16, 16′ und Blockierschaltungen 17 an Sample- and Hold-Schaltungen
18 an weitere Pufferverstärker 19, 19′ weiter. Die Blockierschaltungen 17, 17′ und
die Sample- and Hold-Schaltungen 18, 18′ werden - wie der Sensortreiber 20 - über
eine Zeitsteuerungsschaltung 22 synchronisiert.
[0031] Aus den Pufferverstärkern 19, 19′ gelangen die Ausgangssignale auf die Eingänge
von steuerbaren Ausgangsverstärkern 23, 23′, deren Ausgänge auf Eingänge von Schwellenschaltungen
24 geführt sind, welche die Schwarz/Weiß-Diskriminierung vornehmen. Die Ausgangsleitungen
28, 28 stellen also Binärausgänge dar, die in ein I/O-Interface geführt sind.
[0032] Das I/O-Interface 33 steht mit einer CPU 34 in Verbin dung, die über Datenleitungen
Zugriff zu einem RAM 35 hat. Weiterhin ist ein Ausgangsinterface 36 vorgesehen, das
über Datenleitung mit den nachfolgenden Organen zum Ausgleichen des Verzugswinkels
in steuernder Verbindung steht.
[0033] Um auch eine Überwachung der Lichtquelle bzw. eine Störmeldung vornehmen zu können,
werden die Ausgangssignale der Pufferverstärker 19, 19′ über Schwellenschalter 25,
25′ an das I/O-Interface 33 weitergegeben. Durch entsprechende Einstellung der Schwellenpegel
ist es möglich festzustellen, ob die CCD-Zeilen 14, 15 zuviel Licht bekommen, also
in der Sättigung betrieben werden. Dieses Sättigungssignal wird weiterhin über ein
Latch 26, 26′ an das I/O-Interface 33 weitergegeben, wobei jedes Latch 26, 26′ über
eine Start-Signalleitung 30 angesteuert wird, welche ebenfalls in das I/O-Interface
33 geführt ist.
[0034] Die Zeitsteuerungsschaltung 22 steuert neben dem Sensortreiber 20 noch eine Belichtungszeitsteuerung
21 an, zu welcher die CPU 34 über das I/O-Interface 33 und eine Belichtungs-Steuerleitung
32 direkten Zugriff hat. Eine Taktleitung 31 verbindet die Zeitsteuerungsschaltung
22 zur Synchronisation mit der CPU 34 (über das Interface 33).
[0035] Die Schwellenwerte SW (siehe Fig. 3) sind über Leitungen 29, 29′ von der CPU 34 einstellbar.
[0036] Die so ausgebildete Auswerteinrichtung 37 kann so programmiert werden, daß das weiter
oben beschriebene Verfahren zur Berechnung des Verzugswinkels α durchgeführt wird.
[0037] Die CCD-Zeilen 14, 15 müssen nicht unbedingt als voneinander getrennte Zeilenanordnungen
ausgebildet sein, son dern können in einer einzigen Matrixanordnung angeordnet sein,
Die Winkel β₀ und β
n werden dann durch entsprechende Auswahl der Matrixelemente definiert.
[0038] Bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung sind ebenfalls zwei
zeilenförmige Wandler einer Anordnung ähnlich der nach Fig. 6 vorgesehen. Hierbei
handelt es sich jedoch nicht um CCD-Zeilen, sondern um positionsempfindliche, zeilenförmige
Fotodioden, deren Ausgangssignale der Helligkeitsverteilung der lichtempfindlichen
Fläche entsprechen. Derartige Wandler sind z.B. Lateral-Effekt-Fotodioden oder auch
Fotodioden mit davor liegendem Graukeil. Wenn über einen derartigen Wandler ein Strichmuster,
wie in Fig. 6 gezeichnet, wandert, so ergibt sich ein Ausgangssignal mit einem im
wesentlichen sägezahnförmigen Wechselstromanteil. Diese Wechselstromanteile werden
nun in der Auswerteinrichtung, die in an sich bekannter Weise aufgebaut sein kann,
miteinander verglichen und zwar entweder im Hinblick auf die Änderungsgeschwindigkeit
oder im Hinblick auf die Phasenlage der Signale zueinander. Die Frequenz der beiden
Sägezahn-Signale ist für beide Wandler gleich. Wenn nun bei der in Fig. 6 gezeigten
Anordnung der Wandler (β₀ = β
n + 90°) die Schußfäden genau senkrecht zur Förderrichtung liegen, so sind die Änderungsgeschwindigkeiten
der beiden Ausgangssignale gleich bzw. ist die Phasenlage der Signale zueinander 0°.
Sobald ein Verzugswinkel α auftritt, ergibt sich auch eine Phasenverschiebung der
beiden Signale zueinander, sowie eine Differenz in der Änderungsgeschwindigkeit.
Aus diesen Differenzen ist nun der Verzugswinkel herleitbar.
[0039] Im Prinzip ist dieses Verfahren der Auswertung auch mit CCD-Zeilen möglich.
[0040] Die oben ausgeführten Einzelmerkmale werden für sich alleine gesehen und in Kombination
als erfindungswesentlich beansprucht.
Bezugszeichenliste
[0041]
1 - 9 Schußfaden
10 Textilbahn
11 Beleuchtungsquelle
12 Spiegel
13 Linse
14 erste CCD-Zeile
14-1 bis 14-n Sensorelemente
15 zweite CCD-Zeile
15-1 bis 15-m Sensorelemente
16 Pufferverstärker
17 Blockierschaltung
18 Sample- and Hold-Schaltung
19 Pufferverstärker
20 Sensortreiber
21 Belichtungszeitsteuerung
22 Zeitsteuerungsschaltung
23 Ausgangsverstärker
24 Schwarz/Weiß-Schwellenschaltung
25 Sättigungsdetektor
26 Latch
27 Verstärkungs-Steuerleitung
28 Binärausgang
29 Schwarz/Weiß-Schwelle
30 Start-Signalleitung
31 Takt-Leitung
32 Belichtungs-Steuerleitung
33 I/O-Interface
34 CPU
35 RAM
36 Ausgangsinterface
37 Auswerteinrichtung
SW Schwelle
a Hell-Abstand
b Dunkel-Abstand
S Zeilenlänge
P Laufrichtungspfeil
α Verzugswinkel
γ Winkel zwischen Schußfaden und Zeile
β Winkel zwischen Zeile und Transportrichtungs-Normale
τ Bewegungs-Zeitintervall
t0 bis tn Zeitpunkt der Zeilendurchläufe
1. Verfahren zur Messung der Schußfaden- oder Maschenreihenlage (Verzugswinkel α )
in fortlaufend geförderten Textilbahnen (10), wobei man mindestens einen spaltförmigen
Ausschnitt aus der Bahn im Durch- oder Auflicht betrachtet, dessen Breite klein und
dessen Länge groß ist im Vergleich zur Dicke der Schußfäden und dessen Längsachse
einen definierten, konstanten Winkel zur Förderrichtung hat,
dadurch gekennzeichnet,
daß man
die Helligkeitswerte innerhalb des Ausschnittes in zwei Stufen oder Bereiche (hell,
dunkel) aufteilt,
diejenigen Abschnitte innerhalb des Ausschnittes bestimmt, innerhalb derer die Helligkeitswerte
fortlaufend einer Stufe zugeordnet sind, und daß man entweder die Anzahl oder (Gesamt-)
Länge der Abschnitte einer Stufe
oder die Geschwindigkeit, mit der sich die Abschnitte einer Stufe im Ausschnitt bewegen,
bestimmt, und daraus den Verzugswinkel (α) des Schußfadens (1 bis 9) herleitet.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß man das Vorzeichen des Verzugswinkels (α) aus der Richtung herleitet, in der sich
die Abschnitte innerhalb des Ausschnittes bewegen.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß man zwei spaltförmige Ausschnitte betrachtet, die einen definierten Winkel zueinander
einschließen und daß man die Anzahl der Abschnitte innerhalb der Ausschnitte bzw.
die Geschwindigkeiten in den Ausschnitten miteinander vergleicht.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß man vor der Herleitung des Verzugswinkels eine Durchschnittsbildung über mehrere
zeitlich beabstandete Bestimmungen der Anzahlen bzw. Geschwindigkeiten durchführt.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß man das Durch- oder Auflicht in Form von Blitzen appliziert oder die Betrachtung
über sehr kurze, zeitlich äquidistante Momente durchführt.
6. Vorrichtung zur Messung der Schußfaden- oder Maschenreihenlage (Verzugswinkel
α) in einer fortlaufend geförderten Textilbahn (10), mit mindestens einer Beleuchtungsquelle
(11), mindestens einem fotoelektrischen Wandler (14, 15) und mit einer Auswerteinrichtung
(37) zum Auswerten der Wandler-Ausgangssignale und Abgeben eines zum Verzugswinkel
(α) im wesentlichen proportionalen Wertes,
dadurch gekennzeichnet,
daß
mindestens einer der Wandler (14, 15) als zeilenförmige Anordnung (CCD-Zeile) einer
Vielzahl separat abtastbarer Sensorelemente 14-1 bis 14-n; 15-1 bis 15-m ausgebildet
ist, daß
die Auswerteinrichtung (37) Schwellenschalter (24) umfaßt, welche die Wandler-Ausgangssignale
in zwei Stufen oder Bereiche (hell, dunkel) einteilt und derart ausgebildet ist, daß
entweder die Anzahl der Sensorelemente mit Ausgangswerten gleicher Stufe (hell, dunkel)
oder die Geschwindigkeit, mit der sich die Ausgangswerte gleicher Stufe über die
zeilenförmige Anordnung bewegen,
bestimmt wird, und daß
die Auswerteinrichtung (37) eine Recheneinheit (34, 35) umfaßt, die derart ausgebildet
ist, daß aus der Anzahl bzw. aus der Geschwindigkeit der Verzugswinkel (α) errechnet
wird.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß im Falle einer einzigen als CCD-Zeile (15) ausgebildeten Wandlers die Auswerteinrichtung
(37) eine Vorrichtung zur Eingabe der Fadenzahl bzw. eine Einrichtung zur Eingabe
der Fördergeschwindigkeit umfaßt.
8. Vorrichtung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß zwei in definiertem Winkel (β₀; βn) zur Förderrichtungsnormalen angeordnete CCD-Zeilen (14, 15) mit vorzugsweise gleicher
Länge vorgesehen sind.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Beleuchtungsquelle (11) als Blitzröhre ausgebildet ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß vor jeder CCD-Zeile (14, 15) eine Optik mit (Zylinder-) Linse (13) vorgesehen
ist.
11. Vorrichtung zur Messung der Schußfaden- oder Maschenreihenlage (Verzugswinkel
α) in einer fortlaufend geförderten Textilbahn (10), mit mindestens einer Beleuchtungsquelle
(11), mindestens einem fotoelektrischen Wandler (14, 15) und mit einer Auswerteinrichtung
(37) zum Auswerten der Wandler-Ausgangssignale und Abgeben eines zum Verzugswinkel
(α) im wesentlichen proportionalen Wertes,
dadurch gekennzeichnet, daß
zwei zeilenförmige Wandler (14, 15) vorgesehen sind, deren Ausgangssignale jeweils
der Helligkeitsverteilung auf den Wandlern, bzw. der Lage der BeleuchtungsdichteSchwerpunkte
auf den Wandlern proportional sind,
daß die Längsachsen der Wandler (14, 15) in definierten Winkeln (β₀, βn) zur Förderrichtung liegen, und
daß die Auswerteinrichtung (37) derart ausgebildet ist, daß die Änderungsgeschwindigkeiten
und/oder Phasenlagen der Wandler-Ausgangssignale zur Errechnung des Verzugswinkels
(α) miteinander verglichen werden.