(19)
(11) EP 0 291 818 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
23.11.1988  Patentblatt  1988/47

(21) Anmeldenummer: 88107464.5

(22) Anmeldetag:  10.05.1988
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4B27D 5/00
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE ES FR GB IT LI NL SE

(30) Priorität: 22.05.1987 DE 3717208

(71) Anmelder: REICH Spezialmaschinen GmbH
72622 Nürtingen (DE)

(72) Erfinder:
  • Heydt, Fritz, Dr.
    D-7440 Nürtingen (DE)
  • Einsele, Gerhard
    D-7440 Nürtingen (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Kappvorrichtung für Kantenanleimmaschinen


    (57) Bei einer Kappvorrichtung für Kantenanleimmaschinen zum Kappen der überstehenden Umleimerenden (5′) mit einem Kappmesser (25) erfolgt dessen Betätigung über einen Elektromagneten (27) und die Verschiebung des das Kappmesser (25) tragenden Schlittens (7) über einen Elektromotor (37). Damit lässt sich die Kan­tenanleimmaschine ausschließlich elektrisch betrei­ben, so daß kein Druckluftanschluß nötig ist. Die Kantenanleimmaschine wird preisgünstiger und läßt sich auch in Betrieben ohne Drucklufteinrichtung verwenden.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Kappvorrichtung für Kantenanleimmaschinen gemäß Oberbegriff von An­spruch 1.

    [0002] Solche bekannten Kappvorrichtungen dienen zum Abtrennen von überstehenden Umleimerenden besonders bei beschich­teten Umleimern, die mit der Schmalseite eines platten­förmigen Werkstückes verklebt sind. Dabei erfolgt die Betätigung der beweglichen Teile durch Druckluftzylinder.

    [0003] Für die Kantenanleimmaschine ist daher ein Druckluftan­schluss notwendig, was zusammen mit der Wartungseinheit für die Druckluft eine Verteuerung der Maschine bedeutet.

    [0004] Darüber hinaus handelt es sich hier zumeist um einfache Maschinen, die häufig in Kleinbetrieben eingesetzt werden, wo Druckluft nicht unbedingt vorausgesetzt wer­den kann.

    [0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist daher die Schaf­fung einer Kappvorrichtung der eingangs genannten Art, bei der alle Funktionen durch elektrische Bauelemente durchführbar sind.

    [0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die im kenn­zeichnenden Teil des Anspruchs 1 angegebenen Merkmale gelöst.

    [0007] Da die übrigen Teile der Kantenanleimmaschine ausschließlich elektrisch betrieben werden und auch die erfindungsgemäße Kappvorrichtung elektrisch betätigbar ist, ist kein Druck­luftanschluß nötig. Bei einem entsprechenden Kleinbetrieb braucht also nicht ein besonderer Drucklufterzeuger ange­schafft werden.

    [0008] Durch das im Unteranspruch gekennzeichnete Merkmal der Abhe­bung des Kapprahmens vom Umleimer während des Vorbeilaufs des Werkstücks ist gewährleistet, daß die Oberfläche des Umleimers vom Kapprahmens nicht zerkrazt oder beschädigt wird. Dies macht sich besonders bei Umleimern empfindlichen Oberflächen vorteilhaft bemerkbar.

    [0009] Im folgenden ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung unter Bezugnahme auf die Zeichnungen näher beschrieben.

    [0010] Es zeigen:

    Fig. 1 Kappvorrichtung von oben.

    Fig. 2 Kappvorrichtung von der Seite, geschnitten nach Linie II-II in Fig. 3

    Fig. 3 Kappvorrichtung von hinten.



    [0011] Wie Fig. 1 zeigt, ist an einer Seitenwand 1 einer nicht darge­stellten Kantenanleimmaschine das Gehäuse 2 der Kappvorrichtung befestigt. Ein plattenförmiges Werkstück 3 wird durch eine nicht dargestellte Fördervorrichtung in Richtung von Pfeil 4 durch die Kantenanleimmaschine gefördert und ist be­reits mit einem Umleimer 5 verklebt, dessen Enden 5′ die vordere und hintere Schmalfläche 3′ Werkstück überragen.

    [0012] Im Gehäuse 2 ist an den beiden Führungsstangen 6 ein Schlitten 7 verschiebbar gelagert. Wie auch Fig. 2 zeigt, trägt Schlit­ten 7 eine plattenförmige Konsole 8, wobei Führungsbolzen 9 im Schlitten 7 befestigt sind und in Schlitze 10 von Konsole 8 eingreifen. Dabei lässt sich Konsole 8 senkrecht zur Vorschub­richtung 4 von Werkstück 3 gegen Wirkung einer Druckfeder 11 verschieben. Diese stützt sich auf einer Seite an einer Nase 12 von Konsole 8 und an ihrer anderen Seite am Kopf 13 einer mit dem Schlitten 7 verbundenen Schraube 14 ab.

    [0013] Auf der Konsole ist ein Führungsblock 15 befestigt, in dem ein aus den beiden Platten 16 und 17 bestehender Kapprahmen 18 geführt ist. Der Führungsblock 15 ist durch die beiden Schraub­bolzen 19 zusammengehalten und die Platten 16 und 17 weisen Schlitze 20 auf, durch die sich die Schraubbolzen 19 erstrecken. Diese dienen damit gleichzeitig als Anschlag für den Kapprahmen 18, der in Ruhestellung von einer Druckfeder 21 in Richtung Werkstück 3 gedrückt wird. Druckfeder 21 stützt sich auf ihrer einen Seite am Kapprahmen 18 und auf ihrer anderen Seite am Kopf 22 einer mit dem Führungsblock 15 verbundenen Schraube 23 ab.

    [0014] An ihrem dem Werkstück 3 zugekehrten Ende weisen die beiden Platten 16 und 17 je ein Fenster 24 auf, in dem das Kappmesser 25 angeordnet ist.

    [0015] Der Führungsblock 15 ist an seiner dem Werkstück 3 zugekehrten Stirnseite je mit einer Einlaufschräge 26 versehen.

    [0016] Zum Verschieben von Kapprahmen 18 dient ein mit der Konsole 8 verschraubter Elektromagnet 27, dessen Anker 28 mit dem Kapp­rahmen18 verbunden ist.

    [0017] Am Schlitten 7 ist ein als einarmiger Hebel ausgebildetes Mitnehmerglied 29 schwenkbar gelagert, dessen Zapfen 30 in eine Nut 31 von Konsole 8 eingreift. Ein weiterer Anschlag­zapfen 32 wirkt mit einer Anschlagfläche 33 von Kapprahmen 18 so zusammen, daß dieser bei seiner Austauchbewegung die Konsole 8 über das Mitnehmerglied 29 vom Werkstück 3 abhebt.

    [0018] Die Anzugskraft des Elektromagneten 27 kann vorteilhafter­weise durch Unterteilen der Magnetspulen veränderbar sein, so daß diese Anzugskraft der Dicke und Breite der Umleimer 5 angepasst werden kann.

    [0019] Zum Verschieben von Schlitten 7 ist mit diesem über einen Zapfen 34 ein Zahnriemen 35 verbunden, der über eine Rutsch­kupplung 36 von einem Elektromotor 37 antreibbar ist.

    [0020] Wie Fig. 3 zeigt, sind zur Steuerung der Rastvorrichtung mit dem Gehäuse 2 verbundene Tastschalter 38 und 39 sowie ein mit einer Brücke 40 der Kantenanleimmaschine verbundener Tast­schalter 41 vorgesehen, deren Funktion im folgenden beschrie­ben werden soll.

    [0021] In seiner in Fig. 1 rechts gezeigten Startposition betätigt Schlitten 7 den Tastschalter 38, womit Elektromotor 37 und Elektromagnet 27 ausgeschaltet sind. Die Konsole 8 und der Kapprahmen 18 befinden sich somit unter Wirkung der beiden Druckfedern 11 und 21 in ihrer eingetauchten Stellung.

    [0022] Eine nicht dargestellte Fördereinrichtung verschiebt Werk­stück 3 in Richtung von Pfeil 4, wobei zunächst Umleimer­ende 5′ über Einlaufschräge 26 am Führungsblock 15 zur An­lage kommt und diesen um einen geringen Betrag nach hinten verschiebt.

    [0023] Während das vorlaufende Umleimerende 5′ in das Fenster 24 von Platte 16 eintritt, schlägt die vorlaufende Schmalseite 3′ von Werkstück 3 an dieser Platte an und nimmt den Schlitten 7 in Richtung 4 mit.

    [0024] Tastschalter 41 wird dabei von Werkstück 3 betätigt ohne zunächst eine Wirkung auszulösen.

    [0025] Nach Betätigung von Tastschalter 39 durch Schlitten 7 wird der Elektromagnet 27 unter Strom gesetzt, sein Anker 28 zieht den Kapprahmen 18 an, das Kappmesser 25 trennt den Um­leimer-Überstand 5′ ab.

    [0026] Bei dieser Austauchbewegung des Kapprahmens 18 trifft seine Anschlagfläche 33 auf den Anschlagzapfen 32 von Mitnehmerglied 29 und nimmt dieses mit, wobei die Konsole 8 nach hinten ver­schoben wird, so daß Führungsblock 15 in seine Abhebestellung gelangt, in der der Umleimer 5 nicht mehr berührt wird.

    [0027] Tastschalter 39 hat gleichzeitig den Elektromotor 37 auf Rück­lauf geschaltet, so daß Schlitten 7 über Mitnehmerorgan 35 in seine Startposition zurückbefördert wird. Dabei wird Elektro­motor 37 über Tastschalter 38 ausgeschaltet, der Führungs­block 15 bleibt in seiner abgehobenen Stellung, solange das Werkstück 3 vorbeiläuft.

    [0028] Sobald die nachlaufende Schmalfläche 3′ von Werkstück 3 den Tastschalter 41 freigibt, wird Elektromagnet 27 ausgeschaltet, so daß der Kapprahmen 18 unter Wirkung der Druckfeder 21 wieder in seine Eintauchstellung gelangt.

    [0029] Gleichzeitig wird Elektromotor 37 wieder eingeschaltet, der den Schlitten 7 dem Werkstück 3 nachführt, bis Platte 17 an der nachlaufenden Schmalfläche 3′ anschlägt.

    [0030] Nach Betätigung von Tastschalter 39 durch Schlitten 7 wird wieder Kapprahmen 18 vom Elektromagneten 27 angezogen, der nachlaufende Überstand 5′ wird abgetrennt, Elektromotor 37 bewegt Schlitten 7 in seine Startposition, wo Kapprahmen 18 wieder eintaucht und bereit ist für einen neuen Zyklus.

    [0031] Ein weiterer Endschalter 42 dient als Sicherheitsschalter, der die gesamte Kantenanleimmaschine abschaltet, wenn der Schlitten 7 den Tastschalter 39 überfährt.


    Ansprüche

    1) Kappvorrichtung für Kantenanleimmaschinen zum Kappen der überstehenden Umleimerenden mit einem parallel zur Vor­schubrichtung des Werkstücks mit einer kraftbetriebenen Einheit verschiebbaren Schlitten, auf dem ein Kapprahmen mit Kappmessern senkrecht dazu verschiebbar gelagert ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Kapp-­Rahmen (18) mit dem Anker (28) eines auf dem Schlitten (7) angeordneten Elektromagneten (27) verbunden ist und daß zum Verschieben des Schlittens (7) ein von einem Elektro­motor (37) antriebbares Mitnehmerorgan (35) vorgesehen ist.
     
    2) Kappvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn­zeichnet, daß auf dem Schlitten (7) eine Konsole (8) senkrecht zur Vorschubrichtung (4) des Werkstücks (3) ver­schiebbar gelagert ist und daß auf der Konsole (8) ein Führungsblock (15) mit dem darin verschiebbar gelagerten Kapprahmen (18) sowie der Elektromagnet (27) angeordnet ist.
     
    3) Kappvorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekenn­zeichnet, daß die Konsole (8) durch ein Mitnehmer­glied (29) mit dem Kapprahmen (18) gekoppelt ist.
     
    4) Kappvorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekenn­zeichnet, daß das Mitnehmerglied (29) schwenkbar am Schlitten (7) gelagert und vom Kapprahmen (18) betätig­bar ist.
     
    5) Kappvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, da­durch gekennzeichnet, daß die Anzugskraft des Elektromagneten (27) einstellbar ist.
     
    6) Kappvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, da­durch gekennzeichnet, daß der Elektro­motor (37) eine Rutschkupplung (36) aufweist und über ein als Zahnriemen ausgebildetes Mitnehmerorgan (35) mit dem Schlitten (7) verbunden ist.
     




    Zeichnung