[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Trocknen von freigeführten Materialbahnen
mittels Blasluftdüsen, bei denen jeweils zwischen an den Längsseiten angeordneten
Düsenschlitzen (oder Lochreihen) eine perforierte, insbesondere zur Materialbahn hin
konvex gekrümmte Platte angeordnet ist, wobei beide Düsenschlitze, deren Blasstrahlen
oberhalb der Platte zwischen sich ein Luftkissen bilden, verschiedene Neigungswinkel
zur mittleren Führungsebene der Materialbahn und ggf. die Düsenschlitze einen unterschiedlichen
Querschnitt haben.
[0002] Die Qualität einer Vorrichtung zum Trocknen von Materialbahnen wird nicht nur an
der Trocknungsleistung, sondern auch und in vielen Fällen überwiegend daran gemessen,
ob die Materialbahn durch die sie beaufschlagende Blasluft stabil geführt wird. Da
Materialbahnen mit unterschiedlichen Eigenschaften bei freier Führung getrocknet werden
müssen, versteht es sich, daß in Abhängigkeit von den Eigenschaften der Materialbahn
die Forderung nach einer stabilen Führung nicht immer voll befriedigend erfüllt werden
kann. Während Materialbahnen, die eine gewisse Flächenstabilität haben, wie beispielsweise
fertige Papiere oder Folien, in der Regel mit den heute zur Verfügung stehenden Blasluftdüsen
zufriedenstellend geführt werden können, stehen für Materialbahnen, die nur eine geringe
Flächenstabilität haben, wie Gewirke, keine geeigneten Blasluftdüsen zur Verfügung.
Schwierigkeiten gibt es allerdings auch bei sonst einigermaßen problemlos zu führenden
Materialbahnen, wenn sich bei der Führung plötzliche Veränderungen ergeben, wie Feuchtigkeitsunterschiede
und Papier- oder Wärmeunterschiede bei Folien. Die auf diese Veränderungen zurückzuführenden
Verformungen der Materialbahn, aber auch Veränderungen der Düsenschlitze der Blasluftdüsen
können die Aerodynamik derart stören, daß eine stabile Führung nicht gewährleistet
ist.
[0003] Mat hat zwar versucht, die Probleme in den Griff zu bekommen, indem beispielsweise
asymmetrische Blasluftdüsen eingesetzt werden, bei denen die aus an beiden Längsseiten
einer Platte austretenden Blasstrahlen mit unterschiedlichem Neigungswinkel die Materialbahn
anblasen, doch hat sich in der Praxis gezeigt, daß auch mit solchen Düsen eindeutige
Strömungsverhältnisse aus den vorstehend genannten Gründen nicht immer eingehalten
werden können, vielmehr kam es wiederholt zu einem Umschlagen der abströmenden Blasluft
von einer Längsseite der Blasluftdüse auf die andere Seite (DE 26 15 258 C2).
[0004] Besonders problematisch ist das bekannte Randflattern der Materialbahnen, das darauf
zurückzuführen ist, daß aus dem Luftkissen zwischen den beiden Blasstrahlen einerseits
und der Materialbahn und der Platte andererseits Luft zu den Rändern der Materialbahn
abströmt. Versuche mit einer über ihre gesamten Fläche perforierten Platte zwischen
den Düsenschlitzen, durch deren Perforation Blasluft in das Luftkissen eingeblasen
wurde (DE 26 15 258 C2), haben zu keinen befriedigenden Ergebnissen geführt. Durch
die einzelnen, aus der Perforation austretenden Blasluftstrahlen wird nämlich auch
das Strömungsverhalten der aus den Düsenschlitzen austretenden Blasluft gestört, was
wiederum verschlechterte Führungseigenschaften mit sich bringt. Dies gilt vor allem
bei größer werdendem Abstand der Materialbahn von der perforierten Platte, weil in
diesem Fall die für die Führung der Materialbahn maßgehende Überströmung besonders
gestört wird.
[0005] Neben diesen Blasluftdüsen, die wegen des zwischen der Materialbahn und der Platte
aufgebauten Luftkissens auch "Luftkissendüsen" genannt werden, sind zum Führen von
Materialbahnen auf einem anderen Wirkungsprinzip basierende Blasluftdüsen, die sogenannten
"Tragflächendüsen" bekannt, bei denen an einer Längsseite einer insbesondere zur Materialbahn
konvex gekrümmten Platte ein Düsenschlitz vorgesehen ist, dessen Blasluftstrahl die
Platte mit hoher Geschwindigkeit in Richtung der anderen Längsseite überströmt (DT-AS
17 74 126). Dadurch entstehen die Materialbahn an die Platte ansaugende Kräfte. Um
einen Kontakt der Materialbahn mit der Platte zu verhindern, können in der Platte
Öffnungen vorgesehen sein, über die der zwischen der Materialbahn und der Platte herrschende
Unterdruck auf einen unkritischen Wert abgebaut werden kann. Durch die Schräglage
der Platte gegenüber der Materialbahn, insbesondere durch einen großen Abstand des
Düsenschlitzes und einen kleinen Abstand der Öffnungen, lassen sich die auf die Materialbahn
einwirkenden Kräfte der Blasluft ebenfalls im Sinne einer stabilen Führung beeinflussen.
[0006] Schießlich ist eine Blasluftdüse bekannt (DT-AS 20 20 430), die sich von einer "Luftkissendüse"
in eine "Tragflächendüse" umwandeln läßt. Diese Blasluftdüse weist an ihren gegenüberliegenden
Längsseiten zwei Düsenschlitze und eine zwischen ihnen angeordnete perforierte Platte
auf, durch die Blasluft in den Raum zwischen den Schlitzen und der Materialbahn eingeblasen
werden kann.
[0007] In der Einstellung "Luftkissendüse" hat die Blasluftdüse einen im wesentlichen symmetrischen
Aufbau. Das hat zur Folge, daß eine Abströmung der Blasluft aus den Luftkissen rein
zufällig über die eine oder andere Längsseite erfolgt. Wie bei der anderen Luftkissendüse
besteht auch die Gefahr des Randflatterns. Bei der Einstellung "Tragflächendüse" ist
zwar die Abströmrichtung zu nur einer Längsseite festgelegt, doch besteht die Gefahr,
daß die Materialbahn aufgrund der nur schwer zu kontrollierenden auf sie einwirkenden
Saugkräfte die Düse berührt.
[0008] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Vorrichtung zum Trocknen von auf Luftkissen geführten
Materialbahnen der eingangs genannten Art zu schaffen, bei der auch problematisch
zu führende Materialbahnen mit einer hohen Stabilität geführt werden.
[0009] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß hinter der perforierten Platte eine Staukammer
angeordnet ist, in die aus dem Luftkissen Luft einströmt, die im Bereich der Materialbahnränder
durch die Perforation ausströmt und somit das Abströmen der Luft aus dem Luftkissen
durch den Raum zwischen der perforierten Platte und der Materialbahn zu den Materialbahnrändern
hin behindert. Darüber hinaus können die Düsenschlitze von der mittleren Führungsebene
der Materialbahn derart unterschiedliche Abstände haben und die perforierte Platte
derart geneigt zur Führungsebene angeordnet sein, daß sich eine Abströmung der Blasluft
aus dem Luftkissen nur über eine Längsseite ergibt.
[0010] Im Unterschied zu bekannten, auf dem Luftkissenprinzip basierenden asymmetrischen
Blasluftdüsen, bei denen die Asymmetrie allein durch die Neigung der Blasrichtung
der beiden Düsenschlitze und/oder deren Querschnitt erzielt wurde, ist bei der Erfindung
die Geometrie der Blasluftdüse bezogen auf die mittlere Führungsebene der Materialbahn
vor allem durch den unterschiedlichen Abstand der Düsenschlitze von der mittleren
Führungsebene und die geneigte Anordnung der perforierten Platte bestimmt. Darüber
hinaus wird nicht wie beim Stand der Technik aus der gesamten Perforation der Platte
Luft in dem Raum zwischen der Materialbahn und der Platte ausgeblasen, vielmehr kann
aus diesem Raum Luft in die unter der Platte befindliche Staukammer einströmen, so
daß sich hier ein Staudruck aufbauen kann, der dafür sorgt, daß im Bereich der Materialbahnränder
durch die Perforation Blasluft ausströmt, die das Abströmen der Luft aus dem Raum
zwischen der Materialbahn und der Perforation stört. Es wurde gefunden, daß durch
die gemeinsame Anwendung der vorstehenden Merkmale die Führungseingeschaften der Blasluftdüse
sich erheblich verbessern lassen, weil die perforierte Platte ein ungestörtes Überströmen
zuläßt und damit auch die Voraussetzung für das definierte Abströmen an einer Seite
ohne Gefahr des Umschlagens zuläßt und darüber hinaus dafür sorgt, daß es an den Rändern
nicht zu einem Randflattern kommt. Diese Verbesserung für das Führen der Materialbahn
erfordert nicht einmal einen größeren vorrichtungstechnischen Aufwand als die bekannten
Luftkissendüsen. Schließlich läßt sich mit der erfindungsgemäßen Blasluftdüse auch
eine Verbesserung des Wärmeübergangs erzielen.
[0011] Durch den Querschnitt der Perforation in der Platte und den Querschnitt der Staukammer
läßt sich eine bestimmte Wirkungsbreite und -stärke im Bereich der Materialbahnränder
einstellen. Vorzugsweise beträgt der Abstand des Bodens der Staukammer von der perforierten
Platte 4-12 % des Abstandes der beiden Düsenschlitze. Als günstig hat sich erwiesen,
wenn der Querschnitt der Perforation mindestens gleich der Summe der Querschnitte
der Düsenschlitze ist und 4-12 % der Plattenoberfläche beträgt.
[0012] Da der Blasluftstrahl aus dem Düsenschlitz mit der kleineren lichten Weite dazu dient,
die Bildung des Luftkissens oberhalb der perforierten Platte zu ermöglichen, andererseits
aber ein Abströmen ermöglichen soll, ist nach einer diese Forderungen begünstigenden
Ausgestaltung der Erfindung vorgesehen, daß der Übergang von der perforierten Platte
in die benachbarte Düsenlippe des Düsenschlitzes kleineren Querschnittes eine Abreißkante
für die Strömung bildet. Als günstig hat sich herausgestellt, wenn der Krümmungsradius
des Übergangs jeweils kleiner als die Weite des Schlitzes ist. Wichtig ist, daß der
Blasluftstrahl aus dem Düsenschlitz mit der größeren lichten Weite, der in den Raum
zwischen der Materialbahn und der perforierten Platte bläst, in der Lage ist, den
Blasluftstrahl aus dem Düsenschlitz mit der kleineren lichten Weite abzulenken.
[0013] Es ist bekannt, daß es für eine stabile Führung von Materialbahnen günstig ist, wenn
die Materialbahn wellenförmig geführt wird. Zu diesem Zweck ist bei der Erfindung
vorgesehen, daß bei auf beiden Seiten der Materialbahn angeordneten und in Materialbahnlaufrichtung
gegeneinander versetzten Blasluftdüsen der Düsenschlitz größeren Querschnittes und
ggf. flacherer Neigung des Blasstrahls einen größeren Abstand von der Materialbahnführungsebene
der Materialbahn hat. Vor allem bei dieser Anordnung wird neben der angestrebten besonders
stabilen Führung der Materialbahn auch ein hoher Wärmeübergangskoeffizient erzielt.
Bei dieser Ausgestaltung ist vorzugsweise der Übergang von der perforierten Platte
in die benachbarte Düsenlippe des Düsenschlitzes größeren Querschnittes als Abreißkante
für die Strömung ausgebildet. Der Blasluftstrahl kann deshalb nach Art eines Freistrahls
die Materialbahn beaufschlagen, durch die er in den Raum zwischen der Materialbahn
und der perforierten Platte abgelenkt wird.
[0014] Sofern es auf einen hohen Wärmeübergangskoeffizienten nicht ankommt, sondern neben
der stabilen Führung der Materialbahn die Sperrfunktion im Vordergrund steht, wie
es beispielsweise am Eingang eines Trockners der Fall ist, ist nach einer Ausgestaltung
der Erfindung vorgesehen, daß die Blasluftdüsen auf beiden Seiten der Materialbahn
gegenüberliegend angeordnet sind, wobei der Düsenschlitz größeren Querschnittes und
ggf. flacherer Neigung des Blasstrahls einen kleineren Abstand von der mittleren Führungsebene
der Materialbahn als der andere Düsenschlitz hat und wobei die innere Düsenlippe des
Düsenschlitzes größeren Querschnittes konvex in der perforierte Platte übergeht, damit
der Blasluftstrahl aufgrund des Coandaeffektes sich an die perforierte Platte anlegt.
[0015] Bei gemeinsamen Einsatz von gegeneinander versetzten und gegenüberliegend angeordneten
Blasluftdüsen. z.B. in einem Trockner, sind die gegenüberliegend angeordneten Blasluftdüsen
am Eingang und Ende der Trocknungsstrecke und die gegeneinander versetzten Blasluftdüsen
in dem dazwischenliegenden Bereich angeordnet, wobei die Blasluftdüsen mit ihrer Abströmseite
der Mitte der Trocknungsstrecke zugekehrt sind. Bei einer solchen Anordnung erhält
man definierte Strömungsverhältnisse, es stören sich die einzelnen Blasluftdüsen nicht,
sondern unterstützen sich gegenseitig in der Führung der Blasluft.
[0016] Dabei ist es weiter von Vorteil, wenn in der Mitte der Trocknungsstrecke symmetrische
Blasluftdüsen mit auf der zwischen den Düsenschlitzen angeordneten Platten angeordneten
Staukörpern vorgesehen sind.
[0017] Die eindeutigen Strömungsverhältnisse zur Erzielung einer stabilen Materialbahnführung
können in Verbindung mit Heizelementen in Form von Strahlern ausgenutzt werden. So
ist bei einer Ausgestaltung der Erfindung vorgesehen, daß zwischen zwei hintereinanderliegenden
Blasluftdüsen mit richtungsgleicher Abströmseite ein Heizelement in Form eines Strahlers
und in Abströmrichtung der Blasluft aus dem Luftkissen unmittelbar vor der zweiten
Blasluftdüse ein Abströmkanal angeordnet ist.
[0018] Im folgenden wird die Erfindung anhand einer Zeichnung näher erläutert. Im einzelnen
zeigen:
Fig. 1 einen Teil einer asymmetrischen Blasluftdüse mit darüber geführter Materialbahn
im Querschnitt,
Fig. 2 die asymmetrische Blasluftdüse gemäß Fig. 1 in Vorderansicht,
Fig. 3 zwei gegenüberliegend angeordnete asymmetrische Blasluftdüsen in einer zur
Fig. 1 abweichenden geometrischen Anordnung im Querschnitt,
Fig. 4 zwei asymmetrische Blasluftdüsen in einer zur Fig. 1 anderen geometrischen
Anordnung mit einem zwischen ihnen angeordneten Heizelement,
Fig. 5 einen Teil der Trocknerstrecke eines Trockners mit auf beiden Seiten angeordneten
asymmetrischen Blasluftdüsen in Seitenansicht in schematischer Darstellung und
Fig. 6 einen Teil einer symmetrisch aufgebauten Blasluftdüse im Querschnitt.
[0019] Die Blasluftdüse gemäß Figur 1 und 2, im folgenden wegen ihres Wirkungsprinzips Luftkissendüse
genannt, hat einen asymmetrischen Aufbau. In Bezug zu einer mittleren Führungsebene
1, zu der eine Warenbahn 2 einen wellenförmigen Verlauf einnimmt, haben zwei Düsenschlitze
3,4 einen verschieden großen Abstand. Der Düsenschlitz 3, der einen vielfach größeren
Querschnitt als der Düsenschlitz 4 hat, hat von der Führungsebene 1 einen größeren
Abstand als der kleinere Düsenschlitz 4. Auch ist der Neigungswinkel des aus ihm austretenden
Blasluftstrahls 5 weniger steil als der des Blasluftstrahls 6 des kleineren Düsenschlitzes
4.
[0020] Zwischen den inneren Düsenlippen 7,8 der beiden Düsenschlitze 3,4 ist eine perforierte,
zur Warenbahn 2 hin konvex gekrümmte Platte 9 angeordnet, deren der Düsenlippe 7 benachbarter
Bereich mit der Führungsebene 1 einen spitzen Winkel einschließt und deren der Düsenlippe
8 benachbarter Bereich zur Führungsebene 1 im wesentlichen parallel liegt. Daraus
ergibt sich eine Schräglage der perforierten Platte 9. Die Schräglage ist so bemessen,
daß der Abstand des Düsenschlitzes 3 von der Führungsebene 1 etwa das fünffache der
Schlitzbreite beträgt.
[0021] Der Querschnitt der Perforation der perforierten Platte der gesamten Plattenoberfläche
beträgt 4-12 % und ist mindestens gleich der Summe der Querschnitte der Düsenschlitze
3,4. Unterhalb der perforierten Platte 9 befindet sich eine Staukammer 10, deren Boden
11 von der perforierten Platte 9 einen Abstand hat, der 4-12 % des Abstandes der beiden
Düsenschlitze 3,4 beträgt.
[0022] Bei einer solchen Luftkissendüse trifft der Blasluftstrahl 5 als Freistrahl auf die
Materialbahn 2 auf und wird von ihr in Richtung auf den Düsenschlitz 4 abgelenkt.
Durch den Widerstand des Blasluftstrahls 6 entsteht ein Stau, so daß zwischen der
Platte 9 und der Materialbahn 2 ein Luftkissen aufgebaut wird, doch kann der Blasluftstrahl
6 aufgrund seines kleinen Querschnittes und seiner steilen Anstellung dem Staudruck
nicht standhalten, sondern strömt abgelenkt mit der Luft aus dem Luftkissen ab. Ein
kleiner Teil der gestauten Luft gelangt über die Perforation in die Staukammer 10
und strömt zu den beiden Enden der Staukammer 10 hin. Erst im äußeren Bereich, wo
die Materialbahn 2 die perforierte Platte 9 nicht mehr abdeckt, kann die Luft durch
die Perforation der Platte 9 wieder austreten. Die durch die freiliegende Perforation
austretende Blasluft bringt den besondern Effekt, daß sie den aus dem Luftkissenbereich
zwischen der perforierten Platte 9 und der Materialbahn 2 zu den Rändern der Materialbahn
hin abströmenden Blasluftanteil durch Bremsen stört und dadurch diesen Blasluftanteil
daran hindert, ein Randflattern der Materialbahn 2 zu bewirken.
[0023] Die Ausbildung der perforierten Platte 9 und der Staukammer 10 kann in verschiedener
Art und Weise erfolgen. Es ist auch möglich, Luftkissendüsen asymmetrischen Aufbaus
mit perforierten Platten derart nachzurüsten und derart zur Führungsebene zu positionieren,
daß sich im Prinzip ein gleicher Aufbau ergibt.
[0024] Beim Ausführungsbeispiel der Figur 5 sind mehrere Luftkissendüsen 12-19 der in Figur
1 und 2 gezeigten Bauart auf beiden Seiten einer Materialbahn 20 zur Bildung einer
Trocknerstrecke in Materialbahnlaufrichtung versetzt zueinander angeordnet. Die Besonderheit
bei dieser Anordnung besteht darin, daß die Abströmseite der einzelnen Luftkissendüsen
auf der der Mitte M zugekehrten Seite liegen. Dadurch wird erreicht, daß beim Einbau
in einen Trockner sich kein zu starker Strömungsdruck nach außen an den Ein- und Auslaßschlitzen
ergibt. Damit bei dieser Anordnung sich die aufeinander zugerichteten Ströme in der
Mitte M nicht stören, sind sperrende Luftkissendüsen 21,22 im Bereich der Mitte M
angeordnet, die den in Figur 6 gezeichneten Aufbau haben. Diese Luftkissendüsen weisen
zwei Düsenschlitze 23,24 und eine die inneren Düsenlippen verbindende Platte 25 auf,
auf der ein Staukörper 25a mit scharfkantigen Treppenstufen 26 an beiden Seiten angeordnet
ist. Vor diesem Staukörper 25a bildet sich ein stauendes Luftkissen, das einem Überströmen
von Blasluft entgegenwirkt.
[0025] Um ein Austreten von Blasluft aus den für die Materialbahn vorgesehenen Ein- und
Austrittsschlitzen eines Trockners zu verhindern, ist es im Gegensatz zu herkömmlichen
Luftkissendüsen auch möglich, auf gegenüberliegenden Seiten der Warenbahn erfindungsgemäße
Luftkissendüsen anzuordnen, die im Prinzip den gleichen Aufbau wie die Luftkissendüsen
gemäß Figur 1 und 2 haben, allerdings mit dem Unterschied, daß die perforierte Platte
29,30 entgegengesetzt geneigt ist und der Übergang 31,32 der inneren Düsenlippe 32,33
des Düsenschlitzes 35,36 größeren Querschnittes in die perforierte Platte 29,30 derart
konvex ausgebildet ist, daß der Blasluftstrahl 37,38 aufgrund des Coandaeffektes vollständig
in den Raum zwischen der Materialbahn 39 und der perforierten Platte 29,30 strömt.
Bei diesem Ausführungsbeispiel wird der Blasluftstrahl 37,38 im Gegensatz zu dem vorherigen
Ausführungsbeispiel nicht als Freistrahl wirksam und muß deshalb auch nicht von der
Materialbahn 39 abgelenkt werden, sondern gelangt allein aufgrund des Coandaeffektes
in den Raum zwischen der Materialbahn 39 und der perforierten Platte 29,30. Die ungestörte
Überströmung der perforierten Platte 29,30 sowie der Effekt aus der Staukammer 40,41
im Bereich der Ränder der Materialbahn 39 austretender Blasluft bleibt erhalten. Die
entgegengesetzte Neigung der perforierten Platte 29,30 dient dazu, daß das Luftkissen
nur bis zur mittleren Führungsebene der Materialbahn 39 und nicht in den Wirkungsbereich
der gegenüberliegenden Düse reicht. Beim Ausführungsbeispiel mit versetzten Luftkissendüsen
(Fig. 5) spielt diese Forderung keine Rolle, da hier zur stabileren Führung ein wellenförmiger
Materialbahnverlauf sogar erwünscht ist.
[0026] Die in Figur 4 dargestellten Luftkissendüsen 42,43 haben den gleichen Aufbau wie
die Luftkissendüsen gemäß Figur 1 und 2, allerdings ist ihre geometrische Anordnung
in bezug auf die Materialbahn 44 anders, und zwar gleich der der Luftkissendüsen 27,28
gemäß Figur 3. Der Grund für diese andere geometrische Anordnung besteht darin, daß
das Luftkissen in seiner Wirkungshöhe eingeschränkt werden muß, um bei mehrfach hintereinander
einseitiger Anordnung die Materialbahn 44 nicht von der mittleren Fühungsebene abzudrängen.
Auch hierbei wird kein hoher Wärmeübergang gefordert, wohl aber die anderen Eigenschaften
der erfindungsgemäßen Luftkissendüse bezüglich der stabilen Führung und insbesondere
des zu vermeidenden Randflatterns der Materialbahn. Ein hoher Wärmeübergang wird deshalb
nicht verlangt, weil bei dieser Ausführung zwischen den beiden Luftkissendüsen 42,43
ein als Heizelement dienender Infrarotstrahler 45 vorgesehen ist. Die Trocknungsleistung
wird also vorwiegend von diesem Strahler 45 und nicht von den Luftkissendüsen 42,43
bewirkt. Zwischen dem Strahler 45 und der nächsten Luftkissendüse 43 ist ein Abströmkanal
46 angeordnet, der die mit dem zu trocknenden Medium der Materialbahn 44 angereicherte
Blasluft aufnimmt. Der besondere Vorteil des gleichzeitigen Einsatzes von Infrarotstrahlern
45 und Luftkissendüsen 42,43 besteht darin, daß bei stabiler Lage der Materialbahn
gegenüber den Infrarotstrahlern 45 sich die Infrarotstrahler 45 wegen der über sie
hinwegströmenden Blasluft mit höchster Leistung betreiben lassen und die Blasluft
den Stoffaustausch übernimmt und dabei noch Trocknungsleistung erbringt.
1. Vorrichtung zum Trocknen von freigeführten Materialbahnen mittels Blasluftdüsen,
bei denen jeweils zwischen an den Längsseiten angeordneten Düsenschlitzen (oder Lochreihen)
eine perforierte, insbesondere zur Materialbahn hin konvex gekrümmte Platte angeordnet
ist, wobei beide Düsenschlitze, deren Blasstrahlen oberhalb der Platte zwischen sich
ein Luftkissen bilden, verschiedene Neigungswinkel zur mittleren Führungsebene der
Materialbahn und ggf. die Düsenschlitze einen unterschiedlichen Querschnitt haben,
dadurch gekennzeichnet, daß hinter der perforierten Platte (9,29,30) eine Staukammer (10,40,41) angeordnet
ist, in die aus dem Luftkissen Luft einströmt, die im Bereich der Materialbahnränder
durch die Perforation ausströmt und somit das Abströmen der Luft aus dem Luftkissen
durch den Raum zwischen der perforierten Platte (9,29,30) und der Materialbahn zu
den Materialbahnrändern hin behindert.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die Düsenschlitze (3,4) von der mittleren Führungsebene (1) der Materialbahn
(2,20,39,44) derart unterschiedliche Abstände haben und die perforierte Platte (9,29,30)
derart geneigt zur Führungsebene (1) angeordnet ist, daß sich eine Abströmung der
Blasluft aus dem Luftkissen nur über eine Längsseite ergibt.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß der Abstand des Bodens (11) der Staukammer (10) von der perforierten Platte (9)
4-12 % des Abstandes der beiden Düsenschlitze (3,4) beträgt.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß der Querschnitt der Perforation in der perforierten Platte (9) mindestens gleich
der Summe der Querschnitte der Düsenschlitze (3,4) ist und 4-12 % der Oberfläche der
perforierten Platte (9) beträgt.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß der Übergang von der perforierten Platte (9) in die benachbarte Düsenlippe (8)
des Düsenschlitzes (4) kleineren Querschnittes eine Abreißkante für die Strömung bildet.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, daß der Krümmungsradius des Übergangs kleiner als die Weite des Düsenschlitzes (4)
ist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß bei auf beiden Seiten der Materialbahn (20) angeordneten und in Materialbahnlaufrichtung
gegeneinander versetzten Blasluftdüsen (12-19) der Düsenschlitz (3) größeren Querschnittes
und ggf. flacherer Neigung des Blasstrahls (5) einen größeren Abstand von der mittleren
Führungsebene (1) hat als der andere Düsenschlitz (4) (Fig. 5).
8. Vorrichtung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, daß der Übergang von der perforierten Platte (9) in die benachbarte Düsenlippe (7)
des Düsenschlitzes größeren Querschnittes eine Abreißkante bildet.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß bei auf beiden Seiten der Materialbahn (39) gegenüberliegend angeordneten Blasluftdüsen
(27,28) der Düsenschlitz (35,36) größeren Querschnittes einen kleineren Abstand von
der mittleren Führungsebene der Materialbahn (39) hat als der andere Düsenschlitz
und der Übergang von der perforierten Platte (29,30) in die benachbarte Düsenlippe
(33,34) des Düsenschlitzes (35,36) größeren Querschnittes eine konvex gekrümmte Leitfläche
(31,32) bildet (Fig. 3).
10. Vorrichtung nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, daß die perforierte Platte (29,30) mit ihrem dem Düsenschlitz (35,36) größeren Querschnittes
benachbarten Bereich mit einem der doppelten größeren Schlitzweite entsprechenden
Abstand und mit ihrem dem Düsenschlitz kleineren Querschnittes benachbarten Bereich
mit einem der zehnfachen Weite des größeren Düsenschlitzes entsprechenden Abstand
von der mittleren Führungsebene der Materialbahn (39) angeordnet sind.
11. Vorrichtung nach Anspruch 9 oder 10,
dadurch gekennzeichnet, daß die gegenüberliegend angeordneten Blasluftdüsen (27,28) den Anfang und das Ende
einer Trocknungsstrecke und die gegenüberliegend versetzt angeordneten Blasluftdüsen
(12-19) den dazwischenliegenden Bereich der Trocknungsstrecke bilden, wobei die Blasluftdüsen
mit ihrer Abströmseite der Mitte (M) der Trocknungsstrecke zugekehrt sind.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, daß in der Mitte (M) der Trocknungsstrecke symmetrische Blasluftdüsen (21,22) mit
auf einer zwischen den Düsenschlitzen (23,24) angeordneten Platte (25) angeordnete
Staukörper (25a) vorgesehen sind.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7 und 10 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, daß zwischen zwei hintereinanderliegenden Blasluftdüsen (42,43) mit richtungsgleicher
Abströmseite ein Heizelement (45) in Form eines Strahlers, insbesondere Infrarotstrahlers,
und in Abströmrichtung der Blasluft unmittelbar vor der zweiten Blasluftdüse (43)
ein Abströmkanal (46) angeordnet sind.