[0001] Die Erfindung betrifft ein elektromagnetisches Relais der im Oberbegriff des Anspruchs
1 angegebenen Art.
[0002] Aus der EP-A20 213 064 ist ein Relais bekannt, welches insbesondere zum zwei- oder
mehrpoligen Abschalten von Verbrauchern geeignet ist und bei dem mindestens zwei Kontaktfedersätze
in Öffnungsrichtung mechanisch entkoppelt sind, so daß beim Nichtöffnen eines Kontaktes
der mindestens eine andere Kontakt ungehindert öffnet. Dabei ist zur Druckkraftübertragung
zwischen Anker und jeweils einem Kontaktfedersatz ein mechanisches Zwischenglied vorgesehen.
[0003] Bei der vorgenannten Lösung kann die Schwierigkeit bestehen, daß die freien Kontaktfederzungen
zum Schwingen neigen.
[0004] Der im kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1 angegebenen Erfindung liegt die Aufgabe
zugrunde, ein Relais der eingangs genannten Gattung zu schaffen, bei dem auch wenn
der Kraftangriffspunkt des Ankers aus konstruktiven Gründen vom freien Ende der Kontaktfeder
entfernt angeordnet ist, die Krafteinleitung bei der Kontaktfeder in der Nähe dieses
freien Endes erfolgt.
[0005] Bei der erfindungsgemäßen Lösung ist besonders günstig, daß der zur Kraftübertragung
vorgesehene Hebel mit einfachen zusätzlichen Maßnahmen auch weitere Funktionen zur
Erhöhung der Betriebssicherheit des Relais übernehmen kann, wie es in den Unteransprüchen
näher dargestellt ist.
[0006] Die Montierbarkeit der Hebel ist dadurch erleichtert, daß sie sich mit ihren als
Achsstummel ausgebildeten Drehachsen leicht in entsprechende Ausnehmungen zu deren
Aufnahme einfügen lassen, wobei die Achsstummel auch bei diese nicht in allen radialen
Richtungen begrenzenden, d.h. einseitig offenen, Ausnehmungen nicht herausfallen,
wenn sie zusätzliche seitliche Führungen aufweisen, die sie nur bei entferntem Kontaktsatz
und/oder Anker verlassen können.
[0007] Um die Masse des Hebels zu verkleinern und um auch Werkstoff einzusparen, ist der
Hebel in vorteilhafter Weise mit mindestens einem Durchbruch versehen.
[0008] Das erfindungsgemäße Relais ist insbesondere als Doppelankerrelais in der Weise
ausgebildet, daß beide Steuerelemente jeweils von einem Anker angetrieben werden.
In diesem Fall ist die Anordnung auch gegen ein Versagen des Öffnens der Kontakte
gesichert, die auf einem "Kleben" eines der Anker beruht.
[0009] Die weiteren vorteilhaften konstruktiven Ausführungen - insbesondere die Gestaltung
als Klappankerrelais mit horizontal ausgerichteter Spule und die vorteilhafte Anordnung
der Kontakte und Stromzuführungselemente, welche insgesamt einen montagegünstigen
Aufbau erlauben - ergeben sich aus der Beschreibung des nachfolgenden Ausführungsbeispiels.
Insbesondere zu erwähnen ist dabei auch die Lagerung der Hebel in einer Zwischenträgerplatte
zwischen Grundplatte und dem die Magnetspule tragendem Joch, so daß die einzelnen
Baugruppen sich mit Leichtigkeit ineinander fügen und gegebenenfalls auch ohne Beschädigung
demontieren lassen.
[0010] Andere vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet
bzw. werden nachstehend zusammen mit der Beschreibung der bevorzugten Ausführung der
Erfindung anhand der Figuren näher dargestellt. Es zeigen:
Figur 1 ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Relais im zusammengebauten Zustand
in Seitenansicht,
Figuren 2a bis c eine Detaildarstellung eines Elements des Ausführungsbeispiels gemäß
Figur 1 in drei Ansichten
Figur 3 eine Detaildarstellung einer Aufnahme für ein Element gemäß Figuren 2a bis
c,
Figur 4 eine perspektivische Darstellung einer Variante des Ausführungsbeispiels,
Figur 5 eine Perspektivdarstellung einer weiteren Variante des Ausführungsbeispiels
sowie
Figur 5a eine dreiseitige Darstellung eines Details des Ausführungsbeispiels gemäß
Figur 5.
[0011] Die Grundplatte 1 ist U-förmig ausgebildet und nimmt die als Flachstecker ausgebildeten
Anschlüsse 2 für Kontakte und Antrieb des Relais auf. Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel
sind zwei Schließkontakte, bestehend aus einem Festkontakt 3 und einem beweglichen
Federkontakt 4, als Kontaktsätze vorgesehen. Auf die Grundplatte 1 aufgesetzt - bzw.
zwischen die Seitenwangen 6 und 7 der Grundplatte l eingefügt - ist eine Abdeckplatte
8, welche ebenfalls eine U-förmige Kontur aufweist und sich mit den seitlichen Schenkeln
des "U" an den Seitenwangen 6 und 7 abstützt.
[0012] Die Abdeckplatte 8 weist einerseits Durchlässe 9 und 10 auf, welche eine Betätigung
der Kontaktfedersätze 4 im Bereich der Grundplatte durch die Abdeckplatte 8 hindurch
mittels Zwischenglieder bildenden Hebeln 11 und 12 ermöglichen.
[0013] Um ein Schwingen der freien Enden der Kontaktfedern weitgehend zu verhindern, ist
bei dem Ausführungsbeispiel in Figur 1 ein einseitig gelagerter einarmiger Hebel 11
bzw. 12 vorgesehen, der um eine Achse drehbar ist, die räumlich im wesentlichen parallel
zu den Drehachsen des Ankers 38 und der Auslenkachse der Feder 4 gerichtet ist. Der
Hebel weist eine Höhe auf, welche die Distanz zwischen dem Anker und der Kontaktfeder
überbrückt. Dabei sind die Angriffspunkte, welche zur Übertragung einer Druckkraft
an den benachbarten mechanischen Element anliegen (Wölbung 15 für den Anker und Kante
21 für das Federelement) in Bezug auf den Drehpunkt 5 des Hebels radial versetzt,
so daß der Angriffspunkt zur Krafteinwirkung auf die Federzunge näher zu deren freien
Ende hin versetzt ist, als es bei geradliniger Übertragung in Bewegungsrichtung der
Fall wäre. Auf diese Weise wird jede Schwingung des freien Federendes 4 wirksam gedämpft
und gleichzeitig dafür Sorge getragen, daß der Kontakt am freien Ende der Feder im
wesentlichen unverzögert beschleunigt wird, da die Kraftübertragung insoweit starr
ist. In der flachen Ausführung des Hebels 11 bzw. 12 können ohne Schwierigkeiten zwei
derartige Hebel räumlich versetzt nebeneinander Platz finden, so daß eine im wesentlichen
unabhängige Betätigung für Doppelankerrelais gewährleistet ist.
[0014] Antriebselement für die Kontaktsätze des hier dargestellten Relais ist eine Magnetspule
47, welche durch eine Wicklung Kupferlackdraht auf einem Spulenkörper 51 und einen
Eisenkern 52 gebildet wird. Mit dem Spulenkörper 51 ist ein Joch 53 verbunden, welches
an seinen sich in Längsrichtug des Spulenkörpers 51 erstreckenden Enden stegförmige
Ansätze 32 und 33 bzw. 34 und 35 aufweist, die jeweils paarweise parallel gerichtet
sind und in horizontaler Ebene eine U-förmige Struktur bilden, die als "H"-förmig
anzusehen ist, wenn alle Stege 32 bis 35 und das Joch gemeinsam betrachtet werden.
[0015] Eine becherförmige Gehäusekappe 36 ist maßlich an die Außenabmessungen der Grundplatte
1 angepaßt und wird über die Seitenwangen 6 und 7 gestülpt, wo sie spielfrei gehalten
ist. Das Joch 53 wird durch den aufgesetzten becherförmigen Gehäusedeckel 36 seitlich
begrenzt und mittig zentriert.
[0016] Beidseitig des Kerns 52 sind abgewinkelte Anker 37 und 38 vorgesehen, die zwischen
den stegförmigen Ansätzen 32 und 33 bzw. 34 und 35 drehbar gelagert sind. Da die Anker
einen Winkel bilden, der geringfügig größer ist als 90°, wirken an ihrem unteren abgewinkelten
Ende vorgesehene Fahnen 39 bzw. 40 auf die Oberseiten der Hebel 11 bzw. 12 ein und
betätigen somit mittelbar die auf der Grundplatte befindlichen Kontaktsätze. Die beiden
Anker 37 und 38 sind mittels "E"-förmiger Federelemente 41 gehalten und schwenkbar
gelagert.
[0017] Die beiden Anker werden bei der Montage des vollständigen Spulen-Anker-Elementes
seitlich zwischen die stegförmigen Ansätze 32, 33 bzw. 34, 35 eingeschoben. Durch
die um 180° gedrehte Montage können die beiden Ankerteile identisch ausgeführt sein,
die Fahnen 39 und 40 liegen jedoch in der Ebene nebeneinander und sind den beiden
Hebeln 11 und 12 zur Kraftübertragung räumlich benachbart. Um die Anker drehbar zu
arretieren, wird nach der Vormontage das "E"-förmige Federelement 41 von ober her
zwischen die stegförmigen Ansätze 32 und 33 bzw. 34 und 35 eingefügt, wobei die Stege
in Richtung nach außen sich stufenförmig verbreiternde Ansätze 50 aufweisen, hinter
denen sich die äußeren Schenkel des "E"-förmigen Federelementes abstützen. Der mittlere
Schenkel des "E" ragt infolge seiner Federkraft aus der Ebene der anderen beiden Schenkel
in Richtung auf den Anker heraus und weist einen verlängerten Ansatz 42 auf, der in
Richtung auf den Anker 37 geringfügig gewinkelt oder eingebogen ist.
[0018] Das als Ausführungsbeispiel dargestellte Relais ist mit zwei separaten Ankern 37
und 38 ausgestattet, welche bei stromdurchlässiger Spule gemeinsam angezogen werden.
Im normalen Betriebsfall werden die von den beiden Ankern angetriebenen Kontaktsätze
gemeinsam betätigt. Bei Schaltvorgängen, welche eine hohe Zuverlässigkeit der Abschaltung
erfordern, wie es beispielsweise bei Heizwicklungen von Haushaltsgeräten der Fall
ist, sind die beiden jeweils Schließer enthaltenden Kontaktsätze in Serie geschaltet
und öffnen gemeinsam beim Abfall der Anker, so daß die beiden zwischen den Kontakten
entstehenden Luftstrecken den Stromfluß jeweils für sich unterbinden.
[0019] In den Figuren 2a bis 2c ist der Hebel in dreiseitiger Ansicht separat wiedergegeben,
wobei die die Drehachse bildenden Achsstummel 13 und 13a, welche einstückig an das
nicht zur Kraftübertragung dienende Ende des aus Kunststoff bestehenden Werkstücks
angespritzt sind, am drehbar gelagerten Ende vorgesehen sind. Diese Achse wird von
oben her in eine entsprechende Ausnehmung der Abdeckplatte eingesetzt, wie es in Figur
1 erkennbar ist.
[0020] In Figur 3 ist die Lagerung des Hebels als Detailzeichnung perspektivisch wiedergegeben.
[0021] Bei der in Figur 3 dargestellten Aufnahme für den Hebel 11 gemäß Figuren 2a bis c
ist erkennbar, daß die Lagerung für die Achsstummel 13 und 13a in Ausnehmungen 16
und 17 erfolgt. Im Betriebszustand wird der Hebel zwischen Seitenwandungen 18 und
19 der Aufnahme geführt, wobei der Abstand der Seitenwandungen an den Querschnitt
des Hebels (vergleiche Figur 2b) angepaßt ist. Hier sind die Ausnehmungen 16 nach
oben offen ausgebildet und somit ist ein Einführen des Achsstummels 13 (Figur 2a)
in radialer Richtung der Lagerung gestattet, die Ausnehmung 17 ist in radialer Richtung
der Drehachse vollkommen geschlossen ausgebildet. Das Einfügen des Hebels 11 erfolgt
bei der Montage so, daß er sich außerhalb der Seitenwandungen 18 und 19 befindet und
daher zunächst mit dem Achsstummel 13a unter leichter Neigung in die Ausnehmung 17
"eingehakt" werden kann. Anschließend wird der Achsstummel 13 in die Ausnehmung 16
abgesenkt und nach dem Schwenken in seine Betriebsposition (vergleiche Figur 1) zwischen
den Wandungen 18 und 19 gehalten. Da der Hebel 11 in dieser Betriebsstellung im montierten
Zustand des Relais zwischen Taktfeder und Anker gehalten wird, ist die axiale Lagerung
des Hebels in jeder Position des Relais gesichert (Um das Einfügen und Neigen des
Hebels beim Einsetzen zwischen den Wandungen 18 und 19 zu erleichtern, können diese
gegebenenfalls im Bereich der Ausnehmungen 16 und 17 geringfügig erweitert werden.
Die seitliche Führung des Hebels zwischen den Wandungen 18 und 19 wird dadurch nicht
beeinträchtigt.
[0022] Die Luftstrecken der Kontaktsätze bei geöffneten Kontakten sind also so bemessen,
daß sie jede für sich eine Abschaltung gewährleisten. Sollte es also im Verlaufe der
Betriebsdauer des Gerätes einmal vorkommen, daß einer der Kontakte verschweißt oder
einer der Anker klebt, so wird durch Öffnen des jeweils anderen Kontaktsatzes die
Stromausschaltung vorgenommen.
[0023] Bei dem hier dargestellten Relais ist durch zusätzliche Maßnahmen sichergestellt,
daß, wenn einer der Kontaktsätze nicht wirksam geöffnet hat, das Schließen des anderen
Kontaktes bei einem darauffolgenden Betätigungsvorgang unterbunden bleibt. Diese
Maßnahme hat den Sinn, daß das Relais bzw. der durch das Relais eingeschaltete Verbraucher
bei Versagen eines der Kontakte nicht weiter betrieben wird. Da in diesem Fall immer
noch auch der zweite der Kontaktsätze schließen kann, ist die geforderte Sicherheit
der Abschaltung nicht mehr gegeben, da im weiteren Betrieb die Gefahr besteht, daß
auch der andere Kontakt funktionsunfähig wird und somit ein unbedingt zu vermeidender
Störungsfall eintreten könnte.
[0024] In Figur 4 ist in einer schematischen Perspektivdarstellung dargestellt, wie eine
gegenseitige Verriegelung der Hebel bevorzugt ausgeführt wird, wenn verhindert werden
soll, daß der zweite Klappanker anspricht, wenn der erste (im Falle des Klebens oder
einer sonstigen Fehlfunktion) nicht in seine Ausgangslage zurückgekehrt ist. Dazu
werden mittels einer geeigneten Lagerung 20 zwei Federdrähte 22 und 23 so gehalten,
daß sie um ihre Mitte pendeln können. Ausnehmungen 24 und 25 weisen dazu jeweils die
Form zweier mit der Spitze zusammenhängender "V"s auf.
[0025] An einer Seite der Hebel 11′ und 12′ (da die Anordnung um 180° drehsymmetrisch ist,
bleibt die Form der einzelnen Hebel identisch) sind Rampen 26 und 27 bzw. 28 und 29
vorgesehen, welche bei Betätigung des einen Hebels die Bewegung des anderen Hebels
verriegeln. Dazu dienen an den Elementen 26 bis 29 vorgesehene, in radialer Richtung
wirksame, Steuerkurven, die mit den Enden der Federn 22 und 23 in Wechselwirkung treten.
Die Steuerkurven weisen geneigte Flächen auf (in Figur 4 sichtbar sind die Flächen
30 und 31 an den Elementen 26 und 27), welche in Vertiefungen 43 und 44 enden. In
der Ruhestellung befinden sich die Enden der Federn 22 und 23 kurz vor diesen Vertiefungen.
Wird ein Hebel niedergedrückt, so gelangen die entsprechenden Enden der Federn auf
die rampenförmigen Teile 30 und 31, so daß die Federenden in Richtung aufeinander
zu bewegt werden und sich die gegenüberliegenden Enden spreizen. Die gespreizten Enden
gelangen in die Ausnehmungen und sperren die Betätigung des zweiten Hebels 12′, so
daß Fehlfunktionen vermieden sind. Für diese Sperrfunktion ist jeweils nur ein Federdraht
erforderlich. Die Verwen dung von zwei Federdrähten bringt jedoch eine zusätzliche
Sicherheit. Auch heben sich die Reaktionskräfte auf, so daß diese nicht von der Lagerung
aufgenommen werden müssen. Im übrigen entspricht der Abstand der Elemente 26 und
27 bzw. 28 und 29 dem Versatz der Anordnung der Elemente an den Hebeln 11′ und 12′.
Aus Gründen der Symmetrie sind bei der Herstellung einheitlich geformter Hebel 11′
und 12′ ohnehin pro Hebel zwei Elemente 26 bis 29 vorzusehen.
[0026] Damit kann bei unsymmetrisch aktivierten Kontakten keine zusätzliche Betätigung des
Kontaktes erfolgen, der in diesem Zustand in Ruhe ist.
[0027] Im normalen Betrieb dagegen werden die beiden Hebel 11 und 12 nahezu gleichzeitig
angetrieben, so daß die freien Schenkel des Federelementes 15 aus dem eine Einrillung
45 bzw. 46 tragenden Bereich hinaus gelangen, bevor durch den sich erweiternden Bereich
48 bzw. 49 eine Vorspannung aufgebaut werden kann, welche eine Sperrung im vorgenannten
Sinn bewirkt.
[0028] Die dargestellte Anordnung ist äußerst einfach im Aufbau und benötigt kaum zusätzliche
Elemente. Außerdem ist die Erhöhung der Betätigungskraft nur geringfügig, da ein Sperrelement,
welches quer zu einer zu sperrenden Betätigungsrichtung verschieblich ist, mit verhältnismäßig
kleinen Kräften angetrieben werden kann.
[0029] Bei der Anordnung ist zusätzlich von Bedeutung, daß der normale Betriebszustand sich
wieder einstellt, sobald ein Anker nicht mehr klebt bzw. der betreffende verschweißte
Kontakt sich löst. In diesem Fall ist nämlich der angestrebte betriebssichere Zustand
wieder hergestellt, der im günstigsten Fall für die gesamte weitere Lebendauer des
Relais aufrechterhalten bleibt. Damit werden unnötige Reparaturen vermieden.
[0030] In Figur 5 ist eine weitere Ausführungsvariante der Erfindung wiedergegeben, bei
der als Zwischenelemente Hebel 11˝ und 12˝ vorgesehen sind, welche parallel in gleicher
Orientierung ausgerichtet sind, d.h. die Drehachsen für die Hebel sind auf der gleichen
Seite angeordnet und verlaufen beim dargestellten Ausführungsbeispiel deckungsgleich.
Die Lagerung der Achsstummel 53 und 54 bzw. 55 und 55a erfolgt zwischen quaderförmigen
Erhebungen 56 und 57 bzw. 58 und 59 am Drehlager auf der Seite des freien Hebelendes
bzw. mit einer hakenförmigen Abwinklung zum freien Ende des Hebels hin versehenen
Erhebungen 60 bzw. 61. Die hakenförmigen Abwinklungen, die auch als Erhebungen an
einer entsprechenden Seitenwandung vorgesehen sein können, erstrecken sich nicht
bis zur Achse hin, so daß die Hebel, wenn sie um einen Winkelbetrag nach oben (entgegen
den Betätigungsweg) geschwenkt werden, aus der Lagerung herausnehmbar sind. Zusätzlich
werden die Hebel im Bereich ihres freien Endes durch Erhebungen 62 bzw. 63 (und jeweils
auf der Gegenseite befindliche entsprechende Erhebungen, die in der Zeichnung nicht
dargestellt sind, geführt, so daß sie innerhalb ihres vorgesehenen Schwenkbereiches
im Betrieb nicht seitlich ausweichen können. An den Enden der Hebel sind Steuerkurven
64 und 65 vorgesehen, welche mit einer Drahtfeder 66 in Wechselwirkung treten, die
an einem zentralen Befestigungspunkt 67 zwischen den Hebeln mon tiert ist und sich
zu einer seitlichen Schleifenbiegung 68 hin erstreckt, um dann zwischen den beiden
Steuerkurvengestreckt zu verlaufen. Der Befestigungspunkt 67 weist eine zu den Lagerungen
der Hebel hin gerichtete Anlagefläche 69 auf, welche die Lagerung für die durch die
Drahtfeder gebildete "Wippe" bildet. Die Steuerkurven 64 und 65 zeichnen sich durch
geneigte Kanten 70 und 71 aus, welche beim Niederdrücken des entsprechenden Hebels
11˝ oder 12˝ ein Auslenken der Feder 66 bewirken, so daß das andere Ende in Folge
der Anlagefläche 69 eine Bewegung in entgegengesetzter Richtung (zur Drehachse der
Hebel hin) ausführt. An die geneigten Kanten 70, 71 schließen sich Stufen 72 bzw.
73 an, die in radialer Richtung zur Drehachse der Hebel 11˝ und 12˝ hin verlaufen.
In der Ruhestellung befindet sich die Drahtfeder in Fortsetzung der Stufe in radialer
Richtung von der Drehachse entfernt, so daß sie beim Niederdrücken eines Hebels 11˝
oder 12˝ mit der geneigten Kante 70 bzw. 71 der Steuerkurve 64 bzw. 65 in Kontakt
kommt und das andere Ende die Bewegung des zweiten Hebels durch die Kante der Stufen
72 bzw. 73 sperrt.
[0031] Bei gleichzeitiger Betätigung der Hebel sind entsprechend also wieder beide frei
gegeben, während bei einseitiger Betätigung der andere Hebel gesperrt ist.
[0032] An der Befestigung 67 ist im Bereich der Anlagefläche 69 ein die Feder 66 übergreifender
hakenförmiger Ansatz 72 vorgesehen, der ein Auswandern der Feder nach oben hin bei
Rückbewegung der Hebel 11˝ bzw. 12˝ sperrt. In Figur 5a ist die Befestigung 67 zusätzlich
in ihren drei Seitenansichten wiedergegeben.
[0033] Die Erfindung beschränkt sich in ihrer Ausführung nicht auf das vorstehend angegebene
bevorzugte Ausführungsbeispiel. Vielmehr ist eine Anzahl von Varianten denkbar, welche
von der dargestellten Lösung auch bei grundsätzlich anders gearteten Ausführungen
Gebrauch machen.
1. Elektromagnetisches Relais insbesondere zum zwei- oder mehrpoligen Abschalten von
Verbrauchern, wobei mindestens zwei Kontaktfedersätze in Öffnungsrichtung mechanisch
entkoppelt sind, so daß beim Nichtöffnen eines Kontaktes der mindestens eine andere
Kontakt ungehindert öffnet,
mit einem mechanischen Zwischenglied zur Druckkraftübertragung zwischen Anker und
jeweils einem Kontaktfedersatz,
dadurch gekennzeichnet ,
daß das mechanische Zwischenglied aus einem einseitig gelagerten einarmigen Hebel
(11, 12) besteht, der um eine Achse drehbar ist, die räumlich im wesentlichen parallel
zu den Drehachsen des Ankers (37, 38) und der Auslenkachse der Feder (4) gerichtet
ist,
wobei der Hebel in Richtung seiner Drehbewegung größere Abmessungen als in Richtung
der Drehachse aufweist und die maximale Abmessung an dem der Drehachse gegenüberliegenden
Ende die Distanz zwischen Anker und Kontaktfeder (4) überbrückt, wobei der Kraftangriffspunkt
für die Kontaktfeder gegenüber dem Kraftangriffspunkt für den Anker in radialer Richtung
zum freien Ende des Hebels hin versetzt ist.
2. Relais nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Hebel im Bereich seiner Drehachse mit einstückig angeformten Achsstummeln
(13, 13a bzw. 56 bis 59) versehen ist.
3. Relais nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß zur Lagerung der Achsstummel Ausnehmungen (16, 17) vorgesehen sind.
4. Relais nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausnehmungen (17) die Achsstummel in radialer Richtung der Drehachse derartig
begrenzen, daß sie nur aus der Ausnehmung freigegeben werden, wenn die Hebel (11,
12) eine in Bezug auf ihre Ruhestellung um die Drehachse und/oder um eine Längsachse
geneigte Position einnehmen.
5. Relais nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß eine Führung in einer Richtung parallel zur axialer Richtung der Drehachse aus
einem Schlitz mit Seitenwandungen (18, 19) in einer zwischen Anker und Kontaktfeder
befindlichen Platte (8) gebildet wird.
6. Relais nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausnehmungen (16, 17) zur Führung der Drehachse an einer zwischen Anker und
Kontaktfeder befindlichen Platte (8) vorgesehen ist.
7. Relais nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Hebel (11) mit mindestens einem Durchbruch (14) versehen ist.
8. Relais nach einem der vorangehenden Ansprüche mit zwei Ankern, die jeweils einen
Kontaktfedersatz betätigen, dadurch gekennzeichnet, daß zwei jeweils einem Paar von Anker und Kontaktfedersatz zugeordnete Hebel (11,
12) identischer Gestaltung um 180° drehsymmetrisch angeordnet oder parallel gerichtet
vorgesehen sind.
9. Relais nach einem der vorangehenden Ansprüche mit Zwischengliedern welche mit einem
quer zu deren Verschieberichtung beweglichen Verriegelungselement derart in Wechselwirkung
treten, daß die Verschiebung des einen Zwischenglieds gesperrt ist, wenn das mindestens
eine andere Zwischenglied aus seiner der Ankerruhestellung entsprechenden Position
heraus verschoben ist, und die Sperrung nicht eintritt, wenn die Zwischenglieder im
wesentlichen gleichförmig aus der genannten Position heraus verschoben werden, daß
der Hebel an einer einem Verriegelungselement zugewandten Seite, bezogen auf die Richtung
der Betätigung, veränderliche Abmessungen zum Verriegelungselement hin aufweist,
welche nach Art einer Steuerkurve mit dem Verriegelungselement in Wechselwirkung tritt,
das Zwischenglied in der der Ruhestellung des Kontaktsatzes entsprechenden Position
eine dem Verriegelungselement zugewandte Ausnehmung aufweist, die, wenn das Verriegelungse
lement in diese eingreift, die Bewegung des Zwischengliedes sperrt, wobei das Verriegelungselement
derart verschieblich gelagert ist, daß bei einer infolge Wechselwirkung mit der
Steuerkurve eines beliebigen Zwischenglieds ausgelösten Querbewegung der die Bewegung
sperrende Eingriff bezüglich der Ausnehmung des mindestens einen anderen Zwischengliedes
erfolgt, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuerkurve als eine ihren radialen Abstand in Bezug auf die Drehachse des
Hebels verändernde Rampe (30, 31 bzw. 70, 71) ausgebildet ist, an deren der Kontaktfeder
zugewandtem Ende eine steilflankig begrenzte Ausnehmung vorgesehen ist, vor der sich
das Verriegelungselement in der Ruheposition befindet.
10. Relais nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Rampe (70, 71) am freien Ende des Hebels vorgesehen ist und vorzugsweise
durch dessen Kante gebildet wird.
11. Relais nach einem der Ansprüche 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, daß jeweils zwei in bezug auf eine tangentiale Achse, bezogen auf den Drehpunkt,
spiegelsymmetrische Rampen (30, 31) pro Hebel mit zwei voneinander unabhängigen Verriegelungselementen
vorgesehen sind.
12. Relais nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Verriegelungselement (22, 23, 66) als mittig drehbar gelagerter Federdraht
ausgebildet ist.
13. Relais nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß der Federdraht in seitlicher Verlägerung in eine Schleife (68) einmündet, deren
freies Ende im wesentlichen mittig zwischen den Hebeln eingespannt ist.