[0001] Die Erfindung betrifft eine Webmaschine mit einer Einrichtung zum Breitspannen des
Gewebes, bestehend aus aktiven und passiven Breitspannelementen.
[0002] Je nach Gewebeart kommen unterschiedliche Systeme zum Breitspannen des Gewebes zur
Anwendung. Nach dem US-Patent 3 446 250 beispielsweise ist ein Breithalter bekannt,
bei dem in einem eine Mulde aufweisenden Körper das Gewebe über eine Breitspannstange
geführt ist. Diese Stange weist von ihrer Mitte aus jeweils nach aussen zu den Enden
der Stange laufende spiralförmige Rillen auf, welche das Gewebe bei der Umschlingung
der Stange nach aussen ziehen, während es die Mulde mit der Breitspannstange durchläuft.
Die Breitspannstange wird dabei durch das Gewebe in Drehung versetzt. Für andere Anwendungsfälle
kommen Breithalter zur Anwendung, welche das Gewebe nur an den Randpartien erfassen
und diese Partien in Richtung des Geweberandes strecken. Eine solche Einrichtung
ist aus dem japanischen Gebrauchsmuster Nr. 21 423/85 bekannt. Das Gewebe läuft ähnlich
wie oben beschrieben durch eine Mulde und wird dabei von einer sich drehenden nadelbestückten
Walze erfasst.
[0003] Die Betreiber von Webmaschinen fordern eine rasche und einfache Umstellbarkeit der
Maschinen je nach Anwendungsfall. Dazu gehört auch die Umstellung von einem Breitspannsystem
auf ein anderes, welches am besten für den zu webenden Artikel geeignet ist. Die bekannten
Konstruktionen erfüllen diese Forderung nicht, da in der Regel grössere Umbauten
nötig sind, wenn ein anderes Breitspannsystem eingesetzt werden soll.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Einrichtung zum Breitspannen des
Gewebes zu schaffen, welches durch Umbau nur weniger Elemente rasch für den jeweiligen
Anwendungsfall umgestellt werden kann. Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass an
einem Träger als passive Breitspannelemente mindestens je
- eine sich über die Webbreite erstreckende Gewebestütze und
- ein austauschbares Umlenkelement für das Gewebe zur Vergrösserung der Umschlingung
eines austauschbaren aktiven Breitspannelementes befestigt sind,
und dass zwischen Gewebestütze und Umlenkelement als aktives Breitspannelement mindestens
eine Breitspannwalze vorgesehen ist,
wobei je nach Bedarfsfall verschiedenartige Breitspannwalzen einsetzbar sind und
verschiedene den Breitspannwalzen angepasste Umlenkelemente am Träger befestigbar
sind.
[0005] Für den Umbau der Breitspanneinrichtung für einen anderen Anwendungsfall bleibt die
Gewebestütze montiert, wobei sie aber in eine andere Lage relativ zum Träger verschiebbar
sein kann. Es müssen lediglich das Umlenkelement und das dazu passende aktive Breitspannelement
in Form einer fest gelagerten oder schwimmenden Walze ausgetauscht werden. Die Gewebestütze
und die anderen Breitspannelemente sind so aufeinander abgestimmt, dass erstere bei
allen zum Einsatz kommenden Breitspannelementen verwendet werden kann.
[0006] Im folgenden wird die Erfindung anhand der Figuren im einzelnen beschrieben.
Fig. 1 stellt eine Uebersicht über die wichtigsten Funktionselemente einer Webmaschine
dar,
Fig. 2 ist ein Teilschnitt quer durch die Webmaschine im Bereich der Breitspanneinrichtung,
jedoch ohne die Breitspannelemente,
Fig.3,4,5 zeigen verschiedene Ausführungsformen von Breitspanneinrichtungen.
[0007] Die Webmaschine 1 umfasst im wesentlichen einen Rahmen 2, bestehend aus Seitenwänden
21 und 22 und ein Querträger 20, in dem ein Kettbaum 10, ein Spannbaum 11 und ein
Warenbaum 12 gelagert sind. Vom Kettbaum 10 laufen die Kettfäden über den Spannbaum
11 durch Schäfte 13 und durch das Webblatt 14. Die Gewebebildung erfolgt vor dem Webblatt
durch Schusseintrag beispielsweise mit Luft und durch Anschlagen des Schussfadens
mittels des Webblattes 14 am Rand des Gewebes 4. An dieser Stelle wird das Gewebe
von Breithaltern 15 erfasst, welche auf Breithalterträgern 16 montiert sind, da das
Gewebe nach dem Schussfadenanschlag die Tendenz hat, sich gegenüber den durch das
Webblatt geführten Kettfäden 14 zusammenzuziehen.
[0008] In Fig. 2 ist ein Querschnitt durch den Bereich der Webmaschine gezeigt, in dem die
Breitspanneinrichtung 5 montiert wird. Die Kettfäden 3 laufen von rechts durch das
Webblatt 14, wo ein Schussfaden 30 mittels Düsen 142 durch einen tunnelartigen Führungskanal
140 im Webblatt 14 transportiert wird. Die Blasdüsen 142 sind durch Düsenhalter 143
an der Weblade 141 angeschraubt. Die Düsen dringen in das Profil der Gewebestütze
53 ein, welche jeweils bei den Düsen 142 eine Aussparung aufweist. Die Oberkante
der Gewebestütze 53 ist durch eine Schutzauflage 531 abgedeckt. Sie dient einerseits
als Verschleissschutz für die Gewebestütze 53 und deckt auch die Aussparungen in der
Gewebestütze 53 bei den Düsen 142 ab. Die Weblade 14 schwingt gemäss Pfeil 14′ hin
und her, wobei in den Figuren 2 - 5 jeweils die linke Umkehrlage der Weblade 141 gezeigt
ist. Während des Anwebenswerden die Kettfäden bis über den Brustbaum 523 in die Webmaschine
eingezogen, wobei die Breitspanneinrichtung noch nicht montiert ist. Nachdem eine
Anzahl von Schussfäden 30 verwebt ist und in dem in Fig. 2 gezeigten Bereich der Webmaschine
Gewebe vorhanden ist, kann die Breitspanneinrichtung montiert werden. Sie kann beispielsweise
gemäss Fig. 3 aus einem Umlenkelement 541 bestehen, das mittels T-Nutensteinen im
Träger 51 montiert wird, sowie aus einem Breitspannstab 551, der wie eingangs beschrieben
das Gewebe in voller Breite auseinanderzieht. In diesem Fall ist die Gewebestütze
53 unmittelbar am Breitspannen beteiligt, da sie für die Gewebeführung innerhalb der
Breitspanneinrichtung 5 arbeitet. Die Gewebestütze 53 und das Umlenkelement 541 stellen
hier die passiven Elemente und der Breitspannstab 551 das aktive Breitspannelement
dar.
[0009] Bei einer anderen Betriebsart der Webmaschine werden Umlenkelement 541 und Breitspannstab
551 durch die in Fig. 4 dargestellten oben am Träger 51 befestigten Teile ersetzt.
Diese sind ein Breithalterträger 16, ein in ihm gelagerter Breithalterzylinder 552
analog dem Breithalter 15 gemäss Fig. 1, ein Deckelträger 543 und schliesslich ein
Breithalterdeckel 542, der für die Gewebeumlenkung im Bereich des Breithalterzylinders
552 sorgt. Zusätzlich ist hier ebenfalls die Gewebestütze 53 nötig, damit die Kettfadenschar
3 innerhalb des Führungskanals 140 über die ganze Breite des Webblattes 14 auf gleicher
Höhe bleibt.
[0010] Eine weitere Variante der Breitspanneinrichtung ist in Fig. 5 gezeigt. Oben auf dem
Träger 51 sitzt ein Träger 161, der mittels einer Achse 162 den Breithalterträger
16 hält. Dieser ist gemäss Pfeil 16′ um die Achse 162 drehbar und bei ihr feststellbar.
Der Breithalterträger 16 trägt wiederum den Breithalterzylinder 552. Im Gegensatz
zur Variante gemäss Fig. 4 wird hier das Gewebe 4 unten um den Breithalterzylinder
552 umgelenkt. Die Umlenkung des Gewebes bewirken einerseits die bekannte Gewebestütze
53 und eine zusätzliche Umlenkschiene 540, die an der Traverse 52 angeschraubt ist.
Die Nadeln 553 am Umfang des Breithalterzylinders 552 verhindern, dass sich das Gewebe
während des Umlaufs um den Breithalterzylinder 552 in Richtung der Mitte der Webmaschine
1 zusammenzieht.
1. Webmaschine mit einer Einrichtung zum Breitspannen des Gewebes, bestehend aus aktiven
und passiven Breitspannelementen, dadurch gekennzeichnet, dass an einem Träger (51) als passive Breitspannelemente mindestens je eine sich
über die Webbreite erstreckende Gewebestütze (53) und ein austauschbares Umlenkelement
(541,542,540) für das Gewebe zur Vergrösserung der Umschlingung eines austauschbaren
aktiven Breitspannelementes (551,552) befestigt sind, und dass zwischen Gewebestütze
(53) und Umlenkelement (541,542,540) als aktives Breitspannelement mindestens eine
Breitspannwalze (551,552) vorgesehen ist, wobei je nach Bedarfsfall verschiedenartige
Breitspannwalzen einsetztbar sind und verschiedene den Breitspannwalzen angepasste
Umlenkelemente am Träger befestigbar sind.
2. Webmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine das Gewebe quer
zur ursprünglichen Richtung umlenkende Gewebestütze (53) vorgesehen ist, dass neben
dieser Gewebestütze ein das Gewebe entgegen der ursprünglichen Richtung umlenkender
Breitspannstab (551) angeordnet ist, und dass oberhalb des Breitspannstabes ein Umlenkelement
(541) vorgesehen ist, mit dem das Gewebe im wesentlichen wieder in seine ursprüngliche
Lage umgelenkt wird, wobei der das Gewebe umlenkende Teil der Gewebestütze (53) und
der das Gewebe umlenkende Teil des Umlenkelementes (541) im wesentlichen quer zueinander
liegen und gemeinsam den Breitspannstab (551) gegen den Zug des Gewebes führen.
3. Webmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass im wesentlichen parallel
zur Gewebestütze (53) ein Umlenkelement (540) vorgesehen ist und dass zwischen Gewebestüzte
(53) und Umlenkelement (540) mindestens ein Breithalterzylinder (552) angeordnet ist,
wobei das Gewebe durch die Gewebestütze (53) bzw. das Umlenkelement (540) aus einer
horizontalen Lage bzw. in eine horizontale Lage umgelenkt wird, während der Breithalterzylinder
die Gewebeumlenkung zwischen Gewebestütze (53) und Umlenkelement (540) bewirkt.
4. Webmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Träger (51) parallel
zur Schussrichtung in der Webmaschine angeordnet ist, und dass an diesem Träger (51)
Traversen quer zum Träger befestigt ist, auf welchen die Gewebestütze (53) bzw. das
Umlenkelement (540) befestigt sind.
5. Webmaschine nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Gewebestütze (53)
an mindestens einer Traverse (52) befestigt ist, welche ihrerseits auf dem Träger
(51) sitzt, und dass das Umlenkelement für das Gewebe direkt am Träger (51) angeordnet
ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Breithalterzylinder
schwenkbar an einem zweiten Träger (161) sitzt, welcher seinerseits auf dem ersten
Träger (51) befestigt ist.