[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren sowie auf eine Vorrichtung
zur Durchführung heißchemischer Prozesse, insbesondere einer Schmelze und/oder Schmelzreduktion
von Gemengen aus Hüttenstäuben, Erzen und anderen, schmelz- und/oder schmelzreduzierbaren
Materialien, wie z.B. SiO₂, MgO, TiO₂, Ta₂O₅ oder den entsprechenden Metallen, bei
oberhalb der Schmelztemperatur hochfeuerfester Ausmauerungen liegenden Arbeitstemperaturen.
[0002] Eine Durchführung heißchemischer Prozesse in Temperaturbereichen, die oberhalb der
Schmelztemperatur der bekannten hochfeuerfesten Ausmauerungen liegen, ist mit den
derzeit verfügbaren Verfahren nicht möglich. Darüberhinaus weisen die derzeit üblichen
Schmelz- und Schmelzreduktionsverfahren einen hohen Energiebedarf auf und führen
durch den in den Abgasen enthaltenen Stabaustrag zu einer schwerwiegenden Beeinträchtigung
der Umwelt, soferne nicht teure zusätzliche Einrichtungen vorgesehen werden. Auch
stößt eine Verhüttung von in großen Mengen anfallenden Hüttenstäuben auf erhebliche
Schwierigkeiten.
[0003] In der DD-A5-215 803 ist zwar bereits ein Versuch beschrieben worden, ein rasches
Einschmelzen und eine schnelle Reaktion zwischen Chargiergutbestandteilen in einem
Schachtofen unter Zuführung von elektrischer Energie dadurch zu erreichen, daß zwischen
einem die obere Abdeckung des Schachtofens durchsetzenden, zentrisch angeordneten
Plasmabrenner und einer den Boden des Schachtofens durchsetzenden Gegenelektrode eine
Plasmafackel gebildet wird, und daß konzentrisch um die Plasmafackel das Chargiergut
eingebracht wird, wobei ein Schutzwall aus festen Chargiergutbestandteilen an der
Innenwand des Ofens aufgeschichtet wird und das Chargiergut von der Innenseite des
Schutzwalls in den Bereich der Plasmafackel gelangt.
[0004] Diese Verfahrensweise läßt jedoch keine gezielte Führung der Plasmafackel zur Erschmelzung
und/oder chemischen Reaktion des gebildeten Walls zu. Ein kontinuierlicher Betrieb
eines derartigen Schachtofens ist nicht durchführbar. Die bei der Reaktion gebildeten
Abgase müssen durch den Möller abgeführt werden, woraus weitere Nachteile dieser Verfahrensweise,
etwa bezüglich der Kondensation von Abgasbestandteilen, resultieren.
[0005] Die vorliegende Erfindung hat sich nunmehr zur Aufgabe gestellt, ein Verfahren und
eine Vorrichtung zur Durchführung heißchemischer Prozesse, insbesondere einer Schmelze
und/oder Schmelzreduktion von Gemengen aus Hüttenstäuben, Erzen und anderen, schmelz-
und/oder schmelzreduzierbaren Materialien, wie z.B. SiO₂, MgO, TiO₂, Ta₂O₅ oder den
entsprechenden Metallen, zur Verfügung zu stellen, mit dem bzw. mit der heißchemische
Prozesse in Temperaturbereichen ausgeführt werden können, die weit über der Schmelztemperatur
bekannter hochfeuerfester Ausmauerungen liegen. Gleichzeitig sollen heißchemischphysikalische
Reaktionen sicher beherrscht werden, ohne eine verfahrenstechnische Einschränkung
der Reaktionstemperaturen in Kauf nehmen zu müssen. Weiterhin soll als wesentlicher
Vorteil gegenüber bisher bekannten Verfahren eine erhebliche Energieeinsparung und
eine weitestgehende Verhinderung des Staubaustrages mit den Abgasen erreicht werden.
[0006] Diese Ziele werden unter dem verfahrensmäßigen Aspekt der vorliegenden Erfindung
dadurch erreicht, daß in einem Verfahren der eingangs genannten Art das zu schmelzende
und/oder zu reduzierende Gemenge mit definierter Zusammensetzung zu Blöcken gepreßt
wird und diese unter Ausbildung einer definierten Kavernengeometrie um eine Strahlungsquelle
hoher Energiedichte angeordnet werden und die definierte Kavernengeometrie durch radiales
Vorschieben der Gemengeblöcke gegen die zentral angeordnete Strahlungsquelle entsprechend
dem Ablauf des Schmelz- und/oder Schmelzreduktionsprozesses aufrecht erhalten wird.
[0007] Im erfindungsgemäßen Verfahren stellt somit das zu Blöcken gepreßte Gemenge gleichzeitig
das Reaktionsmedium und die "Ausmauerung" des metallurgischen Reaktionsgefäßes dar.
Je nach Abschmelzrate werden die Blöcke so nachgedrückt, daß die Kavernengeometrie
um die Strahlungsquelle, beispielsweise eine Plasmafackel, ständig gleich bleibt.
Hiezu werden die Gemengeblöcke radial in dem Maße gegen die zentral angeordnete Strahlungsquelle
vorgeschoben, wie der Schemlz- und/oder Schmelzreduktionsprozeß abläuft. Durch geeignete
Maßnahmen wird die Plasmafackel innerhalb der Kaverne gehalten, wie in der Folge noch
näher ausgeführt wird.
[0008] Zur exakten Zuführung der Gemengeblöcke zur Energiequelle werden vorzugsweise Leitelemente
verwendet. Das in eine Blockform gebrachte Einsatzmaterial wird zweckmäßig getrocknet,
wobei eine gewisse Maßhaltigkeit und Kaltdruckfestigkeit der Blöcke auf Grund der
Erfordernisse des Vorschubsystems eingehalten werden müssen.
[0009] Bei Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens auf die Verhüttung von Hüttenstäuben
kann vorteilhaft in folgender Weise vorgegangen werden, wobei beispielsweise von den
aus der nachfolgenden Tabelle ersichtlichen Einsatzstoffen ausgegangen werden kann:

[0010] Die in der Tabelle 1 angeführten Einsatzstoffe werden zweckmäßig mit etwa 9 Gew.-%
Wasser gut vermengt, zu Blöcken geeigneter Größe gepreßt und anschließend getrocknet.
Die getrockneten Blöcke werden radial unter Mitwirkung von Leitlementen, die eine
exakte Zuführung der Gemengeblöcke gewährleisten, um eine zentrale Strahlungsquelle
angeordnet, wobei um diese Strahlungsquelle, beispielsweise eine Plasmafackel, eine
Kaverne mit definierter Geometrie ausgebildet wird. Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform
der Erfindung kann die Plasmafackel in der in der AT-PS 376 702 beschriebenen Weise
ausgebildet sein. Nach dem Zünden der von einer Graphitelektrode ausgehenden Plasmafackel
mittels Argongas werden mit dem Argon Kohlenwassers toffe und/oder feindisperser Graphitin
die Plasmafackel eingebracht. Durch die hohe Plasmatemperatur wird der Kohlenstoff
(Graphit) in die Gasphase übergeführt und durch Ionisation des Kohlenstoffgases wird
der Reduktionsvorgang beschleunigt. Weiterhin wird durch die hochionisierte Kohlenstoffgasatmosphäre
der Abbrand der Graphitelektroden weitgehend hintangehalten. Nach dem Zünden der Plasmafackel
zwischen den Elektroden beginnen die Gemengeblöcke, die die Plasmafackel kavernenartig
umgeben, zu schmelzen. Im gleichen Maße, in dem die Blöcke abschmelzen, werden sie
von außen nachgeschoben, sodaß die Kavernengeometrie ständig die gleiche bleibt.
Während des Abschmelzens findet gleichzeitig die heißchemische Reaktion einer Direktreduktion
statt.
[0011] Da im vorliegenden Fall diese Reaktion unter Luftabschluß stattfindet, können neben
dem Argon als Plasmagas bei den herrschenden hohen Temperaturen nur Kohlenmonoxid
und Wasserstoff als Abgase entstehen. Dieses Gas kann einem Energierecycling mit bekannter
Technologie zugeführt werden.
[0012] Die im Einsatzmaterial enthaltenen Schwermetallanteile verdampfen im stattfindenden
Prozeß und können zum größten Teil in einer Gasabzugshaube bzw. in im Gasabzugsrohr
eingebauten Kondenserelementen kondensiert werden.
[0013] Das bei diesem Prozeß entstehende flüssige Eisen kann kontinuierlich abgestochen
werden, ebenfalls wird die anfallende Schlacke kontinuierlich abgeleitet.
[0014] Das erfindungsgemäße Verfahren eignet sich weiterhin zur Verhüttung von bei der Eisenerzgewinnung
anfallenden Schlämmen, beispielsweise von dem am Erzberg in der Steiermark, Österreich,
anfallenden Schlamm. Die nachfolgende Tabelle 2 zeigt die Durchschnittswerte der Schlammanalyse
von Eisenerz:

[0015] Wie die vorstehende Tabelle zeigt, stellt die Zusammensetzung dieses Schlammes bereits
einen selbstgängigen Möller dar. Nach der Beimengung von Kohlenstoff entsprechend
den stöchiometrischen Erfordernissen kann dieses Einsatzmaterial zu entsprechenden
Blöcken verpreßt und in dem zuvor beschriebenen Verfahren der erfindungsgemäßen Schmelzreduktion
zugeführt werden. Von wesentlicher Bedeutung für den Ablauf des erfindungsgemäßen
Verfahrens ist auch hier die entsprechende Ausbildung und Beibehaltung der Kavernengeometrie
während des gesamten Prozeßablaufes.
[0016] Nach dem vorstehenden Prinzip können sämtliche Arten metallischer Erze auf heißchemischem
Wege reduziert werden. In gleicher Weise können alle Schmelzprozesse, die bei sehr
hohen Temperaturen ablaufen, mit der erfindungsgemäßen Methode durchgeführt werden.
Von besonderem Interesse ist die Aufarbeitung von Filterstäuben und von Schlackenrückständen
aus Verbrennungsanlagen, wie z.B. Müllverbrennungsanlagen, die soweit niedergeschmolzen
werden können, daß abdampfende Schwermetalle durch partielle Kondensation rückgewonnen
werden können und eventuell verbleibende Spurenelemente in das glaskeramische Endprodukt
eingebunden werden, aus dem sie nicht mehr auslaugbar sind.
[0017] Eine besonders interessante Anwendung stellt das erfindungsgemäße Verfahren für die
Direktreduktion von Bauxit zu metallischem Aluminium dar. Hiezu wird feinvermahlter
Bauxit entsprechend den stöchiometrischen Erfordernissen gut mit Kohlenstoff vermengt
und in der zuvor beschriebenen Weise in entsprechende Blöcke gepreßt und getrocknet
und in der Weise an die Strahlungsquelle herangeführt, daß eine definierte Kavernengeometrie
entsteht und im Zuge der weiteren Reaktionen aufrecht erhalten wird. Nach dem Zünden
der Plasmafackel wird das Bauxitgemenge an der Oberfläche abgeschmolzen, wobei zuerst
das Eisenxoid reduziert wird und sich im Auffanggefäß zu einem Eisensumpf sammelt,
der mit Aluminium gesättigt und mit Kohlenstoff angereichert ist. Das Aluminiumoxid
fällt zunächst als Schmelzfluß (Schmelzmullit) an und wird durch weitere Energiezufuhr
bei Temperaturen> 2.000°C gemäß 2 Al₂O₃+ 9C→Al₄C₃+6 Co,aus Al³⁺ - und C⁴⁻-Ionen vorwiegend
in Aluminiumcarbid (Al₄C₃) übergeführt (Bildungswärme Δ H= -49,9 kcal/Mol). Bei langsamer
Abkühlung von 1.500°C abwärts bis auf etwa 660°C zerfällt Al₄C₃ zu metallischem Aluminium
und zu Kohlenstoff in Form von Graphit, entsprechend Al₄C₃→4 Al + 3C. Es kann auch
eine Umsetzung des Carbids mit Al₂O₃ etwa nach der Reaktion Al₄C₃ + Al₂O₃→6Al + 3CO
stattfinden.
[0018] Um eine vollständige Umsetzung des vorhandenen Al₂O₃ bzw. Schmelzmullits zu erreichen,
wird vorteilhaft wie folgt vorgegangen:
[0019] Das zunächst als Schmelzfluß (Schmelzmullit) anfallende Al₂O₃ wird unter der Einwirkung
des gebildeten Heißgases (CO/H₂-Gas) in Richtung auf ein Läutergefäß getrieben, unter
Ausbildung von Aluminiumcarbid und dessen anschließender Disproportionierung. Verbleibende,
nicht umgesetzte Al₂O₃-Schmelze wird wiederum in die Reaktionszone zurückgeführt,
um eine vollständige Umsetzung zu erreichen. Im Bereich der Läuterzone wird metallisches
Aluminium mit einem maximalen Kohlenstoffgehalt von 0,05%, einem Siliziumgehalt von
etwa 1%, einem Titangehalt von etwa 1% und einer weiteren Verunreinigung mit Eisen
im Ausmaß von maximal 1,8% abgestochen. Aus dem unter der Reaktionszone befindlichen
Auffangbecken wird Eisen, das mit Aluminium gesättigt und mit Kohlenstoff angereichert
ist, kontinuierlich abgezogen.
[0020] Wie eingangs bereits erwähnt, wird im erfindungsgemäßen Verfahren die Plasmafackel
innerhalb der Kaverne gehalten. Um nämlich die hohe Energiedichte einer Plasmafackel
voll ausnützen zu können, wäre es notwendig, die Plasmafackel exakt innerhalb der
definierten Kaverne zu führen. Weiterhin wäre es zur Optimierung des Schmelz- und
Reduktionsprozesses unerläßlich, die erforderliche Energie, das sind Schmelzenthalpie
und Reduktionsenthalpie, zur Durchführung der heißchemischen Prozesse möglichst exakt
einzuhalten sowie die Vergasungsenthalpie des Graphits in der Plasmafackel der Gesamtenergie,
die der Plasmafackel zugeführt wird, optimal anzupassen. Mit der herkömmlichen Plasmafackel-Technologie
kann diese Aufgabe nur unbefriedigend gelöst werden. Diese herkömmliche Technologie
sieht vor, daß zwischen zwei Elektroden, einer Kopf- und einer Bodenelektrode, und/oder
zwischen einer Kopf- und zwei oder drei Seitenelektroden eine Plasmafackel aufgebaut
wird. Die Plasmafackel kann hiebei aber einseitig innerhalb des Ofens eine Kaverne
ausbrennen, da sie nicht kontrolliert geführt werden kann.
[0021] Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens ermöglicht
nunmehr die Lösung der vorstehend angesprochenen Aufgabe einer exakten Einhaltung
des Energieeintrages und einer kontrollierten Führung der Plasmafackel innerhalb der
definierten Kaverne dadurch, daß zwischen der Hauptelektrode, der Kopfelektrode, die
in die Kaverne hineinreicht, und einer Anzahl von Radialelektroden (a bis h), die
unmittelbar unter der Kaverne angeordnet sind, die Plasmafackel gezunden wird. Die
Radialelektroden werden mittels Thyristorsteuerung mit einer Grundlast zur Ionisierung
der Gasatmosphäre beaufschlagt, während die Hauptlast über Thermoelemente, die an
der Vorderkante des Leitsystems angebracht sind, über die Thyristoren so verteilt
wird, daß die gleichmäßige Abschmelzrate innerhalb der Kavernenoberfläche gewährleistet
wird.
[0022] Eine weitere, vorteilhafte Ausführungsform sieht vor, daß das Schmelzgut, das im
Auffangbecken aufgefangen wird, über die Bodenelektrode, die über eine Badtemperaturmessung
angesteuert wird, zusätzlich einen Energieeintrag von den Radialelektroden her bekommen
kann, damit die Badtemperatur konstant gehalten werden kann.
[0023] Gemäß einem weiteren Aspekt bezieht sich die vorliegende Erfindung auf eine Vorrichtung
zur Durchführung des eingangs beschriebenen Verfahrens, die im wesentlichen gekennzeichnet
ist durch eine zentral angeordnete, durch Blöcke aus zu schmelzendem und/oder schmelzreduzierendem
Gemenge gebildete Kaverne definierter Geometrie, durch vorzugsweise radial angeordnete
Leitelemente zur Zuführung der Gemengeblöcke zum Zentrum, durch ein unter der Kaverne
angeordnetes, mit Abzügen für die Metallschmelze und die flüssige Schlacke versehenes
Auffanggefäß, durch eine zentrale Elektrodenanordnung, durch eine über der Kaverne
angeordnete Abdeckung, durch eine Gasabzugshaube und durch ein Gasabzugsrohr.
[0024] In den beigeschlossenen Zeichnungen sind beispielhafte Ausführungen der erfindungsgemäBen
Vorrichtung dargestellt. Darin zeigt Fig.1 einen Querschnitt durch eine Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Vorrichtung, während Fig. 2 eine Draufsicht dieser Vorrichtung
zeigt. Die Fig.3 und 4 stellen einen Querschnitt bzw. eine Draufsicht zu einer weiteren,
insbesondere für die Direktreduktion von Bauxit geeigneten Vorrichtung gemäß der Erfindung
dar. In Fig.5 ist eine weitere Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung in
einer Prinzipskizze dargestellt, mit welcher Ausführungsform der Energieeintrag exakt
eingehalten und die Plasmafackel kontrolliert innerhalb der definierten Kaverne geführt
werden kann.
[0025] In diesen Zeichnungen ist die Kaverne 1 durch das zu schmelzende und/oder schmelzreduzierende
Gemenge gebildet, das in Blockform von außen radial nach innen zugeführt wird. Die
radial angeordneten Leitelemente 2 gewährleisten eine exakte Zuführung der Gemengeblöcke
zum Zentrum. Im Auffanggefäß 3 unter der Kaverne 1 befinden sich an geeigneten Stellen
die Abzüge für die Metallschmelze und für die flüssige Schlacke. Mit 4 ist die obere
Elektrode bezeichnet, die untere Elektrode 10 ist am Boden des Auffanggefäßes 3 angeordnet.
5 stellt die obere Abdeckung des Reaktionsgefäßes dar, 6 und 7 sind die Abgashaube
bzw. das Abgasrohr. Mit 8 und 9 sind Verbindungskanäle bezeichnet. In Fig.5 weist
die in die Kaverne 1 hineinreichende obere oder Kopfelektrode 4 die erforderliche
Strom- und Gasversorgung auf und kann mit einem Schlitten oder dergleichen in Vertikalrichtung
verfahren werden. Unmittelbar unter der Kaverne 1 sind in einer Horizontalebene eine
Anzahl von Radialelektroden (a bis h) angeordnet, die in Radialrichtung jeweils für
sich vor- und zurückgefahren werden können und vorzugsweise um den jeweiligen Radius
drehbar sind. Im Auffanggefäß unterhalb der Kaverne 1 kann eine Bodenelektrode 10
vorgesehen sein.
[0026] Durch Ausführung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird es ermöglicht, die oxidischen
Bestandteile des Gemenges direkt in einen Schmelzfluß überzuführen und aus der Liquidusphase
heraus die Reduktion zu Metallen durchzuführen. Der Vorteil dieser Technologie gegenüber
dem herkömmlichen Verfahren besteht darin, daß z.B. das Fe₂O₃ nicht erst über den
Umweg über Fe₃O₄ und FeO zu Fe, sondern direkt über den Schmelzfluß Fe₂O₃ zu Fe reduziert
werden kann, wobei das Vorliegen einer günstigen Mischungslücke ausgenützt werden
kann, wo Eisen in reiner Form ohne Verunreinigungen durch Kohlenstoff, Silizium, Mangan,
Phosphor usw. anfällt und sich mit flüssigem Fe₂O₃ im Gleichgewicht befindet, vergleiche
hiezu ULLMANNS ENCYKLOPÄDIE DER TECHNISCHEN CHEMIE, 4. Auflage, Band 10, Seite 334.
1. Verfahren zur Durchführung heißchemischer Prozesse, insbesondere einer Schmelze
und/oder Schmelzreduktion von Gemengen aus Hüttenstäuben, Erzen und anderen, schmelz-
und/oder schmelzreduzierbaren Materialien, wie z.B. SiO₂, MgO, TiO₂, Ta₂O₅ oder den
entsprechenden Metallen, bei oberhalb der Schmelztemperatur hochfeuerfester Ausmauerungen
liegenden Arbeitstemperaturen, dadurch gekennzeichnet, daß das zu schmelzende und/oder
zu reduzierende Gemenge definierter Zusammensetzung zu Blöcken gepreßt wird und diese
unter Ausbildung einer definierten Kavernengeometrie um eine Strahlungsquelle hoher
Energiedichte angeordnet werden und die definierte Kavernengeometrie durch radiales
Vorschieben der Gemengeblöcke gegen die zentral angeordnete Strahlungsquelle entsprechend
dem Ablauf des Schmelz- und/oder Schmelzreduktionsprozesses aufrechterhalten wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Strahlungsquelle hoher
Energiedichte eine Plasmafackel verwendet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß nach dem Zünden einer von
einer Graphitelektrode ausgehenden Plasmafackel mittels Argongas mit diesem Gas Kohlenwasserstoffe
und/oder feindisperser Graphit eingebracht werden.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß zur exakten
Zuführung der Gemengeblöcke Leitelemente angeordnet werden.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen
einer in die Kaverne hineinreichenden Kopfelektrode und einer Anzahl von unmittelbar
unter der Kaverne angeordneten Radialelektroden eine Plasmafackel aufgebaut wird und
diese mit einer Grundlast zur Ionisierung der Gasatmosphäre beaufschlagt werden, während
die Hauptlast derart an die Radialelektroden verteilt wird, daß eine gleichmäßige
Abschmelzrate innerhalb der Kavernenoberfläche gewährleistet wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß zusätzlich eine im Auffanggefäß
für das Schmelzgut angeordente Bodenelektrode zur Konstanthaltung der Badtemperatur
von den Radialelektroden mit einem Energieeintrag versorgt wird.
7. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 6, gekennzeichnet
durch eine durch Blöcke aus zu schmelzendem und/oder schmelzreduzierendem Gemenge
gebildete Kaverne (1) definierter Geometrie,vorzugsweise radial angeordnete Leitelemente
(2) zur Zuführung der Gemengeblöcke zum Zentrum, ein unter der Kaverne (1) angeordnetes,
mit Abzügen für die Metallschmelze und die flüssige Schlacke versehenes Auffanggefäß
(3), eine zentrale Elektrodenanordnung (4), eine über der Kaverne (1) angeordnete
Abdeckung (5), eine Gasabzugshaube (6) und ein Gasabzugsrohr (7).
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, gekennzeichnet durch mindestens ein zusätzliches,
als Läuterzone dienendes Auffanggefäß (3′), das mit dem Auffanggefäß (3) unter der
Kaverne (1) bzw. mit weiteren Auffanggefäßen (3˝) über Verbindungskanäle (8,9) in
Verbindung steht.