[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Erzeugung eines Faservlieses auf einem
beweglichen gasdurchlässigen Boden einer verteilkammerbildenden mit Unterdruck beaufschlagten
endlosen Ablageband, wobei nach mechanischem Auflösen der Fasern der Faserstrom mittels
Luftströmung in die Verteilkammer geführt wird und wobei noch weitere Luftströme
der Verteilkammer zugeführt werden.
[0002] Zur Herstellung von Faservliesen ist durch die deutsche Offenlegungsschrift Nr. 2l
49 892 ein Verfahren der eingangs genannten Art bekannt geworden, bei dem trokkene
Fasern auf ein gasdurchlässiges, eine Verteilkammer nach unten abschließendes Ablageband
aufgebracht werden. Hierbei werden zur Ablenkung des mit Fasern beladenen Stroms zusätzlich
Luftströme in die Verteilkammer eingeleitet. Diese zusätzlichen Luftströme dienen
dazu, eine unkontrollierbare Ablagerung von Fasern vorzubeugen dergestalt, daß der
faserführende senkrechte Gasstrom beim Eintritt in das Innere der Verteilungskammer
und im weiteren Verlauf der Bewegung in Richtung des Ablagebandes einer Bahn folgt,
die einer ballistischen Kurve oder Wurfbahn ähnlich ist. Hiermit soll eine Separierung
der eingetragenen Fasern nach ihrer Größe bewirkt werden dergestalt, daß die gröberen
und schwereren Fasern weiter ausgestoßen werden, während die feineren und leichteren
Fasern auf dem kürzesten Wege in Richtung des Ablagebandes abgelegt werden. Durch
eine derartige Verfahrensweise ist eine Auflösung von Fasern nicht möglich, da durch
die verschieden gerichteten Luftströme eine Zusammenballen größerer Faserteilchen
aneinander oder ein Anlagern kleinerer Faserteilchen an größere Faserteilchen nicht
auszuschließen ist. Werden derartige Bündel verfaserter Lignozelluloseteilchen im
Vlies abgelegt, so ergibt sich ein ungleichförmiges Vlies, welches bei der Weiterverarbeitung
zu plattenförmigen Werkstücken im Hinblick auf seine Festigkeit und seine Dichte
zu Ausschuß führt.
[0003] Ausgehend hiervon liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Verklumpung aufgelösten
Fasermaterials bis zur Ablage im Vlies zu vermeiden und gleichzeitig ein hochverdichtetes
Vlies zu erhalten. Diese Aufgabe wird mit den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs
l gelöst. Insbesondere durch die Maßnahme einen zweiten Luftstrom zu verwenden, der
in derselben Richtung wie der die Auflösung und den Transport bewirkende erste Luftstrom
besitzt, wird bis zur Ablage der Fasern im Vlies eine Verklumpung des aufgelösten
Fasermaterials vermieden, während durch anschließendes Vorpressen des lockeren Vlieses
bei aufrechterhaltenem Unterdruck ein Rückfedern der vorgepreßten Fasermatte, wie
es bisher ohne das Auftreten des Unterdrucks geschah, vermieden wird.
[0004] Durch die in Anspruch 2 unter Schutz gestellte Maßnahme wird bereits im Bereich des
Eintrags von Fasermaterial ein Haften des Fasergutes an den Wänden des Eintragskanals
vermieden.
[0005] Die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe wird ausgehend von einer durch die Offenlegungsschrift
2l 49 892 bekannt gewordenen Vorrichtung mit den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs
3 gelöst. Durch die Anordnung eines Gleichrichterbodens wird der Luftstrom als Parallelstrom
ausgebildet und durch die düsenförmige Einschnürung der Schachtwände wird evtl. noch
vorhandenes verklumptes Fasermaterial restlich aufgelöst; durch die weitere Lufteintrittsöffnung
vor der vorderen Umlenkung des endlosen Bandes wird vermieden, daß aufgelöstes Fasermaterial
unkontrolliert auf dem Ablageband zufolge des dort wirkenden Unterdrucks zur Ablage
kommt, während die im Bereich einer Vorpresse vorgesehenen weiteren polierbaren
Absaugeeinheiten den Vorpreßvorgang durch Entgasen des abgelegten Faservlieses unterstützen.
[0006] Durch eine luftdurchlässige Wand zwischen dem Eintritt des Faserguts und einer weiteren
Luftzufuhröffnung wie in Anspruch 4 unter Schutz gestellt, wird eindeutig ein Anbacken
von aufzulösendem Fasergut an den Wänden des Eintritts vermieden.
[0007] Durch die Anordnung mindestens einer Verwirbelungseinrichtung an der Decke der Verteilkammer
wird durch die Entstehung immer neuer Wirbel Faserzusammenballungen entgegengewirkt.
[0008] In der nachfolgenden Zeichnung wird die Erfindung anhand einer Figur näher erläutert.
[0009] Das in dieser Figur dargestellte Ausführungsbeispiel zeigt eine Herstellungsanlage
für Spanplatten, bei denen auf einen Spanplattenkern eine erfindungsgemäß erzeugte
Faserdeckschicht aufgebracht wird. Es ist jedoch möglich, erfindungsgemäß hergestellte
Faservliese auch ohne Spanplattenkernschicht als Faserplatten allein nach dem erfindungsgemäßen
Verfahren herzustellen.
[0010] Im vorliegenden Ausführungsbeispiel wird über einen Eintrag l Fasermaterial in einen
Vorratsbunker 2 über eine Verteileinrichtung 3 eingebracht. Zufolge Umlaufs eines
Bodenbandes 4 entsprechend der Pfeilrichtung wird Fasermaterial 5 gegen Austragswalzen
6 transportiert und von diesen voraufgelöst über einen Austragsschacht 7 einer Auflöseeinrichtung
8 zugeführt.
[0011] Das Fasermaterial 5 wird als Faserstrom 9 einer über die gesamte Breite des späteren
Vlieses entsprechenden Auflösewalze l0 durch einen Schacht ll zugeführt. Mindestens
eine Seitenwand des Schachtes ll besteht aus luftdurchlässigem Material. Im Ausführungsbeispiel
besteht das luftdurchlässige Material aus einem Siebgewebe l2. Durch eine weitere
Öffnung l3 tritt Luft ebenfalls in die Auflöseeinrichtung 8 ein und dringt beim Abwärtsströmen
auch durch das Siebgewebe l2. Hierdurch wird ein Anbacken von voraufgelöstem Fasermaterial
an den Schachtwänden ll vermieden.
[0012] Im Bereich der Auflösewalze l0 tritt von einem nicht dargestellten Gebläse über eine
Zuführleitung l4 ein Luftstrom in die Auflöseeinrichtung 8 über einen Luftgleichrichterboden
l5 ein. Diese so gleichgerichtete parallelströmende Luft nimmt voraufgelöstes Fasermaterial
l6 auf und trägt es durch einen sich düsenförmig verjüngenden Schacht l7 in eine Verteilkammer
l8. Durch die sich düsenförmig sich verjüngenden und erweiternden Schacht l7 einstellende
Geschwindigkeitsänderung des Luftstroms wird auch gleichzeitig das mittragende Fasergut
restlich aufgelöst. Nachdem in diesem Bereich keine Störströmungen durch weitere Luftströme
eintreten, wird eindeutig eine Verklumpung des aufgelösten Materials vermieden. Zwischen
düsenförmiger Schachtwand l9 und Umlenkung 20 eines Ablagebandes 2l, welches sich
entsprechend angegebenen Pfeilrichtungen bewegt, ist eine zusätzliche Lufteintrittsöffnung
22 vorgesehen; diese Lufteintrittsöffnung erstreckt sich ebenfalls über die gesamte
Breite des aufzubauenden Faservlieses. Die durch diese Eintrittsöffnung 22 einströmende
Luft kann erfindungsgemäß von einem Zusatzgebläse 23 erzeugt werden. Jedoch kann auch
von dem nicht dargestellten Gebläse eine regelbare Menge aus dem Zuflußkanal l4 entnommen
werden und durch die zusätzliche Lufteintrittsöffnung 22 in die Verteilkammer l8
eingeführt werden. Der zusätzliche Luftstrom verhindert ein Anbakken aufgelösten
Fasermaterials an der Rückseite der düsenförmigen Schachtwand l9 und vermeidet darüber
hinaus, daß aufgelöstes Fasermaterial unkontrolliert vor unter dem Ablageband 2l
angeordneten Absaugeeinheiten 24 sich auf dem Ablageband 2l niederschlägt.
[0013] Ein so erzeugtes Faservlies 25 wird auf dem Ablageband 2l unter einer Egalisiervorrichtung
26 hindurchgeführt und einer Vorpresseinrichtung 27 zugeführt. In der Vorpresseinrichtung
ist eine Wandpresse 28 vorgesehen, die entsprechend dem dort angegebenen Pfeil umläuft
und die eine Vorverdichtung des Faservlieses 25 bewirkt im Zusammenwirken mit weiteren
regelbaren Absaugeeinrichtungen 29. Durch die erfindungsgemäße Entlüftung des Faservlieses
durch die weiteren regelbaren Absaugeeinrichtungen 29 wird ein Rückfedern des vorgepreßten
Faservlieses 25 vermieden. Anschließend wird dieses Vlies über einen Trennkeil 30
geführt und mit einem Spanplattenkern 3l, der in bekannter Weise hergestellt wurde
an einer Vereinigungsstelle 32 zusammengeführt. Anschliessend kann ein so gewonnener
Formling in bekannter Weise aufgetrennt und zu Kunstholzplatten fertiggepreßt werden.
[0014] Die Erfindung ist nicht auf die im Ausführungsbeispiel dargestellte Anordnung eingeschränkt.
Es können mit einer derartigen Einrichtung ebenso Faserplatten ohne Spanplattenkern
hergestellt werden.
[0015] An der Decke der Verteilkammer l8 sind Verwirbelungseinrichtungen 35 in Form von
Stäben oder Gittern vorgesehen, die bewirken, daß entstehende Wirbel sich nicht ausbilden
können, deren Folge eine Zusammenbal lung aufgelösten Fasergutes würde, was zwangsläufig
zu einem ungleichförmigen Faservlies führen würde.
1. Verfahren zur Erzeugung eines Faservlieses auf einem einen beweglichen gasdurchlässigen
Boden einer verteilkammerbildenden mit Unterdruck beaufschlagten endlosen Ablegeband,
wobei nach mechanischem Auflösen der Fasern der Faserstrom mittels Luftströmung in
die Verteilkammer geführt wird und wobei noch weitere Luftströme der Verteilkammer
zugeführt werden, dadurch gekennzeichnet, daß vor der Verteilkammr in der Gesamtbreite
des späteren Vlieses ein aufsteigender gerichteter Luftstrom in diesen eingebrachte
Fasern vor ihrer mechanischen Auflösung vorauflöst und gleichzeitig die insgesamt
aufgelösten Fasern durch Änderung seiner Strömungsgeschwindigkeit über die gesamte
Breite des zu erzeugenden Vlieses weiteraufgelöst der Verteilkammer zuführt, daß ein
weiterer aufsteigender regulierbarer von dem ersten getrennter Luftstrom über die
Breite des zu erzeugenden Vlieses im Bereich der vorderen Umlenkung des endlosen
Ablagebandes in die Verteilkammer eingeführt wird und daß das abgelegt Vlies bei aufrechterhaltenem
Unterdruck vorgepreßt wird.
2. Verfahren nach Anspruch l, dadurch gekennzeichnet, daß Luft von einem gleichsinnig
mit den Fasern eintretenden, von diesen getrennten Luftstrom in den Faserstrom übertritt.
3. Vorrichtung zur Bildung eines Faservlieses auf einem den Boden einer verteilkammerbildenden
angetriebenen endlosen gasdurchlässigen Ablageband mit unterhalb dem Band angeordneter
Absaugung mit einem vor der Verteilkammer angeordneten Schacht mit einer Öffnung
zur Verteilkammer und einer Eintrittsöffnung für zu verteilendes Fasergut einer darin
angeordneten Auflöseeinrichtung für das Fasergut und einer Luftzuführung für ein
Gebläse zum Transport des aufgelösten Fasergutes durch den Schacht zum Eintritt in
die Verteilkammer insbesondere zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch l,
dadurch gekennzeichnet, daß der Schacht durch einen Luftgleichrichterboden für das
Gebläse nach unten abgeschlossen ist, daß die Wände des Schachtes über die Breite
des zu bildenden Vlieses eine verstellbare düsenförmige Einschnürung besitzen, daß
zwischen der dem Ablageband gegenüberliegenden Schachtwand und dem Ablageband über
die gesamte Breite des abzulegenden Vlieses eine zusätzliche Lufteintrittsöffnung
vorgesehen ist, daß unter dem Ablageband im Bereich der Vliesbildung regulierbare
Absaugeeinheiten und im Bereich einer Vorpreßeinrichtung weitere regulierbare Absaugeeinheiten
vorgesehen sind.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3 insbesondere zur Durchführung des Verfahrens nach
Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß parallel zum Eintritt für das Fasergut ein
ebenfalls über die gesamte Vliesbreite sich erstreckender Lufteintritt vorgesehen
ist und daß eine luftdurchlässige Zwischenwand zwischen beiden Eintritten vorgesehen
ist.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
im Bereich der Decke der Verteilkammer über dem Ablageband mindestens eine Verwirbelungseinrichtung
vorgesehen ist.