[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren (entsprechend dem Oberbegriff des Anspruches
1) sowie eine Anlage (gemäß dem Gattungsbegriff des Anspruches 5) zur Zerkleinerung
von sprödem Mahlgut.
[0002] Es besteht vielfach der Wunsch, bestehende Anlagen der vorstehend genannten Art (enthaltend
Rollenmühle, Sichter und Becherwerk) in ihrer Durchsatzleistung erheblich zu steigern.
[0003] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren (entsprechend dem Oberbegriff
des Anspruches 1) sowie eine Anlage (gemäß dem Gattungsbegriff des Anspruches 5)
so auszubilden, daß mit vergleichsweise geringem anlagentechnischen Aufwand die Durchsatzleistung
der Anlage erheblich vergrößert wird.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden Merkmale der Ansprüche
1 und 5 gelöst. Zweckmäßige Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0005] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung veranschaulicht. Es zeigen
Fig. 1 ein Gesamtschema einer erfindungsgemäßen Anlage,
Fig. 2 einen Schnitt durch Rollenmühle und Sichter der Anlage gemäß Fig. 1.
[0006] Die in Fig. 1 veranschaulichte Anlage zur Zerkleinerung von sprödem Mahlgut, beispielsweise
von Zementklinker, enthält eine Rollenmühle 1, einen darüber angeordneten Sichter
2, eine Gutbettwalzenmühle 3, ein Becherwerk 4, einen Feingut-Abscheider 5 sowie
eine Anzahl weiterer, in Zusammenhang mit der Funktion beschriebener Anlagenteile.
[0007] Die in ihren Einzelheiten aus Fig. 2 ersichtliche Rollenmühle 1 besitzt eine um die
vertikale Achse 6 umlaufende horizontale Mahlbahn 7, auf der sich Mahlrollen 8, 9
mit Druck abstützen.
[0008] Der Antrieb der Mahlbahn 7 erfolgt durch einen Antriebsmotor 10 und ein nicht im
einzelnen veranschaulichtes Getriebe im Sockel der Rollenmühle 1.
[0009] Am Umfang der Mahlbahn 7 ist ein verstellbarer Düsenring 11 angeordnet, durch den
ein Luftstrom (Pfeile 12) der Mahlbahn 7 zugeführt wird.
[0010] Das über den Rand der Mahlbahn 7 nach unten (d. h. entgegen dem Luftstrom) ausfallende,
noch nicht genügend zerkleinerte Mahlgut gelangt über eine Schurre 13 zur Walzenmühle
3 (Pfeil 14).
[0011] Der oberhalb der Rollenmühle 1 angeordnete dynami sche Sichter 2 enthält einen feststehenden
(zweckmäßig einstellbaren) Leitschaufelkranz 15 sowie einen über eine Welle 16 von
einem Motor 17 angetriebenen Sichtkorb 18. Die Welle ist an ihrem unteren Ende über
radiale Streben 19 gelagert.
[0012] Die Welle 16 trägt ferner oberhalb des Sichtkorbes 18 einen Streuteller 20, dem das
zu sichtende Gut über Stutzen 21, 22 vom Becherwerk 4 zugeführt wird (Pfeil 23).
[0013] Der Sichter 2 weist unterhalb des Leitschaufelkranzes 15 einen Trichter 24 auf,
durch den die Grieße zurück auf die Mahlbahn 7 der Rollenmühle 1 geführt werden können.
Die Aufgabe des Rohmateriales auf die Mahlbahn 7 erfolgt über eine Öffnung 25 (Pfeil
26).
[0014] An das untere Ende des Trichters 24 ist weiterhin eine Grießschnecke 27 angeschlossen,
die in ihrer Drehzahl regelbar ist und die einen einstellbaren Teil der Grieße direkt
der Walzenmühle 3 zuführt (Pfeil 28 in Fig. 1).
[0015] Der das Feingut führende Luftstrom wird aus dem Sichter 2 über einen Stutzen 29 abgeführt
(Pfeil 30).
[0016] Die Funktion der Anlage nach dem erfindungsgemäßen Verfahren ist damit wie folgt:
[0017] Das zu zerkleinernde Mahlgut wird der Rollenmühle 1 von einem Silo 31 über eine Dosierbandwaage
32 und ein Luftabschlußorgan 33 zugeführt. Das auf der Mahlbahn 7 genügend zerkleinerte
Mahlgut wird durch den Luftstrom zum Sichter 2 gefördert. Das den Sichter zusammen
mit dem Luftstrom verlassende Feingut wird im Abscheider 5 abgeschieden.
[0018] Die im Sichter 2 anfallenden Grieße werden teilweise zurück zur Mahlbahn 7 der Rollenmühle
1 geführt. Ein weiterer, einstellbarer Anteil der Grieße gelangt über die Grießschnecke
27 direkt zur Walzenmühle 3. Dieser Gutbettwalzenmühle wird außerdem das über den
Rand der Mahlbahn 7 nach unten ausfallende Mahlgut zugeführt. In der Walzenmühle 3,
deren Walzen mit hohem Druck gegeneinandergepreßt wird, erfährt das Gut eine Gutbettzerkleinerung
unter deutlicher Bildung von Agglomeraten.
[0019] Das aus der Walzenmühle 3 ausgetragene Mahlgut wird über das Becherwerk 4 hochgefördert
und über eine Klappe 34 entweder dem Streuteller 20 des Sichters 2 oder einem anderen
Verwendungszweck (Fahrzeug 35) zugeführt (gewünschtenfalls kann dieser über das Becherwerk
4 geführte Gutstrom auch geteilt werden).
[0020] Auf dem rotierenden Streuteller 20 des Sichters 2 erfahren die in der Walzenmühle
3 gebildeten Agglomerate des Mahlgutes eine Desagglomeration. Die auf diese Weise
aufgeschlossenen Schülpen werden auf diese Weise gleichmäßig der Sichtluft zugeführt.
[0021] Das nach dem Durchsetzen der Walzenmühle 3 bereits vorhandene Fertiggut wird auf
diese Weise direkt gesichtet und nicht mehr erneut der Rollenmühle 1 zugeführt. Die
Rollenmühle 1 wird dadurch wesentlich entlastet. Für die Rollenmühle ergibt sich
hierdurch eine erhebliche Reduzierung des Druckverlustes, was zu einer deutlichen
Energieeinsparung bei der pneumatischen Förderung des Mahlgutes führt.
[0022] Von besonderem Vorteil ist dabei auch, daß das Becherwerk-Umlaufgut bereits weitgehend
getrocknet ist, da in der Walzenmühle 3 das über den Rand der Mahlbahn 7 nach unten
ausfallende Mahlgut zusammen mit bereits weitgehend getrockneten Grießen (zugeführt
über die Grießschnecke 27) vermahlen wird.
[0023] Die Regelung der Anlage erfolgt im wesentlichen unter Benutzung folgender Regelkreise:
- Ein erster Regelkreis (Regler 36) regelt die über die Dosierbandwaage 32 der Rollenmühle
1 zugeführte Aufgabemenge in Abhängigkeit von der Antriebsleistung der Rollenmühle
1.
- Ein zweiter Regelkreis (Regler 37) hält die elektrische Stromaufnahme der Gutbettwalzenmühle
dadurch konstant, daß der Querschnitt des verstellbaren Düsenringes 11 und damit die
Gasgeschwindigkeit im Düsenring entsprechend geregelt wird (mit der Gasgeschwindigkeit
im Düsenring ändert sich der entgegen dem Luftstrom nach unten ausfallende Teil des
Mahlgutes und damit die Becherwerks-Umlaufgutmenge).
- Ein dritter Regelkreis (Regler 38) hält die durch die Anlage gezogene Gasmenge durch
Beeinflussung der Drehzahl eines dem Feingut-Ab scheider 5 nachgeschalteten Ventilators
39 konstant.
- Ein vierter Regelkreis (Regler 40) steuert eine Umluftklappe 41 und hält dadurch
den im Luftstrom vor der Rollenmühle 1 herrschenden Unterdruck konstant.
[0024] Über die Grießschnecke 27 wird zweckmäßig nur ein Teil der im Sichter 2 anfallenden
Grieße entnommen und direkt der Gutbettwalzenmühle 3 zugeführt. Die Regelung dieser
Teilmenge geschieht über die Drehzahlverstellung der als Überlaufschnecke arbeitenden
Grießschnecke 27. Die entnommene Menge kann gewogen werden und so die Drehzahl der
Schnekke regeln.
[0025] Der pneumatische Transport des Mahlgutes in einer herkömmlichen Mahlanlage unter
Verwendung einer Rollenmühle nimmt einen verhältnismäßig großen Anteil der gesamten,
zur Vermahlung aufzuwendenden Energie in Anspruch. Durch die Erfindung wird nun das
durch den Düsenring 11 nach unten fallende Mahlgut mittels der Gutbett-Walzenmühle
3 einer weiteren Zerkleinerung unterzogen und über das Becherwerk 4 dem Sichter 2
zugeführt. In diesem Mahlgut, das dem Sichter direkt aufgegeben wird, sind (je nach
Art des zu vermahlenden Gutes) bis zu 50 % Fertiggut enthalten. Dieser Materialanteil
wird somit dem pneumatischen Transport entzogen. Dadurch ergibt sich ein bis zu 40
% niedrigerer Druckverlust der Mahlanlage, was eine entsprechend hohe Energieeinsparung
am Mühlenventilator zur Folge hat.
1. Verfahren zur Zerkleinerung von sprödem Mahlgut unter Verwendung einer Mahlzone
mit umlaufender horizontaler Mahlbahn (7), wobei
a) das über den Rand der Mahlbahn nach unten ausfallende Mahlgut mechanisch hochgefördert
und wenigstens teilweise einer Sichtzone zugeführt wird,
b) und die bei der Sichtung anfallenden Grieße wenigstens teilweise erneut der Mahlzone
zugeleitet werden,
dadurch gekennzeichnet, daß
c) das über den Rand der Mahlbahn (7) nach unten ausfallende Mahlgut vor der Sichtung
zunächst im Spalt zweier mit hohem Druck gegeneinander gepreßter Walzen einer Walzenmühle
(3) zerkleinert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein einstellbarer Teil
der bei der Sichtung anfallenden Grieße zusammen mit dem über den Rand der Mahlbahn
(7) nach unten ausfallenden Mahlgut direkt der Walzenmühle (3) zur Zerkleinerung
zugeführt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich net, daß das in der Walzenmühle
(3) zerkleinerte Mahlgut vor der Sichtung desagglomeriert wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem der umlaufenden horizontalen Mahlbahn (7) von
unten her über einen Düsenring (11) ein regelbarer Luftstrom zugeführt wird, der
auf der Mahlbahn zerkleinertes Mahlgut pneumatisch der Sichtzone zuführt, dadurch
gekennzeichnet, daß die elektrische Stromaufnahme des Antriebs der Walzenmühle (3)
durch Änderung der Luftgeschwindigkeit im Düsenring (11) konstantgehalten wird.
5. Anlage zur Zerkleinerung von sprödem Mahlgut, enthaltend
a) eine Rollenmühle (1) mit umlaufender horizontaler Mahlbahn (7),
b) einen über der Rollenmühle (1) angeordneten Sichter (2),
c) ein Becherwerk (4), durch das das über den Rand der Mahlbahn (7) nach unten ausfallende
Mahlgut mechanisch zum Sichter (2) hochgefördert wird,
d) eine Einrichtung (39) zur Erzeugung eines Luftstromes, der auf der Mahlbahn (7)
zerkleinertes Mahlgut pneumatisch dem Sichter (2) zuführt und nach Abscheidung der
Grieße das Feingut einem Abscheider (5) zuführt, während die im Sichter anfallenden
Grieße wenigstens teilweise zurück zur Rollenmühle (1) geführt werden
, gekennzeichnet durch
e) eine Walzenmühle (3), enthaltend zwei mit hohem Druck gegeneinander gepreßte Walzen,
zur Zerkleinerung des über den Rand der Mahlbahn (7) nach unten ausfallenden Mahlgutes.
6. Anlage nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Walzenmühle (3) zwischen
der Rollenmühle (1) und dem Becherwerk (4) angeordnet ist.
7. Anlage nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß an den die Grieße führenden
Trichter (24) des Sichters (2) ein vorzugsweise als in der Drehzahl regelbare Schnecke
(27) ausgebildetes Förderorgan angeschlossen ist, durch das ein einstellbarer Teil
der Grieße direkt der Walzenmühle (3) zuführbar ist.
8. Anlage nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Sichter (2) als dynamischer
Sichter mit oberhalb der Sichtzone angeordnetem, rotierenden Streuteller (20) ausgebildet
ist.