[0001] Die Erfindung betrifft ein Dachfenster mit Futterkasten, Flügel und Gewichtsausgleichsvorrichtung,
die von mindestens einer Gasfeder gebildet ist, welche mit einem Ende am Futterkasten
gelenkig befestigt und mit dem anderen Ende auf den Flügel einwirkend ist, wobei der
Flügel nach seiner Entriegelung vom Futterkasten unter dem Einfluß der Gasfeder weitgehend
selbsttätig geöffnet wird und bei vollem Ausfahrhub der Kolbenstange aus dem Zylinder
der Gasfeder der Flügel in eine Notöffnungsstellung gebracht ist, in welcher die
Öffnung des Futterkastens vom Flügel freigegeben ist.
[0002] Bei als Notausstiegen benutzbaren Dachfenstern wird die Gewichtsausgleichsvorrichtung
zumeist von Gasfedern gebildet, die einen langen Ausfahrhub der Kolbenstange aus
dem Zylinder der Gasfeder aufweisen, damit in der Öffnungsstellung des Flügels die
Öffnung des Futterkastens weitgehend vom Flügel freigegeben wird. In der Notöffnungsstellung
beträgt der Winkel zwischen geöffnetem Flügel und der Ebene des Futterkastens meist
über 90° Der Flügel ist dabei über Scharniere an einem Horizontalholm des Futterkastens
als Klappflügel bzw. über Scharniere an einem Längsholm des Futterkastens als Drehflügel
ausgebildet.
[0003] Die Gasfeder kann bei einem Dachfenster mit einem als Klapp- bzw. Drehflügel ausgestalteten
Flügel unmittelbar am Rahmen des Flügels oder mittelbar am Flügel be festigt sein,
nämlich an einer den Flügelrahmen übergreifenden Abdeckung. Ist der Flügel mittels
eines Hilfsrahmens mit dem Futterkasten verbunden, kann die Gasfeder auf den Hilfsrahmen
wirken, so daß bei einer Festlegung des Flügels am Hilfsrahmen der Flügel als Klappflügel
geöffnet wird und nach einer Lösung der Festlegung des Flügels am Hilfsrahmen um eine
nahe dem freien Ende des Hilfsrahmens angeordnete Horizontalachse schwinggeöffnet
werden kann.
[0004] Bei den gebräuchlichen Dachfenstern, wie sie für bewohnte Dachräume bevorzugt werden,
ist die Öffnungsweite des Flügels begrenzt bei Klappflügeln und bei Klapp-Schwingflügeln
ragt der schwinggeöffnete Flügel in die Öffnung des Futterkastens hinein und beschränkt
dadurch die lichte Durchgangsweite des Futterkastens.
[0005] Bei den Dachfenstern, die einen Zugang zur Dachfläche erlauben, beispielsweise für
den Kaminkehrer oder im Notfall, ist die Öffnungsweite des Flügels zu groß, um diese
als Wohndachfenster benutzen zu können, da damit für Lüftungs- oder Aussichtszwecke
keine geringeren Öffnungswinkel des Flügels eingestellt werden können, die insbesondere
auch sturmfest sein sollten.
[0006] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, ein Dachfenster zu schaffen,
das sowohl als Wohndachfenster als auch als Notausstieg benutzbar ist, wobei als
Standardöffnung des Flügels eine wohndachfenstergerechte Aussichtsöffnung vorliegend
ist, die ohne größeren Aufwand in eine Notöffnungsstellung umwandelbar ist.
[0007] Diese Aufgabe wird bei einem gattungsgemäßen Dachfenster gelöst durch eine Fixiereinrichtung,
die auf die Gasfeder einwirkt und mittels welcher der Ausfahrhub der Kolbenstange
in gegenüber dem Futterkasten unverriegeltem Zustand des Flügels begrenzbar ist.
[0008] Zufolge der Anwendung einer zusätzlichen Fixiereinrichtung kann der Ausfahrhub der
Kolbenstange der Gasfeder begrenzt werden. Es wird somit der volle, für die Erreichung
der Notöffnungsstellung des Flügels erforderliche Ausfahrhub unterteilt in einen Teilausfahrhub
für die übliche Aussichtsöffnungsweite eines Wohndachfensters, so daß der Öffnungswinkel
zwischen Flügel und Futterkasten ca. 30 bis 45° betragen kann. Das Dachfenster ist
damit als Wohndachfenster geeignet. Nur im Falle des erforderlich werdens eines Zutrittes
zur Dachfläche ist die Fixiereinrichtung zu lösen, wodurch sich der Flügel dann in
die Notöffnungsstellung bewegt. Nach erneuter Begrenzung des Ausfahrhubes der Kolbenstange
mittels der Fixiereinrichtung ist dann die Öffnungsbegrenzung des Flügels wieder gegeben.
[0009] Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung ist das Lager für das Auge der Kolbenstange
der Gasfeder am Futterkasten und das Lager des Zylinders der Gasfeder am Flügel befestigt,
ist der Zylinder mit einer Hülse versehen, an der eine mit einer Fangnase versehene
Klinke schwenkbar gelagert ist und die Fangnase ist hinter einen am Futterkasten
befestigten Anschlag bringbar. Die Fixiereinrichtung ist somit mit dem Zylinder der
Gasfeder verbunden, wobei deren Kolbenstange dem Futterkasten zugewendet ist. Durch
eine Kupplung der Klinke mit einem futterkastenseitigen Anschlag wird der Abstand
zwischen der Hülse und damit dem Zylinder der Gasfeder und dem futterkastenseitigen
Anschlag begrenzt und damit die Ausstellöffnung des Flügels auf einen bei einem Wohndachfenster
üblichen Öffnungswinkel beschränkt. Sollte der Flügel in seine Notöffnungsstellung
gebracht werden, ist dann nur die Lösung der Fangnase von dem Anschlag erforderlich.
Die Fixiereinrichtung ist dabei mit der Gasfeder vereinigt, so daß gleichzeitig mit
dem Anbringen der Gasfeder auch die Fixiereinrichtung am Dachfenster angebracht ist.
[0010] Um eine selbsttätige Kupplung der Fangnase der Klinke mit dem Anschlag zu erhalten,
wird in zweckmäßiger Weise die Schwenkachse für die Klinke in dem dem Flügel zugewendeten
Bereich der Hülse angeordnet und die Klinke ist im wesentlichen parallel zur Kolbenstange
und oberhalb der Kolbenstange in der durch die Längsachse der Kolbenstange sich erstreckenden,
senkrecht zur Fensterebene ausgerichteten Ebene angeordnet. Die sich oberhalb der
Kolbenstange befindliche Klinke gelangt unter dem Einfluß ihres Eigengewichts in
die Kupplungsstellung. Ausgehend von der Verschlußstellung des Fensters befindet
sich damit die Klinke beim Öffnen des Flügels stets in der Kupplungsbereitschaftsstellung
und der Flügel ist nur bis zu einem Teil des möglichen Öffnungswinkels des Flügels
öffnenbar durch ein Hintergreifen der Fangnase der Klinke hinter den futterkastenseitigen
Anschlag. In der Kupplungsbereitschaftsstellung liegt die Klinke auf dem Auge der
Kolbenstange bzw. auf der Kolbenstange auf und die Fangnase ist noch im Abstand zum
flügelseitigen Anschlag. Mit zunehmender Öffnungsweite des Flügels verringert sich
der Abstand der Fangnase vom Anschlag und wenn die Fangnase am futterkastenseitigen
Anschlag zur Anlage gelangt, ist die Flügelöffnungsweite begrenzt.
[0011] Damit die Flügelöffnungsweite in der Aussichtsstellung nach Art eines Wohndachfensters
zur Anpassung an gegebene Dachneigungen usw. variiert werden kann, ist es vorteilhaft,
daß die die Klinke tragende Hülse längeneinstellbar auf dem Zylinder der Gasfeder
befestigt ist. Durch ein Verschieben der Hülse auf dem Zylinder in Richtung auf den
Flügel wird die Öffnungsweite des Flügels verringert und durch ein Verschieben der
Hülse in Richtung auf den Futterkasten ergibt sich eine Vergrößerung der durch die
Fangnase begrenzten Öffnungsweite des Flügels.
[0012] Diese Längeneinstellmöglichkeit wird in einfacher Weise dadurch erreicht, daß die
Hülse mit einem Längsschlitz versehen und der Längsschlitz quer von einer Spannschraube
durchgriffen ist, so daß durch ein Lösen der Spannschraube die Hülse bis zur gewünschten
neuen Öffnungsstellung des Flügels verschoben werden und in dieser Lage durch Festklemmung
der Hülse auf den Zylinder der Gasfeder durch Betätigen der Spannschraube erneut festgelegt
werden kann.
[0013] Besonders bevorzugt wird es, daß der Anschlag für die Fangnase vom Auge der Kolbenstange
bzw. von dem dem Auge zugeordneten Lager gebildet ist. Für die Fixiereinrichtung
bedarf es dann keiner zusätzlichen loser Bauteile und keiner zusätzlichen Montageschritte,
da die Fixiereinrichtung auf der Gasfeder baueinheitlich angeordnet ist und da das
Lager für das Auge der Kolbenstange oder dessen Auge selbst den Anschlag bildet; der
Anschlag somit von einem sowieso erforderlichen Teil mitgebildet ist.
[0014] Um den Flügel in die Notöffnungsstellung zu bringen, ist bei klappgeöffnetem Flügel
die Fixiereinrichtung zu lösen, also die Fangnase außer Eingriff mit dem futterkastenseitigen
Anschlag zu bringen, wodurch der volle Ausfahrhub der Gasfeder freigegeben ist. Diese
Auflösung der Fixierstellung erfolgt ohne ein zusätzliches Hilfsmittel. Dabei liegt
die Fangnase der Klinke unter dem Einfluß ihres Eigengewichtes oder unter der Einwirkung
eines zusätzlichen Belastungsmittels, wie einer an der Klinke angreifenden Feder,
auf der Kolbenstange an und gleitet diese entlang. Beim anschließenden erneuten Schließen
des Flügels aus der Notöffnungsstellung heraus gleitet die Fangnase, aufliegend auf
der Kolbenstange, wieder in Richtung auf ihren Anschlag. Da das Auge der Kolbenstange
eine Verdickung gegenüber dem Durchmesser der Kolbenstange bildet, ist hier ein Absatz
gegeben. Damit die Fangnase ohne Hemmung diesen Absatz überlaufen kann, ist es günstig,
die Rückseite der Fangnase mit einer Auflaufschräge zu versehen.
[0015] Zur Erleichterung des Aushebens der Klinke aus der Fixierstellung, wenn sie mit ihrer
Fangnase den futterkastenseitigen Anschlag hintergreift und in diesem Hintergriffzustand
unter dem Druck der Gasfeder steht, ist es bevorzugt, die Klinke mit einem Griffansatz
zu versehen, wodurch die Klinke leichter von Hand angreifbar ist von der Bedienungsperson.
[0016] Um die Reibung zwischen der Kolbenstange und der darauf anliegenden Fangnase zu verringern,
ist es vorteilhaft, daß zumindest die Fangnase der Klinke mit einer Ummantelung aus
Kunststoff ausgerüstet ist, um eine Beschädigung der Oberfläche der Kolbenstange
zu vermeiden. Diese Ummantelung ergibt auch die Möglichkeit, den Schlag beim Auftreffen
der Fangnase auf den futterkastenseitigen Anschlag zu dämpfen, beispielsweise durch
eine Ummantelung aus einem elastischen Kunststoff. Auch kann durch eine Einfärbung
der Ummantelung ein Signalzeichen gesetzt werden, um die Bedienungsperson auf die
jeweilige Anordnung der Klinke aufmerksam zu machen bzw. auf ihre Betätigungsmöglichkeit.
[0017] Es ist bei einem Dachfenster, das mit Gasfedern als Gewichtsausgleichsvorrichtung
versehen ist, üblich, jeweils an jeder Längsseite des Dachfensters je eine Gasfeder
anzuordnen. In diesem Falle ist es bevorzugt, daß jede Gasfeder mit einer Klinke versehen
ist und daß die beiden Klinken bewegungsschlüssig miteinander gekuppelt sind, so daß
durch Betätigung nur einer der Klinken gleichzeitig beide Klinken aus der Fixierstellung
ausgehoben werden, bzw. die Fangnasen gleichzeitig hinter den Anschlag eingedrückt
werden.
[0018] Damit die Gasfedern bei geschlossener Stellung des Flügels vom Rauminnern her nicht
sichtbar sind, ist es gebräuchlich, die Gasfedern in der Ebene der Längsholme des
Futterkastens anzuordnen, also ein Lager für die Gasfeder auf der Stirnseite eines
Längsholmes des Futterkastens zu befestigen. Die Gasfeder befindet sich in der Schließstellung
des Flügels seitlich neben dem Flügelrahmen, abgedeckt durch eine Flügelabdeckung
oder einen den Flügelrahmen gleichfalls übergreifenden Hilfsrahmen, der zusätzlich
von einer Flügelabdeckung übergriffen sein kann. Die Flügelabdeckung ist dabei als
Träger für das zweite Lager der Gasfeder benutzt. Die somit in der Ebene des Längsholmes
des Futterkastens angebrachten Lager der Gasfeder besitzen keinen oder nur einen
geringen Versatz der flügelseitigen zur futterkastenseitigen Lagerstelle, an welchen
die Gasfedern angreifen. Es ist deshalb erforderlich, daß zu Beginn der Öffnungsbewegung
des Flügels die Bedienungsperson einen großen Kraftaufwand auf den Flügel ausüben
muß.
[0019] Zur Erleichterung der Öffnungsbewegung des Flügels bereits von Anfang an ist deshalb
in bevorzugter Art nahe der horizontalen Klappachse des Flügels der Flügel mit einer
mit der oberen Stirnseite des Längsholmes des Futterkastens zusammenwirkenden Druckfeder
versehen. Die vorzugsweise als Schraubenfeder ausgebildete Druckfeder ist bei geschlossenem
Flügel vorgespannt, so daß beim Entriegeln des geschlossenen Flügels durch die Federkraft
der Druckfeder der Flügel so weit vom Futterkasten abgehoben wird, bis die Kraft der
Gasfeder dann anschließend die weitere Öffnungsbewegung des Flü gels unterstützt
bzw. übernimmt. Die Druckfeder wird somit als Hilfsgewichtsausgleichsvorrichtung benutzt.
[0020] Es ist dabei günstig, daß auf der Stirnseite des Futterkastens eine Druckplatte
als Abstützfläche für die Druckfeder befestigt ist.
[0021] Weitere Vorteile und Einzelheiten ergeben sich aus den Figuren, die eine bevorzugte
Lösungsform darstellen. Es zeigen:
Fig. 1 eine Ansicht eines Dachfensters in Einbaulage bei geöffnetem Flügel, wobei
die Gewichtsausgleichsvorrichtung von Gasfedern gebildet ist,
Fig. 2 in vergrößertem Maßstab die mit der Gasfeder der Fig. 1 verbundene Fixiereinrichtung,
Fig. 3 einen Schnitt III-III durch Fig. 2 und
Fig. 4 in vergrößertem Maßstab die Anordnung der Druckfeder bei geöffnetem Flügel.
[0022] Das Dachfenster der Fig. 1 besteht aus einem Futterkasten 1, an dem ein Flügel 2
unter Zwischenschaltung eines Hilfsrahmens 3 angelenkt ist. Als Gewichtsausgleichsvorrichtung
4 dient eine Gasfeder 5, die durch eine Druckfeder 6 unterstützt wird. Eine Fixiereinrichtung
7 ist an der Gasfeder 5 angebracht.
[0023] Die Gasfeder 5 besteht aus dem Zylinder 8, in dem ein an einer Kolbenstange 9 angeordneter
Kolben mittels Gas druckbeaufschlagt ist. Die Gasfeder 5 ist an einem Ende am Futterkasten
1 gelenkig befestigt, nämlich in einem Lager 10, das auf der Stirnseite 11 des Längsholmes
26 des Futterkastens 1 befestigt ist, wobei der Lagerbolzen 12 ein Auge 13 der Kolbenstange
9 durchgreift. Das andere Ende der Gasfeder 5 ist an dem Hilfsrahmen 3 befestigt,
und zwar gleichfalls schwenkbar in einem Lager 14. Der Zylinder 8 der Gasfeder 5 trägt
nahe seinem futterkastenseitigen Ende eine Hülse 15, die mit einem Längsschlitz
16 versehen ist, welcher von der Spannschraube 17 durchquert wird. Die Hülse 15 ist
in dem dem Flügel 2 zugewendeten Bereich, also oberhalb der Kolbenstange 9, mit einer
in horizontaler Ebene angeordneten Schwenkachse 18 ausgerüstet, auf der eine Klinke
19 schwenkbar gelagert ist. Die Klinke 19 erstreckt sich im wesentlichen parallel
zur Kolbenstange 9 und in einer durch die Längsachse 20 der Kolbenstange 9 sich erstreckenden,
senkrecht zur Fensterebene ausgerichteten Ebene.
[0024] Nahe dem freien Ende der Klinke 19 trägt sie eine Fangnase 21 und einen Griffansatz
22. Die Rückseite 23 der Fangnase 21 ist als Auflaufschräge 24 ausgebildet. Die Wirkfläche
der Fangnase 21 und die Auflaufschräge 24 sind Teil einer Ummantelung 25 aus elastischem
Kunststoff.
[0025] In der Schließstellung des Dachfensters ist der Flügel 2 auf dem Futterkasten 1 aufliegend
und der Flügel 2 gegen den Futterkasten 1 verriegelt, wobei die nahe der horizontalen
Klappachse 28 des Dachfensters im Bereich des Längsholmes 26 des Futterkastens 1 angeordnete
Druckfeder 6 unter Vorspannung sich befindet und die Gasfeder 5 ist in eingeschobenem
Zustand der Kolbenstange 9. Die Klinke 19 liegt unter dem Einfluß ihres Eigengewichtes
auf dem Auge 13 der Kolbenstange 9 auf, wobei die Fangnase 21 im Abstand vom Lager
10 unterhalb dieses. futterkastenseitigen Lagers 10 angeordnet ist.
[0026] Nach dem Lösen der Verriegelung des Flügels 2 gegen den Futterkasten 1 bewirkt die
gespeicherte Kraft der Druck feder 6 ein Anheben des Flügels 2 um die Klappachse
28. Dabei genügt ein Anheben des Flügels 2 um wenige Grade gegenüber der Ebene des
Futterkastens 1, damit die Anlenkstellen der Gasfeder 5 des futterkastenseitigen
Lagers 10 zum hilfsrahmenseitigen bzw. flügelseitigen Lager 14 zueinander stärker
versetzt werden, wodurch die Kraft der Gasfeder 5 wiederum wirksamer auf den Flügel
2 einwirken kann. Bei der Öffnungsbewegung des Flügels 2 gleitet die Klinke 19 auf
dem Auge 13 der Kolbenstange 9 entlang in Richtung auf das Lager 10 zu. Die Druckfeder
6 hebt sich von ihrer Druckplatte 29 auf der Stirnseite 11 des Futterkastens 1 ab
und der Gewichtsausgleich wird dann ausschließlich von den Gasfedern 5 übernommen.
[0027] Die Öffnungsbewegung des Flügels 2 unter dem Einfluß der Gasfedern 5 wird beendet,
wenn die Fangnase an dem Auge 13 der Kolbenstange 9 bzw. an dem Lager 10 zur Anlage
gelangt. Zufolge des Zusammenwirkens der Fangnase 21 der Klinke 19 mit dem Lager
10 am Futterkasten 1 bzw. dem im Lager 10 schwenkbar angeordneten Auge 13 der Kolbenstange
9 wird der Ausfahrhub der Kolbenstange 9 begrenzt. Diese Begrenzung entspricht einem
bei Wohndachfenstern üblichen Öffnungswinkel des Flügels 2 gegenüber dem Futterkasten
1. Wird der Flügel 2 wieder geschlossen, gleitet die Klinke 19 auf der Kolbenstange
9 und deren Auge 13 entlang nach unten. Das Dachfenster ist somit bei üblicher Betätigung
stets in die Standard-Aussichtsstellung für ein Wohndachfenster zu bringen.
[0028] Ist es aber erforderlich, daß durch die Öffnung des Futterkastens 1 hindurch der
unter der Dachfläche befindliche Wohnraum verlassen werden soll oder muß, ist der
Flügel 2, wie zuvor beschrieben, in diejenige Öffnungsstellung zu bringen, die in
Fig. 1 gestrichelt dar gestellt ist und die der bei Wohndachfenstern üblichen Öffnungsweite
entspricht. Wenn diese Aussichtsstellung erreicht ist, werden die Klinken 19 an den
Griffansätzen 22 ergriffen und angehoben, so daß die Fangnasen 21 außer Eingriff
mit den Anschlägen 27 gelangen. Damit ist die Fixierung der Kraftwirkung der Gasfedern
5 aufgehoben und die Gasfedern 5 bewirken ein selbsttätiges weiteres Anheben des Flügels
2 in die in Fig. 1 ausgezogen dargestellte Notöffnungsstellung, wobei die Fangnasen
21 den Kolbenstangen 9 entlanglaufen. In der Notöffnungsstellung ist die Öffnung
des Futterkastens 1 weitgehend freigegeben.
[0029] Wird der Flügel 2, ausgehend aus der Notöffnungsstellung geschlossen, gleiten die
Fangnasen 21 der Klinke 19 auf den Kolbenstangen 9 nach unten. Beim Übergang von der
Kolbenstange 9 auf ihr Auge 13 wird infolge der Auflaufschräge 24 der Fangnase 21
die Klinke 19 leicht angehoben, gleitet druckfrei über das Auge 19 bzw. das Lager
10 entlang und die Klinke 19 fällt dann infolge ihres Eigengewichtes hinter den Anschlag
27, wenn die Fangnase 21 den Bereich des Auges 13 verlassen hat. Damit ergibt sich
die Begrenzung des Ausfahrhubes der Kolbenstange 9 auf die für ein Wohndachfenster
erforderliche Aussichtsöffnung in automatischer Weise, ohne daß zusätzliche Handgriffe
dazu erforderlich sind.
[0030] Zur Einstellung unterschiedlicher Öffnungsweiten für die Aussichtsstellung des Flügels
2 bzw. zur Anpassung an unterschiedliche Dachneigungen ist die Hülse 15 nach Lösen
der Spannschraube 17 auf dem Zylinder 8 der Gasfeder 5 längsverschiebbar und an der
gewünschten Stelle erneut festlegbar durch ein Anziehen der Spannschraube 17.
[0031] Mit der selbsttätig wirkenden Fixiereinrichtung 7 zur Begrenzung des Ausfahrhubes
der Kolbenstange 9 der Gas feder 5 ist somit ein Dachfenster geschaffen, das mit
eingeschränkter Öffnungsweite als Wohndachfenster mit dafür gebräuchlicher Aussichtsstellung
verwendbar ist und das im Bedarfsfall durch einfaches Anheben der Klinke 19 weiterhin
den Flügel 2 in eine Notöffnungsstellung bewegt und das darüber hinaus beim nachfolgenden
Schließen selbsttätig wieder in seine Begrenzung des Ausfahrhubes der Kolbenstange
9 gelangt, wobei dieses mit einfachen Mitteln erfolgt, eine laiengerechte Bedienung
ermöglicht ist und ohne daß zusätzliche Arbeitsschritte bei der Befestigung am Dachfenster
erforderlich sind.
[0032] In den Fig. 5 und 6 ist eine weitere Ausgestaltungsform einer Fixiereinrichtung 7′
dargestellt. Die auf dem Zylinder 8 der Gasfeder 5 klemmbefestigte, mit einem Längsschlitz
41 ausgestattete Hülse 39 trägt eine Klinke 30 mit einem etwa U-förmigen Querschnitt.
Die Schwenkachse 38 der Klinke 30 an der Hülse 39 erstreckt sich horizontal, nämlich
parallel zur Stirnseite 11 des Futterkastens 1 und ist derart angeordnet, daß sich
die Schwenkachse 38 gleichzeitig durch die Längsachse der Kolbenstange 9 erstreckt.
Am freien Ende trägt die Klinke 30 einen aus dem Steg 42 des U-Querschnitts herausragenden
Griffansatz 43, an den die Fangnasen 32 angrenzen, die jeweils an einem der Schenkel
31 der Klinke 30 angeformt sind. Je eine Fangnase 32 erstreckt sich zu beiden Seitenflächen
35 des Lagers 34. Der Anschlag 33 für diese Fangnasen 32 wird von den diese Seitenflächen
35 überragenden Stummeln 37 des Lagerbolzens 36 gebildet, die von den Fangnasen 32
hintergriffen sind.
[0033] Die Hülse 39 trägt an ihrem der Kolbenstange 9 zugewandten Ende eine Feder 40, wie
aus Fig. 6 ersichtlich, die auf den Steg 42 der Klinke 30 unter Vorspannung in der
Nähe des schwenklagerseitigen Endes der Klinke 30 einwirkt. Es entsteht dadurch ein
auf die Klinke 30 ausgeübtes, um die Schwenkachse 38 wirksam werdendes Moment, das
bewirkt, daß sich die Fangnasen 32 nicht ungewollt von ihrem Anschlag 33 lösen können
und daß beim Schließen des Flügels, ausgehend von dessen Notöffnungsstellung, die
Fangnasen 32 wieder automatisch hinter die Stummeln 37 des Lagerzapfens 36 des Lagers
34 einrasten.
1. Dachfenster mit Futterkasten, Flügel und Gewichtsausgleichsvorrichtung, die von
mindestens einer Gasfeder gebildet ist, welche mit einem Ende am Futterkasten gelenkig
befestigt und mit dem anderen Ende auf den Flügel einwirkend ist, wobei der Flügel
nach seiner Entriegelung vom Futterkasten unter dem Einfluß der Gasfeder weitgehend
selbsttätig geöffnet wird und bei vollem Ausfahrhub der Kolbenstange aus dem Zylinder
der Gasfeder der Flügel in eine Notöffnungsstellung gebracht ist, in welcher die Öffnung
des Futterkastens vom Flügel freigegeben ist,
gekennzeichnet durch eine Fixiereinrichtung (7), die auf die Gasfeder (5) einwirkt
und mittels welcher der Ausfahrhub der Kolbenstange (9) in gegenüber dem Futterkasten
(1) unverriegeltem Zustand des Flügels (2) begrenzbar ist.
2. Dachfenster nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Lager (10) für das
Auge (13) der Kolbenstange (9) der Gasfeder (5) am Futterkasten (1) und das Lager
(14) des Zylinders (8) der Gasfeder (5) am Flügel (2) befestigt ist, daß der Zylinder
(8) mit einer Hülse (15) versehen ist, an der eine mit einer Fangnase (21) versehene
Klinke (19) schwenkbar gelagert ist und daß die Fangnase (21) hinter einen am Futterkasten
(1) befestigten Anschlag (27) bringbar ist.
3. Dachfenster nach einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die
Schwenkachse (18) für die Klinke (19) in dem dem Flügel (2) zugewendeten Bereich der
Hülse (15) angeordnet ist und die Klinke (19) im wesentlichen parallel zur Kolbenstange
(9) und oberhalb der Kolbenstange (9) in der durch die Längsachse (20) der Kolbenstange
(9) sich erstreckenden, senkrecht zur Fensterebene ausgerichteten Ebene angeordnet
ist.
4. Dachfenster nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die
die Klinke (19) tragende Hülse (15) längeneinstellbar auf dem Zylinder (8) der Gasfeder
(5) befestigt ist.
5. Dachfenster nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die
Hülse (15) mit einem Längsschlitz (16) versehen und der Längsschlitz (16) quer von
einer Spannschraube (17) durchgriffen ist.
6. Dachfenster nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der
Anschlag (27) für die Fangnase (21) vom Auge (13) der Kolbenstange (9) bzw. von dem
dem Auge (13) zugeordneten Lager (10) gebildet ist.
7. Dachfenster nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die
Rückkante (23) der Fangnase (21) mit einer Auflaufschräge (24) versehen ist.
8. Dachfenster nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die
Klinke (19) mit einem Griffansatz (22) versehen ist.
9. Dachfenster nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest
die Fangnase (21) der Klinke (19) mit einer Ummantelung (25) aus Kunststoff ausgerüstet
ist.
10. Dachfenster nach einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei an jeder Längsseite des Dachfensters
je eine Gasfeder angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, daß jede Gasfeder (5) mit
einer Klinke (19) versehen und die beiden Klinken (19) bewegungsschlüssig miteinander
gekuppelt sind.
11. Dachfenster nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß nahe
der horizontalen Klappachse (28) des Flügels (2) der Flügel (2) mit einer mit der
Stirnseite (11) des Längsholms (26) des Futterkastens (1) zusammenwirkenden Druckfeder
(6) versehen ist.
12. Dachfenster nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß auf der Stirnseite
(11) des Futterkastens (1) eine Druckplatte (29) als Abstützfläche für die Druckfeder
(6) befestigt ist.
13. Dachfenster nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die
Klinke (30) mit einem etwa U-förmigen Querschnitt versehen und an jedem der Schenkel
(31) des U-Querschnitts mit einer Fangnase (32) ausgerüstet ist und der Anschlag (33)
für die Fangnasen (32) von die Seitenflächen (35) des futterkastenseitigen Lagers
(34) beidseitig überragenden Stummeln (37) des Lagerbolzens (36) gebildet ist.
14. Dachfenster nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Schwenkachse (38)
der Klinke (30) an der Hülse (39) horizontal und die Längsachse der Kolbenstange (9)
schneidend angeordnet ist.
15. Dachfenster nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß an der Hülse (39) eine
Feder (40) befestigt ist, die nahe dem von den Fangnasen (32) abgewandten Ende der
Klinke (30) auf diese im Sinne des automatischen Einrastens der Fangnasen (32) hinter
die Stummeln (37) einwirkt.