(19)
(11) EP 0 292 847 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
30.11.1988  Patentblatt  1988/48

(21) Anmeldenummer: 88107924.8

(22) Anmeldetag:  18.05.1988
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4E04C 1/42
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT CH DE FR GB LI SE

(30) Priorität: 27.05.1987 DE 8707630 U
02.03.1988 DE 3806711

(71) Anmelder: Schwarz, Willi
D-2300 Kiel 1 (DE)

(72) Erfinder:
  • Schwarz, Willi
    D-2300 Kiel 1 (DE)

(74) Vertreter: Patentanwälte Hauck, Graalfs, Wehnert, Döring, Siemons 
Neuer Wall 41
20354 Hamburg
20354 Hamburg (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Vorrichtung zum Errichten einer Wand, insbesondere aus Glasbausteinen


    (57) Vorrichtung zum Errichten einer Wand aus vorzugsweise scheibenartigen Wandelementen, insbesondere Glasbausteinen, die zumindest an den Lagerseiten begrenzte, den Wandseiten benachbarte Lagerlächenrandbereiche (41, 51) aufweisen, zwischen denen eine zurückversetzte Fläche (42, 52) liegt, mit mindestens einem zwischen den zurückversetzten Flächen übereinander und/oder nebeneinander angeordneter Wandelemente einlegbaren Flachstreifen (22), vorzugsweise aus zugfestem Material, gekenn­zeichnet durch mit den Flachstreifen (22) verbindbare oder mit diesen einteilig geformte Verlegestücke (30), die einen zur Anordnung zwischen über- oder nebeneinanderliegenden Lager­flächenrandbereichen (41, 51) geeigneten Lagerabschnitt (10) aufweisen.




    Beschreibung


    [0001] Die Neuerung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Errichten einer Wand aus vorzugsweise scheibenartigen Wandelementen, ins­besondere Glasbausteinen, nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

    [0002] Aus Gründen der Statik, der Dichtigkeit und dergleichen werden Glasbausteine beim Errichten einer Wand nicht unmittelbar über­einander gesetzt. Es ist daher bekannt, Glasbausteine zu vermör­teln. Dabei entstehen mindestens 10 mm breite Fugen an den Lager- ­und Stoßseiten. Das Vermörteln von Glasbausteinen ist indessen mit einigen Nachteilen behaftet. Mörtelfugen bilden sogenannte Kältebrücken, die die Gesamtwärmedämmung einer Wand aus Glasbausteinen verringern. Die Schalldämpfung wird durch Mörtelfugen gleichermaßen beeinträchtigt. Aufgrund der schlechten Wärmedämmung kann es auf der Innenseite der Wand zu Schwitzwasser kommen und damit zu einer Schimmel­pilzbildung. Ein weiterer Nachteil ist die kaum vorhandene Haftung zwischen Glasbaustein und Mörtel. In der Mörtel­fuge entstehen Haarrisse, die aufgrund des Kapillareffekts das Eintreten von Wasser in die Fuge begünstigen. Bei Frost besteht die Gefahr, daß die Fuge gesprengt wird. Ein weiterer Nachteil ist schließlich, daß die Lichtdurchläs­sigkeit einer Wand aus Glasbausteinen durch den hohen Fugenanteil verringert wird. Der optische Gesamteindruck einer aus vermörtelten Glasbausteinen errichteten Wand wird durch die Mörtelfugen ungünstig beeinflußt.

    [0003] Der Neuerung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zum Errichten einer Wand aus vorzugsweise scheibenartigen Wandelementen, insbesondere Glasbausteinen, zu schaffen, die unter Beibehaltung der statischen Festigkeit ein ein­faches Übereinandersetzen der Wandelemente ohne ein Ver­mörteln erlaubt.

    [0004] Diese Aufgabe wird neuerungsgemäß durch die Merkmale des Kennzeichnungsteils des Anspruchs 1 gelöst.

    [0005] Glasbausteine bestehen üblicherweise aus zwei Schalen, die an der offenen Seite miteinander verbunden sind. Die Schalen weisen scheibenartige Abschnitte auf, die über die Lager- und Stoßseiten der Glasbausteine überstehen, so daß zwischen den parallelen Scheiben eines Glasbausteins eine schwache Hohlkehle verläuft. Zwischen übereinander ange­ordneten Glasbausteinen ist daher ein flacher Hohlraum ge­bildet, in dem neuerungsgemäß mindestens ein Flachstreifen aufgenommen ist. Es ist in Verbindung mit Glasbausteinen zwar bekannt, Flachstreifen, beispielsweise aus Stahl, in die vermörtelte Lagerfuge einzubringen. Der Flachstreifen dient als Bewehrung und soll die Festigkeit in der Lager­fuge erhöhen. Bei der neuerungsgemäßen Vorrichtung dient der Flachstreifen zunächst zur Halterung von Verlege­stücken, die mit einem Lagerabschnitt zwischen Lagerflächen­randbereichen über- oder nebeneinanderliegender Wandele­mente versehen sind. Bei Glasbausteinen werden die Lager­flächenrandbereiche von den äußeren Schmalseiten der Schei­benabschnitte gebildet. Die Scheibenabschnitte stützen sich auf den Lagerabschnitten ab, die ihrerseits mit dem Flach­streifen verbunden sind. Der Flachstreifen kann so geformt sein, daß die Lagerabschnitte bzw. Verlegestücke einteilig mitgeformt sind. In diesem Fall besteht diese Anordnung vorzugsweise aus Kunststoff. Alternativ können die Verlege­ stücke getrennte Formteile sein, vorzugsweise aus geeigne­tem Kunststoffmaterial, die - vorzugsweise in Abständen - ­mit dem Flachstreifen verbindbar sind. Die Lagerabschnitte dienen zur anpassenden Abstützung der Wandelemente. Durch mit Verlegestücken versehene Flachstreifen, die sich ent­lang der Lagerfuge einer Reihe von Wandelementen entlanger­strecken, wird ferner ein fester Verbund der Wandelemente erzielt, ohne daß ein Vermörteln oder Verkleben aus sta­tischen Gründen erforderlich ist. Es versteht sich, daß die neuerungsgemäße Vorrichtung auch im Stoßfugenbereich verwendet werden kann, insbesondere auch aus optischen Gründen, um einen gleichmäßigen Abstand der Lager- und Stoßfugen zu erreichen.

    [0006] Die Lagerabschnitte sind vorzugsweise so bemessen, daß sie gegenüber den Außenflächen der Wandelemente zurückversetzt liegen. Dadurch kann in die Fugen eine geeignete elastische Dichtungsmasse eingebracht werden, die für eine ausrei­chende Abdichtung der errichteten Wand sorgt.

    [0007] Durch die Verwendung der neuerungsgemäßen Vorrichtung wird insbesondere beim Errichten von Wänden aus Glasbausteinen eine Reihe von Vorteilen erzielt. Die Fugenbreite wird durch die erfindungsgemäße Vorrichtung stark verringert, so daß bereits dadurch die Wärmedämmung verbessert ist. Die überdies mögliche Verwendung einer geeigneten Dich­tungsmasse aus Kunststoffmaterial, z.B. Silikon, ist ihrer­seits schlechter wärmeleitend als zum Beispiel Mörtel. Es kommt dann auch nicht zur Schwitzwasserbildung auf der Wandinnenseite. Dadurch, daß in zwei parallelen Ebenen eine Dichtung vorgenommen wird, läßt sich diese jederzeit kon­trollieren und ggf. ersetzen, falls undichte Stellen fest­gestellt werden. Die erfindungsgemäße Vorrichtung führt zu einer weitaus geringeren Fugenbreite, so daß die Licht­durchlässigkeit verbessert wird. Auch der optische Gesamt­eindruck ist ansprechender.

    [0008] Die Errichtung einer Wand mit Hilfe der neuerungsgemäßen Vorrichtung ist einfach und bei jeder Witterung zu bewerk­stelligen. Auch das Abdichten bzw. Versiegeln der Fugen läßt sich noch bei Temperaturen durchführen, bei denen normalerweise ein Vermörteln nicht möglich ist.

    [0009] Es wurde weiter oben bemerkt, daß ein Vermörteln oder Ver­kleben bei Verwendung der neuerungsgemäßen Vorrichtung nicht notwendig ist. Es versteht sich jedoch, daß auch eine zusätzliche Verklebung der Wandelemente, insbesondere im Bereich der Verlegestücke möglich ist und vorteilhaft sein kann.

    [0010] Um eine Zentrierung der Verlegestücke zu erhalten, sieht eine Ausgestaltung der Neuerung vor, daß die Querschnitts­kontur der Verlegestücke an die Querschnittskontur der Lagerseiten der Wandelemente, insbesondere des Obergangs der zurückversetzten Fläche zu den Lagerflächenrandberei­chen angepaßt ist. Vorzugsweise sind die Verlegestücke auf gegenüberliegenden Seiten des Flachstreifens über einen Steg miteinander verbunden. Der Flachstreifen hat dabei eine Breite, die sich annähernd über die Breite der zurück­versetzten Fläche erstreckt. Über den Steg werden die Ver­legestücke gegenüber dem Flachstreifen festgelegt, wobei die Verlegestücke einen U-förmigen Halteabschnitt aufweisen können, der eine Kante des Flachstreifens aufnimmt. Sind die Verlegestücke auf gegenüberliegenden Seiten des Flach­streifens nicht miteinander verbunden, können sie auf andere Weise form- und/oder kraftschlüssig mit dem Flach­streifen verbindbar sein.

    [0011] Ein Ausführungsbeispiel der neuerungsgemäßen Vorrichtung wird nachfolgend anhand von Zeichnungen näher erläutert.

    Fig. 1 zeigt einen Schnitt durch zwei übereinander angeord­nete Glasbausteine der neuerungsgemäßen Vorrichtung.

    Fig. 2 zeigt einen Schnitt durch die Darstellung nach Fig. 1 entlang der Linie II-II im verkleinerten Maßstab.



    [0012] In Fig. 1 sind zwei übereinander angeordnete Glasbausteine 40, 50 zu erkennen, die einen herkömmlichen Aufbau haben und aus zwei miteinander verbunden Schalen zusammen­gesetzt sind. Dadurch ergeben sich im Querschnitt bogen­förmige Lagerflächenrandbereiche 41, 51 nahe der Wandaußen­seite sowie demgegenüber zurückversetzt liegende Flächen 42, 52. Die zurückversetzten Flächen 42, 52 bilden einen flachen Zwischenraum, in den ein Flachstreifen 22, bei­spielsweise aus Kunststoff, Stahl, Aluminium oder derglei­chen einge-legt ist. Er ersteckt sich entlang einer Reihe von Glasbausteinen, beispielsweise über die gesamte Wand. Seine Breite entspricht annähernd der Breite der zurückver­setzten Flächen 42, 52.

    [0013] Mit dem Flachstreifen 22 ist eine Reihe von Verlegestücken 30 verbunden, die, wie aus Fig. 2 zu ersehen, einen Ab­stand zueinander haben. Beispielsweise ist ein Verlege­stück 30 pro Paar übereinander angeordneter Glasbausteine vorgesehen. Die Verlegestücke 30 weisen an den Enden Lager­abschnitte 10 auf, die zwischen übereinanderliegenden Lagerflächenrandbereichen 41, 51 angeordnet sind. Sie enden im Abstand zur Außenseite der Steine 40, 50, die von Scheiben 16 bzw. 24 gebildet sind. Dadurch ist Platz ge­lassen für das Einbringen einer elastischen Dichtungsmasse 38 auf gegenüberliegenden Seiten. Die Lagerabschnitte 10 sind einteilig mit Halteabschnitten 12, 28 geformt, die im Querschnitt U-förmig sind und somit eine Nut bilden, in welcher die Kanten des Flachstreifens 22 aufgenommen sind. Der obere Schenkel 20 des Halteabschnitts 12, 28 kann in Abständen durch Lücken unterbrochen sein, so daß das Ein­schieben des Flachstreifens 22 leichter zu bewerkstelligen ist.Die unteren Schenkel 18 des Halteabschnitts 12,28 sind über einen Steg 26 an der Unterseite des Flachstreifens 22 verbunden, der sich über die gesamte Länge des Verlege­stücks 30 erstreckt.

    [0014] Wie zu erkennen, ist der äußere Obergang vom Lagerabschnitt 10 zum Halteabschnitt 12, 28 so gerundet, daß er annähernd an die Querschnittskontur der Steine 40, 50 in diesem Be­reich angepaßt ist. Dadurch wird eine automatische Zen­trierung der Anordnung aus Streifen 22 und Verlegestück 30 erhalten. Die Montageperson braucht diese Anordnung ledig­lich von oben auf die Lagerseite der Steine zu legen, wo­durch sie von selbst die richtige Lage einnimmt.

    [0015] Um den Flachstreifen 22 seinerseits festzulegen, kann es zweckmäßig sein, ihn gemäß Fig. 2 mit einem Winkelstück 34 zu verbinden, der seinerseits mit dem Rahmen 36 verbunden wird, beispielsweise durch Verschrauben, der die aus Glas­bausteinen errichtete Wand umschließt.


    Ansprüche

    1. Vorrichtung zum Errichten einer Wand aus vorzugsweise scheibenartigen Wandelementen, insbesondere Glasbau­steinen, die zumindest an den Lagerseiten begrenzte, den Wandseiten benachbarte Lagerflächenrandbereiche aufweisen, zwischen denen eine zurückversetzte Fläche liegt, mit mindestens einem zwischen den zurückver­setzten Flächen übereinander und/oder nebeneinander an­geordneter Wandelemente einlegbaren Flachstreifen, vor­zugsweise aus zugfestem Material, gekennzeichnet durch mit den Flachstreifen (22) verbindbare oder mit diesen einteilig geformte Verlegestücke (30), die einen zur Anordnung zwischen über- oder nebeneinanderliegenden Lagerflächenrandbereichen (41, 51) geeigneten Lagerab­schnitt (10) aufweisen.
     
    2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Querschnittskontur der Verlegestücke (30) an die Querschnittskontur der Lagerseiten der Wandelemente (40, 50), insbesondere des Übergangs der zurückver­setzten Flächen (42, 52) zu den Lagerflächenrandbe­reichen (41, 51) angepaßt ist.
     
    3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeich­net, daß auf gegenüberliegenden Seiten des Flachstrei­fens (22) angeordnete Verlegestücke (30) über einen flachen Steg (26) miteinander verbunden sind.
     
    4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Steg (26) an der Unterseite des Flachstreifens (22) liegt.
     
    5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Verlegestücke form- und/oder kraftschlüssig mit dem Flachstreifen (22) verbindbar sind.
     
    6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Verlegestücke (30) einen U-förmigen Halteabschnitt (12, 28) aufweisen, der eine Kante des Flachstreifens (22) aufnimmt.
     
    7. Vorrichtung nach Anspruch 3 und 6, dadurch gekennzeich­net, daß die Halteabschnitte gegenüberliegender Verlege­stücke Nuten bilden.
     
    8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die dem Steg abgewandte Nutwand in Abständen Lücken aufweist.
     
    9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Flachstreifen (22) aus Metall, zum Beispiel Aluminium, Stahl oder dergleichen oder aus Kunststoff besteht.
     
    10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Verlegestücke (30) aus Kunst­stoff geformt sind.
     




    Zeichnung







    Recherchenbericht