(19)
(11) EP 0 294 508 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
14.12.1988  Patentblatt  1988/50

(21) Anmeldenummer: 87108530.4

(22) Anmeldetag:  12.06.1987
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4B28B 13/02, B28B 1/14, B28B 7/08
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE ES FR GB GR IT LI LU NL SE

(71) Anmelder: Gerlach GmbH & Co.
D-7177 Untermünkheim (DE)

(72) Erfinder:
  • Falk, Heinz
    D-7170 Schwäbisch Hall-Eltershofen (DE)
  • Fechner, Dieter
    D-7170 Schwäbisch Hall (DE)

(74) Vertreter: Patentanwälte Rüger, Barthelt & Abel 
Postfach 348
73704 Esslingen a.N.
73704 Esslingen a.N. (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von genau masshaltigen platten- oder blockförmigen Elementen, insbesondere aus Gips


    (57) Eine Vorrichtung zur Durchführung eines Ver­fahrens zur Herstellung von genau maßhaltigen platten- oder blockförmigen Elementen aus einem abbindenden, bei der Verarbeitung gießfähigen Material, insbesondere Gips, weist einen zu­mindest eine Formkammer (29) enthaltenden, auf seiner Oberseite offenen Formkasten (11) und eine diesem zugeordnete Verschlußvorrichtung (33,42,44) auf, die mit wenigstens einem aus einer abseitigen Ruhestellung in eine Schließstellung über die Öffnung des Formkastens verschiebbaren Ver­schlußglied (42) versehen ist.
    Um eine wirtschaftliche Herstellung der platten-­oder blockförmigen Elemente mit hoher Maßhaltig­keit und guter Oberflächenbeschaffenheit zu er­zielen, ist der Formkasten um eine Horizontalach­se (5) schwenkbar gelagert und mit einer ihn zwischen einer Vertikalstellung und einer schräg gegenüber der Vertikalen ausgerichteten Kipp­stellung verschwenkenden Schwenkvorrichtung (15) ge­kuppelt. Außerdem ist bei geöffnetem Formkasten oberhalb des Formkastens ein oben offener Gieß­brei-Rückhalteraum ausgebildet, der beim Gieß­vorgang zunächst einen Teil der eingegossenen Gießbreimenge aufnimmt und aus dem die dort befindliche Gießbreimenge sodann unter gleich­zeitigem, fortschreitendem, formhaltigem Verschluß der Formkammer (29) in das noch leere Volumen der Form­kammer bis zu dessen vollständiger Ausfüllung ein­geschoben wird.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von genau maßhaltigen platten- oder blockförmigen Elementen aus einem abbindenden, bei der Verar­beitung gießfähigen Material, insbesondere Gips, bei dem das Material in Form eines Gießbreis in wenigstens eine Formkammer eingegossen, diese so­dann formhaltig verschlossen und der Gießbrei in der Formkammer zumindest so lange abbinden lassen wird, bis die daraus gebildeten Elemente form­stabil sind, worauf die Elemente aus der Form­kammer entnommen werden.

    [0002] Außerdem betrifft die Erfindung eine Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens, mit einem zu­mindest eine Formkammer enthaltenden, auf seiner Oberseite offenen Formkasten und einer diesem zu­geordneten Verschlußvorrichtung, die wenigstens ein aus einer abseitigen Ruhestellung in eine Schließstellung über die Öffnung des Formkastens verschiebbares Verschlußglied aufweist, das auf seiner der Formkammer zugewandten Innenseite formgebend ausgebildet ist.

    [0003] Beispielsweise Zwischenwandplatten aus Gips gemäß DIN 18 163 sind vorgefertigte Gipsbauelemente für die Errichtung von leichten Trennwänden. Sie haben typischerweise ein Format von 500 × 666 mm und sind rundum mit paßgenauen Nuten und Federn versehen, so daß die Bauelemente im Klebeverfahren versetzt oder montiert werden können.

    [0004] Solche Zwischenwandplatten müssen mit einer besonders hohen Herstellungsgenauigkeit hergestellt werden, die, bezogen auf alle Dimensionen, ± 0,02 mm beträgt, damit sie fugenlos zusammengesetzt und verlegt werden können. Außerdem werden entsprechend hohe Anforderungen an die Oberflächenbeschaffenheit ge­stellt, um sicherzustellen, daß eine aus solchen Gipsplatten zusammengesetzte Wand nicht verputzt werden muß und daher sofort tapezierbar oder maler­fertig ist.

    [0005] Um diesen Anforderungen hinsichtlich der Präzision und der Oberflächenbeschaffenheit zu genügen, müssen die Gipsplatten in starren Formkästen gegossen werden, deren Formkammern durch Wände mit ent­sprechender Oberflächengüte (Spiegel-Hartver­chromung) ausgebildet sind. Wenn die Platten da­bei nach dem sogenannten Ausstoßprinzip hergestellt werden, sind die engen Toleranzen und die hohen Anforderungen an die Oberflächenbeschaffenheit der Formkastenwände auch fertigungstechnisch bedingt, weil sonst die beim Ausstoßen aus der Formkammer zwar formstabilen, aber noch nicht vollständig abgebundenen und deshalb noch weichen Platten zerstört würden.

    [0006] In der Praxis wird die den Gießbrei bildende Wasser-Gips-Mischung in Wannen durch Propeller­rührwerke hergestellt, wobei die Länge der Wanne der Länge des Formkastens entspricht. Der Gießbrei wird sodann durch Kippen der Mischwanne in den Formkasten eingegossen. Da Gips die Eigenschaft hat, sich beim Abbinden oder Erhärten überall an­zusetzen, läßt sich nicht vermeiden, daß die Gieß­öffnung der Gießwanne langsam zuwächst, mit der Folge, daß die Breite des Gießstrahls immer schmäler wird und infolgedessen die Gefahr besteht, daß bei einem mehrere Formkammern enthaltenden Formkasten die außenliegenden Formkammern gar nicht oder nur noch teilweise gefüllt werden. Aufgabe des Bedienungs­mannes ist es deshalb auch, die Gießöffnung der Misch­wanne dauernd sauber zu halten und den Gießbrei im Formkasten zu verteilen, damit alle Formkammern gleichmäßig gefüllt werden. Bei der Verarbeitung von Gips mit sehr hoher Abbindegeschwindigkeit ist der Gießbrei zum Zeitpunkt des Verteilens aber häufig schon sehr pastös, so daß eine vollständige und luftblasenfreie Füllung der äußeren Formkammern oder bei einkammerigem Formkasten des Formkastens selbst nicht mehr möglich ist.

    [0007] Da der Formkasten und damit die Formkammern auf ihrer Oberseite offen sind, kann die bspw. bei Gips-Wandplatten an dieser Seite erforderliche Feder nicht angegossen oder angeformt werden. Sie mußte deshalb bisher durch Handschablonen, Gipsplatten-Hobel-Profilierungseinrichtungen, Handmasken oder hydraulische Masken hergestellt werden. Dabei fallen verhältnismäßig große Rest­gipsmengen an; auch ist es schwierig, bei den so hergestellten Federn die erforderliche Präzision und Oberflächenbeschaffenheit zu gewährleisten. Davon abgesehen, müssen die verwendeten Geräte nach jedem Produktionszyklus mit relativ großem manuellem Aufwand gereinigt werden.

    [0008] Eine praktisch allseitige Formgebung beim Gießen erlaubt demgegenüber ein aus der DE-OS 1584 439 bekannter Automat zur Fertigung von Blöcken oder Platten, insbesondere aus Gips, bei dem auf einem Karussel eine Anzahl Gießformen angeordnet sind, die taktweise aufeinanderfolgend durch verschie­dene Stationen hindurch bewegt werden. Jede dieser Gießformen besteht aus einem auf einer Ecke stehen­den, an zwei gegenüberliegenden Ecken zweigeteilten Rahmen, dessen lichte Maße mit den Abmessungen des gewünschten Formkörpers übereinstimmen,und zwei abnehmbaren Deckplatten, die an den Rahmen beidseitig abgedichtet angedrückt werden. Der Gießbrei wird an einer an der obenstehende Ecke des Rahmens befind­lichen Eingußöffnung eingegossen; nach dem Abbinden werden die seitlichen Deckplatten abgeklappt, worauf das obere Rahmenteil abgenommen wird, so daß der formstabile Formkörper aus dem unteren Rahmenteil entnommen werden kann.

    [0009] Da bei diesem Automaten jedem einzelnen Formkörper eine besondere Form zugeordnet sein muß, die in einem eigenen Arbeitstakt mit Gießbrei gefüllt wird, ist es nicht möglich, mit einem Gießvorgang gleichzeitig mehrere Formkörper herzustellen. Außer­dem ist der apparative Aufwand verhältnismäßig groß, wobei hinzukommt, daß wegen des sich beim Abbinden überall ansetzenden Gipses eine laufende manuelle Reinigung der verschiedenen Formteile er­forderlich ist. Schließlich müssen die gegossenen Formkörper im Bereiche des eckständigen Anguß­trichters nachbearbeitet werden.

    [0010] Aufgabe der Erfindung ist es nun, einen Weg zu weisen, der es gestattet, insbesondere platten- ­oder blockförmige Elemente oder Formkörper aus einem schnell abbindenden, bei der Verarbeitung gießfähigen Material, insbesondere Gips, wirtschaft­lich mit hoher Maßhaltigkeit und Oberflächenbeschaf­fenheit unter Vermeidung der vorerwähnten Nachteile herzustellen.

    [0011] Zur Lösung dieser Aufgabe wird bei dem eingangs genannten Verfahren erfindungsgemäß derart vorge­gangen, daß die auf ihrer Oberseite offene Form­kammer beim Eingießen des Gießbreis gegenüber der Vertikalen schräg geneigt gehalten und in dieser Stellung eine zumindest dem Volumen der Elemente entsprechende Gießbreimenge unter Ausbildung eines Füllspiegels eingegossen wird, der sich aus einem oberhalb der Formkammer befindlichen Rückhalteraum in die zunächst nur teilweise gefüllte Formkammer erstreckt, daß daraufhin die in dem Rückhalteraum befindliche Gießbreimenge unter gleichzeitigem, fortschreitendem, formhaltigem Verschluß der Form­kammer in das noch leere Volumen der Formkammer bis zu dessen vollständiger Ausfüllung eingeschoben und überschüssiger Gießbrei abgestreift wird, und daß nach dem Abbinden die Formkammer an ihrer Ober­seite wieder geöffnet und die formstabilen Elemente aus ihr entnommen werden.

    [0012] Wegen der schrägen Lage des Formkastens beim Ein­gießen des Gießbreis wird dessen Formkammer bzw. werden dessen Formkammern beim Eingießen des Gieß­breis somit zunächst nur teilweise gefüllt. Die in dem Rückhalteraum befindliche Gießbreimenge, die in diesem Bereich eine "Überfüllung" der Formkammer darstellt, gewährleistet aber eine gleichmäßige Ver­teilung des Gießbreis über die ganze Länge des Form­kastens und über alle Formkammern abteilenden Trenn­wände des Formkastens hinweg. Damit erübrigt sich eine mechanische oder manuelle Verteilung des Gieß­breis über die einzelnen Formkammern. Gleichzeitig ergibt die Schräglage des Formkastens eine wesent­liche Verbesserung der Entlüftung des Gießbreis, weil die in dem Gießbrei eingeschlossene Luft leichter nach oben entweichen kann als dies beim Eingießen des Gießbreis in einen vertikal stehenden Formkasten der Fall ist. Schließlich wird bei dem Einschieben der in dem Rückhalteraum im flüssigen oder leicht pastösen Zustand befindlichen Gießbrei­menge in die leeren Bereiche des Formkastens selbst­tätig sichergestellt, daß sich diese Bereiche über die gesamte Länge des Formkastens absolut gleich­mäßig füllen, wobei bei verschlossenem Formkasten kein Angußtrichter etc. verbleibt. Da der Form­kasten bei diesem Einschieben des Gipsbreis in den beim Eingießen leergebliebenen Teil seines Innenraums gleichzeitig formhaltig verschlossen wird, sind nach dem Abbinden die geformten Elemente auch an der Oberseite des Formkastens mit der je­weils gewünschten Formgebung versehen, ohne daß es dazu einer Nachbehandlung bedürfte. Weil sich Gips beim Abbinden ausdehnt, drückt sich der eingefüllte Gießbrei beim Erhärten an die umgebenden Wände der Formkammer und auch an deren Öffnungsverschluß an, so daß ein exakt und präzise geformter Formling entsteht.

    [0013] Wie bereits erwähnt, werden die platten- oder block­förmigen Elemente aus der Formkammer im teilweise abgebundenen Zustand entnommen, in dem sie zwar formstabil, aber noch weich sind. Sie können des­halb beim Öffnen der Formkammer auf ihrer deren Öffnung zugewandten Oberseite gleichzeitig nachge­formt werden.

    [0014] Besonders vorteilhaft ist es schließlich, wenn die Formkammer nach dem Verschließen in eine Vertikal­stellung gebracht und in dieser das Material ab­binden lassen wird. Damit steht die Formkammer in einer für die nachfolgende Entnahme der geformten Elemente günstigen Stellung.

    [0015] Eine zur Durchführung dieses Verfahrens dienende Vorrichtung mit den eingangs genannten Merkmalen ist gemäß weiterer Erfindung dadurch gekennzeich­net, daß der Formkasten um eine Horizontalachse schwenkbar gelagert und mit einer ihn zwischen einer Vertikalstellung und einer schräg gegenüber der Vertikalen ausgerichteten Kippstellung ver­schwenkenden Schwenkvorrichtung gekuppelt ist, daß bei geöffnetem Formkasten oberhalb des Form­kastens ein oben offener Gießbrei-Rückhalteraum ausgebildet ist, der seitlich von Wänden begrenzt ist, die im wesentlichen in der Verlängerung der quer zu der Horizontalachse verlaufenden Seiten­wände und der in der bei in der Kippstellung stehendem Formkasten am tiefsten liegenden Rück­wand des Formkastens angeordnet sind.

    [0016] Bei einer Ausführungsform können zwei von den den Gießbrei-Rückhalteraum begrenzenden Wände in paralleler gegenseitiger Zuordnung an dem Formkasten selbst angeordnet sein, während eine dritte Wand zwischen diesen beiden Wänden seit­lich abgedichtet verschieblich gelagert ist, wo­bei diese dritte bewegliche Wand mit dem Verschluß­glied verbunden oder auf dieses aufgesetzt ist. Diese beispielsweise nach Art einer Frontplatte ausgebildete dritte Wand wirkt somit als Schieber, der bei dem Einfahren des Verschlußgliedes und dem dadurch erfolgenden Verschluß des Formkastens den in dem Rückhalteraum befindlichen "überschüssigen" Gießbrei in die leeren Formkastenbereiche ein­schiebt, wobei die beiden seitlichen Wände ein Austreten des Gießbreis zur Seite hin verhindern.

    [0017] In einer anderen Ausführungsform kann die Anordnung aber auch derart getroffen sein, daß die den Gieß­brei-Rückhalteraum begrenzenden Wände unter Aus­bildung eines quer zu der Öffnung des Formkastens verschieblich gelagerten, im wesentlichen hufeisen­förmigen Einfülltrichters mit dem Verschlußglied verbunden oder an diesem angeordnet sind. Dabei bewegen sich somit alle Wände des Einfülltrichters beim Einschieben des Gießbreis relativ zu dem Form­kasten. Es ist deshalb zweckmäßig, daß die die Seitenwände des Einfülltrichters bildenden Wände gegen den Formkasten abgedichtet sind.

    [0018] Da die beim Einschieben des Gießbreis in die beim Eingießen leeren Formkastenbereiche überschüssige Gießbreimenge abgestreift wird, ist es vorteilhaft, dem Formkasten eine Auffangeinrichtung für den über­schüssigen Gießbrei zuzuordnen, so daß dieser ge­gebenenfalls wieder in die Gießwanne zurückgebracht werden kann. Diese Auffangeinrichtung weist zweck­mäßigerweise eine an dem Formkasten angeordnete Auffangrinne auf, der eine Ausschiebeeinrichtung für den aufgefangenen Gießbrei zugeordnet ist. Diese bspw. einen Schieber oder Stößel aufweisende Ausschiebeeinrichtung kann bei ihrem Austraghub gleichzeitig eine Reinigung der Auffangrinne durchführen.

    [0019] Die Neigung des Formkastens in der Kippstellung hängt von den Gegebenheiten des Formkastens und den Abmessungen der zu formenden Elemente ab. In der Praxis hat es sich als vorteilhaft er­wiesen, wenn der Formkasten in der Kippstellung um ca. 40 bis 45° gegenüber der Vertikalen geneigt steht.

    [0020] Das beim Einschieben des Gießbreis aus dem Gießbrei-­Rückhalteraum in die leeren Formkastenbereiche gleichzeitig den Formkasten verschließende Ver­schlußglied führt eine Schiebebewegung relativ zu dem Formkasten aus. Es kann deshalb beim Öffnen des Formkastens gleichzeitig zu einem Nachformen der noch weichen geformten Elemente auf deren Ober­seite benutzt werden. Werden Platten geformt, die auf ihrer Oberseite eine angeformte Feder tragen oder mit einer angeformten Nut versehen sind, so ist es zweckmäßig, wenn das Verschlußglied auf seiner der Formkammer zugewandten Innenseite wenigstens eine in Verschieberichtung verlaufende formgebende Profilleiste aufweist, die einerseits beim Abbinden dem geformten Element an seiner Ober­seite die gewünschte Form verleiht und andererseits beim Abziehen des Verschlußgliedes das erwähnte Nachformen bewirkt.

    [0021] Grundsätzlich ist es möglich, bspw. bei der Her­stellung von Blöcken, einen Formkasten zu verwenden, dessen Innenraum eine einzige Formkammer bildet. Bei der Herstellung von Platten oder dergleichen Elementen wird aber schon aus wirtschaftlichen Gründen mit Vorteil ein Formkasten verwendet, in dem durch quer zu der Horizontalachse ausgerichtete parallele Trennwände mehrere Formkammern abge­teilt sind, die in der erläuterten Weise gleich­mäßig mit Gießbrei gefüllt werden.

    [0022] Die Entnahme der geformten Elemente aus dem Form­kasten erfolgt am wirtschaftlichsten nach dem so­genannten Ausstoßprinzip. Dabei ergeben sich be­sonders einfache konstruktive Verhältnisse, wenn dem Formkasten eine Ausstoßvorrichtung für die zumindest teilweise abgebundenen Elemente zuge­ordnet ist, die gemeinsam mit dem Formkasten ver­schwenkbar ist.

    [0023] Die Erfindung ist insbesondere zur Herstellung von Formelementen oder -körpern aus Gips bestimmt, doch nicht auf diesen Einsatzbereich beschränkt. Sie kann in gleicher Weise auch zur Erzeugung von entsprechenden Formelementen oder -körpern aus anderen hydraulisch abbindenden Materialien, bspw. Beton mit oder ohne Zuschlägen und Bindemitteln oder Kunststoffen etc., Verwendung finden.

    [0024] In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Gegenstandes der Erfindung dargestellt. Es zeigen:

    Fig. 1 eine Vorrichtung zur Herstellung von Gips­platten gemäß der Erfindung in einer schemati­schen Seitenansicht, unter Veranschaulichung von zwei verschiedenen Stellungen des Form­kastens,

    Fig. 2 den Formkasten mit zugeordneter Ausstoßein­richtung der Vorrichtung nach Fig.1, in einer Seitenansicht, in der Vertikalstellung,

    Fig. 3 den Formkasten nach Fig. 2, in einer Drauf­sicht,

    Fig. 4 den Formkasten nach Fig. 2, geschnitten längs der Linie IV-IV der Fig. 2, in einer Seiten­ansicht und im Ausschnitt,

    Fig. 5 den Formkasten der Vorrichtung nach Fig. 1, in einer abgewandelten Ausführungsform, mit der zugeordneten Ausstoßvorrichtung, unter Veranschaulichung der Kippstellung, in einer Seitenansicht,

    Fig. 6 die Anordnung nach Fig. 5, unter Veranschau­lichung der Vertikalstellung des Formkastens, in einer Seitenansicht, und

    Fig. 7 den Formkasten nach Fig. 6, geschnitten längs der Linie VIII-VIII der Fig. 6, in einer Sei­tenansicht und im Ausschnitt.



    [0025] Die in Fig. 1 dargestellte Vorrichtung dient zur Herstellung von Gipsplatten gemäß DIN 18 163 in einem Format von 500 × 666 mm. Sie weist ein gegebenenfalls auf Rollen 1 verfahrbar gelagertes, aus Profilträgern zusammengeschweißtes, rahmenartiges Maschinenunter­gestell 2 auf, das eine angeschweißte Ständer­konstruktion 3 trägt, an der mittels Lagerböcken 4 eine horizontale Achse 5 gelagert ist. Die Achse 5 dient ihrerseits wiederum als Schwenklagerung für ein gehäuseartiges Kastengestell 6, das ein Boden­teil 7, mit diesem verbundene Streben 8 und ein auf diese aufgesetztes rechteckiges Rahmenteil 9 aufweist, an das Lagerflanschen 10 angeschweißt sind, durch deren Lagerbohrungen die zylindrische Achse 5 verläuft. Mit dem Rahmenteil 9 ist ein oben aufgesetzter, im Querschnitt rechteckiger Formkasten 11 bei 12 verschraubt, der in seinen Einzelheiten noch erläutert werden wird.

    [0026] An dem Bodenteil 7 ist bei 13 die Kolbenstange 14 eines Hydraulikzylinders 15 angelenkt, der seiner­seits bei 16 an dem Maschinenuntergestell 2 ge­lenkig befestigt ist und eine Schwenkvorrichtung bildet, die es gestattet, das Kastengestell 6 mit dem aufgesetzten Formkasten 11 aus der in Fig. 1 mit ausgezogenen Linien dargestellten, um etwa 45° gegenüber der vertikalen geneigten Kippstellung in die in Fig. 1 strichpunktiert veranschaulichte Vertikalstellung zu verschwenken und wahlweise in jeder der beiden Stellungen zu halten.

    [0027] Seitlich neben der horizontalen Schwenkachse 5 ist an dem Maschinenuntergestell 2 eine zweite Ständerkonstruktion 17 angeschweißt, auf der um eine horizontale Schwenkachse 18 schwenkbar eine Mischwanne 19 gelagert ist. An der Mischwanne 19 greift im Bodenbereich an einer Gelenkstelle 20 die Kolbenstange 21 eines Hydraulikzylinders 22 an, der andernends bei 23 an dem Maschinenunter­gestell 2 angelenkt ist und eine Kippvorrichtung bildet, durch die die Mischwanne 19 wahlweise aus einer in Fig. 1 strichpunktiert dargestellten Ruhe-­oder Mischstellung in die in Fig. 1 mit ausgezo­genen Linien veranschaulichte Eingießstellung ge­kippt werden kann, in der der in ihr enthaltene Gießbrei durch ihre Ausgußöffnung 24 in den Form­kasten 11 eingegossen werden kann. Die rinnen­artige Ausgußöffnung 24 erstreckt sich im wesent­lichen über die gesamte Breite (Fig. 3) des Innen­raumes des Formkastens 11. Außerdem ist der Misch­wanne 19 ein in der Zeichnung nicht weiter dar­gestelltes Propellerrührwerk zugeordnet, das es gestattet, eingefüllten Gips zusammen mit Wasser zu einem fließfähigen Gießbrei zu verrühren.

    [0028] Der im Querschnitt viereckige Formkasten 11 weist zwei rechtwinklig zu der Schwenkachse 5 ausge­richtete ebene Seitenwände 25 (Fig. 3) sowie eine in der in Fig. 1 dargestellten Kippstellung oben­liegende Vorderwand 26 und eine dazu parallele, in der Kippstellung untenliegende Rückwand 27 auf. Sein Innenraum ist durch parallele, ebenfalls rechtwinklig zu der Schwenkachse 5 ausgerichtete ebene Trennwände 28 in nebeneinanderliegende Formkammern 29 unterteilt, von denen bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel 12 vorgesehen sind. Die Vorderwand 26 und die Rückwand 27 sind bei 30, 31 mit parallelen, leistenartigen Stegen bzw. mit ebenfalls parallelen, nutenartigen Ver­tiefungen versehen, denen entsprechende Stege oder Vertiefungen 33 in der Bodenwand 32 des Formkastens 1 entsprechen und durch die Nuten und Federn an den Stirnflächen der in den Form­kammern 29 erzeugten Gipsplatten angeformt werden.

    [0029] Die Bodenwand 32 (Fig. 1) besteht aus einzelnen, zwischen den Trennwänden 28 abgedichtet verschieb­lichen Profilleisten, welche über Ausstoßstempel 34 mit einer Basisplatte 35 verbunden sind, an der ihrerseits die Kolbenstange 36 eines in dem Bodenteil 7 verankerten Hydraulikzylinders 37 angreift, der eine Ausstoßvorrichtung für die in den Formkammern 29 erzeugten Gipsplatten bildet.

    [0030] Alle die Formkammern 29 begrenzenden Wände 25 bis 28 und 32 sind auf ihren der jeweiligen Formkammer 29 zugewandten Seite hartverchromt und hochglanz­poliert.

    [0031] An dem oben offenen Formkasten 11 sind in der Nähe seiner Öffnungsberandung zwei parallele Führungs­stangen 38 (Fig. 3,4) angeordnet, die über Lager­böcke 39 an den Seitenwänden 25 befestigt sind. Auf den beiden Führungsstangen 38 sind zwei im festen Abstand mit­einander verbundene parallele sogenannten Maskenbalken 41 verschieblich geführt, an denen ein schieber­artiges Verschlußglied für die Öffnung des Form­kastens 1 befestigt ist, das auch als "Maske" be­zeichnet wird und aus einer Anzahl abgedichtet nebeneinanderliegender paralleler Masken-Profil­leisten 43 (Fig. 4) besteht, von denen jede einen zur Ausformung einer Feder an der zugewandten Ober­seite der in der jeweiligen Formkammer 29 herge­stellten Gipsplatte dienende nutenartige Vertiefung 44 aufweist, die sich rechtwinklig zu der Schwenk­achse 5 erstreckt. Das Verschlußglied 42 ist gegen die Seitenwände 25 und die Trennwände 28 sowie die Rückwand 27 des Formkastens 11 im Bereiche der Öffnungsberandung des Formkastens abgedichtet, wobei im geschlossenen Zustand auch eine ent­sprechende Abdichtung zwischen dem Verschlußglied 42 und der Vorderwand 26 vorhanden ist.

    [0032] Mit dem Verschlußglied 42 sind zwei Hydraulikzylinder 44 verbunden, deren Kolbenstangen durch die Führungs­stangen 38 gebildet sind und die es gestatten, das Verschlußglied 42 aus der in Fig.3 dargestellten abseitigen Ruhestellung in eine vordere Stellung zu verschieben, in der die Öffnung des Form­kastens 11 vollständig verschlossen ist.

    [0033] Bei der Ausführungsform nach den Fig. 1 bis 4 sind die beiden Seitenwände 25 des Formkastens in der insbesondere aus Fig. 4 ersichtlichen Weise nach oben zu durch zwei Wände 45 verlängert, zwischen denen eine querverlaufende, nach Art einer Front­platte ausgebildete, aufrechtstehende dritte Wand 46 verschieblich geführt ist, die mit dem Verschlußglied 42 starr verbunden ist. Diese dritte Wand 46, die im Bereiche der vorderen Stirnseiten der Masken-Profilleisten 43 ange­ordnet und seitlich bei 47 gegen die beiden Seitenwände 25 über eine Gleitdichtung abgedichtet ist, bildet einen Schieber. Gemeinsam mit den bei­den Seitenwänden 45 begrenzt sie einen Gießbrei-­Rückhalteraum oberhalb der Öffnung des Form­kastens 11, dessen Funktion im einzelnen noch er­läutert werden wird.

    [0034] Auf der dem Verschlußglied 42 gegenüberliegenden Seite des Formkastens ist an dessen Vorderwand 26 eine horizontale, querverlaufende Auffangrinne 48 (Fig. 1,3) angeordnet, in der ein Ausschiebe-­Stempel 49 über die Länge des Formkastens 11 längs­verschieblich geführt ist, der eine durch einen Pfeil 50 angedeutete hin- und hergehende Hubbe­wegung ausführen kann und durch einen in Fig. 3 nicht weiter dargestellten Hydraulikzylinder be­tätigbar ist.

    [0035] Die insoweit beschriebene Vorrichtung arbeitet wie folgt:

    [0036] Nachdem in der in der in Fig. 1 strichpunktiert dargestellten Mischstellung stehenden Mischwanne 19 Gipsmehl und Wasser zu einer ausreichenden Menge eines Gießbreis verrührt worden ist, wird der Formkasten 11 durch den Hydraulikzylinder 15 in die aus Fig. 1 ersichtliche Kippstellung ver­schwenkt, in der er mit seiner Achse etwa um 45° gegenüber der Vertikalen geneigt ist. Das Ver­schlußglied 42 steht in der aus Fig. 3 ersicht­lichen abseitigen Ruhestellung, in der der Form­kasten 11 auf seiner Oberseite vollständig ge­öffnet ist. Die Bodenwand 32 ist durch den Hy­draulikzylinder 37 der Ausstoßvorrichtung in die in Fig. 1 dargestellte untere Stellung überführt, in der sie die Formkammern 29 abschließt.

    [0037] Durch Betätigung des Hydraulikzylinders 22 wird nunmehr die Mischwanne 19 entsprechend Fig. 1 gekippt, womit Gießbrei aus der Ausgußöffnung 24 in den von den drei Wänden 45, 46 hufeisenförmig umschlossenen Raum und von dort aus in die Form­kammern 29 einfließt. Da die Länge der Ausguß­öffnung 24 der Mischwanne 19 im wesentlichen der lichten Weite der Öffnung der Formkammer 1 ent­spricht, wird Gießbrei über deren gesamte Länge eingebracht. Dabei wird eine das Volumen der zu formenden Gipsplatten etwas übersteigende Gießbrei­menge eingefüllt.

    [0038] Unter der Wirkung der Schwerkraft bildet sich bei diesem Eingießvorgang ein in Fig. 1 bei 51 ge­strichelt angedeuteter horizontaler Füllspiegel des Gießbreis aus, der sich wegen der Schräglage des Formkastens 11 zum Teil über den durch die drei Wände 45, 46 umgrenzten Gießbrei-Rückhalteraum und zum Teil in die Formkammerm 29 des Form­kastens 11 hinein erstreckt. Die Formkammern 29 sind deshalb zunächst nur teilweise gefüllt; sie weisen im Bereiche der Vorderwand 26 des Form­kastens 11 im Längsschnitt etwa dreieckförmige ungefüllte Bereiche auf, während andererseits im Bereich der Rückwand 27 des Formkastens 11 eine "Überfüllung" vorhanden ist, die durch die Gipsbreimenge gegeben ist, welche zwischen den Wänden 45, 46 in dem erwähnten Gießbrei-Rückhalte­raum zurückgehalten ist. Da diese in dem Gieß­breirückhalteraum befindliche Gießbreimenge ober­halb der Oberkanten der Trennwände 28 der Form­kammern 29 liegt, kann sich der Gießbrei in diesem Raum über die gesamte Länge des Formkastens zwi­schen den Wänden 45, 46 absolut gleichmäßig ver­teilen, ohne durch Zwischenwände oder dergl. be­hindert zu sein. Gleichzeitig bildet sich bei 51 ein verhältnismäßig großer Füllspiegel aus, der zusammen mit dem Eingießen des Gießbreis in den geneigt gehaltenen Formkasten 11 eine wirkungsvolle Entlüftung des Gießbreis bewirkt, womit erreicht wird, daß die fertigen Gipsplatten weitgehend frei von von Lufteinschlüssen herrührenden Hohlräumen sind.

    [0039] Sowie der Gießbrei bis zu dem Füllspiegel 51 ein­gefüllt ist, wird durch entsprechende Betätigung der Hydraulikzylinder 44 das Verschlußglied 42 mit der als Schieber wirkenden Wand 46, bezogen auf Fig. 3, nach rechts vorgeschoben. Dabei wird einerseits die in dem von den Wänden 45, 46 ein­geschlossenen Gießbrei-Rückhalteraum enthaltene Gießbreimenge gleichmäßig verteilt in die noch freien Räume der Formkammern 29 eingeschoben, während andererseits gleichzeitig die Öffnung des Formkastens 11 zunehmend verschlossen wird.

    [0040] Sowie die Wand 46 die obere Berandung der Vorder­wand 26 des Formkastens 11 überschreitet, sind die Formkammern 29 vollständig gefüllt; die noch überschüssige Gießbreimenge wird in die Auffang­rinne 48 abgestreift.

    [0041] In ihrem nunmehrigen eingefahrenen Zustand decken die Masken-Profilleisten 43 die Oberseite des Form­kastens 11 vollständig ab, so daß die einzelnen Formkammern 29 nunmehr allseitig durch formgebende Wände verschlossen sind. Das geschilderte Vorschie­ben der in dem Gießbrei-Rückhalteraum enthaltenen Gießbreimenge gewährleistet eine exakte Füllung aller Formkammern 29 des Formkastens 11.

    [0042] Nach dem Schließen des Formkastens 11 in der er­läuterten Weise schwenkt der Hydraulikzylinder 15 den Formkasten 11 in die in Fig. 1 strichpunktiert dargestellte Vertikalstellung. Der Stempel 49 wird betätigt, der aus der auf der Bedienungsseite der Vorrichtung liegenden Auffangrinne 48 die über­schüssige Gipsmenge ausschiebt, die gegebenenfalls wieder in die Mischwanne 19 zurückgeführt wird. Bei diesem Abschiebevorgang werden gleichzeitig die Auffangrinne 48 und die die Frontplatte bildende Wand 46 gereinigt.

    [0043] Nachdem der in die Formkammern 29 eingefüllte Gieß­brei soweit abgebunden hat, daß die geformten Gips­platten formstabil sind (ca. 3 bis 5 Minuten), wird das Verschlußglied 42 von den Hydraulikzylindern 44 wieder in die abseitige Ruhestellung nach Fig.3 zurückgefahren, in der der Formkasten 11 geöffnet ist. Bei diesem Zurückziehen des Verschlußgliedes 42 bewirken die Masken-Profilleisten 43 gleich­zeitig ein Nachformen der noch weichen Gipsplatten auf der ihnen zugewandten Oberseite. Dieser "Zieh­vorgang" gewährleistet zusammen mit dem vorher­gehenden Gießprozeß, daß Form und Oberfläche der an der zugewandten Oberseite der Gipsplatten vor­handenen Federn oder Schultern absolut glatt und vollständig sind.

    [0044] Sowie der Formkasten 11 in der beschriebenen Weise geöffnet ist, wird der Hydraulikzylinder 37 wirksam, der über die Bodenwand 32 die fertig geformten Gips­platten aus den Formkammern 29 nach oben zu ausstößt, so daß diese von einem Kran oder eine Greifvorrichtung ergriffen und an einem geeigneten Ort zwischenge­stapelt werden können. Dabei bindet der Gips voll­ständig ab, was ca. 20 bis 30 Minuten in Anspruch nimmt.

    [0045] Die Vorrichtung ist damit für einen neuen Arbeits­zyklus betriebsbereit, zu dessen Beginn der Form­kasten 11 wieder in die Kippstellung nach Fig. 1 verschwenkt wird.

    [0046] Die in den Fig. 5 bis 7 dargestellte abgewandelte Ausführungsform entspricht weitgehend der im Vor­stehenden beschriebenen Ausführungsform nach den Fig. 1 bis 4. Gleiche Teile sind deshalb mit gleichen Bezugszeichen versehen und nicht noch­mals erläutert.

    [0047] Während bei der Ausführungsform nach den Fig. 1 bis 4 von den drei den Gießbrei-Rückhalteraum begrenzen­den Wänden 45, 46 die beiden Seitenwände 45 starr mit den Seitenwänden 25 des Formkastens 11 ver­bunden sind und lediglich die die Frontplatte bildende dritte Wand 46 gemeinsam mit dem Verschluß­glied 42 verschieblich ist, ist bei der Ausführungs­form nach den Fig. 5 bis 7 die Anordnung derart getroffen, daß die beiden Seitenwände 45a gemein­sam mit der wiederum als Frontplatte gestalteten dritten Wand 46 einen im wesentlichen hufeisen­förmigen Einfüllschieber oder -trichter bilden, der insgesamt bezüglich des Formkastens 11 beweg­lich ist. Zu diesem Zwecke sind die beiden Seiten­wände 45a mit der dritten Wand 46 starr verbunden und gegen die obere Berandung der Seitenwände 25 des Formkastens 11 bei 52 (Fig. 7) durch eine Schiebedichtung abgedichtet. Die Seitenwände 45a sind auf ihrer Vorderseite bei 53 (Fig. 5) mit Rücksicht auf den bei 51 angedeuteten horizontalen Einfüllspiegel des Gießbreis abgeschrägt. Die auf der Bedienungsseite angeordnete Auffangrinne 48 ist, verglichen mit den Verhältnissen bei der Aus­führungsform nach den Fig. 1 bis 4, tiefer ange­ordnet, wie dies mit Rücksicht auf die nun beweg­lichen Seitenwände 45a notwendig ist.

    [0048] Die Arbeitsweise dieser Vorrichtung unterscheidet sich nicht von jener nach den Fig. 1 bis 4.


    Ansprüche

    1. Verfahren zur Herstellung von genau maßhaltigen platten- oder blockförmigen Elementen aus einem abbindenden, bei der Verarbeitung gießfähigen Material, insbesondere Gips, bei dem das Material in Form eines Gießbreies in wenigstens eine Form­kammer eingegossen und diese sodann formhaltig verschlossen und der Gießbrei in der Formkammer zumindest solange abbinden lassen wird, bis die daraus gebildeten Elemente formstabil sind, worauf die Elemente aus der Formkammer entnommen werden, dadurch gekennzeichnet, daß die auf ihrer Ober­seite offene Formkammer beim Eingießen des Gieß­breis gegenüber der Vertikalen schräg geneigt gehalten und in dieser Stellung eine zumindest dem Volumen der Elemente entsprechende Gießbrei­menge unter Ausbildung eines Füllspiegels einge­gossen wird, der sich aus einem oberhalb der Form­kammern befindlichen Rückhalteraum in die zunächst nur teilweise gefüllte Formkammer erstreckt, daß daraufhin die in dem Rückhalteraum befindliche Gießbreimenge unter gleichzeitigem fortschreiten­dem,formhaltigem Verschluß der Formkammer in das noch leere Volumen der Formkammer bis zu dessen vollständiger Ausfüllung eingeschoben und dabei überschüssiger Gießbrei abgestreift wird, und daß nach dem Abbinden die Formkammer an ihrer Ober­seite wieder geöffnet und die formstabilen Ele­mente aus ihr entnommen werden.
     
    2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß beim Öffnen der Formkammer die Elemente gleich­zeitig auf ihrer der Öffnung der Formkammer zuge­wandten Oberseite nachgeformt werden.
     
    3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn­zeichnet, daß die Formkammer nach dem Verschließen in eine Vertikalstellung gebracht und in dieser das Material abbinden lassen wird.
     
    4. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der vorhergehenden Ansprüche, mit einem zumindest eine Formkammer enthaltenden, auf seiner Oberseite offenen Formkasten und einer diesem zu­geordneten Verschlußvorrichtung, die wenigstens ein aus einer abseitigen Ruhestellung in eine Schließstellung über die Öffnung des Formkastens verschiebbares Verschlußglied aufweist, das auf seiner der Formkammer zugewandten Innenseite form­gebend ausgebildet ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Formkasten (11) um eine Horizontalachse (5) schwenkbar gelagert und mit einer ihn zwischen einer Vertikalstellung und einer schräg gegenüber der Vertikalen geneigten Kippstellung verschwenken­den Schwenkvorrichtung (15) gekuppelt ist, daß bei geöffnetem Formkasten (11) oberhalb des Formkastens ein oben offener Gießbrei-Rückhalteraum ausgebildet ist, der seitlich von Wänden (45, 46; 45a, 46a) begrenzt ist, die im wesentlichen in der Verlängerung der quer zu der Horizontalachse (5) verlaufenden Seitenwände (25) und der in der bei in der Kipp­stellung stehendem Formkasten (11) am tiefsten liegenden Rückwand (27) des Formkastens (11) ange­ordnet sind.
     
    5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekenn­zeichnet, daß zwei der Wände (45) in paralleler gegenseitiger Zuordnung an dem Formkasten (11) angeordnet und eine dritte Wand (46) zwischen diesen beiden Wänden (45) seitlich abgedichtet verschieblich gelagert ist und daß die dritte Wand (46) mit dem Verschlußglied (42) verbunden oder auf dieses aufgesetzt ist.
     
    6. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekenn­zeichnet, daß die Wände (45a, 46) unter Aus­bildung eines quer zu der Öffnung des Form­kastens (11) verschiebbar gelagerten, im wesent­lichen hufeisenförmigen Einfüllschiebers mit dem Verschlußglied (42) verbunden oder an diesem an­geordnet sind.
     
    7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekenn­zeichnet, daß die die Seitenwände des Einfüll­trichters bildenenden Wände (45a) gegen den Formkasten (11) abgedichtet sind.
     
    8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß dem Formkasten (11) eine Auffangeinrichtung (48,49) für überschüssigen Gießbrei zugeordnet ist.
     
    9. Vorrichtung nach den Ansprüchen 5 und 6 und nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Auf­fangeinrichtung eine an dem Formkasten (11) ange­ordnete Auffangrinne (48) aufweist, der eine Aus­schiebeeinrichtung (49) für den aufgefangenen Gießbrei zugeordnet ist.
     
    10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß dem Formkasten (11) eine Ausstoßvorrichtung (37) für die zumindest teilweise abgebundenen Elemente zugeordnet ist, die gemeinsam mit dem Formkasten (11) verschwenk­bar ist.
     
    11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Formkasten (11) in der Kippstellung um ca. 40 bis 45° gegenüber der Vertikalen geneigt ist.
     
    12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß das Verschlußglied (42) auf seiner der Formkammer (29) zugewandten Innenseite wenigstens eine in Verschieberichtung verlaufende formgebende Profilleiste (43) auf­weist.
     
    13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß in dem Formkasten (11) durch quer zu der Horizontalachse (5) ausgerichtete parallele Trennwände (28) mehrere Formkammern (29) abgeteilt sind.
     




    Zeichnung

























    Recherchenbericht