[0001] Die Erfindung betrifft eine Druckwalze für eine Rollmaschine zum Aufwickeln einer
Warenbahn.
[0002] Für eine gute Wickelqualität und eine technisch einwandfreie, sich an das Wickeln
beispielsweise nach vorherigen Längsteilen der Materialbahn in zwei Einzelbahnen anschließende
Weiterverarbeitung ist es erforderlich, daß die gewickelten Rollen über ihre gesamte
Arbeitsbreite eine gleichmäßige Wickelhärte erhalten. Eine gleichmäßige Wickelhärte
wirkt Beschädigungen der Materialbahn, wie beispielsweise Rissen, entgegen. Zum Erreichen
der gewünschten Wickelhärte ist es bekannt, die sich mit zunehmender Wicklung im Durchmesser
vergrößernden Wickelrollen an ihrem Außenumfang mit Druckwalzen zu beaufschlagen,
die einen gleichmäßigen, die Wickelhärte beeinflussenden Liniendruck erzeugen.
[0003] Bei einer aus der DE-PS 27 39 515 bekannten Vorrichtung zum Aufwickeln insbesondere
einer Papierbahn stützt sich eine auf einer Hülse gewickelte Warenbahn auf zwei angetriebenen
Tragwalzen ab. Die Wickelrolle liegt im Zwickel zwischen den beiden Tragwalzen und
wird im Hinblick auf die gewünschte Wickelhärte mit einer den Liniendruck erzeugenden,
auf der Wickelrolle liegenden Druckwalze beaufschlagt.
[0004] Eine aus der DE-PS 3 102 894 bekannte Rollmaschine zum getrennten Aufwickeln längsgeteilter
Materialbahnen besitzt lediglich eine Tragwalze, auf der beiderseits einer durch die
Achse der Tragwalze gehenden Vertikalebene zwei Wickelrollen liegen. Um den für die
Wickelhärte maßgebenden Liniendruck zu erzeugen, kompensieren sowohl hydraulisch oder
pneumatisch betätigte Zylinderantriebe, das zunehmende Gewicht der Wickelrollen, und
sind am Umfang der Wickelrollen Druckwalzenpaare angeordnet, die über Schwenkhebel
anheb- und senkbaren Längsträgern beiderseits der Wickelrollen in der Rollmaschine
gelagert sind.
[0005] Der mit den Druckwalzen bzw. -rollen aufgebrachte Druck wird in jeder Wickelstation
zumindest solange aufrechterhalten, bis sich bei Erreichen eines bestimmten Durchmessers
der Wickelrolle für den sich fortsetzenden Wickelvorgang eine ausreichende Eigensteifigkeit
eingestellt hat, um die Warenbahn mit einer über die Rollenbreite gleichmäßig verteilten
Wickelhärte verarbeiten zu können. Der mit Hilfe der Druckwalzen aufgebrachte Druck
wird in der Berührungsstelle der gemeinsamen Tangente mit der Wickelrolle wirksam;
dabei hat es sich jedoch als nachteilig herausgestellt, daß sich in Wickelrichtung
vor der Druckwalze in der Warenbahn Blasen ausbilden. Beim Durchlauf einer Blase durch
den Walzenspalt entstehen Falten, was die Wickelqualität verschlechtert und zu Verschiebungen
der aufgewickelten Lagen führt. Ursache für die Blasenbildung ist das Einziehen von
Luft mit der Materialbahn in den Zwickel zwischen der Materialbahn und der Wickelrolle.
[0006] Um beim Aufwickeln Lufteinschlüsse in der Wickelrolle zu verhindern, ist aus der
EP-A-0 157 062 eine gattungsgemäße Druckwalze bekannt, die an ihrer Oberfläche eine
Reihe von Nuten aufweist, die ein Austreten von Luft aus dem Walzenspalt zwischen
der Druckwalze und der Wickelrollenoberfläche zulassen.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine gattungsgemäße Druckwalze so zu verbessern,
daß ein ausreichender Luftdurchgang durch den Walzenspalt zwischen der Druckwalze
und der Wickelrolle gewährleistet ist, ohne daß durch die Nutung eine störende Geräuschentwicklung
beim Betrieb der Rollmaschine verursacht wird.
[0008] Diese Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst.
[0009] Die Nuten erstrecken sich vorteilhafterweise über die gesamte Breite der Walze und
sind vorteilhafterweise 2 bis 25 mm, vorzugsweise 15 mm breit und 0,1 mm bis 3 mm,
vorzugsweise 0,6 mm tief. Es hat sich herausgestellt, daß sich in so bemessenen Nuten
die Papierbahn so einlegt, daß die eingeschlossene Luft ohne negative Nebenwirkungen
durch den Walzenspalt transportiert wird.
[0010] Bei einer Druckwalze, deren Mantelfläche vorteilhaft aus einem elastischen, mit den
Nuten versehenen Mantel, vorzugsweise einem Gummimantel besteht, lassen sich die spezifische
Flächenpressung und der Druck auf die Wickelrolle bei unverändertem Liniendruck zwischen
Wickelrolle und Tragwalze verringern, denn der Gummimantel verformt sich unter Last,
und es liegt eine größere Berührungsfläche zwischen der Druckwalze und der Wickelrolle
vor.
[0011] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen
des näheren erläutert. In der Zeichnung zeigen:
- Fig. 1
- als Einzelheit eine Druckwalze mit in einem elastischen Mantel angeordneten Schrägnuten,
teilweise im Längsschnitt,
- Fig. 2
- eine Wickelvorrichtung mit einer von zwei Tragwalzen abgestützten, von oben mit einer
Druckwalze beaufschlagten Wickelrolle,
- Fig. 3
- eine andere Wickelvorrichtung mit zwei sich mit Abstand voneinander auf der oberen
Umfangsfläche einer Tragwalze abstützenden Wickelrollen, die jeweils von einem Druckwalzenpaar
beaufschlagt werden, und
- Fig. 4
- die Wickelvorrichtung gemäß Fig. 3 mit in der mittigen Horizontalebene der Tragwalze
beidseitig der Walze angeordneten, von Druckwalzenpaaren beaufschlagten Wickelrollen.
[0012] In den Fig. 2 bis 4 sind unterschiedliche Variationen von Wickelvorrichtungen 1 von
Rollmaschinen dargestellt. Die Ausführung nach Fig. 2 besteht aus zwei Tragwalzen
2, 3, die sich in Richtung der Pfeile drehen, und einer mit Abstand darüber in der
Mitte angeordneten Druckwalze 4. In dem Zwickel zwischen den Tragwalzen 2, 3 und zwischen
der Druckwalze 4 ist eine im Durchmesser wesentlich größere Wickelrolle 5 angeordnet.
Der Durchmesser der Wickelrolle 5 wächst lagenweise entsprechend der Länge der von
einer nicht dargestellten Vorratsrolle abgezogenen, vor dem Aufwickeln längsgeteilten
Warenbahn 6 an. Die Wickelrolle 5 wird durch Reibschluß mit den angetriebenen Tragwalzen
2, 3 in Drehung versetzt. Mit der Druckwalze 4 wird der für die gleichförmige Wickelhärte
der Wickelrolle 5 erforderliche Liniendruck zwischen der Tragwalze 3 und der Wickelrolle
5 aufgebracht. Dabei kommt es, wie es in Fig. 2 stark überzeichnet dargestellt ist,
zwischen der Druckwalze 4 und der Wickelrolle 5 zur Bildung von Luftblasen 7 zwischen
der jeweils obersten Lage der Warenbahn 6 und der Wickelrolle 5 in Drehrichtung der
Wickelrolle 5 unmittelbar vor der Druckwalze 4.
[0013] Bei den in den Fig. 3 und 4 dargestellten Wickelvorrichtungen 101 bzw. 201 stützt
jeweils lediglich eine angetriebene Tragwalze 102 bzw. 202 zwei im Durchmesser noch
sehr kleine Wickelrollen 105 bzw. 205 ab, die nacheinander bis zum gewünschten Fertigdurchmesser
der Wickelrolle mit der nach Fig. 3 von unten und nach Fig. 4 von oben zugeführten
Warenbahn 6 lagenweise gewickelt werden. Bei der Ausführung nach Fig. 3 liegen die
Wickelrollen 105 abwechselnd auf der einen und der anderen Seite der durch die Achse
der Tragwalze 102 verlaufenden Vertikalebene 8 auf der oberen Umfangsfläche der Tragwalze
105. Bei der Ausführung nach Fig. 4 liegen die Wickelrollen 205 beiderseits der durch
die Achse der Tragwalze 202 verlaufenden Horizontalebene 9 an der Umfangsfläche der
Tragwalze 202 an. In beiden Fällen werden die Wickelrollen 105 bzw. 205 von jeweils
einem aus zwei Druckwalzen 4 bestehenden Druckwalzenpaar beaufschlagt. Auch hierbei
kommt es in der durch Pfeile gekennzeichneten Drehrichtung der Wickelrollen 105 bzw.
205 vor der in Drehrichtung der Wickelrollen 105 bzw. 205 vorderen Druckwalze 4 des
jeweiligen Druckwalzenpaares zur Bildung von Luftblasen 7 zwischen der äußersten Lage
der Materialbahn 6 und der Wickelrolle 105 bzw. 205.
[0014] Die Bildung derartiger Blasen 7 in Drehrichtung der Wickelrollen 5, 105, 205 läßt
sich mit der in Fig. 1 dargestellten erfindungsgemäßen Druckwalze 10 verhindern. Die
Walze 10 besteht aus einem Walzenkern 11 und einem Walzenmantel 12 aus Gummi. Die
Oberfläche 13 des Walzenmantels 12 ist mit mehreren über die Breite mit Abstand voneinander
parallel verlaufenden Nuten 14 versehen; diese verlaufen schraubenlinienförmig mit
einem Winkel 15 von 15° zur Längsachse 16 der Walze 10 und erstrecken sich über die
gesamte Walzenbreite. Die eingetragene Luft zwischen der obersten Materialbahn-Lage
6 und der Wickelrolle 5, 105, 205 wird mittels der Nuten 14 durch den Spalt zwischen
der Druckwalze 10 und der Wickelrolle 5, 105, 205 transportiert. Die Luft verteilt
sich anschließend gleichmäßig, ohne daß negative Auswirkungen, wie Falten c.ä., auftreten.
[0015] Die elastische Oberfläche 13 der Druckwalze 10 bewirkt eine verringerte spezifische
Flächenpressung zwischen der Druckwalze 10 und der Wickelrolle 5, 105 und 205. Es
läßt sich somit der Liniendruck zwischen der Tragwalze 2, 3, 102, 202 und der Wickelrolle
5, 105, 205 durch einen entsprechend größeren Preßdruck der Druckwalze 10 erhöhen.
1. Druckwalze (10) für eine Rollmaschine (1, 101, 201) zum Aufwickeln einer Warenbahn
(6), die Nuten (14) in der Mantelfläche (13) zur Verhinderung von Lufteinschlüssen
beim Aufwickeln aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß die Nuten (14) schraubenlinienförmig in einem Winkel (15) zur Längsachse (16)
der Walze (10) verlaufen, der 2° bis 45°, vorzugsweise 5° bis 30°, beträgt.
2. Druckwalze (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sich die Nuten (14) über die gesamte Breite der Walze (10) erstrecken.
3. Druckwalze (10) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Walzenoberfläche (13) mit einem elastischen Mantel (12) versehen ist.
4. Druckwalze (10) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Mantel (12) aus Gummi besteht.
1. Pressure roller (10) for a reeling machine (1, 101, 201) for winding up a web of material
(6), which pressure roller (10) has grooves (14) in the lateral surface (13) to prevent
air inclusions during winding up, characterised in that the grooves (14) run helically
at an angle (15) to the longitudinal axis (16) of the roller (10) of 2° to 45°, preferably
5° to 30°.
2. Pressure roller (10) according to Claim 1, characterised in that the grooves (14)
extend over the entire width of the roller (10).
3. Pressure roller (10) according to Claim 1 or 2, characterised in that the roller surface
(13) is provided with an elastic casing (12).
4. Pressure roller (10) according to Claim 3, characterised in that the casing (12) consists
of rubber.
1. Rouleau presseur (10) d'une machine à bobiner (1, 101, 201) pour enrouler une bande
de matériau (6), présentant des rainures (14) sur la face de la gaine (13), afin d'empêcher
l'air de s'introduire lors de l'enroulement, caractérisé en ce que les rainures (14)
s'étendent en hélice suivant un angle (15) de 2° à 45°, de préférence de 5° à 30°
par rapport à l'axe longitudinal (16) du rouleau (10).
2. Rouleau presseur (10) selon la revendication 1, caractérisé en ce que les rainures
(14) s'étendent sur toute la largeur du rouleau (10).
3. Rouleau presseur (10) selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que la surface
du rouleau (13) est pourvue d'une gaine élastique (12).
4. Rouleau presseur (10) selon la revendication 3, caractérisé en ce que la gaine (12)
est en caoutchouc.