(19)
(11) EP 0 294 652 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
14.12.1988  Patentblatt  1988/50

(21) Anmeldenummer: 88108350.5

(22) Anmeldetag:  25.05.1988
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4F04C 19/00
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT DE GB IT

(30) Priorität: 09.06.1987 DE 8708108 U

(71) Anmelder: SIEMENS AKTIENGESELLSCHAFT
80333 München (DE)

(72) Erfinder:
  • Mugele, Kurt Willy, Dipl.-Ing.
    D-8520 Erlangen (DE)
  • Niebler, Hermann, Dipl.-Ing.
    D-8540 Rednitzhembach (DE)
  • Trimborn, Peter, Dipl.-Ing.
    D-8500 Nürnberg 20 (DE)

   


(54) Flüssigkeitsringmaschine


(57) Flüssigkeitsringmaschine, mit einem in einem Gehäuse (1) ange­ordneten Schaufelrad (2), bei der zwischen einer in einer Stirnseite des Schaufelrades angeordneten Steuerscheibe (3) mit Saug- und Druckschlitz (5,6) und einem Seitenschild (4) unter­halb von dessen Ein-und Auslaßstutzen (4A,4B) für ein zu förderndes Medium eine Saugtasche (4D), eine Drucktasche (4E) sowie eine Betriebsflüssigkeitszulaufkammer (4F) vorgesehen sind, die voneinander getrennt sind und in der Steuerscheibe (3) zwischen dem Ende des Druckschlitzes (6) und dessen Anfang des Saugschlitzes (5) ein Auslaßkanal (8) vorgesehen ist, dessen eine Mündung im Schaufelbereich des Schaufelrades (2) liegt und dessen andere Mündung mit der Betriebsflüssigkeits­zulaufkammer (4F) und/oder einem Abschnitt des Druckschlitzes (6) in Verbindung steht.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Flüssigkeitsringmaschine nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

[0002] Bei solchen, z.B. aus "Siemens-Energietechnik" 7, (1985), Sonder­heft "Pumpen und Verdichter" (Best.-Nr. A19100-L521-V851-01), insbes. S.15, Bild 2, bekannten Flüssigkeitsringmaschinen können durch auf die Saugseite gelangende Restgaseinschlüsse Minderungen des Saugvermögens von als Pumpen arbeitenden Maschinen auftreten, was durch entsprechende Gestaltung der dem Ausschubvorgang des zu fördernden Mediums beeinflussenden Teile möglichst verhindert werden soll.

[0003] Bei Flüssigkeitsringmaschinen mit von der Kreisform abweichen­den Gehäusen gemäß der AT-PS 63 355 ist zur Verringerung der auf die Saugseite gelangende Restgasmenge in der Steuerscheibe im Bereich zwischen den Enden des Druckschlitzes und dem Anfang des Saugschlitzes (Scheitel) eine Verbindung zwischen dem Scheitelraum und einem zwischen dem Ende des Saugschlitzes und dem Anfang des Druckschlitzes im Bereich des Schaufelrades liegenden Raum mit höherem Druck als dem Anfangsdruck vorge­sehen, die als maschineninterner Kanal ausgebildet ist und einen unmittelbaren Zulauf des im Scheitel ausgeschobene Gas-­Flüssigkeitsgemisches zu dem gasgefüllten Schaufelradbereich ermöglicht.

[0004] Da der Druck an dieser Stelle aber nur relativ geringfügig über dem Anfangsdruck liegt, ist die Entspannung des ausgeschobenen und mit Flüssigkeit versetzten Restgasanteils relativ hoch und somit auch die erneut aufzuwendende Verdichtungsleistung ent­sprechend groß.

[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, diese aufzubringende Verdichtungsleistung auf einfache Weise merklich zu verklei­nern.

[0006] Die Lösung der Aufgabe gelingt durch die kennzeichnenden Merk­male des Anspruchs 1.

[0007] Die gegebenenfalls zusätzliche Verbindung des Auslaßkanals mit der Betriebsflüssigkeitszulaufkammer verhindert bzw. vermindert die Zuführung von ungewollter Flüssigkeit in den Gasraum der betreffenden Schaufelradkammern und damit eine Verminderung der geförderten zu verdichtenden Gasmenge, wobei der Anfangsdruck in der Betriebsflüssigkeitszulaufkammer höher als im Falle der bekannten unmittelbaren Einleitung ist, jedoch niedriger als im Endbereich des Druckschlitzes, bei dem die erneut aufzuwendende Verdichtungsleistung wegen des geringeren Druckgefälles am geringsten ist.

[0008] Die Erfindung ist an einer explodiert dargestellten zweiflutigen Flüssigkeitsringmaschine nachfolgend erläutert. Es zeigen:

FIG 1 eine komplette Maschine mit interner Verbindung,

FIG 2 eine Teilansicht der FIG 1 mit externer Verbindung.



[0009] Die Flüssigkeitsringmaschine weist ein zylindrisches Gehäuse 1 mit darin exzentrisch angeordnetem Schaufelrad 2 auf, das stirn­seitig von gleichen Steuerscheiben 3 abgeschlossen ist, die ihrerseits von Seitenschilden 4 abgedeckt sind, die Ein- und Auslaßstutzen 4A,4B für das zu fördernde Gas sowie Betriebs­flüssigkeitsanschlüsse 4C für die Betriebsflüssigkeitszulauf­kammern 4F aufweisen. Die Seitenschilde und Steuerscheiben sind von einer nicht dargestellten Schaufelradwelle durchdrungen.

[0010] In den Steuerscheiben 3 sind ein einteiliger Saugschlitz 5 sowie ein abschnittsweise unterteilter (oder auch ungeteilter) Druckschlitz 6 und ein Betriebsflüssigkeitsdurchlaß 7 betriebs­mäßig gegeneinander abgesperrt angeordnet, wobei der Saug­schlitz 5 in eine vom Seitenschild 4 nach außen begrenzten Saugtasche 4D, der Druckschlitz 6 in eine entsprechend begrenzte Drucktasche 4E und der Betriebsflüssigkeitsdurchlaß 7 in die Betriebsflüssigkeitszulaufkammer 4F mündet. Die Druck­tasche 4E steht über einen in einer Steuerscheibenrippe 3A angeordneten Auslaßkanal 8 mit dem Gehäuseinneren in Verbin­dung. Die Mündung des Auslaßkanals 8 zur Drucktasche 4E ist in Höhe des Druckschlitzendes angeordnet. Gegebenenfalls kann eine interne Rohrleitung 10 zu einem gewünschten Abschnitt des Druckschlitzes 6 mit dem Auslaßkanal 8 verbunden sein. Anstelle oder zusätzlich zu dieser Verbindung 10 kann an den Auslaßkanal 8 eine Rohrleitung 11 in der Drucktasche 4E angeschlossen sein, die mit einer in die Betriebsflüssigkeitszulaufkammer 4F mündenden Verbindungsöffnung in einer unterteilenden Steuer­scheibenrippe 3B verbunden ist. Bei entfallender Rohrleitung 11 wird die Verbindungsöffnung 9 durch einen Stopfen verschlossen gehalten.

[0011] Anstelle einer oder beider in der Drucktasche angeordneten Verbindungen 10,11 kann auch gemäß FIG 2 der Auslaßkanal 8 zum Steuerscheibenumfang geführt sein und durch am Außenumfang der Maschine verlegte Verbindungsleitungen 10A bzw. 11A mit der Betriebsflüssigkeitszulaufkammer 4F an der Anschlußstelle 13 und/oder dem gewünschten Druckschlitzbereich an der Anschluß­stelle 13 verbunden sein.


Ansprüche

1. Flüssigkeitsringmaschine mit in einem Gehäuse angeordneten Schaufelrad, dessen Welle in zu beiden Gehäusestirnseiten angeordneten Seitenschilden gelagert ist, von denen wenigstens ein Seitenschild Ein- und Auslaßstutzen für das zu fördernde Medium aufweist und zwischen dem Gehäuse und dem betreffenden Seitenschild jeweils eine Steuerscheibe mit Saug- und Druck­schlitzen sowie einem im Nabenbereich des Schaufelrades liegen­den Betriebsflüssigkeitsdurchlaß angeordnet ist, wobei der Raum zwischen Steuerscheibe und Seitenschild in voneinander durch Rippen getrennte Saug- und Drucktaschen unterhalb der Ein- und Auslaßstutzen und eine gegen diese abgesperrte Betriebsflüssig­keitszulaufkammer unterteilt ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß in der Steuerscheibe (3) zwischen dem Ende des Druck­schlitzes (6) und dem Anfang des Saugschlitzes (5) ein Aus­laßkanal (8) vorgesehen ist, dessen eine Mündung im Schaufel­bereich des Schaufelrades (2) liegt und dessen andere Mündung mit der Betriebsflüssigkeitszulaufkammer (4F) und/oder einem Abschnitt des Druckschlitzes (6) in Verbindung steht.
 
2. Flüssigkeitsringmaschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Auslaßkanal (8) in einer die Saug- und Drucktasche (4D,4E) trennenden Steuerscheibenrippe (3A) in die Drucktasche (4E) in Höhe des Druckschlitzendes mündend angeordnet ist.
 
3. Flüssigkeitsringmaschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Auslaßkanal (8) in einer die Saug- und Drucktasche trennenden Steuerscheibenrippe (3A) angeordnet ist und in die Drucktasche (4E) mündet, in der eine Verbindungs­ leitung (10) zum Druckschlitz (6) und/oder eine Verbindungs­leitung (11) zu einer Verbindungsöffnung (9) in einer Steuer­scheibenrippe (3B) zwischen der Drucktasche (4E) und der Betriebsflüssigkeitszulaufkammer (4F) untergebracht ist.
 
4. Flüssigkeitsringmaschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Auslaßkanal (8) in einer Steuerscheibenrippe (3A) ange­ordnet ist und am Steuerscheibenumfang mündet, wobei die Verbindungsleitung(en) zu der (den) Anschlußstelle(n) (12,13) in der Drucktasche (4E) und/oder der Betriebsflüssigkeits­zulaufkammer (4F) am Außenumfang der Maschine verlegt ist (sind).
 




Zeichnung