[0001] Die Erfindung betrifft Stufenschalter für Transformatoren mit einer elektrisch in
Reihe mit einer Oberspannungsstammwicklung liegenden Feinstufenwicklung, die je nach
Stellung einer ausschließlich im laststromfreien Zustand betätigbaren Wenders additiv
oder subtraktiv zur Oberspannungsstammwicklung liegt, wobei der Wender für jede Phase
auf einem gemeinsamen Schaltarm außer den Laststrom führenden Hauptkontakten zeitlich
jeweils nach diesen und mit höherer Geschwindigkeit als diese öffnende Schnappschaltkontakte
aufweist, die zur Kontaktöffnung von einem eigenen Kraftspeicher angetrieben sind.
[0002] Stufenschalter für Transformatoren enthalten außer dem sogenannten Feinwähler in
den meisten Anwendungsfällen noch einen Vorwähler, häufig auch als Wender bezeichnet.
Durch den Wender wird eine Feinstufenwicklung des Transformators wahlweise additiv
oder subtraktiv zur Stammwicklung geschaltet, so daß eine Verdoppelung des Einstellbereiches
erreicht ist. Während der Betätigung des Wenders ist die Feinstufenwicklung kurzzeitig
nicht mit der Stammwicklung verbunden. Die Feinstufenwicklung nimmt dann ein durch
die Kapazitäten der Feinstufenwicklung gegen die Stammwicklung und der freien Stufenwicklung
gegen Erde sowie durch die mittlere Betriebsspannung der Stammwicklung sich ergebendes
Potential an. Beim Öffnen der Wenderkontakte treten daher kurzzeitig Vorentladungen
auf, die je nach den vorliegenden Verhältnissen zu einer mehr oder weniger starken
Gasentwicklung in dem die Kontakte umgebenden Transformatoröl führen. Als Abhilfemaßnahme
bei unzulässig starker Gasentwicklung ist bisher üblicherweise der Einbau von Anlenk-
und/oder Dämpfungswiderständen vorgesehen. Beide Maßnahmen sind jedoch relativ teuer.
Außerdem stört häufig der hierfür erforderliche zusätzliche Platzbedarf.
[0003] Durch die DD-PS 118 747 ist für einen Stufenschalter mit Wender und Anlenkwiderständen
eine Anordnung bekannt, bei der die Feinstufenwicklung unter Einsatz von Schnappschaltkontakten
unterbrechungslos umschaltbar ist. Dabei ist ein Hauptkontakt in seiner Bewegungsebene
jeweils von einem Paar von Schnappschaltkontakten flankiert, die durch eine Zugfeder
gegen den Hauptkontakt gezogen sind und deren maximale Verschwenkung gegenüber einem
den Hauptkontakt tragenden Schaltarm durch Anschläge begrenzt ist. Die die Schnappschaltkontakte
gegen den Hauptkontakt ziehende Zugfeder dient bei der Auslenkung der Schnappschaltkontakte
gleichzeitig als Kraftspeicher und beschleunigt die Schnappschaltkontakte, sobald
diese von dem ihnen zugeordneten Anschlag über einen Festkontakt hinübergedrückt sind,
auf eine höhere Geschwindigkeit als der Hauptkontakt erreicht. Vorentladungen im oben
beschriebenen Sinne treten jedoch bei dieser Anornung infolge der unterbrechungslosen
Umschaltung nicht auf.
[0004] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde für Stufenschalter von Transformatoren
eine Wenderkontaktanordnung zu schaffen, die auf einfache Art mit Schnappschaltkontakten
nachrüstbar ist, wobei die Schnappschaltkontakte durch eine höhere Öffnungsgeschwindigkeit
als die Hauptkontakte eine Verringerung der im Schaltöffnungsfunken umgesetzten elektrischen
Arbeit auf weniger als ein Drittel des Wertes bei bekannten Anordnungen erreichen.
[0005] Diese Aufgabe wird für Stufenschalter der eingangs genannten Art durch die im kennzeichnenden
Teil des Anspruchs 1 angegebenen Merkmale erreicht.
[0006] Zweckmäßige Weiterbildungen und vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in
den Ansprüchen 2 bis 8 angegeben.
[0007] Der erfindungsgemäße Schnappschalter ermöglicht die Beibehaltung des üblichen Wenderaufbaus
und erfordert dabei in vorteilhafter Weise nur sehr wenig zusätzlichen Raum ausschließlich
in axialer Richtung, so daß die Unterbringung von entsprechend ausgerüsteten Stufenschaltern
in Transformatoren problemlos möglich ist.
[0008] Zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung werden anhand einer Zeichnung näher erläutert.
Im einzelnen zeigen:
FIG 1 einen Vertikalschnitt durch eine erfindungsgemäße Kontaktanordnung entlang der
Linie I-I in FIG 2 und 3.
FIG 2 einen Horizontalschnitt durch einen Wender mit zwei Festkontakten.
FIG 3 einen Horizontalschnitt durch einen Wender mit drei Festkontakten.
FIG 4 eine Schaltung für einen Wender gemäß FIG 2.
FIG 5 eine Schaltung für einen Wender gemäß FIG 3.
[0009] Einander entsprechende Bauteile sind in allen Figuren mit den gleichen Bezugszeichen
versehen.
[0010] Im Wender eines nicht näher dargestellten Stufenschalters sind als Messerkontakte
ausgebildete Festkontakte 4 und 14 an vertikalen Isolierstoffstäben 21 befestigt.
Die Festkontakte 4 und 14 sind über eine Schaltbrücke aus federnd gegeneinander gedrückten
Kontaktleisten 22 mit einem weiteren ebenfalls von einem senkrechten Isolierstoffstab
21 getragenen Festkontakt 3 verbindbar. Ein Führungskörper 23 für die Kontaktleiste
22 wird von zwei verschwenkbaren Isolierstoffstäben 24 geführt und angetrieben.
[0011] Bei der Ausführung gemäß FIG 3 ist zusätzlich zu den Festkontakten 4 und 14 ein Zwischenkontakt
15 vorgesehen, der ebenfalls von einem Isolierstoffstab 21 getragen und über die Kontaktleisten
22 mit dem Festkontakt 3 verbindbar ist.
[0012] Oberhalb der Festkontakte 4, 14 und 15 sind im horizontalen Querschnitt U-förmige
Festkontakte 25 so an den Isolierstoffstäben 21 befestigt, daß sie die freien Enden
von Schnappschaltkontakten 26 tragenden Stielen 27 umgeben. Die beiden freien Schenkel
der im Querschnitt U-förmigen Festkontakte 25 sind in Achsrichtung so gegeneinander
versetzt, daß jeder Schenkel jeweils nur in die Bahn eines einzigen Schnappschaltkontaktes
26 hineinragt. Die Stiele 27 bestehen aus je einer Schraubenfeder, sind demzufolge
biegsam und sind ihrerseits in von dem Führungskörper 23 getragene Lagerböcke 28 eingespannt.
Die Festkontakte 25 werden von Schrauben 29 getragen, deren Köpfe in Schirmkörpern
30 liegen.
[0013] Die Figuren 4 und 5 zeigen Schaltungsbeispiele zum Einsatz von erfindungsgemäßen
Wendern 31. Eine Oberspannungsstammwicklung 17 liegt mit einem Ende an einem Oberspannungsanschluß
1 und ist mit ihrem anderen Ende sowohl mit einem Wählerkontakt 3 als auch mit einem
Festkontakt 3 im Wender 31 verbunden. Eine Feinstufenwicklung 18 ist durch den Wender
31, je nach dessen Stellung, additiv oder subtraktiv mit der Oberspannungsstammwicklung
17 elektrisch in Reihe geschaltet. Wählerarme 20 sind schrittweise über Wählerkontakte
5 bis 13 und 3 stromlos umschaltbar. Die erforderlichen Laststromumschaltungen erfolgen
durch einen Lastschalter 1, dessen beweglicher Kontakt mit einem Niederspannungsanschluß
2 verbunden ist.
[0014] Die Enden der Feinstufenwicklung 18 sind mit den Festkontakten 4 und 14 im Wender
31 verbunden. Bei der Anordnung gemäß FIG 5 ist der zusätzlich vorgesehene Zwischenkontakt
15 über einen Anlenkwiderstand 16 mit der Mitte der Feinstufenwicklung 18 galvanisch
verbunden.
[0015] Durch nicht dargestellte mechanische Verriegelungen ist gewährleistet, daß der Wender
31 nur betätigbar ist, solange der Laststrom über den unmittelbar mit dem Stammwicklungsende
verbundenen Wählerkontakt 3 geführt ist. Demzufolge sind alle Umschaltungen im Wender
stromlos. Da sich jedoch infolge kapazitiver und/oder induktiver Kopplung der Feinstufenwicklung
18 mit den übrigen Wicklungen des Transformators unterschiedliche an den Festkontakten
3, 4 und 14 anliegende Potentiale ergeben, werden beim Ablaufen der Kontaktleisten
22 von einem der Festkontakte 4 oder 14 Schaltfunken verursacht. Diese Schaltfunken
verursachen eine unerwünscht schnelle Verunreinigung des den Wender 31 umgebenden
Transformatoröls und sollen deswegen so energiearm wie möglich sein.
[0016] Die erfindungsgemäß durch Schnappschaltkontakte 26 ergänzte Wenderanordnung sorgt
dafür, daß beim Ablaufen der Kontaktleisten 22 selbst von einem der Festkontakte 4
oder 14 an der geöffneten Kontaktstrecke keine Potentialdifferenz auftreten kann,
weil die Schnappschaltkontakte 26 zunächst noch an dem zugehörigen galvanisch mit
dem Festkontakt 4 bzw. 14 verbundenen Festkontakt 25 festgehalten sind. Erst wenn
die Kontaktöffnungsstrecke ein bestimmtes Maß, beispielsweise 8 mm, erreicht hat,
wird der auf einem federnden Stiel sitzende Schnappschaltkontakt 26 freigegeben und
entfernt sich mit sehr viel höherer Geschwindigkeit von dem Festkontakt 25 als die
Kontaktleisten 22 von einem der Festkontakte 4 oder 14. Infolge der hierdurch vergrößerten
Kontaktöffnungsgeschwindigkeit werden eventuell infolge von Potentialunterschieden
auftretende Entladungsvorgänge sehr schnell beendet, so daß insgesamt nur sehr kleine
Energiemengen in das Transformatoröl eingetragen werden.
[0017] Bei der Anordnung gemäß den Figuren 3 und 5 erfolgt die Umschaltung zwar mechanisch
betrachtet in gleicher Weise elektrisch jedoch unterbrechungslos, d.h. der Festkontakt
3 ist in jedem Moment mit mindestens einem der Festkontakte 4, 14 oder 15 galvanisch
verbunden. Dadurch ist verhindert, daß die Feinstufenwicklung 18 ihr Potential frei
annehmen kann. Dabei wird jedoch unvermeidbar jeweils für kurze Zeit ein Teil der
Feinstufenwicklung 18 kurzgeshlossen, so daß am Ende eines jeden Schaltschrittes der
entsprechende Kurzschlußstrom abzuschalten ist. Auch hierbei erweist sich der Schnappschaltkontakt
infolge seiner hohen Kontaktöffnungsgeschwindigkeit als sehr vorteilhaft.
[0018] Gemäß einer nicht dargestellten weiteren Vervollkommnung sind jeweils zusammengehörende
Kontaktbrücken 22 mit dem ihnen zugeordnenten Schnappschaltkontakt 26 und/oder die
Festkontakte 4, 15 und 14 von dem ihnen zugeordneten Festkontakt 25 elektrisch isoliert
und sind die einander zugeordneten, voneinander elektrisch isolierten Bauelemente
über hochohmige Dämpfungswiderstände galvanisch miteinander verbunden. Durch diese
Maßnahme wird die in Entladungsvorgängen beim Schalten freiwerdende Energiemenge weiter
verringert.
1.Stufenschalter für Transformatoren mit einer elektrisch in Reihe mit einer Oberspannungsstammwicklung
(17) liegenden Feinstufenwicklung (18), die je nach Stellung eines ausschließlich
im laststromfreien Zustand betätigbaren Wenders (31) additiv oder subtraktiv zur Oberspannungsstammwicklung
(17) liegt, wobei der Wender (31) für jede Phase auf einem gemeinsamen Schaltarm außer
den Laststrom führenden Hauptkontakten (3, 4, 14, 22) zeitlich jeweils nach diesen
und mit höherer Geschwindigkeit als diese öffnende Schnappschaltkontakte (26) aufweist,
die zur Kontaktöffnung von einem eigenen Kraftspeicher angetrieben sind,
dadurch gekennzeichnet,
- daß jeder der Schnappschaltkontakte (26) von dem freien Ende eines biegsamen Stiels
(27) getragen ist,
- daß der biegsame Stiel (27) gleichzeitig als Kraftspeicher dient,
- daß die Schnappschaltkontakte (26) gegenüber dem zugehörigen Hauptkontakt (22) in
Achsrichtung des Wenders (31) versetzt sind,
- daß die Schnappschaltkontakte (26) von ihnen zugeordneten, in der Bewegungsebene
der Schnappschaltkontakte (26) im Querschnitt U-förmigen Festkontakten (25) umfaßt
sind und
- daß zu Beginn jeder Wenderbetätigung mindestens ein Schnappschaltkontakt (26) von
einem der vorstehenden freien Schenkel eines der im Querschnitt U-förmigen Festkontakte
(25) zunächst festgehalten ist.
2. Stufenschalter nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß für jede der beiden Schaltrichtungen je Phase mindestens ein Schnappschaltkontakt
(26) vorgesehen ist.
3. Stufenschalter nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß als biegsamer Stiel (27) und Kraftspeicher eine Schraubenfeder dient, deren freies
Ende einen Schnappschaltkontakt (26) trägt und deren anderes Ende von einem fest in
einem Lagerbock (28) auf dem zugehörigen Schaltarm eingespannten Bolzen getragen ist.
4. Stufenschalter nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß die beiden freien Schenkel der im Querschnitt U-förmigen Festkontakte (25) in
Achsrichtung so gegeneinander versetzt sind, daß jeder Schenkel jeweils nur in die
Bahn eines einzigen Schnappschaltkontaktes (26) hineinragt.
5. Stufenschalter nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß der jeweils von seinem zugehörigen Festkontakt (25) festgehaltene Schnappschaltkontakt
(26) erst freigegeben ist, sobald der zugehörige Hauptkontakt (22) mindestens 8 mm
geöffnet hat und daß die Öffnungsgeschwindigkeit des Schnappschaltkontaktes (26) mindestens
doppelt so groß ist wie die des Hauptkonataktes (22).
6. Stufenschalter nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß die Umschaltung über einen zwischengeschalteten Anlenkkontakt (15) unterbrechungslos
erfolgt, indem der jeweils festgehaltene Schnappschaltkontakt (26) erst freikommt,
sobald der zugehörige Hauptkontakt (22) bereits den nächsten Kontaktz (4, 15, 14)
berührt.
7. Stufenschalter nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß einander zugeordnete Haupt- (4, 14, 15, 22) und Schnappschaltkontakte (26) elektrisch
gegeneinander isoliert befestigt und lediglich über einen Dämpfungswiderstand galvanisch
miteinander verbunden sind.
8. Stufenschalter nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, daß als biegsamer Stiel (27) und Kraftspeicher ein faserverstärkter Isolierstoffstab
dient, daß ein diesen haltender Lagerbock (28) ebenfalls aus Isolierstoff besteht
und daß der Dämpfungswiderstand zusammen mit dem Lagerbock (28) von dem Schaltarm
getragen ist.