(19)
(11) EP 0 295 407 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
21.12.1988  Patentblatt  1988/51

(21) Anmeldenummer: 88107056.9

(22) Anmeldetag:  03.05.1988
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4C10B 43/04
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE DE FR GB IT NL

(30) Priorität: 06.06.1987 DE 3719035

(71) Anmelder: Krupp Koppers GmbH
D-45143 Essen (DE)

(72) Erfinder:
  • Mertens, Gottfried
    D-4300 Essen 1 (DE)
  • Wiemann, Rudolf
    D-4270 Dorsten (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Einrichtung zum mechanischen Reinigen der Seitenflächen der Steinstopfen von Koksofentüren


    (57) Bei Steinstopfen (4, 5), die sich unter Bildung von senk­rechten Gaskanälen (3) zum metallischen Türkörper (1) hin verjüngen, ist vorgesehen, daß die die Reinigungswerkzeu­ge (7) tragenden senkrechten Werkzeugsäulen (11) gegen­über dem mit ihnen verbundenen, parallel hierzu angeord­neten, verfahrbaren Werkzeughalterrahmen (12) aus der Fahrposition, bei der die Reinigungswerkzeuge (7) von den zu reinigenden Seitenflächen des Steinstopfens (4, 5) zurückgezogen sind, in die Reinigungsposition, bei der die Reinigungswerkzeuge (7) an den Seitenflächen anlie­gen, verschiebbar sind.


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zum mechanischen Reinigen der Seitenflächen der Steinstopfen von Koksofen­türen, die sich unter Bildung von senkrechten Gaskanälen zum metallischen Türkörper hin verjüngen.

    [0002] Derartige Steinstopfen werden in jüngerer Zeit immer häu­figer eingesetzt. Ursache hierfür ist das Bestreben, den im Bereich der Koksofentüren anfallenden Destillationsga­sen die Möglichkeit zu geben, durch die erwähnten, im Querschnitt ausreichend groß bemessenen Gaskanäle nach oben in den Gassammelraum abzuziehen. Hierdurch wird ver­mieden, daß sich an den Koksofentüren ein unerwünscht ho­her Gasdruck aufbaut, der ein Entweichen von Gasen mit den damit verbundenen Umweltbelastungen zur Folge haben kann.

    [0003] Mit den bisher bekannten Einrichtungen ist das Reinigen der Seitenflächen solcher sich zum Türkörper hin verjün­gender Steinstopfen, die häufig auch als hinterschnitte­ne Steinstopfen bezeichnet werden, nicht möglich. Als Steinstopfen wird in diesem Zusammenhang sowohl der aus feuerfestem keramischen Material bestehende Teil als auch, sofern vorhanden, die diesen keramischen Teil teil­weise umfassenden und mit dem Türkörper verbundenen Stein­halter verstanden. Die bekannten Reinigungseinrichtungen sind derart ausgebildet, daß sie beim Heranfahren an den üblicherweise zum Türkörper hin sich verbreiternden Stein­stopfen bereits ihre Arbeitsstellung erreichen, d.h. die Reinigungswerkzeuge liegen dann schon an den zu reinigen­den Flächen an. Zurückspringende Flächen können von den Reinigungswerkzeugen naturgemäß nicht erreicht werden.

    [0004] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Rei­nigungseinrichtung zu schaffen, die es gestattet, alle Teile der Seitenflächen von hinterschnittenen Steinstopfen zuverlässig zu reinigen.

    [0005] Erfindungsgemäß wird hierzu vorgeschlagen, daß die die Reinigungswerkzeuge tragenden senkrechten Werkzeugsäulen gegenüber dem mit ihnen verbundenen, parallel hierzu an­geordneten, verfahrbaren Werkzeughalterrahmen aus der Fahrposition, bei der die Reinigungswerkzeuge von den zu reinigenden Seitenflächen des Steinstopfens zurückgezogen sind, in die Reinigungsposition, bei der die Reinigungs­werkzeuge an den Seitenflächen anliegen, verschiebbar sind.

    [0006] Für die Verschiebbarkeit der Werkzeugsäulen gegenüber dem Werkzeughalterrahmen sind bei einer bevorzugten Ausfüh­rungsform der Erfindung mehrere diese verbindende Lenker­paare vorgesehen. Dabei kann das Verschieben mittels ei­nes oder mehrerer Antriebe (Hydraulikzylinder oder dgl.) erfolgen.

    [0007] Die Erfindung schlägt weiter vor, daß ein oder mehrere Arretiereinrichtungen zur kraftschlüssigen Verriegelung von Werkzeugsäulen und Werkzeughalterrahmen in Reinigungs­position vorgesehen sind.

    [0008] Schließlich ist noch die Anordnung von Endschaltern vor­gesehen, die das Verfahren der Reinigungseinrichtung auf die Koksofentür zu bzw. von dieser weg nur zulassen, wenn sich die Werkzeugsäulen in von dem Steinstopfen zurück­gezogener Stellung befinden.

    [0009] Die Erfindung wird im folgenden anhand der Zeichnungen näher erläutert, die ein Ausführungsbeispiel der erfin­dungsgemäßen Reinigungseinrichtung darstellt. Es zeigen:

    Fig. 1 einen Horizontalschnitt

    Fig. 2 die Vorderansicht

    Fig. 3 die Seitenansicht

    Fig. 4 in schematischer Form die Reinigungsposi­tion und

    Fig. 5 die Fahrposition.



    [0010] Mit 1 ist der metallische Türkörper bezeichnet, mit dem auf hier nicht dargestellte Weise die Dichtungsmembrane 2 mit der Dichtungsleiste 3 verbunden ist. Ebenfalls am metallischen Türkörper 1 befestigt ist der Steinstopfen 4, im vorliegenden Fall mittels der Steinhalter 5. Die Er­findung ist mit gleich gutem Erfolg auch anwendbar bei Steinstopfen, deren keramische Teile mittels Schrauben direkt, also ohne Verwendung von Steinhaltern, am Türkör­per angebracht sind. Im Bereich der Steinhalter 5 ist der Steinstopfen 4 zum Türkörper 1 hin verjüngt ausgebildet, wodurch beiderseits ein Gaskanal 6 gebildet wird.

    [0011] Die Reinigung der Seitenflächen des Steinstopfens 4 bzw. der Steinhalter 5 erfolgt schabend mittels in senkrechter Reinigungsrichtung hin- und herbewegter Reinigungswerk­ zeuge 7, die gelenkig über Druckbolzen 8 und vorgespannte Druckfedern 9 als einzelne Einheiten 1o mit Werkzeugsäu­len 11 verbunden sind. Diese Werkzeugsäulen sind in Ar­beitsposition seitlich neben dem Steinstopfen angeord­net. Anzahl und Abstand der Werkzeugeinheiten 1o werden bestimmt von der Länge der zu reinigenden Fläche, d.h. von der Höhe der Koksofentür, vom Reinigungshub und der erforderlichen Hubüberdeckung der Werkzeugeinheiten.

    [0012] Beide Werkzeugsäulen 11 sind mit dem Werkzeughalterrah­men 12 verbunden, und zwar horizontal mit mehreren Len­kerpaaren 13, vertikal mit Linearmotoren, beispielswei­se Hydraulikzylindern 14. Mit dieser Anordnung wird er­reicht, daß die Werkzeugsäulen 11 gegenüber dem horizon­tal starren Werkzeughalterrahmen 12 in Reinigungspositi­on (Fig. 1, linke Seite) ausgelenkt und in Fahrposition (Fig. 1, rechte Seite) eingelenkt werden können.

    [0013] In Reinigungsposition sind Werkzeughalterrahmen 12 und Werkzeugsäulen 11 mittels mehrerer Arretiereinrichtun­gen 15 miteinander mechanisch verriegelt. Mittels dieser Arretierungen 15 und der Lenkerpaare 13 werden die von den abgefederten Werkzeugeinheiten 1o auf die aus- und einlenkbaren Werkzeugsäulen 11 übertragenen Reinigungs­kräfte in den horizontal starren Werkzeughalterrahmen 12 übergeleitet. Der Werkzeughalterrahmen ist mit einem hier nicht dargestellten Antrieb für den Reinigungshub verbunden.

    [0014] Während der Fahrbewegung der Reinigungseinrichtung auf die Koksofentür zu bzw. von dieser weg befinden sich die Werkzeugsäulen 11 in ihrer eingelenkten Position (Fig. 1, rechte Seite), in der die Reinigungswerkzeuge 7 über den breiteren Teil des Steinstopfens 4 der Koksofen­tür 1 hinwegfahren können. Mittels Endschalter 16 wird verriegelt, so daß die Fahrbewegung nur in dieser Posi­tion erfolgen kann. Mit Erreichen der Arbeitsstellung werden die Werkzeugsäulen 11 in die Reinigungsposition ausgelenkt (Fig. 1, linke Seite), bei der die Reini­gungswerkzeuge 7 auch im hinterschnittenen Bereich des Steinstopfens an den zu reinigenden Flächen anliegen.


    Ansprüche

    1. Einrichtung zum mechanischen Reinigen der Seiten­flächen der Steinstopfen von Koksofentüren, die sich unter Bildung von senkrechten Gaskanälen zum metallischen Türkörper hin verjüngen, dadurch ge­kennzeichnet, daß die die Reinigungswerkzeuge (7) tragenden senkrechten Werkzeugsäulen (11) gegen­über dem mit ihnen verbundenen, parallel hierzu angeordneten, verfahrbaren Werkzeughalterrahmen (12) aus der Fahrposition, bei der die Reinigungswerk­zeuge (7) von den zu reinigenden Seitenflächen des Steinstopfens (4, 5) zurückgezogen sind, in die Reinigungsposition, bei der die Reinigungswerkzeu­ge (7) an den Seitenflächen anliegen, verschieb­bar sind.
     
    2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich­net, daß für die Verschiebbarkeit der Werkzeugsäu­len (11) gegenüber dem Werkzeughalterrahmen (12) mehrere diese verbindende Lenkerpaare (13) vor­gesehen sind.
     
    3. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich­net, daß für die Verschiebbarkeit der Werkzeugsäu­len (11) gegenüber dem Werkzeughalterrahmen ein oder mehrere Antriebe (14) (Hydraulikzylinder oder dgl.)vorgesehen sind.
     
    4. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich­net, daß ein oder mehrere Arretiereinrichtungen (15) zur kraftschlüssigen Verriegelung von Werk­ zeugsäulen (11) und Werkzeughalterrahmen (12) in Reinigungsposition vorgesehen sind.
     
    5. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich­net, daß Endschalter (16) vorgesehen sind, die das Verfahren der Reinigungseinrichtung auf die Koksofentür zu bzw. von dieser weg nur zulassen, wenn sich die Werkzeugsäulen (11) in von dem Steinstopfen (4) zurückgezogener Stellung befin­den.
     




    Zeichnung