[0001] Die Erfindung betrifft eine prozessorgesteuerte Dateneingabe- und -ausgabeeinrichtung,
insbesondere zur Erfassung der Lage und/oder der Lageänderung des Bedruckstoffes relativ
zur Winkelstellung eines Zylinders einer Rotations-Druckmaschine, welche Einrichtung
eine von einem Signalgeber stammende Information den Eingabe- und/oder Ausgabedaten
zuordnet und mindestens einen Speicher aufweist.
[0002] Aus der Druckmaschinentechnik ist es bei Bogen-Rotationsdruckmaschinen bekannt,
den von einem in einer Längsnut eines bogenführenden Zylinders der Rotationsdruckmaschine
angeordneten Greifersystem erfassten Bogen hinsichtlich seiner Lage bei der Übernahme
relativ zur Winkelstellung des Zylinders zu überwachen. Diese Überwachung erfolgt
mit einer die Bogenvorder- und/oder Hinterkante abtastenden Erfassungseinrichtung.
Stellt sich eine über einen vorgegeben Toleranzrahmen hinausgehende Abweichung zwischen
Bogenübernahmezeitpunkt und Winkelstellung des Zylinders ein, so verändert der Bogen
gegenüber der Normallage seine Stellung auf dem Zylinder, was den Druckprozess negativ
beeinflussen kann. Ist diese Lageänderung bekannt, so kann sie den nachfolgenden Bearbeitungsstationen
zugeleitet werden, die entsprechende Gegenmaßnahmen ergreifen. Die Abtastung des Bogens
führt bei der Erfassungseinrichtung zur Ausgabe von Daten, wobei insbesondere vorgesehen
sein kann, daß bei dem Nicht-Vorhandensein eines Bogens gegenüber der Erfassung eines
Bogens eine Datenänderung erfolgt. Werden die Daten der bekannten prozessorgesteuerten
Dateneingabe- und -ausgabeeinrichtung zugeführt, so ist die Reaktion auf eine derartige
Datenänderung von der Reaktionszeit des Prozessors abhängig. So werden Eingangsdatenänderungen
normalerweise durch sogenannte Polling-Abfrage des Einganges oder der Eingänge durch
den Prozessor erkannt. Soll nun der Datenänderung im Änderungszeitpunkt eine Stellungsinformation
des bogenführenden Zylinders zugeordnet werden, so sind die beispielsweise von einem
mit dem bogenführenden Zylinder mitlaufenden Signalgeber stammenden, im Änderungszeitpunkt
vorliegenden Daten der Dateneingabe- und -ausgabeeinrichtung zusammen mit der Datenänderung
zuzuführen und dort momentan zu verarbeiten. Die Ausgabe einer Datenänderung erfolgt
ebenfalls durch Polling-Abfrage.
[0003] Zur Erzielung einer hohen Genauigkeit hinsichtlich der Zuordnung von Bogenübernahmezeitpunkt
und Zylinderstellung, oder wenn mehrere Ein- bzw. Ausgaben von Daten kurz aufeinanderfolgend
erforderlich sind, reicht die Reaktionszeit des Prozessors bei schnelldrehenden Rotationsmaschinen
nicht aus.
[0004] Um die Reaktionszeit auf derartige Eingabe- bzw. Ausgabeänderungen der Daten zu verkürzen,
ist es bekannt, Alarmeingänge, sogenannte Interrupts zu verwenden. Diese Interrupts
sind jedoch nicht immer für die gewünschten Anforderungen freigegeben oder können
durch weitere, höher priorisierte Inter rupts unterbrochen werden. Insofern liegt
hier eine unbefriedigende Problemlösung vor.
[0005] Eine mögliche, jedoch teure Alternative ist der Einsatz mehrerer Prozessoren.
[0006] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine prozessorgesteuerte Dateneingabe-
und -ausgabeeinrichtung der eingangs genannten Art zu schaffen, die bei einfachem,
preiswertem Aufbau Datenänderungen sicher und genau erfaßt.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Signalgeber-Information
als Adressinformation für den Speicher dient, der in der Weise beschrieben oder ausgelesen
wird, daß die Daten entsprechend der Adressinformation abgespeichert oder ausgegeben
werden. Erfindungsgemäß adressiert die Signalgeber-Information somit eine bestimmte
Anzahl von Speicherplätzen des Speichers, so daß beispielsweise bestimmten Stellungen
eines den Signalgeber beaufschlagenden Elementes jeweils eine Adresse zukommt. Jeder
Adresse ist ein Speicherplatz zugeordnet, der z.B. acht Bit umfaßt. Somit werden die
bei den bestimmten Stellungen des Elementes anliegenden Daten (Eingabedaten) in den
Speicher unter der jeweils zugehörigen Adresse eingelesen.
[0008] Soll die Datenfassung nach einem anderen Ausführungsbeispiel über mehrere Umdrehungen
des Elementes durchgeführt werden, kann eine bestimmte Stellung mehreren Adressen
zugeordnet sein, d.h. gleiche Winkelstellungen mehrerer Umdrehungen erhalten jeweils
eine andere Adresse.
[0009] Die Ausgabe der Daten erfolgt in entsprechend umgekehrter Weise. Mithin stellt der
Speicherinhalt zusammen mit der Adressinformation ein genaues Bild des abgelaufenen
Prozesses dar. Handelt es sich bei dem Element beispielsweise um den oben genannten
bogenführenden Zylinder der Rotationsdruckmaschine und bei dem Signalgeber um einen
Inkrementalgeber, so wird entsprechend der gewählten Winkelstellungen des Zylinders
über die Adressinformation jeweils ein Speicherplatz zugewiesen, der beispielsweise
auf "0"- Potential liegt, wenn die Erfassungseinrichtung keinen von dem Greifersystem
des Zylinders erfassten Bogen registriert und den Zustand "1" annimmt, sobald die
Erfassungseinrichtung die Bogenvorder- und/oder Hinterkante eines eingezogenen Bogens
ermittelt. Diese Daten und Informationen stehen solange zur Verfügung, bis sie nach
Ablauf einer gewissen Zeit wieder gelöscht werden, so daß der Prozessor ihre Bearbeitung
über einen längeren Zeitraum verschieben oder verteilen kann. Die Änderung der Daten,
beispielsweise der Übergang "0" auf "1" kann je nach Feinheit er unterteilten Winkelschritte
genau bestimmt werden. Beispielsweise ist es möglich, für jeden Gradschritt bei der
Drehung des Zylinders einen Speicherplatz zu belegen. Noch feiner wird die Unterteilung,
wenn jedem Zehntelgrad eine Adressinformation zukommt. Wird beispielsweise nur eine
Speicherzelle pro Zehntelgrad benötigt, so ergeben sich:
360 Grad X 10 = 3600 Takte = 3600 Speicherzellen.
[0010] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist eine Geber-Adress-Umsetzschaltung vorgesehen,
die mindestens einen am Signalgeber angeschlossenen Zähler aufweist, wobei der Zählerstand
die Adressinformation bildet. Der Zähler zählt die von dem Signalgeber stammenden
Signale über eine Teildrehung oder eine bzw. mehrere Umdrehungen des Zylinders. Vorzugsweise
kann eine Logik-Schaltung vorgesehen sein, die aus den die Adress-Information darstellenden
Zählerständen und den Signalgeber-Signalen die Information zum Hoch- und Runterzählen
des Zählers bildet. Ferner kann diese Logik-Schaltung Read- und Write-Signale erzeugen,
die den Speicher zum Abspeichern von Eingangsdaten oder Ausgeben von Ausgangsdaten
aktivieren.
[0011] Nach einer anderen Weiterbildung der Erfindung ist eine den Bedruckstoff, insbesondere
die Bogenkante, abtastende Erfassungseinrichtung vorgesehen, die die Eingabedaten
liefert. Dabei kann die Anordnung so getroffen sein, daß die Erfassungseinrichtung
einen optisch arbeitenden Abtastsensor aufweist. Dieser Sensor überwacht vorzugsweise
den mit Greifern ausgestatteten Bogen-Übergabebereich des Zylinders, so daß ein von
den Greifern erfasster Bogen sofort von dem Abtastsensor aufgrund wechselnder Licht-
bzw. Reflexionsbedingungen erfasst wird. Die Eingabedaten können ein- oder mehrstellig
sein.
[0012] Die gespeicherten Daten bezüglich einer zu bearbeitenden Zylinderstellung stehen
über einen besonders langen Zeitraum zur Verfügung, wenn diese länger als eine Umdrehung
des bogenführenden Zylinders speicher- bzw. auslesbar sind. Auch ist das Abspeichern
über den Zeitraum einer Teildrehung des Zylinders denkbar. Der Prozessor wird insoweit
entlastet, als er auf diese Daten, insbesondere Zustandsänderungen, nicht sofort zu
reagieren braucht. Die Zuordnung der Daten zur Winkelstellung des Zylinders, kann
durch die Adresse im Speicher auch nachträglich bzw. im voraus bestimmt werden. Besonders
vorteilhaft ist es, wenn die im Speicher abgespeicherten, gradzahlmäßig und/oder zeitmäßig
ältesten Daten von aktuellen Daten fortlaufend überschrieben werden. Die Anzahl der
benötigten Speicherplätze ist somit von der gewünschten Speicherzeit und von dem Unterteilungsgrad
der Drehwinkelstellungen des Zylinders abhängig. Je nach Einsatz kann der Speicher
auch mehrere Ein- und/oder Ausgänge für entsprechende Daten aufweisen. Bei diesen
Daten kann es sich um Informationen handeln, die nicht nur den Bogentransport sondern
auch andere Prozessparameter betreffen.
[0013] Ein infacher Ausbau ergibt sich, wenn der Speicher aus mindestens einem RAM-Baustein
mit Dual-Port-Logik oder aus mindestens einem Dual-Port-RAM besteht.
[0014] Vorzugsweise ist der Speicher zweigeteilt, indem er einen Eingabespeicher für die
Eingabedaten und einen Ausgabespeicher für die Ausgabedaten aufweist.
[0015] Wie schon erwähnt, kann es sich bei dem Signalgeber um einen durch den bogenführenden
Zylinder betriebenen Inkrementalgeber handeln. Alternativ ist es jedoch auch möglich,
als Signalgeber einen Zeitgeber einzusetzen.
[0016] Vorzugsweise kann die erfindungsgemäße Einrichtung als integrierte Schaltung aufgebaut
sein.
[0017] Die Zeichnungen veranschaulichen die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels
und zwar zeigt:
Fig. 1 Eine schematische Ansicht eines bogenführenden Zylinders einer Bogen-Rotationsdruckmaschine
mit Greifereinrichtung,
Fig. 2 ein Flußdiagram einer prozessorgesteuerten Eingabe- und Ausgabeeinrichtung.
[0018] Gemäß Figur 1 besitzt der dort abgebildete, schematisch dargestellte Abschnitt einer
Bogen-Rotationsdruckmaschinen einen Zylinder 1, der während des Druckprozesses mit
weiteren Zylindern 2,3 zusammenwirkt. Der Zylinder 1 ist als bogenführender Zylinder
ausgebildet, d.h., daß an ihm mit Hilfe eines Greifersystems ein tangential herangeführter
Bogen 5 befestigt werden kann, der über einen bestimmten Drehwinkel mitgenommen und
anschließend z.B. dem Zylinder 3 übergeben wird. Der Zylinder 1 der Figur 1 ist von
seinem Durchmesser her so gestaltet, daß er gleichzeitig zwei Bögen 5 aufnehmen kann.
Zu diesem Zweck sind zwei Greifersysteme 4 vorhanden. Die Greifersysteme 4 liegen
in Längsnuten des Zylinders 1 ein und werden über die Steuerung der Druckmaschine
betätigt.
[0019] Für ein einwandfreies Druckergebnis ist es wichtig, daß die Aufnahme des Bogens 5
von dem Greifersystem 4 des Zylinders 1 jeweils in einer bestimmten Winkelstellung
des Zylinders 1 erfolgt. Tritt eine Beschleunigung oder Verzögerung der Bogenzuführung
ein, so wird die vorgegebene Winkelstellung verlassen, was gegebenenfalls bei der
weiteren Bearbeitung des Bogens von den nachfolgenden Maschinenkomponenten berücksichtigt
werden muss, um das Druckergebnis nicht zu beeinträchtigen. Aus diesem Grunde ist
es notwendig, die genaue Winkelstellung des Zylinders 1 zu erfassen, sobald der Bogen
5 zugeführt wird. Hierzu ist eine nicht näher dargestellte Erfassungseinrichtung vorgesehen,
die beispielsweise im Bereich des Greifersystems 4 innerhalb der Längsnut angeordnet
ist und mittels eines optisch arbeitenden Abtastsensors die Bogenkante des zugeführten
Bogens 5 abtastet. Wird nun jeweils die Winkelstellung des Zylinders 1 im Zeitpunkt
der Bogenzuführung erfaßt, so kann beurteilt werden, ob die Bogenzuführung in der
vorbestimmten Winkelstellung bzw. in einem zulässigen Toleranzbereich um diese Stellung
erfolgt, oder ob eine Zuführung außerhalb des Toleranzbereiches stattfindet. Diese
Erfassung wird von der in der Fig. 2 als Blockschaltbild dargestellten, erfindungsgemäßen
prozessorgesteuerten Dateneingabe- und -ausgabeeinrichtung vorgenommen.
[0020] Die Figur 2 zeigt eine Geber-Adress-Umsetzschaltung 6, einen Eingabe-Speicher 7,
einen Ausgabe-Speicher 8 und einen Prozessor-Bus 9. Die Geber-Adress-Umsetzschaltung
6 ist an einen Signalgeber SG angeschlossen, der als Inkrementalgeber ausgebildet
ist. Dieser Inkrementalgeber wird durch die Drehung des Zylinders 1 bewegt, so daß
seine Ausgangssignale ein Maß für die Winkelstellung des Zylinders 1 darstellen. Die
Verbindungsleitung zwischen dem Signalgeber SG und der Geber-Adress-Umsetzschaltung
6 ist mit 10 gekennzeichnet. Bevorzugt besteht sie aus drei Einzelleitungen, wovon
zwei für die Impulse des Inkrementalgebers vorgesehen sind und die verbleibende Einzelleitung
pro Umdrehung des Signalgebers SG einen "0"-Impuls führt.
[0021] Ausgangsseitig sind an die Geber-Adress-Umsetzschaltung 6 die Leitungen 10′, 11 und
12 angeschlossen. Die Leitung 10′ führt zum Read-Right-Anschluß RR des Ausgabe-Speichers
8 und die Leitung 11, die z.B. aus zwölf Einzelleitungen besteht, steht mit den Adress-Right-Anschlüssen
des Eingabe-Speichers 7 und des Ausgabe-Speichers 8 in Verbindung. Die Anzahl der
Einzelleitungen richtet sich nach der Anzahl der benötigten Speicherplätze. sind z.B.
zwölf Einzelleitungen vorgesehen, so ergeben sich daraus 2 hoch 12 = 4096 Speicherplätze/Umdrehung.
Die Leitung 12 ist an den Write-Right-Anschluß des Eingabe-Speichers 7 angeschlossen.
Von dem Ausgabe-Speicher 8 geht eine Leitung 13 aus, die mit dem Data- Right-Out-Anschluß
DRO in Verbindung steht. Zum Eingabe-Speicher 7 führt eine Leitung 14, die an den
Data-Right-In-Anschluß DRI angeschlossen ist. Die Leitungen 13 und 14 bestehen bei
einer 8-Bit-Speicherorganisation aus acht Einzelleitungen. Es können jedoch bei einer
16-Bit-Organisation auch sechszehn Einzelleitungen vorgesehen sein.
[0022] Der Prozessor-Bus 9 weist insgesamt vier Leitungen 15-18 auf, wovon die Leitung 15
zu den Read-Left-Anschlüssen RL, die Leitung 16 zu den Write-Left-Anschlüssen WL,
die Leitung 17 zu den Data-Left-Anschlüssen DL und die Leitung 18 zu den Adress-Left-Anschlüssen
AL von Eingabe-Speicher 7 und Ausgabe-Speicher 8 führt. Die Leitung 17 besteht entsprechend
der 8- bzw. 16-Bit-Organisation aus acht bzw. sechzehn Einzelleitungen, so daß die
Daten 8- bzw. 16-Bit-weise gelesen werden können. Entsprechend der vorstehenden Ausführungen
besteht die Leitung 18 aus zwölf Einzelleitungen.
[0023] Die so aufgebaute Dateneingabe- und -ausgabeeinrichtung arbeitet folgendermaßen:
[0024] Die von dem Signalgeber kommenden Impulse werden über die Leitung 10 der Geber-Adress-Umsetzschaltung
6 zugeführt. Diese besteht aus einer Anzahl von Zähler-Bausteinen und einer kleinen
Logik. Die Zähler-Bausteine zählen die von dem Signalgeber kommenden Signale über
eine oder mehrere Umdrehungen des Zylinders 1. Die so jeweils gebildeten Zählerstände
in der Geber-Adress-Umsetzschaltung 6 stellen eine Adress-Information für den Eingabe-Speicher
7 und den Ausgabe-Speicher 8 dar, die diesen beiden Einheiten über die Leitung 11
und die Anschlüsse AR zugeführt wird. Ferner bildet die Logikschaltung Signale zum
Abspeichern an der Leitung 12 (Write-Right-Anschluß WR des Eingabe-Speichers 7) und
zum Ausgeben von Informationen an der Leitung 10′ (Read-Right-Anschluß RR des Ausgabe-Speichers
8). Die abzuspeichernden Daten (Eingabe-Daten) werden über die Leitung 14 zum DRI-Anschluß
des Eingabe-Speichers 7 geführt. Bei diesen Daten handelt es sich um die von der die
Bogenkante des Bogens 5 abtastenden Erfassungseinrichtung abgegebenen Informationen.
[0025] Die auszugebenden Daten entstammen dem Ausgabe-Speicher 8, die der Leitung 13 uber
den DRO-Anschluß zugeführt werden.
[0026] Die von dem Signalgeber SG stammenden Signale werden von der Geber-Adress-Umsetzschaltung
6 nun derart umgeformt und über die Leitung 11 den Adress-Right-Anschlüssen von Eingabe-Speicher
7 und Ausgabe-Speicher 8 zugeführt, daß vorbestimmten Winkelstellungen des Zylinders
1 jeweils ein adressierter Speicherplatz in dem Eingabe-Speicher 7 und dem Ausgabe-Speicher
8 zugewiesen wird. Beispielsweise ist es möglich, jedem Winkelgrad einer oder mehrerer
Umdrehungen des Zylinders 1 jeweils einen Speicherplatz zuzuordnen. Die Genauigkeit
kann dadurch vergrößert werden, daß die verschiedenen Winkelstellungen noch feiner
abgestuft, beispielsweise auf ein zehntel Grad verteilt werden. Dieses würde bedeuten,
daß 360 Grad x 10, also 3600 Speicherplätze zur Verfügung gestellt werden müssen.
Über die Leitung 12 wird von der Geber-Adress-Umsetzschaltung 6 eine Information zum
Write-Right-Anschluß WR des Eingabe-Speichers 7 geleitet, die sicherstellt, daß ein
an der Leitung 14 anliegendes Signal von der Erfassungseinrichtung in den Speicherplatz
eingeschrieben wird, der der jeweiligen Winkelstellung des Zylinders 1 entspricht.
Erfolgt beispielsweise die Zuführung des Bogens 5 in der Winkelstellung 30 Grad des
Zylinders 1 und ist eine Zehntel-Grad-Erfassung vorgesehen, so wird in die Speicherzellen,
die den Winkelstellungen des Zylinders 1 kleiner 30 Grad entsprechen eine "0" eingeschrieben.
Wird die Winkelstellung 30 Grad erreicht, so registriert der Abtastsensor der Erfassungseinrichtung
die Bogenkante des zugeführten Bogens 5, was zur Abgabe eines Signales führt, der
über die Leitung 14 dem Anschluß DRI des Eingabe-Speichers 7 zugeführt wird. Hierdurch
wird der der Stellung 30 Grad entsprechende Speicherplatz mit einem "1"- Signal beschrieben.
[0027] Das Ausgeben der in dem Ausgabe-Speicher 8 niedergelegten Daten erfolgt in entsprechender
Weise über die an den Adress-Right-Anschluß AR des Ausgabe-Speichers 8 angeschlossene
Leitung 11 und über die Leitung 10′, die zum Read-Right-Anschluß RR des Ausgabe-Speichers
8 führt. Die Ausgangssignale werden über den Anschluß DRO auf die Leitung 13 gegeben.
Der nicht näher dargestellte Prozessor kann über den Prozessor-Bus 9 nun mit dem Eingabe-Speicher
7 und dem Ausgabe-Speicher 8 kommunizieren. Da der Speicherinhalt aufgrund der Adresszuweisungen
ein genaues Abbild der bei den jeweiligen Winkelständen des Zylinders 1 vorliegenden
Zustände hinsichtlich der Übernahme eines Bogens 5 darstellt und beispielsweise für
den Zeitraum einer Teildrehung oder einer Umdrehung oder auch mehrerer Umdrehungen
des Zylinders 1 zur Verfügung steht, hat der Prozessor hinreichend Zeit, auf eine
Änderung der abgespeicherten Daten zu reagieren. Diese Änderung kann immer dann bewertet
werden, wenn die Erfassungseinrichtung eine Bogenkante registriert. Eine Bewertung
ist jedoch nicht zwingend. Sie kann je nach Betriebsfall vorgenommen werden. Es ist
nicht mehr - wie im Stand der Technik - notwendig, auf Datenänderungen hinsichtlich
der Eingangs- oder der Ausgangsseite sofort zu reagieren. Die Anwendung sogenannter
Interrupts kann entfallen. Überdies ist es auch nicht erforderlich, mehrere Prozessoren
einzusetzen.
[0028] Eine Möglichkeit, die Genauigkeit zu erhöhen, kann -wie schon beschrieben- darin
bestehen, die Zahl der Speicherplätze für eine Erfassung in kleineren Winkelschritten
der Stellungen des Zylinders l zu erhöhen. Insofern kann die Winkelstellung der Bogenübernahme
sehr genau registriert werden. Vorzugsweise wird der Speicherinhalt nach einer gewissen
Aufzeichnungsdauer (z.B. die Zeitspanne einer Umdrehung) kontinuierlich wieder überschrieben,
wobei je nach Wahl der "Aufzeichnungslänge" der Prozessor auf eine Datenänderung mehr
oder weniger schnell zu reagieren hat. Auch ist es möglich, nur einen Teil der Schaltung
zu verwenden, indem z.B. nur die Eingabe von Daten oder aber nur die Ausgabe von Daten
erfolgt. Überdies braucht nicht nur ein Eingang DRI oder ein Ausgang DRO vorgesehen
sein, sondern es können mehrere derartige Anschlüsse für verschiedene Signale ausgebildet
werden. Auch ist eine Verkleinerung der Anzahl der Ein- und/oder Ausgänge durch Verwendung
nur eines Speichers möglich, der sowohl eine Datenein- als auch eine -ausgabe durchführt.
[0029] Ferner kann anstelle des Inkrementalgebers als Signalgeber auch ein Zeitgeber eingesetzt
werden, der eine Zeitinformation für die erfindungsgemäße Schaltung liefert.
[0030] Die Erfindung ist nicht auf den Einsatz bei Druckmaschinen beschränkt.
[0031] Alle in der Beschreibung erwähnten und in der Zeichnung dargestellten neuen Merkmale
sind erfindungswesentlich, auch soweit sie in den Ansprüchen nicht ausdrücklich beansprucht
sind.
1. Prozessorgesteuerte Dateneingabe- und -ausgabeeinrichtung, insbesondere zur Erfassung
der Lage und/oder der Lageänderung des Bedruckstoffes relativ zur Winkelstellung eines
Zylinders einer Rotations-Druckmaschine, welche Einrichtung eine von einem Signalgeber
stammende Information den Eingabe-und/oder Ausgabedaten zuordnet und mindestens einen
Speicher aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß die Signalgeber-Information (SG) als
Adressinformation (AR) für den Speicher (7,8) dient, der in der Weise beschrieben
oder ausgelesen wird, daß die Daten (DRI,DRO) entsprechend der Adressinformation (AR)
abgespeichert oder ausgegeben werden.
2. Einrichtung nach Anspruch 1 , gekennzeichnet durch eine Geber-Adress-Umsetzschaltung
(6), die mindestens einen am Signalgeber angeschossenen Zähler aufweist, wobei der
Zählerstand die Adressinformation (AR) bildet.
3. Einrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet
durch eine den Bedruckstoff abtastende Erfassungseinrichtung, die die Eingabedaten
(DRI) liefert.
4. Einrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Eingabedaten (DRI) ein- oder mehrstellig sind.
5. Einrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Erfassungseinrichtung einen optisch arbeitenden Abtastsensor aufweist.
6. Einrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Kapazität des Speichers (7,8) derart groß ist, daß die bei einer Teilumdrehung,
einer oder mehr als einer Umdrehung des bogenführenden Zylinders (1) anfallenden,
vorgegebenen Winkelschritten zugeordneten Daten (DRI, DRO) speicher- bzw. auslesbar
sind.
7. Einrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die im Speicher (7,8) abgespeicherten gradzahlmäßig und/oder zeitmäßig ältesten
Daten (DRI, DRO) von aktuellen Daten (DRI/DRO) fortlaufend überschrieben werden.
8. Einrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß der Speicher mehrere Ein- und/oder Ausgänge für die Daten (DRI/DRO) aufweist.
9. Einrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß der Speicher (7,8) aus mindestens einem RAM-Baustein mit Dual-Port-Logik oder
aus mindestens einem Dual-Port-RAM besteht.
10. Einrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß der Speicher (7,8) aus einem Eingabespeicher (7) für die Eingabedaten und einem
Ausgabespeicher (8) für die Ausgabedaten besteht.
11. Einrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß der Signalgeber ein durch den bogenführenden Zylinder l betriebener Inkrementalgeber
ist.
12. Einrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche 1-10, dadurch
gekennzeichnet, daß der Signalgeber ein Zeitgeber ist.
13. Einrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet
durch den Aufbau als integrierte Schaltung.