[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum taktweisen Berußen von Flächen von Gegenständen
mit einem Brenner, mit dem ein Brenngas mit Luft oder Sauerstoff verbrannt wird.
[0002] Das Berußen von Flächen mit einer Brennerflamme in mehr oder weniger regelmäßigen,
kürzeren Zeitabständen von unter 20 sec bringt mit sich, daß die Brennerflamme nicht
nach jedem Berußungsvorgang gelöscht wird, sondern nach Erzeugung der gewünschten
Rußschicht weiterbrennt. Dies hat eine unnötige, die Umwelt belastende Rußerzeugung
zur Folge, die zudem störenden Einfluß auf die Fertigung haben kann, da Werkzeuge
und auch andere einrichtungen unnötig berußt und zusätzlich aufgeheizt werden.
[0003] Als Gegenmaßnahmen sind das Ausschwenken des Brenners, das Abschirmen oder Absaugen
der Flamme in den Berußungspausen bekannt. Bei diesen Maßnahmen wird zwar ein unnötiges
Berußen und Aufheizen des zu berußenden Gegenstandes und anderer Teile vermieden,
aber eine Unterbrechung der Rußerzeugung erfolgt dabei nicht. Überdies ist das Ausschwenken
des Brenners oder das Einschwenken einer Abschirmung insbesondere bei sehr kurzen
Taktzeiten nicht mehr mit vertretbarem Aufwand zu realisieren.
[0004] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Berußungsverfahren mit möglichst
geringer Rußerzeugung und Aufheizung zu finden, das überdies nicht die Nachteile der
obengenannten Verfahren besitzt. Insbesondere soll das Verfahren auch für sehr kurze
Taktzeiten geeignet sein.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das Mischungsverhältnis Brenngas
- Luft oder Brenngas-Sauerstoff in denjenigen Phasen, in denen keine Berußung stattfinden
soll, verkleinert wird.
[0006] Dies kann durch Vergrößerung der zuzugebenden Luft- oder Sauerstoffmenge und/oder
durch Verkleinerung der zuzugebenden Brenngasmenge zum Brenngasgemisch erreicht werden
und man erhält so eine vollständige Verbrennung der im Brenngas enthaltenen Kohlenwasserstoffverbindungen
und somit eine nicht rußende Flamme. Zudem ist die so erhaltene Flamme in ihrer geometrischen
Ausdehnung viel kleiner, insbesondere in ihrer Reichweite viel kürzer, als die Berußungsflamme.
Sie besitzt daher einen deutlichen Abstand zum Werkstück und Teilen der Fertigungseinrichtung.
Es ergibt sich also in den Taktpausen keine unnötige Rußerzeugung und kein unnötiges
Aufheizen von Teilen durch diese Brennerflamme. Überdies ist dadurch, daß die Umstellung
von der Berußungssituation auf die Wartesituation durch Veränderung der Brenngaszusammensetzung
erfolgt, ein sehr schnelles Umschalten zwischen diesen beiden Betriebszuständen möglich.
Es kann ohne weiteres mit Taktzeiten bis unter 1 sec gearbeitet werden.
[0007] Geeignete Ausführungsvarianten der Erfindung erhält man, wenn man als Brenngas Acetylen
oder Propan verwendet und diesen Luft zumischt.
[0008] Eine besonders vorteilhafte Variante der Erfindung erhält man unter Verwendung des
erstgenannten Brenngases, wenn die Berußung mit einem Acetylen-Luft-Verhältnis von
1 : 0,1 bis 1 : 0,5 durchgeführt wird, und in den Berußungspausen die Luftzufuhr so
vergrößert wird, daß ein Acetylen-Luft- Verhältnis von 1 : 5 bis 1 : 9, vorzugsweise
1 : 7, entsteht. Mit Acetylen-Luft-Brenngas ergibt sich eine bezüglich der Rußbildung
seht gute Brennerflamme, die andererseits ihre geometrische Ausdehnung bei vergrößerter
Luftzugabe erheblich verringert.
[0009] Eine besonders günstige Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist dadurch
gekennzeichnet, daß dem Brenner Luft oder Sauerstoff über zwei Leitungen zugeführt
wird, wobei eine der beiden Leitungen je nach Atbeitstakt geschlossen bzw. geöffnet
wird. Eine derartige Ausgestaltung ermöglicht eine einfache Durchführung des Verfahrens,
da zur Herstellung der beiden Betriebszustände - Berußen und Warten - nur eine Luft-
oder Sauerstoffzuleitung geschlossen oder geöffnet werden muß.
[0010] Eine vorteilhafte Ausführungsform einer Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens mit einem Brenner, der mit einer Acetylen- bzw. Propanzuleitung mit Druckeinstellventil
verbunden ist, besitzt zwei an den Brenner angeschlossene Druckluftzuleitungen, die
mit Druckeinstellventilen versehen sind, wobei in einer Druckluftzuleitung zusätzlich
ein ansteuerbares Verschlußentil, z.b. ein Magnetventil, angeordnet ist.
[0011] Der Anschluß eines Brenners an zwei Druckluftzuleitungen ist eine in der Regel einfach
zu realisierende Maßnahme. Es ist eine Versorgung aus Druckgasflaschen oder aus einer
Druckluftanlage möglich. Der Einbau von Druckeinstellventilen in die Druckluftzuleitungen
verschafft die Möglichkeit, die Luftzufuhr nach Wunsch zwischen zwei Werten zu variieren,
je nach dem ob sich das in einer Zuleitung eingebaute Verschlußventil in geöffnetem
oder geschlossenem Zustand befindet. Der Einbau eines ansteuerbaren Verschlußventils,
z.B. eines Magnetventils, stellt die Eignung der Vorrichtung insbesondere für getaktete
Berußungsvorgänge, z.B. in einer Fertigungsstraße, her.
[0012] Im folgenden wird anhand der schematischen Zeichnungen ein Ausführungsbeispiel des
erfindungsgemäßen Verfahrens erläutert, mit dem Gießformen berußt werden sollen.
[0013] Es zeigen:
Figur 1 Anordnung mit Berußungsvorrichtung und Gießform in der Berußungsphase;
Figur 2 Anordnung mit Berußungsvorrichtung und Gießform in der Berußungspause.
[0014] In Figur 1 ist eine Berußungsvorrichtung 1 und seine Anordnung bezüglich einer Gießform
2 mit Fördereinrichtung 3 in der Berußungsphase gezeigt. Die Berußungsvorrichtung
1 besteht aus einem Brenner 4, einer Acetylenzuleitung 5 und zwei Druckluftzuleitungen
6, 7. In den Zuleitungen 5, 6, 7 sind Druckeinstellventile 8 angeordnet, und überdies
in der Druckluftzuleitung 7 ein Magnetventil 9, das sich in der dargestellten Berußungsphase
im Schließzustand befindet. Man erkennt, daß in diesem Betriebszustand eine längliche,
weitreichende Brennerflamme 10 entsteht, die die Gießform 2 mit Ruß beaufschlagt.
[0015] In Figur 2 ist die Berußungsvorrichtung 1 und die Geißform 2 nach Beendigung der
Berußung dargestellt. Das Magnetventil 9 befindet sich jetzt in geöffnetem Zustand
und gibt somit die zusätzliche Zufuhr von Druckluft über die Zuleitung 7 zum Brenner
4 frei. Man erhält damit eine kleine, im Querschnitt linsenförmige Brennerflamme 11,
die nicht rußt. Weiters erkennt man, daß der Abstand Flamme-Gießform bzw. Fördereinrichtung
jetzt so groß ist, daß die Flamme keine schädigenden Auswirkungen auf die Gießform
2 und die Fördereinrichtung 3 mehr haben kann.
[0016] Geeignete Einstelldrücke für dieses Ausführungsbeispiel sind:
Acetylendruck 0,5 bar
Druckluftzuleitung 7 8 bar
Druckluftzuleitung 6 0,5 bar.
1. Verfahren zum taktweisen Berußen von Flächen von Gegenständen mit einem Brenner,
mit dem ein kohlenstoffhaltiges Brenngas mit Luft oder Sauerstoff verbrannt wird,
dadurch gekennzeichnet, daß das Mischungsverhältnis Brenngas - Luft oder Brenngas-Sauerstoff
in denjenigen Phasen, in denen keine Berußung stattfinden soll, verkleinert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Brenngas Acetylen verwendet
wird, dem Luft zugemischt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Brenngas Propan verwendet
wird, dem Luft zugemischt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Berußung mit einem Acetylen-Luft-Verhältnis
von 1 : 0,1 bis 1 : 0,5 durchgeführt wird, und in den Berußungspausen die Luftzufuhr
so vergrößert wird, daß ein Acetylen-Luft-Verhältnis von 1 : 5 bis 1 : 9, vorzugsweise
1 : 7, entsteht.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
dem Brenner Luft oder Sauerstoff über zwei Leitungen zugeführt wird, wobei eine der
beiden Leitungen je nach Arbeitstakt geschlossen bzw. geöffnet wird.
6. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 5, mit
einem Brenner, der mit einer Brenngaszuleitung mit Drcukeinstellventil verbunden ist,
dadurch gekennzeichnet, daß der Brenner an zwei Druckluftzuleitungen angeschlossen
ist, die mit Druckeinstellventilen versehen sind, wobei in einer Druckluftzuleitung
zusätzlich ein ansteuerbares Verschlußventil, z.B. ein Magnetventil, angeordnet ist.