[0001] Aus der DE-AS 10 51 440 sind flüssige Reinigungsmittel bekannt, die für alle Zwecke,
insbesondere jedoch zum Waschen von Textilien, eingesetzt werden und die neben anionischen
und nichtionischen Tensiden zur Steigerung des Schmutztragevermögens unter anderem
kleine Mengen an wasserlöslichen Cellulose- oder Stärkederivaten oder auch an wasserlöslichen
oder kolloidal löslichen Polymerisaten, wie Polyvinylpyrrolidon, enthalten können.
[0002] Aus der AT-PS 278 216 sind flüssige Reinigungsmittel bekannt, die ebenfalls wasserlösliche
hochmolekulare Substanzen als Schmutzträger enthalten können. Als Beispiele werden
wasserlösliche Salze der Polyacrylsäure und auch wasserlösliche Derivate der Cellulose
wie Carboxymethylcellulose genannt. Auch hier werden bevorzugt Gemische anionischer
und nichtionischer Tenside eingesetzt.
[0003] Aus der US-PS 3 591 509 sind flüssige Allzweckreiniger bekannt, die neben wasserlöslichen
synthetischen oberflächenaktiven Substanzen, organischen Lösungsmitteln und gegebenenfalls
wasserlöslichen Gerüstsubstanzen eine geringe Menge einer speziellen wasserlöslichen
Carboxymethylcellulose, nämlich einer solchen mit einem Substitutionsgrad von etwa
1 bis etwa 2 und einem Polymerisationsgrad von etwa 1000 bis etwa 3000 sowie Wasser
enthalten. Dieses Produkt wirkt verdickend und soll die Haftfestigkeit der Reinigungsmittel
auf den schmutzigen Flächen verbessern.
[0004] Aus der DE-OS 26 10 995 sind flüssige gerüststoffhaltige Reinigungsmittel für harte
Oberflächen mit geringen Mengen an vorzugsweise anionischen Tensiden in Kombination
mit geringen Mengen eines Gemisches aus Polyvinylalkohol und/oder Polyvinylpyrrolidon
und Polysaccharidsalz bekannt, die ebenfalls ein verbessertes Schmutzentfernungsvermögen
aufweisen sollen.
[0005] In der deutschen Patentschrift 27 09 690 sind flüssige Reinigungsmittel für harte
Oberflächen beschrieben, die im wesentlichen aus einem Gemisch anionischer und nichtionischer
Tenside sowie gegebenenfalls sonstigen üblichen Bestandteilen derartiger Mittel, wie
beispielsweise Gerüstsubstanzen, bestehen, wobei als nichtionische Tenside Addukte
von Ethylenoxid an aliphatische vicinale Diole beziehungsweise partiell veretherte
Diole mit linearer Alkylkette von 10 bis 20 Kohlenstoffatomen eingesetzt werden. Sie
können auch reinigungsverstärkende Zusätze an wasserlöslichen hochmolekularen Substanzen,
wie Polyvinylalkohol, Polyvinylpyrrolidon und Carboxymethylcellulose, enthalten.
[0006] Keiner der vorstehend genannten polymeren Reinigungsverstärker genügte voll den Ansprüchen,
die der Verbraucher heute an ein flüssiges Reinigungsmittel für harte Oberflächen
stellt.
[0007] So wurde denn in der deutschen Offenlegungsschrift 28 40 463 beschreiben, daß man
zu einer völlig unerwarteten Steigerung der Reinigungsleistung solcher flüssiger Reinigungsmittel
für harte Oberflächen kommt, wenn man anstelle der bekannten Zusätze an schmutztragenden
Verbindungen wesentlich geringere Mengen an Polyethylenglycolen mit einem Molgewicht
zwischen 500 000 und 4 000 000 zusetzt.
[0008] Und der deutschen Offenlegungsschrift 29 13 049 ist zu entnehmen, daß man sogar
auf den Anteil an anionischen Tensiden verzichten und dennoch zu vergleichbar guten
Reinigungsergebnissen kommen kann, wenn man an ihrer Stelle wasserlösliche nichtionische,
schwach anionische oder kationische Polymere aus der Gruppe der Polyethylenglycole,
Polyvinylalkohole, Polyvinylpyrrolidone, Celluloseether, Polysaccharide, Proteine
und Polyacrylamide mit mittleren Molgewichten von 5000 bis 10 000 000, vorzugsweise
von 20 000 bis 2 000 000, oder Gemische dieser Polymeren einsetzt.
[0009] Es wurde nun gefunden, daß sich sowohl das Reinigungsvermögen (RV) als auch das Schmutzdispergiervermögen
von flüssigen Reinigungsmitteln für harte Oberflächen auf Basis von Tensiden, Reinigungsverstärken,
gegebenenfalls mit einem Gehalt an Gerüstsubstanzen, sowie sonstigen üblichen Bestandteilen
derartiger Mittel überraschend stark steigern läßt, wenn sie als Reinigungsverstärker
ein Gemisch aus Polyacrylamiden und hochpolyethoxylierten ein- oder mehrwertigen
Alkanolen enthalten.
[0010] Die flüssigen Reinigungsmittel enthalten dabei etwa
0,5 bis 40, vorzugsweise 5 bis 20 Gewichtsprozent an Tensiden oder Tensidgemischen,
0 bis 6, vorzugsweise 1,0 bis 6 Gewichtsprozent an organischen oder anorganischen
Gerüstsubstanzen,
0,01 bis 1, vorzugsweise 0,05 bis 0,5 Gewichtsprozent an Reinigungsverstärkern,
sowie bis zu insgesamt 100 Gewichtsprozent Gesamtgewicht an Wasser, Lösungsmitteln,
Hydrotropen, Konservierungsmitteln, antimikrobiell wirksamen Mitteln, Viskositätsreglern,
pH-Regulatoren, Parfüm und Farbstoffen.
[0011] Es können praktisch alle bekannten und in dem beanspruchten Reinigungsmitteltyp üblicherweise
eingesetzten Tenside und Gemische von Tensiden verwendet werden. Das sind im allgemeinen
solche, die im Molekül wenigstens einen hydrophoben organischen Rest und einen wasserlöslich
machenden anionischen, nichtionischen oder kationischen Rest enthalten. Bei dem hydrophoben
Rest handelt es sich meist um einen aliphatischen Kohlenwasserstoffrest mit 8 bis
26, vorzugsweise 10 bis 22 und insbesondere 12 bis 18 Kohlenstoffatomen oder um einen
alkylaromatischen Rest mit 6 bis 18, vorzugsweise 8 bis 16 aliphatischen Kohlenstoffatomen.
Bei den Tensidgemischen wäre die bekannte Unverträglichkeit vieler anionischer und
kationischen Tenside miteinander zu beachten.
[0012] Bevorzugt verwendet man Tenside aus der Gruppe der nichtionischen und der synthetischen
anionischen Tenside, der Seifen sowie deren Gemische. Besonders bevorzugt sind Tensidkombinationen
aus den nichtionischen Tensiden vom Typ der ethoxylierten Alkandiole, Alkanole, Alkenole
und Alkylphenole und den synthetischen anionischen Tensiden aus der Gruppe der Sulfonat-
und Sulfattenside. Als weitere Komponente kann eine Seife enthalten sein.
[0013] Als nichtionische Tenside sind Anlagerungsprodukte von 4 bis 40, vorzugsweise 4 bis
20 Mol Ethylenoxid oder Ethylenoxid und Propylenoxid an 1 Mol Fettalkohole, vorzugsweise
end- oder vicinale innenständige Alkandiole, Alkylphenole, Fettsäuren, Fettamine,
Fettsäureamide oder Alkansulfonamide verwendbar. Dazu gehören die Anlagerungsprodukte
von 5 bis 16 Mol Ethylenoxid oder Ethylen- und Propylenoxid an Cocos- oder Talgfettalkohole,
an Oleylalkohol oder an sekundäre Alkohole mit 8 bis 18, vorzugsweise 12 bis 18 Kohlenstoffen
sowie an Mono- oder Dialkylphenole mit 6 bis 14 Kohlenstoffatomen in den Alkylresten.
Besonders wichtig sind die Anlagerungsprodukte von Ethylenoxid an aliphatische vicinale
end- oder innenständige Alkandiole mit linearer Alkylkette mit 10 bis 20 Kohlenstoffatomen,
die aus der deutschen Patentschrift 27 09 690 bekannt sind. Neben diesen wasserlöslichen
Nonionics sind aber auch nicht, beziehungsweise nicht vollständig wasserlösliche Polyglycolether
mit 1 bis 4 Ethylenglycoletherresten im Molekül von Interesse, insbesondere, wenn
sie zusammen mit anderen wasserlöslichen nichtionischen oder anionischen Tensiden
eingesetzt werden.
[0014] Weiterhin sind als nichtionische Tenside die wasserlöslichen, 20 bis 250 Ethylenglycolethergruppen
und 10 bis 100 Propylenglycolethergruppen enthaltenden Anlagerungsprodukte von Ethylenoxid
an Polypropylenoxid, Alkylendiaminpoly-propylenglycol und Alkylpolypropylenglycole
mit 1 bis 10 Kohlenstoffatomen in der Alkylkette brauchbar, in denen die Polypropylenglycolkette
als hydrophober Rest fungiert.
[0015] Auch nichtionische Tenside vom Typ der Aminoxide sind verwendbar. Typische Vertreter
sind beispielsweise die Verbindungen N-Dodecyl-N,N-dimethylaminoxid, N-Tetradecyl-N,N-dihydroxyethylaminoxid
und N-Hexadecyl-N,N-bis-(2,3-dihydroxypropyl)aminoxid. Alkylglucoside mit 10 bis
18, vorzugsweise 12 bis 14 Kohlenstoffatomen im Alkylrest und 1 bis 10, vorzugsweise
1 bis 2 Glucoseeinheiten im Molekül kommen ebenfalls als nichtionische Tenside in
Betracht.
[0016] Als synthetische anionische Tenside vom Sulfonattyp kommen Alkylbenzolsulfonate (C
9-15-Alkyl), Gemische aus Alken- und Hydroxyalkansulfonaten sowie Disulfonaten, wie man
sie beispielsweise aus Monoolefinen mit end- oder innenständiger Doppelbindung durch
Sulfonieren mit gasförmigem Schwefeltrioxid und anschließende alkalische oder saure
Hydrolyse der Sulfonierungsgruppe erhält, in Betracht. Ebenfalls geeignet sind Alkansulfonate,
die man aus Alkanen durch Sulfochlorierung oder Sulfoxydation und anschließende Hydrolyse
beziehungsweise Neutralisation beziehungsweise durch Bisulfitaddition an Olefine erhält.
Weitere brauchbare Tenside vom Sulfonattyp sind die Ester von alpha-Sulfofettsäuren,
z.B. die alpha-Sulfonsäuren aus hydrierten Methyl- oder Ethylestern der Cocos-, Palmkern-
oder Talgfettsäure.
[0017] Geeignete synthetische anionische Tenside vom Sulfattyp sind die Schwefelsäuremonoester
primärer Alkohole (z.B. aus Cocosfettalkoholen, Talgfettalkoholen oder Oleylalkohol)
und diejenigen sekundärer Alkohole. Weiterhin eignen sich sulfatierte Fettsäurealkanolamide,
Fettsäuremonoglyceride oder Umsetzungsprodukte von 1 bis 4 Mol Ethylenoxid mit primären
oder sekundären Fettalkoholen oder Alkylphenolen.
[0018] Weitere geeignete synthetische anionische Tenside sind die Fettsäureester beziehungsweise
-amide von Hydroxy- oder Aminocarbonsäuren beziehungsweise -sulfonsäuren, wie z.B.
die Fettsäuresarcoside, -glycolate, -lactate, -tauride oder -isethionate.
[0019] Als anionische Tenside sind auch Seifen aus natürlichen oder synthetischen, vorzugsweise
gesättigten Fettsäuren, gegebenenfalls auch aus Harz- oder Naphthensäuren brauchbar.
[0020] Alle anionischen Tenside können in Form ihrer Alkali-, Erdalkali- und Ammoniumsalze
sowie als lösliche Salze organischer Basen, wie Mono-, Di- oder Triethanolamin vorliegen.
Die Natriumsalze werden aus Kostengründen bevorzugt.
[0021] Sofern kationische Tenside eingesetzt werden, enthalten sie wenigstens eine hydrophobe
und wenigstens eine basische, gegebenenfalls als Salz vorliegende wasserlöslich machende
Gruppe. Bei der hydrophoben Gruppe handelt es sich um eine aliphatische oder cycloaliphatische
Kohlenwasserstoffgruppe mit vorzugsweise 10 bis 22 Kohlenstoffatomen oder um eine
alkyl- beziehungsweise cycloalkylaromatische Gruppe mit vorzugsweise 8 bis 16 aliphatischen
Kohlenstoffatomen. Als basische Gruppen kommen in erster Linie basische Stickstoffatome
in Frage, die auch mehrfach in einem Tensidmolekül vorhanden sein können; bevorzugt
handelt es sich um quartäre Ammoniumverbindungen wie beispielsweise N-Dodecyl-N,N,N-trimethylammoniummethosulfat,
N-Hexadecyl- beziehungsweise N-Octadecyl-N,N,N-trimethylammoniumchlorid, N,N-Dicocosalkyl-N,N-dimethylammoniumchlorid,
N-Cocosalkyl-N,N-dimethyl-N-benzylammoniumchlorid, N-Dodecyl-N,N-dimethyl-N-benzylammoniumbromid,
das Umsetzungsprodukt von 1 Mol Talgalkylamin mit 10 Mol Ethylenoxid, N-Dodecyl-N,N′,N′-trimethyl-1,3-diaminopropan,
N-Hexadecylpyridiniumchlorid.
[0022] Die genannten Stickstoffverbindungen lassen sich durch entsprechende Verbindungen
mit quartärem Phosphoratom oder mit tertiärem Schwefelatom ersetzen.
[0023] Für die erfindungsgemäßen flüssigen Reinigungsmittel können als Gerüstsubstanzen
0 bis 6, vorzugsweise 1,0 bis 6 Gewichtsprozent an in ihrer Gesamtheit alkalisch reagierenden
anorganischen oder organischen Verbindungen, insbesondere anorganische oder organische
Komplexbildner verwendet werden, die bevorzugt in Form ihrer Alkali- oder Aminsalze,
insbesondere der Kaliumsalze vorliegen.
[0024] Als anorganische komplexbildende Gerüstsubstanzen eignen sich besonders die alkalisch
reagierenden Polyphosphate, insbesondere die Tripolyphosphate sowie die Pyrophosphate.
Sie können ganz oder teilweise durch organische Komplexbildner ersetzt werden. Weitere
erfindungsgemäß brauchbare anorganische Gerüstsubstanzen sind beispielsweise Dicarbonate,
Carbonate, Borate, Silikate oder Orthophosphate der Alkalien. Zu den anorganischen
Gerüstsubstanzen zählen hier auch die Alkalihydroxide, von denen bevorzugt das Kaliumhydroxid
eingesetzt wird.
[0025] Zu den organischen Komplexbildnern vom Typ der Aminopolycarbonsäuren gehören unter
anderem die Nitrilotriessigsäure, Ethylendiamintetraessigsäure, N-Hydroxyethyl-ethylen-diamintriessigsäure
und Polyalkylenpolyamin-N-polycarbonsäuren. Als Beispiele für Di- und Polyphosphonsäuren
seien genannt: Methylendiphosphonsäure, 1-Hydroxy-ethan-1,1-diphosphonsäure, Propan-1,2,3-triphosphonsäure,
Butan-1,2,3,4-tetraphosphonsäure, Polyvinylphosphonsäure, Mischpolymerisate aus Vinylphosphonsäure
und Acrylsäure, Ethan-1,2-dicarboxy-1,2-diphosphonsäure, Ethan-1,2-dicarboxy-1,2-dihydroxy-diphosphonsäure,
Phosphonobernsteinsäure, 1-Aminoethan-1,1-diphosphonsäure, Aminotri-(methylenphosphonsäure),
Methyl-amino- oder Ethylamino-di-(methylenphosphonsäure) sowie Ethylendiamin-tetra-(methylenphosphonsäure).
[0026] Auch verschiedene, meist N- oder P-freie Polycarbonsäuren können als Gerüstsubstanzen
eingesetzt werden, wobei es sich vielfach, wenn auch nicht ausschließlich, um Carboxylgruppen
enthaltende Polymerisate handelt. Eine große Zahl dieser Polycarbonsäuren besitzt
ein Komplexbildungsvermögen für Calcium. Hierzu gehören z.B. Citronensäure, Weinsäure,
Gluconsäure, Benzolhexacarbonsäure, Tetrahydrofurantetracarbonsäure usw. und deren
Gemische.
[0027] Das Reinigungsverstärkergemisch besteht aus Polyacrylamiden und hochpolyethoxylierten
ein- oder mehrwertigen Alkanolen. Ihr Gewichtsverhältnis beträgt 1 : 3 bis 3 : 1,
vorzugsweise 1 : 2 bis 2 : 1.
[0028] Bei den Polyacrylamiden handelt es sich um Polymere und Copolymere des Acrylamids
der allgemeinen Formel (-CH₂-CH(CONH₂)-)
n mit Molgewichten von 300 000 bis 15 000 000, vorzugsweise 2 000 000 bis 12 000 000.
Sie werden unter anderem von den Firmen Dow (Separan® MG 205; Separan® NP 10), Stockhausen
(Praestol® 2850 ; Praestol® 2935/73; Praestol® 114/73) BASF (Sedipur® AF 200; Sedipur®
AF 400, Sedipur® NF 100) und Henkel (P3-ferrocryl® 8720; P3-ferrocryl 8721®; P3-ferrocryl®
8723; P3-ferrocryl® 8740) vertrieben.
[0029] Die hochpolyethoxylierten ein- oder mehr-, vorzugsweise ein- oder zweiwertigen Alkanole
sind Anlagerungsprodukte von 30 bis 150, vorzugsweise 40 bis 90 Mol Ethylenoxid an
end- oder innenständige Hydroxyalkanole mit 12 bis 22, vorzugsweise 14 bis 20 Kohlenstoffatomen
im Molekül, wie Stearyl- oder 12-Hydroxystearylalkohol.
[0030] Da Reinigungsmittel für den Haushalt im allgemeinen fast neutral bis schwach alkalisch
eingestellt sind, d.h. ihre wäßrigen Gebrauchslösungen bei Anwendungskonzentrationen
von 2 bis 20, vorzugsweise von 5 bis 15 g/l Wasser oder wäßriger Lösung einen pH-Wert
im Bereich von 7,0 bis 10,5, vorzugsweise 7,5 bis 9,5, besitzen, kann zur Regulierung
des pH-Wertes ein Zusatz saurer oder alkalischer Komponenten erforderlich sein.
[0031] Als saure Substanzen eignen sich übliche anorganische oder organische Säuren oder
saure Salze, wie beispielsweise Salzsäure, Schwefelsäure, Bisulfate der Alkalien,
Aminosulfonsäure, Phosphorsäure oder andere Säuren des Phosphors, insbesondere die
anhydrischen Säuren des Phosphors beziehungsweise deren saure Salze oder deren sauer
reagierende feste Verbindungen mit Harnstoff oder anderen niederen Carbonsäureamiden,
Teilamide der Phosphorsäuren oder der anhydrischen Phosphorsäure, Adipinsäure, Glutarsäure,
Bernsteinsäure, Citronensäure, Weinsäure, Milchsäure und dergleichen, die teilweise
zusätzlich komplexbildende Eigenschaften aufweisen.
[0032] Sofern der Gehalt an alkalischen Gerüstsubstanzen nicht zur Regulierung des pH-Wertes
ausreicht, können auch noch alkalisch wirkende organische oder anorganische Verbindungen
wie Alkanolamine, nämlich Mono-, Di- oder Triethanolamin oder Ammoniak zugesetzt
werden.
[0033] Außerdem kann man an sich bekannte Lösungsvermittler einarbeiten, wozu außer den
wasserlöslichen organischen Lösungsmitteln wie insbesondere niedermolekularen aliphatischen
Alkoholen mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen auch die sogenannten hydrotropen Stoffe vom
Typ der niederen Alkylarylsulfonate beispielsweise Toluol-, Xylol- oder Cumolsulfonat
gehören. Sie können auch in Form ihrer Natrium- und/oder Kalium- und/oder Alkylaminosalze
vorliegen. Als Lösungsvermittler sind weiterhin wasserlösliche organische Lösungsmittel
verwendbar, insbesondere solche mit Siedepunkten oberhalb von 75 °C wie beispielsweise
die Ether aus gleich- oder verschiedenartigen mehrwertigen Alkoholen oder die Teilether
aus mehrwertigen Alkoholen. Hiezu gehören beispielsweise Di oder Triethylenglycolpolyglycerine
sowie die Teilether aus Ethylenglycol, Propylenglycol, Butylenglycol oder Glycerin
mit aliphatischen, 1 bis 4 Kohlenstoffatome im Molekül enthaltenden einwertigen Alkoholen.
[0034] Als wasserlösliche oder mit Wasser emulgierbare organische Lösungsmittel kommen auch
Ketone, wie Aceton, Methylethylketon sowie aliphatische, cycloaliphatische, aromatische
und chlorierte Kohlenwasserstoffe, ferner diverse Terpenalkohole als Einzelsubstanzen
oder in Gemischform in Betracht. Terpenalkohole entfalten gleichzeitig Duftstoffwirkung.
[0035] Zur Regulierung der Viskosität empfiehlt sich gegebenenfalls ein Zusatz von höheren
Polyglycolethern mit Molgewichten bis etwa 600 oder Polyglycerin. Weiterhin empfiehlt
sich zur Regulierung der Viskosität ein Zusatz an Natriumchlorid und/oder Harnstoff.
[0036] Außerdem können die beanspruchten Mittel Zusätze an Farb- und Duftstoffen, Konservierungsmitteln
und gewünschtenfalls auch antimikrobiell wirksamen Mitteln beliebiger Art enthalten.
[0037] Als zu verwendende antimikrobielle Wirkstoffe kommen solche Verbindungen in Betracht,
die in den erfindungsgemäßen flüssigen Mitteln stabil und wirksam sind. Dabei handelt
es sich um phenolische Verbindungen vom Typ der halogenierten Phenole mit 1 bis 5
Halogensubstituenten, insbesondere chlorierte Phenole, Alkyl-, Cycloalkyl-, Aralkyl-
und Phenylphenole mit 1 bis 12 Kohlenstoffatomen in den Alkylresten und mit 1 bis
4 Halogensubstituenten, insbesondere Chlor und Brom im Molekül, Alkylenbisphenole,
insbesondere durch 2 bis 6 Halogenatome und gegebenenfalls niedere Alkyl- oder Trifluormethylgruppen
substituierte Derivate mit einem Alkylenbrückenglied mit 1 bis 10 Kohlenstoffatomen,
Hydroxybenzoesäuren beziehungsweise deren Ester und Amide, insbesondere Anilide, die
im Benzoesäure- und/oder Anilinrest, insbesondere durch 2 oder 3 Halogenatome und/oder
Trifluormethylgruppen substituiert sein können; Orthophenoxyphenole, die durch 1
bis 7, vorzugsweise 2 bis 5 Halogenatome und/oder die Hydroxyl-, Cyano-, Methoxycarbonyl-
und Carboxylgruppe oder niederes Alkyl substituiert sein können. Besonders bevorzugte
antimikrobielle Wirkstoffe vom Phenyltyp sind z.B. O-Phenylphenol, 2-Phenylphenol,
2-Hydroxy-2′,4,4′-trichlordiphenylether, 3,4′,5-Tribromsalicylanilid und 3,3′,5,5′,6,6′-Hexachloro-2,2′-dihydroxy-diphenylmethan.
[0038] Weitere brauchbare antimikrobielle Wirkstoffe sind die sowohl durch Brom als auch
durch die Nitrogruppe substituierten niederen Alkohole beziehungsweise Diole mit
3 bis 5 Kohlenstoffatomen wie z.B. die Verbindungen 2-Brom-2-nitropropandiol-1,3,
1-Brom-1-nitro-3,3,3-trichlorpropanol, 2,2-Brom-2-nitro-butanol-1.
[0039] Ferner eignen sich auch Bis-diguanide wie z.B. das 1,6-Bis(p-chlorphenyldiguanido)-hexan
in der Form des Hydrochlorids, Acetats oder Gluconats sowie auch N,N′-disubstituierte
2-Thiontetrahydro-1,3,5-thiadiazine wie z.B. das 3,5-Dimethyl-, 3,5-Diallyl-, 3-Benzyl-5-methyl-
und insbesondere das 3-Benzyl-5-carboxymethyl-tetrahydro-1,3,5-thiadiazin als zusätzliche
antimikrobielle Wirkstoffe.
[0040] Darüber hinaus kann es für manche Anwendungsbereiche vorteilhaft sein, zusätzlich
noch weitere antimikrobiell wirksame Substanzen etwa vom Typ der quaternären Ammoniumverbindungen,
beispielsweise ein Benzylalkyldimethylammoniumchlorid zuzusetzen.
Versuche
[0041] Zum Nachweis des überraschenden reinigungsverstärkenden Effektes der Kombination
der beanspruchten Verbindungen wurden folgende Versuche durchgeführt:
1. Prüfung des Reinigungsvermögens bei fetthaltigen Anschmutzungen
[0042] Auf einer künstlich angeschmutzten weißen PVC-Kunststoffoberfläche wurde die auf
ihr Reinigungsvermögen zu prüfende Formulierung gegeben. Als künstliche Anschmutzung
wurde ein Gemisch aus Ruß, Maschinenöl, einem Trigylcerid gesättigter Fettsäuren und
niedrigsiedenden aliphatischen Kohlenwasserstoffen verwendet.
[0043] Die Testfläche von 26 x 4,0 cm wurde gleichmäßig mit 0,3 bzw. 0,6 g (verdünnte bzw.
unverdünnte Produktanwendung) der künstlichen Anschmutzung beschichtet und vor Versuchsbeginn
eine Stunde lang bei Raumtemperatur gelagert. Anschließend wurde ein Kunststoffschwamm
mit jeweils 10 ml (bei unverdünnter Anwendung 6 ml) der zu prüfenden Reinigungsmittellösung
getränkt und maschinell auf der Testfläche hin und her bewegt, wobei der Schwamm sowohl
den angeschmutzten, mittleren Bereich erfaßt, als auch die nicht beschmutzten Randzonen.
Nach 10 Wischbewegungen unter genau definierten Anpreßdruckbedingungen von 2 kp wurde
die gereinigte Testfläche mit 400 ml Leitungswasser gespült und dadurch der gelockerte
Schmutz entfernt. Das Reinigungsvermögen, d. h. der Weißgrad der so gereinigten Kunststoffoberfläche
wurde mit einem photoelektrischen Reflektionsmeßgerät LF 90 (Firma Dr. B. Lange) gemessen,
wobei der Weißgrad des ursprünglich angeschmutzten Teils der Testfläche der Ermittlung
des Reinigungsvermögens diente. Als Weiß-Standard wurde die saubere, weiße PVC-Kunststoffoberfläche
zugrunde gelegt. Da bei der Messung der sauberen Oberfläche der Ausschlag des Meßgerätes
auf 100 Prozent und bei der angeschmutzten Fläche auf 0 Prozent eingestellt wurde,
konnten die abgelesenen Werte an den gereinigten Kunststoff-Flächen als "Prozent Reinigungsvermögen"
(% RV) angesehen werden. Die angegebenen delta-RV-Werte (Steigerung der Reinigungsleistung)
sind gemittelte Werte aus einer 4fach-Bestimmung.
Beispiel 1
[0044]
a) Zu einem handelsüblichen Allzweck-Reinigungsmittel für harte Oberflächen mit der
folgenden Zusammensetzung in Gewichtsprozent:
0,5 % Natrium-C₁₂-C₁₄-Alkylbenzolsulfonat
2,0 % Nonylphenol, umgesetzt mit 9 Mol Ethylenoxid
0,8 % Ethylendiamintetraacetat
2,0 % Butylglycol
Rest auf 100 %: entmineralisiertes Wasser
wurden 0,5 Gewichtsprozent einer Mischung aus 12-Hydroxysteaylalkohol, umgesetzt
mit 73 Mol Ethylenoxid (=EO), und Polyacrylamid mit einem Molgewicht von 5x10⁶ (Gewichtsverhältnis
2:1) zugesetzt. Bei der Anwendung von 6 ml dieses unverdünnten Produktes wurde eine
Steigerung der Reinigungsleistung um delta-RV = 34 % ermittelt.
b) Durch Herausnahme des Aniontensids gemäß der Lehre der DE 29 13 049 wurde unter
sonst gleichen Bedingungen wie bei a) delta-RV = 43 % erhalten. Wurde das erfindungsbegründende
Reinigungsverstärker-Gemisch durch eines ersetzt, das nach der DE 29 13 049 theoretisch
möglich wäre, nämlich durch ein Polyethylenglykol mit dem Molgewicht 600 000 (Polyox®
WSR 205 der Firma Union Carbide Corporation) und dem unter a) verwendeten Polyacrylamid
im Gewichtsverhältnis 2:1, so betrug delta-RV nur 30 %.
Beispiel 2
[0045] Zu einem ebenfalls handelsüblichen gerüststofffreien Allzweckreinigungsmittel mit
der Zusammensetzung:
2 % C₁₂-C₁₄-Alkandiol·10 EO
8 % Natrium-C₁₂-C₁₄-Alkylbenzosulfonat
Rest auf 100 %: entmineralisiertes Wasser,
wurden 0,2 % der im Beispiel 1 angegebenen Reinigungsverstärkermischung zugegeben.
Die Anwendung erfolgte ebenfalls mit der unverdünnten Mischung. Delta-RV betrug 36
%. Bei Zugabe der gleichen Menge nach dem Stand der Technik theoretisch möglicher
Reinigungsverstärkermischung (vgl. Beispiel 1) betrug delta-RV nur 26 %.
1. Reinigungsmittel für harte Oberflächen auf Basis von Tensiden, Reinigungsverstärken,
gegebenenfalls mit einem Gehalt an Gerüstsubstanzen, sowie sonstigen üblichen Bestandteilen
derartiger Mittel, dadurch gekennzeichnet, daß sie als Reinigungsverstärker ein Gemisch
aus Polyacrylamiden und hochpolyethoxylierten ein- oder mehrwertigen Alkanolen enthalten.
2. Reinigungsmittel nach Anspruch 1, d. h., daß der Reinigungsverstärker aus einem
Gemisch aus Polyacrylamiden und hochpolyethoxylierten ein- oder mehrwertigen Alkanolen
im Gewichtsverhältnis 1 : 3 bis 3 : 1, vorzugsweise 1 : 2 bis 2 : 1 besteht.
3. Reinigungsmittel nach Anspruch 1 und 2, d. h. daß sie
0,5 bis 40, vorzugsweise 5 bis 20 Gewichtsprozent an Tensiden oder Tensidgemischen,
0 bis 6, vorzugsweise 1,0 bis 6 Gewichtsprozent an organischen oder anorganischen
Gerüstsubstanzen,
0,01 bis 1, vorzugsweise 0,05 bis 0,5 Gewichtsprozent an Reinigungsverstärkern,
sowie bis zu insgesamt 100 Gewichtsprozent Gesamtgewicht an Wasser, und als sonstige
übliche Bestandteile derartiger Mittel, Lösungsmittel, Hydrotrope, Konservierungsmittel,
antimikrobiell wirksame Mittel, Viskositätsregler, pH-Regulatoren, Parfüm und Farbstoffe
enthalten.
4. Reinigungsmittel nach Anspruch 1 bis 3, d. h., daß sie als Polyacrylamide Polymere
oder Copolymere des Acrylamids der allgemeinen Formel (-CH₂-CH (CO NH₂)-)n mit Molgewichten von 300 000 bis 15 000 000, vorzugsweise 2 000 000 bis 12 000 000
enthalten.
5. Reinigungsmittel nach Anspruch 1 bis 4, d. h., daß sie als hochpolyethoxylierte
ein- oder mehr-, vorzugsweise ein- oder zweiwertige Alkanole Anlagerungsprodukte von
30 bis 150, vorzugsweise von 40 bis 90 Mol Ethylenoxid an end- oder innenständige
Hydroxyalkanole mit 12 bis 22, vorzugsweise 14 bis 20 Kohlenstoffatomen im Molekül
enthalten.
6. Reinigungsmittel nach Anspruch 1 bis 5, d. h., daß sie als hochpolyethoxylierte
ein- oder zweiwertige Alkanole Anlagerungsprodukte von 40 bis 90 Mol Ethylenoxid
an Stearyl- oder 12-Hydroxystearylalkohol enthalten.