[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Fadenabzugsrohr zum Abziehen eines Fadens
aus dem Spinnelement einer Offenend-Spinnvorrichtung, mit einem ersten und einem zweiten
Rohrstück, die über ein eine Kammer aufnehmendes Verbindungsstück miteinander verbunden
sind, welches eine in die Kammer ragende Umlenkfläche aufweist.
[0002] Bei einem derartigen Fadenabzugsrohr ist die Umlenkfläche Bestandteil einer Wand,
die in einem eine Kammer aufweisenden Verbindungsstück befestigt ist (DE-GM 7.341.112).
Das zweite Rohrstück mündet in einem Winkel zur zylindrischen Kammer des Verbindungsstückes.
Eine bestimmte Zuordnung der in den Fadenlauf ragenden Umlenkfläche zum zweiten Rohrstück
ist dabei, wenn überhaupt, nur unter großen Schwierigkeiten möglich, so daß der Fadenlauf
im Verbindungsstück und damit auch die Einwirkung der Umlenkfläche auf den Faden
sehr stark von Fadenabzugsrohr zu Fadenabzugsrohr variiert.
[0003] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Fadenabzugsrohr der genannten
Art so auszubilden, daß es einfach und in stets gleicher Weise herstellbar ist.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Umlenkfläche Teil eines
Einsatzes ist und auf das Verbindungsstück auf seiner im eingebauten Zustand dem Spinnelement
zugewandten Zuführseite eine Einführöffnung für diesen Einsatz besitzt, der zwischen
dem Stirnende der Einführöffnung und dem ersten Rohrstück oder alternativ zwischen
dem ersten und dem zweiten Rohrstück axial gesichert ist. Eine solche Ausbildung ermöglicht
bei einfachem Zusammenbau des Fadenabzugsrohres eine sichere und präzise Fixierung
des Einsatzes innerhalb des Verbindungsstückes, so daß die Umlenkfläche in genau festlegbarer
Weise auf den sich im Abzug befindlichen Faden einwirkt. Das Fadenabzugsrohr läßt
sich in einfacher Weise herstellen, da es aus einfachen Grundkörpern zusammengesetzt
ist.
[0005] Gemäß einer bevorzugten Ausführung, bei welcher der Einsatz durch die beiden Rohrstücke
axial im Verbindungsstück fixiert ist, erweitert sich die Kammer im Längenbereich
des Einsatzes, und dieser ist durch axiale Verstellung zumindest eines der beiden
Rohrstücke axial gegenüber dem Verbindungsstück einstellbar oder gegen einen Einsatz
anderer Länge austauschbar. Somit läßt sich beim Zusammenbau durch Änderung der Relativstellungen
zwischen Verbindungsstück einerseits und Rohrstücken sowie Einsatz andererseits die
Intensität der Einwirkung der Umlenkfläche entsprechend dem gewünschten Garnausfall
auf einfache Weise justieren.
[0006] Zusätzlich oder alternativ kann bei einer Ausführung, bei welcher sich die Kammer
im Längenbereich des Einsatzes erweitert, vorgesehen werden, daß der Einsatz je nach
Wunsch mehr oder weniger weit in die Kammer ragt, so daß je nach gewünschtem Garnausfall
der Einsatz intensiver oder weniger intensiv auf den Faden einwirkt.
[0007] In weiterer Fortbildung des Erfindungsgegenstandes sind vorteilhafterweise die Innenwände
der Kammer im wesentlichen in Fortsetzung der Bohrungen der beiden Rohrstücke angeordnet.
Im Gegensatz zum Stand der Technik, wo infolge der plötzlichen Durchmesseränderungen
im Bereich der Kammer Luftturbulenzen auftreten, welche ein ordnungsgemäßes Rückliefern
des Fadens in das Spinnelement für das Anspinnen sehr erschweren oder sogar unmöglich
machen, wird durch die Anordnung der Innenwände im wesentlichen in Fortsetzung der
Bohrungen der beiden Rohrstücke eine sichere Führung des Fadens zurück zum Spinnelement
gewährleistet, so daß auch die Zeit für die Fadenrücklieferung zurück in das Spinnelement
genau definiert ist. Die Anspinnsicherheit wird hierdurch erhöht.
[0008] Zur Erzielung einer hohen Lebensdauer besteht zweckmäßigerweise der Einsatz aus Keramik.
[0009] Der Einsatz kann unterschiedlich ausgebildet sein je nach dem Effekt, der erzielt
werden soll. Gemäß einer bevorzugten Ausbildung weist der Einsatz einen oder mehrere
in die Kammer hineinragende Kanten auf. Vorteilhafterweise erstreckt sich diese Kante
oder erstrecken sich diese Kanten schräg zum Fadenlauf.
[0010] Gemäß einer einfachen Ausbildung des Erfindungsgegenstandes sind die beiden Rohrstücke
im Verbindungsstück gelagert.
[0011] Das Verbindungsstück kann unterschiedlich ausgebildet sein. So kann vorgesehen sein,
daß dieses aus Kunststoff besteht und zur Aufnahme der beiden Rohrstücke aus Metall
bestehende Hülsen trägt, von denen jede ein Ende des Einsatzes aufnimmt.
[0012] Gemäß einer bevorzugten Ausbildung des Erfindungsgegenstandes wird lediglich ein
Teil der Innenwände der Kammer durch den Einsatz gebildet, während der restliche Teil
der Innenwände der Kammer durch den Einsatz freigegeben wird.
[0013] Der Einsatz muB eine definierte Stellung gegenüber dem Faden nicht nur in axialer
Richtung, sondern auch in Umfangsrichtung der Kammer haben, damit eine optimale Einwirkung
des Einsatzes auf den sich im Abzug befindlichen Faden erreicht werden kann. Zu diesem
Zweck ist vorzugsweise vorgesehen, daß der Einsatz durch eine sich in Längsrichtung
des Verbindungsstückes erstreckende Führung gegen Drehung gesichert ist.
[0014] Gemäß einer bevorzugten Ausführung des Erfindungsgegenstandes erstreckt sich die
Führung parallel zur Achse des ersten, dem Spinnelement zugewandten Rohrstückes und
endet in einer Bohrung zur Aufnahme des zweiten Rohrstückes. Auf diese Weise wird
der Einsatz an seinen beiden Enden durch die beiden Rohrstücke in seiner exakten Lage
fixiert.
[0015] Um eine möglichst große Umlenkung des Fadens zu erzielen, ohne daß die Einwirkung
auf den Faden zu kräftig ist und damit zu einer Aufrauhung des Fadens führt, ist es
vorteilhaft, wenn die Führung an ihrem der Spinnvorrichtung zugewandten Ende radial
über den Außendurchmesser des ersten Rohrstückes hinausragt. Vorzugsweise ist das
erste Rohrstück exzentrisch zum Verbindungsstück angeordnet, da auf diese Weise eine
kompakte Bauweise erreicht wird. Durch Ausfüllen des durch den Einsatz freigelassenen
Bereiches der Führung durch Plastikmaterial erhält man erfindungsgemäß eine einwandfreie
Abdichtung des Innenraumes des Fadenabzugsrohres im Bereich der Führung, wobei das
Plastikmaterial zweckmäßigerweise nachhärtbar ist, so daß dieses auch zur axialen
Fixierung des Einsatzes beiträgt.
[0016] Vorzugsweise ist die Führung auf ihrer dem Fadenlauf abgewandten Seite durch eine
Wand des Verbindungsstückes begrenzt, wodurch eine Abdichtung der Kammer nach außen
erleichtert wird. Die Drehsicherung der Führung erfolgt hierbei zweckmäßigerweise
dadurch, daß die Führung einen polygonalen Querschnitt aufweist.
[0017] Das erfindungsgemäße Fadenabzugsrohr ist einfach in der Herstellung, da es sich aus
einfachen Teilen zusammensetzt, die in einfacher Weise montiert und fixiert werden
können. Darüber hinaus läßt sich der Einsatz auf einfache Weise in eine definierte
Stellung gegenüber den beiden Rohrstücken bringen, so daß auch die Wirkung des Einsatzes
genau festgelegt werden kann. Durch Vermeidung unnötiger, vorspringender Kanten und
Durchmessersprünge im Verbindungsstück wird erreicht, daß der Faden für das Anspinnen
in sicherer und rascher Weise an die Spinnvorrichtung zurückgeliefert werden kann.
[0018] Mehrere Ausführungsbeispiele werden nachstehend anhand von Zeichnungen näher erläutert.
Es zeigen
Figur 1 im Querschnitt das erfindungsgemäß ausgebildete Fadenabzugsrohr in Verbindung
mit einer Rotorspinnvorrichtung;
Figur 2 im Querschnitt eine abgewandelte Ausführung des Erfindungsgegenstandes;
Figur 3 im Querschnitt die bevorzugte Ausführung des erfindungsgemäßen Fadenabzugsrohres;
und
Figur 4 in der Vorderansicht, von der Spinnvorrichtung aus gesehen, das in Figur 3
gezeigte Fadenabzugsrohr.
[0019] Figur 1 zeigt einen Teil einer Offenend-Spinnvorrichtung mit einem als Spinnrotor
1 ausgebildeten Spinnelement. Dieser Spinnrotor 1 ist in einem nicht gezeigten Gehäuse
untergebracht, daß durch einen Deckel 2 verschlossen wird. Im Deckel ist ein Faserspeisekanal
3 angeordnet, durch welchen hindurch in bekannter Weise Fasern 30 in den Spinnrotor
1 ge liefert werden. Im Deckel 2 mündet zentrisch ein Fadenabzugsrohr 4, durch welches
die in das Ende eines Fadens 5 eingebundenen Fasern 30 abgezogen werden. Die Auflösung
eines nicht gezeigten Faserbandes zu Fasern 30 möglichst bis hin zu Einzelfasern in
den Spinnrotor 1 sowie des Abziehen des Fadens 5 aus dem Spinnrotor 1 erfolgen mit
Hilfe üblicher Mittel, die aus diesem Grunde nicht gezeigt sind.
[0020] Das Fadenabzugsrohr 4 besitzt ein erstes Rohrstück 40, mit dessen Hilfe das Fadenabzugsrohr
4 im Deckel 2 gelagert ist. Das Fadenabzugsrohr 4 besitzt noch ein zweites Rohrstück
41, das gegenüber dem ersten Rohrstück 40 im Winkel angeordnet ist. Die beiden Rohrstücke
40 und 41 sind miteinander über ein Verbindungsstück 42 verbunden. Dieses besitzt
auf seiner Zuführseite, die im installierten Zustand dem Spinnrotor 1 zugewandt ist,
eine Einführöffnung 46 zur Aufnahme eines Einsatzes 6, welcher sich auf der Krümmungsinnenseite
des Verbindungsstückes 42 befindet. Durch die Innenwände des Verbindungsstückes 42
sowie den Einsatz 6 wird in radialer Richtung eine Kammer 45 begrenzt, die in Nähe
der Rohrstücke 40 und 41 im wesentlichen den gleichen Innendurchmesser wie die beiden
Rohrstücke 40 und 41 aufweisen, die sich in Anlage an den beiden Enden des Einsatzes
6 befinden und diesen axial sichern.
[0021] Der Einsatz 6 besitzt auf seiner der Kammer 45 zugewandten Seite eine Umlenkfläche
601 für den Faden 5, welche unterschiedlich ausgebildet sein kann. Gemäß Fig. 1 weist
die Umlenkfläche 601 eine oder mehrere Querrippen oder Kanten 600 auf.
[0022] Während des Abzuges liegt der Faden 5 an der oder den Querrippen oder Kanten 600
des Einsatzes 6 an und bildet dabei eine Drallbremse, so daß die sich im Fadenabschnitt
zwischen der Mündung 400 des Fadenabzugsrohres 4 und den Querrippen oder Kanten 600
bildende Drall sich nicht oder nur erschwert in den Fadenabschnitt zwischen den Querrippen
oder Kanten 600 und der nicht gezeigten Fadenabzugsvorrichtung fortpflanzen kann.
Der im Rohrstück 40 befindliche Fadenabschnitt nimmt somit eine höhere Drehung auf,
die dann bis in den Spinnrotor 1 fortgepflanzt wird und damit das Einbinden der Fasern
30 in das Ende des Fadens 5 erleichtern. Somit ist es für eine sichere Einbindung
der Fasern 30 nicht erforderlich, daß eine hohe Drehung aufgebracht wird, so daß dieses
Fadenabzugsrohr 4 die Herstellung weichgedrehter Garne ermöglicht.
[0023] Das Fadenabzugsrohr 4 hat jedoch nicht nur die Aufgabe, den Faden 5 während seines
Abzuges aus dem Spinnrotor 1 zu führen, sondern dient darüber hinaus auch dem Zweck,
während der Anspinnphase den Faden 5 bei seiner Rücklieferung in den Spinnrotor 1
zu führen, damit er sich dort mit den sich im Spinnrotor 1 ansammelnden Fasern verbinden
kann. Im Spinnrotor 1 wird in üblicher Weise ein Spinnunterdruck erzeugt, der sich
durch das Fadenabzugsrohr 4 hindurch auch auf einen Faden 5 auswirkt, der in das Austrittsende
410 des Rohrabschnittes 41 eingeführt wird. Da im Verbindungsstück 42 Durchmessersprünge
vermieden werden, kann das Ende eines rückgelieferten Fadens 5 dem zum Spinnrotor
1 gesaugten Luftstrom ohne weiteres folgen, wodurch eine zeitlich definierte Fadenrücklieferung
erreicht wird.
[0024] Wie gestrichelt in Fig. 1 angedeutet, können in das Verbindungsstück 42 Einsätze
6 unterschiedlicher Form, z.B. mit unterschiedlich hohen Kanten 600 oder Stegen Anwendung
finden, so daß die Stege oder Kanten 600 mehr oder weniger weit in die Kammer 45 reichen,
was dadurch ermöglicht wird, daß sich die Kammer 45 entsprechend erweitert und so
den nötigen Freiraum für verschieden hohe Stege oder Kanten 600 bzw. unterschiedliche
Krümmungen der die Innenseite der Kammer 45 bildenden Wand des Einsatzes 6 schafft.
[0025] Prinzipiell kann der Einsatz 6 aus beliebigem Material bestehen. Gerade im Textilmaschinenbereich
hat es sich jedoch als zweckmäßig erwiesen, wenn derartige, mit dem Fasermaterial
bzw. mit dem Faden 5 in Berührung kommende Elemente aus Keramik bestehen.
[0026] Gemäß Fig. 1 ist ein einteiliger Einsatz 6 vorgesehen, der nur einen Teil der Umfangswand
der Kammer 45 bildet und die restliche Umfangswand der Kammer 45 freigibt. Wie Fig.
3 zeigt, kann der Einsatz 6 aber auch einen ersten, die Umlenkfläche aufweisenden
Teileinsatz 60 und einen weiteren Teileinsatz 61 aufweisen, die zusammen die Kammer
45 in sich einschließen.
[0027] Prinzipiell reicht für den Einsatz 6 eine einzige Querrippe oder Kante 600, doch
läßt sich eine Drehungsfortpflanzung in Richtung Rohrstück 41 noch besser verändern,
wenn mehrere Querrippen oder Kanten 600 nacheinander angeordnet sind. Aus diesem
Grunde zeigt Figur 1 einen Einsatz 6 mit einer Vielzahl von in den Fadenlauf ragenden
Querrippen oder Kanten 600. In der Regel erstreckt sich diese Kante 600 bzw. erstrecken
sich diese Querrippen oder Kanten 600 nicht einfach quer zum Fadenlauf, sondern weisen
zu diesem eine Schräglage auf, die auf die Drehrichtung des Spinnrotors 1 abgestimmt
ist (siehe Fig. 2). Durch diese Schräglage wird erreicht, daß der sich im Fadenabschnitt
im Bereich des ersten Rohrstückes 40 aufbauende Drall noch besser zurückgehalten
und damit auch in das Spinnelement fortgepflanzt wird.
[0028] Die Kanten 600 können verschiedenartig ausgebildet sein und je nach dem angestrebten
Effekt mehr oder weniger intensiv auf den Faden 5 einwirken. Das kann durch die relative
Anordnung von Rohrstücken 40 und 41 sowie Einsatz 6 erreicht werden. Dies kann aber
auch erreicht werden durch ein entsprechendes Profil der Umlenkfläche 601. Wenn mindestens
eine Querrippe oder Kante 600 vorgesehen ist, so kann diese auch relativ schmalkantig
bis stark abgerundet ausgebildet sein. Weiter kann die Auswirkung auf den Faden 5
durch eine unterschiedliche Rauhigkeit der Umlenkfläche 601 oder ihrer Querrippe(n)
oder Kante(n) 600 variiert werden. Dabei können sowohl die Drehungsfortpflanzung in
das Spinnelement - das im in Figur 1 gezeigten Ausführungsbeispiel als Spinnrotor
1 ausgebildet ist - als auch die Haarigkeit und der Griff des fertigen Fadens 5 beeinflußt
werden.
[0029] Wie Figur 1 zeigt, ist die Position des Einsatzes 6 mit Hilfe der beiden Rohrstücke
40 und 41 fixiert, da sich dieser Einsatz 6 beidseitig in Anlage an diesen Rohrstücken
40 und 41 befindet. Die Befestigung der Rohrstücke 40 und 41 kann lösbar sein, so
daß bei Bedarf das Verbindungsstück 42 und die Rohrstücke 40 bis 41 jeweils für sich
allein ausgewechselt werden können.
[0030] Die Rohrstücke 40 und 41 können in beliebiger Weise mit dem Verbindungsstück 42
verbunden sein, beispielsweise durch Löten oder Kleben. Bei dem in Fig. 3 gezeigten
Ausführungsbeispiel jedoch werden die beiden mit Hilfe von aus Metall bestehenden
Hülsen 420 und 421 im Verbindungsstück 42 gelagert, welches in diesem Fall auch aus
Kunststoff bestehen kann. Eine solche oder auch eine andere Ausbildung, z.B. nach
Fig. 1, bei welcher die Rohrstücke 40 und 41 im Verbindungsstück 42 gelagert sind,
ist aber besonders zweckmäßig, da dies die Voraussetzung für eine zusätzliche Justierbarkeit
des Einsatzes 6 im Verbindungsstück 42 bildet.
[0031] Figur 3 zeigt eine Ausbildung eines Fadenabzugsrohres 4, bei dem durch Änderung der
Relativstellung von Einsatz 6 und Rohrstück 41 der Grad der Einwirkung des Einsatzes
6 auf den Faden 5 (siehe Figur 1) geändert werden kann. Auch bei dem in Figur 3 gezeigten
Ausführungsbeispiel eines Fadenabzugsrohres 4 sind die beiden Rohrstücke 40 und 41
im Verbindungsstück 42 gelagert. Dieses weist eine sich in Längsrichtung erstreckende
Führung 43 auf, die sich parallel zur Achse 401 des ersten Rohrstückes 40 erstreckt
und in der das zweite Rohrstück 41 aufnehmenden Bohrung 423 des Verbindungsstückes
42 endet. Durch geringfügiges Herausziehen des Rohrstückes 41 aus der Bohrung 422
und Nachschieben des Einsatzes 6 kann der Wirkungsgrad des Einsatzes 6 variiert werden.
Die axiale Sicherung des Einsatzes 6 erfolgt durch das Rohrstück 40, das ebenfalls
nachgeschoben wird, damit er in Anlage am Einsatz 6 bleibt (u.U. unter Zwischenschaltung
eines gestrichelt angedeuteten Distanzringes 47). Damit der für diese axiale Justierung
des Einsatzes erforderliche radiale Platz zur Verfügung steht, ist hierfür im gezeigten
Ausführungsbeispiel die Kammer 45 im Längenbereich des Einsatzes 6 radial erweitert.
Alternativ kann auch ein Einsatz 6 anderer Länge Anwendung finden, wie in Fig. 3 gestrichelt
angedeutet, wobei die unterschiedlichen Längen durch axiale Verstellung des Rohrstückes
40 oder durch einen Einsatzring 47 ausgeglichen werden können.
[0032] Damit der Einsatz 6 gegenüber dem Fadenlauf eine definierte Drehposition einnehmen
kann, ist der Einsatz 6 gegen Drehung gesichert. Wie Figur 4 zeigt, weist die Führung
43 im Verbindungsstück 42 einen entsprechenden Querschnitt auf, z.B. mit zwei parallelen
Seitenwänden 430 und 431.
[0033] Der Einsatz 6 kann, nachdem er seine gewünschte Relativstellung im Verbindungsstück
42 erhalten hat, in diesem fixiert werden in der Weise, daß er unlösbar mit dem Verbindungsstück
42 und evtl. mit den Rohrstücken 40 und 41 verbunden ist. Er kann aber auch, falls
gewünscht, auswechselbar im Verbindungsstück 42 gelagert werden, so daß er nach Entfernung
des Rohrstückes 40 aus dem Verbindungsstück 42 herausgenommen und gegen einen neuen
oder anderen Einsatz 6 ausgetauscht werden kann. Andererseits ist bei einer auswechselbaren
Lagerung des Einsatzes 6 eine Justierung des Einsatzes 6 zur Anpassung an andere Erfordernisse
möglich.
[0034] Um den Faden 5 über einen größeren Winkel im Verbindungsstück 42 umlenken zu können,
ohne daß der Umlenkungsradius zu klein wird, muß der Einsatz 6 eine gewisse Länge
aufweisen. Hierzu ist gemäß den Figuren 1 bis 4 vorgesehen, daß der Einsatz 6 radial
nicht mit dem Außendurchmesser des ersten Rohrstückes 40 abschließt, sondern an seinem
der Spinnvorrichtung (z.B. Spinnrotor 1) zugewandten Ende radial über den außendurchmesser
des ersten Rohrstückes 40 hinausragt. Damit dabei das Verbindungsstück 42 nicht zu
platzaufwendig wird, ist dieses erste Rohrstück gemäß den Figuren 3 und 4 exzentrisch
zum Verbindungsstück 42 angeordnet.
[0035] Gemäß dem in Figur 1 gezeigten Ausführungsbeispiel reicht der Einsatz 6 bis auf die
Außenseite des Verbindungsstückes 42. Um zu verhindern, daß aufgrund von Fertigungstoleranzen
zwischen dem Einsatz 6 und der Führung 43 Luft in das Innere des Verbindungsstückes
42 eindringen kann, ist gemäß dem in den Figuren 3 und 4 vorgesehenen Ausführungsbeispiel
die Führung 43 auf ihrer dem Fadenlauf abgewandten Seite durch eine Wand 423 des Verbindungsstückes
42 begrenzt. Zur Drehsicherung des Einsatzes 6 weist die Führung 43 einen polygonalen
Querschnitt mit mehreren Führungskanten 432, 433, 434 und 435 auf (siehe Figur 4).
[0036] Um unnütze vorspringende Kanten und Hohlräume zu vermeiden, an denen sich Flug festsetzen
könnte, ist gemäß Figur 3 der durch den Einsatz 6 freigelassene Bereich der Führung
43 durch Plastikmaterial 44 ausgefüllt. Prinzipiell kann jedes beliebige Plastikmaterial
Anwendung finden, doch ist ein nachhärtbares Plastikmaterial besonders vorteilhaft,
da es gleichzeitig der Fixierung der einzelnen Elemente des Fadenabzugsrohres 4 zueinander
dient.
[0037] Das Fadenabzugsrohr 4 kann, wie die vorstehende Beschreibung zeigt, in verschiedener
Weise abgewandelt werden, insbesondere durch Ersatz einzelner Elemente durch Äquivalente
oder durch andere Kombinationen. So ist es auch nicht erforderlich, daß der Innenquerschnitt
des Fadenabzugsrohres 4 von der Mündung 400 bis zum Austrittsende des Rohrstückes
41 konstant bleibt, sondern dieser Querschnitt kann sich durchaus auch vergrößern,
wie dies Figur 3 zeigt, wenn dies aus Fertigungs- oder anderen Gründen als zweckmäßig
erscheint.
[0038] Es ist auch nicht unbedingt erforderlich, daß sich der Einsatz 6 vom Rohrstück 40
bis zum Rohrstück 41 erstreckt. Vielmehr kann die Einführöffnung 46, in welche der
Einsatz 6 eingesetzt ist, in eine kleinere Bohrung (nicht gezeigt) übergehen, die
noch Teil der Kammer 45 ist und in welche das Rohrstück 41 einmündet. In diesem Fall
wird der Einsatz 6 zwischen dem Stirnende der Einführöffnung 46 und dem Rohrstück
41 axial fixiert.
[0039] Das Fadenabzugsrohr 4 kann bei verschiedenartigen Offenend-Spinnvorrichtungen Anwendung
finden und ist nicht auf Vorrichtungen mit einem Spinnrotor 1 beschränkt. So ist es
beispielsweise durchaus möglich, derartige Fadenabzugsrohre 4 auch im Zusammenhang
mit Friktionsspinnvorrichtungen zum Einsatz zu bringen.
1. Fadenabzugsrohr zum Abziehen eines Fadens aus dem Spinnelement einer Offenend-Spinnvorrichtung,
mit einem ersten und einem zweiten Rohrstück, die über ein eine Kammer aufnehmendes
Verbindungsstück miteinander verbunden sind, welches eine in die Kammer ragende Umlenkfläche
aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß die Umlenkfläche (601) Teil eines Einsatzes (6) ist und das Verbindungsstück
(42) auf seiner im eingebauten Zustand dem Spinnelement (1) zugewandten Zuführseite
eine Einführöffnung (46) für diesen Einsatz (6) besitzt, der zwischen dem Stirnende
der Einführöffnung (46) und dem ersten Rohrstück (40) axial gesichert ist.
2. Fadenabzugsrohr zum Abziehen eines Fadens aus dem Spinnelement einer Offenend-Spinnvorrichtung,
mit einem ersten und einem zweiten Rohrstück, die über ein eine Kammer aufnehmendes
Verbindungsstück miteinander verbunden sind, welches eine in die Kammer ragende Umlenkfläche
aufweist, dadurch gekennzeichnete, daß die Umlenkfläche (601) Teil eines Einsatzes (6) ist und das Verbindungsstück
(42) auf seiner im eingebauten Zustand dem Spinnelement (1) zugewandten Zuführseite
eine Einführöffnung (46) für diesen Einsatz (6) besitzt, der zwischen dem ersten und
dem zweiten Rohrstück (40, 41) axial gesichert ist.
3. Fadenabzugsrohr nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß sich die Kammer (45) im Längenbereich des Einsatzes (6) erweitert und durch Änderung
der Relativstellung zumindest eines der beiden Rohrstücke (40, 41) gegenüber dem
Verbindungsstück (42) der Einsatz (6) axial verschiebbar oder gegen einen Einsatz
(6) anderer Länge austauschbar ist.
4. Fadenabzugsrohr nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß sich die Kammer (45) im Längenbereich des Einsatzes (6) erweitert und der Einsatz
(6) je nach Anwendungsbereich mehr oder weniger weit in die Kammer (45) ragt.
5. Fadenabzugsrohr nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Innenwände der Kammer (45) im wesentlichen in Fortsetzung der Bohrungen
der beiden Rohrstücke (40, 41) angeordnet sind.
6. Fadenabzugsrohr nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Einsatz (6) aus Keramik besteht.
7. Fadenabzugsrohr nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Einsatz (6) einen oder mehrere in die Kammer (45) ragende Kanten (600) aufweist.
8. Fadenabzugsrohr nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß sich die Kante oder Kanten (600) schräg zum Fadenlauf erstrecken.
9. Fadenabzugsrohr nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Rohrstücke (40, 41) im Verbindungsstück (42) gelagert sind.
10. Fadenabzugsrohr nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Verbindungsstück (42) aus Kunststoff besteht und zur Aufnahme der beiden
Rohrstücke (40, 41) aus Metall bestehende Hülsen (420, 421) trägt, von denen jede
ein Ende des Einsatzes (6) aufnimmt.
11. Fadenabzugsrohr nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß nur ein Teil der Innenwände der Kammer (45) durch den Einsatz (6) gebildet wird,
während der restliche Teil der Innenwände der Kammer (45) vom Einsatz (6) freigegeben
ist.
12. Fadenabzugsrohr nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß der Einsatz (6) durch eine sich in Längsrichtung des Verbindungsstückes (42)
erstreckende Führung (43) gegen Drehung gesichert ist.
13. Fadenabzugsrohr nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Führung (43) sich parallel zur Achse des ersten, dem Spinnelement zugewandten
Rohrstückes (40) erstreckt und in einer Bohrung (422) zur Aufnahme des zweiten Rohrstückes
(41) endet.
14. Fadenabzugsrohr nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, daß der Einsatz (6) an seinem der Spinnvorrichtung (1) zugewandten Ende radial über
den Außendurchmesser des ersten Rohrstückes (40) hinausragt.
15. Fadenabzugsrohr nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß das erste Rohrstück (40) exzentrisch zum Verbindungsstück (42) angeordnet ist.
16. Fadenabzugsrohr nach Anspruch 14 oder 15, dadurch gekennzeichnet, daß der durch den Einsatz (6) freigelassene Bereich der Führung (43) durch Plastikmaterial
(44) ausgefüllt ist.
17. Fadenabzugsrohr nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß das Plastikmaterial (44) nachhärtbar ist.
18. Fadenabzugsrohr nach einem oder mehreren der Ansprüche 12 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß die Führung (43) auf ihrer dem Fadenlauf abgewandten Seite durch eine Wand (423)
des Verbindungsstückes (42) gebildet ist.
19. Fadenabzugsrohr nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, daß die Führung (43) einen polygonalen Querschnitt aufweist.