(19)
(11) EP 0 296 630 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
28.12.1988  Patentblatt  1988/52

(21) Anmeldenummer: 88110150.5

(22) Anmeldetag:  24.06.1988
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4F24H 9/12, F24H 1/18
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT CH ES FR GB IT LI SE

(30) Priorität: 24.06.1987 DE 3720900

(71) Anmelder:
  • Eberl, Heidemarie
    D-8042 Oberschleissheim (DE)
  • Grabietz, Joachim
    D-8261 Neuötting (DE)

(72) Erfinder:
  • Grabietz, Joachim
    D-8261 Neuötting (DE)

(74) Vertreter: Finsterwald, Manfred, Dipl.-Ing., Dipl.-Wirtsch.-Ing. et al
Manitz, Finsterwald & Rotermund Patentanwälte Postfach 22 16 11
80506 München
80506 München (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Warmwassererwärmer


    (57) Die Bildung von Bakterien und von Keimen, insbesondere von Legionellen bei der Warmwassererwärmung wird durch den speziellen Kaltwasserzufluß innerhalb des Warmwasser­erwärmers verhindert. Bei diesem Warmwassererwärmer wird der gesamte Kaltwasserverbrauch durch den Warmwassererwärmer geleitet. Gleichzeitig ist außerdem das Druckniveau im Kaltwassersystem und Warmwassersystem gleich, wodurch der Nachteil der schwankenden Mischtemperaturen beim Verbraucher vermieden wird.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft einen Warmwassererwärmer mit einem von Wasser durchflossenen Speicherbehälter mit einem Kaltwas­serzulauf im unteren Behälterbereich und einem Warmwasserab­lauf im oberen Behälterbereich und mit einem im Speicherbe­hälter angeordneten Heizelement.

    [0002] Es ist bekannt, daß in Anlagen zur Trinkwasserversorgung und insbesondere in Anlagen zur Warmwasserversorgung die Gefahr des Auftretens von Keimen und Bakterien besteht, die Infek­tionskrankheiten zur Folge haben könnten. Besonders gefähr­lich sind sogenannte Legionellen oder Legionärsbakterien, die beispielsweise bei Duschvorgängen eingeatmet werden und zu lebensgefährlichen Infektionen führen können.

    [0003] Die Bildung und Vermehrung solcher Legionellen wird nicht nur durch die Temperatur in den üblichen Warmwassersystemen gefördert, sondern auch dadurch, daß in derartigen Systemen Toträume vorhanden sind, in denen Ablagerungen und Sediment­bildungen erfolgen, welche wiederum Nährböden für Bakterien darstellen und insbesondere auch die Vermehrung von Legionel­len beschleunigen.

    [0004] Es ist auch bekannt, daß die jeweilige Wassertemperatur einen wesentlichen Einfluß auf die Bakterienvermehrung be­sitzt, wobei als optimaler Bereich für eine solche uner­wünschte Bakterienvermehrung ein Temperaturbereich zwischen 32°C und 42°C als optimal betrachtet wird. Eine Temperatur von etwa 25°C stellt eine untere Grenze für die Bakterienver­mehrung dar, während bei Temperaturen über 80°C die Bakte­rien absterben.

    [0005] Aus der DE-OS 35 25 990 ist ein Speicherbrauchwassererwärmer mit einem unteren Brauchwasserzulauf und einem oberen Brauch­wasserauslauf sowie einem die Aufheizung steuernden Thermo­staten bekannt, bei dem zum Zwecke der Unschädlichmachung von im Wasser vorhandenen Bakterien der Thermostat im oberen Bereich des Speichers angeordnet und auf eine Schalttempera­tur um 80°C eingestellt ist.

    [0006] Durch diese Maßnahme soll erreicht werden, daß im oberen Be­reich des Speichers eine Aufheizung des Brauchwassers in die­ser Zone auf Temperaturen um 80°C garantiert wird, bei denen die schädlichen Bakterien abgetötet werden. Durch die mit entsprechendem Energieeinsatz verbundene Aufheizung alles auslaufendes Brauchwassers auf Werte um 80°C kann zwar dem Problem der Bakterienvermehrung entgegengewirkt werden, aber diese Lösung eignet sich einerseits nicht für die Vielzahl der sich im Einsatz befindenden Niedertemperatursysteme und verhindert andererseits nicht die Bakterienvermehrung in Schlammablagerungen im Bodenbereich des Brauchwasserbehäl­ters, so daß weiterhin die Gefahr der Einschleusung von Bak­terien in das Brauchwasser besteht, wenn beispielsweise durch eine Störung die Temperatur im oberen Behälterbereich deutlich absinkt.

    [0007] Aufgabe der Erfindung ist es, bei einem Warmwassererwärmer der eingangs angegebenen Art durch einfache, zu keinem zu­sätzlichen Energieaufwand führende Maßnahmen die Bildung und Vermehrung von Bakterien, insbesondere Legionellen zu vermei­den und vor allem die von Ablagerungen und Sedimentbildungen in Toträumen herrührenden Gefahren auszuschließen.

    [0008] Gelöst wird diese Aufgabe nach der Erfindung dadurch, daß ein Kaltwasserablauf im unteren Behälterbereich vorgesehen ist.

    [0009] Auf diese Weise wird durch den besonders gefährdeten unteren Behälterbereich die gesamte Menge des verbrauchten Kaltwas­sers geleitet und sichergestellt, daß sich kein stehendes Warmwasser und keine Ablagerungen bilden können, wodurch Bak­ terien jeglicher Nährboden entzogen und damit ein Bakterien­wachstum verhindert wird.

    [0010] Besonders vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.

    [0011] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird unter Bezugnahme auf die Zeichnung erläutert; die einzige Figur der Zeichnung zeigt eine schematische Längsschnittansicht eines Warmwasser­erwärmers nach der Erfindung.

    [0012] Oberhalb eines Heizelementes 7 wird in einem oberen Behälter­bereich 2 Warmwasser erzeugt, das aufgrund der unterschiedli­chen Dichte von Kaltwasser und Warmwasser nicht in den von dem unteren Behälterbereich 1 gebildeten Kaltwasserbereich absinken kann.

    [0013] Eine Mischung des kalten und warmen Wassers ist wegen der ge­ringen Durchflußgeschwindigkeit beider Medien nicht möglich.

    [0014] Durch die Anordnung des Kaltwasserzulaufs 4 und des Kaltwas­serablaufs 5 im unteren Behälterbereich 1 wird der gefährde­te unter Behälterbereich 1 immer mit frischen Wasser gespült und durchflossen, so daß keine Schlammbildung auftreten kann.

    [0015] Der Kaltwassserzulauf 4 ist von einem gekrümmten Rohr gebil­det, das gegenüber einem Prallblech als Umlenkteil 3 mündet. Auf diese Weise wird eine besonders wirksame Bespülung des gefährdeten Behälterbodens sichergestellt.

    [0016] Durch den dargestellten Warmwassererwärmer wird die gesamte Menge des verbrauchten Kaltwassers geleitet, gleichzeitig aber auch das Warmwasser erzeugt. Dabei ist das Druckniveau im Kaltwasserbereich und im Warmwasserbereich gleich, wo­ durch schwankende Mischtemperaturen beim Verbraucher vermie­den werden.

    [0017] Der mit einer Isolierung 10 ummantelte Warmwassererwärmer ist in üblicher Weise mit einem Thermostat 9 ausgestattet, der es ermöglicht, die Warmwassertemperatur auf den gewünsch­ten Wert, insbesondere auf etwa 60° zu regeln. Zur visuel­len Überprüfung der jeweiligen Temperatur ist in üblicher Weise ein Thermometer 8 vorgesehen.


    Ansprüche

    1. Warmwassererwärmer mit einem von Wasser durchflossenen Speicherbehälter mit einem Kaltwasserzulauf im unteren Be­hälterbereich und einem Warmwasserablauf im oberen Behäl­terbereich und mit einem im Speicherbehälter angeordneten Heizelement,,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß ein Kaltwasserablauf (5) im unteren Behälterbereich (1) vorgesehen ist.
     
    2. Warmwassererwärmer nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß der Kaltwasserzulauf (4) mittels eines Rohrkrümmers im unteren Behälterbereich (1) auf den Boden des Speicher­behälters gerichtet ist.
     
    3. Warmwassererwärmer nach den Ansprüchen 1 und 2,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß vor der Austrittsöffnung des Kaltwasserzulaufs (4) im Speicherbehälter ein Umlenkteil (3) angeordnet ist.
     
    4. Warmwassererwärmer nach den Ansprüchen 1 bis 3,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß der Kaltwasserablauf (5) unterhalb des Umlenkteils (3) am Boden des Speicherbehälters angeordnet ist.
     
    5. Warmwassererwärmer nach den Ansprüchen 1 bis 4,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß das Heizelement (7) oberhalb des unteren Behälterbe­reichs (1) angeordnet ist.
     




    Zeichnung







    Recherchenbericht