[0001] Die Erfindung betrifft einen kindersicheren Schraubverschluß für Behälter und dgl.
gemäß Oberbegriff des Patentanspruches l.
[0002] Die Erfindung betrifft insbesondere eine Verbesserung an kindersicheren Schraubverschlüssen
einer Bauart, bei denen an den Verschlußteilen vorgesehene Eingriffselemente innerhalb
eines axialen Spieles zwischen den Verschlußteilen beim Aufschrauben des Verschlusses
in formschlüssigem Eingriff miteinander treten können, während sie beim Abschrauben
des Verschlusses grundsätzlich aufeinander keilartig abgleiten. Derartige Verschlüsse
sind z. B. aus folgenden Druckschriften bekannt: DE-C-25 50 538, DE-U- 86l5633 und
DE-U-7439644. Ihre kindersichere Handhabung beruht auf dem Umstand, daß das Abschrauben
des Verschlusses nur unter Ausübung einer gleichzeitigen Dreh- und Axialkraft ausreichender
Stärke auf den Verschlußaußenteil möglich ist, um die Keilwirkung der Eingriffselemente
so zu verstärken, daß zwischen den Verschlußteilen vorübergehend, d.h. während des
Einwirkens der Axialkraft, eine reibschlüssige drehkraftübertragende Verbindung zustande
kommt. Der Verschluß läßt sich somit ohne diese Kenntnis, die äußerlich nicht ohne
weiteres ersichtlich ist, nicht abschrauben. Der Verschluß bietet daher Gewähr für
eine von Kindern nicht erlernbare und damit kindersichere Handhabung. Beim Aufschrauben
verhalten sich diese Verschlüsse dagegen wie herkömmliche einteilige Schraubverschlüsse
ohne Kindersicherung, indem eine auf den Verschlußaußenteil ausgeübte Drehkraft ohne
zusätzliche Handhabungsmaßnahmen auf den Innenteil infolge der formschlüssigen, d.h.
verriegelnden, Eingriffnahme der Eingriffselemente übertragen wird. Die Verschlüsse
können daher ohne Schwierigkeiten mittels automatischer Aufschraubvorrichtungen auf
die zu verschließenden Behälter aufgebracht werden. Aus den DE-C-22 43 220, DE-A-23
56 007 und DE-C-l9 55 047 sind ferner Originalitätsverschlüsse bekannt, bei denen
ein Sicherungskragen oder -ring über Scher- oder Abreißstege mit einer Schraubkappe
verbunden ist. Der Sicherungsring kann in hintergreifende Beziehung zu Rastnocken
oder einem Ringbund am Hals des zu verschließenden Behälters treten, wodurch er an
einer Verdrehung oder axialen Bewegung beim Abschrauben der Kappe vom Behälterhals
gehindert ist. Wird dennoch eine Drehkraft auf die Kappe beim Versuch ausgeübt, den
Verschluß vom Behälterhals abzuschrauben, so bewirkt dies ein Reißen der Stege. Die
intakte Verbindung des Sicherungsringes mit der Schraubkappe zeigt daher dem Benutzer
an, daß Manipulationen am Verschluß und damit am Behälterinhalt nicht vorgenommen
worden sind. Wesentlicher Nachteil dieser Art Verschlüsse ist die Notwendigkeit, die
für ihre Funktion wichtigen Hintergreifeinrichtungen in Gestalt von Rastnocken, Ringbünden
und dgl. am Behälterhals vorsehen zu müssen, so daß die Behälter gezielt auf die jeweiligen
Bauart des Originalitätsverschlusses abstimmt werden müssen. Dies verteuert nicht
nur die Behälter, sondern kann auch wegen der dadurch bedingten Materialverdickungen
an den Behälterhälsen fertigungstechnische Schwierigkeiten mit sich ziehen. AuBerdem
können Schwierigkeiten beim automatischen Aufschrauben dieser Originalitätsverschlüsse
auftreten, da der Sicherungsring hierbei stets mehr oder minder stark belastet wird,
was zu einem vorzeitigen Reißen der Stege führen kann.
[0003] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen kindersicheren Schraubverschluß
der eingangs erwähnten Gattung zu schaffen, der bei einfachem, fertigungsgünstigem
Aufbau zusätzlich mit einer Originalitätssicherung ausgestattet ist, ohne daß hierdurch
die vorteilhafte benutzer- bzw. anwenderseitige Handhabung der bekannten Verschlüsse
dieser Bauart beeinträchtigt wird, insbesondere ohne daß gezielte Modifikationen an
den zu verschließenden Behältern vorgenommen werden müssen.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale im kennzeichnenden Teil des
Patentanspruches l gelöst.
[0005] Danach ist an einem der beiden Verschlußteile über Abreißstege ein Sicherungsring
angebunden, der mit dem vom Verschlußinnenteil grundsätzlich axial beweglich gehaltenen
Verschlußaußenteil dergestalt zusammenwirkt, daß der Verschlußaußenteil in einer eine
Eingriffnahme der Eingriffselemente verhindernden axialen Stellung in Bezug auf den
Verschlußinnenteil gehalten wird. Die Eingriffselemente können daher nur in wirksamem
Eingriff miteinander treten, wenn der Sicherungsring vom betreffenden Verschlußteil
abgetrennt ist. Dies kann beispielsweise dadurch bewirkt werden, daß man auf den Verschlußaußenteil
von Hand eine ausreichend groBe Axialkraft, z.B. einen Schlag mit dem Ballen einer
Hand, ausübt, was den Verschlußaußenteil gegen den Behälter bewegt, wodurch der Sicherungsring
und damit die Abreißstege einer Kraft ausgesetzt werden, so daB diese reißen. Dadurch
fällt der Verschlußaußenteil automatisch in eine axiale Lage relativ zum Verschlußinnenteil,
bei der die Eingriffselemente in gegenseitigem Eingriff treten können. Bei abgetrenntem
Sicherungsring kann der Verschluß daher wie die eingangs erwähnten bekannten Schraubverschlüsse
gehandhabt werden. Trotz hochwirksamer Originalitätssicherung hat der Verschluß einen
sehr einfachen Aufbau, da keine Mittel insbesondere Rasteinrichtungen vorgesehen sind,
die in hintergreifende Beziehung zu irgendwelchen komplementären Teilen am Behälterhals
treten. Ein wesentlicher Vorteil des erfindungsgemäßen Verschlusses ist daher dessen
Verwendung für praktisch jede Art Behälter oder Flaschen, da außer einem Schraubgewinde
keine weiteren Modifikationen am Behälter vorgesehen werden brauchen. Dies erleichtert
nicht nur die Fertigung der Verschlüsse selbst, sondern auch der damit zu verschließenden
Behälter, und außerdem erweist sich das automatische Aufschrauben der Verschlüsse
auf die Behälter völlig unproblematisch, da ein vorzeitiges Abtrennen des Sicherungsringes
vom Verschluß nicht zu befürchten ist.
[0006] Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung kann zwischen den beiden Verschlußteilen
eine unidirektionale Kupplungsanordnung vorgesehen sein, die unabhängig von den Eingriffselementen
auch im Zustand des noch nicht abgetrennten Sicherungsringes eine Verbindung zwischen
Verschlußaußen- und -innenteil schafft, so daß trotz intaktem Sicherungsring der Verschluß
auf den Behälter aufgeschraubt, nicht dagegen abgeschraubt werden kann. Diese unidrektionale
Kupplungsanordnung kann gemäß einer Weiterbildung der Erfindung ein oder mehrere Rastzähne
an einem der Verschlußteile und ein oder mehrere damit zusammenwirkende federnde Rastelemente
am anderen Verschlußteil umfassen.
[0007] Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung ist der Sicherungsring am Verschlußinnenteil
angebunden und hat eine obere Schulter- oder Absatzflächen, an der im intakten Zustand
des Verschlusses eine Unterfläche des Verschlußaußenteiles unter Schaffung der besagten,
ein Zusammenwirken der Eingriffselemente verhindernden axialen Stellung anliegen kann.
Gemäß einer anderen Weiterbildung der Erfindung kann der Sicherungsring jedoch auch
am Verschlußaußenteil so angebunden sein, daß er in der aufgeschraubten Position des
Verschlusses ohne Zerstörung der Abreißstege mit einer Schulterfläche des Behälters
in Anlage gebracht werden kann. Hierdurch wird der Sicherungsring stationär gehalten,
wenn eine auf den Verschlußaußenteil ausgeübte Axialkraft eine Bewegung des Verschlußaußenteiles
gegen den Behälter bewirkt, wodurch auf die Stege eine Reißkraft ausgeübt wird. Bei
dieser Ausführungsform brauchen ebenfalls keine Modifikationen am Behälter selbst
vorgenommen werden, sondern ist lediglich eine Anpassung der axialen Länge des Verschlusses
an die Abmessungen des Behälterhalses erforderlich.
[0008] Jedes Eingriffselement hat vorzugsweise eine im wesentlichen vertikale Sperrfläche
und eine daran sich anschließende schräge Auflauffläche. Die Eingriffselemente können
in Gestalt von Ausformungen an den Verschlußteilen oder daran angeformten Vorsprüngen
ausgebildet sein. In an sich bekannter Weise wird die Neigung der Auflaufflächen der
Eingriffselemente so gewählt, daß bei einer bestimmten auf den Verschlußaußenteil
ausgeübten Axialkraft zwischen aufeinander stehenden Auflaufflächen zusammenwirkender
Eingriffselemente eine Reibhaltekraft erzeugt wird, die während der Dauer des Einwirkens
der Axialkraft eine kraftschlüssige kuppelnde Verbindung zwischen den Verschlußteilen
schafft. Daher wird sich eine auf den Verschlußaußenteil ausgeübte Drehkraft auf eine
Drehung des Verschlußinnenteiles auswirken. Zur leichten Montage der beiden Verschlußteile
kann vorgesehen sein, daß der Verschlußaußenteil durch Schnappsitz am Verschlußinnenteil
gehalten ist. Wegen seines einfachen Aufbaues kann der erfindungsgemäße Verschluß
besonders kostengünstig im Spritzgießverfahren unter Verwendung geeigneter Kunststoffmaterialien
mittels vergleichsweise einfacher Werkzeuge hergestellt werden.
[0009] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsformen und der Zeichnung näher
erläutert. Es zeigen:
Fig. l in teilweise geschnittener Ansicht einen kindersicheren Schraubverschluß gemäß
einer ersten Ausführungsform der Erfindung,
Fig. 2 in einer Ansicht ähnlich Fig. l eine Modifikation der darin gezeigten Ausführungsform.
[0010] Wie in Fig. l dargestellt, besteht der kindersichere Schraubverschluß nach der Erfindung
grundsätzlich aus zwei Teilen, nämlich einem auf den Hals 29 eines Behälters aufschraubbaren
Innenteil l und einem davon durch Schnappsitz gehaltenen Außenteil l5. Der Innenteil
l trägt an der Innenseite seines umfänglichen Randes 2 ein Schraubgewinde 3, dem ein
komplementäres Schraubgewinde 30 an der äußeren Umfangsfläche des Behälterhalses 29
entspricht. In Fig. l betrifft das Bezugszeichen 32 eine obere längs des Behälterhalses
29 sich erstreckende Schulterfläche.
[0011] Der Innenteil l des Verschlusses umfaßt eine die Mündungsöffnung des Behälterhalses
29 überspannende Bodenwand mit einem im wesentlichen radialen ringförmigen äußeren
Wandbereich 4 und einer zentralen Vertiefung 5. Der Außendurchmesser der Vertiefung
5 ist dem Innendurchmesser der Mündungsöffnung des Behälterhalses 29 angepaßt, so
daß die Vertiefung 5 nach Art eines Dichtkonus in die Mündungsöffnung hineinragen
kann. Die Vertiefung 5 ist nach oben, d.h. in Richtung auf den Verschlußaußenteil
l5, offen und trägt an ihrer Umfangswand ein oder mehrere axiale Rastzähne oder Rastvorsprünge
8 als ein Part einer unidirektionalen Kupplungsanordnung zwischen den Verschlußteilen,
auf die nachfolgend noch näher eingegangen wird.
[0012] Auf der Oberseite des die Vertiefung 5 umgebenden Wandbereiches 4 ist eine Vielzahl
umfänglich verteilter erster Eingriffselemente oder Eingriffsvorsprünge 7 vorgesehen.
Die Eingriffselemente haben vorzugsweise eine sägezahnartige Ausbildung, indem sie
jeweils eine im wesentlichen vertikale bzw. axiale Sperrfläche 7ʺ und eine sich daran
anschließende schräge Auflauffläche 7ʹ besitzen. Die Sperrflächen 7ʺ sämtlicher erster
Eingriffselemente 7 weisen bei Betrachtung nach Fig. l in Abschraubrichtung, während
die Auflaufflächen 7ʹ in Aufschraubrichtung weisen.
[0013] Wie dargestellt, ist der mit dem Innengewinde 3 versehene Rand 2 des Verschlußinnenteiles
l an seinem unteren Endbereich, wie bei 9 angedeutet, konisch etwas nach außen erweitert.
Die konische Erweiterung 9 bildet eine untere ringförmige im wesentlichen radiale
Absatzfläche l3.
[0014] Axial unterhalb der Absatzfläche l3 des Verschlußinnenteiles l ist ein Sicherungsring
ll angeordnet, der über eine Vielzahl umfänglich verteilter, im wesentlichen axial
sich erstreckender Stege l0 mit dem Verschlußinnenteil l insbesondere dessen konischer
Erweiterung 9 verbunden ist. Die Stege l0 sind so dimensioniert, daß sie unter einer
bestimmten zwischen Sicherungsring ll und Verschlußinnenteil l wirkenden Axialkraft
reißen. Der Sicherungsring ll kann eine innere Abmessung haben, die wesentlich größer
als die äußere Abmessung des Behälterhalses 29 ist, so daß eine Berührung mit dem
Behälterhals beim Aufschrauben des Verschlusses mit Sicherheit vermieden wird. Ferner
hat der Sicherungsring ll, wie dargestellt, eine im wesentlichen radiale Schulter-
oder Anlagefläche l2, die sich umfänglich im wesentlichen radial außerhalb der äußeren
Begrenzungen des Verschlußinnenteiles l erstreckt.
[0015] Der Verschlußaußenteil l5 kann eine im Querschnitt im wesentlichen kappenartige Ausbildung
mit einer im wesentlichen radialen Bodenwand l9 und einem umfänglichen Rand l6 haben.
An der äußeren Umfangsfläche des Randes l6 kann eine axiale Riffelung 23 vorgesehen
sein, die die Handhabung des Verschlußaußenteiles l5 erleichtert.
[0016] Der Rand l6 trägt im Bereich seines unteren Endes einen ringförmigen radial nach
innen ragenden Vorsprung oder Ringbund l7, der in eine einrastende untergreifende
Beziehung zu der nach unten weisenden radialen Absatzfläche l3 des Verschlußinnenteiles
l kommt, wenn die beiden Verschlußteile l, l5 gemäß Fig. l zusammengesetzt sind. Es
versteht sich, daß die Anordnung so ist, daß die beiden Verschlußteile zwar ohne Schwierigkeiten
montiert, jedoch nach einmal erfolgter Montage der Verschluß nicht mehr ohne weiteres
demontiert werden kann.
[0017] Durch das Zusammenwirken der Absatzfläche l3 mit dem Ringbund l7 wird außerdem die
axiale Bewegung des Verschlußaußenteiles l5 relativ zum -innenteil l weg vom Behälter
begrenzt. Der Rand l6 weist ferner eine Unter- oder Stirnfläche l8 auf, die in Berührung
mit der Schulterfläche l2 des Sicherungsringes ll steht, wodurch die axiale Bewegung
des Verschlußaußenteiles l5 in Richtung auf den Behälter begrenzt ist.
[0018] Wie dargestellt, ist ferner an der Innenseite der Bodenwand l9 des Verschlußaußenteiles
l5 in ausgerichteter Beziehung zu den ersten Eingriffselementen 7 des Verschlußinnenteiles
l eine Vielzahl zweiter komplementärer Eingriffselemente 2l vorgesehen. Die zweiten
Eingriffselemente 2l haben ebenfalls jeweils vorzugsweise eine sägezahnartige Ausbildung
mit im wesentlichen vertikalen, d.h. axialen Sperrflächen 2lʺ und schrägen Auflaufflächen
2lʹ. Die Sperrflächen 2lʹ der zweiten Eingriffselemente 2l weisen in Aufschraubrichtung,
während die Auflaufflächen 2lʹ in Abschraubrichtung weisen. Demzufolge können bei
einer Verdrehung des Außenteiles l5 gegenüber dem Innenteil l die Sperrflächen 7ʹ
der ersten Eingriffselemente 7 in Anlage mit den Sperrflächen 2lʺ der zweiten Eingriffselemente
2l kommen, während bei einer entgegengesetzten Drehung des Verschlußaußenteiles l5
die Auflaufflächen 7ʹ,2lʹ der ersten und zweiten Eingriffselemente 7, 2l aufeinander
keilartig abgleiten, so daß sich der Verschlußaußenteil l5 infolge des axialen Spieles
zwischen den Verschlußteilen weg vom Behälter bewegen will.
[0019] Von einer zentralen Stelle der Innenseite der Bodenwand l9 des Verschlußaußenteiles
l5 ragen ferner axial nach unten ein oder mehrere federnder Rastelemente oder Zungen
22 ab, die jeweils bei Betrachtung in einer radialen Schnittebene bogenförmig gekrümmt
sind und nach innen federnd nachgeben können. Die Rastelemente 22 haben axiale Stirnkanten,
welche zu den Stirnkanten der Rastzähne 8 an der Umfangswand der Vertiefung 5 des
Verschlußinnenteiles l ausgerichtet sind. Die Rastelemente 22 haben ferner eine solche
axiale Erstreckung, daß sie permanent in Eingriff mit den Rastzähnen 8 des Verschlußinnenteiles
l treten können, d.h. auch in der in Fig. l gezeigten Position des Verschlusses mit
intaktem Sicherungsring ll. Sie bilden den zweiten Part der unidirektionalen Kupplungsanordnung
zwischen den Verschlußteilen.
[0020] Der erfindungsgemäße Schraubverschluß umfaßt somit zwei unabhängige Anordnungen,
um eine auf den Verschlußaußenteil l5 ausgeübte Drehkraft auf den Verschlußinnenteil
l zu übertragen. Dabei ist die durch die unidirektionale Kupplungsanordnung 8, 22
geschaffene Drehverbindung nur bei Drehung des Verschlußaußenteiles l5 in Aufschraubrichtung
wirksam, da bei einer Drehung in entgegensetzter Richtung die federnden Rastelemente
oder Zungen 22 an den Rastzähnen 8 des Verschlußinnenteiles l lediglich entlanggleiten,
so daß eine kuppelnde Verbindung nicht zustande kommt.
[0021] Die andere mögliche Drehverbindung zwischen den Verschlußteilen wird durch die ersten
und zweiten Eingriffslemente 7, 2l am Innen- bzw. Außenteil l, l5 geschaffen. Wie
Fig. l zeigt, verhindert der Sicherungsring ll ein Zusammenwirken dieser Eingriffselementen
7, 2l, indem er den Verschlußaußenteil l5 in einer axialen Beziehung zum Verschlußinnenteil
l hält, bei der die zweiten Eingriffselemente 2l des Verschlußaußenteiles l5 außerhalb
der axialen Begrenzungen der zweiten Eingriffselemente 7 des Verschlußinnenteiles
l liegen. In dieser bei intakten Stegen l0 eingenommenen Position besteht daher eine
Drehkraft übertragende Verbindung zwischen Verschlußteilen nur über die unidirektionale
Kupplungsanordnung, bestehend aus den federnden Rastelementen 22 und den Rastzähnen
8. Somit kann der Verschluß zwar auf den Hals eines Behälters ohne weiteres wie ein
gewöhnlicher einteiliger Verschluß fest aufgeschraubt werden. Der Versuch, den aufgeschraubten
Verschluß vom Behälter abzuschrauben, mißlingt jedoch, da bei einer Drehkraft auf
den Verschlußaußenteil in Abschraubrichtung die unidirektionale Kupplungsanordnung
unwirksam ist und die ersten und zweiten Eingriffselemente 7, 2l durch den Sicherungsring
ll außer Eingriff miteinander gehalten werden.
[0022] Vor Abschrauben des Verschlusses ist es daher erforderlich, den Sicherungsring ll
abzutrennen. Dazu muß auf den Verschlußaußenteil l5 eine äußere Kraft, z.B. ein Schlag,
ausgeübt wird, der eine axiale Bewegung des Verschlußaußenteiles l5 gegen den Behälter
bewirkt, so daß der Sicherungsring ll infolge seiner Anlage am Verschlußaußenteil
eine ebensolche Bewegung vornimmt und dadurch die Stege l0 zum Reißen gebracht werden.
Bei gerissenen Stegen l0 und damit abgetrenntem Sicherungsring ll kommt der Verschlußaußenteil
l5 in eine axiale Lage in Bezug auf den Innenteil l, bei der eine Eingriffnahme zwischen
den ersten und zweiten Eingriffselementen 7, 2l möglich ist. Bei Einwirken einer Drehkraft
auf den Verschlußaußenteil l5 in Aufschraubrichtung kommt es unter diesen Umständen
zu einer zweifachen formschlüssigen Verknüpfung der Verschlußteile, nämlich sowohl
über die Eingriffselemente 7, 2l als auch über die unidirektionale Kupplungsanordnung.
[0023] Beim Versuch, den Verschluß vom Behälterhals abzuschrauben, werden jedoch aufgrund
des axialen Spieles zwischen den Verschlußteilen die Auflaufflächen 7ʹ, 2lʹ der ersten
bzw. zweiten Eingriffselemente 7, 2l lediglich aufeinander abgleiten, so daß keine
Drehkraft auf den Verschlußinnenteil übertragen wird. Hierzu ist zusätzlich erforderlich,
gleichzeitig mit der Drehkraft eine gegen den Behälter gerichtete Axialkraft auf den
Verschlußaußenteil l5 auszuüben, so daß zwischen den keilartig aufeinander stehenden
Auflaufflächen 7ʹ, 2lʹ der ersten und zweiten Eingriffselemente 7, 2l eine Reibhaltekraft
erzeugt wird, die während der Dauer des Einwirkens der Axialkraft eine kraftschlüssige
Verbindung zwischen den beiden Verschlußteilen l, l5 schafft. Da die Reibhaltekraft
nicht nur von der Stärke der äußeren Kraft, sondern auch von der Schräge der Auflaufflächen
7ʹ, 2lʹ der Eingriffselemente 7, 2l abhängt, ist deren Neigung entsprechend zu wählen.
Geeignete Neigungswinkel der Auflaufflächen können 25° bis 45° betragen.
[0024] Fig. 2 zeigt eine modifizierte Ausführungsform der Erfindung, bei der gleiche oder
ähnliche Teile wie bei der Ausführungsform nach Fig. l mit gleichen Bezugszeichen
versehen sind. Die Ausführungsform nach Fig. 2 unterscheidet sich von derjenigen nach
Fig. l im wesentlichen in einer anderen Anbindung des Sicherungsringes am betreffenden
Verschlußteil sowie in der Art und Weise wie die Kraft aufgebracht wird, die zu einem
Reißen der Abreißstege führt.
[0025] Wie in Fig. 2 dargestellt, ist der Sicherungsring 27 über im wesentlichen radial
nach außen sich erstreckende Stege 28 an einem unteren äußeren Endbereich des Verschlußaußenteiles
25 angebunden, und weist mithin der Verschlußinnenteil 24 an seinem unteren axialen
Ende nur die Schulter- oder Absatzfläche auf, mit der der ringförmige Vorsprung l7
des Verschlußaußenteiles 25 in hintergreifende Beziehung treten kann. Der Verschlußinnenteil
24 kann im übrigen entsprechend der Ausführungsform nach Fig. l ausgebildet sein.
Darauf hinzuweisen ist, daß in Fig. 2 die unidirektionale Kupplungsanordnung zwischen
den Verschlußteilen nicht dargestellt ist.
[0026] Der Sicherungsring 27 überragt die untere Stirnkante des Verschlußaußenteiles 25
in einem geeigneten Ausmaß dergestalt, daß, wenn der Verschluß auf den Behälterhals
29 mit intakten Abreißstegen 28 aufgeschraubt wird, die untere freie Kante des Sicherungsringes
27 in Berührung mit der Schulterfläche 32 des Behälters kommt und dadurch eine axiale
Bewegung des Verschlußaußenteiles 25 relativ zum Innenteil 24 weg vom Behälter bewirkt
wird. Der Verschluß ist dabei so dimensioniert, daß im voll aufgeschraubtem Zustand
zwischen Innen- und Außenteil 24, 25 eine axiale Lagebeziehung herrscht, die eine
Eingriffnahme der ersten und zweiten Eingriffselemente 7, 2l der Verschlußteile verhindert.
Diese Eingriffnahme kommt erst zustande, wenn bei einer auf den Verschlußaußenteil
25 ausgeübten Axialkraft, die den Verschlußaußenteil 25 gegen den Behälter bewegt,
die radialen Stege 28 reißen, da diese Bewegung vom Sicherungsring 27 infolge seiner
Anlage an der Schulterfläche 32 des Behälters nicht mitgemacht wird. Nach abgetrenntem
Sicherungsring entspricht die weitere Handhabung des Verschlusses der Ausführungsform
nach Fig. l.
[0027] Die Erfindung wurde vorauszugehend anhand bevorzugter Ausführungsformen beschrieben.
Es versteht sich jedoch, daß sie hierauf nicht beschränkt ist, sondern Modifikationen,
die sich anhand der gegebenen Lehre dem Fachmann anbieten, einbezogen sind. So braucht
eine unidirektionale Kupplungsanordnung zum erstmaligen Aufschrauben des Verschlusses
auf den Behälterhals nicht unbedingt vorgesehen werden, wenn man anstelle eines Aufschraubens
des fertig montierten Verschlusses zunächst nur den Verschlußinnenteil auf den Behälter
aufschraubt und dann den Außenteil darauf aufsetzt, was infolge des Schnappsitzes
ohne weiteres möglich ist. Auch kann die unidirektionale Kupplungsanordnung, wenn
vorgesehen, eine andere Ausbildung als in Gestalt von miteinander in Eingriff tretenden
federnden Zungen und Rastzähnen haben. Ferner ist es nicht erforderlich, daß sowohl
die ersten als auch zweiten Eingriffselemente eine im wesentlichen komplementäre sägezahnförmige
Konfiguration haben. Vielmehr reicht es aus, wenn nur entweder die ersten oder zweiten
Eingriffselemente dergestalt ausgebildet sind und die betreffenden anderen Eingriffselemente
als z.B. Stummel oder Ansätze ausgebildet sind. Bezüglich weiterer Modifikationen
hinsichtlich der Ausgestaltung des Verschlußaußen- und -innenteiles und der miteinander
zusammenwirkenden Eingriffselemente wird auf die DE-U-74 39 644 verwiesen. Eine weitere
Modifikation sieht vor, daß zwischen Verschlußaußen- und -innenteil Federmittel angebracht
sein können, die im entspannten Zustand den Verschlußaußenteil so halten, daß die
Eingriffselemente außer Eingriff miteinander stehen. Eine geeignete Ausbildung für
derartige Federelemente ist der DE-U-86 l5 533 zu entnehmen.
1. Kindersicherer Schraubverschluß für Behälter und dgl. mit einem auf den Behälterhals
aufschraubbaren Innenteil und einem davon gehaltenen Außenteil, wobei am Innen- und
Außenteil zusammenwirkende erste und zweite Eingriffselemente vorgesehen sind, welche
innerhalb eines axialen Spieles zwischen den Verschlußteilen bei einer Drehung im
Sinne eines Aufschraubens des Verschlusses auf den Behälterhals in formschlüssigem
Eingriff miteinander bringbar sind und bei entgegengesetzter Drehung aneinander keilartig
abgleiten können, so daß der Verschluß nur unter Einwirken einer auf den Außenteil
ausgeübten gleichzeitigen Dreh-und Axialkraft vom Behälterhals abschraubbar ist, gekennzeichnet
durch einen an einem der Verschlußteile (l,l5,24,25) über Abreißstege (l0,28) angebundenen
Sicherungsring (ll,27) zum Zusammenwirken mit dem Außenteil (l5,25) dergestalt, daß
dieser wenigstens in der aufgeschraubten Position des Verschlusses in einer eine Eingriffnahme
der Eingriffselemente (7,2l) verhindernden axialen Stellung in Bezug auf den Innenteil
(l,24) gehalten ist, so daß die Eingriffselemente nur nach Abtrennen des Sicherungsringes
in Eingriff miteinander bringbar sind.
2. Schraubverschluß nach Anspruch l, gekennzeichnet durch eine von den Eingriffselementen
(7,2l) unabhängige unidirektionale Kupplungsanordnung (8,22) zum lösbaren Verknüpfen
der Verschlußteile (l,l5,24,25) in Aufschraubrichtung des Verschlusses.
3. Schraubverschluß nach Anspruch l oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Sicherungsring
(ll,27) unter einer auf den Außenteil (l5,25) ausgeübten Axialkraft vom betreffenden
Verschlußteil abtrennbar ist.
4. Schraubverschluß nach Anspruch l, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Sicherungsring
(ll) über im wesentlichen axiale Stege (l0) am Innenteil (l) angebunden ist und eine
Anlagefläche (l2) zur Anlage an einer Unterfläche (l8) des Außenteiles (l5) hat.
5. Schraubverschluß nach Anspruch l, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Sicherungsring
(27) über im wesentlichen radiale Stege (28) am Außenteil (25) so angebunden ist,
daß er in der aufgeschraubten Position des Verschlusses ohne Zerstörung der Abreißstege
(28) mit einer Schulterfläche (32) des Behälters in Anlage bringbar ist.
6. Schraubverschluß nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß jedes Eingriffselement (7,2l) eine im wesentlichen axiale Sperrfläche (7ʺ,2lʺ)
und eine sich daran im wesentlichen anschließende schräge Auflauffläche (7ʹ,2lʹ) hat.
7. Schraubverschluß nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Neigung der Auflaufflächen
(7ʹ,2lʹ) der Eingriffselemente (7,2l) so gewählt ist, daß bei einer bestimmten auf
den Außenteil (l5,25) ausgeübten Axialkraft zwischen aufeinanderstehenden Auflaufflächen
(7ʹ,2lʹ) zusammenwirkender Eingriffselemente eine Reibhaltekraft erzeugt wird, die
während der Dauer des Einwirkens der Axialkraft eine kraftschlüssige Verbindung zwischen
den Verschlußteilen schafft.
8. Schraubverschluß nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Kupplungsanordnung Rastzähne (8) an einem der Verschlußteile (l,l5,24,25)
und damit zusammenwirkende federnde Rastelemente (22) am anderen Verschlußteil umfaßt.
9. Schraubverschluß nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß der Außenteil (l5,25) durch Schnappsitz am Innenteil (l,24) gehalten ist.