[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren für ein Entfernen von Vereisungen an umlaufenden
Regenerativ-Wärme- und/oder Stofftauschern und eine Einrichtung zur Durchführung
des Verfahrens.
[0002] Bei tiefliegenden Außentemperaturen, Unterschreiten von ca. -15°C ist mit einer Vereisung
umlaufender Regenerativ-Wärme- und/oder Stofftauschern zu rechnen, die zuluftseitig
mit der Außenluft in Verbindung stehen. Diese Gefahr der Vereisung besteht während
des laufenden Betriebs für die Oberflächen der Speichermasse oder aber nach Betriebsunterbrechung
innerhalb der Ringkammer zwischen den Mänteln des Speichermassenträgers und des
umschließenden Gehäuses sowie für die Umfangsdichtung im Bereich des tiefsten Punkts,
an dem sich Kondensat sammelt. Die Vereisung der Oberflächen der Speichermasse während
des Betriebs nimmt beispielsweise bei Wärmetauschern, die der Beheizung gegebenenfalls
auch der Befeuchtung von Raumluft dienen, ihren Ausgang in Drehrichtung gesehen vor
Übertritt der Speichermasse aus dem Zuluft- in den Abluftstrom unabhängig von einer
vertikalen oder horizontalen Lage der Drehwelle einer umlaufenden Speichermasse. Die
Vereisungsgefahr nach Betriebsunterbrechung besteht insbesondere für Wärmetauscher
mit horizontaler Drehwelle einer umlaufenden Speichermasse.
Es sind umlaufende Wärme- und/oder Stofftauscher für Gasströme bekannt, bei denen
im Übergangsbereich des Rotors von dem Kanal des einen Gasstroms in den des anderen
eine Reinblaszone vorgesehen ist. Durch die Reinblaszone wird die Gasfüllung des
einen Mediums die in der Speichermasse beim Übertritt in den benachbarten Gaskanal
des anderen Mediums eingeschlossen ist, durch das andere Medium in den Ursprungsgasstrom
zurückgeführt (DE-P 17 51 696).
[0003] Die Erfindung stellt sich demgegenüber die Aufgabe, die Vereisung umlaufender Regenerativ-Wärme-
und/oder Stofftauscher zu verhindern bzw. auftretende Vereisungen kurzfristig wieder
zu entfernen.
Zur Lösung dieser Aufgabe sieht das erfindungsgemäße Verfahren vor, daß ein Teilstrom
eines Reingases vorzugsweise eines der wärmetauschenden Gasströme unter Erhöhung des
Drucks und der Temperatur partiell durch die Speichermasse und/oder durch die Ringkammer
sowie nachfolgend durch den Spalt zwischen Umfangsdichtung und Speichermasse hindurchgeleitet
wird. Für den zur Enteisung aufzuwärmenden Teilstrom kann je nach den Anforderungen
für die Luftreinheit ein Teilstrom der warmen Abluft oder der kalten Frischluft entnommen,
durch eine Zusatzheizung erwärmt und anschließend über die vereisten Oberflächen
geführt werden. Die Beheizung kann vorteilhaft durch die Messung des Druckverlusts
innerhalb der Speichermasse nach Unterschreiten einer vorgegebenen Temperatur abhängig
von einem Überschreiten eines vorgegebenen Sollwerts solange durchgeführt werden bis
der Sollwert des Druckverlusts wieder unterschritten ist. Die Einbeziehung der Außentemperatur
durch deren direkte oder indirekte Bestimmung berücksichtigt etwaige gleichzeitig
auftretende Verschmutzungen. Gleichermaßen vorteilhaft kann nach Unterschreiten einer
vorgegebenen Temperatur für die Außenluft zeitabhängig die Erwärmung der Speichermasse
durch den erwärmten Teilstrom durchgeführt werden. In allen diesen Fällen kann durch
entsprechende Anordnung der Fördergebläse der wärmetauschenden Gase selbst die Führung
des zum Entfernen von Vereisungen abgezweigten Teilstroms erfolgen. Für eine intensive
Enteisung vorteilhaft ist jedoch, daß der Druck des zu erwärmenden Teilstroms in Vor-
oder Nachschaltung zum Durchgang durch die Speichermasse und/oder die Ringkammer
durch eine separates, druckerhöhendes Gebläse weiter angehoben wird. Besonders vorteilhaft
ist eine Druckanhebung des erwärmten Teilstroms zumindest über den des wärmeaufnehmenden
Gasstroms nach Erwärmung innerhalb der Speichermasse oder des wärmeabgebenden Gasstroms
vor seinem Eintritt in die Speichermasse. Hierzu ist der erwärmte Teilstrom auf der
Druckseite des weiteren Gebläses in einen ersten Teilsektor auf der einen Seite der
Speichermasse ein- sowie durch die Speichermasse hindurchzuleiten und auf der gegenüberliegenden
in einen benachbarten zweiten Teilsektor umzulenken sowie in diesem auf die Eintrittsseite
zurückzuführen. Schließlich kann hierzu für eine Energieersparnis vorteilhaft der
Teilstrom dem Austritt aus dem zweiten Teilsektor nachfolgend auf die Saugseite des
weiteren Gebläses zurück- und damit im Kreislauf geführt werden. Im Zusammenhang mit
einer derartigen Kreislaufführung kann, soweit oxidierbare, schädliche Bestandteile
in einem Gasstrom enthalten sind, durch eine Wärmequelle in der Form einer direkten
Feuerung eine thermische Nachverbrennung mit dem damit verbundenen Reinigungseffekt
während des Übertritts der Speichermasse in den anderen erfolgen.
Zur Durchführung des Verfahrens vorteilhaft ist eine Einrichtung, die einen Anschluß
oder Bypass zu einem der Kanäle der wärme- und/oder stofftauschenden Gasströme, eine
in diesen angeordnete Wärmequelle und zumindest ein Regelorgan in der Energieversorgungsleitung
derselben aufweist, die ferner weitere Gasanschlußstutzen des die Speichermasse umschließenden
Gehäuses für einen weiteren Sektor zwischen denjenigen der wärme- und stofftauschenden
Gase aufweist. Für diesen weiteren Sektor ist zur Minderung von Anlagekosten der Spülsektor
für das Ausspülen der Fortluft lufttechnischer Anlagen oder der Abgase von Trocknungsanlagen
einzusetzen und die Heizeinrichtung in diesen zu integrieren, wobei dem primär durchströmten
Teilsektor dieses Spülsektors der Anschluß oder Bypass vorzugsweise zum Kanal des
wärmetauschenden Reingases vorgeschaltet ist. Bei Außerbetriebnahme der Beheizung
wird entsprechend der ursprünglichen Aufgabe lediglich die Kammerfüllung des verunreinigten
Gasstroms durch den Reingasteilstrom in den Ursprungsstrom der wärmetauschenden Medien
verdrängt, bevor die Speichermasse in den Reingaskanal eintritt. Besonders vorteilhaft
ist ein Bypass mit Regelorgan und dessen Verbindung abströmseitig mit der Ringkammer
des die Speichermasse umschließenden Gehäuses, um unabhängig voneinander die Enteisung
der Speichermasse während des Betriebes einerseits und die Enteisung der Ringkammer
und der Umfangsdichtung vor Wiederinbetriebnahme andererseits vornehmen zu können
und hierbei den Einsatz von Zusatzenergie weitgehend zu beschränken. Werden Reingase
verwendet, so kann über diesen Bypass die Ringkammer und/oder ein Sektor der Speichermasse
zwischen denjenigen der wärmetauschenden Gasströme ständig unter einen von einem
oder beiden Gasströmen abweichenden Druck gesetzt werden, um Sperrgase durch die
Dichtungen zu führen, die im Fall auftretender oder vorhandener Vereisung unter Inbetriebnahme
der Heizeinrichtung den Frostschutz durchführen lassen. Für die Aufwärmung des für
den Frostschutz eingesetzten Luft- oder Gasstroms kann ein elektrischer Heizkörper,
ein Warmwasser-Wärmetauscher, eine Direktbeheizung mit einem flüssigen oder gasförmigen
Brennstoff und selbst ein Einsprühen von Heizwasser oder Dampf in den zur Enteisung
eingesetzten Teilstrom der Gase eingesetzt werden. Beispielsweise ist ein direkt
beheizender Gasbrenner einzusetzen, der durch einen separaten, leitungsgebundenen
Gasvorrat gespeist wird, um eine Vereisung aus der Speichermasse während des Betriebs
und vor Wiederinbetriebnahme aus der Ringkammer sowie den Umfangsdichtungen zu entfernen.
[0004] Zur Erläuterung der Erfindungsgedanken zeigen in schematischer Darstellung:
Figur 1 - ein außenluftseitig der Speichermasse sowie einem Spülsektor vorgeschaltetes
Teilstromgebläse mit Wärmequelle,
Figur 2 - ein fortluftseitig der Speichermasse sowie einem Spülsektor nachgeschaltetes
Teilstrom-Gebläse und
Figur 3 - eine Reihenschaltung des außenluftseitigen Speichermassensektors, des Außenluftgebläses
eines Bypasses mit Wärmequelle und der Ringkammer.
[0005] Gemäß der Darstellung in Figur 1 wird aus dem Außenluftkanal 2 vor Eintritt in die
Speichermasse 4, also auf ihrer kalten Seite, ein Teilstrom der Außenluft durch ein
Gebläse 6 entnommen und der Druck des Teilstroms erhöht. Dieser Teilstrom wird zunächst
durch eine Wärmequelle 8 erwärmt. Als Wärmequelle sind Wärmeübertragungsflächen dargestellt,
denen Wärme von Heizwasser zugeführt wird. Der erwärmte Teilstrom wird zunächst durch
einen Teilsektor der Speichermasse hindurchgeführt, auf der gegenüberliegenden Seite
unter der Abdeckung 10 in einen zweiten Teilsektor übergeleitet und durch letzteren
auf die Eintrittsseite oder die Seite der Entnahme zurückgeführt sowie in den Fortluftstrom
eingeleitet.
[0006] Nach der Ausgestaltung gemäß Figur 2 ist abweichend von der in Figur 1 dargestellten
vorgesehen, daß ein erwärmter Teilstrom zur Enteisung im Kreislauf geführt wird.
Hierzu ist das Teilstromgebläse 26 im Fortluftkanal 12 der kalten Seite der Speichermasse
24 nachgeschaltet. Der Fortluft wird Leckluft auf der kalten Seite der Speichermasse
24 über die Spalten zwischen Dichtung und Speichermasse entnommen. Auf der Druckseite
des Gebläses 26 wird der Teilstrom erwärmt und außenluftseitig auf der kalten Seite
der Speichermasse in den Spülsektor eingeleitet. Auf der heißen Seite der Speichermasse
wird der Teilstrom unter der Abdeckung 20 in den benachbarten Kanal des Spülsektors
eingeleitet und in diesem auf die Eintrittsseite des Spülsektors zurückgeleitet sowie
der Saugseite des Teilstromgebläses zugeführt. Im Kreislauf aus dem Spülsektor und
der diesem auf der kalten Seite der Speichermasse vorgeschalteten Leitungsführung
mit eingeschaltetem Teilstromgebläse sowie Wärmequelle stellt sich ein Gleichgewicht
zwischen den auf der Druckseite des Teilstromgebläses durch die Spalten der Dichtung
in den Außenluftstrom herausgeführten Sperrgasen und den saugseitig aus der Fortluft
über die Dichtung entnommenen, in den Kreislauf hereingeführten Leckgasen ein.
Entsprechend der Darstellung in Figur 3 wird auf der Druckseite des Außenluftgebläses
44 ein Teilstrom innerhalb der Speichermasse 34 vorgewärmter Außenluft in einen Bypass
42 eingeleitet. Durch den gegenüber dem Außenluftstrom und dem Fortluftstrom höheren
Druck innerhalb der Ringkammer treten Sperrgasströme aus diesem Teilstrom zwischen
Speichermasse und auf Seiten des Gehäuses angeordneten Dichtungslippen 50 in den Fortluft-
und in den Außenluftstrom über. In dem Bypass ist eine Regelklappe 60 vorgesehen,
um die Sperrgase in ihrer Menge temperaturabhängig zu begrenzen. Der Betrieb der Wärmequelle
erfolgt gleichermaßen abhängig von gemessenen Werten der Temperatur und/oder des Druckverlustes
innerhalb der Speichermasse.
1. Verfahren für ein Entfernen von Vereisungen an umlaufenden Regenerativ-Wärme-
und/oder Stofftauschern, dadurch gekennzeichnet, daß ein Teilstrom eines Reingases vorzugsweise eines der wärmetauschenden Gasströme
unter Erhöhung des Drucks und der Temperatur partiell durch die Speichermasse und/oder
durch die Ringkammer sowie nachfolgend durch den Spalt zwischen Umfangsdichtung und
Speichermasse hindurchgeleitet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Druckverlust innerhalb
der Speichermasse nach Unterschreiten einer vorgegebenen Außentemperatur laufend
gemessen und abhängig von einem Überschreiten eines vorgegebenen Sollwerts für den
Druckverlust der erwärmte Teilstrom durch dei Speichermasse geführt wird bis der Sollwert
wieder unterschritten ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß nach Unterschreiten einer
vorgegebenen Temperatur der Außenluft zeitabhängig der erwärmte Teilstrom zugeführt
wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Druck des
Teilstroms in Vor- oder Nachschaltung zum Durchgang durch die Speichermasse und/oder
die Ringkammer durch ein separates druckerhöhendes Gebläse weiter angehoben wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Druckanhebung des Teilstroms
zumindest über den des wärmeaufnehmenden Gasstroms nach seiner Erwärmung innerhalb
der Speichermasse oder des wärmeabgebenden Gasstromes vor seinem Eintritt in die Speichermasse
vorgenommen wird.
6. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Teilstrom auf der Druckseite
des weiteren Gebläses in einen ersten Teilsektor auf der einen Stirnseite der Speichermasse
ein- sowie durch diesen hindurchgeleitet, auf der gegenüberliegenden in einen benachbarten
zweiten Teilsektor umgelenkt und in diesem auf die Eintrittsseite zurückgeführt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Teilstrom dem Austritt
aus dem zweiten Teilsektor nachfolgend auf die Saugseite des weiteren Gebläses zurückgeführt
wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß oxidierbare Bestandteile
in einem der beiden wärme- und / oder stofftauschenden Gasströme während des Übertritts
in den jeweils anderen, durch eine Wärmequelle in der Form einer direkten Feuerung
thermisch nachverbrannt werden.
9. Einrichtung für ein Entfernen von Vereisungen an umlaufenden Regenerativ-Wärme-
und/oder Stofftauschern, gekennzeichnet durch einen Anschluß oder Bypass zu einem
der Kanäle (2, 12) der wärmetauschenden Gasströme, eine in diesen angeordnete Wärmequelle
(8) und zumindest ein Regelorgan in der Energieversorgungsleitung derselben, ferner
Gas-Anschlußstutzen des die Speichermasse umschließenden Gehäuses für einen weiteren
Sektor zwischen denjenigen der wärme- und/oder stofftauschenden Gase.
10. Einrichtung nach Anspruch 8 mit einem Spülsektor gekennzeichnet durch einen dem
primär durchströmten Teilsektor des Spülsektors vorgeschalteten Bypass, vorzugsweise
zum Kanal des wärmetauschenden Reingases.
11. Einrichtung nach Anspruch 8 oder 9, gekennzeichnet durch einen Bypass mit Regelorgan
für den Eintritt eines Teilstroms eines der wärme- und/oder stofftauschenden Gasströme
und dessen Verbindung mit der Ringkammer des die Speichermasse umschließenden Gehäuses.