[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Magazin mit einer Füllöffnung und einem gurtlosen
Zuführsystem gemäß dem Gattungsbegriff des Patentanspruchs 1.
[0002] Das Zuführsystem besteht hierbei im wesentlichen aus einer Patronen-Aufnahmevorrichtung
sowie einer damit in Wirkeingriff stehenden ersten Spannvorrichtung. Die Patronen-Aufnahmevorrichtung
ist in zwei Richtungen bewegbar, nämlich in einer Zuführrichtung und einer hierzu
entgegengerichteten Füllrichtung. Während der Schießphase befördert das Zuführsystem
die Patronen selbsttätig und sequentiell in Zuführrichtung zu einem Schußwaffenlauf.
Hierzu dient eine Vorspannung der ersten Spannvorrichtung in Zuführrichtung sowie
deren Wirkeingriff mit der Patronen-Aufnahmevorrichtung. Während der Füllphase hingegen,
kann die Patronen-Aufnahmevorrichtung über eine Handhabe manuell in die Füllrich
tung bewegt werden. Dabei lassen sich die Patronen durch die Füllöffnung der Reihe
nach auf der Patronen-Aufnahmevorrichtung anordnen. Wegen des Wirkeingriffs der Patronen-Aufnahmevorrichtung
mit der ersten Spannvorrichtung wird hierdurch gleichzeitig die erste Spannvorrichtung
in Zuführrichtung vorgespannt.
[0003] Ein derartiges Magazin ist von der Anmelderin bereits entwickelt worden. Bei diesem
bekannten Magazin ist die Patronen-Aufnahmevorrichtung durch eine endlose Kette realisiert.
Die Kette besteht hierbei im wesentlichen aus zwei zueinander parallel geführten endlosen
Kettensträngen, die ihrerseits durch Querstäbe miteinander verbunden sind. Der Abstand
der Querstäbe ist dem Durchmesser der Patronenhülsen angepaßt. Diese Transportkette
ist in einem mäanderförmig verlaufenden Magazinkanal geführt und umschlingt einen
Sektor der ersten Spannvorrichtung. Die Spannvorrichtung besteht im wesentlichen
aus einer Trommel, die ihrerseits von einem Federantrieb selbsttätig in eine der
Zuführrichtung entsprechenden Drehrichtung gedreht wird.
[0004] Bei Bewegung der Transportkette in Zuführrichtung werden die magazinierten Patronen
in Richtung eines Zuführkanales geführt. Dem Zuführkanal vorgelagert ist eine schiefe
Ebene, die die Patronen aus der Transportkette heraushebt und in den Zuführkanal befördert.
Am Ausgabeende des Zuführkanals wird die jeweils vorderste Patrone von Magazinlippen
gehalten und dort von der Waffe in axialer Richtung dem Zuführkanal entnommen. Sind
alle magazinierten scharfen Patronen dem Magazin entnommen, läuft eine mit der Transportkette
fest verbundene Blindpatrone gegen die Magazinlippen an. Spätestens danach sollte
das Magazin wieder geladen werden.
[0005] Zum Laden des bekannten Magazins wird die Transportkette in die der Zuführrichtung
entgegengesetzte Füllrichtung bewegt. Dabei gelangen in die schachtartige Füllöffnung
eingespeiste Patronen in den darunterliegenden Magazinkanal und kommen dort zwischen
zwei Querstäben der Transportkette zu liegen. Die Einspeisung der Patronen in den
Füllschacht erfolgt gewöhnlich mit der einen Hand; das Bewegen der Transportkette
in Füllrichtung mit der anderen. Der Füllschacht kann auch zwei zueinander parallele
Schachtabschnitte umfassen, so daß in ihm zwei parallele Patronenreihen zur Übergabe
an die Transportkette anstehen.
[0006] Gegenüber einem Magazin mit Patronengurt hat das gattungsgemäße Magazin - wegen
des gurtlosen Zuführsystems - den Vorteil höherer Packungsdichte. Zusätzlich bietet
es den Patronen einen besseren Schutz gegen Außeneinflüsse. Hinzu kommt eine höhere
Bewegungsfreiheit für den Schützen, da dieser nicht durch herumhängende Patronengurte
beeinträchtigt wird. Schließlich führt die Ausrüstung einer Maschinenwaffe, z.B.
ein Maschinengewehr oder eine Maschinenpistole, mit einem derartigen Magazin zu einer
Gewichtsersparnis gegenüber der Ausrüstung mit einem Patronengurt gleicher Patronenzahl.
[0007] Die Erfindung befaßt sich mit der Aufgabe, ein Magazin der eingangs genannten gattungsgemäßen
Art zur Verfügung zu stellen, das sich unter möglichst weitestgehender Beibehaltung
seiner bisherigen Vorteile durch einfache Bedienbarkeit auszeichnet.
[0008] Diese Aufgabe wird durch das im Patentanspruch 1 genannte Magazin gelöst, also dadurch,
daß das gattungsgemäße Magazin mit einer Einrichtung bestückt ist, welche das Zuführsystem
während der Füllphase selbsttätig aber lösbar blockiert, und zwar in Zuführrichtung
bei Freigabe der ersten Spannvorrichtung und/oder in Füllrichtung bei Auftreten einer
Patronenlücke in der Patronen- Aufnahmevorrichtung hinter der Füllöffnung - in Füllrichtung
gesehen.
[0009] Diese nur während der Füllphase aktive Blockiereinrichtung hat den Vorteil, daß die
Handhabe zum manuellen Bewegen der Patronen-Aufnahmevorrichtung in Füllrichtung und
zum gleichzeitigen Spannen der Spannvorrichtung jederzeit während der Füllphase losgelassen
werden kann, ohne daß dann die Patronen selbsttätig in Zuführrichtung bis zur Ausgabeöffnung
des Magazins bewegt werden. Ein (kurzes) Loslassen dieser Handhabe kann während des
Füllens dann notwendig werden, wenn die Patronen- Aufnahmevorrichtung eine so große
Strecke mit der Hand bewegt werden muß, daß dies mit einer Handstellung nicht mehr
möglich ist und deshalb die Handstellung zwischendurch gewechselt werden muß. Die
Notwendigkeit des Loslassens der Handhabe bei einem Handstellungswechsel ergibt sich
insbesondere dann, wenn nur eine Hand zur Verfügung steht, etwa dann, wenn mit der
anderen Hand Patronen in den Füllschacht eingeführt werden.
[0010] Die Blockiereinrichtung hat darüber hinaus den Vorteil, daß eine etwa auftretende
Patronenlücke noch im Bereich der Füllöffnung erkannt werden kann. Eine Patronenlücke
kann z. B. auftreten wenn sich Patronen im Füllschacht verkanten und/oder die Transportkette
schneller bewegt wird als Patronen zugeführt werden können.
[0011] Bevorzugt weist die Blockiereinrichtung ein erstes Blockiermittel zum Blockieren
in Zuführrichtung und ein davon unabhängiges zweites Blockiermittel zum Blockieren
in Füllrichtung auf, derart, daß die beiden Blockiermittel das Zuführsystem nicht
gleichzeitig in beiden Bewegungsrichtungen blockieren. Die gegenseitige Unabhängigkeit
der beiden Blockiermittel schafft eine größere Betriebssicherheit derselben, da mögliche
Störungen des einen Mittels sich nicht zwangsläufig auf das andere auswirken.
[0012] Zur Inaktivierung der beiden Blockiermittel während der Schießphase ist eine Schließvorrichtung
vorgesehen und derart mit dem ersten Blockiermittel gekoppelt, daß sie dieses in ihrer
Schließstellung, also bei verschlossener Füllöffnung, außer Blockiereingriff bringt
oder hält. Ebenso vorzugsweise ist das zweite Blockiermittel mit dem Zuführsystem
derart gekoppelt, daß eine Bewegung des Zuführsystems in Zuführrichtung das zweite
Blockiermittel außer Blockiereingriff bringt oder hält.
[0013] Die vorgenannten Kopplungen der beiden Blockiermittel mit der Schließvorrichtung
einerseits und dem Zuführsystem andererseits stellen auf einfache Art sicher, daß
während der Schießphase keine Blockierung des Zuführsystems auftritt. Hierbei sei
daran erinnert, daß während der Schießphase die Schließvorrichtung regelmäßig geschlossen
ist.
[0014] Die beschriebene Kopplung des zweiten Blockiermittels mit dem Zuführsystem ermöglicht
es außerdem, ersteres sicher und ohne unnötige Zusatzbewegung aus einer - infolge
einer Patronenlücke eingenommenen - Blockierstellung bequem herausbringen zu können.
Die Patronenlücke muß nämlich nur wieder zurück in Zuführrichtung unter die Füllöffnung
bewegt werden. Es muß also nur diejenige Bewegung des Zuführsystems ausgeführt werden,
die ohnehin zum Auffüllen der Patronenlücke notwendig gewesen wäre. Insgesamt wird
hierdurch ein lückenloses Füllen des Magazins erheblich erleichtert, ohne daß es hierzu
besonderer Aufmerksamkeit des Schützen bedarf.
[0015] Besonders bevorzugt ist ein mechanischer Sperreingriff der beiden Blockiermittel
mit dem Zuführsystem, einschließlich der darin gelagerten Patronen. Ein mechanischer
Sperreingriff erweist sich nämlich bei rauhen Kampfbedingungen als besonders störsicher.
Bevorzugt greift hierbei das erste Blockiermittel an einer magazinierten Patrone ein;
das zweite Blockiermittel hingegen an einem Element der Patronen-Aufnahmevorrichtung,
beispielsweise an einem der genannten Querstäbe.
[0016] Ein Füllen der Patronen-Aufnahmevorrichtung nach erfolgtem Blockiereingriff wird
durch eine derartige Anordnung und Auslegung der Blockiermittel erleichtert, wobei
der vom Ort des Blockiereingriffes in Zuführrichtung nächstfolgende Patronenplatz
stets genau unterhalb der Füllöffnung zu liegen kommt.
[0017] Weitere bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung und die damit einhergehenden Vorteile
ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung konkreter Ausführungsbeispiele nebst
der beigefügten Zeichnung.
[0018] In der Zeichnung zeigen:
Fig. 1 eine Seitenansicht, teilweise aufgebrochen, eines Ausführungsbeispieles eines
Magazins, bei dem gerade Patronen von Hand nachgefüllt werden;
Fig. 2 eine Teilansicht des in Fig. 1 links oben liegenden Magazinbereiches, bei
dem ein erstes Blockiermittel eine Bewegung der Patronen-Aufnahmevorrichtung in Zuführrichtung
blockiert;
Fig. 3 eine der Fig. 2 entsprechende Teilansicht, bei der ein zweites Blockiermittel
eine Bewegung der Patronen-Aufnahmevorrichtung in Füllrichtung blockiert;
Fig. 4 eine der Fig. 3 entsprechende Teilansicht, bei der eine weitere Patrone von
Hand eingefüllt worden und dabei eine Lücke entstanden ist;
Fig. 5 eine Teilansicht, wobei die Füllöffnung durch die Schließvorrichtung geschlossen
und somit die Inaktivierung der Blockiermittel in Zuführrichtung gewährleistet ist.
[0019] Das Magazin 2 weist ein Gehäuse 4 auf, das im wesentlichen die Gestalt eines Rechteckes
mit abgerundeten Ecken hat. Im Gehäuse 4 ist eine Patronen-Aufnahmevorrichtung in
Form einer endlosen Kette 6 in ihrer Längsrichtung verschiebbar geführt. Die Kette
6 weist quer zu ihrer Längsrichtung verlaufende Querstäbe 10 auf, die mit nicht gezeigten
Kettengliedern gelenkig zusammengefügt sind. Der lichte Abstand der Querstäbe 10
ist gerade so groß, daß eine Patrone 12 dazwischen Platz hat.
[0020] In Figur 5 ist das Magazin 2 gefüllt und eine Patrone 12-1 liegt an den Magazinlippen
16 an. Diese hat den Bereich zwischen den Querstäben 10 der Kette 6 verlassen. Die
ihr unmittelbar folgende Patrone 12-2 wird von einer Umlenkfläche 18 gerade aus diesem
Bereich herausgeführt und berührt nur noch einen der Querstäbe 10. Im Bereich der
Umlenkfläche 18 ist ein Kanal 20 vorgesehen, der die Querstäbe 10 durchwandern läßt.
[0021] Die Kette 6 des Ausführungsbeispiels kann 150 Patronen 12 auf nehmen. Zudem sind
ca. sechs Blindpatronen unverlierbar mit der Kette verbunden. Bei Bewegung der Kette
in Zuführrichtung gewährleisten diese Blindpatronen, daß die letzte Patrone 12 an
den Magazinlippen zur Anlage kommt. Die in Zuführrichtung Z erste Blindpatrone nimmt
somit die Lage der in Fig. 5 gezeigten Patrone 12-2 ein und ist mit dem einen Querstab
10 beweglich und unverlierbar verbunden.
[0022] Nach Verschießen der letzten Patrone 12-1 verhindert die Unverlierbarkeit der Blindpatrone
mit der Kette ein Nachrücken der Patrone im Zuführkanal 15. Der nur für die Querstäbe
10 ausgelegte Kanal 20 bildet für die Blindpatrone einen Anschlag, wodurch die Bewegung
der Kette 6 in Zuführrichtung arretiert wird. Dabei gewährleistet die in Zuführrichtung
Z letzte Blindpatrone, daß der Fallhebel 180 seine Wirkstellung nicht einnehmen
und somit eine Bewegung der Kette in der Füllrichtung B unverzüglich eingeleitet werden
kann. Ist schließlich beim Befüllen des Magazins der Füllzustand erreicht, läuft die
in Befüllrichtung B erste Blindpatrone an einem Widerlager im Magazin an und arretiert
somit die Bewegung in Füllrichtung der Kette. Die endlose Kette 6 durchläuft das Innere
des Gehäuses 4 auf einem mäanderförmigen Weg und wird dabei durch Führungsnuten in
den beiden parallel zur Zeichenebene der Figuren verlaufenden Magazinwänden 35 geführt.
In diese Führungsnuten greifen die nicht dargestellten Kettenglieder ein. Zur Führung
der Patronen im Magazin 2 dienen außerdem Führungsrippen 29.
[0023] Bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel greift ein walzenförmiges Antriebsrad
32 mit entsprechend ausgebildeten Zähnen 33 in die Querstäbe 10 der Kette 6 ein. Das
Antriebsrad wird von einer spiralförmig gewundenen Bandfeder 50 mit einem in Zuführrichtung
Z wirkenden Drehmoment beaufschlagt. Eine Vorspannung der Feder 50 gewährleistet,
daß die letzte Patrone 12 über die Kette 6 und die Blindpatronen an die Magazinlippen
16 gedrückt wird. Der Drehknopf 56 ist drehfest mit dem Antriebsrad 32 verbunden
und zu diesem koaxial außerhalb des Gehäuses 4 angeordnet. Er dient dem Schützen als
Handhabe zur Bewegung der Kette 6 beim Befüllen des Magazins.
[0024] Im Bereich der Oberseite des Magazins 2 (Fig. 1) in geringem Abstand links von der
Ausgabeöffnung 14 befindet sich eine schachtförmige Füllöffnung 160 zum Einführen
der Patronen 12 in das Magazin 2. Die Füllöffnung 160 ist durch einen in Pfeilrichtung
C schwenkbar gelagerten Deckel 164 verschließbar. In den Fig. 1 bis 4 befindet sich
dieser Deckel 164 in seiner Offenstellung. In dieser Stellung kann der Schütze einzelne
Patronen 12 von Hand in die Füllöffnung 160 einführen, von wo sie infolge der Schwerkraft
in das Magazin gelangen. In Fig. 5 befindet sich der Deckel in seiner Schließstellung.
In dieser Stellung rastet der Deckel 164 in ein Grenzkraft-Riegelgesperre 163 ein
und wird dort sicher gehalten. Die Stirnfläche 165 eines von der Innenfläche 167 des
Deckels 164 vorstehenden Vorsprunges 166 bildet dabei eine Ergänzung zur Führungsbahn
für die magazinierten Patronen 12.
[0025] Im Bereich der Füllöffnung 160 sind Blockiermittel angeordnet, die gemeinsam eine
Blockiereinrichtung bilden.
[0026] Das erste Blockiermittel weist einen zweiarmigen Hebel 170 auf, der um eine rechtwinklig
zur Zeichenebene der Fig. 2 verlaufende Achse 171 begrenzt schwenkbar gelagert ist.
Die Achse 171 ist auf der in Zuführrichtung Z weisenden Seite der Füllöffnung 160
angeordnet. Der Hebel 170 weist einen etwa sägezahnförmig ausgestalteten ersten Hebelarm
174 und einen zweiten Hebelarm 178 auf. An der Unterseite des zweiten Hebelarmes 178
greift eine zweite Spannvorrichtung in Form einer Schraubenfeder 172 an. Durch die
Schraubenfeder 172 wird der Hebel 170 in eine im Gegenuhrzeigersinn weisende Drehrichtung
vorgespannt. Hierdurch ist der in Fig. 2 links von der Achse 171 befindliche erste
Hebelarm 174 bestrebt, in den Weg der Patronen 12 einzufallen und mit einer stirnseitig
vorgesehenen Anschlagfläche 176 deren Weiterbewegung in Zuführrichtung Z zu blockieren.
[0027] Schließt der Schütze nach einem Füllen des Magazins den Deckel 164 der Füllöffnung
160 (Fig. 5), trifft das freie Ende der Deckelunterseite 167 auf eine vorstehende
Nase 175 des zweiten Hebelarmes 178 des zweiarmigen Hebels 170. Hierdurch wird der
zweiarmige Hebel 170 soweit im Uhrzeigersinn, d.h. gegen die Rückstellkraft der Schraubenfeder
172, verschwenkt, daß sein erster Hebelarm 174 vollständig aus der Bewegungsbahn der
Patronen 12 herausgeschwenkt wird. Bei geschlossenem Deckel 164 ist somit das erste
Blockiermittel wirkungslos.
[0028] Die der Kette 6 zugewandte Längsfläche 177 des ersten Hebelarmes 174 ist nach Art
einer schiefen Ebene oder einer konvex gekrümmten Fläche geformt. Hierdurch wird der
erste Hebelarm 174 bei einer Kettenbewegung in Füllrichtung B von auf der Kette 6
gelagerten Patronen 12 gegen die Rückstellkraft der Schraubenfeder 172 nach oben verschwenkt
und gleitet dann auf diesen Patronen 12.
[0029] Das erste Blockiermittel läßt also stets eine Bewegung der Kette 6 - mit oder ohne
Patronen 12 - in Füllrichtung B zu, blockiert jedoch während der Füllphase, also bei
offenem Deckel 164, eine Bewegung in Zuführrichtung Z. Der Schütze kann daher problemlos
während der Füllphase den Drehknopf 56 mit einer Hand im Gegenuhrzeigersinn drehen,
hierdurch die Kette 6 in Füllrichtung B bewegen, gleichzeitig mit der anderen Hand
Patronen 12 über die Füllöffnung 160 der Kette 6 zuführen und nach einer Drehbewegung
mit der Hand am Drehknopf 56 umgreifen, um diesen weiter drehen zu können.
[0030] Werden in der Füllphase keine weiteren Patronen 12 nachgeliefert oder treten größere
Pausen zwischen dem Einführen einzelner Patronen 12 in die Füllöffnung 160 auf und
bewegt dabei der Schütze die Kette 6 zu schnell in Füllrichtung B weiter, gelangt
das zweite Blockiermittel in Eingriff mit der Kette 6. Dieser Eingriff verhindert
eine weitere Kettenbewegung in Füllrichtung B.
[0031] Das zweite Blockiermittel weist einen als Fallhebel ausgebildeten Hebelarm 180 auf,
dessen Schwenkachse 181 oberhalb der Kette 6, in Füllrichtung B hinter der Füllöffnung
160 angeordnet ist. Gelangt nun der Zwischenraum zweier Querstäbe 10 ohne beim Passieren
der Füllöffnung 160 eine Patrone aufzunehmen in den Bereich unterhalb des Fallhebels
180, fällt dieser in den Weg der Querstäbe 10 ein und arretiert so die Weiterbewegung
der Kette 6 in Füllrichtung B. Dazu ist der Hebelarm 180 nur begrenzt schwenkbar angeordnet
und bildet somit einen Anschlag für den auflaufenden Querstab 10 (Fig. 3).
[0032] Bei blockierter Kette befindet sich der Zwischenraum zweier Querstäbe unter der Füllöffnung
160, so daß sich noch eine weitere Patrone in die Kette einlegen läßt und so eine
Patronenlücke 13 entsteht. Das Einlegen weiterer Patronen in die Kette 6 setzt das
Befüllen dieser Patronenlücke 13 voraus. Dazu muß der leere Zwischenraum 13 unter
der Füllöffnung 160 geführt werden. Dies geschieht durch Loslassen des Drehknopfs
56: die Kette bewegt sich durch die Treibkraft der Feder 50 in Zuführrichtung Z wodurch
der Fallhebel an seiner im Ausführungsbeispiel konvex gekrümmten Längsfläche 182
von der letzten lückenlos magazinierten Patrone aus seiner Sperrstellung geschwenkt
wird.
[0033] Diese Patrone läuft nun gegen eine Fläche 176 am Hebelarm 174 der ersten Blockiereinrichtung,
wobei die Länge des Hebelarms so ausgelegt ist, daß bei blockierter Kette die Patronenlücke
13 genau unter die Füllöffnung 160 geführt ist. Tritt also beim Laden eine Patronenlücke
13 auf, dann kann sich die Kette 6 nur innerhalb einer der Patronenlücke 13 entsprechenden
Strecke hin- und herbewegen.
[0034] Nach einem Füllen der Patronenlücke 13 kann der Schütze die Kette 6 wieder in Füllrichtung
B bewegen und weitere Patronen 12 nachfüllen. Das zweite Blockiermittel bewirkt somit,
daß Patronenlücken 13 sofort selbsttätig erkannt und behoben werden können.
1. Magazin (2) mit
a. einer Füllöffnung (160) und
b. einem gurtlosen Zuführsystem, das zum manuellen Füllen mit Patronen (12) durch
die Füllöffnung (160) sowie zu deren selbsttätiger, sequentieller Zufuhr zu einem
Schußwaffenlauf aufweist:
b.1 eine in Füllrichtung (B) manuell und der hierzu entgegengesetzten Zuführrichtung
(Z) selbsttätig bewegbare Patronen-Aufnahmevorrichtung (6) sowie
b.2 eine damit in Wirkeingriff stehende, in Zuführrichtung (Z) vorspannbare
erste Spannvorrichtung (50, 56),
gekennzeichnet durch
c. eine Einrichtung zum selbsttätigen, aber lösbaren Blockieren des Zuführsystems
während der Füllphase in Zuführrichtung (Z) bei Freigabe der ersten Spannvorrichtung
(50, 56) und/oder in Füllrichtung (B) bei Auftreten einer Patronenlücke (13) in der
Patronen-Aufnahmevorrichtung (6) hinter (in Füllrichtung (B) gesehen) der Füllöffnung
(160).
2. Magazin nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Blockiereinrichtung ein
erstes Blockiermittel (170, 172) zum Blockieren in Zuführrichtung (Z) und ein davon
unabhängiges zweites Blockiermittel (180) zum Blockieren in Füllrichtung (B) aufweist
und beide Blockiermittel (170, 172, 180) derart angeordnet und ausgebildet sind,
daß sie das Zuführsystem in seinen beiden Bewegungsrichtungen (B, Z) nicht gleichzeitig
blockieren.
3. Magazin nach Anspruch 1 oder 2 mit einer Schließvorrichtung (164) für die Füllöffnung
(160), dadurch gekennzeichnet, daß das erste Blockiermittel (170, 172) von der Schließvorrichtung
(164) in Schließstellung außer Blockiereingriff gebracht oder gehalten wird.
4. Magazin nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das
zweite Blockiermittel (180) durch Bewegung des Zuführsystems in Zuführrichtung (Z)
außer Blockiereingriff gebracht oder gehalten wird.
5. Magazin nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das
erste und/oder zweite Blockiermittel (170, 172, 180) für einen mechanischen Sperreingriff
mit dem Zuführsystem, einschließlich der Patronen (12), im Bereich der Füllöffnung
(160) ausgelegt ist/sind.
6. Magazin nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das erste Blockiermittel (170,
172) für einen Sperreingriff mit den magazinierten Patronen (12) und das zweite Blockiermittel
(180) für einen Sperreingriff mit Elementen (10) der Patronen-Aufnahmevorrichtung
(6) ausgelegt und angeordnet sind.
7. Magazin nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das erste und/oder zweite
Blockiermittel (170, 172, 180) derart angeordnet und ausgelegt ist/sind, daß bei dessen/deren
Sperreingriff der vom Ort des Sperreingriffs in Zuführrichtung (Z) nächstfolgende
Patronenplatz unterhalb der Füllöffnung (160) zu liegen kommt.
8. Magazin nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß das erste Blockiermittel
(170,172) einen ersten Hebelarm (174) und eine den Hebelarm (174) in die Patronenbewegungsbahn
im Magazin (2) schwenkende zweite Spannvorrichtung (172) aufweist, wobei der erste
Hebelarm (174) an seinem freien Ende nach Art eines Sägezahns ausgebildet ist, derart,
daß er eine als Widerlager wirkende Anschlagfläche (176) für eine sich in Zuführrichtung
(Z) bewegende magazinierte Patrone (12) und eine als Gleitfläche wirkende schiefe
Ebene (177) oder konvex gekrümmte Fläche für die sich in Füllrichtung (B) bewegenden
magazinierten Patronen (12) aufweist.
9. Magazin nach den Ansprüchen 2 und 8, dadurch gekennzeichnet, daß die für die Füllöffnung
(160) vorgesehene Schließvorrichtung (164) in Schließstellung den ersten Hebelarm
(174) entgegen der Kraft der zweiten Spannvorrichtung (172) außerhalb der Bewegungsbahn
der magazinierten Patronen (12) hält.
10. Magazin nach den Ansprüchen 8 und 9, dadurch gekennzeichnet, daß
a) das erste Blockiermittel (170,172) zusätzlich zum ersten Hebelarm (174) einen mit
diesem verbundenen zweiten Hebelarm (178) aufweist,
b) beide Hebelarme (174, 178) von einer gemeinsamen Drehachse (171) in entgegensetzter
Richtung wegstehen,
c) die Drehachse (171) auf der in Zuführrichtung (Z) liegenden Seite der Füllöffnung
(160) angeordnet ist,
d) die zweite Spannvorrichtung (172) in Form einer Schraubenfeder am zweiten Hebelarm
(178) angreift und
e) die Schließvorrichtung (164) in Form eines Klappdeckels in ihrer Schließstellung
den zweiten Hebelarm (178) gegen die Schraubenfeder drückt.
11. Magazin nach einem der Ansprüche 6 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß das zweite
Blockiermittel (180) ein in die Patronenlücke (13) hineinschwenkbarer und aus dieser
nur in Zuführrichtung (Z) herausschwenkbarer Hebelarm ist.
12. Magazin nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß der Hebelarm (180) ein oberhalb
der magazinierten Patronen (12) angeordneter Fallhebel ist.
13. Magazin nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, daß der Hebelarm (180)
derart ausgebildet und angeordnet ist, daß er aus einer Patronenlücke (13) von der
in Zuführrichtung (Z) nächstfolgenden Patrone (12) herausgeschwenkt wird und im Bereich
der Füllöffnung (160) auf den Patronen (12) gleitet.
14. Magazin nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß die auf den Patronen (12)
gleitende Fläche (182) des Hebelarmes (180) im wesentlichen konvex gekrümmt ist.
15. Magazin nach einem der Ansprüche 11 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Schwenkachse
(181) des dritten Hebelarmes (180) auf der in Füllrichtung (B) liegenden Seite der
Füllöffnung (160) angeordnet ist.