[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Verstellvorrichtung eines Verdichters mit kranzförmig
um eine Längsachse angeordnete Leitschaufeln, die jeweils mit Drehzapfen drehfest
verbunden und in einem Gehäuse schwenkbar gelagert sind, mit zweiarmigen Kurbeln,
welche jeweils mit einem der Drehzapfen verbunden sind, und mit Koppelgliedern, welche
jeweils an entsprechenden Kurbelarmen benachbarter Kurbeln angelenkt sind, wobei die
in Umfangsrichtung unter gleichen Teilungswinkeln beabstandeten Drehzapfen und Leitschaufeln
gemeinsam im gleichen Sinne verstellbar sind.
[0002] Aus der US-A-30 56 541 ist eine Verstellvorrichtung für einen Axialverdichter bekannt,
bei welchem die Kurbeln und die Koppelglieder konzentrisch um die Längsachse des
Axialverdichters auf einer zylindrischen Mantelfläche angeordnet sind. Sämt liche
Drehzapfen der Leitschaufeln, welche vor der Eintrittsöffnung des Axialverdichters
angeordnet sind, liegen in einer gemeinsamen Radialebene. Die zylindrisch um die Leitschaufeln
herum angeordneten Kurbeln sind gerade ausgebildet. Im Falle einer Verstellung werden
die Koppelglieder, zwischen den jeweils benachbarten Kurbeln, auf einer mehrdimensionalen
Bahn bewegt, so daß Kugelgelenke zwischen den Kurbeln und den Koppelgliedern erforderlich
sind. Es müssen bei einer Verstellung Kräfte übertragen werden, die in den drei zueinander
orthogonalen Raumrichtungen liegen. Schon kleine Fertigungsungenauigkeiten können
unter Berücksichtigung der dreidimensionalen Bewegungsabläufe leicht zu Störungen
oder gar einem Klemmen der gesamten Verstellvorrichtung führen. Daher sind die Koppelglieder
in der Länge einstellbar ausgebildet, wodurch ein nicht unerheblicher Platzbedarf
und Fertigungsaufwand erforderlich sind.
[0003] Aus der EP-A-43 017 ist eine Verstellvorrichtung bekannt, welche zur gemeinsamen
Verstellung der Nachleitschaufeln einen konzentrisch zur Längsachse des Radialverdichters
angeordneten Stellring aufweist. Mit jedem der Drehzapfen ist ein Lenkerhebel drehfest
verbunden, an dessen anderem Ende ein Langloch vorgesehen ist. In dieses Langloch
greift ein mit dem Stellring verbundener Bolzen. Beim Drehen des Stellringes um die
Längsachse des Radialverdichters wird über den jeweiligen Bolzen und Lenker der genannte
Zapfen und die zugehörende Leitschaufel geschwenkt, wobei der Bolzen in dem genannten
Langloch verschoben wird. Für Radialverdichter mit großen Durchmessern, wobei beispielsweise
Laufraddurchmesser von 1 m und mehr hier angesprochen sein können, ergeben sich für
einen zur Längsachse koaxialen Stellring entsprechend große Abmessungen. Die Herstellung
und die Lagerung eines derart großen Stellringes bereitet in der Praxis erhebliche
Schwierigkeiten. Ferner ergeben sich Probleme hinsichtlich Temperaturverhalten und
Wärmedehnungen unter Berücksichtigung der großen Abmessungen. Der Platzbedarf ist
erheblich und es ergeben sich Schwierigkeiten bei der Handhabung und Montage. Schließlich
kann nicht außer acht gelassen werden, daß bei großen Radial verdichtern die Fertigung
und Montage eines zur Läuferachse koaxialen Stellringes einen erheblichen Kostenaufwand
erfordern.
[0004] Ferner ist aus der DE-A-24 03 113 eine Vorrichtung zum Verstellen von Drallschaufeln
eines Turboverdichters bekannt. Die mit den Drallschaufeln drehfest verbundenen Drehzapfen
enthalten jeweils am freien Ende ein Zahnrad. Sämtliche Zahnräder stehen mit einem
gemeinsamen, einstellbaren Zahnkranz in Eingriff. Für einen derartigen Zahnkranz
ergeben sich in ähnlicher Weise wie bei dem oben erläuterten Stellring Schwierigkeiten,
insbesondere hinsichtlich Wärmespannungen, Toleranzen und Montageaufwand. Vor allem
bei größeren Verdichtern besteht die Gefahr des Klemmens und Blockierens der Schaufeln.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Verstellvorrichtung dahingehend weiterzubilden,
daß mit geringem konstruktiven Aufwand eine funktionssichere Verstellung der Leitschaufeln
ermöglicht wird. Die Verstellvorrichtung soll ein geringes Bauvolumen erfordern und
eine einfache Montage bei beengten Platzverhältnissen auf der Auslaßseite ermöglichen.
Das Klemmen oder gar Blockieren der Verstellvorrichtung bzw. der Leitschaufeln soll
zuverlässig vermieden werden, wobei insbesondere unter Berücksichtigung von Wärmespannungen
und Fertigungstoleranzen unter allen Betriebsbedingungen eine hohe Funktionssicherheit
gewährleistet sein soll. Ferner soll die Verstellvorrichtung kein zusätzliches Bauvolumen
für den Radialverdichter erfordern, sondern zweckmäßigerweise in einem vorhandenen
Ringraum ausgangseitig im Bereich des Diffusors angeordnet werden können. Aufwendige
Bauteile und deren Lagerung bezüglich des Gehäuses sollen möglichst vermieden werden.
[0006] Zur Lösung dieser Aufgabe wird vorgeschlagen, daß bei Ausbildung des Verdichters
als ein Radialverdichter die Kurbeln sowie die Koppelglieder in einem Ringraum angeordnet
sind, welcher der Austrittsöffnung des Radialverdichters benachbart ist, daß die
zur Längsachse parallelen Drehzapfen mit ihren freien Enden in den Ringraum hineinragen,
daß die Kurbeln in einer Radialebene angeordnet sind, wobei die Achse des radial inneren
Kurbelarmes bezüglich der Achse des radial äußeren Kurbelarmes um einen Winkel abgewinkelt
ist, welcher gleich groß ist wie der Teilungswinkel, und daß in den in Umfangsrichtung
jeweils benachbarten Kurbelpaaren, in welchen die äußeren Kurbelarme jeweils mit den
Koppelgliedern aneinander gelenkt sind, die inneren Kurbelarme zueinander hin abgewinkelt
sind, wobei die äußeren Kurbelarme der genannten Kurbelpaare im wesentlichen parallel
zueinander ausgerichtet sind.
[0007] Die vorgeschlagene Verstelleinrichtung zeichnet sich durch eine einfache Konstruktion
aus und gewährleistet eine äußerst platzsparende Konstruktion. Der im Bereich des
Diffusors des Radialverdichters zur Verfügung stehende Bauraum kann in überraschend
einfacher Weise für die Anordnung und Aufnahme der vorgeschlagenen Kurbeln und Koppelglieder
genutzt werden. Statt eines aufwendigen und großen Steuerringes sind zur gegenseitigen
Kopplung der in Umfangsrichtung benachbarten Kurbeln nur verhältnismäßig kleine Koppelglieder
vorgesehen. In Umfangsrichtung benachbarte Kurbeln werden abwechselnd über das äußere
Koppelglied, das an den äußeren Kurbelarmen der derart gebildeten Kurbelpaare angelenkt
ist, sowie über das an den jeweils inneren Kurbelarmen angelenktes zweite Koppelglied
miteinander verbunden. Die Kurbeln sind mit dem jeweiligen Drehzapfen drehfest verbunden,
wobei zwecks Justage der Leitschaufeln erfindungsgemäß eine lösbare, einstellbare
Verbindung vorgesehen ist. Durch die Abkröpfung der Kurbeln in der Weise, daß jeweils
die Achsen des äußeren zum inneren Kurbelarm einen Winkel aufweisen, der bevorzugt
gleich dem Teilungswinkel benachbarter Kurbeln bzw. Leitschaufeln ist, wird eine
gleichmäßige und gleichsinnige Verstellung sämtlicher Leitschaufeln gewährleistet.
Die derart definierten Kurbelpaare bilden Parallelkurbelgetriebe, bei welchen die
äußeren Kurbelarme erfindungsgemäß immer zueinander parallel stehen. Die Zapfen bzw.
Bolzen, mittels welchen das erste Koppelglied an die äußeren Kurbelarme angelenkt
sind, weisen zueinander den gleichen Abstand auf, wie die Drehzapfen. In entsprechender
Weise sind die benachbarten Paare mittels des zweiten Koppelgliedes über die jeweils
inneren, parallel ausgerichteten Kurbelarme aneinander gelenkt. Auch die Gelenkzapfen
des zweiten Koppelgliedes sind im Rahmen der Erfindung im gleichen Abstand zueinander
angeordnet wie einander benachbarte Drehzapfen. Es wird folglich gewährleistet, daß
pro Kurbelpaar die äußeren Kurbelarme immer parallel stehen und ferner auch jeweils
die mit den zweiten Koppelgliedern aneinandergelenkten inneren Kurbelarme parallel
stehen. Im Rahmen dieser Erfindung sind die einander entsprechenden Kurbeln bzw. deren
Kurbelarme der jeweiligen Kurbelpaare bezüglich der durch den jeweiligen Drehzapfen
verlaufenden Axialebene um den gleichen Winkel, und zwar in Abhängigkeit des jeweiligen
Verstellwinkels der Leitschaufeln, geschwenkt. Die parallel ausgerichteten Kurbeln
und die Koppelglieder sind mittels Bolzen in einfacher Weise aneinander gelenkt.
Es sind keine großen und schwer zu handhabenden Bauteile vorhanden, sondern vergleichsweise
kleine und mit geringem Aufwand herzustellende und zu montierende Kurbeln, Koppelglieder
und Bolzen. Auch bei Ausbildung und Einsatz als Heißgasmaschine wird eine hohe Funktionssicherheit
erreicht, zumal auch für die Verstellvorricntung von einer gleichmäßigen Erwarmung
ausgegangen werden kann und der Schaufelabstand ebenso wie die Länge der Koppelglieder
untereinander gleichbleiben.
[0008] Ferner sei hervorgehoben, daß jeweils der innere Kurbelarm und der äußere Kurbelarm
die gleiche Kurbellänge aufweisen können. Sämtliche Kurbeln sind übereinstimmend ausgebildet,
jedoch jeweils um 180 Grad gedreht abwechselnd auf den Drehzapfen benachbarten Leitschaufeln
angeordnet. Auch die ersten und zweiten Koppelglieder sind übereinstimmend ausgebildet,
wobei ferner auch die Anlenkung der Koppelglieder an die jeweilige Kurbel mittels
übereinstimmend ausgebildeten Bolzen erfolgt. Die Verstelleinrichtung enthält daher
im Grunde genommen nur drei unterschiedlich ausgebildete Bauteile, und zwar zweiarmige
Kurbeln, Koppelglieder und Bolzen, woraus nicht unwesentliche Kostenvorteile bei der
Fertigung resultieren. Auch bei sehr großen Radialverdichtern, deren Laufräder Durchmesser
von einigen Metern aufweisen, kann die vorgeschlagene Verstellvorrichtung mit geringem
Kostenaufwand hergestellt werden, wobei ferner auch eine vergleichsweise einfache
Montage gewährleistet wird.
[0009] In einer zweckmäßigen Ausgestaltung sind die zweiarmigen Kurbeln mit dem jeweiligen
Drehzapfen mittels einer reibschlüssigen Verbindung drehfest verbunden. So kann bei
der Montage zunächst die Verstelleinrichtung eingebaut werden, ohne zunächst auf
die jeweilige Drehwinkelstellung der Drehzapfen und Leitschaufeln achten zu müssen.
Danach kann die Drehwinkellage der Drehschaufeln exakt eingestellt und die reibschlüssige
Verbindung zur Verstelleinrichtung bzw. der zweiarmigen Kurbel hergestellt werden.
Ein Kegelpreßverband mit zwei konischen, ineinander greifenden und miteinander verspannten
Hülsen hat sich als besonders zweckmäßig erwiesen. Das Gehäuse des Radialverdichters
weist zum Ringraum gerichtete buchsenförmige Ansätze auf, durch welche jeweils die
genannten Drehzapfen durchgeführt sind. Die Koppelglieder liegen sämtlich in einer
gemeinsamen Radialebene, welche vor der Radialebene mit den Kurbeln liegen. Die Koppelglieder
sind ebenso wie die Kurbeln einteilig ausgebildet, wobei sämtliche Koppelglieder,
und zwar sowohl die äußeren als auch die inneren Koppelglieder, identisch ausgebildet
sind.
[0010] Die Erfindung wird nachfolgend anhand der in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiele
näher erläutert. Es zeigt:
Figur 1 Schematisch eine Ansicht der Kurbeln und der Koppelglieder für aufgefahrene
Leitschaufeln,
Figur 2 eine Ansicht ähnlich Fig. 1, jedoch bei im wesentlichen geschlossenen Leitschaufeln,
Figur 3 teilweise einen Schnitt in einer Axialebene durch das Gehäuse eines Radialverdichters
im Bereich der Verstelleinrichtung.
[0011] Figur 1 zeigt schematisch einen Teil, und zwar in einem Quadranten, der Verstellvorrichtung
für Leitschaufeln 2, die in einem Kranz um eine Längsachse 4 im Teilungswinkel 6 voneinander
beabstandet angeordnet sind. Die hier aus Gründen der Übersichtlichkeit gestrichelt
dargestellten Leitschaufeln 2 sind mittels Drehzapfen 8 in einem Gehäuse eines Radialverdichters
schwenkbar angeordnet. Mit jedem der Drehzapfen 8 ist jeweils eine zweiarmige Kurbel
10 drehfest verbunden. Die Kurbeln 10 weisen jeweils einen in radialer Richtung nach
außen gerichteten äußeren Kurbelarm 12 sowie einen nach innen gerichteten inneren
Kurbelarm 14 auf. Zwischen der Achse 16 des äußeren Kurbelarmes 12 und der Achse 18
des inneren Kurbelarmes 14 ist ein Winkel 20 vorhanden, der gleichgroß ist wie der
Teilungswinkel 6.
[0012] Die genannten Achsen 16 und 18 verlaufen jeweils durch den Drehzapfen 8 sowie durch
Bolzen 22, über welche mittels eines ersten Koppelgliedes 24 oder eines zweiten Koppelgliedes
26 die wechselseitige Anlenkung benachbarter Kurbeln erfolgt. In Umfangsrichtung benachbarte
Kurbeln, deren äußere Kurbelarme 12 mit dem ersten Koppelglied 24 aneinander gelenkt
sind, werden nachfolgend als Kurbelpaar 28 bezeichnet. Pro Kurbelpaar ist der Abstand
30 der Bolzen 22, genauer gesagt deren Drehachsen, gleichgroß wie der Abstand der
Drehzapfen 8 bzw. deren Drehachsen. Unabhängig von der jeweiligen Winkelstellung stehen
also die Achsen 16 der äußeren Kurbelarme 12 jedes Kurbelpaares 28 immer parallel.
[0013] Die in Umfangsrichtung benachbarten Kurbelpaare 28 sind jeweils mittels den zweiten
Koppelgliedern 26, die an den inneren Kurbelarmen 14 mittels den genannten Bolzen
22 angelenkt sind, gekoppelt. Lediglich der Vollständigkeit halber sei angemerkt,
daß man selbstverständlich auch die mit dem zweiten Koppelglied jeweils aneinander
gelenkten Kurbeln als Kurbelpaar bezeichnen kann. Das zweite Koppelglied 26 weist
zwischen den Bolzen 22 einen Abstand 32 auf, welcher wiederum dem Abstand der zugeordneten
Drehzapfen 8 entspricht und folglich gleichgroß ist wie der oben genannte Abstand
30 des Koppelpaares 28. Schließlich weisen die äußeren Kurbelarme 12 und die inneren
Kurbellarme 14 die gleiche Kurbellänge 34 auf. Aufgrund dieser vorgeschlagenen Ausbildung
und Anordnung der Kurbeln und der Koppelglieder wird sichergestellt, daß die mit dem
jeweiligen Koppelglied miteinander verbundenen Kurbelarme benachbarter Kurbeln 10
immer parallel zueinander ausgerichtet sind. Wie ersichtlich, sind in Umfangsrichtung
benachbarte Kurbeln jeweils übereinstimmend ausgebildet, wobei der Winkel 20 dem Teilungswinkel
6 entspricht, benachbarte Kurbeln 10 sind lediglich jeweils um 180 Grad gedreht zueinander
ausgerichtet und entsprechend mit den Drehzapfen 8 der zugehörenden Leitschaufel
2 verbunden.
[0014] Fig. 2 zeigt die Verstellvorrichtung aus Figur 1, wobei jedoch die Leitschaufeln
2 in die geschlossene Stellung verschwenkt sind. Die Kurbeln 10 sind nunmehr bezüglich
der jeweils durch den Drehzapfen 8 verlaufende Axialebene 36 um den Winkel 38 geschwenkt.
Die einander entsprechenden Kurbeln bzw. Kurbelarme der jeweiligen Kurbelpaare 28
nehmen zur jeweiligen Axialebene 36 immer die gleiche, mit der jeweiligen Winkelstellung
der Leitschaufeln veränderbare Winkelstellung ein. Da die Abstände 30 bzw. 32 jeweils
gleich groß sind wie die entsprechenden Abstände zwischen den durch die Drehzapfen
8 vorgegebenen Schwenkachsen der Leitschaufel 2, stehen die äußeren Kurbelarme 12
jedes Kurbelpaares 28 ebenso parallel wie die inneren Kurbelarme 14 der jeweils benachbarten
Kurbelpaare 28. Es sei ausdrücklich festgehalten, daß alle Koppelglieder 26 identisch
ausgebildet sind. Die Verstellbewegung kann beispielsweise über eine der Kurbeln
10 eingeleitet werden, welche eine Verlängerung 40 aufweist. An dieser Kurbelverlängerung
40 kann ein Verstellhebel oder dergleichen angelenkt sein, um durch Bewegung in Richtung
des Pfeiles 42 die gewünschte Verstellung der Leitschaufeln 2 vornehmen zu können.
Im Hinblick auf eventuelle Fertigungstoleranzen, Wärmedehnungen oder dergleichen
kann an einer Stelle des Umfanges zwischen zwei benachbarten Kurbeln eines der Koppelglieder
fehlen. Schwergängigkeit oder gar Klemmen der Verstelleinrichtung wird vermieden.
Die aus den Kurbeln und den Koppelgliedern gebildete "Kette" muß also nicht über
den Umfang geschlossen sein, sondern kann an einer Stelle erfindungsgemäß unterbrochen
sein. Die Fertigung und auch die Montage wird hierdurch vereinfacht, da an dieser
offenen Stelle ein Längenausgleich stattfinden kann. Nachteile hinsichtlich der Einstellgenauigkeit
der Leitschaufel treten unter Berücksichtigung der kraftschlüssigen Verbindung zwischen
Drehzapfen und Kurbel nicht auf. Erst nach der vollständigen Montage der Verstelleinrichtung
mit den Kurbeln und den Koppelgliedern erfolgt die exakte Ausrichtung der Leitschaufeln
2.
[0015] Figur 3 zeigt vergrößert einen Schnitt durch einen Teil eines Radialverdichters mit
der Verstellvorrichtung, und zwar im wesentlichen in einer Axialebene, wobei gemäß
Figur 1 mit der Linie III die Schnittebene angegeben ist. In einem Verdichtergehäuse
46 ist hier die druckseitige Nachleitschaufel 2 dargestellt, welche in dem Verdichtergehäuse
46 um den Drehzapfen 8 schwenkbar gelagert ist. Wie durch den Pfeil 48 angedeutet,
strömt das Medium zur Leitschaufel 2 des Nachleitapparates, um in gewohnter Weise
über die Austrittsöffnung 47 in das Spiralgehäuse einzuströmen, welches das Verdichtergehäuse
46 im Bereich der Umfangsfläche 50 umgibt. Der Drehzapfen 8 ragt in einen inneren
Ringraum 52 des Verdichtergehäuses 46, in welchem Ringraum 52 erfindungsgemäß die
Verstelleinrichtung unter Ausnutzung des dort vorhandenen Platzes angeordnet ist.
Das Gehäuse 46 weist zur sicheren Lagerung des jeweiligen Drehzapfens 8 einen zweckmäßig
buchsenförmigen Ansatz 49 auf, welcher bis in den Ringraum 52 hineinragt. Die Kurbel
10 ist in dem Ringraum 52 mit dem Drehzapfen im Rahmen dieser Erfindung kraftschlüssig
verbunden. Aus Gründen der Übersicht ist hier nur eine einzige Kurbel 10 dargestellt,
doch liegen sämtliche Kurbeln der Verstelleinrichtung in der gemeinsamen Radialebene
53. Diese Verbindung ist hier als ein Kegelpreßverband mit zwei konischen Hülsen 54,
56 ausgebildet. Die innere Hülse 54 liegt einerseits an einer Ringschulter 57 des
Drehzapfens 8 an, während vom freien anderen Ende her über die konische Hülse 54 die
zweite konische Hülse 56 geschoben ist. Der Dreh zapfen 8 weist am freien Ende ein
Gewinde 58 auf, in welches eine Mutter 60 geschraubt ist, mittels welcher die Verspannung
der beiden Hülsen 54, 56 zwecks Herstellung der reibschlüssigen bzw. kraftschlüssigen
Verbindung der Kurbel 10 erfolgt. In den äußeren Kurbelarm 12 ist mit Preßsitz der
Bolzen 22 einge preßt, an welchem das erste, äußere Koppelglied 24 angelenkt ist.
In übereinstimmender Weise ist auch das zweite Koppelglied am inneren Hebelarm der
Kurbel 10 angelenkt, wie es durch die strichpunktierte Linie 62 angedeutet ist. Sämtliche
Koppelglieder, und zwar sowohl die äußeren als auch die inneren Koppelglieder der
Verstelleinrichtung liegen in der gleichen gemeinsamen Radialebene 64. Diese Radialebene
64 liegt bei Blickrichtung auf das freie Ende des Drehzapfens 8 vor der Radialebene
53 mit den Kurbeln 10. Unter Berücksichtigung der engen Platzverhältnisse in dem Ringraum
52 kann die Montage der Verstelleinrichtung mit einem vergleichsweise geringen Aufwand
erfolgen, da keine sperrigen, großen Steuerringe, Zahnsegmente, Zahnräder oder dergleichen
notwendig sind, sondern nur die vergleichsweise kleinen Teile der erläuterten Verstellvorrichtung.
BEZUGSZEICHEN
[0016] 2 Leitschaufel
4 Längsachse
6 Teilungswinkel
8 Drehzapfen
10 Kurbel
12 äußerer Kurbelarm
14 innerer Kurbelarm
16 Achse von 12
18 Achse von 14
20 Winkel
22 Bolzen
24 erstes Koppelglied
26 zweites Koppelglied
28 Kurbelpaar
30,32 Abstand
34 Kurbellänge
36 Axialebene
38 Winkel
40 Verlängerung
42 Pfeil
46 Verdichtergehäuse
47 Austrittsöffnung
48 Pfeil
49Ansatz
50 Umfangsfläche
52 Ringraum
53 Radialebene
54,56 Hülse
57 Ringschulter
58 Gewinde
60 Mutter
62 Linie
64 Radialebene
1. Verstellvorrichtung eines Verdichters mit kranzförmig um eine Längsachse (4) angeordneten
Leitschaufeln (2), die jeweils mit Drehzapfen (8) drehfest verbunden und in einem
Gehäuse (46) schwenkbar gelagert sind, mit zweiarmigen Kurbeln (10), welche jeweils
mit einem der Drehzapfen (8) verbunden sind, und mit Koppelgliedern (24, 26), welche
jeweils an entsprechenden Kurbelarmen (12, 14) benachbarter Kurbeln (10) angelenkt
sind, wobei die in Umfangsrichtung unter gleichen Teilungswinkeln beabstandet angeordneten
Drehzapfen (8) und Leitschaufeln (2) gemeinsam im gleichen Sinne verstellbar sind,
dadurch gekennzeichnet, daß bei Ausbildung des Verdichters als ein Radialverdichter
die Kurbeln (10) sowie die Koppelglieder (24, 26) in einem Ringraum (52) angeordnet
sind, welcher der Austrittsöffnung (47) des Radialverdichters benachbart ist, daß
die zur Längsachse (4) parallelen Drehzapfen (8) mit ihren freien Enden in den Ringraum
(52) hineinragen, daß die Kurbeln (10) in einer Radialebene (53) angeordnet sind,
wobei die Achse (18) des radial inneren Kurbelarmes (14) bezüglich der Achse (16)
des radial äußeren Kurbelarmes (12) um einen Winkel (20) abgewinkelt ist, der gleich
groß ist wie der Teilungswinkel (6),
und daß in den in Umfangsrichtung benachbarten Kurbelpaaren (28), in welchen die äußeren
Kurbelarme (12) mittels den Koppelgliedern (24) aneinandergelengt sind, die inneren
Kurbelarme (14) zueinander hin abgewinkelt sind, wobei die äußeren Kurbelarme (12)
der genannten Kurbelpaare (28) jeweils im wesentlichen parallel zueinander ausgerichtet
sind.
2. Verstellvorrichtung insbesondere nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Abstände (30, 32) zwischen den Dreh- oder Anlenkpunkten an den jeweiligen Kurbelarmen
(12, 14) gleichgroß sind, wie der Abstand zwischen den Drehachsen der Drehzapfen (8).
3. Verstellvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Koppelglieder
(24, 26) im Ringraum (52) in einer Radialebene (62) angeordnet sind, welche bei Blickrichtung
auf das freie Ende der Drehzapfen vor der Radialebene (53) mit den Kurbeln (10) liegt.
4. Verstellvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß die Kurbel (10) mit dem jeweiligen Drehzapfen (8) mittels einer kraftschlüssigen
und/oder lösbaren Verbindung gekoppelt sind.
5. Verstellvorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß auf dem Drehzapfen
(8) zwei ineinander greifende konische Hülsen (54, 56) angeordnet sind, wobei die
eine Hülse (54) an einer Ringschulter (57) des Drehzapfens (8) anliegt und die andere
Hülse (56) mittels einer auf ein Gewinde (8) des Drehzapfens aufschraubbaren Mutter
(60) verspannbar ist, wobei die Hülse (56) innerhalb einer Bohrung der Kurbel (10)
angeordnet ist.
6. Verstellvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
daß an einer Stelle des Umfanges zwischen zwei benachbarten Kurbeln (10) keine Verbindung
mittels eines Koppelgliedes vorhanden ist.
7. Verstellvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß sämtliche Kurbeln identisch ausgebildet sind, wobei in Umfangsrichtung benachbarte
Kurbeln (10) gegeneinander um 180° gedreht auf dem jeweiligen Drehzapfen (8) angeordnet
sind.
8. Verstellvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß
die Kurbellängen (34) des äußeren Kurbelarmes (12) und des inneren Kurbelarmes (14)
gleichgroß sind.
9. Verstellvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet,
daß jeweils die Länge der äußeren und inneren Koppelglieder (24, 26) im wesentlichen
gleich groß ist wie die Länge der zweiarmigen Kurbeln (10).
10. Verstellvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet,
daß die äußeren und die inneren Koppelglieder (24, 26) einteilig ausgebildet sind
und über einen Bolzen (22) mit einer zylindrischen Lagerfläche an die Kurbeln (10)
angelengt sind, wobei die äußeren Koppelglieder (24) und die inneren Koppelglieder
(26) übereinstimmend ausgebildet sind.