[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Tunnelvortrieb mit einer Schildvortriebsmaschine,
bei welchem der Abbauraum gegenüber der Schildkonstruktion mittels einer Druckglocke
abgedichtet und unter gegenüber dem Raum innerhalb der Schildkonstruktion höheren
Druck gesetzt wird, sowie auf eine Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens.
[0002] Aus der DE-OS 2 327 816 ist eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Bodenabtransport
aus der Druckkammer eines Tunnelvortriebsschildes bekanntgeworden. Bei der zu diesem
Zweck bekannten Einrichtung ist hinter den Abbauwerkzeugen eine druckfeste dichtende
Wand im Inneren der Schildkonstruktion errichtet und es wird eine Druckkammer ausgebildet,
welche räumlich von dem Raum getrennt ist, in welchem sich Bedienungspersonal aufhält.
Die Druckkammer wird in der Regel mit Druckluft gefüllt, um das je nach geologischer
Formation auftretende Wasser zurückzuhalten.
[0003] Aus der DE-PS 35 33 425 ist eine Stützflüssigkeitsdruckregelung für eine Schildvortriebsmaschine
bekanntgeworden, wobei die mit Stützflüssigkeit gefüllte Abbaukammer von einer den
Maschinenquerschnitt durchsetzenden Trennwand vom nicht unter Überdruck stehenden
Tunnel abgedichtet ist. Zur Beherrschung der aus der Inkompressibilität der Stützflüssigkeit
resultierenden Probleme ist für die Abstützung eine Federanordnung vorgesehen, wodurch
auf einen Stützflüssigkeitsdruckbehälter verzichtet werden kann. Bei der bekannten
Ausbildung ist dabei lediglich eine Verschiebung in Maschinenlängsrichtung vorgesehen.
[0004] Es sind auch bereits Erddruck-Ausgleichsschilde bekannt, bei denen der Erddruck jeweils
durch gesonderte Meßgeräte erfaßt wird. Durch den Zutritt von frischgelöstem Boden
ist aller dings ein Wechsel in der Materialdichte unvermeidbar. Der Einsatz der bekannten
Erddruck-Ausgleichsschilde ist aus diesem Grund zumeist auf weiche breiige Böden im
Grundwasser begrenzt. Bei einer bekannten Einrichtung dieser Art wird das abgebaute
Erdreich in einer Fördertrommel bzw. Schnecke soweit verdichtet, daß das Material
eine undurchlässige Barriere bildet, die die Ortsbrust stützen und Grundwasser zurückhalten
kann. In derartigen Einrichtungen werden Druckmeßdosen angeordnet, die sowohl im
Druckraum als auch im Bereich der Transportschnecke angeordnet sein können, wodurch
die Möglichkeit geschaffen werden soll, den Bodenabzug aus der Schnecke den Druckverhältnissen
entsprechend zu steuern. Derartige Druckmeßdosen können aber nur eine kleine örtlich
begrenzte Fläche erfassen, so daß mit Rücksicht auf die über die Ortsbrust unterschiedliche
Materialdichte mit relativ großer Unsicherheit im Bezug auf die tatsächlichen Druckverhältnisse
an der Abbaufläche gerechnet werden muß.
[0005] Die Erfindung zielt nun darauf ab, ein Verfahren der eingangs genannten Art zu schaffen,
welches es ermöglicht, die tatsächlichen Druckverhältnisse an der Ortsbrust exakter
zu erfassen und insbesondere dann noch eine sinnvolle Steuerung ermöglicht, wenn über
die Ortsbrust größere Schwankungen in der Materialdichte und in den Druckverhältnissen
auftreten. Auf die Weise sollen Setzungen und andere plötzlich auftretende Probleme
beim Vortrieb rechtzeitig erkennbar werden und die Möglichkeit geschaffen werden,
rechtzeitig Gegenmaßnahmen einzuleiten.
[0006] Zur Lösung dieser Aufgabe besteht das erfindungsgemäße Verfahren im wesentlichen
darin, daß der Druck im Abbauraum über eine verschiebliche und schwenkbare dichtende
Druckglocke unmittelbar auf das Material im Abbauraum übertragen wird, und daß die
Druckglocke mittels eines einstellbaren und/oder regelbaren Antriebes gegen das Material
im Abbauraum gepreßt wird. Dadurch, daß der Druck im Abbauraum über eine verschiebliche
und schwenkbare dichtende Druckglocke unmittelbar auf das Material im Abbauraum übertragen
werden kann, wird die Möglichkeit geschaffen, gezielt den Unterschieden in der Konsistenz
des abgebauten Materials in unterschiedlichen Höhenlagen Rechnung zu tragen. Durch
die verschiebliche und gleichzeitig schwenkbare, dichtende Druckglocke wird es möglich,
über die gesamte Höhe der Vortriebsmaschine einen konstanten Druck aufrechtzuerhalten.
Da der Druck im Abbauraum über die Druckglocke unmittelbar auf das Material eingebracht
wird, werden Verzerrungen vermieden, welche bei der Verwendung von Stützflüssigkeiten
im Abbauraum auftreten, da bei der Verwendung von Stützflüssigkeiten naturgemäß der
hydrostatische Druck im Bereich der Sohle größer als im Bereich der Firste des Tunnels
ist.
[0007] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform wird der Antrieb der Abbauwerkzeuge in der
Druckglocke gelagert und die Rotationsachse dieses Antriebes gemeinsam mit der Druckglocke
verschwenkt, wodurch in jeder Schwenklage der Druckglocke entsprechend dem erforderlichen
Stützdruck eine gleichmäßige Auslastung und damit eine hohe, angepaßte, gleichbleibende
Abbauleistung ermöglicht wird.
[0008] In besonders vorteilhafter Weise wird das erfindungsgemäße Verfahren mit einer entsprechend
sicheren Meßmethodik ergänzt und mit Vorteil so ausgeführt, daß die Druckbelastung
der Druckglocke gemessen und daß die Druckglocke in Abhängigkeit von den gemessenen
Werten von einer Mehrzahl von gesonderten Verschiebe- oder Schwenkantrieben verstellt
wird. Durch die Messung der Druckbelastung der Druckglocke wird eine Mehrzahl von
repräsentativen Meßwerten gewonnen, welche es ermöglichen, die Verschiebe- oder Schwenkbewegung
dieser Druckglocke entsprechend den gemessenen Druckwerten vorzunehmen.
[0009] Die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens ist im wesentlichen
dadurch gekennzeichnet, daß eine einen Antrieb für ein Abbauwerkzeug, insbesondere
ein Schneidrad, dichtend umgebende Druckglocke in Längsrichtung der Schildkonstruktionen
dichtend verschieblich und gegenüber der Längsrichtung der Schildkonstruktion schwenkbar
angeordnet ist und daß die Druckglocke mit Druck- und/oder Wegaufnehmern sowie Verschiebe-
und/oder Schwenkantrieben verbunden ist. Durch die Maßnahme, daß die Druckglocke in
Längsrichtung der Schildkonstruktion dichtend verschieblich und gegenüber der Längsrichtung
der Schildkonstruktion schwenkbar angeordnet ist, wird die Möglichkeit geschaffen,
diese Druckglocke entsprechend den jeweiligen Erfordernissen an die Ortsbrust anzustellen,
um auf diese Weise eine regionale Kompensation des Erddruckes entsprechend den geologischen
Verhältnissen sicherzustellen. Die Anpressung der Druckglocke erfolgt über jeweils
gesonderte zweckmäßig angeordnete Verschiebe- und/oder Schwenkantriebe, die zur besseren
Steuerung der Verschiebe- und/oder Schwenkbewegung mit Druck- und/oder Wegaufnehmern
verbunden sind.
[0010] Eine besonders einfache Kombination von Druck- bzw. Wegaufnehmern mit Verschiebe-
und/oder Schwenkantrieben kann bei Verwendung von hydraulischen Zylinder-Kolbenaggregaten
erzielt werden, wodurch eine gezielte Verschwenkung der Druckglocke entsprechend den
Druckverhältnissen ermöglicht wird.
[0011] In besonders einfacher Weise können die Verschiebe- und/oder Schwenkantriebe der
Druckglocke von Fluidikzylinder-Kolbenaggregaten gebildet sein und die Druckaufnehmer
als an den Arbeitsraum der Fluidikzylinder angeschlossene Druckmesser ausgebildet
sein. Derartige Fluidikzylinder-Kolbenaggregate bieten den Vorteil, daß sie neben
ihrer Funktion als Antrieb für die Verschiebe- oder Schwenkbewegung der Druckglocke
gleichzeitig auch als Meßaufnehmer dienen können, wobei es in solchen Fällen genügt,
anstelle aufwendiger Wegaufnehmer einfache Druckmesser mit dem Arbeitsraum der jeweiligen
Fluidikzylinder zu verbinden.
[0012] Mit Vorteil können die Verschiebe- und/oder Schwenkantriebe und im besonderen die
Fluidikzylinder-Kolbenaggregate an einer innerhalb der Schildkonstruktion abgestützten
Trägerkonstruktion abgestützt sein. Auf diese Weise wird ein relativ zur Schildkonstruktion
ortsfestes Widerlager für die Antriebe geschaffen und es wird die Möglichkeit geschaffen,
die Druckglocke nicht nur zur Aufnahme des Erddruckes, sondern auch zur Richtungssteuerung
zu benutzen. Die Stütz- und Steuerzylinder für die Druckglocke bzw. für die einzelnen
beweglichen Wandteile der Druckglocke können hiebei einzeln oder in Gruppen zur Gewinnung
der Druckmeßwerte des Enddruckes und zur aktiven Steuerung eingesetzt werden.
[0013] Die Verwendung einer derartigen Trägerkonstruktion für die Abstützung von Fluidikzylinder-Kolbenaggregate,
welche als Stütz- und Steuerzylinder eingesetzt werden können, bietet darüberhinaus
mit Vorteil die Möglichkeit eine Lagerung, insbesondere eine die axiale Verschiebung
zulassende Gleitlagerung und eine die Verschwenkung der Achslage zulassende Schwenklagerung
des Antriebes der Abbauwerkzeuge zu tragen. Eine derartige Ausbildung ermöglicht die
weitgehend uneingeschränkte Beweglichkeit der Abbauwerkzeuge, so daß auch ein Vorschneiden
vor der Ortsbrust im Betrieb im Bedarfsfall genutzt werden kann.
[0014] Mit Vorteil ist die Trägerkonstruktion als weitere dichtende Wand in der Schildkonstruktion
ausgebildet, so daß ein zusätzlicher Sicherheitsraum ausgebildet wird. Im Falle des
Auftretens von Undichtheiten im Bereich der Druckglocke kann dieser zusätzliche Sicherheitsraum
durch Einleiten von Druckluft gefüllt werden, so daß eine erhöhte Sicherheit des Betriebspersonals
gegeben ist. Die verschiebliche Druckglocke selbst kann zum Schild parallele Ränder
aufweisen, wodurch die Randabdichtung wesentlich vereinfacht wird. Um eine Verschwenkung
der Druckglocke bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung der Dichtung sicherzustellen,
kann die Druckglocke in Gleitlagern, insbesondere balligen Gleitlagern, an der Antriebswelle
oder dem die Antriebswelle umgebenden Gehäuse abgestützt sein.
[0015] Die Antriebswelle des Schneidrades muß die Druckglocke durchsetzen und kann mit Vorteil
hohl ausgebildet sein, wodurch die Möglichkeit geschaffen wird, eine Abfördereinrichtung
innerhalb der hohl ausgebildeten Antriebswelle anzuordnen. Alternativ oder zusätzlich
kann die Druckglocke eine Durchbrechung für den Anschluß einer Abfördereinrichtung
aufweisen, wodurch der sichere und rasche Abtransport des geschnittenen Materials
bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung des geforderten Druckes möglich ist.
[0016] Für Wartungsarbeiten kann es erforderlich sein, den Druckraum zugänglich zu machen,
und zu diesem Zweck ist mit Vorteil die Ausbildung so getroffen, daß die Druckglocke
und gegebenenfalls zusätzlich die Trägerkonstruktion eine Schleuse aufweist.
[0017] Die Fluidikzylinder-Kolbenaggregate, welche in besonders einfacher Weise als Hydraulikzylinder-Kolbenaggregate
ausgebildet sein können, sind über den gesamten Umfang der Druckglocke verteilt angeordnet,
wodurch zum einen die Erfassung und Registrierung des Erddruckes über die gesamte
Abbaufläche bzw. Ortsbrust möglich ist und zum anderen die unterschiedlichen Erddrücke
in Abhängigkeit von Vortriebsmaschinen-Durchmesser in allen Höhenlagen vor der Schildmaschine,
insbesondere in der Firste, Ulme und Sohle eindeutig gemessen und erfaßt werden können.
Die Anordnung der hydraulischen Zylinder-Kolbenaggregate am Umfang ermöglicht zum
anderen die sichere Abstützung gegen die eigentliche Schildkonstruktion, so daß auch
große Kräfte sicher aufgenommen bzw. ausgeübt werden können.
[0018] Auf Grund der genauen Erfassung des Erddruckes über die gesamte Baufläche läßt sich
auf in wesentlich exakterer Weise der Austrag des abgebauten Bodenmateriales aus der
Abbaukammer einer Regelung unterwerfen. Für den Bodenabtransport sind hiebei in erster
Linie Schneckenförderer oder ähnliche Systeme geeignet, wobei zusätzlich Zellenräder,
Stauklappen od.dgl. angeordnet werden, um den Abfluß des abgebauten Erdreiches exakt
steuern zu können.
[0019] Die Steuerung der Stütz- und Steuerzylinder bzw. der Verschiebe- und Schwenkantriebe
der Druckglocke kann in einfacher Weise mittels eines frei programmierbaren Schaltwerkes
erfolgen, wobei mit Vorzug die Ausbildung so getroffen ist, daß die Signalleitungen
der Druckmeßeinrichtungen und/oder Wegaufnehmer mit einem frei programmierbaren Schaltwerk
verbunden sind und daß Steuerleitungen des frei programmierbaren Schaltwerkes mit
den Antrieben, insbesondere Ventilen der Fluidikantriebe, der verschieblichen und
schwenkbaren Druckglocke verbunden sind.
[0020] Die Erfindung wird nachfolgend an Hand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieles
näher erläutert. In dieser zeigen: Fig. 1 einen Axialschnitt durch eine erfindungsgemäße
Einrichtung und Fig. 2 eine Ansicht in Richtung des Pfeiles II der Fig. 1 bei abgenommenen
Werkzeugträgern.
[0021] In Fig. 1 ist ein Schildausbau 1 dargestellt, an dessen ortsbrustseitigem Ende 2
eine Gleitdichtung 3 für die verschiebliche und verschwenkbare Druckglocke 4 angeordnet
ist. Die verschiebliche Druckglocke 4 erstreckt sich hiebei nahe der Ortsbrust in
Richtung der Achse 5 und übergreift mit ihrem Außenring 4′ die Werkzeugträger 6 von
rotierbar gelagerten Abbauwerkzeugen. Die verschiebliche Druckglocke 4 ist über hydraulische
Zylinder-Kolbenaggregate 7 an einer Trägerkonstruktion 8 abgestützt, welche ortsfest
innerhalb der Schildkonstruktion 1 angeordnet ist. Diese Trägerkonstruktion 8 ist
als dichtende Wand ausgebildet und trägt die Lagerung 9 für die Antriebswelle 10 des
Werkzeugträgers 6. Die Lagerung 9 ist hiebei ballig ausgebildet, um ein Verschwenken
des Antriebes 11 für die Welle 10 in Richtung des Doppelpfeiles 12 zu ermöglichen.
Weiters ist die Lagerung so ausgebildet, daß eine Verschiebung in Richtung des Doppelpfeiles
13 parallel zur Achse 5 des Schildausbaues möglich ist. Die Druckglocke ist verschieblich
und schwenkbar am Gehäuse 14, welches in den Lagern 9 gehalten ist, gelagert, wofür
wiederum ballige Lager 15 vorgesehen sind. Die Druckglocke 4 trägt eine Druckschleuse
16, über welche der Druckraum 17 vor der druckfesten, verschieblichen und schwenkbaren
Druckglocke 4 zugänglich gemacht werden kann.
[0022] Die hydraulischen Zylinder-Kolbenaggregate 7 können zum Verschieben oder Verschwenken
der Druckglocke 4 mit Druckmittel beaufschlagt werden. An die Arbeitsräume der Kolben
dieser Zylinder-Kolbenaggregate 7 sind nicht dargestellte Druckmeßdosen angeschlossen,
über welche die jeweils anstehenden Druckverhältnisse erfaßt werden können.
[0023] Bei der Darstellung nach Fig. 1 ist ein Schneckenförderer 18 über einen Trichter
19 mit der verschieblichen und schwenkbaren Druckglocke 4 verbunden, wobei dieser
Schneckenförderer 18 die druckfeste Trägerkonstruktion 8 dichtend durchsetzt. Zwischen
der druckfesten Trägerkonstruktion 8 und der beweglichen Druckglocke verbleibt hiebei
ein Raum 20, welcher im Bedarfsfall als zweiter Sicherheitsraum mit Druckluft beaufschlagbar
ist. Der Schneckenförderer 18 oder eine vergleichbare Abfördereinrichtung kann aber
auch in das Innere der strichliert angedeuteten, hohl ausgebildeten Antriebswelle
eingeschoben werden, wobei der Hohlraum dieser Antriebswelle mit 21 bezeichnet ist.
[0024] In Fig. 2 ist die verschiebliche und schwenkbare Druckglocke 4 in der Ansicht von
der Ortsbrust her gesehen dargestellt. Die Stützzylinder, über welche auch die Druckmeßwerte
gewonnen werden können, sind schematisch mit 7 angedeutet. Außerhalb der Stützzylinder
sind jeweils noch die Vorschubzylinder 22 der Schildausbaukonstruktion schematisch
angedeutet. Die Antriebswelle für die Abbauwerkzeuge ist wiederum mit 10 bezeichnet.
Die verschiebliche und schwenkbare Druckglocke 4 weist den Aufnahmetrichter 19 für
das nachfolgende, von einem Schneckenförderer 18 gebildete Abfördergerät auf. Alternativ
kann die gesamte, der Ortsbrust zugewandte Fläche ohne übergreifenden Außenring 4′
mittels einer gleichartigen Gleitdichtung 3 innerhalb einer Schildschneide verschieblich
und schwenkbar angeordnet sein.
1. Verfahren zum Tunnelvortrieb mit einer Schildvortriebsmaschine, bei welchem der
Abbauraum gegenüber der Schildkonstruktion (1) mittels einer Druckglocke (4) abgedichtet
und unter gegenüber dem Raum innerhalb der Schildkonstruktion höheren Druck gesetzt
wird, dadurch gekennzeichnet, daß der Druck im Abbauraum über eine verschiebliche
und schwenkbare dichtende Druckglocke (4) unmittelbar auf das Material im Abbauraum
übertragen wird, und daß die Druckglocke (4) mittels eines einstellbaren und/oder
regelbaren Antriebes gegen das Material im Abbauraum gepreßt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Antrieb (11) der Abbauwerkzeuge
(6) in der Druckglocke (4) gelagert ist und daß die Rotationsachse dieses Antriebes
gemeinsam mit der Druckglocke (4) verschwenkt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Druckbelastung
der Druckglocke (4) gemessen und daß die Druckglocke in Abhängigkeit von den gemessenen
Werten von einer Mehrzahl von gesonderten Verschiebe- oder Schwenkantrieben (7) verstellt
wird.
4 Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet,
daß eine einen Antrieb (10,11) für ein Abbauwerkzeug (6), insbesondere ein Schneidrad,
dichtend umgebende Druckglocke (4) in Längsrichtung der Schildkonstruktionen dichtend
verschieblich und gegenüber der Längsrichtung der Schildkonstruktion schwenkbar angeordnet
ist, und daß die Druckglocke (4) mit Druck- und/oder Wegaufnehmern sowie Verschiebe-
und/oder Schwenkantrieben (7) verbunden ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Verschiebe- und/oder
Schwenkantriebe der Druckglocke (4) von Fluidikzylinder-Kolbenaggregaten (7) gebildet
sind und daß die Druckaufnehmer als an den Arbeitsraum der Fluidikzylinder angeschlossene
Druckmesser ausgebildet sind.
6. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Fluidikzylinder-Kolbenaggregate
(7) an einer innerhalb der Schildkonstruktion abgestützten Trägerkonstruktion (8)
abgestützt sind.
7. Vorrichtung nach Anspruch 4, 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Trägerkonstruktion
(8) eine Lagerung (9), insbesondere eine die axiale Verschiebung zulassende Gleitlagerung
und eine die Verschwenkung der Achslage zulassende Schwenklagerung, des Antriebes
(11) der Abbauwerkzeuge (6) trägt.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Trägerkonstruktion
(8) als weitere dichtende Wand in der Schildkonstruktion ausgebildet ist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Druckglocke
(4) in Gleitlagern, insbesondere balligen Gleitlagern (15), den Durchtritt der Antriebswelle
(10) oder des die Antriebswelle umgebenden Gehäuses (14) erlaubt.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die
Antriebswelle (10) des Schneidrades hohl ausgebildet ist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die
Druckglocke (4) oder die Trägerkonstruktion (8) eine Schleuse (16) aufweist.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die
Antriebe (7) der verschiebbaren und verschwenkbaren Druckglocke (4) gruppenweise kuppelbar
ausgebildet sind.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß die
Druckglocke (4) eine Durchbrechung (19) für den Anschluß einer Abfördereinrichtung
(18) aufweist.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß an
den Raum (20) zwischen der verschiebbaren und verschwenkbaren Druckglocke (4) und
der als Dichtwand ausgebildeten Trägerkonstruktion (8) Druckmittelleitungen, insbesondere
eine Druckluftleitung, angeschlossen sind.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß die
Signalleitungen der Druckmeßeinrichtungen und/oder Wegaufnehmer mit einem frei programmierbaren
Schaltwerk verbunden sind und daß Steuerleitungen des frei programmierbaren Schaltwerkes
mit den Antrieben (7), insbesondere Ventilen der Fluidikantriebe, der verschieblichen
und schwenkbaren Druckglocke (4) verbunden sind.