| (19) |
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(11) |
EP 0 300 159 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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25.09.1991 Patentblatt 1991/39 |
| (22) |
Anmeldetag: 21.05.1988 |
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Verfahren und Vorrichtung zum Auskleiden eines Tunnels mit Ortbeton
Method and device for lining a tunnel with concrete cast in situ
Procédé er dispositif pour le revêtement d'un tunnel avec du béton coulé sur place
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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BE FR GB IT NL |
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Priorität: |
17.07.1987 DE 3723625
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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25.01.1989 Patentblatt 1989/04 |
| (73) |
Patentinhaber: HOCHTIEF AKTIENGESELLSCHAFT VORM. GEBR. HELFMANN |
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45128 Essen (DE) |
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Erfinder: |
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- Hentschel, Volker
D-3200 Hildesheim-Itzum (DE)
- Mahmens, Olaf
D-4300 Essen-Heisingen (DE)
- Versteegen, Clemens
D-4300 Essen 1 (DE)
- Babendererde, Siegmund, Dr.
D-2400 Lübeck-Travemünde (DE)
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| (74) |
Vertreter: Masch, Karl Gerhard, Dr. et al |
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Patentanwälte,
Andrejewski, Honke & Partner,
Postfach 10 02 54 45002 Essen 45002 Essen (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
DE-A- 2 913 091 DE-A- 3 025 922 DE-C- 3 127 311
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DE-A- 2 932 430 DE-A- 3 406 980
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Auskleiden eines Tunnels mit Ortbeton hinter
einer einen nachlaufenden Schildmantel aufweisenden Vortriebsmaschine, wobei der Ortbeton
durch eine an der Innenmantelfläche des Schildmantels sowie an der Außenmantelfläche
einer Innenschalung anliegende und relativ zum Schildmantel sowie zur Innenschalung
längsbewegbare Stirnschalung hindurch unter gleichzeitiger Vorbewegung der Stirnschalung
gegenüber der Innenschalung zwischen das Gebirge und die Innenschalung gedrückt wird,
wobei die Stirnschalung durch Beaufschlagung mit dem Druck des in Abhängigkeit von
der Relativstellung der Stirnschalung zum Schildmantel gesteuert zugeführten Ortbetons
und durch Beaufschlagen einer hydraulischen Federanordnung mit einer Kompensationskraft
entsprechend den zwischen der Stirnschalung und dem Schildmantel sowie der Innenschalung
auftretenden Reibungskräfte vorbewegt wird. Außerdem betrifft die Erfindung eine Vorrichtung
zur Durchführung eines solchen Verfahrens, bei der die Stirnschalung eine an der Innenmantelfläche
des Schildmantels anliegende äußere Manteldichtung sowie eine an der Außenmantelfläche
der Innenschalung anliegende innere Manteldichtung aufweist, über eine bewegliche
Ortbetonförderleitung mit einer Ort-betonpumpe verbunden ist sowie über die einstellbare,
die Reibungskräfte kompensierende hydraulische Federanordnung an den Schildmantel
angekoppelt ist und der Stirnschalung sowie dem Schildmantel ein Wegmeßgerät zwischengeschaltet
ist, das als Eingabeglied einer die Ortbetonpumpe als Stellglied aufweisenden Steuereinrichtung
zugeordnet ist.
[0002] Im Rahmen der bekannten Maßnahmen der genannten Art (DE-PS 34 06 980) sollen durch
die Einstellung der hydraulischen Federanordnung die Ortbetondruckkraft und die Reibungskräfte
gleichsam in das jeweils zutreffende Verhältnis gebracht werden können; wie diese
Einstellung im einzelnen vorzunehmen ist, ist offengelassen. Die Steuereinrichtung
dient lediglich dazu, die Stirnschalung in einem vorgegebenen Bereich des Schildmantels
zu halten, und weist demzufolge eine Zylinderkolbenanordnung, über die der Schildmantel
an ein Vortriebsaggregat dar Vortriebsmaschine angekoppelt ist, und die Ortbetonpumpe
als Stellglieder auf. Diese Maßnahmen werden den Erfordernissen aber nicht gerecht.
Erfahrungen mit Vortriebsschilden im Durchmesserbereich von 6 bis 7 m haben nämlich
gezeigt, daß die erforderlichen Kompensationskräfte zwischen 400 und 1400 kN schwanken
können. Dies führt zu entsprechend großen Schwankungen des für die Vorwärtsbewegung
der Stirnschalung notwendigen Betondruckes mit den entsprechend negativen Folgen für
die Qualität der Tunnelauskleidung, insbesondere im Lockerboden und unter dem Grundwasserspiegel.
Um eine qualitativ einwandfreie Ortbetonauskleidung zu erhalten, müssen die auftretenden
Druckschwankungen vermindert werden. Der Betondruck in der Schalung muß dabei oberhalb
des anstehenden Erd- und Wasserdruckes sowie eines Sicherheitswertes gehalten werden.
[0003] Bei einer anderen Vorrichtung zum Vortrieb eines Tunnels (DE-PS 31 27 311) ist es
auch bekannt, durch Verwendung von Mantelgleitlagern an der dem Schildmantel zugewandten
Seite der Stirnschalung eine reibungsarme Längsverstellung zu ermöglichen und mit
Hilfe einer Stabilisierungseinrichtung dafür Sorge zu tragen, daß die Stirnschalung
immer ihre zur Maschinenrichtung senkrechte Lage beibehält. Die momentan herrschenden
und variierenden Reibungskräfte werden hierbei aber nicht berücksichtigt.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, im Rahmen der eingangs geschilderten Maßnahmen
die schädlichen Druckschwankungen beim Zuführen des Ortbetons der Höhe nach zu vermindern.
[0005] In verfahrensmäßiger Hinsicht wird diese Aufgabe gemäß der Erfindung dadurch gelöst,
daß die Reibungskräfte zwischen Betonierabschnitten vorgegebener Länge durch Vorziehen
der Stirnschalung gegenüber dem stillstehenden Schildmantel und der Innenschalung
mittels der Federanordnung bei unterbrochener Ortbetonzufuhr um eine vorgegebene Wegstrecke
bei der sich die Stirnschalung noch nicht von dem zuletzt zugeführten Ortbeton löst,
sowie durch Messen der hierfür erforderlichen Kräfte ermittelt werden und daß beim
nachfolgenden Betonieren die Stirnschalung gleichbleibend entsprechend den ermittelten
Kräften in Vortriebsrichtung zusätzlich beaufschlagt wird und die zugeführte Ortbetonmenge
bei einem Zurückbleiben der Stirnschalung gegenüber dem Schildmantel erhöht sowie
bei einem Voreilen der Stirnschalung gegenüber dem Schildmantel erniedrigt wird. Die
vorrichtungsmäßige Lösung ist dadurch gekennzeichnet, daß auch die hydraulische Federanordnung
als Stellglied an die Steuereinrichtung angeschlossen ist und aus parallelen Hydraulikzylinderkolbenanordnungen
besteht, deren die Stirnschalung abgewandte Zylinderkammern über eine Hydraulikleitung
mit einer Gasdruckspeicheranordnung und deren der Stirnschalung zu gewandte Zylinderkammern
über eine Hydraulikleitung mit einer Proportionaldruckventilanordnung verbunden sind,
und daß die Zylinderkammern bei Stillstand des Schildmantels sowie der Ortbetonpumpe
mit Hilfe der Proportionaldruckventilanordnung bis zum Vorbewegen um eine vorgegebene
Wegstrecke beaufschlagbar sind und die entsprechenden Druckverhältnisse durch die
Steuereinrichtung speicherbar sowie beim Zuführen des Ortbetons über die Proportionaldruckventilanordnung
einstellbar sind.
[0006] Die Erfindung geht hierbei von Erfahrungen aus, die im Zuge des Auskleidens von Tunneln
mit Ortbeton gewonnen worden sind. Die auf die bewegliche Stirnschalung wirkenden
veränderlichen Reibungskräfte sind während des Betriebes praktisch nicht bestimmbar.
Zur Sicherstellung eines druckstabilen Betoneinbaus mit nur geringen Betondruckschwankungen
ist es deshalb erforderlich, die Reibungskräfte in regelmäßigen Abständen zu erfassen
und eine beim Zuführen des Ortbetons kontinuierlich wirkende Stützkraft so zu verändern,
daß die Stützkraftänderung dem Betrage nach der Reibungskraft entspricht, dieser jedoch
in der Wirkungsrichtung entgegengesetzt gerichtet ist. Diese Anpassung der Stützkraft
bewirkt, daß die Stirnschalung ausschließlich durch die die Stützkraft übersteigende
Betondruckkraft des zugeführten Ortbetons in Vortriebsrichtung vorwärts bewegt wird
und auftretende Reibungskräfte durch die zusätzlich in das System eingebrachten Kompensationskräfte
in ihrer Wirkung eliminiert werden.
[0007] Für die weitere Ausgestaltung bestehen im Rahmen der Erfindung mehrere Möglichkeiten.
So besteht in verfahrensmäßiger Hinsicht ohne weiteres die Möglichkeit, die Reibungskräfte
längs des Umfangs der Stirnschalung an mehreren Stellen unabhängig voneinander zu
vermitteln; entsprechend ist es auch möglich, die Stirnschalung in Umfangsrichtung
mit unterschiedlichen Kompensationskräften zu beaufschlagen.
[0008] Im folgenden wird die Erfindung anhand einer ein Ausführungsbeispiel darstellenden
Zeichnung näher erläutert.
[0009] Die einzige Figur zeigt eine Vorrichtung zum Auskleiden eines Tunnels mit Ortbeton
hinter einer Vortriebsmaschine mit einem nachlaufenden Schildmantel 1. Hierbei wird
eine Stirnschalung 2 eingesetzt, die eine an der Innenfläche des Schildmantels 1 anliegende
äußere Manteldichtung 3 sowie eine an der Außenmantelfläche einer Innenschalung 4
anliegende innere Manteldichtung 5 aufweist. Durch die Stirnschalung 2 hindurch wird
über eine bewegliche Ortbetonförderleitung 6 mit einer Ortbetonpumpe 7 Ortbeton gedrückt;
das ist in der Figur lediglich angedeutet. Die Stirnschalung 2 ist über eine einstellbare,
die Reibungskräfte kompensierende hydraulische Federanordnung 8 an den Schildmantel
1 angekoppelt. Außerdem ist der Stirnschalung 2 sowie dem Schildmantel 1 ein Wegmeßgerät
9 als Eingabeglied einer elektrischen Steuereinrichtung 10 zugeordnet.
[0010] Die genannte hydraulische Federanordnung 8 ist als Stellglied an die Steuereinrichtung
10 angeschlossen und die Steuereinrichtung 10 ist für eine Speicherung der Einstellung
der hydraulischen Federanordnung 8 bei der Ermittlung der Reibungskräfte eingerichtet;
das wird weiter unten noch eingehend erläutert. Die hydraulische Federanordnung 8
besteht aus mehreren parallelen Hydraulikzylinderkolbenanordnungen 11, von denen nur
eine dargestellt ist. Die der Stirnschalung 2 abgewandte Zylinderkammer 12 ist über
eine Hydraulikleitung 13 mit einer Gasdruckspeicheranordnung 14 verbunden. Diese ist
so ausgelegt, daß auf den Kolben der Hydraulikzylinderkolbenanordnung 11 unabhängig
von dessen Stellung praktisch immer derselbe Druck ausgeübt wird. Die der Stirnschalung
2 zugewandte Zylinderkammer 15 der Hydraulikzylinderkolbenanordnung 11 ist über eine
Hydraulikleitung 16 mit einer Proportionaldruckventilanordnung 17 mit Hydraulikpumpe
18 verbunden. Mit Hilfe der Proportionaldruckventilanordnung 17 kann ein konstanter
Hydraulikdruck in der Zylinderkammer 15 aufrechterhalten werden. Die Ortbetonpumpe
7 ist als weiteres Stellglied an die Steuereinrichtung 10 angeschlossen, um den Betonvolumenstrom
wegabhängig zu steuern. Hierzu wird bei der Auslenkung der Stirnschalung 2 relativ
zum Schildmantel 1 um den Arbeitspunkt Xm in Richtung+x der durch die Stirnschalung
2 einzubringende Betonvolumenstrom vermindert, bei einer Auslenkung um Xm in Richtung
-x der Betonvolumenstrom erhöht und bei Nichtauslenkung der Stirnschalung 2 der zugeführte
Betonvolumenstrom konstant gehalten bzw. nicht geändert. Der Arbeitspunkt kann mit
einer Wegtoleranz versehen werden.
[0011] Bei eingeschalteter Stützung, stehender Stirnschalung 2 sowie stehendem Schildmantel
1 werden die drucklosen Zylinderkammern 15 der Hydraulikzylinderkolbenanordnung 11
kontinuierlich mit steigendem Druck dadurch beaufschlagt, daß Hydraulikflüssigkeit
von der Hydraulikpumpe 18 in die Zylinderkammer 15 gepumpt wird. Dabei wird die Betonstromregelung
und die Betonzufuhr unterbrochen. Die eingespeiste Hydraulikmenge ist so bemessen,
daß es nach Überschreiten eines bestimmten Druckes zu einem Abziehen der Stirnschalung
2 mit geringer Geschwindigkeit in Richtung +x kommt. Das Wegmeßgerät 9 registriert
eine Wegänderung, aus der die elektronische Steuereinrichtung 10 eine Geschwindigkeitsänderung
der Stirnschalung 2 ermittelt. Diese Geschwindigkeitsänderung ist das Signal für die
Beendigung der hydraulischen Einspeisung. Der sich ergebende Druck wird in der Steuereinrichtung
gespeichert und gegebenenfalls mit einem durch Eichung zu ermittelnden Korrekturfaktor
versehen. Die dargestellten Kräfte (Stützkraft F
s , Betondruckkraft F
b , Erd- und Wasserdruckkraft) befinden sich im Gleichgewicht. Bei einem geringfügigen
und hinreichend langsamen Bewegen der Stirnschalung 2 ändern sich die Druckverhältnisse
im Betonraum nur geringfügig, da die Volumenänderungen wie von einer elastischen Membran
aufgenommen werden.
[0012] Für den Kompensationsbetrieb wird die Proportionaldruckventilanordnung 17 auf eine
dem letzten gemessenen und korrigierten Wert entsprechende Einstellung gebracht und
die Zylinderkammer 15 der Hydraulikzylinderkolbenanordnung 11 mit Druck beaufschlagt.
Für den Gleichgewichtszustand gilt im Idealfall
wobei F
Speicher = F
Beton und F
Reibung = F
Kompensation ist. Für den praktischen Einsatz wird F
Kompensation so gewählt, daß eine leichte Unterkompensation von F
Reibung erreicht wird. Dieses bedeutet, daß der Betondruck etwas überhöht angesetzt wird.
Wird der Betondruck jetzt um einen gewissen Wert dF
b gesteigert, so setzt sich die Stirnschalung 2 in Richtung der auf sie einwirkende
Betondruckkraft in Bewegung, da ein Ungleichgewicht der Kräfte entsteht.
[0013] Bei einer Bewegung der Stirnschalung 2 in Richtung +x bei stehender Innenschalung
4 und einer gegenüber dem Schildmantel 1 höheren Stirnschalungsgeschwindigkeit werden
die die Bewegung hemmenden Kräfte annähernd optimal kompensiert. Im Normalfall bleibt
die eingestellte Kompensationskraft solange konstant, bis eine bestimmte Wegstrecke,
z. B. 20 cm, fertig betoniert ist. Die Steuereinrichtung 10 wird mit allen zur Bestimmung
des Betonierweges erforderlichen Weginformationen ausgerüstet. Bei Erreichen der vorgesehenen
Wegstrecke wird der Kompensationsbetrieb abgebrochen und automatisch eine neue Reibkraftbestimmung
durchgeführt. Als Sicherheitsreserve dient eine höhere Festlegung des Betondruckes
als es nach den statischen Rahmenbedingungen nötig wäre sowie die geringe Unterkompensation
der Reibkraft, als deren Folge eine Betondrucküberhöhung notwendig ist. Die Auslenkung
der Stirnschalung 2 führt zu einem Einsetzen der Betonvolumenstromregelung. Der Betonvolumenstrom
wird vermindert. Aus praktischen Erwägungen heraus kann der Arbeitspunkt X
m mit einem Toleranzfeld x₁ > x
m > x
o versehen werden. Befindet sich die Stirnschalung innerhalb dieser Strecke, so bleibt
der Betonvolumenstrom konstant.
[0014] Bei eiuner Bewegung der Stirnschalung in Richtung +x bei stehender Innenschalung
4 und einer gegenüber dem Schildmantel 1 geringeren Stirnschalungsgeschwindigkeit
wird von dem Wegmeßgerät 9 eine Auslenkung in Richtung -x registriert. Als Folge davon
wird der Betonvolumenstrom erhöht. Der erhöhte Betonvolumenstrom führt zu einem Druckanstieg
im Ringraum und schließlich zu einer Bewegung der Stirnschalung 2 in Richtung +x mit
einer Geschwindigkeit, die größer ist als die des Schildmantels 1. Die auf die Stirnschalung
2 wirkende Reibkraft zwischen Schildmantel 1 und Stirnschalung 2 verändert dabei Richtung
und unter Umständen auch ihren Betrag. Um der damit eintretenden Veränderung der resultierenden
Reibkraft Rechnung zu tragen, wird die Kompensationskraft solange verringert, bis
die Relativgeschwindigkeit zwischen Stirnschalung 2 und Schildmantel 1 nicht mehr
negativ ist. Als Folge der Auslenkung wird der Betonvolumenstrom erhöht. Der erhöhte
Betonvolumenstrom führt zu einem Druckanstieg in der Schalung und schließlich zu einer
Bewegung der Stirnschalung 2 in Richtung +x mit einer Geschwindigkeit, die größer
als die des Schildmantels 1 ist. Ein Ausbleiben der Relativbewegung zwischen Schildmantel
1 und Stirnschalung 2 führt solange nicht zu einer wesentlichen Fehlkompensation,
solange die Richtung der Reibkräfte zwischen Innenschalung 4 und Stirnschalung 2 sowie
Schildmantel 1 und Stirnschalung 2 die gleiche Richtung haben. Dreht sich die Richtung
der Reibkraft zwischen Schildmantel 1 und Stirnschalung 2 um, so verringert sich die
Gesamtreibkraft und kann im Extremfalle ihre Richtung umkehren. Die Auslegung der
Steuereinrichtung 10 sieht vor, daß der Bediener auf den geschilderten Fall aufmerksam
gemacht wird; der Bediener kann dann gegebenenfalls geeignete Schritte zur "Störungsbeseitigung"
unternehmen. Bei einem Stehenbleiben der Stirnschalung 2 ist die Steuereinrichtung
10 so ausgelegt, daß der Betrieb mit einer Reibungskompensation sofort unterbrochen
wird, d. h. die Zylinderkammer 15 der Hydraulikzylinderkolbenanordnung 11 entlüftet
wird. Ein Neustart des Kompensationsbetriebes ist nach Störungsbeseitigung möglich.
[0015] In Abwandlung der beschriebenen Ausführungsform ist es zur Ermittlung und Kompensation
der Reibungskräfte selbstverständlich auch möglich, den Stützdruck in der Gasdruckspeicheranordnung
14 zu verändern. Ebenso ist es möglich, anstelle der dargestellten einzigen Proportionaldruckventilanordnung
17 weitere Proportionaldruckventilanordnungen zu verwenden, beispielsweise für jede
Hydraulikzylinderkolbenanordnung 11 eine eigene Proportionaldruckventilanordnung 17
einzusetzen.
1. Verfahren zum Auskleiden eines Tunnels mit Ortbeton hinter einer einen nachlaufenden
Schildmantel (1) aufweisenden Vortriebsmaschine, wobei der Ortbeton durch eine an
der Innenmantelfläche des Schildmantels (1) sowie an der Außenmantefläche einer Innenschalung
(4) anliegende und relativ zum Schildmantel (1) sowie zur Innenschalung (4) längsbewegbare
Stirnschalung (2) hindurch unter gleichzeitiger Vorbewegung der Stirnschalung (2)
gegenüber der Innenschalung (4) zwischen das Gebirge und die Innenschalung (4) gedrückt
wird, wobei die Stirnschalung (2) durch Beaufschlagung mit dem Druck des in Abhängigkeit
von der Relativstellung der Stirnschalung (2) zum Schildmantel (1) gesteuert zugeführten
Ortbetons und durch Beaufschlagen einer hydraulischen Federanordnung (8) mit einer
Kompensationskraft entsprechend den zwischen der Stirnschalung (2) und dem Schildmantel
(1) sowie der Innenschalung (4) auftretenden Reibungskräften vorbewegt wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Reibungskräfte zwischen Betonierabschnitten vorgegebener Länge durch Vorziehen
der Stirnschalung (2) gegenüber dem stillstehenden Schildmantel (1) und der Innenschalung
(4) mittels der Federanordnung (8) bei unterbrochener Ortbetonzufuhr um eine vorgegebene
Wegstrecke, bei der sich die Stirnschalung (2) noch nicht von dem zuletzt zugeführten
Ortbeton löst, sowie durch Messen der hierfür erforderlichen Kräfte ermittelt werden
und daß beim nachfolgenden Betonieren die Stirnschalung (2) gleichbleibend entsprechend
den ermittelten Kräften in Vortriebsrichtung zusätzlich beaufschlagt wird und die
zugeführte Ortbetonmenge bei einem Zurückbleiben der Stirnschalung (2) gegenüber dem
Schildmantel (1) erhöht sowie bei einem Voreilen der Stirnschalung (2) gegenüber dem
Schildmantel (1) erniedrigt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Reibungskräfte längs des
Umfangs der Stirnschalung (2) an mehreren Stellen unabhängig voneinander ermittelt
werden.
3. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 oder 2, bei der die Stirnschalung
(2) eine an der Innenmantelfläche des Schildmantels (1) anliegende äußere Manteldichtung
(3) sowie eine an der Außenmantelfläche der Innenschalung (4) anliegende innere Manteldichtung
(5) aufweist, über eine bewegliche Ortbetonförderleitung (6) mit einer Ortbetonpumpe
(7) verbunden ist sowie über die einstellbare, die Reibungskräfte kompensierende hydraulische
Federanordnung (8) an den Schildmantel (1) angekoppelt ist und der Stirnschalung (2)
sowie dem Schildmantel (1) ein Wegmeßgerät (9) zwischengeschaltet ist, das als Eingabeglied
einer die Ortbetonpumpe (7) als Stellglied aufweisenden Steuereinrichtung (10) zugeordnet
ist, dadurch gekennzeichnet, daß auch die hydraulische Federanordnung (8) als Stellglied an die Steuereinrichtung
(10) angeschlossen ist und aus parallelen Hydraulikzylinderkolbenanordnungen (11)
besteht, deren der Stirnschalung (2) abgewandte Zylinderkammern (12) über eine Hydraulikleitung
(13) mit einer Gasdruckspeicheranordnung (14) und deren der Stirnschalung (2) zugewandte
Zylinderkammern (15) über eine Hydraulikleitung (16) mit einer Proportionaldruckventilanordnung
(17) verbunden sind, und daß die Zylinderkammern (15) bei Stillstand des Schildmantels
(1) sowie der Ortbetonpumpe (7) mit Hilfe der Proportionaldruckventilanordnung (17)
bis zum Vorbewegen um eine vorgegebene Wegstrecke beaufschlagbar sind und die entsprechenden
Druckverhältnisse durch die Steuereinrichtung (10) speicherbar sowie beim Zuführen
des Ortbetons über die Proportionaldruckventilanordnung (17) einstellbar sind.
1. A process for the lining of a tunnel with cast-in-situ concrete behind a tunnel-driving
machine possessing a trailing shield jacket (1), in which, through a front shuttering
(2) fitting closely against the inner jacket surface of the shield jacket (1) and
against the outer jacket surface of an inner shuttering (4) and longitudinally movable
relatively to the shield jacket (1) and the inner shuttering (4), the cast-in situ
concrete is pushed between the rock face and the inner shuttering (4) with simultaneous
movement forward of the front shuttering (2) relatively to the inner shuttering (4),
in which the front shuttering (2) is moved forward by the pressure load of the cast-in-situ
concrete, the supply of which is controlled in accordance with the relative positions
of the front shuttering (2) and the shield jacket (1), and by loading from a hydraulic
spring device (8) with a compensation force corresponding to the frictional forces
occurring between the front shuttering (2), the shield jacket (1), and the inner shuttering
(4), characterized in that the frictional forces between concreting sectors of specified length are determined
with the cast-in-situ concrete supply interrupted, by pulling forward the front shuttering
(2) relatively to the stationary shield jacket (1) and the inner shuttering (4) by
means of the spring device (8) over a specified distance in which the front shuttering
(2) does not separate from the last-supplied cast-in-situ concrete and by measuring
the forces necessary for this, and that in the subsequent concreting the front shuttering
(2) is constantly additionally loaded in the direction of advance in accordance with
the determined forces and the quantity of cast-in-situ concrete supplied is increased
when the front shuttering (2) lags behind the shield jacket (1) and is reduced when
the front shuttering (2) moves ahead of the shield jacket (1).
2. A process according to Claim 1, characterized in that the frictional forces around the circumference of the front shuttering (2) are determined
at several points independently of one another.
3. An equipment to perform the process according to Claim 1 or 2, in which the front
shuttering (2) has an outer jacket seal (3) fitting against the inner jacket surface
of the shield jacket (1) and an inner jacket seal (5) fitting against the outer jacket
surface of the inner shuttering (4), is connected to a cast-in-situ concrete pump
(7) by a movable cast-in-situ concrete conveyor pipe (6) and is coupled to the shield
jacket (1) by the adjustable hydraulic spring device (8) compensating for the frictional
forces, and a distance-measuring instrument (9) is interposed between the front shuttering
(2) and the shield jacket (1), that as input unit is associated with a control equipment
(10) having the cast-in-situ concrete pump (7) as output unit, characterized in that the hydraulic spring device (8) is also connected to the control equipment (10) as
an output unit, and consists of parallel hydraulic piston-cylinder systems (11) the
cylinder chambers (12) of which that face away from the front shuttering (2) are connected
to a gas-pressure storage system (14) by a hydraulic pipe (13) and the cylinder chambers
(15) of which that face towards the front shuttering (2) are connected to a proportional
pressure valve system (17) by a hydraulic pipe (16), and that when the shield jacket
(1) and cast-in-situ concrete pump (7) are stationary the cylinder chambers (15) can
be loaded by means of the proportional pressure valve system (17) until there has
been movement forward through a specified distance, and the corresponding pressure
data can be stored by the control equipment (10) and are adjustable via the proportional
pressure valve system (17) during the supply of cast-in-situ concrete.
1. Procédé pour réaliser l'habillage d'un tunnel avec du béton coulé sur place, en arrière
d'une abatteuse-chargeuse comportant une enveloppe formant bouclier arrière (1), et
selon lequel on refoule le béton coulé sur place à travers un coffrage frontal (2),
qui s'applique contre la surface enveloppe extérieure d'un coffrage intérieur (4)
et est déplaçable longitudinalement par rapport à l'enveloppe formant bouclier (1)
ainsi qu'au coffrage intérieur (4), moyennant un mouvement simultané d'avance du coffrage
frontal (2) par rapport au coffrage intérieur (4) entre la roche et ce coffrage intérieur,
et selon lequel le coffrage frontal (2) avance sous l'effet du chargement par la pression
du béton coulé sur place, envoyé d'une manière commandée à l'enveloppe formant bouclier
(1) en fonction de la position relative du coffrage frontal (2) et sous l'effet du
chargement d'un dispositif formant ressort hydraulique (8) avec une force de compensation
correspondant aux forces de frottement apparaissant entre le coffrage frontal (2)
et l'enveloppe formant bouclier (1) ainsi que le coffrage intérieur (4), caractérisé
en ce que les forces de frottement entre des sections de bétonnage de longueur prédéterminée
sont déterminées au moyen d'une avance du coffrage frontal (2) par rapport à l'enveloppe
formant bouclier (1) fixe et au coffrage intérieur (4) à l'aide du dispositif formant
ressort (8), et ce moyennant un envoi continu du béton coulé sur place, sur une distance
de déplacement prédéterminée, pour laquelle le coffrage frontal (2) ne s écarte encore
pas du béton coulé sur place envoyé en dernier lieu, ainsi qu'au moyen d'une mesure
des forces nécessaires à cet effet, et que lors du bétonnage ultérieur, on charge
en supplément le coffrage frontal (2) de façon continue en fonction des forces déterminées,
dans la direction d'abattage et on accroît la quantité envoyée de béton coulé sur
place dans le cas où le coffrage frontal (2) est en retard par rapport à l'enveloppe
formant bouclier (1) et on réduit cette quantité envoyée de béton lorsque le coffrage
frontal (2) est en avance par rapport à l'enveloppe formant bouclier (1).
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'on détermine les forces de
frottement, indépendamment les unes des autres, le long du pourtour du coffrage frontal
(2) en plusieurs emplacements.
3. Dispositif pour la mise en oeuvre du procédé selon la revendication 1 ou 2, et dans
lequel le coffrage frontal (2) possède un joint d'étanchéité extérieur d'enveloppe
(3), qui s'applique sur la surface enveloppe intérieure de l'enveloppe formant bouclier
(1), ainsi qu'un joint d'étanchéité intérieur d'enveloppe (5), qui s'applique contre
la surface enveloppe extérieure du coffrage intérieur (4), est raccordé à une pompe
(7) d'envoi du béton à couler sur place par l'intermédiaire d'une canalisation mobile
(6) d'amenée de ce béton, tout en étant accouplé à l'enveloppe formant bouclier (1)
par l'intermédiaire du dispositif formant ressort hydraulique réglable (8), qui compense
les forces de frottement, et dans lequel entre le coffrage frontal (2) ainsi que l'enveloppe
formant bouclier (1) est intercalé un appareil (9) de mesure du trajet de déplacement,
qui, en tant qu'élément d'introduction, est associé à un dispositif de commande (10)
qui possède comme organe de réglage la pompe (7) délivrant le béton à couler sur place,
caractérisé en ce que le dispositif formant ressort hydraulique (8) est également
raccordé en tant qu'organe de réglage au dispositif de commande (10) et est constitué
par des dispositifs hydrauliques à cylindre et piston (11) parallèles, les chambres
(12), tournées à l'opposé du coffrage frontal (2), des cylindres étant raccordées
par l'intermédiaire d'une canalisation hydraulique (13) à un dispositif accumulateur
de pression de gaz (14) tandis que les chambres (15), tournées vers le coffrage frontal
(2), des cylindres sont raccordées par l'intermédiaire d'une canalisation hydraulique
(16) à un dispositif formant soupape à pression proportionnelle (17), et que lorsque
l'enveloppe formant bouclier (1) et la pompe (7) délivrant le béton coulé sur place
sont arrêtées, les chambres (15) des cylindres peuvent être chargées au moyen du dispositif
formant valve à pression proportionnelle (17) jusqu'à réaliser l'avance sur une section
de déplacement prédéterminée et que les conditions correspondantes de pression peuvent
être mémorisées au moyen du dispositif de commande (10) et réglées lors de l'envoi
du béton coulé sous pression par l'intermédiaire du dispositif formant valve à pression
proportionnelle (17).
