[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Zweitakt-Brennkraftmaschine mit Kurbelgehäusespülung
mit einem Überströmkanal, dessen Überströmöffnung in den Zylinder vom Motorkolben
gesteuert wird, dessen Boden flach und rotationssymmetrisch ausgebildet ist, sowie
mit einer der Auslaßöffnung gegenüberliegenden Kraftstoff-Einspritzdüse, wobei der
Einspritzstrahl der Einspritzdüse auf die dem Zylinderraum zugewandte Seite des Kolbenbodens
gerichtet ist und die Strahlachse des Einspritzstrahls mit der Kolbenachse einen Winkel
einschließt, der kleiner als 90° ist.
[0002] Aus der EP-A1 223 767 wurde eine Zweitakt-Brennkraftmaschine bekannt, bei welcher
der Einspritzstrahl von der Kurbelgehäuseseite her in das Innere des hohlen Kolbens
gerichtet ist. Dabei trifft bei der Kolbenbewegung zum Kurbelgehäuse hin ein Teil
des Kraftstoffes auf die zum Kurbelgehäuse gerichtete Seite des Kolbenbodens auf.
Damit läßt sich zwar eine relativ gute Gemischaufbereitung erreichen, doch muß in
Kauf genommen werden, daß ein beträchtlicher Teil des aufbereiteten Gemisches beim
Spülen unverbrannt in den Auslaßkanal gelangt und damit verloren geht.
[0003] Eine teilweise Verbesserung des Gemischaufbereitung wird durch die Lehre aus der
GB-A 723 972 erreicht, wo bei einer Zweitakt-Brennkraftmaschine der eingangs genannten
Art der Einspritzstrahl der Einspritzdüse auf die dem Zylinderraum zugewandte Seite
des Kolbenbodens gerichtet ist. Die Strahlachse des Einspritzstrahles schließt dabei
mit der Kolbenachse einen Winkel kleiner 90° ein. Kraftstoffverluste infolge Abströmung
durch die Auslaßöffnung können dadurch jedoch nicht verhindert werden.
[0004] Weiters ist es zur Minimierung von Kraftstoffverlusten aus der DE-B1 272 619 bekannt,
den Kraftstoff auf die der Austaßöffnung gegenüberliegende Hälfte des Kolbenbodens
zu richten. In diesem Bereich des Kolbenbodens ist eine taschenförmige Verdampfungskammer
angeordnet, in welcher die Tröpfchen des Kraftstoffstrahles an der heißen Wand der
Verdampfungskammer vorverdampfen. Nachteilig ist hier die komplizierte Form des Zylinderbodens.
[0005] Ziel der Erfindung ist es, die genannten Nachteile zu vermeiden und eine Zweitakt-Brennkraftmaschine
der eingangs erwähnten Art vorzuschlagen, die sich durch einen einfachen Aufbau und
nur sehr geringe Kraftstoffverluste und Kohlenwasserstoff-Emissionen auszeichnet,
wobei diese Vorteile auch bei höheren Motordrehzahlen und Lasten beibehalten werden
sollen.
[0006] Erfindungsgemäß wird dies dadurch erreicht, daß der Einspritzstrahl der Einspritzdüse
zumindest überwiegend auf die der Auslaßöffnung gegenüberliegende Hälfte des Kolbenbodens
gerichtet ist, daß die Einspritzdüse im Überströmkanal angeordnet ist, sowie daß für
den Bereich höherer Motordrehzahlen und Lasten der Einspritzbeginn schon vor Öffnen
der Überströmöffnung des Überströmkanals durch den Kolben festgelegt ist, sodaß ein
Teil des Kraftstoffes im Überströmkanal vorverdampfen kann. Dabei erfolgt die Kraftstoffeinspritzung
während der Spülphase zu einem Zeitpunkt, zu dem Überströmkanal und Auslaßkanal offen
sind. Der Kraftstoff verdampft rasch an der dem Zylinderraum zugewandten Seite des
Kolbenbodens. Durch die während der Spülung des Zylinders vorhandene Luftbewegung
kommt es einerseits zu einer sehr guten Gemischbildung und andererseits zu überraschend
geringen Kraftstoffverlusten, weil durch das zumindest überwiegende Einspritzen auf
die der Auslaßöffnung gegenüberliegende Hälfte des Kolbenbodens eine dem Kraftstoffstrahl
entgegengerichtete Luftströmung vorhanden ist, welche gegen das Abströmen von Gemisch
durch den gleichzeitig geöffneten Auslaß eine Art Barriere bildet.
[0007] Weiters ergibt sich durch die erfindungsgemäßen Maßnahmen der Vorteil einer guten
Kühlung des Kolbenbodens durch den eingespritzten Kraftstoff, der diesem auch die
für die Verdampfung notwendige Verdamfungswärme entzieht. Dadurch ist eine Leistungssteigerung
der BrennKraftmaschine bei gleichbleibenden Abmessungen möglich, ohne daß sich dadurch
ein erhöhter Kraftstoffverlust ergibt.
[0008] Außerdem ergibt sich dadurch eine verbesserte Möglichkeit der Steuerung der Ladungsschichtung
im Zylinderraum.
[0009] Es ist auch möglich, erst zu einem gegenüber dem Beginn des Spülvorganges verzögerten
Zeitpunkt einzuspritzen, wodurch die Kraftstoffverluste weiter minimiert werden können.
Diese sind im allgemeinen niedriger als bei der eingangs genannten aus der AP-A1 223
767 bekannten Brennkraftmaschine.
[0010] Ein bessere Verteilung des Kraftstoffes auf der Oberfläche des Kolbenbodens wird
erfindungsgemäß erreicht, wenn die Einspritzdüse als Mehrlochdüse, vorzugsweise als
Zweistrahldüse, ausgebildet ist.
[0011] Im Rahmen der Erfindung ist es vorteilhaft, wenn in zusätzlich am Umfang der Zylinderwand
angeordneten Überströmkanälen weitere Einspritzdüsen vorgesehen sind. Deren Achsen
können, in Draufsicht auf den Kolben gesehen, im wesentlichen entsprechend der Richtung
der an den Zylinderraum unmittelbar anschließenden Teile der Überströmkanäle verlaufen.
[0012] Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, daß jede Strahlachse der Einspritzstrahlen,
in Draufsicht auf den Kolben gesehen, im wesentlichen auf einen der zusätzlich am
Umfang der Zylinderwand angeordneten Überströmkanäle gerichtet ist. Durch diese Maßnahmen
ist sichergestellt, daß die Einspritzstrahlen Komponenten des Spülluftstromes entgegengerichtet
sind, wodurch einerseits die Verwirbelung des entstehenden Kraftstoffdampfes mit der
Spülluft verbessert und anderseits ein Mitreißen des entsprechenden Kraftstoffgemisches
in den Auslaßkanal weiter vermindert wird.
[0013] Die Erfindung wird nun anhand der Zeichnung näher erläutert. Dabei zeigen:
Fig. 1 schematisch einen Längsschnitt durch eine erfindungsgemäße Zweitakt-Brennkraftmaschine,
Fig. 2 und 3 verschiedene Ausführungsvarianten einer erfindungsgemäßen Zweitakt-Brennkraftmaschine
im Querschnitt.
[0014] Fig. 1 zeigt eine erfindungsgemäße Zweitakt-Brennkraftmaschine im Längsschnitt, bei
der in den Zylinderraum 1 mehrere, am Umfang der Zylinderwand 9 verteilte Kanäle 2,
2' in Überströmöffnungen 12, 12' münden, denen ein Auslaßkanal 3 mit einer Auslaßöffnung
13 zugeordnet ist, der sich über einen größeren Teil der Höhe des Zylinderraumes 1
als die Überströmöffnungen 12, 12' erstreckt und daher bei einer Bewegung des Kolbens
4 in Richtung auf das nicht dargestellte Kurbelgehäuse früher vom Kolbem 4 freigegeben
wird, um ein Abströmen der Verbrennungsgase vor dem Öffnen der Überströmöffnungen
zu ermöglichen.
[0015] In einem der Überströmkanäle 2 ist eine Einspritzdüse 5 angeordnet, deren Einspritzstrahl
7 gegen die dem Zylinderraum 1 zugewandte Seite 8 des Kolbenbodens 6 gerichtet ist.
Die Strahlachse 7' schließt dabei mit der zur Kolbenachse 10 parallelen zum unteren
Totpunkt gerichteten Kolbenbewegung einen Winkel a ein, der kleiner als 90° ist.
[0016] Wie in Fig. 1 angedeutet ist, erfolgt die Einspritzung des Kraftstoffes zum Großteil
zu einem Zeitpunkt, zu dem sich der Kolben 4 im Bereich seines unteren Totpunktes
befindet und die Überströmöffnungen 12, 12' daher offen sind. Wenn die Dauer der Einspritzung
die Öffnungsdauer der Überströmkanäle übersteigt, wie das bei sehr hohen Drehzahlen
der Fall sein kann, ist es mit der beschriebenen Anordnung möglich und vorgesehen,
den Einspritzbeginn in Richtung "früher" so zu verschieben, daß ein Teil des Kraftstoffes
im Überströmkanal 2 bzw. 2' vorverdampfen kann, wodurch sich ebenfalls eine sehr gute
Gemischbildung ergibt. Dadurch eignet sich die beschriebene Zweitakt-Brennkraftmaschine
auch für sehr hohe Drehzahlen bis über 10 000 Umdrehungen pro Minute, ohne daß ein
Leistungsverlust oder erhöhter Kraftstoffverbrauch durch mangelnde Gemischbildung
oder erhöhte Kraftstoffverluste auftreten kann.
[0017] Durch das Auftreffen von relativ kühlem Kraftstoff auf den Kolbenboden 6 und dessen
Verdampfung ergibt sich ein beträchtlicher Kühleffekt für den Kolbenboden 6, sodaß
dieser einerseits dünner ausgeführt werden kann und anderseits eine entsprechende
Leistungssteigerung aufgrund derverminderten Wärmedehnung des Kolbenoberteils möglich
ist.
[0018] Fig. 2 zeigt eine Variante einer erfindungsgemäßen Zweitakt-Brennkraftmaschine mit
mehreren in Überströmkanälen 2, 2' angeordneten Einspritzdüsen 5. Die Strahlachsen
7' der Einspritzstrahlen 7 dieser Einspritzdüse kreuzen einander in einem deutlich
vom Mittelpunkt 11 des Kolbens 4 in Richtung zum Überströmkanal 2 hin versetzten Punkt.
Dabei ist die Einspritzrichtung der im Überströmkanai 2'angeordneten Düse im wesentlichen
der Einströmrichtung der Spülluft der gegenüberliegenden Überströmkanäle 2' entgegengerichtet.
Dies führt zu einer entsprechend starken Verwirbelung der Spülluft mit dem verdampften
Kraftstoff, wodurch sich eine gute Gemischaufbereitung und Steuerung der Ladungsschichtung
ergibt. Außerdem wird dadurch auch ein Verlust von Kraftstoff über den Auslaßkanal
3 verringert und damit auch eine Verringerung der Kohlenwasserstoff-Emission erreicht.
[0019] Fig. 3 zeigt eine weitere Variante einer erfindungsgemäßen Zweitakt-Brennkraftmaschine,
bei der im Überströmkanal 2, bzw. in Richtung des an den Zylinderraum 1 unmittelbar
anschließenden Bereiches eines solchen, eine Zweistrahldüse 5' angeordnet ist. Dabei
sind die Strahlachsen 7' der Einspritzstrahlen 7 dieser Düse im wesentlichen den aus
zwei verschiedenen Überströmkanälen 2' in den Zylinderraum 1 eintretenden Spülluftströmen
entgegengerichtet. Dadurch wird eine besonders gute Verwirbelung und damit Gemischaufbereitung
sichergestellt. Gleichzeitig werden die durch ein Abströmen von Kraftstoffgemisch
in den Auslaßkanal 3 bedingten Kraftstoffverluste minimiert.
1. Zweitakt-Brennkraftmaschine mit Kurbelgehäusespülung mit einem Überströmkanal (2),
dessen Überströmöffnung (12) in den Zylinder (1) vom Motorkolben (4) gesteuert wird,
dessen Boden (8) flach und rotationssymmetrisch ausgebildet ist, sowie mit einer der
Auslaßöffnung (13) gegenüberliegenden Kraftstoff-Einspritzdüse (5), wobei der Einspritzstrahl
(7) der Einspritzdüse (5) auf die dem Zylinderraum (1) zugewandte Seite (8) des Kolbenbodens
(4) gerichtet ist und die Strahlachse (7') des Einspritzstrahls (7) mit der Kolbenachse
(10) einen Winkel (a) einschließt, der kleiner als 90° ist, dadurch gekenzeichnet,
daß der Einspritzstrahl (7) der Einspritzdüse (5) zumindest überwiegend auf die der
Auslaßöffnung (13) gegenüberliegende Hälfte des Kolbenbodens gerichtet ist, daß die
Einspritzdüse (5) im Überströmkanal (2) angeordnet ist, sowie daß für den Bereich
höherer Motordrehzahlen und Lasten der Einspritzbeginn schon vor Öffnen der Überströmöffnung
(12) des Überströmkanals (2) durch den Kolben (4) festgelegt ist, sodaß ein Teil des
Kraftstoffes im Überströmkanal (2) vorverdampfen kann.
2. Zweitakt-Brennkraftmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichet, daß die Einspritzdüse
als Mehrlochdüse, vorzugsweise als Zweistrahldüse (5') ausgebildet ist.
3. Zweitakt-Brennkraftmaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichet, daß
in zusätzlich am Umfang der Zylinderwand (9) angeordneten Überströmkanälen (2') weitere
Einspritzdüsen (5) vorgesehen sind.
4. Zweitakt-Brennkraftmaschine nach einem der Anspürche 2 oder 3, dadurch gekennzeichet,
daß jede Strahlachse (7') der Einspritzstrahlen (7), in Draufsicht auf den Kolben
(4) gesehen, im wesentlichen auf einen der zusätzlich am Umfang der Zylinderwand (9)
angeordneten Überströmkanäle (2') gerichtet ist.
1. Two-stroke internal combustion engine with crankcase scavaging with a transfer
passage (2) of which the transfer port (12) in the cylinder (1) is controlled by the
piston (4) of which the crown (8) is made smooth and rotationally symmetrical, and
with a fuel injection nozzle (5) lying opposite the exhaust port (13), the injection
stream (7) from the nozzle (5) being directed at that face (8) of the piston crown
(4) which is towards the combustion chamber (1), the axis (7') of the injected stream
(7) making an included angle (a) with the axis (10) of the piston which is less than
90°, characterised in that the injected stream (7) from the nozzle (5) is directed
at least predominantly towards that half of the piston crown which lies opposite the
exhaust port (13), that the injection nozzle (5) is arranged in the transfer passage
(2) and that in the upper ranges of engine speeds and loads the start of the injection
is timed to occur before the transfer port (12) from the transfer passage (2) is uncovered
by the piston (4), so that part of the fuel can pre-vaporise in the transfer passage
(2).
2. Two-stroke internal combustion engine according to claim 1 characterised in that
the injection nozzle is in the form of a multi-holed nozzle, preferably a two-stream
nozzle (5').
3. Two-stroke internal combustion engine according to claim 1 or 2 characterised in
that further injection nozzles (5) are provided in additional transfer passages (2')
arranged at the periphery of the cylinder wall (9).
4. Two-stroke internal combustion engine according to claim 2 or 3 characterised in
that each axis (7') of the injected streams (7), looking at the piston (4) in plan
view, is directed substantially towards one of the additional transfer passages (2')
arranged at the periphery of the cylinder wall (9).
1. Moteur à combustion interne à deux temps, avec balayage du carter de vilebrequin
par un canal de trop-plein (2) dont l'ouverture de trop-plein (12) est commandée dans
le cylindre (1) par le piston (4) du moteur, dont le fond est plat et présente une
symétrie de révolution, ainsi qu'avec une buse d'injection de carburant (5), placée
en face de l'ouverture d'échappement (13), tandis que le jet d'injection (7) de la
buse d'injection (5) est dirigé sur la face (8) du fond (4) du piston tournée vers
la chambre (1) du cylindre et que l'axe (7') de ce jet d'injection (7) fait avec l'axe
(10) du piston un angle (a) qui est inférieur à 90°, moteur à combustion interne à
deux temps caractérisé en ce que le jet d'injection (7) de la buse d'injection (5)
est dirigé, tout au moins de façon prépondérante, sur la moitié du fond du piston
placée en face de l'ouverture d'échappement (13), en ce que la buse d'injection (5)
est disposée dans le canal de trop-plein (2), et que, pour la zone des vitesses de
rotation et des charges les plus élevées du moteur, le début de l'injection est déterminé
par le piston (4) déjà avant la libération de l'ouverture de trop-plein (12) du canal
de trop-plein (2), de sorte qu'une partie du carburant peut être prévaporisée dans
le canal de trop-plein.
2. Moteur combustion interne à deux temps selon la revendication 1, caractérisé en
ce que la buse d'injection revêt la forme d'une buse à plus d'un trou, de préférence
d'une buse à deux jets (5').
3. Moteur à combustion interne à deux temps selon la revendication 1 ou la revendication
2, caractérisé en ce que, dans des canaux de trop-plein (2') disposés en supplément
à la périphérie de la paroi (9) du cylindre, sont prévues d'autres buses d'injection
(5).
4. Moteur à combustion interne à deux temps selon la revendication 2 ou la revendication
3, caractérisé en ce que chaque axe (7') des jets d'injection (7), regardé en vue
de dessus sur le piston (4), est essentiellement dirigé sur un des canaux de trop-plein
(2') disposés en supplément à la périphérie de la paroi (9) du cylindre.