(19)
(11) EP 0 302 388 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
02.09.1992  Patentblatt  1992/36

(21) Anmeldenummer: 88112203.0

(22) Anmeldetag:  28.07.1988
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5B22D 31/00

(54)

Vorrichtung zum Entfernen von Speisern und Angüssen von einem Gussstück

Device for removing feeder heads and runners from a cast piece

Dispositif pour enlever les masselottes et les attaques d'une pièce coulée


(84) Benannte Vertragsstaaten:
BE CH DE FR GB IT LI LU NL SE

(30) Priorität: 04.08.1987 AT 1974/87

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
08.02.1989  Patentblatt  1989/06

(73) Patentinhaber: ISAB Industrieanlagenbau Gesellschaft m.b.H. & Co. KG
A-1040 WIEN (AT)

(72) Erfinder:
  • Sandurkov, Ivan, Dipl.-Ing.
    A-1030 Wien (AT)

(74) Vertreter: Puchberger, Rolf, Dipl. Ing. et al
Patentanwälte, Dipl. Ing. Georg Puchberger Dipl. Ing. Rolf Puchberger Dipl. Ing. Peter Puchberger Singerstrasse 13 Postfach 55
1010 Wien
1010 Wien (AT)


(56) Entgegenhaltungen: : 
AT-B- 1 976
GB-A- 2 172 227
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Entfernen von Speisern und Angüssen von einem Gußstück, wobei ein Keil mit einem verschiebbaren Kolben verbunden ist, die Seitenflächen des Keiles von relativ zueinander bewegbaren Körpern überdeckt sind und diese Körper über Bolzen an einen Flansch eines Linearmotors angelenkt sind.

    [0002] Eine derartige Vorrichtung ist durch die AT-B-E 1976 bzw. GB-A-21 72 227 bekannt.

    [0003] Derartige Vorrichtungen finden insbesondere bei Gießereibetrieben Anwendung, wo eine energiesparende Abtrennung von Speisern und Steigern vom Gußstück erwünscht ist. Diese Trennung ist ein gebräuchlicher Arbeitsgang im Zuge der Gußstückfertigung. In der Steinindustrie sind solche Vorrichtungen seit Jahrzehnten bekannt.

    [0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist die Schaffung einer tragbaren Einrichtung, die einfach herzustellen ist, wirkungsvoll arbeitet und auch im rauhen Betrieb zuverlässig ist. Erfindungsgemäß wird jetzt bei der eingangs erwähnten Vorrichtung vorgeschlagen, daß die Bolzen in Längsöffnungen des Flansches geführt sind.

    [0005] Durch die erfinderischen Maßnahmen ist eine sehr einfache Vorrichtung geschaffen, deren Einzelteile leicht voneinander gelöst und ausgetauscht werden können, bei der aber trotzdem eine hohe Betriebssicherheit gegeben ist. Durch die Führung von Bolzen in Längsöffnungen ist gewährleistet, daß die die Seitenflächen des Keiles abdeckenden Körper sich in einer einfachen Bewegung bei Bewegen des Keiles nach außen verschieben und somit die gesamte Kraft zum Abbrechen der Speiser und Angüsse verwendet wird. Bildet man die Körper U-förmig aus, so ergibt sich eine leichte Herstellbarkeit und trotzdem erhält man eine hohe Biegesteifigkeit, was wiederum der Betriebssicherheit zugute kommt.

    [0006] Auch die Verwendung von Federn, deren Länge unter Umständen einstellbar sein kann, gestattet es, auf einfache Weise die Anlagekraft der Körper an den Seitenflächen des Keiles einzustellen.

    [0007] Die Erfindung wird nun anhand der Zeichnungen näher dargestellt. Fig.1 zeigt die erfindungsgemäße Vorrichtung im Ruhezustand, Fig.2 zeigt die erfindungsgemäße Vorrichtung im Einsatz und Fig.3 ist ein Schnitt A-A der Fig.2.

    [0008] Die erfindungsgemäße Vorrichtung besteht aus einem Linearmotor 1, in der ein Kolben 7 verschieblich angeordnet ist. Der Kolben 7 trägt einen Stößel 8, der beweglich mit einem Keil 4 verbunden ist. Bei Betätigung des Linearmotors 1 kann also der Keil 4 in eine Betriebsstellung gemäß Fig.2 gebracht werden. Die Seitenflächen des Keiles 4 werden zumindest teilweise von Körpern 2 abgedeckt. Wie man aus Fig.3 erkannen kann, sind diese Körper 2 U-förmig ausgebildet und umgreifen somit den Keil 4. An ihren Enden sind die Körper 2 über Bolzen 6 an einem Flansch 9 des Linearmotors angelenkt. Dieser Flansch 10 trägt bei dem hier dargestellten Ausführungsbeispiel Längsöffnungen 5, in denen die Bolzen 6 gleiten können. Um die Bewegung der Bolzen 6 in den Längsöffnungen 5 zu verbessern, können die Bolzen an ihrem oberen Ende mit Rollen versehen sein, oder aber man verwendet einen Gleitstein. Die Achsen der Längsöffnungen stehen unter einem Winkel α, der der Hälfte des Scheitelwinkels des Keiles 4 entspricht, oder unter einem größeren Winkel zur Normalebene N der Längsachse der Vorrichtung. Zusätzlich sind an den Körpern 2 Haltebolzen vorgesehen, an denen die Enden einer Feder 3 angreifen. Diese Feder bewirkt, daß die Körper 2 stets an den Seitenflächen des Keiles 4 anliegen und daß bei einer Rückbewegung des Kolbens 7 in seine Ausgangslage auch die Körper 2 in ihre Ausgangslage zurückkehren. In den Ausführungsbeispielen ist nur eine einzige Feder dargestellt, es ist jedoch möglich, auch mehrere Federn anzuordnen. Desgleichen können die Federn 3 durch andere geeignete Mittel, wie Hydraulik oder Pneumatikzylinder und dgl. ersetzt werden.

    [0009] Bei Betätigung des Linearmotors 1 wird der Keil 4 verschoben und die schalenförmig ausgebildeten Körper 2 werden von der Achse des Keiles und relativ zueinander wegbewegt. Es ergibt sich eine Verstärkung der Linearmotorkraft nach dem Prinzip der schiefen Ebene quer zur Achse des Keiles 4. Es können somit große Speiserquerschnitte mit geringem menschlichen Kraftaufwand abgebrochen werden. Durch besondere Wahl von Gußkanalprofilen ist eine Optimierung der Bruchlage und ein guter Schutz der Gußstücke möglich. Die Körper 2 können leicht ausgetauscht werden und man kann über Adapterstücke eine Anpassung der Vorrichtung an beliebige Abstände zwischen dem Gußstück und dem Speiser vornehmen. Durch die besondere Anordung der Längsöffnungen 5 erreicht man eine Neutralisation der Biegekräfte an den Körpern 2 und die Federn 3 gewährleisten, daß die Körper 2 stets an den Seitenflächen des Keiles 4 anliegen, trotzdem aber eine sofortige Reaktion auf eine Bewegung des Keiles durch eine Bewegung der Körper 2 nach außen gegeben ist. Dadurch daß die Körper 2 U-förmig ausgebildet sind, lassen sie sich leicht herstellen und gleichzeitig erhöht man die Biegesteifigkeit der Arbeitskörper 2.

    [0010] Die erfindungsgemäße Vorrichtung läßt sich sehr leicht herstellen, da nur einfache Körper und Flächen eingesetzt werden. Auch die Verbindung der einzelnen Teile ist einfach und kann leicht gelöst werden, so daß ein Austausch der einzelnen Teile rasch möglich ist. Trotzdem ist aber eine hohe Betriebssicherheit gewährleistet, was insbesondere bei dem rauhen Betrieb, wie er in Gießereibetrieben herrscht, von großem Vorteil ist. Durch die einfache Verbindung der einzelnen Teile ist es auch möglich, diese rasche und einfach zur reinigen und so eventuell zwischen den einzelnen Teilen eingedrungene Stäube und Partikelchen zu entfernen.

    [0011] In vielen Fällen ist es günstig, im Ruhezustand der vorrichtung den Keil über den Flansch zu ziehen, damit auch im Betriebszustand, also dann wenn der Keil sich in der Stellung gemäß Fig.2 befindet, für die Schalen 2 eine Gegenfläche vorhanden ist.


    Ansprüche

    1. Vorrichtung zum Entfernen von Speisern und Angüssen von einem Gußstück, wobei ein Keil (4) mit einem verschiebbaren Kolben (1) verbunden ist, die Seitenflächen des Keiles (4) von relativ zueinander bewegbaren Körpern (2) überdeckt sind und diese Körper (2) über Bolzen (6) an einen Flansch (10) eines Linearmotors (1) angelenkt sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Bolzen (6) in Längsöffnungen (5) des Flansches (10) geführt sind.
     
    2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Achse der Längsöffnungen (5) im wesentlichen normal zu den Seitenflächen des Keiles (4) steht.
     
    3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß in an sich bekannter Weise die Körper (2) durch Druck- und/oder Zugeinrichtungen (3) mit den Seitenflächen des Keiles (4) in Anlage gehalten sind und durch mindestens eine mit ihren Enden an den Körpern (2) verankerte Zugfeder (3) gegeben sind.
     
    4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Körper (2) schalenförmig ausgebildet sind und den Keil (4) umgreifen.
     


    Claims

    1. An apparatus for removing feeders and runners from a casting, a wedge (4) being connected to a displaceable piston (7), the lateral surfaces of the wedge (4) being covered by bodies (2) adapted for movement in relation to one another, the said bodies (2) being articulated via bolts (6) on a flange (10) of a linear motor (1), characterised in that the bolts (6) are guided in longitudinal apertures (5) in the flange (10).
     
    2. An apparatus according to claim 1, characterised in that the axis of the longitudinal apertures (5) is substantially at right-angles to the lateral surfaces of the wedge (4).
     
    3. An apparatus according to claim 1 or 2, characerised in that in per se known manner the bodies (2) are maintained by pressure and/or traction means (3) so that they bear on the lateral faces of the wedge (4) and are held by at least one draw spring (3) the ends of which are anchored on the bodies (2).
     
    4. An apparatus according to one of claims 1 to 3, characterised in that the bodies (2) are of shell-shaped construction and engage around the wedge (4).
     


    Revendications

    1. Dispositif pour éliminer les masselottes et les jets de coulée d'une pièce moulée, dans lequel un coin (4) est assemblé à un piston coulissant (7), dans lequel les faces latérales du coin (4) sont recouvertes par des corps (2) mobiles l'un par rapport à l'autre et dans lequel ces corps (2) sont articulés par des boulons (6) à un flasque (10) d'un moteur linéaire (1), caractérisé en ce que les boulons (6) sont guidés dans des orifices allongés (5) du flasque (10).
     
    2. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'axe des orifices alongés (5) est essentiellement perpendiculaire aux faces latérales du coin (4).
     
    3. Dispositif selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que les corps (2) sont maintenus en contact, d'une manière connue en soi, avec les faces latérales du coin (4) au moyen de dispositifs de pression et/ou de traction (3) et sont pourvus d'au moins un ressort de traction (3) ancré par ses extrémités aux corps (2).
     
    4. Dispositif selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que les corps (2) ont une forme en coquille et entourent le coin (4).
     




    Zeichnung