[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Aufbringen und Befestigen von Führungsbändern
auf Geschoßhüllen.
[0002] Das Aufbringen von Führungsbändern auf Geschoßhüllen ist beispielsweise aus dem Buch
von Rheinmetall "Waffentechnisches Taschenbuch", 7. Auflage 1985 bekannt. Wie dort
auf Seite 526 beschrieben, werden die Führungsbänder in der Regel aus Kupfer, Kupferlegierungen,
Weicheisen, Sintereisen oder Kunststoff gefertigt und meist in eine entsprechende
Nut der Geschoßhülle eingepreßt und anschließend auf Fertigmaß überdreht. Nachteilig
bei diesem bekannten Verfahren ist vor allem, daß das Einbringen einer entsprechenden
Nut in eine sehr dünne Geschoßhülle praktisch nicht möglich ist. Denn eine derartige
Nut würde die Geschoßhülle zu stark schwächen, so daß es beim Abschuß des Geschosses
leicht zum Aufreißen der Hülle kommen kann.
[0003] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der eingangs erwähnten
Art so weiter zu entwickeln, daß auf einfache Weise Führungsbänder auf der Geschoßhülle
aufgebracht und befestigt werden können und zwar auch dann, wenn es sich um relativ
dünne Geschoßhüllen handelt, bei denen üblicherweise eine Nut für das Führungsband
nicht vorgesehen werden kann.
[0004] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die Merkmale des kennzeichnenden Teils des
Anspruchs 1 gelöst.
[0005] Besonders vorteilhafte Ausgestaltungen der in Anspruch 1 definierten Erfindung sind
in den Unteransprüchen offenbart.
[0006] Im folgenden wird anhand von Ausführungsbeispielen und mit Hilfe von Figuren die
Erfindung näher beschrieben. Es zeigen:
Fig. 1: ein an sich bekanntes Geschoß mit Führungsband;
Fig. 2 bis Fig. 8: mehrere Ausführungsbeispiele von Führungsbändern, die auf der Geschoßhülle
angeordnet sind.
[0007] In Fig. 1 ist ein an sich bekanntes Geschoß mit 1 bezeichnet, welches eine Hülle
2 aufweist. Innerhalb der Geschoßhülle 2 befindet sich beispielsweise Sprengstoff
3. Am heckseitigen Ende des Geschosses 1 ist in einer Nut der Geschoßhülle 2 ein Führungsband
4 angeordnet.
[0008] Wie eingangs beschrieben, ist es häufig nicht möglich, die Geschoßhülle 2 mit Nuten
zu versehen. Erfindungsgemäß wird daher das Führungsband auf der Geschoßhülle angeordnet
und mittels Laserstrahl bzw. Elektronenstrahlschweißverfahren an der Geschoßhülle
2 befestigt.
[0009] In Fig. 2 ist ein Ausschnitt aus der heckseitigen Geschoßhülle 2 dargestellt, auf
dem ein erfindungsgemäßes Führungsband befestigt wurde. Das Führungs band ist mit
40 bezeichnet. Es besteht im wesentlichen aus einem bandförmigen Material 41. In dem
dargestellten Beispiel ist das bandförmige Material einlagig auf die Geschoßhülle
2 möglichst spielfrei aufgelegt. Der Elektronenstrahl wird dann von außen durch das
Führungsband bis in die Hülle hinein eingestrahlt. Dabei schmilzt das Führungsbandmaterial
in der Breite des schwingenden Elektronenstrahles auf. Wegen der abklingenden Strahlintensität
ist das Bild des aufgeschmolzenen und wieder abgekühlten Hüllenwerkstoffes in der
Art eines dreieckförmigen Querschnittes. Damit ergibt sich eine optimale Verzahnung
zwischen dem Führungsband und der Hülle. In Fig. 2 wurden die geschmolzenen Zonen
mit dem Bezugszeichen 42 versehen.
[0010] Dieses Verfahren ist insbesondere für das Aufbringen von Führungsbändern auf dünnwandige
Hüllen geeignet, da die thermische Belastung der Hülle äußerst gering ist, so daß
das Führungsband auch auf bereits vergütete Hüllen aufgebracht werden kann, ohne das
das Vergütungsgefüge erheblich geschädigt wird.
[0011] Allerdings ist es wichtig, daß die Intensität des Elektronenstrahls bzw. des Laserstrahls
so gewählt wird, daß ein Durchschmelzen der Hülle nicht erfolgt. Es hat sich gezeigt,
daß die geschmolzene Zone 42 sich etwa bis in einen oberflächennahen Bereich 45 der
Geschoßhülle 2 von 0,5 bis 1 mm erstrecken darf.
[0012] Fig. 3 zeigt ein weiteres Beispiel eines Führungsbandes 400, bei dem schmale Bandabschnitte
400 bis 404 um die Geschoßhülle 2 entweder als Ringe oder spiralförmig um die Hülle
2 herumgewickelt werden. Anschließend erfolgt dann wieder die Elektronenstrahl- bzw.
Laserstrahlverschweißung. Mit 405 bis 409 sind die entsprechenden geschmolzenen Zonen
bezeichnet worden.
[0013] In Fig. 4 wurde das Führungsband 410 dadurch hergestellt, daß das schmale bandförmige
Material jeweils zweilagig auf der Hülle 2 aufgetragen wurde. Dabei wurde die jeweils
nachfolgende Führungsbandlage auf der vorher aufgeschweißten Führungsbandlage aufgeschweißt.
Die linke erste Führungsbandlage wurde mit 412, die zweite mit 411 und die entsprechenden
geschmolzenen Zonen mit 413 und 414 bezeichnet.
[0014] Die Figuren 5 und 6 zeigen entsprechende aufgeschweißte Führungsbandlagen, bei denen
die Führungsbänder stufenförmig abgesetzt wurden. In Fig. 5 wurde das Führungsband
mit 420, die einzelnen abgesetzten Bandstreifen mit 421 bis 425 und die geschmolzenen
Zonen mit 426 bis 430 bezeichnet. In Fig. 6, das wiederum ein Führungsband mit zweilagigem
Bandmaterial zeigt, wurde die am linken Rand dargestellte Lage mit 451, die entsprechende
geschmolzene Zone mit 452, die darüberliegende gestufte Lage mit 453 und die an diese
gestufte Lage anschließende Lage mit 454 bezeichnet. Die Lagen 453 und 454 sind mittels
der geschmolzenen Zone 455 an der unteren Lage 451 befestigt.
[0015] Bei Verwendung mehrerer Lagen liegt der Vorteil besonders darin, daß zum Biegen des
bandförmigen Materials die Krümmung der Hüllenaußenoberfläche nur geringe Biegemomente
erforderlich sind, und daß das Band beim Aufbringen nur geringfügig plastisch beansprucht
wird.
[0016] Die Verwendung schmaler Bänder gestattet auch, sofort, ohne mechanische Nacharbeit,
den fertigen Führungsbandaußendurchmesser zu erzeugen, da Verwölbungen des Bandes
vermieden werden. Außerdem ist es möglich, Nuten in das Führungsband zu bringen, in
dem Aussparungen frei gelassen werden, in die das beim Schuß von den Feldern des gezogenen
Geschoßrohres verdrängte Material fließen kann. Entsprechende Beispiele zeigen die
Fig. 7 und 8.
[0017] Dabei ist in Fig. 7 das Führungsband mit 460 bezeichnet, das im wesentlichen aus
den Bandabschnitten 461, 462, 463 und den Aussparungen 464 und 465 besteht. In Fig.
8 wurde als Führungsband 470 gestuftes Bandmaterial verwendet. Dabei sind die Stufen
mit 471, 472 und 473 und die Aussparungen mit 474 und 475 bezeichnet.
1. Verfahren zum Aufbringen und Befestigen von Führungsbändern (4, 40, 40′, 410,
420, 450, 460, 470) auf Geschoßhüllen (2) dadurch gekennzeichnet, daß zunächst bandförmiges Material mindestens einlagig um die Geschoßhülle (2) herumgewickelt
wird, daß in vorgegebenen Abständen (43, 44) das bandförmige Material durch Laserstrahl
oder Elektronenstrahl-Schweißverfahren an der Geschoßhülle (2) befestigt wird, wobei
die Intensität des Laserlichtes bzw. des Elektronenstrahles so gewählt wird, daß
die Geschoßhülle (2) nur innerhalb einer dem bandörmigen Material zugewandten oberflächennahen
Zone (45) schmilzt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das bandförmige Material mindestens zweilagig aufgebracht wird und daß jede Lage
mit der vorhergehenden Lage verschweißt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Breite des bandförmigen Materials wesentlich kleiner ist, als die Breite
des Führungsbandes (40′, 410, 420, 450, 460, 470), und daß das bandförmige Material
spiralförmig um die Geschoßhülle (2) herumgewickelt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das bandförmige Material stufenförmig abgesetzt ist.
5 Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das bandförmige Material ringförmig um die Geschoßhülle (2) herumgewickelt wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das bandförmige Material derart um die Geschoßhülle (2) herumgewickelt wird,
daß zwischen den einzelnen gewickelten Führungsbandlagen (461 - 463) sich nutförmige
Aussparungen (464, 465) ergeben.