[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Armbanduhr, mit Zifferblatt, Uhrenglas
und Gehäuse mit Mittelteil, an dem ein Glasreif angeordnet ist.
[0002] Es besteht eine grosse Vielfalt von Uhrengehäusen mit einem Mittelteil und Glasreif,
auch Carrure und Lunette genannt, wobei allen diesen Ausführungen gemeinsam ist, dass
der Glasreif stets ausserhalb des Uhrenglases angeordnet ist. Dadurch ist jedoch dieser
Glasreif dem Abrieb, der Korrosion und Oxydation ausgesetzt was zur Folge hat, dass
dieser einer Spezialbehandlung unterzogen werden muss, um ihn davor zu schützen;
sei es durch galvanische Behandlung mit Gold, Palladium oder dergleichen oder mittels
physikalischen Behandlungen wie z.B. Nitrit- oder Karbidbeschichtungen im Vakuum.
Solche Behandlungen sind nicht nur aufwendig und dadurch wirtschaftlich ungeeignet,
sie sind auch vom ästhetischen Standpunkt aus auf nur einige Farben wie z.B. Rotgold,
Gelbgold, Weissgold, Blau oder Grau im Vakuumverfahren beschränkt. Ausserdem verändern
solche Behandlungen mit zunehmender Schichtstärke die Struktur, sodass zum Beispiel
eine feinsatinierte Oberfläche nachher halbglänzig und entfrischt aussieht.
[0003] Es ist davon ausgehend Aufgabe der vorliegenden Erfindung eine Armbanduhr anzugeben,
bei der der Glasreif vor Abrieb, Korrosion und Oxydation geschützt ist. Die Aufgabe
wird mit einer Armbanduhr gemäss Patentanspruch 1 gelöst.
[0004] Die Erfindung wird im folgenden anhand einer Zeichnung von Ausführungsbeispielen
näher erläutert, wobei die vier Schnittfiguren 4 verschiedene Ausführungsbeispiele
zeigen.
[0005] Im ersten Ausführungsbeispiel gemäss Figur 1 erkennt man das Uhrenglas 1, den Boden
2, das Zifferblatt 3 sowie das Werk 4. Das Uhrenglas 1 kann sowohl aus Mineralglas
als auch aus Saphir sein, während das Gehäuse aus Metall oder kunststoff sein kann,
wobei der Boden in vielen Fällen aus Stahl besteht. Am Boden angeordnet ist das Uhrenmittelteil
5, auch Carrure genannt. Der Glasreif 6, auch Lunette genannt, ist in einer entsprechenden
Nut 7 eingelassen. Das Uhrenglas kann wie in Figur 1 ein gewölbtes Uhrenglas 1 oder
ein flaches Uhrenglas 8 gemäss Figur 2 sein, wobei das gewölbte Uhrenglas den Vorteil
hat, dass das Gehäuse von der seite gesehen viel wenige hoch scheint, als dasjenige
mit flachem Glas gemäss Figur 2, wozu auch die Form des Mittelteils beiträgt. In dieser
Ausführungsform sind der Boden 2, das Zifferblatt 3 sowie das Werk 4 die gleichen
wie in der Ausführung gemäss Figur 1, während das Mittelteil 9 etwas dicker ist und
der Absatz 10 zur Aufnahme des Uhrenglases eine andere Dimension aufweist als der
entsprechende Absatz 11 in der Ausführung gemäss Figur 1. Bei beiden Ausführungen
sind das Zifferblatt 3 und der Glasreif 6 durch eine nicht funktionelle, dekorative
Rippe 12 getrennt. Die Glasreife können aus Kunststoff, Metall, Halbedelsteinen oder
einer Keramikmasse sein und Ornamente, Symbole, Schriften oder ganze Texte enthalten.
Da die Glasreife durch das Uhrenglas geschützt sind, können auch feinste Strukturen
aufgebracht werden ohne dass Gefahr besteht, dass diese zerstört werden. Die Strukturen
können auf bekannte Weise durch Aufdampfschichten oder durch die Verwendung von Farben
oder gefärbten Lacken hergestellt werden.
[0006] Bei den Ausführungsbeispielen gemäss den Figuren 3 und 4 handelt es sich um sogenannte
Monocoqueuhren, d.h. der Boden und das Uhrenmittelteil sind einstückig hergestellt.
Man erkennt in Figur 3 das Bodenteil 13 und das daran anschliessende Mittelteil 14.
Im Gegensatz zu den ersten beiden Ausführungsbeispielen befindet sich die nichtfunktionelle
Rippe 15 am Rande des Zifferblattes 16. Auf der anderen Seite der Rippe 15 befindet
sich der Glasreif 17, der wie vorgehend beschrieben dekoriert sein kann. Da der Glasreif
17 auf dem Mittelteil aufliegt und nicht in ihm eingelassen ist wäre es auch möglich,
diesen einstückig mit dem Zifferblatt und der Rippe 15 herzustellen. Um jedoch grössere
Freiheit bei der Dekoration des Glasreifs zu haben ist es zweckmässiger, diesen gesondert
anzufertigen, wobei auch ein anderes Material verwendet werden kann. Diese Ausführungsform
hat den Vorteil, dass die Oberfläche 18 der Rippe 15 mit einer Struktur versehen werden
kann, die in der Ausführung gemäss den Figuren 1 und 2 nicht so gut ausgeführt werden
kann, da das Gehäuseteil oftmals aus Messing besteht, das nur mit grossem Aufwand
mit einer Vielzahl von Strukturen versehen werden kann. Der Glasreif 17 und das gewölbte
Uhrenglas 20 werden durch einen Metallring 19 gehalten, wobei zwischen dem Aussenrand
21 des Mittelteils und dem Metallring eine Packung 22 angeordnet ist. Aus Figur 3
geht ferner hervor, dass der Metallring über eine Schulter 23 auf den Glasreif 17
drückt, der wiederum über eine Schulter 24 auf einen entsprechenden Absatz 15a in
der Rippe drückt, wobei der Metallring in üblicher Weise durch die Spannung des Uhrenglases,
das auf ihn drückt, gehalten ist.
[0007] Beim Ausführungsbeispiel gemäss Figur 4 besteht das einteilige Gehäuse 25 aus Kunststoff
und man erkennt das Bodenteil 26 sowie das Mittelteil 27, während das Zifferblatt
28 sowie das Werk 4 dieselben sein können wie in den Ausführungsbeispielen gemäss
den Figuren 1 und 2. Auf dem Mittelteil 27 ist der Glasreif 29 eingepasst, wobei
auch hier der Glasreif und das Zifferblatt einstückig hergestellt sein können. Als
Ausführungsvariante zu Figur 3 ist die Rippe 30 am Glasreif angebracht und kann gleich
oder auch verschieden vom übrigen Teil des Glasreifs oberflächenbearbeitet sein. Wie
in den Ausführungsbeispielen gemäss den Figuren 1 und 3 ist das Uhrenglas 31 gewölbt.
Auf der Oberfläche am Rande des Mittelteils ist eine umlaufende Halterippe 32 mit
einem Absatz 33 zur Aufnahme des Uhrenglases 31 angeordnet. Auf der anderen Seite
der Rippe ist ein Metallring 34 aufgedrückt, der gegen die umlaufende Rippe und somit
gegen das Uhrenglas drückt und die Wasserdichtigkeit bewirkt. Dieses Ausführungsbeispiel
hat den grossen Vorteil, dass das Kunststoffgehäuse äusserst wirtschaftlich hergestellt
werden kann und die Möglichkeit besteht, die Oberfläche sämtlicher Teil derart zu
beschichten, dass es den Anschein erweckt, die ganze Uhr würde aus Metall bestehen.
[0008] Es ist bei allen Varianten möglich, den Aussenrand oder auch andere Teile der Uhrengläser
an der Innenseite derart zu beschichten und zu dekorieren, dass er zum Teil unterbrochen
ist und durch die Durchbrüche den darunterliegenden, dekorierten Glasreif sichtbar
zu machen.
1. Armbanduhr, mit Zifferblatt, Uhrenglas und Gehäuse mit Mittelteil, an dem ein Glasreif
angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass zwecks Schutz des dekorierten Glasreifs
(6, 17, 29) gegen Abrieb, Korrosion und Oxydation das Uhrenglas (1, 8, 20, 31) sowohl
das Zifferblatt (3, 16, 28) als auch den Glasreif bedeckt.
2. Armbanduhr nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse einen Boden
(2) aufweist, an dem das Mittelteil (5, 9) angeordnet ist, das an seiner Oberseite
eine umlaufende Nut (7) aufweist, in der der Glasreif (6) eingelassen ist, wobei das
gewölbte (1) oder ebene (8) Uhrenglas sich auf einen Absatz (11, 10) am äusseren Rand
des Mittelteils (5, 9) abstützt, der ausserhalb der äusseren Kante des Glasreifs angeordnet
ist.
3. Armbanduhr nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass sich an die Nut
(7) im Mittelteil (5, 9) innen eine umlaufende, auf ihrer Oberfläche dekorierte Rippe
(12) anschliesst.
4. Armbanduhr nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Bodenteil (13) und
das Mittelteil (14) des Gehäuses einstückig hergestellt ist und der Glasreif (17)
auf dem Mittelteil (14) aufliegt und aussen von einem Metallring (19) und innen von
einem Aussenabsatz (15a) in der umlaufenden, an ihrer Oberfläche (18) dekorierten
Rippe (15) gehalten wird, die sich aussen am Zifferblatt (16) befindet.
5. Armbanduhr nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Metallring (19) innen,
unterhalb des Absatzes zur Aufnahme des Uhrenglases (20), eine Schulter (23) aufweist,
die auf den Glasreif (17) drückt, und dass zwischen dem Metallring (19) und dem Aussenrand
(21) des Mittelteils eine Packung (22) angeordnet ist.
6. Armbanduhr nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Bodenteil (26) und
das Mittelteil (27) des Kunststoffgehäuses (25) einstückig hergestellt ist und der
Glasreif (29) in einem umlaufenden Absatz im Mittelteil aufliegt und innen eine umlaufende,
dekorierte Rippe (30) aufweist und dass am äusseren Rand des Mittelteils eine umlaufende
Halterippe (32) angeordnet ist, die innen der Aufnahme des Zifferblattes (31) und
aussen der Aufnahme eines Metallringes (34) dient.
7. Armbanduhr nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Uhrenglas
aus Mineralglas oder Saphir besteht.
8. Armbanduhr nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Uhrenglas
auf der Innenseite dekoriert ist und das Dekor Unterbrüche aufweist, um den darunterliegenden,
ebenfalls dekorierten Glasreif sichtbar zu machen.