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EP 0 305 659 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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09.10.1991 Patentblatt 1991/41 |
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Anmeldetag: 01.06.1988 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC)5: D21B 1/32 |
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Verfahren zur Regelung der spezifischen Dispergierarbeit
Process for regulating specific dispersion power
Procédé pour la régulation du travail spécifique de dispersion
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT FR NL SE |
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Priorität: |
29.08.1987 DE 3728890
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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08.03.1989 Patentblatt 1989/10 |
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Patentinhaber: SULZER-ESCHER WYSS GMBH |
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D-88183 Ravensburg (DE) |
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Erfinder: |
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- Beier, Dietmar
D-7981 Ravensburg-Obereschach (DE)
- Gutzeit, Jürgen
D-7980 Ravensburg (DE)
- Selder, Harald
D-7981 Schlier 1 (DE)
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Entgegenhaltungen: :
DE-A- 3 047 017 DE-C- 644 471
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DE-A- 3 244 055 GB-A- 468 041
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- Wochenblatt für Papierfabrikation, Heft 7/1978, S.269-274
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Dispergieren eines wässrigen Faserstoff-Materials,
das Altpapier beinhaltet und durch einen Disperger geführt wird, dem eine Entwässerungsmaschine
vorgeschaltet ist.
[0002] Bei der Herstellung von Papierprodukten auf modernen Papiermaschinen werden hohe
Anforderungen an die Qualitätskonstanz (optische und technologische Konstanz) der
auf die Papiermaschine gelangenden Stoffe gestellt. Während beim Einsatz von Primärrohstoffen
(Frischzellstoff und Holzschliff) in der Regel die Qualitätskonstanz beherrschbar
ist, stellen bei der Verarbeitung von Altpapier qualitative Schwankungen ein großes
Problem dar.
[0003] Einer der Aufgaben des Aufbereitungsprozesses ist es, die über den Rohstoff Altpapier
eingeschleusten qualitativen Schwankungen weitestgehend auszugleichen. Eine Verstärkung
der Schwankungen durch den Aufbereitungsprozeß ist auf keinen Fall tolerierbar.
[0004] Bei modernen Altpapieraufbereitungsanlagen ist es üblich, im Anschluß an den Aufbereitungsprozeß
den Altpapierstoff zu vergleichmäßigen, wobei die hierzu verwendeten Anlagen zumeist
als Homogenisier- oder Dispergieranlagen bezeichnet werden. Ein Maß für den Dispergiereffekt
ist dabei die Energiedichte, mit der das Material in der Homogenisier- bzw. Dispergiermaschine
behandelt wird. Gleichzeitig werden durch diese Behandlung die papiertechnologischen
Eigenschaften des fertigen Stoffes festgelegt. Ein solches Verfahren ist zum Beispiel
aus der Publikation "Wochenblatt für Papierfabrikation", Heft 7/1978, Seiten 269 -
274, bekannt.
[0005] Aus betriebstechnischen Gründen ist es oft erforderlich, die Altpapieranlage mit
unterschiedlichen Durchsatzmengen zu betreiben. Dies hat die nachteilige Folge, daß
beim Dispergierprozeß mit ständig sich ändernder spezifischer Arbeit, d.h. Dispergierarbeit,
bezogen auf den tatsächlichen Durchsatz, operiert wird. Der Grund hierfür ist der
nicht lineare Zusammenhang zwischen Dispergerleistung und Dispergerdurchsatz. Daher
läßt sich die spezifische Dispergierarbeit bei einer Durchsatzänderung nur dann konstant
halten, wenn die Dispergierleistung nachkorrigiert wird. Es ergibt sich daraus eine
[0006] Erfindungsaufgabe, die in der Schaffung des Regelsystems besteht, mit dem Ziel, welches
die Konstanthaltung der spezifischen Dispergierarbeit bei Durchsatzänderung ermöglicht.
Die erfindungsgemäße Lösung dieser Aufgabe ist in dem Kennzeichen des Anspruches 1
dargestellt. Wenn erfindungsgemäß die Stoffdichte des zu verarbeitenden Materials
eingestellt wird, bleibt die gewünschte Konstanz der spezifischen Dispergierarbeit
bei einer Durchsatzänderung erhalten.
[0007] Im folgenden wird der Erfindungsgegenstand anhand einer schematischen Abbildung näher
beschrieben und erklärt. Die Beschreibung bezieht sich auf eine Zeichnung (Fig. 1),
die eine Anlage zur Durchführung des Verfahrens schematisch darstellt.
[0008] Bei dem Verfahren wird das zu dispergierende Material durch eine Leitung 1 in eine
Entwässerungsmaschine 2 geführt. In dieser Entwässerungsmaschine wird das Material
stärker entwässert, als es für den folgenden Prozess erforderlich wäre. Das entwässerte
Material wird dann in eine Zerreißschnecke 3 übergeleitet und gelangt über eine Heizschnecke
4 zu dem Disperger 5. Die Einstellung der Stoffdichte durch die Zugabe des Verdünnungswassers
W über ein einstellbares Ventil 7 kann z.B. in die Zerreißschnecke 3 erfolgen oder
auf eine vorteilhaftere Weise an einer Stelle, die direkt nach der dem Disperger vorgeschalteten
Eingabeschnecke 6 vorhanden ist. Von Vorteil ist es, wenn das Verdünnungswasser durch
ein einstellbares Ventil unmittelbar vor dem Arbeitsbereich des Dispergers zugegeben
wird . Um dabei eine nachteilige und unkontrollierte Temperaturänderung des zu dispergierenden
Materials zu vermeiden, wird das Verdünnungswasser z.B. durch eine Erwärmvorrichtung
8 auf annähernd die Temperatur gebracht, mit der das Material in die Wasserzugabestelle
eingeführt wird.
[0009] Die Zugabe des Verdünnungswassers wird gesteuert nach Ermittlung der Dispergierleistung
in der Meßstelle 9 und des Durchsatzes des Materials durch die Anlage. Eine geeignete
Stelle für das Messen des Durchsatzes ist vor der Entwässerungsmaschine 2 , wo der
Volumenstrom und die Stoffdichte des in die Entwässerungsmaschine 2 durch die Leitung
1 geführten Materials gemessen werden, woraus sich der Durchsatz errechnet. In Fig.
1 sind diese Meßstellen mit den Bezugszeichen 10 und 11 versehen. Das Einstellen der
Stoffdichte des zu dispergierenden Materials erfolgt mit einer zeitlichen Verzögerung,
die durch den Abstand zwischen der erwähnten Meßstelle vor der Entwässerungsmaschine
und der Zugabestelle für das Verdünnungswasser bedingt ist. Zusätzlich wird regeltechnisch
auch die Stofftransportzeit zwischen der Zugabestelle für das Verdünnungswasser und
dem Disperger berücksichtigt. Vorteilhafterweise wird die beschriebene Totzeitkompensation
mit einer mikroprozessor-gesteuerten Regelstrecke 11 vorgenommen. In dem Falle, wo
das Verdünnungswasser direkt unmittelbar vor dem Arbeitsbereich des Dispergers zugegeben
wird, ergibt sich die erwähnte zeitliche Verzögerung lediglich aus dem Abstand zwischen
Meßstelle des Durchsatzes und dem Disperger.
[0010] In einer weiteren Zeichnung (Fig. 2) wird das Betriebsverhalten des Dispergers mit
Hilfe einer Grafik dargestellt, die an einem Beispiel den Zusammenhang zwischen Durchsatzmenge,
Stoffdichte und spezifischer Arbeit angibt. Damit läßt sich auch ein Verfahrensbeispiel
zeigen, in dem bei einem angenommenen Durchsatz von 30 to/Tag eine spezifische Arbeit
von 135 kWh/1000 kg atro übertragen werden soll. Es ergibt sich dann ein Dispergierarbeitspunkt
A. Oberhalb dieses Arbeitspunktes ist ein anderer Punkt B in dem Diagramm eingezeichnet,
der darstellt, in welchem Maße mehr entwässert wird, als das in dem Prozess notwendig
wäre und der der Ausgangspunkt für den Verdünnungsvorgang ist. Aus dieser Darstellung
ergibt sich eine Korrekturstrecke, entlang welcher dann das Verdünnungswasser dem
zu verarbeitenden Material zugegeben wird, wobei die Stoffdichte auf den Wert des
Arbeitspunktes A absinkt. Durch das erfindungsgemäße Verfahren wird bei verändertem
Durchsatz eine vom bisherigen Arbeitspunkt abweichende, aber unterhalb des Ausgangspunktes
B liegende Stoffdichte eingestellt, bei der mit der gleichen spezifischen Arbeit dispergiert
wird, wobei verständlicherweise die Grenzen der Anlage - wie z.B. maximale Dispergerleistung,
Aufheizung und Transport des Materials - zu berücksichtigen sind. In Fig. 2 ist ein
so gefundener, neuer Arbeitspunkt als A' bezeichnet.
[0011] Das erfindungsgemäße Verfahren kann ohne weiteres auch dann angewendet werden, wenn
Schwankungen weiterer Größen, die den Dispergierprozeß beeinflussen, vorliegen, Es
ist in der Praxis beispielsweise zu beobachten, daß auch bei konstant gehaltenem Durchsatz
infolge von Qualitätsschwankungen des eingesetzten Altpapieres sich die Dispergerleistung
verändert. Das würde zu einer Änderung auch der spezifischen Dispergierarbeit führen.
Mit Hilfe der vorliegenden Erfindung ist auch in diesem Falle eine Fahrweise gewährleistet,
bei der mit konstanter spezifischer Dispergierarbeit operiert wird. Die spezifische
Arbeit ist in diesem Fall nämlich die Regelgröße, d.h. daß innerhalb des Arbeitsbereiches
des Regelkreises die spezifische Arbeit konstant gehalten wird, unabhängig davon,
durch welche Einflußgrössen die Schwankungen entstanden sind.
1. Verfahren zum Dispergieren eines Materials, das Altpapier beinhaltet, indem einem
Disperger (5) eine Entwässerungsmaschine(2) vorgeschaltet ist, dadurch gekennzeichnet, daß die aus der Zusammensetzung des Materials zur Erreichung der gewünschten Qualität
sich ergebende spezifische Arbeit des Dispergers(5) konstant gehalten wird durch Einstellung
der Stoffdichte des zu dispergierenden Materials und zwar derart, daß in der Entwässerungsmaschine
(2) stärker entwässert wird, als der Prozeß es erfordert und daß die Stoffdichte des
Materials vor dem Disperger durch Zugabe von Verdünnungswasser eingestellt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der Entwässerungsmaschine(2) und dem Disperger (5) eine Zerreißmaschine
(3) und eine folgende Heizschnecke (4) angeordnet sind, wobei das Verdünnungswasser
über ein einstellbares Ventil (7) vor dem Eintritt des Materials in die Heizschnecke
(4) zugegeben wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Verdünnungswasser dem Material in der Zerreißmaschine (3) zugegeben wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 bzw. 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Verdünnungswasser dem Material direkt nach der dem Disperger (5) vorgeschalteten
Eingabeschnecke (6) zugegeben wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Verdünnungswasser durch ein einstellbares Ventil unmittelbar vor dem Arbeitsbereich
des Dispergers dem Material zugegeben wird.
6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Zugabe des Verdünnungswassers nach Ermitteln der Dispergerleistung und des
Durchsatzes des Materials durch die Anlage gesteuert wird. Materials durch die Anlage
gesteuert wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6,dadurch gekennzeichnet, daß der Durchsatz durch Messen des Volumenstromes und der Stoffdichte vor der Entwässerungsmaschine
(2) ermittelt wird und daß das Einstellen der Stoffdichte des zu dispergierenden Materials
mit zeitlicher Verzögerung vorgenommen wird, die sich einerseits aus dem Abstand zwischen
der Meßstelle und der Wasserzugabestelle und andererseits zwischen der Meßstelle und
dem Disperger ergibt.
8. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Verdünnungswasser auf die Temperatur gebracht wird, die annähernd der des
Stoffes an der Zugabestelle entspricht.
1. Method for dispersing an aqueous fibrous material which contains waste paper and is
passed through a disperser (5) which is preceded by a dewatering machine (2), characterised
in that the specific power of the disperser (5) yielded by the composition of the
material to achieve the desired quality is kept constant by adjusting the consistency
of the material to be dispersed, and in such a manner that dewatering is carried out
in the dewatering machine (2) to a higher consistency than is necessary for dispersion
with the desired specific power under the conditions present, and that the consistency
of the material is set before the disperser by the addition of dilution water.
2. Method according to Claim 1, characterised in that a shredder machine (3) and a subsequent
heating worm (4) are disposed between the dewatering machine (2) and the disperser
(5), the dilution water being added via an adjustable valve (7) before the material
enters the heating worm (4).
3. Method according to Claim 2, characterised in that the dilution water is added to
the material in the shredder machine (3).
4. Method according to Claim 1 or 2, characterised in that the dilution water is added
to the material directly after the charging worm (6) which precedes the disperser
(5).
5. Method according to Claim 4, characterised in that the dilution water is added to
the material through an adjustable valve directly before the region of operation of
the disperser.
6. Method according to Claim 1, characterised in that the addition of the dilution water
is controlled after determining the dispersing power and the throughput rate of the
material through the installation.
7. Method according to Claim 6, characterised in that the throughput rate is determined
by measuring the volume flow and the consistency before the dewatering machine (2)
and that the setting of the consistency of the material to be dispersed is carried
out with a time delay which is yielded firstly from the distance between the measuring
point and the water addition point and secondly between the measuring point and the
disperser.
8. Method according to Claim 1, characterised in that the dilution water is brought to
the temperature which corresponds approximately to that of the material at the addition
point.
1. Procédé de dispersion d'une matière fibreuse aqueuse contenant du vieux papier, conduit
à travers un disperseur (5) en avant duquel est branchée une machine à déshydrater
(2),
caractérisé en ce que l'on maintient constant le travail spécifique du disperseur (5) résultant
de la composition de la matière requise pour obtenir la qualité désirée, par réglage
de la concentration de la matière à disperser, et ceci de telle sorte que, dans la
machine à déshydrater (2), on déshydrate jusqu'à une concentration de matière plus
grande que celle nécessaire pour la dispersion avec le travail spécifique souhaité
en présence des conditions existantes, et en ce que la concentration de la matière
est ajustée en amont du disperseur par une addition d'eau de dilution.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'une machine déchiqueteuse (3)
et une vis chauffante (4) faisant suite à celle-ci sont disposées entre la machine
à déshydrater (2) et le disperseur (5), l'eau de dilution étant ajoutée par une vanne
réglable (7) en amont de l'entrée de la matière dans la vis chauffante (4).
3. Procédé selon la revendication 2, caractérisé en ce que l'eau de dilution est ajoutée
à la matière dans la machine déchiqueteuse (3).
4. Procédé selon les revendications 1 et/ou 2, caractérisé en ce que l'eau de dilution
est ajoutée à la matière directement après la vis d'alimentation (6) disposée en amont
du disperseur (5).
5. Procédé selon la revendication 4, caractérisé en ce que l'eau de dilution est ajoutée
à la matière par une vanne réglable, directement en amont de la zone de travail du
disperseur.
6. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'addition de l'eau de dilution est commandée d'après la mesure de la puissance de dispersion et du débit
de la matière passant dans l'installation.
7. Procédé selon la revendication 6, caractérisé en ce que le débit est déterminé par
mesure du débit volumétrique et de la concentration de la matière en amont de la machine
à déshydrater (2) et en ce que le réglage de la concentration de la matière à disperser
est effectué avec un délai qui résulte de la distance, d'une part entre le point de
mesure et l'endroit où a lieu l'apport d'eau, et d'autre part entre le point de mesure
et le disperseur.
8. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'eau de dilution est portée
à une température qui correspond à peu près à celle de la matière à l'endroit où a
lieu l'addition d'eau.

