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EP 0 306 087 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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20.01.1993 Patentblatt 1993/03 |
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Anmeldetag: 26.08.1988 |
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Vorrichtung zum reversierenden Verseilen (SZ-Verseilung) mindestens eines Verseilelements
eines Kabels
Device for the alternate twisting (SZ-twisting) of at least one stranding element
of a cable
Appareil pour le câblage alterné (câblage SZ) d'au moins un élément de cablage d'un
câble
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Benannte Vertragsstaaten: |
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DE FR GB IT NL |
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Priorität: |
04.09.1987 DE 3729534
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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08.03.1989 Patentblatt 1989/10 |
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Patentinhaber: |
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- Philips Patentverwaltung GmbH
22335 Hamburg (DE) Benannte Vertragsstaaten: DE
- Philips Electronics N.V.
5621 BA Eindhoven (NL) Benannte Vertragsstaaten: FR GB IT NL
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Erfinder: |
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- Lennartz, Manfred
D-5000 Köln 90 (DE)
- Schmitz, Hans-Joachim
D-5014 Kerpen 3 (DE)
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| (74) |
Vertreter: Koch, Ingo et al |
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Philips Patentverwaltung GmbH
Wendenstrasse 35 D-20097 Hamburg D-20097 Hamburg (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
AT-B- 278 129 DE-A- 2 814 105 DE-A- 3 446 671
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DE-A- 2 455 062 DE-A- 3 123 171
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Vorrichtung zum reversierenden Verseilen (SZ-Verseilung) mindestens eines Verseilelements
eines Kabels mit einer zwischen einer Verseilscheibe und einer Standscheibe angeordneten
Legeeinrichtung, welche mindestens eine Verlegescheibe aufweist, die mit gleicher
Drehrichtung wie die Verseilscheibe und geringerer Drehzahl angetrieben ist, wobei
Standscheibe, Verseilscheibe und die mindestens eine Verlegescheibe Mitnahmedurchführungsöffnungen
für mindestens ein Verseilelement aufweisen und wobei die mindestens eine Verlegescheibe
durch einem ihr speziell zugeordneten Antriebsmotor angetrieben, ist, dessen Drehzahlen
und Drehrichtungen voneinander unabhängig und auch unabhängig von der Drehgeschwindigkeit
des Antriebsmotors der Verseilscheibe derart einstellbar ist, daß die auf das mindestens
eine Verseilelemente einwirkenden maximalen Zugbeschleunigungen verringert sind.
[0002] Bei einer durch die AT-B-287 129 bekannten derartigen Vorrichtung sind der Drehsinn,
die Oszillationsfrequenz und die Auslenkung von durch Einzelmotoren angetriebenen
Lochscheiben unabhängig voneinander einstellbar.
[0003] Bei einer durch die DE-A-35 29 085 bekannten Vorrichtung sollen Schwankungen der
auf die Verseilelemente ausgeübten Zugkräfte durch auf die Verseilelemente einwirkende
periodisch wechselnde Reibkräfte verringert werden. Die Verlegescheiben werden in
Richtung auf die Standscheibe hin mit stufenweise abnehmender jeweils konstanter Drehzahl
in starrer Kopplung mit der Drehung der Verseilscheibe angetrieben. Durch die reversierenden
Bewegungsabläufe der Verlegescheiben, welche eine geordnete Führung des Umschlingungsverlaufs
der Verseilelemente zwischen Standscheibe und Verseilscheibe gewährleisten sollen,
werden wechselnde Beschleunigungskräfte auf die Verseilelemente ausgeübt. Die dadurch
bewirkten Zugkräfte dürfen einen zulässigen Grenzwert nicht überschreiten. Ferner
wirken sich auch Zugkraftschwankungen nachteilig auf den Verseilvorgang aus. Infolgedessen
sind der Verseilgeschwindigkeit Grenzen gesetzt.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Vorrichtung der eingangs genannten
Art derart zu gestalten, daß die auf die Verseilelemente ausgeübten Zugkräfte verringert
werden, so daß höhere Verseilgeschwindigkeiten möglich sind.
[0005] Die Lösung gelingt dadurch, daß die individuelle Drehzahl einer jeden Verlegescheibe
zwischen zwei Reservierpunkten drehwinkelabhängig variierend steuerbar ist.
[0006] Dadurch, daß die individuelle Drehzahl einer jeden Verlegescheibe nicht mehr konstant
ist, sondern drehwinkelabhängig gesteuert wird, können die auf die Verseilelemente
einwirkenden Zugkräfte wesentlich erniedrigt werden.
[0007] Es wurde nämlich festgestellt, daß der bei konstant drehenden Verlegescheiben scheinbar
regelmäßig ablaufende Vorgang des Verlegens und der Entnahme der Umschlingungslänge
der Verseilelemente tatsächlich hohe Beschleunigungsspitzen in Längsrichtung der Verseilelemente
verursacht. Diese Beschleunigungsspitzen können dadurch etwa auf den halben Wert reduziert
werden, daß die Drehzahlen der Verlegescheibe zwischen zwei Reservierpunkten variierend
gesteuert wird. Erfindungsgemäß ist die Drehzahl einer Verlegescheibe also nicht mehr
konstant wie bei bekannten Vorrichtungen.
[0008] Dabei hat sich herausgestellt, daß ein Abbau der Beschleunigungsspitzen dann vorteilhaft
erreicht wird, wenn die Drehzahlen der Verlegescheiben im Bereich zwischen der mittleren
Drehstellung, in welcher die Verseilelemente in gestreckter Lage gerade von der Standscheibe
bis zur Verseilscheibe geführt sind, bis zur Lage, wo die Drehrichtungsumkehr erfolgt,
einen Höchstwert aufweisen.
[0009] Die Erfindung wird anhand eines in der Zeichnung dargestellten vorteilhaften Ausführungsbeispiels
näher erläutert.
- Fig. 1 zeigt
- schematisch eine Vorrichtung zum SZ-Verseilen, bei welcher die Verlegescheiben Einzelantriebe
aufweisen.
- Fig. 2 zeigt
- eine Blockschaltung zur Steuerung der einzelnen Antriebsmotoren.
- Fig. 3 zeigt
- einen günstigen Verlauf der Drehgeschwindigkeit einer Verlegescheibe.
[0010] Entsprechend Figur 1 werden um ein in Richtung des Pfeils 1 mit konstanter Geschwindigkeit
abgezogenes Zentralelement 2 Lichtwellenleiter enthaltende Verseilelemente 3, von
denen nur eines dargestellt ist, mit reversierender Schlagrichtung verseilt.
[0011] Das Verseilelement 3 wird über eine Tänzeranordnung 4 von der Trommel 5 abgezogen.
Es wird danach durch Durchgangsöffnungen der stillstehenden Standscheibe 6, der Verlegescheiben
7 bis 11 und der Verseilscheibe 12 bis zum zum Verseilnippel 13 geführt, wo es abwechselnd
mit Rechts- und Linksdrall um das Zentralelement 2 gelegt wird.
[0012] Die Verseilung wird durch die abwechselnd rechts und links drehende Verseilscheibe
12 vorgegeben. Die Verlegescheiben 7 bis 11 rotieren gleichsinnig mit der Verseilscheibe
12, jedoch nimmt das Niveau der Drehgeschwindigkeit der Verlegescheiben 7 bis 11 zur
Standscheibe 6 hin stetig ab. Derart kann eine Umschlingungslänge des Verseilelements
3 geordnet von den Verlegescheiben 7 bis 11 in periodischem Wechsel aufgenommen und
wieder abgegeben werden.
Bei diesem Vorgang ändert sich insbesondere auch an der Stelle des Pfeils 14 die Längsgeschwindigkeit
des Verseilelements 3 periodisch zwischen einem minimalen und einem maximalen Wert.
Damit verbunden sind positive und negative Beschleunigungen, welche infolge der wirksamen
trägen Massen (Eigenmasse der Verseilelemente, bewegliches Tänzerelement 15, Trommel
5) zu periodisch schwankenden Zugkräften im Verseilelement 3 führen.
[0013] Diese Zugkräfte sind einerseits proportional der Abzugsgeschwindigkeit des Mittenelements
2 und andererseits vom Bewegungsablauf der Verlegescheiben 7 bis 11 abhängig, welche
eine Überlagerung einer Wechselkraft verursachen.
[0014] Der Maximalwert dieser Wechselkraft ist erfindungsgemäß dadurch auf etwa die Hälfte
reduzierbar, daß für jede der Verlegescheiben 7 bis 11 ein eigener Antriebsmotor 16
bis 20 vorgesehen ist. Die Motordrehzahlen sind voneinander unabhängig und auch unabhängig
von der Drehgeschwindigkeit des Antriebsmotors 21 der Verseilscheibe steuerbar. Jeder
der Antriebsmotoren 16 bis 20 ist ein Scheibenläufermotor 22 (Fig. 2). Ein eisenloser
Scheibenläufer hat ein besonders niedriges GD², welches bei permanentmagnetischer
Erregung weiterhin reduziert werden kann. Der Motor 22 treibt über einen Keilriemen
23 jeweils eine der Verlegescheiben 16 bis 20 an. Drehwinkel φ und Drehgeschwindigkeit
ω werden durch einen Tachogenerator 24 gemessen und als Istwerte einer Programmschaltung
25 eingegeben. In Abhängigkeit der gespeicherten Sollfunktion ω = f(φ) wird durch
den Spannungssteller 27, welcher von einer konstanten Eingangsspannung (Leitung 26)
betrieben wird, eine solche Motorspannung (Leitung 28) gebildet, daß dessen Drehgeschwindigkeit
entsprechend der Sollfunktion ω = f(φ) verläuft.
[0015] In Figur 3 ist dargestellt, wie die Differenzdrehzahl Δω zwischen zwei benachbarten
Verlegescheiben (z.B. 19 und 20) in Abhängigkeit des Differenzdrehwinkels Δφ zwischen
den Scheiben verläuft. Der Wert Δφ = 0 stellt sich dann ein, wenn alle Durchführungsöffnungen
der Verlegescheiben 7 bis 11 mit denjenigen der Standscheibe 6 und der Verseilscheibe
12 fluchten. Im Beispiel erfolgt die Drehrichtungsumkehr bei einem Differenzdrehwinkel
von etwa 180
o.
[0016] Man erkennt, daß gegenüber bisherigen Antrieben (Kennlinie Δ'ω) ein Maximum der Drehzahl
im mittleren Bereich vorgesehen sein muß. Weiterhin erkennt man, daß gegenüber der
konstanten Drehzahl eines herkömmlichen Antriebs die Drehzahl im Bereich um Δφ = 0
erniedrigt und im Bereich der Umkehrpunkte erhöht werden muß.
[0017] Bei der erfindungsgemäßen Lösung verursachen die Verlegescheiben Längsbeschleunigungen
gemäß Kennlinie a, während bei winkelunabhängiger Drehzahl der Verlegescheiben Beschleunigungen
gemäß Kennlinie a' auftreten und somit ein Spitzenwert bei Δφ = 0, welcher etwa doppelt
so groß wie der Wert der Kennlinie a ist.
[0018] Die optimalen Kennlinien ω = f(φ) bzw.


können aufgrund elementarer kinematischer Gesetzmäßigkeiten ermittelt werden, wobei
allerdings der Einsatz eines elektronischen Rechners sinnvoll ist.
[0019] Die Erfindung wurde anhand der Beschreibung eines Ausführungsbeispiels erläutert,
bei welchem alle Verlegescheiben gleichzeitig kontinuierlich angetrieben sind. Die
Erfindung ist jedoch beispielsweise ebenso gut für durch die DE-OS 35 36 488 bekannte
Vorrichtungen vorteilhaft anwendbar, bei welcher die Verlegescheiben derart diskontinuierlich
angetrieben werden, daß die maximalen Differenzwinkel zwischen benachbarten Verlegescheiben
einzeln und für die zur Standscheibe hin folgenden Verlegescheiben nachfolgend aufgebaut
werden.
1. Vorrichtung zum reversierenden Verseilen (SZ-Verseilung) mindestens eines Verseilelements
(3) eines Kabels mit einer zwischen einer Verseilscheibe (12) und einer Standscheibe
(6) angeordneten Legeeinrichtung, welche mindestens eine Verlegescheibe (7,8,9,10,11)
aufweist, die mit gleicher Drehrichtung wie die Verseilscheibe (12) und geringerer
Drehzahl angetrieben ist, wobei Standscheibe (6), Verseilscheibe (12) und die mindestens
eine Verlegescheibe (7-11) Mitnahmedurchführungsöffnungen für mindestens ein Verseilelement
(3) aufweisen und wobei die mindestens eine Verlegescheibe (7 bis 11) durch einen
ihr speziell zugeordneten Antriebsmotor (16 bis 20) angetrieben, ist, dessen Drehzahlen
und Drehrichtungen voneinander unabhängig und auch unabhängig von der Drehgeschwindigkeit
des Antriebsmotors der Verseilscheibe (12) derart einstellbar ist, daß die auf das
mindestens eine Verseilelement (3) einwirkenden maximalen Zugbeschleunigungen verringert
sind, dadurch gekennzeichnet, daß die individuelle Drehzahl einer jeden Verlegescheibe (7 bis 11) zwischen zwei
Reservierpunkten drehwinkelabhängig variierend steuerbar ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Drehzahlen der Verlegescheiben (7 bis 11) im Bereich zwischen der mittleren
Drehstellung, in welcher die Verseilelemente in gestreckter Lage gerade von der Standscheibe
(6) bis zur Verseilscheibe (12) geführt sind, bis zur Lage, wo die Drehrichtungsumkehr
erfolgt, einen Höchstwert aufweisen.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Antriebsmotoren (16 bis 20) permanentmagnetisch erregt sind.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Antriebsmotoren (16 bis 20) Scheibenläufermotoren (22) sind.
1. A device for alternate twisting (SZ twisting) of at least one stranding element (3)
of a cable, which device comprises a stranding device arranged between a twisting
wheel (12) and a stationary wheel (6) and comprising at least one alternating wheel
(7, 8, 9, 10, 11) which is driven in the same direction of rotation as the twisting
wheel (12) but with a lower rotational speed, the stationary wheel (6), twisting wheel
(12) and the at least one alternating wheel (7-11) comprising guide holes for at least
one stranding element (3), while the at least one alternating wheel (7-11) is driven
by a drive motor specially assigned to it, whose speeds and directions of rotation
are adjustable independently of one another and also independently of the speed of
rotation of the drive motor of the twisting wheel (12) in such a manner that the maximum
pull accelerations acting on the at least one stranding element (3) are reduced, characterized
in that the individual rotational speed of each alternating wheel (7-11) can be controlled
so as to be variable in dependence on the angle of rotation between two reversal points.
2. A device as claimed in Claim 1, characterized in that the rotational speeds of the
alternating wheels (7-11) have a maximum value in the region between the central position
of rotation, where the stranding elements are guided in longitudinal direction straight
from the stationary wheel (6) up to the twisting wheel (12), and the position where
the reversal in the direction of rotation takes place.
3. A device as claimed in Claim 1 or 2, characterized in that the drive motors (16 to
20) are permanent-magnetically excited.
4. A device as claimed in any one of the Claims 1 to 3, characterized in that the drive
motors (16 to 20) are disc armature motors (22).
1. Appareil pour le câblage alterné (câblage SZ) d'au moins un élément de câblage (3)
d'un câble, comportant un dispositif de pose situé entre un disque de câblage (12)
et un disque stationnaire (6) qui présente au moins un disque enrouleur (7, 8, 9,
10, 11) entraîné dans le même sens de rotation que le disque de câblage mais à une
vitesse de rotation plus faible, le disque stationnaire (6), le disque de câblage
(12) et le disque enrouleur (7 à 11) présentant des ouvertures d'entraînement pour
au moins un élément de câblage (3) et le disque enrouleur (7 à 11) étant entraîné
par un moteur d'entraînement (16 à 20) spécialement attribué à ce disque, dont les
vitesses de rotation et les sens de rotation peuvent être réglés les uns indépendamment
des autres ainsi que de la vitesse de rotation du moteur d'entraînement du disque
de câblage (12), de manière à réduire les accélérations de traction maximales agissant
sur l'élément de câblage (3), caractérisé en ce que, entre deux points de renversement,
la vitesse de rotation individuelle de chaque disque enrouleur (7 à 11) peut être
commandée de façon variable en fonction de l'angle de rotation.
2. Appareil selon la revendication 1, caractérisé en ce que les vitesses de rotation
des disques enrouleurs (7 à 11) présentent une valeur maximale dans la zone s'étendant
entre la position de rotation centrale, dans laquelle les éléments de câblage sont
guidés à l'état étendu, juste à partir du disque stationnaire (6) jusqu'au disque
enrouleur (12), et à la position où se produit le renversement du sens de rotation.
3. Appareil selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que les moteurs d'entraînement
(16 à 20) présentent une excitation magnétique permanente.
4. Appareil selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que les moteurs d'entraînement
(16 à 20) sont des moteurs à rotor en forme de disque.
