Gebiet der Erfindung
[0001] Die Erfindung betrifft verträgliche Polymermischungen aus mindestens zwei verschiedenen
Polymerkomponenten, wobei die eine Polymerkomponente P1 Polystyrol, die andere Polymerkomponente
P2 ein Copolymeres aus Estern der Methacrylsäure darstellt.
Stand der Technik
[0002] In der Regel gelten unterschiedliche Polymerspecies als nicht miteinander verträglich,
d.h. unterschiedliche Polymerspecies bilden bis hinab zu geringen Anteilen einer Komponente
im allgemeinen keine homogene Phase aus, die durch völlige Mischbarkeit der Komponenten
charakterisiert wäre.
Gewisse Ausnahmen von dieser Regel haben zunehmendes Interesse speziell bei den mit
der theoretischen Deutung der Phänomene befaßten Fachleuten hervorgerufen.
[0003] Völlig kompatible Mischungen von Polymeren zeigen völlige Löslichkeit (Mischbarkeit)
in allen Mischungsverhältnissen. Zum Nachweis der Mischbarkeit wurde häufig die Glastemperatur
Tg oder die sogenannte "Optische Methode" (Klarheit eines aus homogener Lösung des
Polymergemischs gegossenen Films) herangezogen. (Vg. Brandrup-Immergut, Polymer Handbook,
2. Ed., 111-211-213; Kirk-Othmer, Encyclopedia of Chemical Technology, 3rd Ed. Vol.
18, 443 - 478, J. Wiley & Sons 1982).
[0004] Als Beispiele für nahezu völlige Unverträglichkeit können die Polymeren Polystyrol
und Polymethylmethacrylat (PMMA) gelten. (Vgl. O.Olabisi, L.M. Robeson, M.T. Shaw,
Polymer-Polymer Miscibility, Academic Press 1979, pg. 4 ff). So wird für PMMA mit
einem Molekulargewicht von 160 000 nur eine Mischbarkeit bis zu Anteilen von 3,5 ppm
PMMA in Polystyrol beobachtet (vgl. M.T. Shaw et al., Adv. Chem. Ser. 1984, 206, 33
- 42). Gleichfalls unverträglich ist Polystyrol mit Polyethyl-, Polypropyl-, Polybutyl-,
Polyhexyl-, Polydecylmethacrylat sowie mit anderen Polymethacrylsäureestern wie Poly-3,3,5-trimethylcyclohexylmethacrylat
und Polyisobornylmethacrylat (vgl. die unveröffentlichte deutsche Anmeldung P 36 32
369.1). Eine Ausnahme bildet lediglich Polycyclohexylmethacrylat, das mit Polystyrol
in jedem beliebigen Mischungsverhältnis im gesamten meßtechnisch zugänglichen Temperaturbereich
verträglich ist.
Aufgabe und Lösung
[0005] Mechanische Abmischungen von Polymeren (Polyblends) haben in bestimmten Fällen und
auf bestimmten Gebieten der Kunststoffindustrie zu eigenschaftsmäßig verbesserten
Kunststoffprodukten geführt. (Vgl. Kirk-Othmer, 3rd. Ed. Vol. 18, loc.cit pp 443 -
478) Die physikalischen Eigenschaften solcher "Polyblends" stellen gewöhnlich einen
Kompromiß dar, der unter dem Strich eine Verbesserung gegenüber den Eigenschaften
der individuellen Polymeren bedeuten kann. Als Beispiel für verträgliche Polyblends
von industrieller Bedeutung sei das System Poly(2,6-dimethyl-1,4-polyphenylenoxid)/Polystyrol
genannt, wobei die Polyphenylenoxid-Komponente Vorteile bezüglich einer erhöhten Glastemperatur
Tg und verbesserter Schlagzähigkeit enbringt, während die Polystyrolkomponente es
erlaubt, den Preis der Produkte zu erniedrigen. Durch den Polystyrolzusatz wird auch
die Verarbeitungstemperatur des Polyphenylenoxids reduziert. (Vgl. O. Olabisi, L.M.
Robeson und M.T. Shaw, Polymer-Polymer Miscibility, Academic Press 1979, pg 14 - 15).
Allerdings haben multiphasische Polymerischungen eine ungleich größere kommerzielle
Bedeutung erlangt als verträgliche Mischungen (vgl. Kirk-Othmer loc.cit. pg. 449)
Multiphasische (unverträgliche) Polymermischungen einerseits und verträgliche Polymermischungen
andererseits sind somit hinsichtlich ihrer physikalischen, insbesondere ihrer anwendungstechnisch
relevanten, speziell ihrer optischen Eigenschaften (Transparenz, Klarheit usw.) streng
auseinanderzuhalten. Verträgliche Polymere unterscheiden sich wie bereits ausgeführt
in relevanter Weise von den multiphasischen Mischungen beispielsweise durch das Vorhandensein
einer einzigen Glastemperatur Tg, wobei die Glastemperatur bekanntlich auf andere
Eigenschaften wie den Temperaturverlauf des Schubmoduls, Zeitstandseigenschaften,
Viskosität, Kristallisationsverhalten der Kunststoffe u.ä. Auswirkungen haben kann.
(Vgl. O.Olabisi et al. loc.cit pg. 321-358). Andererseits setzt, wie bereits ausgeführt,
mangelnde Verträglichkeit nicht selten dem Vorhaben, dadurch ein verbessertes Gesamt-Eigenschaftsspektrum
bei Kunststoffen zu erreichen, enge Grenzen.
[0006] Es wurde nun gefunden, daß überraschenderweise die vollständige Unverträglichkeit
von Polyalkylmethacrylaten mit Polystyrol dann nicht gegeben ist, wenn man definierte,
ausgewählte Alkylmethacrylatmonomere in bestimmten, exakt abgrenzbaren Verhältnissen
miteinander copolymerisiert.
Die Erfindung betrifft somit verträgliche Polymermischungen PM bestehend aus
(I) 0,1 - 99,9 Gew.-%, vorzugsweise 30,0 - 99 Gew.-%, insbesondere 40 - 90 Gew.-%
eines Polymerisats P1, das aus Monomeren der Formel I

worin R1 für Wasserstoff oder einen Methylrest steht, aufgebaut ist und aus
(11)99,9 - 0,1 Gew.-%, vorzugsweise 70 - 1 Gew.-%, insbesondere 60 - 10 Gew.-% eines
Copolymeren P2, das aus
30 - 90 Gew.-Teilen eines Methacrylatmonomeren der Formel 11

worin R2 für Methyl oder Ethyl (vorzugsweise Methyl) steht und aus
70 - 10 Gew.-Teilen eines Methacrylatmonomeren der Formel III

worin R3 für einen Kohlenwasserstoffrest mit 3 bis 24 Kohlenstoffatomen, vorzugsweise mit
4 bis 18 Kohlenstoffatomen steht mit der Maßgabe, daß R3 nicht für einen Cyclohexylrest stehen soll und aus
0 - 10, vorzugsweise 1 - 10 Gew.-Teilen eines weiteren, mit den Monomeren der Formel
II und III copolymerisierbaren Monomeren M,
aufgebaut ist, das nicht Cyclohexyl(meth)acrylat ist.
[0007] Die Anteile der Monomeren der Formeln 11, III und M ergänzen sich jeweils zu 100
Gewichtsteilen. Im allgemeinen steht R
3 für einen gegebenenfalls verzweigten, vorzugsweise aber linearen unverzweigten Alkylrest
oder einen gegebenenfalls substituierten Cycloalkylrest (mit Ausnahme des Cyclohexylrests)
mit mindestens 3 und bis zu 24, vorzugsweise 4 bis 18 Kohlenstoffatomen, mit der Maßgabe,
daß mit steigender C-Zahl des Restes R
3 der relative Anteil der Monomeren III am Copolymeren P2 abnehmen soll, d.h. der relative
Anteil der Monomeren verhält sich gegenläufig zur Zahl der C-Atome im Rest R
3. Der für das Cyclohexylmethacrylat ausgesprochene Disclaimer ist darin begründet,
daß für dieses Monomere ganz andere, von der vorliegenden Lehre abweichende Gesetzmäßigkeiten
gelten.
[0008] Als Bemessungsregel für den Anteil der Monomeren der Formel III am Copolymerisat
P2 kann gelten:

[0009] Die erfindungsgemäß gefundene Verträglichkeit kommt umso unerwarteter als - wie bereits
ausgeführt - beispielsweise Polymethylmethacrylat bzw. Polybutylmethacrylat mit Polystyrol
unverträglich sind. Dagegen ist ein Copolymer gemäß der vorliegenden Erfindung aus
50 Gew.-% Methylmethacrylat und 50 Gew.-% Butylmethacrylat mit Polystyrol in allen
Mischungsverhältnissen verträglich. (Vgl. nachfolgende Tabelle 1). Ebenso sind z.B.
Copolymere der Zusammensetzung: 70 Gew.-% Methylmethacrylat, 30 Gew.-% n-Decylmethacrylat
in jedem Verhältnis mit Polystyrol verträglich (vgl. nachfolgende Tabelle 2). Weitere
Polystyrolverträgliche Kombinationspartner ergeben sich aus den Patentansprüchen,
wobei besondere Beachtung verdient, daß gerade die technisch interessanten polystyrolreichen
Mischungen gute Verträglichkeit zeigen. Dabei ergibt sich für spezifische Comonomerpartner
eine abgrenzbare Comonomerzusammensetzung, für die Verträglichkeit des jeweiligen
Copolymeren mit Polystyrol gefunden wird. Die Verhältnisse zeigen also eine gewisse
Analogie zu den bekannten "Mischbarkeitsfenstern" im System Styrol-Acrylnitril-Copolymere
(SAN)/PMMA.
Für das Auftreten eines solchen "Mischbarkeitsfensters" im System Polystyrol/Methacrylsäureester-copolymere
ist nach den vorliegenden Beobachtungen eine deutliche Differenzierung in der Kettenlänge
der Alkylreste der copolymerisierten Methacrylsäureester von Bedeutung. Wie die Ergebnisse
in Tabelle 1 zeigen, ist ein Unterschied von 3 Kohlenstoffatomen im Alkylrest (z.B.
Methyl im Vergleich mit Butyl) ausreichend zur Ausbildungen eines Mischbarkeitsfensters.
So sind Polymethylmethacrylat und Polybutylmethacrylat mit Polystyrol unverträglich,
Copolymere aus beispielsweise 40 - 50 Gew.-% Methylmethacrylat und 60 - 50 Gew.-%
Butlymethacrylat sind demgegenüber mit Polystyrol sehr gut verträglich. Demgegenüber
sind Copolymere aus 2 Monomeren mit nur 1 Kohlenstoffatom Unterschied im Alkylrest
(R2 = Methyl, R3 = Ethyl) nicht mit Polystyrol verträglich (siehe Tabelle 3).
Verträglichkeit wird auch bei Copolymeren aus Methylmethacrylat (R2 = Methyl) und Hexylmethacrylat (R3 = Hexyl) gefunden. Besonders gute Verträglichkeit wird hier bei Copolymeren aus 60
% Methylmethacrylat und 40 % Hexylmethacrylat gefunden. Copolymere der Zusammensetzung
20 - 80 oder 80 - 20 sind demgegenüber nicht so gut mit Polystyrol verträglich (siehe
Tabelle 4)
Bei Copolymeren aus Monomeren (R2 = Methyl; R3 = Decyl) wird optimale Mischbarkeit mit Polystyrol dagegen bei einem Verhältnis von
70 Gew.-% Methylmethacrylat und 30 Gew.-% Decylmethacrylat gefunden (siehe Tabelle
2). Insgesamt zeigen die Ergebnisse, daß um polystyrolverträgliche Copolymerzusammensetzungen
zu erreichen der Anteil an Comonomeren mit längerkettigem Alkylrest im Copolymeren
P2 umso kleiner sein muß, je größer die Alkylkette des betreffenden Methacrylsäureesters
ist. So wird für das Copolymer aus Methylmethacrylat und Butylmethacrylat gute Polystyrolverträglichkeit
bei einem Comonomerverhältnis von 50 : 50 gefunden; bei Methylmethacrylat-Decylmethacrylatcopolymeren
ist die Verträglichkeit mit Polystyrol dagegen bei einem Comonomerverhältnis 70 :
30 optimal.
Für Copolymere aus Methylmethacrylat und dem Methacrylsäureester aus der Mischung
von langkettigen sogenannten Talgfettalkoholen (C12 - C20, durchschnittliche C-Zahl 16,8 - 17,7) wird Polystyrolverträglichkeit bereits bei
einem Anteil von nur 20 Gew.-% des langkettigen Esters gefunden. Vergleichbare Ergebnisse
werden im System aus Methacrylatcopolymeren und Poly-a-methylstyrol gefunden. Auch
hier zeigt sich weitaus bessere Verträglichkeit mit einem System aus den Copolymerisaten
und Poly-a-methylstyrol als in einem System aus dem Homopolymeren und Poly-a-methylstyrol.
Kriterien der Verträglichkeit
[0010] Definitionsgemäß handelt es sich bei den erfindungsgemäßen Polymermischungen PM um
verträgliche Mischungen.
Im Sinne der vorliegenden Erfindung und im Einklang mit den in der Praxis der Polymerchemie
üblichen Vorstellungen und Definitionen sollen unter verträglichen Mischungen stabile,
homogene Mischungen verstanden werden, die makroskopisch die Eigenschaften eines einphasigen
Materials aufweisen. (Vgl. Kirk-Othmer, Vol. 18, loc.cit. pg 446, 457 - 60; Brandrup
& Immergut, "Polymer Handbook" loc.cit. 111 - 211).
[0011] Als Kriterien für die Verträglichkeit (Kompatibilität) seien - im Einklang mit den
Standardtexten - betrachtet:
I) Die Beobachtung der Glastemperatur Tg.
Sofern die Polymerkomponenten Glastemperaturen besitzen, die weit genug auseinanderliegen
um durch "Differential Scanning Calorimetry" (DSC), dilatometrisch, dielektrisch oder
radioluminiszenzspektroskopisch unterschieden zu werden, zeigt sich vorhandene Verträglichkeit
durch eine Verschiebung oder durch das Verschwinden der Tg's der Polymer-Einzel-Komponenten
an. (Vgl. Olabisi et al. in Polymer-Polymer-Miscibility, loc.cit. pp 21, 123). Im
allgemeinen liegt die Glastemperatur bei den erfindungsgemäßen Polymermischungen PM
bei Polystyrol als Polymerkomponente P1 < 120 Grad C, bei a-methylstyrolreicher Polymerkomponente
P1 < 150 Grad C. Bevorzugt sind jedoch Polymermischungen, die Polystyrol als Polymerkomponente
P1 aufweisen und eine Glastemperatur < 100 Grad C aufweisen. 11) Die "optische Methode".
Dabei wird aus einer homogenen Lösung der Polymerkomponenten ein Film ausgegossen,
der nach dem Trocknen auch bei Vergrößerung keine optisch wahrnehmbare Inhomogenität
aufweisen darf.
III)Als ein weiterer Test auf die Mischbarkeit von unter sich verschiedenen Polymeren
wird das Auftreten der unteren kritischen Lösungstemperatur (Lower Critical Solution
Temperature = LCST) herangezogen. (Vgl. DE-A 34 36 476.5 und DE-A 34 36 477.3).
[0012] Das Auftreten der LCST beruht auf dem Vorgang, daß sich beim Erwärmen die bis anhin
klare, homogene Polymermischung in Phasen auftrennt und optisch trübe bis opak wird.
Dieses Verhalten stellt nach der Literatur einen eindeutigen Beweis dafür dar, daß
die ursprüngliche Polymermischung aus einer einzigen, im Gleichgewicht befindlichen
homogenen Phase bestanden hatte.
Das Polymerisat P1
[0013] Das Polymerisat P1 wird in an sich bekannter Weise durch Polymerisation der Monomeren
der Formel I hergestellt: (Vgl. R. Vieweg, G. Daumiller, Kunststoff-Handbuch, Band
V, "Polystyrol", C. Hanser-Verlag 1969; Ullmann's Encyclopädie der Techn. Chemie,
4. Auflage, Bd. 19, pg. 265- 268, Verlag Chemie; Houben-Weyl, 4. Auflage Bs. XIV/1
Georg Thieme 1961 pg 753 - 841.) Nach den bisher vorliegenden Erfahrungen ist die
Qualität der verwendeten Polymerisate P1 nicht kritisch für die Ausführbarkeit und
die vorteilhaften Wirkungen der vorliegenden Erfindung. Es können z.B. Polystyrole
im Molekulargewichtsbereich 10 000 bis 1 000 000 angewendet werden. Styrol kann radikalisch,
anionisch, kationisch oder koordinativ polymerisiert werden, vorzugsweise wird jedoch
radikalisch polymerisiert. Die Polymerisation kann dabei thermisch oder vorzugsweise
durch Zusatz von Radikal-Initiatoren in Gang gesetzt werden. Die technische Herstellung
bedient sich ganz überwiegend der Polymerisation in Masse oder in Suspension.
[0014] Als Initiatoren kommen die üblichen infrage, beispielsweise Azoverbindungen oder
Perverbindungen, gegebenenfalls auch Redoxinitiatoren, wobei die Initiatormenge im
allgemeinen im Bereich 0,05 bis 2 Gew.- % bezogen auf die Monomeren liegt. Durch die
Wahl des Initiators kann man im gesamten Temperaturbereich eine hinreichende Polymerisationsgeschwindigkeit
sicherstellen. Während bei Polystyrol als Polymerisat P1 in einer bevorzugten Ausführungsform
von einem Homopolymeren ausgegangen wird (also Homopolystyrol), wird bei einem Einsatz
von Poly-a-methylstyrol als Polymerisat P1 in der Regel von Copolymeren ausgegangen.
Ein solches bevorzugtes Copolymeres ist beispielsweise ein Copolymeres aus Styrol
und a-Methylstyrol.
Das Copolymerisat P2
[0015] Die Copolymerisate P2 können in an sich bekannter Weise aus den Monomeren der Formeln
11, 111 und gegebenenfalls M, im allgemeinen durch radikalische oder Group-Transfer-Polymerisation
hergestellt werden. (Vgl. H. Rauch-Puntigam, Th. Völker Acryl- und Methacrylverbindungen,
Springer-Verlag 1967; Houben-Weyl, 4. Auflage Bd. XIV/1 loc.cit pg 1010 ff.) Die Polymerisation
kann in Masse, in Suspension, in Emulsion oder in Lösung erfolgen. Bei der radikalischen
Polymerisation finden vorzugsweise die üblichen radikalischen Initiatoren, beispielsweise
peroxidische, insbesondere organische Peroxidverbindungen wie Dibenzoylperoxid oder
Dilauroylperoxid, Azoverbindungen wie Azodiisobutyronitril oder gegebenenfalls Redoxinitiatoren
in Mengen von gewöhnlich ca. 0,01 bis 2 Gew.-% (bezogen auf die Monomeren) Anwendung.
Die Startradikale können jedoch auch durch energiereiche Strahlung erzeugt werden.
Als Regler können z.B. die üblichen Schwefelregler, insbesondere Mercaptoverbindungen
verwendet werden. Das Molekulargewicht der Polymerisate P2 hat nach den vorliegenden
Beobachtungen keinen eindeutig limitierenden Einfluß auf die Verträglichkeit (wobei
aber auch hier die schon früher aufgestellte Regel gilt, daß mit steigendem Molekulargewicht
der Polymeren die Verträglichkeit mit fremden Polymeren tendenziell abnimmt).
Im allgemeinen besitzen die Copolymerisate ein Molekulargewicht Mw (Bestimmung durch
Lichtstreuung) im Bereich 5 000 bis 1 000 000; vorzugsweise 10 000 bis 200 000. Die
Uneinheitlichkeit liegt im allgemeinen im Bereich 0,1 bis 10.
Genannt seien Copolymerisate P2, die zu 30 - 90 Gew.-% aus den Monomeren der Formel
11 und zu 70 - 10 Gew.-% aus den Monomeren der Formel 111 aufgebaut sind, worin R3 für einen linearen Alkylrest wie n-Butyl, n-Hexyl, n-Decyl sowie die Alkylreste der
Talgfettalkohole steht, daneben solche, in denen R3 für einen n-Pentyl-, n-Hexyl-, n-Octyl-, Ethylhexyl, n-Dodecyl-, n-Hexadecyl-, Stearyl-rest
steht. Ebenso kann R3 für einen gegebenenfalls substituierten Cyclohexylrest - nicht jedoch für Cyclohexyl
- mit 5 - 15 Kohlenstoffatomen stehen. Als Comonomere M, die gegebenenfalls in Mengen
von 0 bis 10 Gew.-Teilen, vorzugsweise 2 bis 8 Gew.-Teilen vorhanden sein können,
seien z.B. Monomere der Formel IV

worin R Wasserstoff, H oder CH3 und Q einen Rest -COOR4 bedeutet, wobei R4 für Wasserstoff oder ein Kation, insbesondere ein Alkalikation wie Natrium oder Kalium
oder ein Ammoniumkation oder einen mit einer Hydroxygruppe oder einer Gruppe -NR5R6, worin R5 und R6 unabhängig voneinander für einen Alkylrest mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen stehen oder
unter Einbeziehung des Stickstoffs einen 5- oder 6- gliedrigen Ring bilden, vorzugsweise
endständig substituierten Alkylrest mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen steht oder,
R4 sofern R für Wasserstoff steht, einen Alkylrest mit 1 bis 24 Kohlenstoffatomen, vorzugsweise
1 bis 12 Kohlenstoffatomen oder worin
Q einen Rest

bedeutet, worin R7 für einen Alkylrest mit 1 bis 3 Kohlenstoffatomen steht oder worin Q einen Phenylrest
bedeutet, genannt. Erwähnt seien z.B. die (Meth)acrylsäure bzw. Salze derselben sowie
die Hydroxyalkylester der (Meth)acrylsäure sowie die Aminoalkylester der (Meth)acrylsäure.
Herstellung der Polymermischungen PM
[0016] Die verträglichen Mischungen PM können durch die unterschiedlichen Verfahren hergestellt
werden, sie werden z.B. durch intensives mechanisches Vermischen der Komponenten P1
und P2 in der Schmelze, im Extruder usw. erzeugt: oder sie können auch aus einem gemeinsamen
Lösungsmittel heraus als sogenannte "solution cast polyblends" hergestellt werden.
(Vgl. Kirk-Othmer "Encyclopedia of Chemical Technology" 3rd. Ed. Vol. 18, pg. 443
- 478, J. Wiley, 1982). Auch kann so vorgegangen werden, daß Polymer P1 in der Monomermischung
des anderen Polymeren P2 aufgelöst wird und anschließend P2 in Gegenwart von Polymer
P1 erzeugt wird. Umgekehrt kann natürlich auch Polymer P1 in Gegenwart des Polymeren
P2 erzeugt werden. Ebenso kann die Polymermischung PM aus gemeinsamen Fällungsmitteln
erzeugt werden. Der Mischungsart sind keine Grenzen gesetzt.
Man erzeugt in der Regel zunächst Mischungen der Komponenten P1 und P2, wobei vorteilhaft
von Feststoffen in Form beispielsweise eines Perlpolymerisats oder eines Granulats
ausgegangen wird unter Verwendung langsam laufender Mischaggregate wie z.B. Trommel-,
Rhönrad-, Doppelkammer-Pflugscharmischern. Die langsam laufenden Mischaggregate verursachen
ein mechanisches Mischen, ohne daß in der Regel die Phasengrenzen aufgehoben werden.
(Vgl. Ullmanns Encyklopädie der Technischen Chemie, 4. Auflage, Bd. 2, pg. 282 - 311,
Verlag Chemie).
Anschließend erfolgt die thermoplastische Aufbereitung durch homogenes Mischen in
der Schmelze unter Verwendung von heizbaren Mischaggregaten bei den dafür geeigneten
Temperaturen z.B. 150 bis ca. 300 Grad C in Knetern oder vorzugsweise Extrudern, z.B.
Ein- oder Mehrschneckenextrudern oder gegebenenfalls in Extrudern mit oszillierender
Schnecke und Scherstiften (z.B: im BUSSCO-Kneter).
Man kann nach diesen Verfahren Gleichkorngranulate (z.B. Heißabschlag, Würfelform,
Rundkorn) herstellen. Die Korngröße der Granulate liegt dabei im Bereich 2 bis 5 mm.
Eine weitere, einfache Methode zur Erzeugung der Polymermischungen PM ist das Abmischen
von Polymerdispersionen bzw. -suspensionen (enthaltend Polymerkomponente P1 und Polymerdispersionen,
enthaltend die Polymerkomponente P2. Diese Dispersionsmischungen können gemeinsam
koaguliert werden, gemeinsam sprühgetrocknet werden oder gemeinsam auf einem Extruder
abgequetscht werden. Andererseits können die Dispersionsmischungen auch gemeinsam
zu einem Film aufgetrocknet werden.
Bei den zahlengemäßen Angaben zur Zusammensetzung der erfindungsgemäßen Polymermischungen
PM wurde nicht berücksichtigt, daß bei ihrer praktischen Anwendung an sich bekannte
Zusatzstoffe wie Weichmacher, Farbstoffe und Pigmente, Filler, Gleitmittel, Stabilisatoren,
zugefügt werden können. Als Zusatzstoffe können ganz allgemein die im "Taschenbuch
der Kunststoff-Additive" R. Gächter und H. Müller, Carl Hanser Verlag München Wien,
2. Auflage 1983, aufgeführten Stabilisatoren, Hilfsstoffe, Weichmacher, Füllstoffe,
Verstärkungsmittel und Farbmittel infrage. Insbesondere sei hingewiesen auf das Kapitel
3: Lichtschutzmittel für thermoplastische Kunststoffe S. 101 - 198. Bezüglich Zusatzstoffe
vgl. auch Ullmann's Encyclopädie der Techn. Chemie, 4. Auflage Bd. 15, S. 253 - 273,
Verlag Chemie 1978. Als Farbstoffe können insbesondere die im Ullmann loc. cit. Bd.
15, S. 275 - 279 dargestellten zur Anwendung kommen.
[0017] Neben den Polymerkomponenten P1 und P2 kann die Polymermischung PM eine weitere mit
P1 und P2 unverträgliche Polymerkomponente P3 enthalten. In der Regel handelt es sich
bei P3 um einen Gummi (z.B. Polybutadien oder Polybutylacrylat). Im allgemeinen wird
dieser Gummi mit wenigstens einer der beiden Polymerkomponenten (beispielsweise Polybutadien
mit Polystyrol) wenigstens teilweise kovalent verknüpft sein. Mischungen mit P3-Zusatz
sind also in der Regel zweiphasig: 1 Phase = verträgliche Polymermischung P1 und P2,
1 Phase = P3.
Vorteilhafte Wirkungen der Polymermischungen PM
[0018] Die erfindungsgemäßen verträglichen Polymermischungen PM weisen insbesondere die
nachfolgenden Vorteile auf, die die entsprechenden technischen Einsatzmöglichkeiten
nahelegen, wobei "Polystyrol" stellvertretend für die Polymeren P1 stehen soll. Im
allgemeinen wird sich die Verwendung der erfindungsgemäßen verträglichen Mischungen
PM an den Anwendungsmöglichkeiten von Polystyrol orientieren.
a) Ein primär zur Geltung kommender Vorteil ist die Verträglichkeit der Polymermischungen
PM. Dies bedeutet optische und mechanische Vorzüge gegenüber unverträglichen Polymermischungen.
b) Im Unterschied zu den an sich weit besser verträglichen Polystyrol/Polycyclohexylmethacrylatmischungen,
für die eine LCST gar nicht bestimmbar ist, zeigen die erfindungsgemäßen Polymermischungen
PM eine LCST von in der Regel < 150 Grad C. Gegenüber Polycyclohexylmethacrylat zeichnen
sich die erfindungsgemäßen Copolymeren jedoch durch deutlich verringerte Sprödigkeit
aus. Da die Verträglichkeit insbesondere bei polystyrolreichen Mischungen gut ist,
eignen sich die erfindungsgemäß anzuwendenden Copolymerisate P2 insbesondere zur Aufbringung
in dünnen Schutzschichten auf Polystyrol. Damit sind auch die Probleme der Weiterverarbeitung
von Abfällen weitgehend gelöst.
c) Aufgrund des ausgeprägten LCST-Verhaltens (das bisher für alle untersuchten Systeme
PM bestätigt werden konnte) ergibt sich die Anwendung als optische Schalter (Vgl.
DE-A 34 36 476)
d) Die Copolymeren P2 können als Verarbeitungshilfsmittel für Polystyrol eingesetzt
werden. In diesem Falle empfiehlt sich die Mitverwendung von 1 - 10 Gew.-% eines thermostabilisierenden
Comonomeren M insbesondere der Formel IV, worin bevorzugt R für Wasserstoff steht.
e) Von besonderem Interesse erscheint die Anwendung der erfindungsgemäßen Polymermischungen
PM auf dem Lacksektor. Vorzugsweise enthält das Copolymerisat P2 in diesem Falle Comonomere
M, insbesondere in Form funktioneller Monomere, z.B. die (Meth)acrylsäure, Dimethylaminoethyl(meth)-acrylat,
Dimethylaminopropyl(meth)acrylat, Hydroxyethyl(meth)acrylat u.ä. Besonders hingewiesen
sei auf Copolymerisate P2, worin R2 für Methyl und R3 für n-Butyl steht.
[0019] Die folgenden Beispiele dienen zur Erläuterung der Erfindung.
[0020] Die Viskosität wird nach DIN-Norm 7745, Teil 2, Abschnitt 3, bzw. ISO 1628/6 bestimmt.
Als Polymerkomponente P1 kann z.B. Polystyrol mit folgenden Spezifikationen zur Anwendung
kommen: Homopolystyrol: J = 22 ml/g.
BEISPIELE
a) Herstellung der Copolymeren P2
[0021] Die Monomeren der Formeln 11, 111 und gegebenenfalls M werden in einem Gefäß mit
Rührer in den gewünschten Proportionen gemischt (vgl. Tabellen). Es werden unter Rühren
0,2 Gew.-% Lauroylperoxid (bezogen auf die Monomeren), 0,1 Gew.-% tert-Butylper-2-ethylhexanoat
und ca. 0,3 Gew.-% Dodecylmercaptan zugesetzt. Die so erhaltene Mischung wird in einen
Plastikbeutel (@ HOSTAPHAN der Hoechst AG) verfüllt und im geschlossenen Beutel nach
folgendem Schema polymerisiert: 44 - 65 Stunden bei 50 Grad C im Wasserbad, dann 17
Stunden Tempern bei 90 Grad C.
ß) Herstellung der Polymermischungen PM
[0022] Das Copolymerisat P2 wird zu 20 Gew.-% in Toluol gelöst und mit einer Lösung von
Polystyrol (ebenfalls 20 Gew.-% in Toluol) gemischt. Aus den Mischungen werden Filme
gegossen. Diese Filme werden zunächst 24 Stunden bei Raumtemperatur und danach 24
Stunden bei 50 Grad C im Vakuum getrocknet. Bildung glasklarer Filme zeigt Verträglichkeit
an.
Die Ergebnisse aus a) und ß) sind in den folgenden Tabellen wiedergegeben.
1. Verträgliche Polymermischungen PM, bestehend aus
(I) 0,1 - 99,9 Gew.-% eines Polymerisats P1, das aus Monomeren der Formel

worin R1 für Wasserstoff oder Methyl steht, aufgebaut ist und aus
(II) 99,9 - 0,1 Gew.-% eines Copolymerisats P2, das 30 - 90 Gew.-Teilen eines Methacrylsäureesters
der Formel II

worin R2 für Methyl oder Ethyl steht und aus 70 - 10 Gew.-Teilen eines Methacrylsäureesters
der Formel III

worin R3 für einen Kohlenwasserstoffrest mit 3 bis 24 Kohlenstoffatomen steht mit der Maßgabe,
daß R3 nicht für einen Cyclohexylrest stehen soll, und daß der Unterschied der Kohlenstoffzahl
zwischen R2 und R3 größer 1 sein soll und aus 0 bis 10 Gew.-Teilen eines weiteren mit den Monomeren
der Formeln 11 und 111 copolymerisierbaren, von diesen verschiednen Monomeren M aufgebaut
ist.
2. Verträgliche Polymermischungen gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der
relative Anteil der Monomeren der Formel III sich gegenläufig zur der Kohlenstoffzahl
im Rest R3 verhält.
3. Verträgliche Polymermischungen gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß R3 für einen linearen Alkylrest mit 3 bis 24 Kohlenstoffatomen steht.
4. Verträgliche Polymermischungen gemäß den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet,
daß sie eine "Lower Critical Solution Temperature" (LCST) aufweisen.
5. Verträgliche Polymermischungen gemäß Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß sie
eine LCST von < 150 Grad C aufweisen.
6. Verträgliche Polymermischungen gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß R2 für Methyl und R3 für einen linearen Alkylrest mit 4 - 24 Kohlenstoffatomen steht.
7. Polymerkomposition, bestehend aus 40 - 99 Gew.-% der Polymermischung PM gemäß den
Ansprüchen 1 bis 6 und 60 - 1 Gew.-% eines weiteren, von P1 und P2 chemisch unterscheidbaren
Polymeren P3, das mit P1, P2 und PM unverträglich ist.
8. Gegenstände hergestellt unter Verwendung der verträglichen Polymermischungen PM
gemäß den Ansprüchen 1 - 7.
9. Gegenstände aus den verträglichen Polymermischungen PM gemäß Anspruch 8, mit einem
Überzug aus dem Polymeren P2.
10. Extrudierte Formkörper gemäß Anspruch 9.
11. Lösungen von Polymermischungen PM gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
sämtliche Polymerkomponenten in einem geeigneten Lösungsmittel oder Lösungsmittelsystem
gelöst sind.
12. Verfahren zur Herstellung von Polymerfilmen, enthaltend die Polymermischung PM
gemäß Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß man aus den Lösungen Polymerfilme herstellt.
13. Kunststoffdispersionen, die in ihrer Zusammensetzung den Polymermischungen PM
gemäß Anspruch 1 entsprechen, dadurch gekennzeichnet, daß sie nebeneinander Latices
aus den Polymeren P1 und P2 enthalten.
14. Verfahren zur Herstellung von Polymerfilmen enthaltend die Polymermischung PM
gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man die Filme aus der Kunststoffdispersion
gemäß Anspruch 13 erzeugt.
1. Compatible polymer mixtures PM consisting of
(I) 0.1 - 99.9 wt.% of a polymer P1, which is synthesised from monomers of Formula
I

wherein R1 represents hydrogen or methyl, and
(II) 99.9 - 0.1 wt.% of a copolymer P2, synthesised from 30 - 90 parts by weight of
a methacrylic acid ester of Formula II

wherein R2 represents methyl or ethyl, and 70 to 10 parts by weight of a methacrylic acid ester
of Formula III

wherein R3 represents a hydrocarbon group having 3 to 24 carbon atoms with the proviso that
R3 is not a cyclohexyl and that the difference in the number of carbons between R2 and R3 is more than 1, and 0 to 10 parts by weight of a further monomer M which may be compolymerised
with but is different from the monomers of Formulae II and III.
2. Compatible polymer mixtures according to claim 1, characterised in that the relative
amount of monomers of Formula III is in a reverse order to the number of carbons in
the R3 group.
3. Compatible polymer mixtures according to claim 1, characterised in that R3 represents a linear alkyl group having 3 to 24 carbon atoms.
4. Compatible polymer mixtures according to claims 1 and 2, characterised in that
they exhibit a "Lower Critical Solution Temperature" (LCST).
5. Compatible polymer mixtures according to claim 4, characterised in that they have
an LCST of < 150°C.
6. Compatible polymer mixtures according to claim 1, characterised in that R2 represents methyl and R3 represents a linear alkyl group having 4 - 24 carbon atoms.
7. A polymer composition consisting of 40 - 99 wt.% of the polymer mixture PM according
to claims 1 to 6 and 60 - 1 wt.% of a further polymer P3, which may be distinguished
from P1 and P2 chemically and is incompatible with P1, P2 and PM.
8. Objects produced by using the compatible polymer mixtures PM according to claims
1 to 7.
9. Objects made of the compatible polymer mixtures PM according to claim 8, having
a coating made of polymer P2.
10. Extruded moulded bodies according to claim 9.
11. Solutions of polymer mixtures PM according to claim 1, characterised in that all
the polymer components are dissolved in a suitable solvent or solvent system.
12. A method for preparing polymer films containing the polymer mixture PM according
to claim 11, characterised in that polymer films are produced from the solutions.
13. Plastics dispersions which correspond, in their composition, to the polymer mixtures
PM according to claim 1, characterised in that they contain lattices of the polymers
P1 and P2.
14. A method for preparing polymer films containing the polymer mixtures PM according
to claim 1, characterised in that the films are produced from the plastics dispersion
according to claim 13.
1. Mélanges de polymères compatibles PM, se composant de
(1) 0,1 à 99,9% en poids d'un polymère P1 qui est constitué par des monomères de formule
1

dans laquelle R1 est mis pour un atome d'hydrogène ou un reste méthyle, et de
(II) 99,9 à 0,1% en poids d'un copolymère P2 qui est constitué par 30 à 90 parties
en poids d'un ester d'acide méthacrylique de formule Il

dans laquelle R2 est mis pour un reste méthyle ou éthyle, par 70 à 10 parties en poids d'un ester
d'acide méthacrylique de formule III

dans laquelle R3 est mis pour un reste hydrocarboné à 3-24 atomes de carbone, étant spécifié que R3 ne doit pas être mis pour un reste cyclohexyle et que la différence du nombre d'atomes
de carbone entre R2 et R3 doit être supérieure à 1, et par 0 à 10 parties en poids d'un autre monomère M différent
des monomères de formules Il et III et copolymérisable avec ceux-ci.
2. Mélanges de polymères compatibles selon la revendication 1, caractérisés en ce
que la part relative des mononères de formule III est en proportion inverse du nombre
d'atomes de carbone dans le reste R3.
3. Mélanges de polymères compatibles selon la revendication 1, cractérisés en ce que
R3 est mis pour un reste alkyle linéaire à 3-24 atomes de carbone.
4. Mélanges de polymères compatibles selon la revendication 1 ou 2, caractérisés en
ce qu'ils présentent une température critique inférieure de solution (Lower Critical
Solution Temperature = LCST).
5. Mélanges de polymères compatibles selon la revendication 4, caractérisés en ce
qu'ils présentent une LCST inférieure à 150 ° C.
6. Mélanges de polymères compatibles selon la revendication 1, caractérisés en ce
que R2 est mis pour un reste méthyle et R3 pour un reste alkyle linéaire à 4-24 atones de carbone.
7. Composition de polymères, se composant de 40 à 99% en poids du mélange de polymères
PM selon l'une quelconque des revendications 1 à 6, et de 60 à 1% en poids d'un autre
polymère P3 qui peut être distingué chimiquement de P1 et P2 et qui est incompatible
avec P1, P2 et PM.
8. Objets fabriqués en utilisant les mélanges de polymères compatibles PM selon l'une
quelconque des revendications 1 à 7.
9. Objets composés des mélanges de polymères compatibles PM selon la revendication
8, garnis d'un revêtement en polymère P2.
10. Corps moulés par extrusion selon la revendication 9.
11. Solutions de mélanges de polymères PM selon la revendication 1, caractérisées
en ce que tous les composants polymères sont dissous dans un solvant ou un système
de solvants approprié.
12. Procédé de fabrication de films de polymères contenant le mélange de polymères
PM selon la revendication 11, caractérisé en ce qu'on fabrique des films de polymère
à partir des solutions.
13. Dispersions de matière plastique qui correspondent, dans leur composition, aux
mélanges de polymères PM selon la revendication 1, caractérisées en ce qu'elles contiennent
conjointement des latex des polymères P1 et P2.
14. Procédé de fabrication de films de polymères contenant le mélange de polymères
PM selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'on produit les films à partir de
la dispersion de matière plastique selon la revendication 13.