(19)
(11) EP 0 306 889 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
22.07.1992  Patentblatt  1992/30

(21) Anmeldenummer: 88114499.2

(22) Anmeldetag:  06.09.1988
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5B61F 5/38

(54)

Drehgestell mit gelenkten Radsätzen

Bogie with steered wheel sets

Bogie à essieux à orientation dirigée


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH FR GB LI NL

(30) Priorität: 09.09.1987 DE 3730180

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
15.03.1989  Patentblatt  1989/11

(60) Teilanmeldung:
90123416.1 / 0429095

(73) Patentinhaber:
  • MAN GUTEHOFFNUNGSHÜTTE GMBH
    46122 Oberhausen (DE)
  • MAN Technologie Aktiengesellschaft
    80974 München (DE)

(72) Erfinder:
  • Uebel, Lutz, Dipl.-Ing.
    D-8501 Heroldsberg (DE)
  • Mauer, Lutz, Dipl.-Ing.
    D-8904 Friedberg (DE)
  • Förster, Erhard, Dipl.-Ing.
    D-2804 Bremen-Lilienthal (DE)

(74) Vertreter: Merten, Fritz 
Tristanstrasse 5
90461 Nürnberg
90461 Nürnberg (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A- 0 144 780
US-A- 4 648 326
EP-A- 0 221 667
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Drehgestell mit gelenkten Radsätzen, bei dem die Radsätze durch Lenker untereinander radial einstellbar geführt sind.

    [0002] Durch die DE-B-16 05 826 ist ein Drehgestell bekannt, bei dem die Radsätze durch zwei an diametral gelegenen Radsatzlagern angreifende Lenker radial einstellbar geführt sind. Die an den Radsatzlagern angeschlossenen Lenker sind in Drehgestellmitte über einen Hebel drehfest mit einer Welle verbunden, die in einem Drehgestellrahmen quer zur Fahrtrichtung liegend drehbar gelagert ist. Die beiden Hebel sind um 180° zueinander versetzt, so daß sich beim Durchfahren eines Gleisbogens nach dem Anlaufen des vorderen Radsatzes und dessen radiale Einstellung auf dem Krümmungsmittelpunkt des Gleisbogens über die Lenker auch der nachfolgende Radsatz radial auf den Krümmungsmittelpunkt hin einstellen kann. Eine solche Lenkeinrichtung hat den entscheidenden Nachteil, daß über den Lenkmechanismus keine Übertragung von Zug- und Stoßkräften vom vorderen auf den hinteren Radsatz möglich ist.

    [0003] Hier setzt die Erfindung ein, deren Aufgabe darin besteht, einen Lenkmechanismus gemäß dem Gattungsbegriff so weiterzubilden, daß eine Übertragung der Zug- und Stoßkräfte von einem Radsatz auf den anderen möglich ist, ohne daß die radiale Einstellbarkeit der Radsätze darunter beeinträchtigt wird.

    [0004] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß jeder Radsatz eines Drehgestelles eine hohle Radsatzwelle aufweist, in der eine Welle koaxial drehbar gelagert ist, daß die Welle an ihren freien Enden drehfest mit einem ersten bzw. zweiten Hebel verbunden ist, wobei die beiden Hebel um 180° versetzt sind, und daß der erste Hebel mit dem ersten Lenker und der zweite Hebel mit dem zweiten Lenker elastisch verbunden ist und beide Lenker in angrenzenden Langträgern eines Drehgestellrahmens in gleicher Entfernung von der Radsatzwelle gelenkig gelagert sind.

    [0005] Eine solche Einrichtung ist besonders vorteilhaft beim Einbau eines Monomotors. Dadurch, daß die Welle durch die hohle Radsatzwelle geführt wird, können ungehindert die Getriebemittel zwischen Monomotor und den Radsatzwellen angeordnet werden.

    [0006] Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in Zeichnungen dargestellt.Es zeigen:
    Figur 1
    ein gelenkter Radsatz eines Drehgestelles für den Einbau eine Monomotors,
    Figur 2
    eine Seitenansicht eines Radsatzes mit Lenkerführung,


    [0007] Zur Lenkung von Radsätzen eines Drehgestelles wird wie in Figur 1 dargestellt, jedes Radsatzlager elastisch an Lenker 3 bis 4 angeschlossen. Die Radsatzlager sind über Primärfedern längs- und querelastisch mit Langträgern 8 eines Drehgestellrahmens verbunden, so daß sich die Radsätze 1 beim Bogenlauf ohne größeren Widerstand in Richtung auf einen Krümmungsmittelpunkt eines Gleisbogens ausrichten können.

    [0008] Erfindungsgemäß ist die Welle 10 in eine hohle Radsatzwelle 16 des Radsatzes 1 einzubauen. Die Welle 10 ist konzentrisch in der Radsatzwelle 16 gelagert und weist an ihren Enden einen ersten und zweiten Hebel 9 und 11 auf, die beide drehfest mit Welle 10 verbunden sind. Der erste Hebel 9 ist über einen ersten Lenker 3 und der zweite Hebel 11 über einen zweiten Lenker 4 mit den Langträgern 8 des Drehgestellrahmens gelenkig verbunden.

    [0009] Wie aus Figur 2 zu ersehen ist, sind die Lenker 3 und 4 der Radsatzführung nach Figur 4 gleich lang, die Hebel 9 und 11 sind um 180° versetzt. Jeder Radsatz des Drehgestelles ist in gleicher Weise angelenkt, wie in den Figuren 1 und 2 dargestellt.


    Ansprüche

    1. Drehgestell mit gelenkten Radsätzen, bei dem die Radsätze durch Lenker unabhängig voneinander radial einstellbar geführt sind, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Radsatz (1) eines Drehgestelles eine hohle Radsatzwelle (16) aufweist, in der eine Welle (10) koaxial drehbar gelagert ist, daß die Welle (10) an ihren freien Enden drehfest mit einem ersten bzw. zweiten Hebel (9 bzw. 11) verbunden ist, wobei die beiden Hebel (9, 11) um 180° versetzt sind, und daß der erste Hebel (9) mit dem ersten Lenker (3) und der zweite Hebel (11) mit dem zweiten Lenker (4) elastisch verbunden ist und beide Lenker (3, 4) in angrenzenden Langträgern (8) eines Drehgestellrahmens in gleicher Entfernung von der Radsatzwelle (1) gelenkig gelagert sind.
     


    Claims

    1. Bogie with guided wheel sets, in which the wheel sets are guided independently of one another in radially adjustable fashion by connecting rods, characterised in that each wheel set (1) of a bogie has a hollow wheel set shaft (16) in which a shaft (10) is coaxially rotatably mounted, in that the shaft (10) is connected at its free ends fixed in terms of rotation to a first or second lever (9 and 11, respectively), the two levers (9, 11) being offset by 180°, and in that the first lever (9) is resiliently connected to the first connecting rod (3) and the second lever (11) is resiliently connected to the second connecting rod (4), and both connecting rods (3, 4) are mounted in articulated fashion in adjacent longitudinal members (8) of a bogie frame at the same distance from the wheel set shaft (1).
     


    Revendications

    1. Bogie à essieux montés guidés, dans lequel les essieux montés sont guidés par un guide, d'une manière indépendante l'un de l'autre, de façon à pouvoir subir un réglage radial, caractérisé en ce que chaque essieu monté (1) d'un bogie présente un arbre creux d'essieu monté (16), arbre dans lequel un arbre (10) est logé d'une manière coaxiale et de façon à pouvoir tourner ; que l'arbre (10) est, en son autre extrémité libre, relié d'une manière rigide en rotation à un premier et à un deuxième leviers (9 et 11), les deux leviers (9, 11) étant décalés de 180° ; et qu'il y a une liaison élastique entre le premier levier (9) et le premier guide (3) et entre le deuxième levier (11) et le deuxième guide (3), les deux guides (3, 4) étant, dans des longrines (8) contiguës d'un châssis de bogie, logés d'une manière articulée à la même distance de l'arbre d'essieu monté (1).
     




    Zeichnung