(19)
(11) EP 0 308 636 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
10.05.1995  Patentblatt  1995/19

(21) Anmeldenummer: 88112599.1

(22) Anmeldetag:  03.08.1988
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6C25D 21/12, C25D 21/00

(54)

Verfahren zur Angleichung der Teilströme in einem elektrolytischen Bad

Method for matching the component currents in an electrolytic bath

Procédé pour l'égalisation de courants partiels dans un bain électrolytique


(84) Benannte Vertragsstaaten:
BE CH DE ES FR GB IT LI LU NL SE

(30) Priorität: 24.09.1987 DE 3732476

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
29.03.1989  Patentblatt  1989/13

(73) Patentinhaber: ATOTECH Deutschland GmbH
10553 Berlin (DE)

(72) Erfinder:
  • Hübel, Egon
    D-8501 Feucht (DE)

(74) Vertreter: Effert, Udo, Dipl.-Ing. 
Patentanwalt Radickestrasse 48
12489 Berlin
12489 Berlin (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
DE-A- 1 800 954
GB-A- 1 042 059
DE-A- 2 951 708
US-A- 3 470 082
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Angleichung der Teilströme in einem elektrolytischen Bad zur Verbesserung der Schichtdickenverteilung.

    [0002] In elektrolytischen Bädern befinden sich im allgemeinen eine Vielzahl von Anoden und mehrere gleichzeitig zu behandelnde Teile, die Kathoden, wobei sich der Galvanisierstrom aus den Teilströmen Ia an den Anoden beziehungsweise Ik an den Kathoden zusammensetzt.

    [0003] Wünschenswert ist es, die Anodenteilströme beziehungsweise Kathodenteilströme untereinander gleich groß zu halten, damit alle zu behandelnden Waren mit dem gleich großen Strom beaufschlagt werden, was wiederum auch eine gleich große Schichtstärke des galvanischen Niederschlages aller Teile an der Kathode bewirkt.

    [0004] In der Praxis treten eine Reihe von Störgrößen auf, die eine ungleichmäßige Stromverteilung an den Einzelanoden beziehungsweise an den Einzelkathoden zur Folge haben.

    [0005] Als Störgrößen sind hier insbesondere
    • unterschiedliche Kontaktierung der Anoden und Kathoden,
    • unterschiedliche Abstände zwischen Anoden und Kathoden,
    • unterschiedliche Anoden- oder Kathodenaktivität und
    • unterschiedliche Anoden- oder Kathodenwiderstände
    zu nennen.

    [0006] Zur Verbesserung der Stromverteilung ist bereits ein Verfahren bekannt, das mit Hilfe von Regeltransistoren als Längsregler in jedem Teilstromkreis die Einzelströme untereinander aktiv ausregelt (DE-OS 29 51 708.6). Die Teilströme werden hierbei mittels Meßwiderständen gemessen. Dem Vorteil, daß innerhalb des Stellbereichs aller Einzelregler eine vollständige Angleichung aller Teilströme möglich ist, steht jedoch der Nachteil gegenüber, daß der gerätetechnische und apparative Aufwand relativ groß ist.

    [0007] In der DE-OS 18 00 954 ist ebenfalls ein Verfahren zur Angleichung der Teilströme an mehreren Werkstücken offenbart, bei dem einstellbare Widerstände (Potentiometer) zu den Werkstücken in Serie geschaltet sind.

    [0008] Der vorliegenden Erfindung liegt von daher das Problem zugrunde, die Nachteile des Standes der Technik zu vermeiden und ein Verfahren zur Angleichung der Teilströme in einem elektrolytischen Bad zur Verfügung zu stellen, mit dem eine Verbesserung der Schichtdickenverteilung mit nur geringem apparativem Aufwand ermöglicht wird.

    [0009] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren gemäß dem kennzeichnenden Teil des Patentanspruchs gelöst.

    [0010] Bevorzugte Ausführungsformen sind in den Unteransprüchen beschrieben.

    [0011] Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht unter Einsatz nur weniger technischer Mittel eine herausragende Angleichung der Teilströme im Bad und damit eine erhebliche Verbesserung der Schichtdickenverteilung der abgeschiedenen Überzüge.

    [0012] Die Teilströme It verhalten sich nach dem Kirchhoffschen Gesetz umgekehrt zu den Teilwiderständen Rt. Unter dem Teilwiderstand Rt ist die Summe des jeweiligen Vorwiderstandes Rvt und des technologisch bedingten elektrolytischen Teilwiderstandes Rte (Anodenwiderstand Rta + Badwiderstand Rtb + Kathodenwiderstand Rtk) zu verstehen.

    [0013] Wird der Vorwiderstand Rvt groß gegenüber dem technologisch bedingten instabilen elektrolytischen Teilwiderstand Rte gewählt, so bestimmt der Vorwiderstand Rvt im wesentlichen den Teilstrom It. Somit kann, je nach Dimensionierung der Größe der Vorwiderstände, die gewünschte Angleichung beziehungsweise Beeinflussung der Teilströme It erzielt werden.
    Die Vorwiderstände Rvt können gleich große oder unterschiedliche Widerstandswerte aufweisen. Werden die Teilwiderstände Rvt im Bereich der Kathoden angebracht, so besteht die Möglichkeit, diese in die üblichen Galvanisiergestelle zu integrieren, zum Beispiel durch entsprechende Widerstandsmaterialien. Dabei besteht auch die Möglichkeit, in die zweite Dimension zu gehen, das heißt Einzelteile, die galvanisiert werden sollen, auf einer Kathodenschiene sowohl horizontal als auch vertikal über einzelne Widerstände Rvt zu versorgen.

    [0014] Die Anbringung der Vorwiderstände direkt auf dem Warenträger hat auch den Vorteil, daß nur eine gemeinsame Kontaktierung für den gesamten Galvanisierstrom erforderlich ist. Gleiches gilt für die Anbringung der Vorwiderstände je Teilanode auf dem Anodenträger.

    [0015] Als elektrolytische Bäder lassen sich alle üblichen Bäder dieser Art einsetzen.

    [0016] Die Figuren dienen zur weiteren Erläuterung der Erfindung.
    Figur 1
    zeigt die Teilwiderstände eines elektrolytischen Bades mit passiven Vorwiderständen.
    Figur 2
    zeigt einen Warenträger (in einer Anlage) mit integrierten Teilvorwiderständen.


    [0017] Hierin bedeuten:

    1 = Galvanogleichrichter

    2 = Elektrolytisches Bad

    3 = Badwanne

    4 = Teilwiderstände Rt

    5 = Vorwiderstände Rvt

    6 = Warenträger, Galvanisiergestell

    7 = Ware




    Ansprüche

    1. Verfahren zur Angleichung der Teilströme It in einem elektrolytischen Bad zur Verbesserung der Schichtdickenverteilung auf beschichteten Waren, dadurch gekennzeichnet, daß in Serie zu den technologisch bedingten elektrolytischen Widerständen Rte der Teilstromkreise des elektrolytischen Gesamtstromkreises passive nicht einstellbare Vorwiderstände Rvt eingebracht werden, wobei in der so gebildeten Serienschaltung die Größe der Teilströme It von den Vorwiderständen bestimmt wird.
     
    2. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß jedem Teilstromkreis ein passiver nicht einstellbarer Vorwiderstand Rvt vorgeschaltet wird.
     
    3. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorwiderstände Rvt gleich große Widerstandswerte aufweisen.
     
    4. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorwiderstände Rvt unterschiedliche Widerstandswerte aufweisen.
     
    5. Vorrichtung zur Angleichung der Teilströme It in einem elektrolytischen Bad zur Durchführung des Verfahrens gemäß den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen einem Warenträger und den Waren Vorwiderstände Rvt angeordnet sind.
     
    6. Vorrichtung gemäß Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß diese in einer Galvanisierungsanlage angeordnet ist.
     
    7. Vorrichtung gemäß Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorwiderstände an Anodenhalterungen oder Anodenbehältern angeordnet sind.
     
    8. Vorrichtung gemäß Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorwiderstände an den Warenträgern angeordnet sind.
     


    Claims

    1. Method of matching the partial currents It in an electrolytic bath for improving the distribution of the layer thickness on coated articles, characterised in that passive, non-adjustable series resistors Rvt are introduced in series with the technologically required electrolytic resistors Rte of the partial current circuits of the electrolytic total current circuit, the size of the partial currents It being determined by the series resistors in the series connection thus formed.
     
    2. Method according to claim 1, characterised in that a passive, non-adjustable series resistor Rvt is connected to the input end of each partial current circuit.
     
    3. Method according to claim 1, characterised in that the series resistors Rvt have identical resistance values.
     
    4. Method according to claim 1, characterised in that the series resistors Rvt have variable resistance values.
     
    5. Apparatus for adjusting the partial currents It in an electrolytic bath for accomplishing the method according to claims 1 to 4, characterised in that series resistors Rvt are disposed between an article support and the articles.
     
    6. Apparatus according to claim 5, characterised in that said apparatus is disposed in an electroplating system.
     
    7. Apparatus according to claim 6, characterised in that the series resistors are disposed on anode holders or anode containers.
     
    8. Apparatus according to claim 6, characterised in that the series resistors are disposed on the article supports.
     


    Revendications

    1. Procédé pour l'égalisation de courants partiels It dans un bain électrolytique en vue de l'amélioration de la répartition des épaisseurs de couche sur des pièces à enduire, caractérisé en ce que des résistances d'amont Rvt passives non réglables sont montées en série avec les résistances électrolytiques Rte technologiquement nécessaires des circuits de courant partiel du circuit de courant total électrolytique, la grandeur des courants partiels It dans le montage en série ainsi formé étant déterminée par les résistances d'amont.
     
    2. Procédé selon la revendication 1 caractérisé en ce qu'une résistance d'amont Rvt passive non réglable est montée en amont de chaque circuit de courant partiel.
     
    3. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que les résistances d'amont Rvt présentent des valeurs de résistance de même grandeur.
     
    4. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que les résistances d'amont Rvt présentent des valeurs de résistance différentes.
     
    5. Dispositif pour l'égalisation des courants partiels It dans un bain électrolytique destiné à mettre en oeuvre le procédé selon les revendications 1 à 4, caractérisé en ce que les résistances d'amont Rvt sont disposées entre un support de pièce et les pièces.
     
    6. Dispositif selon la revendication 5, caractérisé en ce qu'il est disposé dans une installation de galvanisation.
     
    7. Dispositif selon la revendication 6, caractérisé en ce que les résistances d'amont sont disposées sur les fixations d'anodes ou sur les collecteurs d'anodes.
     
    8. Dispositif selon la revendication 6, caractérisé en ce que les résistances d'amont sont disposées sur les supports de pièces.
     




    Zeichnung