[0001] Die Erfindung betrifft eine Düse, insbesondere für eine Düsenwebmaschine zum Eintragen
des Schussfadens durch das Webfach der Webmaschine, bestehend aus einem Düsenkörper
und mindestens einer darin angeordneten Düsenbohrung zur Erzeugung eines Fluidstrahles.
[0002] Düsen zur Erzeugung eines Fluidstrahles sind in vielen Ausführungen bekannt. Unter
dem hier verwendeten Begriff Fluid werden sowohl Flüssigkeiten als auch Gase verstanden.
Solche Düsen werden auf verschiedenen Gebieten der Technik eingesetzt.
[0003] Ein umfangreiches Anwendungsgebiet für solche Düsen stellen Düsenwebmaschinen dar.
Bei diesen wird der Schussfaden mittels eines Fluids in das Webfach eingetragen, wobei
als Treibmittel sowohl ein Gas als auch eine Flüssigkeit verwendet werden kann. Im
letzteren Fall besteht jedoch die Einschränkung, dass im wesentlichen nur Kunststoffäden
verarbeitet werden können.
[0004] Zum Eintragen des Schussfadens in das Webfach einer dieser Webmaschinen ist es bekannt,
auf der Weblade neben dem Riet mehrere Schussfadenführer zu befestigen. Diese sind
mit Ausnehmungen versehen, die einen fortlaufenden Kanal bilden. Gesamthaft bilden
die nebeneinanderliegenden Schussfadenführer eine Schussfadenführungsvorrichtung,
durch welche der Schussfaden in das Webfach durch eine durch eine Hauptdüse erzeugten
Fluidstrahl, zum Beispiel Druckluft, eingetragen wird. Zur Einführung der Druckluft
dienen hierbei an den Schussfadenführern angeordnete Düsen, deren Düsenbohrung beziehungsweise
Düsenbohrungen in den Schussfadenführungskanal in Richtung des Schussfadeneintrages
gerichtet sind.
[0005] Solche Düsen sind in verschiedenen Ausführungen bekannt. Bei einer bekannten Ausführungsform
(DE-PS 25 22 335) werden bei Lamellen für die Bildung eines Schussfadenkanals in den
Lamellen angeordnete Strahldüsen verwendet, deren Düsenbohrung durch eine grössere
Anzahl kleinerer, nebeneinanderliegender Bohrungen ersetzt ist. Zwar wird dadurch
die Strahldüse gegen Druckschwankungen unempflindlicher, jedoch ist der Aufwand für
ihre Herstellung verhältnismässig gross, da die Einzelbohrungen durch Funkenerosion
hergestellt werden.
[0006] Bei einer zweiten bekannten Ausführungsform (CH-PS 656 905) wird die Düsenbohrung
ebenfalls durch eine Anzahl Einzelbohrungen ersetzt. Um den Aufwand für die Herstellung
der Düsenbohrungen zu senken, werden diese durch stabförmige Elemente, beispielsweise
Röhrchen, hergestellt, von denen die zur Bildung einer Düse erforderliche Zahl stabförmiger
Elemente zusammengefügt wird und von denen scheibenförmige Abschnitte getrennt und
in die Lamellen eingesetzt werden.
[0007] Bei beiden genannten Ausführungsformen ist jedoch nachteilig, dass die Innenwandung
der Einzelbohrungen sowohl bei der Herstellung mit Funkenerosion als auch bei Verwendung
von Röhrchen verhältnismässig rauh ist, so dass Turbulenzerscheinungen auftreten können,
welche die Wirkung des Fluidstrahles wesentlich beeinträchtigen können. Da diese Strahldüsen
die Aufgabe haben, mit Fluidstrahlen den Transport des Schussfadens durch das Webfach
zu unterstützen, muss wegen dieser Energieverluste entweder eine grössere Düse verwendet
oder der Blasdruck erhöht werden. In beiden Fällen hat dies jedoch eine Erhöhung der
zur Erzeugung der Fluidstrahlen benötigten Druckenergie zur Folge.
[0008] Hier setzt die Erfindung ein, der die Aufgabe zugrunde liegt, eine Düse der eingangs
beschriebenen Art so weiter auszugestalten, dass die für die Erzeugung der Fluidstrahlen
benötigte Druckenergie bei gleicher Transportwirkung gesenkt werden kann.
[0009] Diese Aufgabe wird gemäss der Erfindung dadurch gelöst, dass das Material des Düsenkörpers,
in welchem die Düsenbohrung angeordnet ist, aus einem Material der Materialgruppe
Rubin, Keramik, Hartmetall und Stahl hoher Härte besteht. Dadurch wird erreicht, dass
durch die Verwendung harter Materialien und glatter Bohrungswandung eine geringfügige
Abnützung an der Düsenbohrung auftritt und die glatte Innenwandung, deren Rauigkeit
derjenigen einer polierter Wandung entspricht, Turbulenzerscheinungen verhindert.
[0010] Es können einer Düse mit einer in den Düsenkörper eingearbeiteten Düsenbohrung den
austretenden Fluidstrahl konzentrierende Mittel zugeordnet sein, die als an dem Umfang
der zylindrischen Düsenbohrung der Düsen ausgesparte kreissektorförmige Ausbuchtungen
ausgebildet sind, deren Achse - in Richtung des austretenden Fluidstrahls gesehen
- gegen die Achse der zylindrischen Düse gerichtet ist. Dadurch wird erreicht, dass
eine Konzentration des austretenden Fluidstrahls, das heisst im Sinne einer Fokussierung,
eintritt.
[0011] Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und nachfolgend
beschrieben. Es zeigen
Fig. 1 eine Ansicht einer Düse zur Erzeugung eines Fluidstrahls gemäss der Erfindung,
Fig. 2 eine schematisch dargestellte Ansicht einer Blasdüse für eine Düsenwebmaschine,
Fig. 3 eine Ansicht des Endteils der Blasdüse nach Fig. 2 in vergrösserter Darstellung
aus Richtung III in Fig. 2 mit einer Düse nach Fig. 1,
Fig. 4 einen Schnitt einer Düse mit mehreren Einzelbohrungen und
Fig. 5 eine Draufsicht der Düse nach Fig. 4.
[0012] Die in Figur 1 dargestellte Düse weist einen Düsenkörper 1 auf, in welchem eine Düsenbohrung
2 eingearbeitet ist. Die Düsenbohrung 2 kann als zentrale zylindrische Bohrung 3 mit
einer Achse 4 aufgefasst werden, an deren Umfang Ausbuchtungen 5 angeordnet sind.
Die Ausbuchtungen 5 können Kreissektorform oder eine andere Form aufweisen. Wesentlich
ist, dass die Achse 6 der Ausbuchtungen 5 nicht parallel zur Achse 4 der zentralen
Bohrung verläuft, sondern gegen diese gerichtet sind, wie dies aus Figur 1 erkennbar
ist, in welcher der innenliegende Rand als gestrichelter Kreissektor dargestellt ist,
dessen Zentrum von der Achse 4 weiter entfernt ist als das Zentrum des aussenliegenden
Kreissektors.
[0013] Die in Figur 2 dargestellte Düse 10 stellt eine Ausführung für Düsenwebmaschinen
dar, durch welche die Eintragung des Schussfadens in das Webfach unterstützt wird.
Die Düse 10 weist, siehe Fig. 3, eine Düsenbohrung 2 entsprechend der Düsenbohrung
2 der Düse nach Figur 1 auf. Der Düsenkörper 1 ist in einer Düsenfassung 14 eingesetzt,
die ein integraler Teil der Düse 10 sein kann, oder separat in die Düse 10 eingesetzt
ist. Die Düsenfassung 14 stellt den oberen Teil eines Düsenschaftes 16 dar, welcher
an dem der Düsenfassung gegenüberliegenden Ende in einen Düsenfuss 17 übergeht. Der
Düsenfuss 17 weist eine Einschnürung 18 mit einem kleineren Durchmesser als demjenigen
des Düsenfusses 17 auf. Die an die Einschnürung 18 anschliessende Partie bildet ein
kegelstumpfförmiges Ende 19 der Düse 10. Die Düsenfassung 14 ist gegenüber der Düsenachse
21 geneigt, wobei die Neigung von den örtlichen Verhältnissen des Schussfadenführers
der Webmaschine abhängt. Die Düsenfassung 14 kann deshalb anders geneigt oder auch
parallel zur Achse 21 liegen.
[0014] Die Düse nach Figur 1 ist aus einem Material hoher Härte gefertigt, beispielsweise
aus Rubin, Hartmetall, oder einem anderen Material hoher Härte, zum Beispiel Keramik
oder thermisch behandeltem Stahl. Der Düsenkörper 1 ist in eine Bohrung der Düsenfassung
14 eingesetzt, beispielsweise mit einem Press-Sitz. Die Düsenbohrung 2 kann mit einer
Innenwandung geringerer Rauhigkeit ausgeführt werden.
[0015] Nachdem festgestellt wurde, dass durch die Form der Düsenbohrung nach Figur 1 eine
Konzentration des Fluidstrahls und damit eine bessere Ausnützung der Druckenergie
erreicht wird, wurde dieser Gedanke auch bei einer Düse mit einer grösseren Anzahl
Einzelbohrungen 12,13 angwandt, siehe Figur 4 und 5. Die in diesen Figuren dargestellte
Düse weist eine zentrale Düsenbohrung 13 und darum gruppierte Einzelbohrungen 12 auf.
Diese Anordnung weicht damit von derjenigen nach Figur 1 dadurch ab, dass hier die
Einzelbohrungen 12 keine Verbindung mit der zentralen Bohrung 13 aufweisen. Die Düsenbohrungen
12,13 können in einem einzigen Düsenkörper 1 angeordnet sein. In Figur 4 und 5 ist
jedoch eine Ausführung dargestellt, bei welcher die Düsenbohrungen 12,13 in getrennte,
als Hülsen geformte Düsenkörper 20 eingearbeitet sind. Diese Hülsen 20 sind in die
Bohrungen 7 der Düsenfassung 14 eingesetzt.
[0016] Entsprechend der Neigung der Achsen 6 in den Ausbuchtungen 5 der Düse nach Figur
1 sind auch die Achsen der Düsenbohrungen 12 gegenüber der Achse 15 der zentralen
Bohrung 13 geneigt und wie Versuche gezeigt haben, ergibt sich dieselbe günstige Wirkung
in Form einer Konzentration des Fluidstrahls. Die Einzeldüsen 12, 13 können auch in
einen einzigen Düsenkörper eingearbeitet werden, wobei die peripheren Einzeldüsen
12 ebenfalls mit gegen die Mittenachse 15 geneigten Achsen 23 ausgeführt werden. Auch
können bei der Verwendung getrennter Hülsen 20 als Düsenkörper die peripheren Bohrungen
der Düsenfassung 14 mit gegen die Mittenachse geneigten Achsen ausgeführt werden,
wobei dann die Hülsen 20 bezüglich des Innendurchmessers der Düsenbohrung und des
Aussenzylinders der Hülse koaxial sind.
[0017] Die Düsenkörper 20 der Einzelbohrungen 12,13 sind aus demselben Material hergestellt
wie der Düsenkörper 1 der Düse nach Figur 1.
[0018] Die beiden beschriebenen Düsen weisen den Vorteil auf, dass damit eine Konzentration
des Fluidstrahls und damit eine bessere Ausnützung der Energie erreicht wird. Bei
der Herstellung der Bohrungen 2,12,13 können dieselben Bearbeitungsverfahren angewandt
werden, die auch beim Bohren von Bohrungen in Rubin angewandt werden.
1. Düse, insbesondere für eine Düsenwebmaschine zum Eintragen eines Schussfadens durch
das Webfach der Webmaschine, bestehend aus einem Düsenkörper (1) und mindestens einer
Düsenbohrung zur Erzeugung eines Fluidstrahls, dadurch gekennzeichnet, dass das Material
des Düsenkörpers (1) in welchem die Düsenbohrung (2,12,13) angeordnet ist, aus einem
Material der Materialgruppe Rubin, Keramik, Hartmetall und Stahl hoher Härte besteht.
2. Düse, insbesondere für eine Düsenwebmaschine zum Eintragen eines Schussfadens durch
das Webfach der Webmaschine, bestehend aus einem Düsenkörper (1) und mindestens einer
Düsenbohrung zur Erzeugung eines Fluidstrahls, dadurch gekennzeichnet, dass der in
den Düsenkörper (1) eingearbeitete Düsenbohrung (2) den austretenden Fluidstrahl konzentrierende
Mittel zugeordnet sind.
3. Düse nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die den Fluidstrahl konzentrierenden
Mittel als an dem Umfang der zylindrischen Düsenbohrung (3) der Düse ausgesparte,
z.B. kreissektorförmige Ausbuchtungen (5) ausgebildet sind, deren Achse (6) - in Richtung
des austretenden Fluidstrahls gesehen - gegen die Achse (4) der zylindrischen Düse
gerichtet ist.
4. Düse nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausbuchtungen (5) unmittelbar
nebeneinander angeordnet sind.
5. Düse nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausbuchtungen (5)
als von der zylindrischen Düsenbohrung (13) getrennte Einzelbohrungen (12) ausgebildet
sind, wobei die Bohrungsachse (23) der peripheren Düsenbohrungen (12) gegen die Achse
(15) der zentralen zylindrischen Bohrung (13) geneigt ist.
6. Düse nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Düsenkörper der zentralen
Düsenbohrung (13) und die Düsenkörper der peripheren Einzelbohrungen (12) Hülsen (10)
sind, die in Bohrungen einer Düsenfassung (14) eingesetzt sind.