[0001] Die Erfindung betrifft eine Maschine zur Herstellung von Faserstoffbahnen, vorzugsweise
Papierbahnen, mit einer Siebpartie und mit einer Pressenpartie, im einzelnen mit den
im Oberbegriff des Anspruchs 1 angegebenen Merkmalen. Danach geht die Erfindung aus
von der Figur 1 der DE-A- 36 04 522. Die Pressenpartie dieser bekannten Maschine hat
zwei sogenannte Langspalt-Pressen. Die Vorzüge solcher Langspalt-Pressen sind bekannt:
Der Preßspalt ist flächenförmig, nicht im wesentlichen linienförmig wie bei gewöhnlichen
Walzenpressen. Dies hat zur Folge, daß der (auf die zu entwässernde Faserstoffbahn
auszuübende) Druck im Preßspalt in Laufrichtung nicht schlagartig einsetzt, sondern
von einem niedrigen Wert kontinuierlich auf einen hohen Wert gebracht werden kann.
Dadurch begegnet man der Gefahr, daß die zu entwässernde Faserstoffbahn im Preßspalt
verdrückt wird. In dieser Veröffentlichung ist auch schon vorgesehen, daß die zwei
Langspalt-Pressen unmittelbar auf die Siebpartie folgen. Ferner läuft dort die zu
entwässernde Bahn, ausgehend von der Siebpartie, im wesentlichen geradlinig tangential
an eine am oberen aufsteigenden Quadranten des Umfanges der ersten Preßwalze befindliche
(und somit vor dem ersten Preßspalt liegende) Auflaufstelle. Die Preßwalzen können
als Durchbiegungseinstellwalzen mit flüssigkeitsdichtem Walzenmantel ausgebildet sein,
wobei der Walzenmantel zur vorübergehenden Speicherung ausgepreßten Wassers eine Vielzahl
von Ausnehmungen hat. In der ersten Langspalt-Presse ist die Preßwalze unterhalb des
flexiblen Preßelements angeordnet, in der zweiten Langspalt-Presse dagegen oberhalb
des flexiblen Preßelements.
[0002] Ein wesentliches Merkmal dieser bekannten Maschine ist, daß die Langspalt-Pressen
ohne Preßschuhe ausgebildet sind. Auf den Seiten 8 und 9 der DE ′522 ist zwar schon
die Möglichkeit angedeutet, Langspalt-Pressen mit Preßschuhen vorzusehen. Ab Zeile
4 der Seite 9 ist jedoch ausgeführt, in der Praxis sei eine Lösung dieser Art "sehr
schwierig auszuführen"; insbesondere seien schwer lösbare Probleme vorhanden hinsichtlich
des zwischen Schuh und Walze durch den Preßspalt zu führenden "Förderbandes", z.B.
hinsichtlich der Schmierung. Deshalb wird in der DE ′522 vorgeschlagen, Langspalt-Pressen
dadurch zu bilden, daß zwischen je zwei Preßwalzen außer den üblichen Filzbändern
ein "Elastikband" hindurchgeführt wird. Hierdurch kann jedoch gemäß Seite 23 der DE
′522 eine Linienbelastung von höchstens 500 kN/m angewandt werden. Die Entwässerungskapazität
der bekannten Pressenpartie läßt deshalb zu wünschen übrig.
[0003] Aus der Figur 5 der DE-A- 29 35 630 (= US-A- 4 201 624) ist eine Pressenpartie bekannt,
die ebenfalls zwei Langspalt-Pressen aufweist, jedoch mit Preßschuhen. Auch dort ist
vorgesehen, daß die zwei Langspalt-Pressen unmittelbar auf die Siebpartie folgen.
Die Faserstoffbahn durchläuft die beiden Preßspalte im wesentlichen in vertikaler
Richtung, den ersten Preßspalt von unten nach oben und den zweiten Preßspalt von oben
nach unten. Die Wirkrichtung der beiden Preßschuhe ist somit horizontal. Ein Nachteil
dieser Anordnung besteht darin, daß aufgrund der Schwerkraft vertikale Kräfte unterschiedlicher
Größe auf die Preßwalzen und auf die Preßschuhe ausgeübt werden. Die Richtung dieser
Kräfte verläuft also quer zu der die Drehachsen der beiden Preßwalzen verbindenden
Preßebene. Solche Querkräfte können eine ungleichmäßige Verteilung der Preßkraft über
die Breite der Papiermaschine bewirken. Die zu entwässernde Papierbahn W läuft bei
dieser bekannten Anordnung zwischen zwei Filzbändern 76 und 77 zunächst durch den
ersten Preßspalt hindurch und danach, weiterhin zwischen den zwei Filzbändern, nach
oben bis zu einer Leitwalze 78. Von dort läuft die Papierbahn allein mit dem unteren
Filzband 77 durch den zweiten Preßspalt hindurch, wonach sie sich vom Filzband 77
trennt. Diese Anordnung hat u.a. den Nachteil, daß die Papierbahn hinter dem ersten
Preßspalt wieder viel Feuchtigkeit aus den Filzbändern aufnimmt (Rückbefeuchtung),
so daß die Entwässerungskapazität trotz zwei hintereinander geschalteter flächiger
Preßspalte unbefriedigend ist.
[0004] Ein weiterer Nachteil dieser bekannten Anordnung ist darin zu sehen, daß das den
beiden Preßspalten gemeinsame flexible Preßelement 12 über zwei Leitwalzen 23 und
24 umläuft. Dies hat bekanntlich zur Folge, daß der von dem Preßelement umschlossene
Innenraum an seinen beiden Enden nicht mit Sicherheit abgedichtet werden kann. Somit
besteht die Gefahr, daß Schmiermittel nach außen dringt und die Papierbahn und Maschinenteile
verschmutzt.
[0005] Beim Gegenstand der DE-OS 34 25 077 (= US-PS 4,662,992) ist nur ein einziger langer
Preßspalt vorgesehen. Dort kann zwar das flexible Preßelement als ein stirnseitig
verschlossener Preßschlauch ausgebildet werden, so daß kein Schmiermittel nach außen
dringen kann. Jedoch ist dort die Preßebene ebenfalls horizontal oder unter etwa 45
Grad geneigt angeordnet. Auch hier treten also, wie zuvor erläutert, störende Querkräfte
auf. Da nur ein einziger flächiger Preßspalt vorhanden ist, dürfte die Entwässerungskapazität
für viele Anwendungsfälle ebenfalls nicht ausreichend sein.
[0006] In der EP-A- 0 107 606 sind verschiedene Pressenpartien dargestellt, jeweils mit
zwei Pressen, von denen die zweite als Langspalt-Presse ausgebildet sein kann. In
der Beschreibung dieses Dokuments ist auch noch erwähnt, daß beide Pressen als Langspalt-Pressen
ausgebildet sein können, jedoch ohne nähere Angaben darüber, wie in diesem Falle die
erste Langspalt-Presse gestaltet sein soll. Das wesentliche Merkmal aller Ausführungsformen
der US-A- 4 483 745 besteht darin, ein nicht poröses und nicht-wasserdurchlässiges
Band vorzusehen, das die Bahn von einem der Preßspalte weitertransportiert.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine gattungsgemäße Maschine zur Herstellung
von Faserstoffbahnen derart auszugestalten, daß die Entwässerungskapazität der Pressenpartie
erheblich gesteigert wird und daß die oben erwähnten störenden Querkräfte, die bei
einigen bekannten Anordnungen auftreten, vermieden werden.
[0008] Die Lösung dieser Aufgabe gelingt gemäß der Erfindung in erster Linie dadurch, daß
in den Langspalt-Pressen, wie an sich bekannt, je ein Preßschuh vorgesehen wird, der
das flexible Preßelement an die Preßwalze anpreßt. Hierdurch kann die Linienbelastung
gegenüber der DE ′522 ungefähr verdoppelt werden. Gleichzeitig werden die in der DE
′522 geäußerten Bedenken dadurch beseitigt, daß als flexibles Preßelement nicht ein
"Förderband" oder gemäß EP-A- 0 107 606 ein "belt" (siehe Seite 4, Zeile 34 bis Seite
5, Zeile 10) verwendet wird, sondern ein stirnseitig geschlossener Preßschlauch. Hierdurch
gelingt es, für eine ausreichende Schmierung des Preßschuhes zu sorgen, ohne daß Schmiermittel
in axialer Richtung nach außen dringt und Verschmutzung verursacht.
[0009] Beibehalten wird von der DE ′522, daß die Bahn im wesentlichen horizontal durch beide
Langspalt-Pressen läuft und daß die Preßwalze in der ersten Langspalt-Presse in der
unteren Position, in der zweiten Langspalt-Presse dagegen in der oberen Position angeordnet
ist. Hierdurch wird, in Verbindung mit den weiteren Merkmalen des Anspruches 1, folgendes
erreicht:
[0010] In der ersten Langspalt-Presse ist die mit Ausnehmungen zum vorübergehenden Speichern
von Wasser ausgerüstete Preßwalze in der Lage, das durch den unteren Filz in die Ausnehmungen
eingedrungene Wasser ohne weitere Mitwirkung des Filzes in Richtung nach unten abzutransportieren.
Wichtig ist in diesem Zusammenhang, daß das von der Preßwalze nach unten transportierte
Wasser nicht in den zurücklaufenden Filz tropft, sondern unterhalb der Preßwalze in
eine Auffangeinrichtung gelangt, so daß es seitlich nach außen ablaufen kann.
[0011] Natürlich transportiert auch der untere Filz eine gewisse Wassermenge nach unten,
die dort aus ihm entfernt wird. Wesentlich ist aber, daß derjenige Wasseranteil, welcher
über die Ausnehmungen im Preßwalzenmantel nach außen abgeführt werden kann, bei unten
liegender Preßwalze - dank der anfänglichen Transport-Richtung nach unten - wesentlich
größer ist als bei oben liegender Preßwalze. Dadurch ist die gesamte Wassermenge,
die der Faserstoffbahn in der ersten Langspalt-Presse entzogen wird, überdurchschnittlich
hoch.
[0012] Beibehalten wird von der DE ′522 auch das Merkmal, daß das Überführen der Papierbahn
von der Siebpartie in den Preßspalt der ersten Presse im wesentlichen geradlinig erfolgt
und tangential an eine am oberen aufsteigenden Quadranten des Umfanges der ersten
Preßwalze befindliche Auflaufstelle, die entgegen der Laufrichtung vor dem ersten
Preßspalt liegt. Hierdurch wird folgendes erreicht: Insbesondere bei Führung der Bahn
zwischen zwei Filzbändern wird vermieden, daß an einer Umlenkung die Bahn verzerrt
wird; d.h. die Gefahr wird vermieden, daß sich ein Teil der Bindungen zwischen den
Fasern lockert, was zur Folge hätte, daß die Festigkeit der fertigen Bahn leidet.
[0013] Das Bilden der Preßspalte mit den schon erwähnten Preßschuhen erhöht die Bedeutung
des schon erwähnten Merkmals, daß die Auflaufstelle der Bahn am Umfang der ersten
Preßwalze in einem gewissen Abstand, der ziemlich klein sein kann, vor dem Einlauf
in den Preßspalt liegt. Denn hierdurch kommt die Papierbahn oder gegebenenfalls das
obere, um das flexible Preßelement laufende Filzband erst unmittelbar am Preßspalt-Einlauf
(und nicht schon davor) mit dem Preßschlauch in Berührung. Dies ist wichtig, weil
es bei Verwendung eines Preßschuhes in aller Regel unvermeidlich ist, daß der Preßschlauch
vor dem Einlauf in den Preßspalt mehr oder weniger deutlich einen Wulst bildet. Durch
die erfindungsgemäße Anordnung wird nun vermieden, daß die Bahn zusammen mit einem
Filzband oder mit zwei Filzbändern über diesen Wulst laufen muß, wodurch die Bahn
eine sehr plötzliche Umlenkung und somit eine starke Verzerrung erleiden würde.
[0014] Wie schon erwähnt, müssen die Mäntel der Preßwalzen Ausnehmungen (z.B. Sackbohrungen)
zum vorübergehenden Speichern von Wasser aufweisen. Dies bedeutet aber nicht, daß
Saugwalzen vorgesehen werden können; vielmehr sind Saugwalzen ausgeschlossen, weil
die Preßwalzen bei den üblichen Arbeitsbreiten der Papiermaschinen als Durchbiegungseinstellwalzen
ausgebildet sein müssen, deren Walzenmantel stets flüssigkeitsdicht sind.
[0015] Die erfindungsgemäße Anordnung hat noch einen weiteren Vorteil: Da sich die Auflaufstelle
der Faserstoffbahn, wie oben schon erwähnt, im oberen aufsteigenden Quadranten des
Umfanges der ersten Preßwalze befindet, muß der Laufweg der Bahn von der Siebpartie
zum ersten Preßspalt etwas nach oben geneigt sein. Hierdurch ergibt es sich, daß der
erste Preßspalt in verhältnismäßig großer Höhe zu liegen kommt, so daß das die erste
Langspalt-Presse tragende Fundament auf dem gleichen Höhen-Niveau angeordnet werden
kann wie das Fundament für die Siebpartie und für die nachfolgende zweite Langspalt-Presse.
Dagegen müßte bei umgekehrter Anordnung der Preßwalze der ersten Langspalt-Presse
(nämlich oberhalb des flexiblen Preßelements) der Laufweg der Bahn nach unten geneigt
sein.
[0016] Hierdurch müßte der erste Preßspalt auf einem sehr geringen Höhen-Niveau angeordnet
werden. Dies hätte in unerwünschter Weise zur Folge, daß man für die erste Presse
spezielle, tiefliegende Fundamente vorsehen müßte.
[0017] Von der Merkmalskombination des Anspruches 1 ist ein Teil derjenigen Merkmale, welche
die erste Langspalt-Presse betreffen, schon bekannt. Erwähnt seien die US-PS 3,293,121,
die US-Re. 30,268 und die DE-OS 34 26 235.
[0018] Die US-PS 3,293,121 beschreibt eine unmittelbar auf die Siebpartie folgende Langspalt-Presse,
mit einer untenliegenden Preßwalze und einem obenliegenden flexiblen Preßelement,
das jedoch nur mittels Luftdruck an die Preßwalze angedrückt wird. D.h. es fehlt ein
Preßschuh, so daß keine ausreichende Entwässerungsleistung erwartet werden kann. Die
US-Re. 30,268 offenbart eine Langspalt-Presse wiederum mit untenliegender Preßwalze
und obenliegendem flexiblen Preßelement. Dieses wird mittels mehrerer Preßschuhe an
die Preßwalze angedrückt. Das flexible Preßelement ist ein über Leitwalzen umlaufendes
Preßband. Der von diesem umschlossene Innenraum ist an den beiden Stirnseiten zwangsläufig
offen. Die Preßschuhe, die mit einem Schmiermittel versorgt werden müssen, sind von
einem Gehäuse umgeben, das gleitend an dem Preßband anliegt. Trotzdem besteht die
Gefahr, daß ein Teil des Schmiermittels nach außen dringt. Es ist dann bei dieser
Anordnung besonders schwierig, oder gar unmöglich, diesen nach außen dringenden Schmiermittelanteil
vollkommen aufzufangen. Die Gefahr einer Verschmutzung der Papierbahn und der Maschinenteile
kann also bei dieser Anordnung praktisch nicht beseitigt werden. Diese Gefahr wird
vermieden bei der Anordnung gemäß DE-OS 34 26 235, dank des dort vorhandenen stirnseitig
verschlossenen Preßschlauches. Ein Nachteil dieser bekannten Anordnung besteht aber
im folgenden: Die Papierbahn läuft, in diesem Falle zusammen mit zwei Filzen, in ungefähr
horizontaler Richtung zum flächigen Preßspalt, der mit Hilfe eines Preßschuhes gebildet
ist. Die Bahn muß deshalb unmittelbar vor dem Einlauf in den Preßspalt durch eine
verhältnismäßig scharfe Krümmung des Preßschlauches nach oben umgelenkt werden. Wie
schon erwähnt, besteht durch eine derartige plötzliche Umlenkung die Gefahr, daß die
Bahn verzerrt wird. Wie ebenfalls schon erwähnt, wird diese Gefahr noch dadurch erhöht,
daß der Preßschlauch an dieser Einlaufstelle mitunter einen Wulst bildet.
[0019] Im Gegensatz zur ersten Langspalt-Presse wird gemäß Anspruch 1 in der zweiten Langspalt-Presse
die Preßwalze oben und der flexible Preßschlauch unten angeordnet (wie in einer ähnlichen
Papiermaschine schon bekannt, DE-PS 33 28 162 = US-PS 4,648,942). Da nämlich in der
Position der zweiten Presse weniger Wasser anfällt als in der ersten Presse, kann
der überwiegende Teil dieser Wassermenge ohne Schwierigkeit nach oben abtransportiert
werden. Außerdem kann man durch die oben liegende Preßwalze mehrere, zum Teil bekannte
Vorteile nutzen: Die an der Preßwalze angreifende Schwerkraft wirkt der vom Preßschuh
ausgeübten Preßkraft entgegen. Somit kann man trotz eines verhältnismäßig kleinen
Walzendurchmessers die bei Langspalt-Pressen üblicherweise sehr hohe, bei oder oberhalb
1000 kN/m liegende Linienkraft ausüben. In der ersten Langspalt-Presse wird man dagegen
die maximale Linienkraft vorzugsweise auf einen mittleren Wert (z.B. 800 kN/m) begrenzen.
Ein anderer Vorteil ergibt sich aus dem Umstand, daß die Bahn mit einer Neigung von
oben nach unten vom ersten zum zweiten Preßspalt laufen muß. Hierdurch kommt der zweite
Preßspalt auf das normale Niveau zu liegen, das niedriger ist als das Niveau des ersten
Preßspaltes.
[0020] Durch das abwechselnde Anordnen der Preßwalze, nämlich in unterer Position in der
ersten Presse und in oberer Position in der zweiten Presse, ist die Hauptentwässerung
in der ersten Presse nach unten gerichtet und in der zweiten Presse nach oben. Hierdurch
erzielt man nicht nur eine besonders hohe Gesamt-Entwässerung, sondern außerdem gleichmäßigere
Papier-Oberflächen auf der Ober- und der Unterseite der Papierbahn, d.h. die sogenannte
Zweiseitigkeit der fertigen Papierbahn wird verringert.
[0021] Die Zeichnung zeigt ein Ausführungsbeipiel der Erfindung in einer schematischen Seitenansicht.
Von einer Langsiebpartie, auf der in der üblichen Weise die Papierbahn gebildet wird,
erkennt man eine Siebsaugwalze 10 und eine Siebumkehrwalze 11 sowie das endlose Siebband
12. Ein von oben kommender Abnahmefilz 13 läuft über eine Abnahmewalze 14, wobei er
die Papierbahn vom Siebband 12 abnimmt. Von unten kommt ein Filzband 15, das über
eine Leitwalze 16 und von hier aus gemeinsam mit der Papierbahn und dem Abnahmefilz
13 in Richtung zur ersten Presse 20 läuft. Von dieser erkennt man Teile eines rahmenartigen
Gestells 21, eine untenliegende Preßwalze 22 und eine darüber angeordnete Langspalt-Preßeinheit
23, 24.
[0022] Diese Langspalt-Preßeinheit 23, 24 ist ebenfalls nur schematisch dargestellt. Man
erkennt einen flexiblen Preßschlauch (oder "Preßmantel") 23, der auf einer überwiegend
kreisförmigen Bahn um einen nicht dargestellten, stationären und im Gestell 21 abgestützten
Tragkörper umläuft. Darin ist ein vertikal verschiebbarer Preßschuh 24 angeordnet,
der eine an die Form der Preßwalze 22 angepaßte Gleitfläche für den Preßschlauch 23
aufweist und diesen an die Preßwalze 22 anpressen kann, Durch den so gebildeten flächigen
Preßspalt laufen die beiden Filzbänder 13 und 15 zusammen mit der dazwischen befindlichen
Papierbahn hindurch. Der Laufweg der beiden Filzbänder 13 und 15 in Richtung zum ersten
Preßspalt ist ein wenig nach oben geneigt, so daß er an der Stelle A, also kurz vor
dem Einlauf in den Preßspalt, auf den Umfang der Preßwalze 22 auftrifft.
[0023] Hinter dem Preßspalt läuft der Unterfilz 15, zunächst gemeinsam mit der Papierbahn
in ungefähr horizontaler Richtung zu einer Leitwalze 25 und von dieser schräg nach
unten zu einer Übergabestelle U, wo ein Oberfilz 26 der zweiten Presse 30 mittels
einer Abnahmesaugwalze 27 die Papierbahn übernimmt. Der Unterfilz 15 läuft danach
über Leitwalzen 28 und 29 nach unten und danach zurück zur Leitwalze 16.
[0024] Der Mantel der Preßwalze 22 hat, vorzugsweise in Form von Sackbohrungen, ein Speichervolumen
für Wasser, das aus der Faserstoffbahn herausgepreßt wird. Die Sackbohrungen sind
symbolisch durch einen unterbrochenen Kreis dargestellt. Statt Sackbohrungen können
auch Rillen oder ein Gewebemantel oder ähnliche andere Einrichtungen zum Speichern
von Wasser vorgesehen werden. Das durch die Sackbohrungen nach unten transportierte
Wasser wird teils durch Fliehkraft, teils durch Schwerkraft aus den Bohrungen entfernt.
Zusätzlich ist zum Abstreifen von Wasser ein Schaber 18 vorgesehen. Das entfernte
Wasser sammelt sich in einer Wanne 19 und wird über eine Leitung 19′ nach außen abgeführt.
[0025] Die zweite Presse 30 hat - ähnlich wie die erste Presse 20-ein rahmenartiges Pressengestell
31, eine Preßwalze 32 und eine Langspalt-Preßeinheit 33, 34. Abweichend von der ersten
Presse 20 ist jedoch nunmehr die Preßwalze 32 oberhalb der Langspalt-Preßeinheit 33,
34 angeordnet, so daß der Preßschuh 34 den Preßmantel 33 in Richtung nach oben an
die Preßwalze 32 anpreßt. Der Oberfilz 26 läuft zusammen mit der Papierbahn von der
Abnahmesaugwalze 27 zu einer Leitwalze 35, wo er sich mit einem Unterfilz 36 trifft.
Von hier laufen beide Filze 26 und 36 zusammen mit der dazwischen befindlichen Papierbahn
auf einem leicht nach unten geneigten Laufweg zum Preßspalt der zweiten Presse 30.
Hier wird die Papierbahn vollends so stark entwässert, daß sie hinter dem zweiten
Preßspalt frei, d.h. ohne Führung durch einen der Filze, zur nächsten Behandlungsstation,
die in der Zeichnung nicht mehr dargestellt ist, laufen kann. Der im wesentlichen
horizontale Laufweg der Papierbahn ist mit 9 bezeichnet. Der Oberfilz 26 läuft über
eine Leitwalze 37 nach oben und von dort zurück zur Abnahmesaugwalze 27. Der Unterfilz
36 läuft über eine Leitwalze 38 nach unten und von dort zurück zur Leitwalze 35.
[0026] Die beiden Preßwalzen 22 und 32 sind in bekannter Weise als Durchbiegungseinstellwalzen
ausgebildet. Dies ist am Beispiel der Preßwalze 32 schematisch angedeutet: Durch den
hohlen, drehbaren Walzenmantel erstreckt sich ein stationärer Biegeträger 32′. Im
Inneren der Walze ist zwischen dem Biegeträger und dem Walzenmantel eine hydraulische
Stützvorrichtung vorgesehen, welche die vom Preßschuh 34 auf den Walzenmantel 32 ausgeübte
Preßkraft auf den Biegeträger 32′ überträgt, der seinerseits im Gestell 31 abgestützt
ist.
[0027] Beide Pressengestelle 21 und 31 stehen auf einem gleich hohen Fundament 8, auf dem
in gleicher Höhe auch die Siebpartie, z.B. die Walzen 10 und 11, abgestützt ist. Es
ist aber charakteristisch für die erfindungsgemäße Anordnung, daß der Preßspalt der
ersten Presse auf einem höheren Niveau liegt als der Preßspalt der zweiten Presse.
1. Maschine zur Herstellung von Faserstoffbahnen, vorzugsweise Papierbahnen, mit einer
Siebpartie und mit einer Pressenpartie sowie mit den folgenden Merkmalen:
a) auf die Siebpartie (10, 11) folgt unmittelbar eine erste Langspalt-Presse (20)
und danach eine zweite Langspalt-Presse (30), wobei jeder Preßspalt einerseits durch
eine Preßwalze (22, 32) und andererseits durch ein ihm eigenes flexibles Preßelement
(23, 33) gebildet ist;
b) die in der Pressenpartie zu entwässernde Faserstoffbahn (9) läuft, ausgehend von
der Siebpartie, im wesentlichen geradlinig tangential an eine am Umfang der ersten
Preßwalze (22) befindliche Auflaufstelle (A), die entgegen der Laufrichtung vor dem
ersten Preßspalt liegt;
c) die Preßwalzen (22, 32) sind als Durchbiegungseinstellwalzen mit flüssigkeitsdichtem
Walzenmantel ausgebildet, wobei der Mantel zumindest der ersten Preßwalze (22), zur
vorübergehenden Speicherung ausgepreßten Wassers, eine Vielzahl von Ausnehmungen hat;
d) in der ersten Langspalt-Presse (20) ist die Preßwalze (22) im wesentlichen vertikal
unterhalb des flexiblen Preßelements (23) angeordnet, wobei die Auflaufstelle (A)
am oberen aufsteigenden Quadranten des Umfanges der Preßwalze (22) liegt;
e) in der zweiten Langspalt-Presse (30) ist die Preßwalze (32) im wesentlichen vertikal
oberhalb des flexiblen Preßelements (33) angeordnet; gekennzeichnet durch die folgenden
Merkmale:
f) in beiden Langspaltpressen (20 und 30) ist das flexible Preßelement (23, 33) mittels
eines in radialer Richtung verschiebbaren Preßschuhes (24) an die Preßwalze (22) anpreßbar
und als stirnseitig verschlossener Preßschlauch ausgebildet;
g) in der zweiten Langspalt-Presse (30) liegt die Auflaufstelle (B) am unteren, nach
unten laufenden Quadranten des Umfanges der Preßwalze (32);
h) unterhalb der ersten Preßwalze (22) ist eine Auffangeinrichtung (19) für ausgepreßtes
Wasser angeordnet.
2. Maschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die in der ersten Langspalt-Presse
(20) auf die Faserstoffbahn ausübbare maximale Linienkraft auf einen mittleren Wert
begrenzt ist, beispielsweise auf 800 kN/m, während die maximale Linienkraft der zweiten
Langspalt-Presse (30) mindestens 1000 kN/m beträgt.
3. Maschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das die erste Langspalt-Presse
(20) tragende Fundament (8) auf dem gleichen Höhen-Niveau angeordnet ist wie das Fundament
für die Siebpartie (10, 12) und für die zweite Langspalt-Presse (30).
4. Maschine nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Preßspalt der ersten
Langspalt-Presse (20) auf einem höheren Niveau über dem Fundament (8) liegt als der
Preßspalt der zweiten Langspalt-Presse (30).
1. Machine de préparation de nappes de fibres, de préférence de nappes de papier,
comportant une section des tamis et une section des presses et présentant les particularités
suivantes :
a) la section des tamis (10, 11) est directement suivie par une première presse à
intervalle de pincement allongé (20), puis par une seconde presse à intervalle de
pincement allongé (30), chaque intervalle de pincement de presse étant formé, d'une
part, par un cylindre de presse (22, 32) et, d'autre part, par un élément souple de
presse (23, 33) qui lui est associé,
b) la nappe de fibres (9), dont l'eau doit être extraite dans la section de presses,
suit, en partant de la section des tamis, une trajectoire qui est pratiquement tangentielle,
d'une manière rectiligne, à un emplacement de prise de contact (A) qui se trouve sur
la périphérie du premier cylindre de presse (22) et est situé avant le premier intervalle
de pincement de presse suivant la direction de déplacement,
c) les cylindres de presse (22, 32) sont réalisés sous la forme de cylindres à réglage
de fléchissement comportant une enveloppe de cylindre étanche aux liquides, l'enveloppe
d'au moins le premier cylindre de presse (22) offrant de multiples évidements servant
à accumuler provisoirement l'eau exprimée,
d) dans la première presse à intervalle de pincement allongé (20), le cylindre de
presse (22) est disposé d'une manière pratiquement verticale au-dessous de l'élément
souple de presse (23), de sorte que l'emplacement de prise de contact (A) se trouve
sur le quadrant supérieur montant de la périphérie de ce cylindre de presse (22),
e) dans la seconde presse à intervalle de pincement allongé (30), le cylindre de presse
(32) est disposé d'une manière pratiquement verticale au-dessus de l'élément souple
de presse (33), caractérisée par les caractéristiques suivantes :
f) dans les deux presses à intervalle de pincement allongé (20 et 30), l'élément souple
de presse (23, 33) est agencé de façon à pouvoir être appliqué sous pression sur le
cylindre de presse (22) au moyen d'un patin de presse (24) agencé de façon à pouvoir
être déplacé suivant la direction radiale et est réalisé sous la forme d'un tube souple
de presse fermé frontalement,
g) dans la seconde presse à intervalle de pincement allongé (30), l'emplacement de
prise de contact (B) est situé sur le quadrant inférieur de la périphérie du cylindre
de presse (32) qui se déplace vers le bas et
h) un dispositif (19) servant à recueillir l'eau exprimée est disposé au-dessous du
premier cylindre de presse (22).
2. Machine suivant la revendication 1, caractérisée en ce que la force linéaire maximale
pouvant être exercée sur la nappe de fibres dans la première presse à intervalle de
pincement allongé (20) est limitée à une valeur moyenne, par exemple à 800 kN/m, tandis
que la force linéaire maximale de la seconde presse à intervalle allongé (30) est
égale à au moins 1 000 kN/m.
3. Machine suivant l'une des revendications 1 ou 2, caractérisée en ce que le socle
(8) portant la première presse à intervalle de pincement allongé (20) est disposé
au même niveau en hauteur que le socle prévu pour la partie des tamis (10, 12) et
pour la seconde presse à intervalle de pincement allongé (30).
4. Machine suivant la revendication 3, caractérisée en ce que l'intervalle de pincement
de la première presse à intervalle de pincement allongé (20) est situé au-dessus du
socle (8) à un niveau plus haut que l'intervalle de pincement de la seconde presse
à intervalle de pincement allongé (30).
1. A machine for producing webs of fibrous material, preferably of paper, comprising
a wire-part and a press-part and the following features:
(a) the wire-part (10,11) is followed directly by a first extended-nip press (20)
and then by a second extended-nip press (30), each nip being formed, on the one hand,
by a press-roll (22,32) and, on the other hand, by a separate flexible press-element
(22,32);
(b) the web of fibrous material (9), which is to be drained in the press-part, runs
from the wire-part substantially straight and tangentially to a contact-point (A)
located upstream of the first nip with respect to the direction of travel;
(c) the press-rolls (22,32) are in the form of adjustable-deflection rolls with liquid-tight
roll shells; the shell of at least the first press roll (22) comprising a plurality
of recesses for the temporary storage of expressed water;
d) in the first extended-nip press (20), the press-roll (22) is arranged substantially
vertically below the flexible press-element (23), the contact-point (A) being located
in the upper ascending quadrant of the periphery of the press-roll (22);
e) in the second extended-nip press (30), the press-roll (32) is arranged substantially
vertically above the flexible press-element (33); characterized by the following features:
(f) in each of the two extended-nip presses (20 and 30) the flexible press-element
(23,33) is adapted to be pressed by a radially displaceable press-shoe (24), against
the press-roll (22) and is in the form of a press-tube closed at both ends;
g) in the second extended-nip press (30), the contact-point (B) is located in the
lower descending quadrant of the periphery of the press-roll (32);
h) arranged below the first press-roll (22) is a collecting means (19) for expressed
water.
2. A machine according to claim 1, characterized in that the maximal linear force
applicable, in the first extended-nip press (20), to the web of fibrous material is
restricted to an average value, for example to 800 kN/m, whereas the maximal linear
force in the second extended-nip press (30) is at least 1,000 kN/m.
3. A machine according to claim 1 or 2, characterized in that the foundation (8) carrying
the first extended-nip press (20) is arranged at the same level as the foundation
for the wire-part (10,12) and for the second exended-nip press (30).
4. A machine according to claim 3, characterized in that the nip of the first extended-nip
press (20) is at a higher level above the foundation (8) than the nip of the second
extended-nip press (30).