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(11) |
EP 0 309 739 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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18.03.1992 Patentblatt 1992/12 |
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Anmeldetag: 25.08.1988 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC)5: E01D 21/04 |
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Verfahren zur Herstellung eines Tunnels mit geringer Überdeckung unter Gleisanlagen
o. dgl.
Method for constructing a tunnel with little earth cover under railway tracks or the
like
Procédé de construction d'un tunnel à faible couverture sous les voies ferrées
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE CH DE ES FR GB GR IT LI LU NL |
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Priorität: |
01.10.1987 DE 3733246
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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05.04.1989 Patentblatt 1989/14 |
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Patentinhaber: Alfred Kunz GmbH & Co. |
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D-80336 München (DE) |
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Erfinder: |
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- Eisenblätter, Joachim, Dipl.-Ing.
D-8039 Puchheim (DE)
- Pallor, Hans-Fritz, Dipl.-Ing.
D-6800 Mannheim (DE)
- Zwick, Otto, Dipl.-Ing.
D-6835 Brühl (DE)
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| (74) |
Vertreter: Gossel, Hans K., Dipl.-Ing. et al |
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Lorenz-Seidler-Gossel
Widenmayerstrasse 23 80538 München 80538 München (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
AT-A- 329 623 DE-A- 2 219 567
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DE-A- 2 143 487
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines unterirdischen Bauwerks,
vorzugsweise eines Tunnels, mit geringer Überdeckung unter Gleisanlagen o.dgl., bei
dem in einer Startbaugrube der erste Bauwerks- oder Tunnelabschnitt betoniert, dieser
erste Bauwerks- oder Tunnelabschnitt unter Abbau des Erdreichs an der Ortsbrust in
dessen vorderem Bereich vorgeschoben, nach Vorschub dieses ersten Bauwerks-oder Tunnelabschnitts
um eine Abschnittlänge in der Startbaugrube der zweite Bauwerks- oder Tunnelabschnitt
erstellt und der erste Abschnitt weiter vorgeschoben und der zweite Abschnitt nachgeschoben
wird und so fort bis zur Fertigstellung des Bauwerks oder Tunnels durch Erstellen,
Vor- und Nachschieben sämtlicher Abschnitte (siehe z.B. DE-A-2 143 487).
[0002] Um behinderungsfreie Kreuzungen von Schienenverkehrswegen und Straßen zu schaffen,
werden die Straßen in Tunnels unter den Gleiskörpern hindurchgeführt, wobei eine möglichst
geringe Tunneltiefe angestrebt wird, um die Steigungen im Tunnelbereich möglichst
gering halten zu können. Besondere Probleme bei der Erstellung derartiger Straßentunnels
ergeben sich jedoch, wenn der Gleiskörper beispielsweise in Bahnhofsnähe aus zahlreichen
nebeneinanderliegenden Gleissträngen besteht und der Eisenbahnverkehr während des
Baus des Tunnels mit möglichst geringer Beeinträchtigung aufrechterhalten werden soll.
Werden nämlich nach dem eingangs beschriebenen Verfahren die Tunnelabschnitte mit
nur geringer Überdeckung unter dem Gleiskörper hindurchgeschoben, müssen besondere
Maßnahmen getroffen werden, daß im Abbaubereich an der Ortsbrust das überdeckende
Erdreich weder hereinbricht noch Verformungen und Verschiebungen im Gleisbereich auftreten.
Durch das Vorschieben der Tunnelabschnitte können Druckkräfte in die überdeckende
Schicht eingeleitet werden, die zu einem Aufwölben, Verschieben oder Verwerfen der
überdeckenden Schichten führen können, so daß Verformungen des Gleiskörpers entstehen
können, die eine ungestörte Aufrechterhaltung des Eisenbahnverkehrs weitgehend unmöglich
machen.
[0003] Es ist bereits vorgeschlagen worden, unter dem Gleiskörper durch feldweisen Ausbau
des Schotterunterbaus, der Schwellen und Schienen und Ausheben von flachen Baugruben
Stahlplatten anzuordnen, auf die sodann der Schotterunterbau, die Schwellen und die
Schienen wieder eingebaut werden, wobei der Aus- und Einbau abschnittweise erfolgt
und an die erste Stahlplatte nach Ausheben benachbarte Felder bildender Baugruben
durch Schweißen weitere Stahlplatten anzuschließen, bis sich eine den gesamten zu
untertunnelnden Bereich überdeckende Stahlplatte ergibt. Eine derartige, den zu untertunnelnden
Bereich abstützende Stahlplatte hat aber den Nachteil, daß sie infolge des geringen
Reibwertes zwischen Blech und Erdreich durch besondere Befestigungen, beispielsweise
durch niedergebrachte Pfähle, gesichert werden muß, um ein Verschieben infolge der
in diese eingeleiteten Kräfte beim Vorschub der Tunnelabschnitte zu verhindern. Selbst
ein verschiebungssicheres Verankern der Stahlplatte vermag jedoch noch nicht zu verhindern,
daß es im Abbaubereich an der Ortsbrust zu Verformungen kommen kann. Denn die Stahlbleche
vermögen aufgrund ihrer Flexibilität keine ausreichend lange Stützlänge zu überbrükken,
in deren Schutz ein Abbau des Erdreichs an der Ortsbrust möglich wäre, ohne daß Bewegungen
in der die Stahlplatte überdeckenden Schicht zu befürchten wären. Dabei ist zu berücksichtigen,
daß zusätzlich durch den aufrechtzuerhaltenden Eisenbahnverkehr beträchtliche Vertikalkräfte
in die überdeckenden Schichten und damit auch auf die Stahlplatte wirken.
[0004] Es ist bekannt, nach dem eingangs angegebenen Verfahren Tunnelabschnitte unter Gleiskörper
vorzuschieben, wobei der Abbau des Erdreiches an der Ortsbrust durch sogenannte Messerschilde
erfolgt. Bei derartigen Messerschilden werden im Firstbereich nebeneinander liegende
Messer ausgefahren, die den Abbaubereich überbrücken und abstützen. Der Aushub des
Erdreichs an der Ortsbrust durch vor dem ersten Tunnelabschnitt vorzuschiebende Messerschilde
bedeutet aber eine zusätzliche erhebliche Investition, durch die die Herstellung des
Straßentunnels verteuert wird.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein wirtschaftliches Verfahren zur Herstellung
eines Tunnels mit geringer Überdeckung unter Gleisanlagen o. dgl. der eingangs angegebenen
Art zu schaffen, bei dem während des Aushebens des Erdreichs an der Ortsbrust und
des Vorschiebens der Tunnelabschnitte Bewegungen im überdeckenden Erdreich und den
Gleisanlagen vermieden sind.
[0006] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe bei einem Verfahren der gattungsgemäßen Art dadurch
gelöst, daß die Schienen mit Schwellen und Schotterunterbau abschnittweise ausgebaut
werden, daß eine flache Grube ausgehoben und in diese eine ein Feld abdeckende Stahlbetonplatte
eingebaut wird, daß auf die Stahlbetonplatte sodann das Schotterbett wieder aufgebracht
wird und die Schwellen und Schienen wieder eingebaut werden, daß anschließend nacheinander
in benachbarten Feldern der Schotterunterbau und die Schienen und Schwellen abschnittweise
ausgebaut und flache Baugruben ausgehoben werden, daß in diesen die anschließenden
Felder abdeckende und an die erste Stahlbetonplatte anbetonierte Stahlbetonplatten
erstellt und das Schotterbett und die Schwellen und Schienen wieder eingebaut werden
und so fort bis der zu untertunnelnde Bereich mit Überlappung von einer durchgehenden
Betonplatte überdeckt ist und daß nach Erstellung dieser eine Gleissicherung bildenden
Betonplatte ausgehend von der Startbaugrube die in dieser erstellten Tunnelabschnitte
unter der durchgehenden Betonplatte vorgeschoben werden.
[0007] Nach dem erfindungsgemäßen Vorschlag erfolgt das abschnittweise Ausbauen des Schotterunterbaus,
der Schwellen und der Schienen sowie das Betonieren der ein Feld abdeckenden Platte
und das anschließende Einbauen des Schotters, der Schwellen und der Schienen in Zeiten,
in denen kein oder nur ein geringer Eisenbahnverkehr stattfindet, so daß der Eisenbahnverkehr
durch Umleiten auf andere, nicht von dem abschnittweisen oder feldweisen Einbau der
Stahlbetonplatte erfaßten Gleisen aufrechterhalten werden kann. Die durchgehende Platte
wird in einzelnen, aneinandergrenzenden Feldern errichtet, wobei die einzelnen Feldplatten
an die sich ausbreitende Platte anbetoniert werden. Durch die abschnittweise oder
feldweise vergrößerte Platte wird der gesamte zu untertunnelnde Bereich mit ausreichender
Überlappung unterfangen, so daß nach Fertigstellung der Platte unter dieser das Tunnelbauwerk
erstellt werden kann, ohne daß Bewegungen in der überdeckenden Schicht und im Gleisbereich
zu befürchten sind. Die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellte Stahlbetonplatte
wird so breit hergestellt, daß sie mit ausreichender Stützlänge in das Erdreich beidseits
des Tunnelbauwerks ragt. Die erfindungsgemäße Stützplatte aus Stahlbeton bedarf keiner
besonderen Verankerung im Erdreich, da sie aufgrund ihrer Eigenschaften unverschiebbar
gehalten ist. Die Stützplatte leitet die aus dem Vorschub der einzelnen Tunnelabschnitte
auf sie einwirkenden Kräfte in Bereichen außerhalb des jeweils vorzuschiebenden Blockes
durch Reibung in den Baugrund ab, so daß deren Verschiebung und Bewegung unter den
Vorschubkräften der Tunnelabschnitte nicht zu befürchten ist.
[0008] Eine weitere Eigenschaft der Stahlbetonplatte ist ihre Biegesteifigkeit. Sie vermindert
den Einfluß der Auflasten auf die Standsicherheit der Ortsbrust. Dadurch kann das
Ausbruchsmaterial mit steileren Böschungen abgebaut werden. Weiterhin vermag die erfindungsgemäße
Stützplatte aus Stahlbeton ausreichend lange Hohlräume zu überbrücken, so daß eine
Absenkung der überdeckenden Schicht und der Gleise im Abbaubereich an der Ortsbrust
nicht zu befürchten ist. Hohlräume können entstehen bei dem Beseitigen von Hindernissen,
z.B. von Resten alter Fundamente o. dgl.
[0009] Werden besonders hohe Ansprüche an die Genauigkeit der Höhenlage des Tunnels gestellt,
kann eine Vorschubgleitbahn für die Tunnelabschnitte in der Startbaugrube erstellt
werden, auf der die Tunnelabschnitte erstellt und anschließend vorgeschoben werden.
Die Vorschubgleitbahn kann im Voraus über die ganze Länge, beispielsweise im Schutz
von vorgepreßten Rohren, oder aber auch abschnittweise hergestellt werden.
[0010] Die abschnitt- oder feldweise eingebaute Betonplatte kann eine Dicke von 20 bis 30
cm aufweisen. Zweckmäßigerweise bestehen die feldweise eingebauten und mit der sich
fortschreitend verbreiternden Stahlbetonplatte verbundenen Stahlbetonplatten aus nebeneinander
verlegten Stahlbetonfertigteilplatten, wobei die Fugen oder Lücken zum Anschluß der
Stahlbetonfertigteilplatten ausbetoniert werden.
[0011] Ist die die Gleisanlagen unterfangende und den zu untertunnelnden Bereich überdeckende
Stahlbetonplatte erstellt, wird mit der Herstellung des Tunnelbauwerks begonnen. Dabei
wird zunächst eine Anfahr- oder Startbaugrube errichtet und in dieser der erste Tunnelabschnitt
auf Gleitbahnen erstellt. Um diesen ersten Tunnelabschnitt vorschieben zu können,
muß die Startbaugrube auf ihrer Rückseite mit entsprechenden Widerlagern versehen
werden. Auf einer zuvor erstellten Gleitbahn wird dann der erste erstellte Tunnelabschnitt
vorgeschoben, wobei das Erdreich an der Ortsbrust durch übliche Abbaugeräte abgebaut
und abtransportiert wird.
[0012] Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren können die Bauwerks- oder Tunnelabschnitte derart
vorgeschoben werden, daß sich deren oberen Deckplatten unmittelbar auf der eingebauten
in Ruhe befindlichen Stahlbetonplatte abstützen. Zweckmäßigerweise wird bei diesem
Verfahren zur Reibungsverminderung auf die Deckplatte des vorzuschiebenden Bauwerks-
oder Tunnelabschnitts eine Stahlplatte befestigt. Da sich der vorzuschiebende Tunnelabschnitt
unmittelbar auf der Unterseite der Stahlbetonplatte abstützt, sind Hebungen und Setzungen
der Stahlbetonplatte nicht zu befürchten.
[0013] Nach einer anderen vorteilhaften Ausgestaltung ist vorgesehen, daß die Deckplatte
des vorzuschiebenden Bauwerks- oder Tunnelabschnitts mit Gleitstücken oder -schienen
versehen wird, über die sich dieser auf der Stahlbetonplatte abstützt. Die Gleitstücke
oder Gleitschienen, die sich im Abstand voneinander in Vorschubrichtung erstrecken
können, bilden gleichsam die Reibung vermindernde Gleitkufen. Die zwischen den Gleitstücken
oder Gleitkufen befindlichen Zwischenräume können später mit Beton oder einem anderen
geeigneten Füllstoff ausgepreßt werden.
[0014] Nach einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist vorgesehen, daß vor dem Verlegen
der Stahlbetonplatten in die flache Baugrube eine lastübertragende Schicht aus im
wesentlichen schub- und standfestem Material eingebracht wird, die beim Durchschieben
von der firstseitigen Stahlschneide des ersten Bauwerksabschnitts angeschnitten wird.
Diese lastübertragende Schicht reicht also bis unterhalb der Schneide des ersten vorzuschiebenden
Abschnitts, wobei die Scherfläche eine Gleitfläche bildet. Die Schicht ist derart
standfest, daß die Unterseite der Stahlbetonplatte abgedeckt bleibt.
[0015] Als geeignetes Material kommt beispielsweise ein mit Betonit angereicherter Sand
in Betracht, also eine künstlich erzeugte Schicht mit Ton- oder Lehmeigenschaften,
die an der Unterseite der Stahlbetonplatte haftet. Die angeschnittene Schicht bildet
zwischen der Betonplatte und den Deckplatten der vorgeschobenen Abschnitte eine Tragschicht,
so daß sich keine Hohlräume ausbilden können, die später verfüllt werden müssten.
Weiterhin bildet sich zwischen der angeschnittenen Schicht und den vorzuschiebenden
Abschnitten eine die Reibung vermindernde Gleitfuge aus.
[0016] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachstehend anhand der Zeichnung näher
erläutert. In dieser zeigt
- Fig. 1
- eine Draufsicht auf die zu untertunnelnde Gleisanlage mit im Bau befindlichem Tunnel,
- Fig. 2
- einen Längsschnitt durch die Gleisanlage nach Fig. 1 mit im Bau befindlichem Tunnel,
- Fig. 3
- einen Querschnitt durch die Startbaugrube,
- Fig. 4
- einen Querschnitt durch das im Bau befindliche Tunnelbauwerk im Bereich des Bahndamms,
- Fig. 5
- einen Querschnitt durch eine der drei Vorschubbahnen nach den Fig. 1 und 2,
- Fig. 6
- einen Längsschnitt durch das Tunnelbauwerk im Bereich des vorgeschobenen vorderen
Abschnitts, und
- Fig. 7
- einen Querschnitt durch den fertigen Tunnel.
[0017] Wie aus Fig. 1 ersichtlich ist, sind auf dem zu untertunnelnden Gelände dicht nebeneinander
zahlreiche Gleise 1 angeordnet. Zur Herstellung und zum Vorschieben der einzelnen,
den zu erstellenden Tunnel bildenden Tunnelabscnitte 2,3,4 wird im Abstand vor der
Gleisanlage eine Baugrube 5 erstellt. Auf ihrer Rückseite ist die Baugrube mit einem
betonierten Widerlager 6 versehen, das die Vorschubkräfte während des Vorschiebens
der Tunnelabschnitte 2,3,4 aufnimmt.
[0018] Bevor mit der Untertunnelung des Bereiches der Gleisanlage begonnen wird, wird unter
die Gleise als Gleissicherung eine Betonplatte 7 eingebaut. Diese Betonplatte 7 ist
in Fig. 1 gestrichelt angedeutet und weist obere und untere gezackte Ränder auf. Zur
Herstellung dieser Betonplatte werden die Schienen, Schwellen und der Schotterunterbau
abschnittweise ausgebaut und in diesem Abschnitt wird eine flache Baugrube ausgehoben
und in diese werden sodann Stahlbetonfertigteilplatten 8 in der aus Fig. 1 ersichtlichen
Weise eingebaut. Die Spalten oder Fugen 9 zwischen diesen Stalbetonfertigteilplatten
8 werden sodann ausbetoniert, sodaß in dem Abschnitt eine durchgehende Betonplatte
gebildet worden ist. Auf diese Betonplatte wird sodann der Schotterunterbau, die Schwellen
und Schienen wieder aufgebracht, sodaß der Zugverkehr wieder aufgenommen werden kann.
Anschließend werden in einem benachbarten Abschnitt die Schienen, Schwellen und der
Schotterunterbau ausgebaut und in entsprechender Weise eine flache Baugrube ausgehoben
und in dieser eine aus Stahlbetonfertigteilplatten bestehende Betonplatte errichtet,
die an die erste Platte anbetoniert wird. Sodann werden der Schotterunterbau, die
Schwellen und Schienen wieder eingebaut. Fortschreitend wird abschnitt- oder feldweise
unter dem gesamten zu untertunnelnden Bereich der Gleisanlage die durchgehende Betonplatte
7 errichtet. Ist diese durchgehende Betonplatte 7 fertiggestellt, kann mit den eigentlichen
Untertunnelungsarbeiten begonnen werden. Hierzu werden in der Startbaugrube 5 drei
Streifenfundamente 10 errichtet, die jeweils mit einer längsverlaufenden Gleitschiene
11 aus Stahl versehen werden. Auf diesen Streifenfundamenten wird sodann der erste
Tunnelabschnitt 2 errichtet. Nach Fertigstellung dieses Tunnelabschnitts 2 mit offener
Vorderseite wird dieser durch Vorschubpressen vorgeschoben, wobei an der Ortsbrust
in der aus Fig. 6 ersichtlichen Weise durch Bagger die Erde ausgehoben und durch Lastwagen
abgefahren wird.
[0019] Vor dem Vorschieben der einzelnen Tunnelabschnitte werden in Verlängerung der Streifenfundamente
10 Stahlrohre 12 unter den zu untertunnelnden Bereich durchgedrückt, die der Erstellung
der späteren Gleitbahnen für die vorzuschiebenden Tunnelabschnitte dienen. Zum Durchdrücken
dieser Rohre 12 werden auf der der Startbaugrube 5 gegenüberliegenden Seite der zu
untertunnelnden Gleisanlage Baugruben 13,14,15 errichtet. Entsprechend dem Formschritt
des Vorschubes werden die durchgedrückten Stahlrohre 12 in ihrem oberen Bereich in
der aus Fig. 5 ersichtlichen Weise aufgeschnitten und mit Stahlbeton verfüllt. Die
Gleitschiene selbst bildet ein in Stahlblech eingekleidetes Stahlbetonfertigteil 16
mit rechteckigem Profil. Zur Verbesserung der Gleiteigenschaften sind auch die einzelnen
vorzudrückenden Tunnelabschnitte auf ihrer Unterseite mit einer Gleitschicht aus Stahlblech
versehen.
[0020] Wie insbesondere aus Fig. 6 ersichtlich ist, werden die einzelnen Tunnelabschnitte
unterhalb der der Gleissicherung dienenden, zuvor eingebauten Betonplatte 7 durchgeschoben.
Zum Vorschieben der einzelnen Tunnelabschnitte sind zwischen diesen Zwischenpreßstationen
18 vorgesehen, um die Vorschubkräfte nicht zu groß werden zu lassen.
[0021] Wie weiterhin aus Fig. 6 ersichtlich ist, ist der erste durchzuschiebende Tunnelsabschnitt
an seinem vorderen Ende mit einem Haubenschild mit Stahlschneiden versehen, wobei
eine Zwischenbühne vorgesehen ist.
[0022] Die Art der Erstellung und des Vorschiebens der einzelnen Tunnelabschnitte ist an
sich bekannt, aus der Zeichnung ersichtlich und braucht daher nicht näher erläutert
zu werden.
1. Verfahren zur Herstellung eines unterirdischen Bauwerks, vorzugsweise eines Tunnels,
mit geringer Überdeckung unter Gleisanlagen o.dgl., bei dem in einer Startbaugrube
(5) der erste Bauwerks- oder Tunnelabschnitt (2) betoniert, dieser erste Bauwerks-
oder Tunnelabschnitt unter Abbau des Erdreichs an der Ortsbrust in dessen vorderem
Bereich vorgeschoben, nach Vorschub dieses ersten Bauwerks, oder Tunnelabschnitts
um eine Abschnittlänge in der Startbaugrube der zweite Bauwerks- oder Tunnelabschnitt
(3) erstellt und der erste Abschnitt weiter vorgeschoben und der zweite Abschnitt
nachgeschoben wird und so fort bis zur Fertigstellung des Bauwerks oder Tunnels durch
Erstellen, Vor-und Nachschieben sämtlicher Abschnitte,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Schienen (1) mit Schwellen und Schotterunterbau abschnittweise ausgebaut werden,
daß eine flache Grube ausgehoben und in diese eine ein dem Abschnitt entsprechendes
Feld abdeckende Stahlbetonplatte eingebaut wird,
daß auf die Stahlbetonplatte sodann das Schotterbett wieder aufgebracht wird und die
Schwellen und Schienen wieder eingebaut werden,
daß anschließend nacheinander in benachbarten Feldern der Schotterunterbau, die Schienen
und Schwellen abschnittweise ausgebaut und flache Baugruben ausgehoben werden,
daß in diesen die anschließenden Felder abdeckende und an die erste Stahlbetonplatte
anbetonierte Stahlbetonplatten erstellt und das Schotterbett, die Schienen und Schwellen
wieder eingebaut werden und so fort, bis der zu untertunnelnde Bereich mit Überlappung
von einer durchgehenden Betonplatte (7) überdeckt ist, und
daß nach Erstellung dieser eine Gleissicherung bildenden Betonplatte ausgehend von
der Startbaugrube die in dieser erstellten Bauwerks- oder Tunnelabschnitte unter der
durchgehenden Betonplatte vorgeschoben werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die feldweise eingebauten Stahlbetonplatten aus nebeneinander verlegten Stahlbetonfertigteilplatten
(8) mit ausbetonierten Fugen (9) oder Lücken hergestellt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß in der Startbaugrube eine Vorschubgleitbahn erstellt, auf dieser Vorschubgleitbahn
die Tunnelabschnitte betoniert und anschließend vorgeschoben werden, wobei die Vorschubgleitbahn
im Voraus über die gesamte Tunnellänge erstellt oder abschnittweise vorgebaut wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-3, dadurch gekennzeichnet, daß die Bauwerks-
oder Tunnelabschnitte derart vorgeschoben werden, daß sich deren Deckplatten unmittelbar
auf der in Ruhe befindlichen Stahlbetonplatte abstützen.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadruch gekennzeichnet, daß zur Reibungsverminderung auf
die Deckplatte des vorzuschiebenden Bauwerks- oder Tunnelabschnitts eine Stahlplatte
befestigt wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-3, dadurch gekennzeichnet, daß die Deckplatte
des vorzuschiebenden Bauwerks- oder Tunnelabschnitts mit Gleitstücken oder Gleitschienen
versehen wird, die sich auf der Stahlbetonplatte abstützen.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-3, dadurch gekennzeichnet, daß vor dem Verlegen
der Stahlbetonplatte in die flache Baugrube eine lastübertragende Schicht aus im wesentlichen
schub- und standfestem Material eingebracht wird, die beim Durchschieben von der firstseitigen
Stahlschneide des ersten Bauwerksabschnitts angeschnitten wird.
1. A process of constructing an underground structure, preferably a tunnel, under track
installations or the like, so that the overlying ground has a small height, wherein
the concrete for the first section (2) of the structure or tunnel is placed in a starting
building pit (5), said first section of the structure or tunnel is pushed ahead while
the soil at the working face in the leading portion of the first section is removed,
after said first section of the structure or tunnel has been pushed ahead by one section
length the second section (3) of the structure or tunnel is made in the starting building
pit and the first section is pushed ahead further and the second section is pushed
ahead to follow up and so forth until the structure or tunnel has been completed in
that all sections have been made, pushed ahead, and pushed ahead to follow up,
characterized in that
the rails (1) inclusive of the sleepers and the ballast bed are removed in sections,
a flat pit is excavated and a reinforced concrete slab covering a field which corresponds
to the section is installed,
the ballast bed is then re-applied to the reinforced concrete slab and the sleepers
and rails are re- installed,
thereafter the ballast bed, the rails and sleepers, are successively removed in
sections in adjacent fields and shallow building pits are excavated in said adjacent
fields,
reinforced concrete slabs which cover the adjacent fields and are bonded by concrete
to the first reinforced concrete slab are made in said shallow building pits and the
ballst bed, the rails and sleepers are re-installed and so forth, until the region
to be tunnelled is covered with an overlap by a continuous concrete slab (7), and
after said concrete slab for protecting the track has been made the sections of
the structure or tunnel which have been made in the starting building pit are pushed
ahead under the continuous concrete slab.
2. A process according to claim 1, characterized in that the reinforced concrete slabs
installed in respective fields are made from juxtaposed prefabricated reinforced concrete
slabs (8) with concrete-filled joints (9) or gaps.
3. A process according to claim 1 or 2, characterized in that a slideway is prepared
in the starting building pit, the concrete for the tunnel sections is placed on said
slideway, and the slideway is made in advance to extend throughout the length of the
tunnel or is constructed in consecutive sections.
4. A process according to any of claims 1 to 3, characterized in that the sections of
the strucutre or tunnel are pushed ahead in such a manner that the top plates of the
sections bear directly on the reinforced concrete plate, which is at rest.
5. A process according to claim 4, characterized in that a steel plate is secured to
the top plate of the section of the structure or tunnel which is to be pushed ahead
so that the friction will be reduced.
6. A process according to any of claims 1 to 3, characterized in that the top plate of
the section of the structure or tunnel which is to be pushed ahead is provided with
sliders or slide rails, which bear on the reinforced concrete slab.
7. A process according to any of claims 1 to 3, characterized in that a load-transmitting
layer of a material which has a substantial shear strength and stability is placed
into the shallow building pit before the reinforced concrete slab is placed and said
layer is cut into by the steel cutting edge at the ridge of the first section of the
structure when said first section is pushed ahead through said layer.
1. Procédé pour la réalisation d'une construction souterraine, avantageusement d'un tunnel,
à faible couverture, sous des voies ferrées ou analogues, selon laquelle le premier
tronçon de construction ou de tunnel (2) est bétonné dans une fouille de départ (5),
ce premier tronçon de construction ou de tunnel est avancé tout en enlevant la terre
à la paroi frontale dans sa zone avant, après l'avancement de ce premier tronçon de
construction ou de tunnel selon une longueur de tronçon le deuxième tronçon de construction
ou de tunnel (3) est réalisé dans la fouille de départ et le premier tronçon est avancé
plus loin et le deuxième tronçon est avancé à la suite, et ainsi de suite jusqu'à
l'achèvement de la construction ou du tunnel par la réalisation, l'avancement et l'avancement
à la suite de tous les tronçons,
caractérisé en ce que,
les rails (1) sont démontés par tronçon avec les traverses et la base de ballast,
une fouille peu profonde est creusée et dans celle-ci est montée une plaque en
béton armé recouvrant un champ correspondant au tronçon,
le lit de ballast est ensuite à nouveau réalisé sur la plaque en béton armé,
ensuite, successivement dans des champs voisins, la base de ballast, les rails
et les traverses sont démontés par tronçons et des fouilles peu profondes sont creusées,
dans celles-ci des plaques en béton armé recouvrant les champs suivants sont assemblées
par bétonnage à la première plaque en béton armé et le lit de ballast, les rails et
les traverses sont à nouveau montés et ainsi de suite jusqu'à ce que la partie devant
être pourvue d'un tunnel soit recouverte avec chevauchement par une plaque en béton
continu (7), et
après l'achèvement de la plaque en béton constituant une sécurité de voie ferrée,
à partir de la fouille de départ, des tronçons de construction ou de tunnel réalisés
dans celle-ci sont avancés sous la plaque en béton continu.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que les plaques en béton armé
montées par champ sont réalisées à partir de plaques en béton armé préfabriquées (8),
juxtaposées et pourvues de rainures (9) ou d'interstices ou creux remplis de béton.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce qu'une voie de glissement
d'avancement est réalisé dans la fouille de départ, les tronçons de tunnel sont bétonnés
et ensuite avancés sur cette voie de glissement d'avancement, la voie de glissement
d'avancement est réalisée à l'avance sur toute la longueur du tunnel ou préétablie
par tronçons.
4. Procédé selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que les tronçons de
construction ou de tunnel sont avancés de façon que leurs plaques de recouvrement
prennent appui directement sur la plaque en béton armé immobile.
5. Procédé selon la revendication 4, caractérisé en ce que, pour réduire la friction,
une plaque en acier est fixée sur la plaque de recouvrement du tronçon de construction
ou de tunnel à avancer.
6. Procédé selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que la plaque de recouvrement
du tronçon de construction ou de tunnel à avancer est pourvue de pièces de glissement
ou de rails de glissement qui prennent appui sur la plaque en béton arme.
7. Procédé selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce qu'avant la pose de
la plaque en béton armé dans la fouille peu profonde, une couche de transmission de
charges en un matériau sensiblement résistant à la poussée et stable est mis en place
qui est entamée ou attaquée lors du passage par l'arête en acier frontal du premier
tronçon de construction.