[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Anwärmen des Randbereiches von Glastafeln,
auf die vorgefertigte Abstandhalter anzusetzen sind, mit einer seitlichen Abstützung
für die Glastafeln, mit einem am unteren Rand der Abstützung orgesehen Linearförderer,
der beispielsweise aus einer Reihe von Förderrollen besteht, mit zwei horizontal
ausgerichteten, den horizontalen Randbereichen der Glastafeln zugeordneten, langgestreckten
Heizelementen, wobei das eine der horizontal ausgerichteten Heizelemente unmittelbar
oberhalb des Linearförderers angeordnet ist und das andere der horizontal ausgerichteten
Heizelemente entlang der seitlichen Abstützung auf- und abbewegbar ist, und mit einer
langgestreckten, im wesentlichen vertikal ausgerichteten Heizvorrichtung.
[0002] Das Ansetzen von vorgefertigten Abstandhaltern auf Glastafeln im Zuge der Herstellung
von Isolierglasscheiben erfordert eine Mindesttemperatur der Glastafel und/oder des
Abstandhalters, damit fester Halt des vorgefertigten flexiblen Abstandhalters (swiggle
strip) an der Glastafel erzielt wird. Die Erwärmung von vorgefertigten Abstandhaltern,
wie sie beispielsweise aus der DE-OS 30 02 904 bekannt sind, ist nicht ohne weiteres
möglich, bzw. nur im begrenzten Ausmaß durchführbar, da diese an den in den Ansetzwerkzeugen
vorgesehenen Führungs- und Umlenkrollen anhaften würden. Eine Vorrichtung zum Ansetzen
von swiggle-strips ist z.B. aus der DE-OS 3 310 441 bekannt.
[0003] Anderseits ist es wenig sinnvoll, eine Glastafel, auf die ein derartiger, vorgefertigter
Abstandhalter angesetzt werden soll, in ihrer Gesamtheit zu erwärmen.
[0004] Aus der EP-B- 061 183 ist eine Vorrichtung bekannt, mit der die Randbereiche von
Isolierglasscheiben erwärmt werden können, um den Kleber, mit dem ein zwischen die
Glas tafeln der Isolierglasscheibe eingefügte Abstandhalterrahmen beschichtet ist,
durch Wärmezufuhr zu aktivieren, um eine Verklebung zwischen dem Abstandhalter und
den beiden Glastafeln zu erzielen.
[0005] Die Heizelemente der aus der EP-A-061 183 bekannten Vorrichtung sind ausschließlich
parallel zur Ebene der im Randbereich anzuwärmenden Glastafeln beweglich angeordnet.
Eine Anregung, die horizontalen Heizelemente an ausschwenkbaren Halterungen vorzusehen,
ist der EP-A-061 183 nicht zu entnehmen.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der eingangs genannten
Gattung anzugeben, die einfach aufgebaut und mit welcher der Randbereich einer Glastafel
vor dem Ansetzen eines vorgefertigten Abstandhalters (swiggle-strip) rasch angewärmt
werden kann. Weiters soll die erfindungsgemäße Vorrichtung problemlos in eine Linie
zur Herstellung von Isolierglas integriert werden können.
[0007] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe bei einer Vorrichtung der eingangs genannten Gattung
dadurch gelöst, daß die horizontalen Heizelemente an Trägern befestigt sind, die um
horizontale Achsen verschwenkbar sind, so daß die Heizelemente aus ihrer der Glastafel
zugeordneten Wirklage ausschwenkbar sind, und daß die vertikal ausgerichtete Heizvorrichtung
neben dem auslaufseitigen vertikalen Rand der seitlichen Abstützung vorgesehen ist
und vorzugsweise zwei einander zugekehrte Heizelemente aufweist.
[0008] Mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung, die in Anlagen zur Herstellung von Isolierglas,
in welchen die Glastafeln horizontal oder bevorzugt vertikal ausgerichtet befördert
und bearbeitet werden, problemlos integriert werden kann, können die Randbereiche
der Glastafeln rasch auf die gewünschte Temperatur aufgeheizt werden.
[0009] Da die horizontalen Heizelemente aus ihrer der Glastafel zugeordneten Wirklage ausschwenkbar
sind, und da die vertikal ausgerichtete Heizvorrichtung neben dem auslaufseitigen
vertikalen Rand der seitlichen Abstützung vorgesehen ist, können die Heizelemente
ständig auf Temperatur gehalten werden, wenn die Vorrichtung in Betrieb ist, ohne
daß sich die übrigen Teile der Vorrichtung übermäßig erwärmen, so daß die Heizelemente
nach dem Heranfördern einer Glastafel in die Vorrichtung nicht erst aufgeheizt werden
müssen. Auf diese Weise ist eine sehr kurze Taktzeit möglich.
[0010] Weitere Einzelheiten und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen
und der nachstehenden Beschreibung, des in der Zeichnung schematisch wiedergegebenen
Ausführungsbeispieles. Es zeigt Fig. 1 eine Vorrichtung zum Anwärmen des Randbereiches
von Glastafeln in Ansicht von vorne und Fig. 2 einen Schnitt längs der Linie II-II
in Fig. 1.
[0011] Die in Fig. 1 gezeigte Vorrichtung besitzt eine seitliche Abstützung 1 für die zu
behandelnden Glastafeln, die wie in modernen Isolierglasherstellungsanlagen üblich,
um wenige Grad nach hinten geneigt transportiert wird. Die Glastafeln liegen an der
seitlichen Abstützung 1, beispielsweise über nicht gezeigte, um parallel zur Ebene
der seitlichen Abstützung 1 ausgerichtete, d.h. im wesentlichen vertikale Achsen
frei drehbare Stützrollen ab. Am unteren Rand der seitlichen Abstützung 1 ist ein
Linearförderer 2 vorgesehen, der im gezeigten Ausführungsbeispiel durch eine Reihe
von Förderrollen 3, deren Achsen senkrecht zur Ebene der seitlichen Abstützung 1 ausgerichtet
sind, gebildet. Aus Fig. 1 ist noch ersichtlich, daß zwischen den einzelnen Förderrollen
3 des Linearförderers 2 Abdeckbleche 4 vorgesehen sind, zwischen denen die Förderrollen
3 geringfügig nach oben vorstehen.
[0012] In der Vorrichtung sind zwei horizontal ausgerichtete, langgestreckte Heizelemente
5 und 6 vorgesehen. Die Heizelemente 5 und 6 sind an Trägern 7 und 8 befestigt, die
um im wesentlichen horizontale Achsen 9 bzw. 10 mit Hilfe von Druckmittelmotoren 11
verschwenkbar sind. Auf diese Weise können die Heizelemente 5 und 6 aus ihrer in Fig.
1 gezeigten Wirklage in der sie dem unteren horizontalen Randbereich (Heizelement
5) bzw. dem oberen horizontalen Randbereich (Heizelement 6) einer Glastafel zugeordnet
sind, in eine Nicht-Wirklage (Fig. 2) ausgeschwenkt werden. Es ist daher die seitliche
Abstützung 1 und der Linearförderer 2 der Wärmeabstrahlung der Heizelemente 5 und
6 nicht ausgesetzt, wenn in der Vorrichtung gerade keine Glastafel angewärmt wird.
[0013] Neben dem, bezogen auf die Förderrichtung (Pfeil 12) hinteren, vertikalen Rand 13
der seitlichen Abstützung 1 ist eine Heizvorrichtung 14 vorgesehen, die aus zwei einander
zugekehrten Heizelementen 15 und 16 (Fig. 2) besteht. Zwischen den beiden Heizelementen
15 und 16 der Heizvorrichtung 14 ist ein Spalt freigelassen, durch den sich eine
Glastafel bewegt. Die Heizvorrichtung 14 dient zum Anwärmen der im wesentlichen vertikalen
Abschnitte der Randbereiche der Glastafel.
[0014] Um das obere der beiden horizontal ausgerichteten langgestreckten Heizelemente 5
und 6, d.h. das Heizelement 6 gegenüber dem oberen, horizontalen Abschnitt des Randbereiches
einer Glastafel ausrichten zu können, ist dessen Träger 8 im Maschinengestell 17 bzw.
auf mit diesem verbundenen Führungsschienen auf- und abverschiebbar (Pfeile 18) geführten
Schlitten 19 und 20 gelagert. Die Schlitten 19 und 20 des Heizelementes 6 werden von
einer Steuerung, der ein der Höhe der im Randbereich anzuwärmenden Glastafel entsprechendes
Signal zugeführt wird, durch ihre Antriebe vertikal so ausgerichtet, daß das obere
Heizelement 6 dem oberen Abschnitt des Randbereiches einer Glastafel gegenüberliegend
ausgerichtet ist, wenn es in seine Wirklage eingeschwenkt worden ist.
[0015] Zur Betätigung der Schlitten 19 und 20 können über Umlenkrollen 21 geführte Seilzüge
od.dgl. vorgesehen sein.
[0016] Die soeben beschriebene Vorrichtung arbeitet wie folgt:
[0017] Eine Glastafel wird an der seitlichen Abstützung 1 anliegend, vom Linearförderer
2 in die Vorrichtung gefördert und in ihr soweit transportiert, bis der bezogen auf
die Förderrichtung (Pfeil 12) vordere, im wesentlichen vertikal ausgerichtete Rand
der Glastafel zwischen den Heizelementen 15 und 16 der Heizvorrichtung 14 angeordnet
ist. Während des Förderns der Glastafel wird das obere horizontale Heizelement 6 entsprechend
der Höhe der Glastafel ausgerichtet und die Heizelemente 5 und 6 werden, sobald die
Glastafel, wie oben beschrieben, ausgerichtet worden ist, durch Betätigung der Druckmittelmotore
11 in ihre Wirklagen eingeschwenkt. Sobald der vordere, vertikal ausgerichtete und
die beiden horizontal ausgerichteten Abschnitte des Randbereiches der Glastafel hinreichend
erwärmt worden ist, wird die Glastafel weiterbefördert, bis sich ihr, bezogen auf
die Förderrichtung (Pfeil 12) hinterer Randbereich im Bereich der Heizvorrichtung
14 befindet. Während dieser Bewegung der Glastafel oder danach werden die horizontal
ausgerichteten Heizelemente 5 und 6 aus ihren Wirklagen ausgeschwenkt. Nachdem nun
auch der hintere Randbereich der Glastafel angewärmt worden ist, wird diese vorzugsweise
unmittelbar einer Vorrichtung zum Ansetzen eines Abstandhalters (swiggle-strip) zugeführt.
1. Vorrichtung zum Anwärmen des Randbereiches von Glastafeln, auf die vorgefertigte
Abstandhalter anzusetzen sind, mit einer seitlichen Abstützung (1) für die Glastafeln,
mit einem am unteren Rand der Abstützung (1) vorgesehen Linearförderer (2), der beispielsweise
aus einer Reihe von Förderrollen (3) besteht, mit zwei horizontal ausgerichteten,
den horizontalen Randbereichen der Glastafeln zugeordneten, langgestreckten Heizelementen
(5, 6) wobei das eine (5) der horizontal ausgerichteten Heizelemente (5, 6) unmittelbar
oberhalb des Linearförderers (2) angeordnet ist und das andere (6) der horizontal
ausgerichteten Heizelemente (5, 6) entlang der seitlichen Abstützung (1) auf- und
abbewegbar (Pfeil 18) ist, und mit einer langgestreckten, im wesentlichen vertikal
ausgerichteten Heizvorrichtung (14), dadurch gekennzeichnet, daß die horizontalen
Heizelemente (5, 6) an Trägern (7, 8) befestigt sind, die um horizontale Achsen (9,
10) verschwenkbar sind, so daß die Heizelemente (5, 6) aus ihrer der Glastafel zugeordneten
Wirklage ausschwenkbar sind, und daß die vertikal ausgerichtete Heizvorrichtung (14)
neben dem auslaufseitigen vertikalen Rand (13) der seitlichen Abstützung (1) vorgesehen
ist und vorzugsweise zwei einander zugekehrte Heizelemente (15, 16) aufweist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die vertikal ausgerichtete
Heizvorrichtung (14) im Gestell (17) der Vorrichtung starr befestigt ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß eine Steuerung
vorgesehen ist, die den Linearförderer (2) am unteren Rand der seitlichen Abstützung
(1) so lange im Betrieb setzt, bis der, bezogen auf die Förderrichtung (Pfeil 12)
vordere, vertikale Rand der Glastafel im Bereich der vertikalen Heizvorrichtung (14)
angeordnet ist, welche die horizontal ausgerichteten Heizelemente (5, 6) nach dem
Anwärmen des oberen und unteren horizontalen Randbereiches der Glastafel ausschwenkt
und die den Linearförderer (2) wieder in Betrieb setzt, bis der, bezogen auf die
Förderrichtung hintere, vertikale Rand der Glastafel, im Bereich der vertikalen Heizvorrichtung
(14) angeordnet ist, worauf nach dem Anwärmen dieses Randbereiches der Antrieb für
den Linearförderer (2) wieder in Betrieb gesetzt wird, um die Glastafel aus der Vorrichtung
zu fördern.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung
unmittelbar vor einer Station zum Ansetzen von vorgefertigten Abstandhaltern auf
die im Randbereich angewärmte Glastafel angeordnet ist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen
den Rollen (3) des Linearförderers (2) Abdeckbleche (4) vorgesehen sind.