(19)
(11) EP 0 311 594 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
12.04.1989  Patentblatt  1989/15

(21) Anmeldenummer: 88890244.2

(22) Anmeldetag:  26.09.1988
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4E06B 3/66
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE ES FR GB GR IT LI LU NL SE

(30) Priorität: 05.10.1987 AT 2528/87

(71) Anmelder: Lisec, Peter
A-3363 Amstetten-Hausmening (AT)

(72) Erfinder:
  • Lisec, Peter
    A-3363 Amstetten-Hausmening (AT)

(74) Vertreter: Beer, Otto, Dipl.-Ing. et al
Patentanwälte Dipl.-Ing. Otto Beer Dipl.-Ing. Manfred Beer Dipl.-Ing. Reinhard Hehenberger Lindengasse 8
1070 Wien
1070 Wien (AT)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Vorrichtung zum Anwärmen des Randbereiches von Glastafeln


    (57) Eine Vorrichtung zum Anwärmen des Randbereiches von Glas­tafeln, auf die vorgefertigte Abstandhalter anzusetzen sind, besitzt eine seitliche Abstützung (1) für die Glas­tafeln und einen am unteren Rand der Abstützung (1) vor­gesehenen Linearförderer (2), der beispielsweise durch eine Reihe von Förderrollen (3) gebildet ist. Weiters sind zwei horizontal ausgerichtete, den horizontalen Randbereichen der Glastafel zugeordnete, langgestreckte Heizelemente (5, 6) vorgesehen. Von den horizontal aus­gerichteten Heizelementen (5, 6) ist eines (5) unmittel­bar oberhalb des Linearförderers (2) und das andere (6) entlang der seitlichen Abstützung (1) auf- und abbewegbar (Pfeil 18) angeordnet. Beide horizontalen Heizelemente (5, 6) sind an Trägern (7, 8) befestigt, die um horizon­tale Achsen (9, 10) verschwenkbar sind, so daß die Heiz­elemente (5, 6) aus ihrer der Glastafel zugeordneten Wirklage ausschwenkbar sind. Schließlich ist eine lang­gestreckte (5), im wesentlichen vertikal ausgerichtete Heizvorrichtung (14) vorgesehen, die neben dem auslauf­seitigen, vertikalen Rand (13) der seitlichen Abstützung (1) vorgesehen ist und zwei einander zugekehrte Heizele­mente (15, 16) aufweist.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Anwärmen des Randbereiches von Glastafeln, auf die vorgefertigte Ab­standhalter anzusetzen sind, mit einer seitlichen Abstüt­zung für die Glastafeln, mit einem am unteren Rand der Abstützung orgesehen Linearförderer, der beispielsweise aus einer Reihe von Förderrollen besteht, mit zwei hori­zontal ausgerichteten, den horizontalen Randbereichen der Glastafeln zugeordneten, langgestreckten Heizelementen, wobei das eine der horizontal ausgerichteten Heizelemente unmittelbar oberhalb des Linearförderers angeordnet ist und das andere der horizontal ausgerichteten Heizelemente entlang der seitlichen Abstützung auf- und abbewegbar ist, und mit einer langgestreckten, im wesentlichen ver­tikal ausgerichteten Heizvorrichtung.

    [0002] Das Ansetzen von vorgefertigten Abstandhaltern auf Glas­tafeln im Zuge der Herstellung von Isolierglasscheiben erfordert eine Mindesttemperatur der Glastafel und/oder des Abstandhalters, damit fester Halt des vorgefertigten flexiblen Abstandhalters (swiggle strip) an der Glastafel erzielt wird. Die Erwärmung von vorgefertigten Abstand­haltern, wie sie beispielsweise aus der DE-OS 30 02 904 bekannt sind, ist nicht ohne weiteres möglich, bzw. nur im begrenzten Ausmaß durchführbar, da diese an den in den Ansetzwerkzeugen vorgesehenen Führungs- und Umlenkrollen anhaften würden. Eine Vorrichtung zum Ansetzen von swig­gle-strips ist z.B. aus der DE-OS 3 310 441 bekannt.

    [0003] Anderseits ist es wenig sinnvoll, eine Glastafel, auf die ein derartiger, vorgefertigter Abstandhalter angesetzt werden soll, in ihrer Gesamtheit zu erwärmen.

    [0004] Aus der EP-B- 061 183 ist eine Vorrichtung bekannt, mit der die Randbereiche von Isolierglasscheiben erwärmt wer­den können, um den Kleber, mit dem ein zwischen die Glas­ tafeln der Isolierglasscheibe eingefügte Abstandhalter­rahmen beschichtet ist, durch Wärmezufuhr zu aktivieren, um eine Verklebung zwischen dem Abstandhalter und den beiden Glastafeln zu erzielen.

    [0005] Die Heizelemente der aus der EP-A-061 183 bekannten Vor­richtung sind ausschließlich parallel zur Ebene der im Randbereich anzuwärmenden Glastafeln beweglich angeord­net. Eine Anregung, die horizontalen Heizelemente an aus­schwenkbaren Halterungen vorzusehen, ist der EP-A-061 183 nicht zu entnehmen.

    [0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrich­tung der eingangs genannten Gattung anzugeben, die ein­fach aufgebaut und mit welcher der Randbereich einer Glastafel vor dem Ansetzen eines vorgefertigten Abstand­halters (swiggle-strip) rasch angewärmt werden kann. Wei­ters soll die erfindungsgemäße Vorrichtung problemlos in eine Linie zur Herstellung von Isolierglas integriert werden können.

    [0007] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe bei einer Vorrichtung der eingangs genannten Gattung dadurch gelöst, daß die horizontalen Heizelemente an Trägern befestigt sind, die um horizontale Achsen verschwenkbar sind, so daß die Heizelemente aus ihrer der Glastafel zugeordneten Wirk­lage ausschwenkbar sind, und daß die vertikal ausgerich­tete Heizvorrichtung neben dem auslaufseitigen vertikalen Rand der seitlichen Abstützung vorgesehen ist und vor­zugsweise zwei einander zugekehrte Heizelemente aufweist.

    [0008] Mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung, die in Anlagen zur Herstellung von Isolierglas, in welchen die Glastafeln horizontal oder bevorzugt vertikal ausgerichtet befördert und bearbeitet werden, problemlos integriert werden kann, können die Randbereiche der Glastafeln rasch auf die ge­wünschte Temperatur aufgeheizt werden.

    [0009] Da die horizontalen Heizelemente aus ihrer der Glastafel zugeordneten Wirklage ausschwenkbar sind, und da die ver­tikal ausgerichtete Heizvorrichtung neben dem auslaufsei­tigen vertikalen Rand der seitlichen Abstützung vorgese­hen ist, können die Heizelemente ständig auf Temperatur gehalten werden, wenn die Vorrichtung in Betrieb ist, oh­ne daß sich die übrigen Teile der Vorrichtung übermäßig erwärmen, so daß die Heizelemente nach dem Heranfördern einer Glastafel in die Vorrichtung nicht erst aufgeheizt werden müssen. Auf diese Weise ist eine sehr kurze Takt­zeit möglich.

    [0010] Weitere Einzelheiten und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen und der nachstehenden Be­schreibung, des in der Zeichnung schematisch wiedergege­benen Ausführungsbeispieles. Es zeigt Fig. 1 eine Vor­richtung zum Anwärmen des Randbereiches von Glastafeln in Ansicht von vorne und Fig. 2 einen Schnitt längs der Li­nie II-II in Fig. 1.

    [0011] Die in Fig. 1 gezeigte Vorrichtung besitzt eine seitliche Abstützung 1 für die zu behandelnden Glastafeln, die wie in modernen Isolierglasherstellungsanlagen üblich, um we­nige Grad nach hinten geneigt transportiert wird. Die Glastafeln liegen an der seitlichen Abstützung 1, bei­spielsweise über nicht gezeigte, um parallel zur Ebene der seitlichen Abstützung 1 ausgerichtete, d.h. im we­sentlichen vertikale Achsen frei drehbare Stützrollen ab. Am unteren Rand der seitlichen Abstützung 1 ist ein Line­arförderer 2 vorgesehen, der im gezeigten Ausführungsbei­spiel durch eine Reihe von Förderrollen 3, deren Achsen senkrecht zur Ebene der seitlichen Abstützung 1 ausge­richtet sind, gebildet. Aus Fig. 1 ist noch ersichtlich, daß zwischen den einzelnen Förderrollen 3 des Linearför­derers 2 Abdeckbleche 4 vorgesehen sind, zwischen denen die Förderrollen 3 geringfügig nach oben vorstehen.

    [0012] In der Vorrichtung sind zwei horizontal ausgerichtete, langgestreckte Heizelemente 5 und 6 vorgesehen. Die Heiz­elemente 5 und 6 sind an Trägern 7 und 8 befestigt, die um im wesentlichen horizontale Achsen 9 bzw. 10 mit Hilfe von Druckmittelmotoren 11 verschwenkbar sind. Auf diese Weise können die Heizelemente 5 und 6 aus ihrer in Fig. 1 gezeigten Wirklage in der sie dem unteren horizontalen Randbereich (Heizelement 5) bzw. dem oberen horizontalen Randbereich (Heizelement 6) einer Glastafel zugeordnet sind, in eine Nicht-Wirklage (Fig. 2) ausgeschwenkt wer­den. Es ist daher die seitliche Abstützung 1 und der Li­nearförderer 2 der Wärmeabstrahlung der Heizelemente 5 und 6 nicht ausgesetzt, wenn in der Vorrichtung gerade keine Glastafel angewärmt wird.

    [0013] Neben dem, bezogen auf die Förderrichtung (Pfeil 12) hin­teren, vertikalen Rand 13 der seitlichen Abstützung 1 ist eine Heizvorrichtung 14 vorgesehen, die aus zwei einander zugekehrten Heizelementen 15 und 16 (Fig. 2) besteht. Zwischen den beiden Heizelementen 15 und 16 der Heizvor­richtung 14 ist ein Spalt freigelassen, durch den sich eine Glastafel bewegt. Die Heizvorrichtung 14 dient zum Anwärmen der im wesentlichen vertikalen Abschnitte der Randbereiche der Glastafel.

    [0014] Um das obere der beiden horizontal ausgerichteten lang­gestreckten Heizelemente 5 und 6, d.h. das Heizelement 6 gegenüber dem oberen, horizontalen Abschnitt des Randbe­reiches einer Glastafel ausrichten zu können, ist dessen Träger 8 im Maschinengestell 17 bzw. auf mit diesem ver­bundenen Führungsschienen auf- und abverschiebbar (Pfeile 18) geführten Schlitten 19 und 20 gelagert. Die Schlitten 19 und 20 des Heizelementes 6 werden von einer Steuerung, der ein der Höhe der im Randbereich anzuwärmenden Glas­tafel entsprechendes Signal zugeführt wird, durch ihre Antriebe vertikal so ausgerichtet, daß das obere Heiz­element 6 dem oberen Abschnitt des Randbereiches einer Glastafel gegenüberliegend ausgerichtet ist, wenn es in seine Wirklage eingeschwenkt worden ist.

    [0015] Zur Betätigung der Schlitten 19 und 20 können über Um­lenkrollen 21 geführte Seilzüge od.dgl. vorgesehen sein.

    [0016] Die soeben beschriebene Vorrichtung arbeitet wie folgt:

    [0017] Eine Glastafel wird an der seitlichen Abstützung 1 an­liegend, vom Linearförderer 2 in die Vorrichtung geför­dert und in ihr soweit transportiert, bis der bezogen auf die Förderrichtung (Pfeil 12) vordere, im wesentlichen vertikal ausgerichtete Rand der Glastafel zwischen den Heizelementen 15 und 16 der Heizvorrichtung 14 angeordnet ist. Während des Förderns der Glastafel wird das obere horizontale Heizelement 6 entsprechend der Höhe der Glas­tafel ausgerichtet und die Heizelemente 5 und 6 werden, sobald die Glastafel, wie oben beschrieben, ausgerichtet worden ist, durch Betätigung der Druckmittelmotore 11 in ihre Wirklagen eingeschwenkt. Sobald der vordere, verti­kal ausgerichtete und die beiden horizontal ausgerichte­ten Abschnitte des Randbereiches der Glastafel hinrei­chend erwärmt worden ist, wird die Glastafel weiterbe­fördert, bis sich ihr, bezogen auf die Förderrichtung (Pfeil 12) hinterer Randbereich im Bereich der Heiz­vorrichtung 14 befindet. Während dieser Bewegung der Glastafel oder danach werden die horizontal ausgerich­teten Heizelemente 5 und 6 aus ihren Wirklagen ausge­schwenkt. Nachdem nun auch der hintere Randbereich der Glastafel angewärmt worden ist, wird diese vorzugsweise unmittelbar einer Vorrichtung zum Ansetzen eines Ab­standhalters (swiggle-strip) zugeführt.


    Ansprüche

    1. Vorrichtung zum Anwärmen des Randbereiches von Glasta­feln, auf die vorgefertigte Abstandhalter anzusetzen sind, mit einer seitlichen Abstützung (1) für die Glastafeln, mit einem am unteren Rand der Abstützung (1) vorgesehen Linearförderer (2), der beispielsweise aus einer Reihe von Förderrollen (3) besteht, mit zwei horizontal ausgerichteten, den horizontalen Randberei­chen der Glastafeln zugeordneten, langgestreckten Heizelementen (5, 6) wobei das eine (5) der horizontal ausgerichteten Heizelemente (5, 6) unmittelbar ober­halb des Linearförderers (2) angeordnet ist und das andere (6) der horizontal ausgerichteten Heizelemente (5, 6) entlang der seitlichen Abstützung (1) auf- und abbewegbar (Pfeil 18) ist, und mit einer langgestreck­ten, im wesentlichen vertikal ausgerichteten Heizvor­richtung (14), dadurch gekennzeichnet, daß die hori­zontalen Heizelemente (5, 6) an Trägern (7, 8) befe­stigt sind, die um horizontale Achsen (9, 10) ver­schwenkbar sind, so daß die Heizelemente (5, 6) aus ihrer der Glastafel zugeordneten Wirklage aus­schwenkbar sind, und daß die vertikal ausgerichtete Heizvorrichtung (14) neben dem auslaufseitigen ver­tikalen Rand (13) der seitlichen Abstützung (1) vor­gesehen ist und vorzugsweise zwei einander zugekehrte Heizelemente (15, 16) aufweist.
     
    2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die vertikal ausgerichtete Heizvorrichtung (14) im Gestell (17) der Vorrichtung starr befestigt ist.
     
    3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn­zeichnet, daß eine Steuerung vorgesehen ist, die den Linearförderer (2) am unteren Rand der seitlichen Ab­stützung (1) so lange im Betrieb setzt, bis der, be­zogen auf die Förderrichtung (Pfeil 12) vordere, ver­tikale Rand der Glastafel im Bereich der vertikalen Heizvorrichtung (14) angeordnet ist, welche die hori­zontal ausgerichteten Heizelemente (5, 6) nach dem An­wärmen des oberen und unteren horizontalen Randberei­ches der Glastafel ausschwenkt und die den Linearför­derer (2) wieder in Betrieb setzt, bis der, bezogen auf die Förderrichtung hintere, vertikale Rand der Glastafel, im Bereich der vertikalen Heizvorrichtung (14) angeordnet ist, worauf nach dem Anwärmen dieses Randbereiches der Antrieb für den Linearförderer (2) wieder in Betrieb gesetzt wird, um die Glastafel aus der Vorrichtung zu fördern.
     
    4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung unmittelbar vor einer Station zum Ansetzen von vorgefertigten Abstand­haltern auf die im Randbereich angewärmte Glastafel angeordnet ist.
     
    5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den Rollen (3) des Line­arförderers (2) Abdeckbleche (4) vorgesehen sind.
     




    Zeichnung







    Recherchenbericht