Gebiet der Technik
[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf Verdrängermaschinen, und zwar auf Hubkolbenverdichter
und Kolbenpumpen, und betrifft insbesondere den Kolben einer Verdrängermaschine.
Zugrundliegender Stand der Technik
[0002] Im Laufe des Betriebes verschlechtert sich die Arbeitscharakteristik des Kolbens
einer Verdrängermaschine durch Erweiterung der Spiele zwischen den Reibflächen seiner
Bauteile wegen des Verschleisses der letzteren.
[0003] Es ist ein Kolben, einer Verdrängermaschine, insbesondere ein Pumpenkolben, bekannt
(US, A, 3532446), der einen mit einer Kolbenstange verbundenen Kopf, einen elastischen
Dichtungsring mit kovexer Aussenfläche zum Berühren des Zylinders der Verdrängermaschine
enthält, wobei der besagte Dichtungsring längs der Achse des Kopfes zwischen daran
ausgeführten Bewegungsbegrenzern für den Dichtungsring bewegbar angeordnet ist, deren
einer als Bund ausgebildet ist. Der Kolbenkopf weist die Form einer Scheibe auf, an
deren einer Stirnseite mit ihren Enden die Kolbenstange in der Mitte und am Umlauf
in gleichen Abständen zueinander auf der Kreislinie drei der Kolbenstange parallele
Stäbe befestigt sind. Die freien Enden der Stäbe sind zum Zylinder hin abgebogen.
Zwischen der Scheibe und den abgebogenen Enden der Stäbe ist der elastische Dichtungsring
angeordnet. Der Innendurchmesser des Dichtungsringes ist grösse als der Durchmesser
des Kreises, auf dem sich die Stäbe befinden. Die abgebogenen Enden der Stäbe und
die Scheibe dienen als Bewegungsbegrenzer für den Dichtungsring. Die abgebogenen Enden
der Stäbe erfüllen die Funktion des Bundes, gegen den sich der Dichtungsring stemmt,
wenn sich der Kolben in der Richtung zum Einsaugen des Arbeitsmediums (Flüssigkeit)
in den kurbelseitigen Zylinderraum der Pumpe bewegt. Bei dem Kolbenhub nach entgegengesetzter
Richtung zur Verdichtung des Arbeitsmediums im kurbelseitigen zylinderraum ist der
Dichtungsring durch die zwischen dem Ring und dem Pumpenzylinder wirkenden Reibungskräfte
an die Scheibe angedrückt. Während des Betriebes des Kolbens wird der Dichtungsring
einem starken Verschleiss ausgesetzt, wodurch die Betriebsdauer des Kolbens verkürzt
wird.
Offenbarung der Erfindung
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Kolben einer Verdrängermaschine zu
schaffen, bei dem der Kopf derart ausgebildet ist, dass die Standzeit des Dichtungsringes
bei seinem Verschleiss und somit die Betriebsdauer des Kolbens erhöht werden können.
[0005] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass bei einem Yolben einer Verdrängermaschine,
enthaltend einen mit einer Kolbenstange verbundenen Kopf und einen elastischen Dichtungsring
mit konvexer Aussenfläche zur Berührung eines Zylinders der Verdrängermaschine, wobei
der Dichtungsring längs der Achse des Kopfes zwischen an diesem ausgeführten Bewegung
sbegrenzern für den Dichtungsring bewegbar angeordnet ist, deren einer als Bund ausgebildet
ist, erfindungsgemäss die Mantelfläche des Kopfes kegelförmig gestaltet ist, der Bund
an dessen den kleineren Durchmesser aufweisender Stirnseite ausgebildet ist, die Kolbenstange
mit einer den grösseren Durchmesser aufweisenden Stirnseite verbunden ist und als
zweiter 3ewegungsbegrenzer für den Dichtungsring ein Teil der Mantelfläche des Kopfes
dient, der seitlich der den grösseren Durchmesser aufweisenden Stirnseite liegt.
[0006] Zweckmässigerweise kann der Neigungswinkel der kegelförmigen Mantelfläche des Kopfes
zu seiner Achse grösser als der Reibungswinkel des Dichtungsringes sein.
[0007] Zweckmässigerweise kann der Dichtungsring im Schnitt eine Keilform aufweisen, die
sich nach ihrer Stirnseite hin verjüngt, die der den grösseren Durchmesser aufweisenden
Stirnseite des Kopfes zugekehrt ist.
[0008] Durch eine solche Ausführung des Kolbens einer Verdrängermaschine steigt seine Betriebsdauer
um mindestens das zweifache, und zwar deshalb, weil der Verschleiss der der Reibung
ausgesetzten Aussenfläche des Dichtungsringes dadurch ausgeglichen wird, dass der
Dichtungsring von der Mantelfläche des Kopfes beim Festklemmen im Spalt zwischen dem
Kopf und dem Zylinder der Verdrängermaschine gespreizt wird.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0009] Des weiteren wird die Erfindung an Hand der Beschreibung einer konkreten Ausführungsvariante
und der beigefügten Zeichnungen näher erläutert. In den Zeichnungen zeigt:
Fig. I die Gesamtansicht des Kolbens einer Verdrängermaschine (im teilweisen Längsschnitt)
bei dem Kolbenhub im Zylinder in der Richtung zum Verdichten des Arbeitsmediums im
deckelseitigen Zylinderraum, gemäss der Erfindung;
Fig. 2 dasselbe wie in Fig. I bei dem Kolbenhub im Zylinder in der Richtung zum Einsaugen
des Arbeitsmediums in den deckelseitigen Zylinderraum.
Beste Ausführungsvariante der Erfindung
[0010] Der Kolben einer Verdrängermaschine, der am Beispiel des Kolbens eines tragbaren
Automobilverdichters beschrieben wird, enthält einen Kopf I (Fig. I), dessen Mantelfläche
2 eine Kegelform mit geradliniger Erzeugender oder mit einer Erzeugenden in Form eines
Kreisbogens aufweist. Gemäss der in der Zeichnung gezeigten Ausführungsvariante der
Erfindung hat sie die Form eines Kegelstumpfes. Die Stirnseite 3 des Kopfes I, die
den grösseren Durchmesser aufweist, ist mit einer Kolbenstange 4 verbunden, die mit
dem Kopf I einstückig hergestellt ist. An der Stirnseite 5 des Kopfes I, die den kleineren
Durchmesser aufweist, ist ein Bund 6 mit zwei diametral verlaufenden Nuten 7 ausgeführt.
[0011] Am Kopf I ist ein elastischer Dichtungsring 8, beispielsweise aus Fluorkunststoff,
aufgesetzt.
[0012] Der Dichtungsring 8 besitzt eine konvexe Aussenfläche 9 zur Berührung eines Zylinders
10 des Verdichters. Die Innenfläche II des Dichtungsringes 8 ist auch konvex ausgebildet.
Der Dichtungsring 8 weist im Schnitt eine Keilform auf, die sich nach ihrer Stirnseite
12 verjüngt, und ist so angeordnet, dass diese Stirnseite 12 der den grösseren Durchmesser
aufweisenden Stirnseite 3 des Kopfes I zugekehrt ist. Zur Erhöhung der elastischen
Eigenschaften ist es zweckmässig, den Dichtungsring 8 als Schlitzring mit einer abgestuften
Trennlinie 13 herzustellen.
[0013] Der Neigung swinkel α der kegelförmigen Mantelfläche 2 des Kopfes I zu seiner Achse
"0" ist grösser als der Reibungswinkel des Werkstoffs des Dichtungsringes 8, damit
der letztere nicht im Spalt zwischen dem Zylinder 10 des Verdichters und dem Kopf
I des Kolbens festläuft.
[0014] Dabei muss der Neigungswinkel α einen solchen Betrag haben, bei welchem der Dichtungsring
8 von der Mantelfläche 2 des Kopfes I an den Zylinder 10 dicht angedrückt wird, und
üblicherweise überschreitet er 6° nicht. In der gegebenen Ausführungsvariante der
Erfindung ist er gleich ~ 15°. Einen Neigungswinkel von über 30° auszuwählen ist nicht
zweckmässig.
[0015] Während des Kolbenhubes in der in Fig. I mit dem Pfeil A angedeuteten Richtung, bei
dem das Arbeitsmedium, insbesondere Luft, im deckelseitigen Zylinderraum "P" verdichtet
wird, berührt der Dichtungsring 8 mit seiner Innenfläche II die Mantelfläche 2 des
Kopfes I seitlich der Stirnseite 3. Das heisst, die Mantelfläche 2 des Kopfes I dient
als 3ewegungsbegrenzer für den Dichtungsring 8. Als zweiter Bewegungsbegrenzer für
den Dichtungsring 8 dient der Bund 6, gegen den sich der Dichtungsring 8 stemmt, wenn
der Kolben einen Hub in der Richtung zum Einsaugen der Luft in den deckelseitigen
Zylinderraum "P" ausführt. Dabei besteht zwischen der Innenfläche II des Dichtungsringes
8 und der Mantelfläche 2 des Kopfes I ein Spalt I4 (Fig. 2), der den kurbelseitigen
Zylinderraum "S" mit dem deckelseitigen Zylinderraum "P" verbindet.
[0016] Der erfindungsgemässe Kolben einer Verdrängermaschine arbeitet wie folgt.
[0017] Während des Betriebes des Verdichters erfolgt beim Hin
- und Hergang des Kolbens im Zylinder 10 abwechselnd das Einsaugen des Arbeitsmediums,
insbesondere der Luft, in den deckelseitigen Zylinderraum "p" und das Verdichten des
Arbeitsmediums in diesem Raum mit nachfolgendem Fördern der verdichteten Luft an den
Verbraucher.
[0018] Beim Einsaugen der Luft in den deckelseitigen Zylinderraum "P", wenn sich der Kolben
zum unteren Totpunkt hin gewegt, d.h. bei dem Vorwärtshub des Kolbens in der Richtung,
die in Fig. 2 mit dem Pfeil B angedeutet ist, stemmt sich der Dichtungsring 8 mit
der einen Stirnseite gegen den Bund 6 und berührt mit seiner Aussenfläche 9 den Zylinder
10 des Verdichters. Dabei strömt die Luft aus dem kurbelseitigen Zylinderraum "S"
über den ringförmigen Spalt I4 und die Nuten 7 in den deckelseitigen Zylinderraum
"P''. Die konvexe Innenfläche II des Dichtungsringes 8 ergibt den grösstmöglichen
Flächeninhalt des Durchgangsschnittes des Spaltes 14 zum Durchgang der Luft.
[0019] Beim Umkehren des Kolbenhubes, d.h. im Anfangsmoment des Rückhubes des Kolbens zum
oberen Totpunkt in der Richtung, die in Fig. I mit dem Pfeil A angedeutet ist, bewegt
sich der Kopf I relativ zum Dichtungsring 8 so weit, bis dieser letztere mit seiner
Innenfläche II den Teil der Mantelfläche 2 des Kopfes I, der sich seitlich der Stirnseite
3 befindet, berührt. Dann beginnt der Dichtungsring 8 sich gemeinsam mit dem Kopf
I zu bewegen. Dabei überdeckt er völlig den Spalt zwischen dem Kopf I und dem Zylinder
10, und im deckelseitigen Zylinderraum "P" erfolgt die Luftverdichtung bis auf den
erforderlichen Druck mit nachfolgendem Fördern der verdichteten Luft an den Verbraucher.
[0020] Im Anfangsmoment des Vorwärtshubes des Kolbens bewegt sich der Kopf I relativ zum
Dichtungsring 8 so weit, bis sein Bund 6 mit dem Dichtungsring 8 in Berührung tritt.
Dann beginnt sich der Dichtungsring 8 gemeinsam mit dem Kopf I zu bewegen, und der
Vorgang des Einsaugens der Luft in den deckelseitigen Zylinderraum "P" wiederholt
sich.
[0021] Mit dem Abnutzen des Dichtungsringes 8 spreizt die Mantelfläche 2 des Kopfes I beim
Festklemmen des Dichtungsringes 8 im Spalt zwischen dem Kopf I und dem Zylinder 10
diesen Ring 8 aus und drückt ihn an den Zylinder 10 dicht an. Dabei schliesst die
abgestufte Form der Trennlinie 13 die Möglichkeit einer axialen Verschiebung des Dichtungsringes
8 längs der Trennlinie 13 aus.
[0022] Die Keilform des Schnittes des Dichtungsringes 8 erhöht sein Dichtungsvermögen, während
die kegelige Form des Kopfes I die Aufrechterhaltung der erforderlichen Charakteristiken
des Verdichters bei dessen längerem Betrieb ermöglicht.
Gewerbliche Anwendbarkeit
[0023] Der erfindungsgemässe Kolben einer Verdrängermaschine eignet sich für beliebige Hubkolbenverdichter
und Kolbenpumpen, beispielsweise für tragbare Automobilverdichter.
I. Kolben einer Verdrängermaschine, enthaltend einen mit einer Kolbenstange (4) verbundenen
Kopf (I) und einen elastischen Dichtungsring (8) mit konvexer Aussenfläche (9) zur
Berührung eines Zylinders (10) der Verdrängermaschine, wobei der nichtungsring (8)
längs der Achse des Kopfes (I) zwischen an diesem ausgeführten Bewegungsbegrenzern
für den Dichtungsring (8) bewegbar angeordnet ist, deren einer als Bund (6) ausgebildet
ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Mantelfläche (2) des Kopfes (I) kegelförmiggestaltet
ist, der Bund (6) an dessen den kleineren Durchmesser aufweisender Stirnseite (5)
ausgebildet ist, die Kolbenstange (4) mit einer den grösseren Durchmesser'aufweisenden
Stirnseite (3) verbunden ist und als zweiter Bewegungsbegrenzer für den Dichtungsring
(8) ein Teil der Mantelfläche (2) des Kopfes (I) dient, der seitlich der den grösseren
Durchmesser aufweisenden Stirnseite (3) liegt.
2. Kolben einer Verdrängermaschine nach Anspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass der
Neigungswinkel der kegelförmigen Mantelfläche (2) des Kopfes (I) zu seiner Achse grösser
als der Reibungswinkel des Dichtungsringes (8) ist.
3. Kolben einer Verdrängermaschine nach Anspruch I oder 2, dadurch gekennzeichnet,
dass der Dichtungsring (8) im Schnitt eine Keilform aufweist, die sich nach ihrer
Stirnseite (12) hin verjüngt, die der den grösseren Durchmesser aufweisenden Stirnseite
(3) des Kopfes (I) zugekehrt ist.