[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Druckspüler für Wasserklosetts gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 1.
[0002] Bei diesem in dem DE-GM 86 27 410 beschriebenen ZweiMengen-Druckspüler kann, indem
die Bedienungstaste des Druckspülers nur leicht gedrückt wird, nur der Verschlußstößel
des Entlastungsventils von seinem Verschlußsitz nach unten abgedrückt werden, so daß
der Verschlußstößel um einen langen Weg bis auf den Mitnehmeranschlag des Spülventilkolbens
absinkt und von dem in die Öffnungsstellung hochsteigenden Spülventilkolben wieder
gegen den Verschlußsitz des Entlastungsventils anzuheben ist. Dadurch ergibt sich
die in der Praxis geforderte große Spülmenge von etwa 6 Litern. Wird hingegen die
Bedienungstaste fester und tiefer gedrückt, wird nicht nur der Verschlußstößel von
seinem Verschlußsitz nach unten abgedrückt, sondern wird auch noch der den Verschlußsitz
enthaltende, abgedichtet und verschiebbar im Druckspüler gelagerte Kolbenkörper um
einen durch eine Hubbegrenzung begrenzten Teil des Öffnungsweges des absinkenden
Verschlußstößels heruntergeschoben, so daß der Spülventilkolben weniger Weg und weniger
Zeit braucht, um den Verschlußstößel wieder gegen den heruntergeschobenen Verschlußsitz
des Entlastungsventils anzuheben. Hierdurch ergibt sich eine in der Praxis zulässige
kleine Spülmenge von etwa 3,5 Litern. Die Bedienung dieses Druckspülers hat für die
Praxis jedoch noch Nachteile. Da die Bedienungstaste immer, auch bei gewünschter
großer Spülmenge, bis gegen einen der kleinen Spülmenge zugeordneten Anschlag herunterdrückbar
ist, kann ein unbeabsichtigtes kräftiges, zu tiefes Herunterdrükken der Bedienungstaste
dazu führen, daß statt der benötigten und gewünschten großen Spülmenge nur eine reduzierte
oder die kleine Spülmenge vom Druckspüler abgegeben wird. Gefühlsmäßig ist beim Betätigen
des Druckspülers schwierig diejenige Zwischenstellung der Bedienungstaste zu erkennen,
ab der eine Betätigung des Verschlußstößels für die große Spülmenge in eine Betätigung
des Kolbenkörpers für eine verringerte Spülmenge übergeht. Dies wird noch dadurch
erschwert, daß beim Öffnen des Entlastungsventils mit der direkt gegen den Verschlußstößel
in dessen Verschiebeachse drückenden Bedienungstaste der in der entgegengesetzten
Richtung auf den Verschlußstößel einwirkende Wasserdruck überwunden werden muß, der
bei vorkommenden hohen Leitungsdrücken außerdem auf das Entlastungsventil eine solche
Gegenkraft ausüben kann, daß ein Drücken der Bedienungstaste des Druckspülers beschwerlich
wird.
[0003] Die Erfindung hat zur Aufgabe, den Druckspüler der eingangs genannten Art weiterzuentwickeln,
um die Bedienung für die Abgabe der größten und der kleinsten Spülmenge zu vereinfachen
und zu erleichtern.
[0004] Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung durch die im kennzeichnenden Teil des Anspruchs
1 enthaltenen Merkmale gelöst. Hierdurch ist der großen und der kleinen Spülmenge
je eine eigene Drucktaste mit begrenztem Betätigungsweg zugeordnet, so daß für eine
zuverlässige Bedienung des Druckspülers zur Abgabe der großen oder der kleinen Spülmenge
nur die jeweilige Drucktaste mit einem einfachen manuellen Betätigungsimpuls ganz
bis zu ihrem Anschlag heruntergedrückt zu werden braucht. Die Zuordnung der beiden
Drucktasten zu den beiden Spülmengen läßt sich optisch und begrifflich einfach kennzeichnen,
beispielsweise mit einem Plus-Symbol für die große und einem Minus-Symbol für die
kleine Spülmenge oder indem die der großen Spülmenge zugeordnete Drucktaste mit einer
grösseren Länge aus dem Druckspülergehäuse herausragt als die andere Drucktaste.
Beide Drucktasten wirken auf einen langen Hebelarm der Wippe ein, die mit einem kurzen
Hebelarm an dem Betätigungsstößel angreift, so daß durch das Hebelübersetzungsverhältnis
der Wippe die an den Drucktasten zum Öffnen des Entlastungsventils aufzubringende
Kraft reduziert wird und die Bedienung des Druckspülers auch bei höheren vorkommenden
Leitungsdrücken bequem ist.
[0005] In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Druckspülerausbildung
in einem vertikalen Mittelschnitt dargestellt.
[0006] Der Druckspüler enthält unter einem Gehäusedeckel 1 die übliche Druckausgleichskammer,
die durch eine Zulaufdüse mit dem Wassereintritt des Druckspülers in Verbindung
steht und in der sich ein Wasserdruck aufbaut, der den auf den Spülventilkolben bei
dessen Schließstellung einwirkenden Leitungsdruck kompensiert. Durch Öffnen des aus
einem Verschlußstößel 13 und einem Verschlußsitz 14 bestehenden Entlastungsventils
wird das Wasser aus der Druckausgleichskammer durch einen Ablaufkanal 10 mit einer
verstellbaren Entlastungsdüse 11 zum Wasseraustritt des Druckspülers abgelassen, so
daß der Leitungsdruck den Spülventilkolben in die Öffnungsstellung anheben kann. Nach
dem manuellen Abdrücken des Verschlußstößels 13 vom Verschlußsitz 14 sinkt der Verschlußstößel
13 selbsttätig bis auf einen Mitnehmeranschlag des sich anhebenden und öffnenden Spülventilkolbens
ab, der den Verschlußstößel 13 wieder gegen den Verschlußsitz 14 anhebt, um den im
Schließsinn auf den Spülventilkolben einwirkenden Druckaufbau in der Ausgleichskammer
einzuleiten. Weg und Zeit, die der Spülventilkolben hierfür braucht, bestimmen die
vom Druckspüler abgegebene große Spülmenge. Wird nach dem Abstoßen des Verschlußstößels
13 vom Verschlußsitz 14 außerdem noch manuell ein den Verschlußsitz 14 enthaltender,
abdichtend im Druckspüler verschiebbarer Kolbenkörper 16 um einen vorbestimmten Teil
des Öffnungsweges des Verschlußstößels 13 nach unten nachgeschoben, verkürzen sich
Weg und Zeit, die der Spülventilkolben zum Anheben des abgesunkenen Verschlußstößels
13 gegen den Verschlußsitz 14 braucht. Hierdurch wird die vom Druckspüler abgegebene
kleine Spülmenge bestimmt. Durch den Druckaufbau in der Druckausgleichskammer wird
auch der Kolbenkörper 16 mit dem in der Schließstellung befindlichen Verschlußstößel
13 wieder in die Ausgangsstellung hochgeschoben.
[0007] Zum Abdrücken des Verschlußstößels 13 vom Verschlußsitz 14 und zum Herunterschieben
des Kolbenkörpers 16 ist in dem Kopfstück 1 des Druckspülergehäuses ein Betätigungsstößel
9 verschiebbar angeordnet, dessen Gewicht zweckmäßigerweise durch eine Rückstellfeder
12 ausgeglichen wird. An dem Betätigungsstößel 9 greift eine waagbalkenartig auf
das Kopfende des Stößels aufgesetzte Betätigungswippe 18 an. Die Wippenenden 19 und
20 sind mit aus dem Druckspülergehäuse herausgeführten Drucktasten 21 bzw. 22 gekoppelt,
die durch Federn 23 gegen einen Gehäuseanschlag hochgedrückt werden. Die Drucktasten
21 und 22 bilden bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel direkt den Anschlag, der
die Bewegbarkeit der Wippenenden nach oben begrenzt und um den sich an dem nicht betätigten
Wippenende die Wippe beim Betätigen des anderen Wippenendes verschwenkt. Von diesem
Anschlag aus sind die Wippenenden 19 und 20 um einen vorbestimmten begrenzten Weg
abwärts verschwenkbar. Hierzu ist bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel die der
großen Spülmenge zugeordnete Drucktaste 21 um einen kleineren Hubweg herunterdrückbar,
bis eine Schulter 24 der Drucktaste gegen das Gehäusestück 1 anschlägt, und hat die
der kleinen Spülmenge zugeordnete Drucktaste 22 einen durch eine höher gelegene Anschlagschulter
25 begrenzten größeren Hubweg. Beim Abwärtsschwenken des Wippenendes 19 um den durch
die Drucktastenschulter 24 begrenzten Weg wird unter Berücksichti gung der Hebelverhältnisse
der Wippe 18 der Betätigungsstößel 9 um einen ersten Hubweg nach unten verschoben,
bei dem nur der Verschlußstößel 13 vom Verschlußsitz 14 abgestoßen wird und noch
nicht der Betätigungsstößel 9 gegen den Kolbenkörper 16 anstößt. Beim Abwärtsschwenken
des Wippenendes 20 um den durch die Drucktastenschulter 25 begrenzten Weg wird unter
Berücksichtigung der Hebelverhältnisse der Wippe 18 der Betätigungsstößel 9 zunächst
um den den Verschlußstößel 13 vom Verschlußsitz 14 abstoßenden ersten Hubweg und
dann noch um einen anschließenden zweiten Hubweg abwärts verschoben, bei dem der
Betätigungsstößel 9 auch noch den Kolbenkörper 16 berührt und um einen vorbestimmten
Teil des Öffnungsweges des Verschlußstößels 13 herunterschiebt.
[0008] Die Anschläge, die die Bewegbarkeit der Wippenenden 19 und 20 nach oben begrenzen
und von denen aus die Wippenenden und die vorstehend geschilderten,begrenzten Wege
abwärts verschwenkbar sind, können auch direkt von Gehäuseanschlägen gebildet sein.
Es kann dann beispielsweise das Wippenende 19 in eine vertikal längliche Öffnung
der Drucktaste 21 eingreifen, so daß die der größeren Spülmenge zugeordnete Drucktaste
21, damit sie nicht nur um einen kleinen Hubweg sondern wenigstens auch um den gleichen
Hubweg wie die der kleineren Spülmenge zugeordnete Drucktaste 22 herunterdrückbar
ist, bei der Betätigung zunächst einen Leerhub und dann erst den zum Verschieben des
Betätigungsstößels 9 notwendigen und wirksamen Hub ausführt.
Druckspüler für Wasserklosetts mit einem durch Federkraft auf einen Absperrsitz im
Druckspülergehäuse gedrückten und durch den Wasserdruck am Wassereintritt des Druckspülers
in die Öffnungsstellung anhebbaren Spülventilkolben, mit einer den Spülventilkolben
in der Schließrichtung beaufschlagenden Druckausgleichskammer, die durch eine Zulaufdüse
mit dem Wassereintritt verbunden ist und aus der das Wasser durch ein Enlastungsventil
zum Wasseraustritt des Druckspülers ablassbar ist, wobei ein Verschlußstößel des
Entlastungsvetils entgegen der Öffnungsbewegung des Spülventilkolbens manuell von
einem Verschlußsitz des Entlastungsventils abdrückbar und danach selbsttätig bis
auf einen Mitnehmeranschlag des Spülventilkolbens absenkbar ist und ein den Verschlußsitz
enthaltender Kolbenkörper dem abgesunkenen Verschlußstößel um einen Teil seines Öffnungsweges
manuell nachschiebbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß ein im Druckspüler verschiebbarer
Betätigungsstößel (9) mit einem ersten Hubweg den Verschlußstößel (13) vom Verschlußsitz
(14) abdrückt und mit einem anschließenden zweiten Hubweg den Kolbenkörper (16) verschiebt,
daß an dem Betätigungsstößel eine Betätigungswippe (18) angreift, deren beide freien
Wippenenden (19, 20) je mit einer aus dem Druckspülergehäuse herausgeführten Drucktaste
(21, 22) gekoppelt sind, und daß jedes Wippenende an einem Anschlag anliegt, der
den Schwenkpunkt der Wippe (18) beim Verschwenken des anderen Wippenendes bildet,
und von dem Anschlag aus um einen begrenzten Weg verschwenkbar ist, wobei dem begrenzten
Weg des einen Wippenendes (19) die Verschiebung des Betätigungsstößels (9) um den
ersten Hubweg und dem begrenzten Weg des anderen Wippenendes (20) die Verschiebung
des Betätigungsstößels (9) um den ersten und anschließend zweiten Hubweg zugeordnet
ist.