[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Kühlen von Flugstaub
mit den Merkmalen des Oberbegriffes der Ansprüche 1 und 4.
[0002] Bei einem bekannten Flugstaubtransportkühler (VGB Kraftwerkstechnik 63 (1983), Seiten
422 bis 427) wird der Flugstaub mit Hilfe von Druckluft zu dem Druckschleussystem
gefördert und dabei auf die gewünschte Endtemperatur gekühlt. Da der Flugstaub eine
Temperatur von etwa 850 Grad C aufweist, unterliegen die Injektoren, über die die
Förderluft zugeführt wird, einem hohen Verschleiß, der zu einem vorzeitigen Ausfall
dieser Anlagenteile führt.
[0003] Es ist auch bekannt (EP-PS 0 108 505) auf ein aus zwei Behältern bestehendes Druckschleussystem
zu verzichten und die Rohre des Kühlers so anzuordnen, daß die Strömungsrichtung des
FlugstaubGas-Gemisches wiederholt abrupt geändert wird, wodurch durch Krümmungsverluste
aufeinanderfolgende Druckminderungen entstehen. Bei einem solchen Flugstaubtransportkühler
müssen die Rohrkrümmungen in besonderer Weise ausgebildet sein, um Erosionsschäden
zu vermeiden. Außerdem ist eine Abkühlung des Flugstaubes nur bis auf 150 bis 200
Grad C möglich, daanderenfalls eine Unterschreitung des Taupunktes die Förderung durch
Bildung von Ansätzen an der Rohrinnenwand behindern würde. Die erreichte Endtemperatur
läßt auch keine einwandfreie Entsorgung des Flugstaubes zu.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, den bekannten Flugstaubtransportkühler
so auszubilden, daß Erosionsschäden durch den Staub, Korrosionsschäden durch das Transportgas
und ein Verstopfen der Transportleitung durch Taupunktunterschreitung vermieden werden.
[0005] Diese Aufgabe wird bei einem gattungsgemäßen Verfahren erfindungsgemäß durch die
kennzeichnenden Merkmale des Anspruches 1 gelöst. Eine Vorrichtung zur Durchführung
des Verfahrens ist in dem Anspruch 4 und vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung
sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0006] Bei der Erfindung erfolgt die Kühlung in zwei Stufen, wobei zwischen den Kühlstufen
das dem Druckabbau dienende Druckschleussystem vorgesehen ist. Druckmindernde und
damit erosionsempfindliche Einbauten in dem Rohrsystem des Kühlers sind nicht erforderlich.
Ebenso kann im heißen Bereich auf erosionsempfindliche Injektoren verzichtet werden,
da in der ersten Kühlstufe Rauchgas als Transportgas verwendet wird. Um Korrosion
und ein Verstopfen der Rohre durch ausfallende Säure oder Wasser zu vermeiden, wird
die Endtemperatur des Flugstaubes am Ende der ersten Kühlstufe auf eine oberhalb des
Taupunktes des Rauchgases liegende Temperatur begrenzt. Während der Kühlung auf die
eine einwandfreie Entsorgung zulassende Endtemperatur in der zweiten Kühlstufe wird
als Transportgas Luft verwendet, da durch Luft keine Taupunktunterschreitung auftreten
kann. Da die Flugstaubtemperatur vor dem Eintritt in die zweite Kühlstufe beträchtlich
abgesenkt ist, ist das Erosionsproblem innerhalb des für die Zufuhr der Förderluft
erforderlichen Injektors zu beherrschen.
[0007] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird im
folgenden näher erläutert. Die Zeichnung zeigt ein Fließschema für das Kühlen und
Transportieren des Flugstaubes.
[0008] Die Brennkammer 1 einer unter Druck betriebenen Wirbelschichtfeuerung ist rauchgasseitig
mit einem Abscheider 2, zum Beispiel einem Zyklon, verbunden, in dem Flugstaub aus
dem Rauchgas abgetrennt wird. Der Abscheider 2, dem weitere Abscheider nachgeschaltet
sind, weist einen Gasaustrag 3 und einen Feststoffaustrag 4 auf, an den ein Kühler
5 angeschlossen ist. Der Kühler 5 ist ein als Doppelrohr ausgebildeter Rohrkühler,
der aus einem inneren, der Aufnahme des Flugstaubes dienenden Rohr 6 besteht, das
von einem Kühlmantel 7 umgeben ist. Anstelle eines Rohres können auch mehrere parallel
geschaltete und zu einem Bündel zusammengefaßte, den Flugstaub aufnehmende Rohre verwendet
werden, die von einem gemeinsamen Kühlmantel umschlossen sind. Der Kühlmantel 7 ist
mit einem Zuführungsstutzen 8 und einem Abführungsstutzen 9 für das Kühlmittel versehen.
Als Kühlmittel wird unter Druck stehendes Wasser oder ein organisches Kühlmittel mit
höherer Siedetemperatur verwendet. Die Eintrittstemperatur des Kühlmittels beträgt
140 Grad C.
[0009] Das innere Rohr 6 des Kühlers 5 ist mit einem Abscheider 10 verbunden, in dem Flugstaub
und Rauchgas getrennt werden. Der Abscheider 10 ist mit einem Gasaustrag 11 und einem
Feststoffaustrag 12 versehen. In dem Gasaustrag 11 ist zur Druckhaltung ein auf ein
Ventil 13 wirkender Durchflußregler 14 angeordnet. Der Feststoffaustrag 12 des Abscheiders
10 ist an ein Druckschleussystem angeschlossen, das aus einem Vorlagebehälter 15 und
einem Schleusbehälter 16 besteht. Der Abscheider 10 kann auch in den Vorlagebehälter
15 integiert sein.
[0010] Der Vorlagebehälter 15 und der Schleusbehälter 16 sind durch eine Feststoffleitung
17 mit einem Absperrventil 18 und durch eine Druckausgleichsleitung 19 verbunden.
An den Vorlagebehälter 15 ist ein Füllstandsmesser 20 angeschlossen. Zwischen dem
Vorlagebehälter 15 und dem Schleusbehälter 16 liegt in einer Meßleitung ein Differenzdruckmesser
21.
[0011] Der Schleusbehälter 16 ist mit einer Druckleitung 22 zur Zuführung von Druckluft
zur Bespannung und mit einer Entlüftungsleitung 23 zur Entspannung versehen. In der
Druckleitung 22 und der Entlüftungsleitung 23 ist je ein Absperrventil 24 angeordnet.
[0012] Das Druckschleussystem wird in der Weise betätigt, daß über den Füllstandsmesser
20 die Entleerung des Vorlagebehälters 15 in den Schleusbehälter 16 in Gang gesetzt
wird, wenn nach der Bespannung des Schleusbehälters 16 an dem Differenzdruckmesser
21 keine Druckdifferenz mehr angezeigt wird.
[0013] Der Feststoffaustrag des Schleusbehälters 16 ist über eine absperrbare Feststoffleitung
25 mit einem Injektor 26 verbunden, der mit einem Anschluß 27 für Förderluft versehen
ist. Der Injektor 26 steht mit einem zweiten Kühler 28 in Verbindung. Der Kühler 28
ist ein als Doppelrohr ausgebildeter Rohrkühler, der aus einem inneren, den Flugstaub
fördernden Rohr 29 und aus einem das Rohr 29 umgebenden Kühlmantel 30 besteht. Anstelle
eines Rohres kann auch ein Bündel parallel geschalteter Rohre verwendet werden, die
von einem gemeinsamen Kühlmantel umschlossen sind. Der Kühlmantel 30 ist mit einem
Zuführungsstutzen 31 und einem Abführungsstutzen 32 für das Kühlmittel versehen ist.
Als Kühlmittel wird Niederdruckwasser mit einer Temperatur von etwa 30 Grad C verwendet.
[0014] Das innere Rohr 29 des zweiten Kühlers 28 mündet in einen unter Atmosphärendruck
stehenden Silo 33. Der Silo 33 ist mit einem Feststoffaustrag 34 und mit einer Abluftleitung
35 versehen, in der ein Abluftfilter 36 angeordnet ist. An den Silo 33 ist auch die
Entlüftungsleitung 23 angeschlossen.
[0015] Das Flugstaub enthaltende Rauchgas verläßt die Brennkammer 1 im Vollastfall mit einer
Temperatur von etwa 850 Grad C und einem Druck von etwa 16 bar. Der Abscheider 2 zur
Trennung von Flugstaub und Rauchgas wird so betrieben, daß der Flugstaub mit Hilfe
des Rauchgases durch den als Transportstrecke dienenden Kühler 5 gefördert wird. Die
mit dem Flugstaub abgezogene Rauchgasmenge wird so geregelt, daß sich am Eintritt
des Kühlers 5 eine Transportgeschwindigkeit einstellt, die auch noch am Austritt des
Kühlers 5 einen pneumatischen Transport zuläßt. Das Kühlmittel tritt in den Kühler
5 mit einer Temperatur von etwa 140 Grad C ein und mit einer Temperatur von etwa 160
Grad C aus. Der Wärmeübergang im inneren Rohr 6 reicht aus, um das Flugstaub-Rauchgas-Gemisch
bei entsprechender Rohrlänge und -durchmesser auf etwa eine Temperatur zwischen 160
Grad C und 200 Grad C herunterzukühlen. Diese Temperatur liegt oberhalb des Wasser-
und Säuretaupunktes des verwendeten Rauchgases. Der Druckverlust beim Durchströmen
des inneren Rohres 6 des Kühlers 5 ist gering und beträgt je nach Flugstaubmenge und
Leitungslänge zwischen 0 und 3 bar. Der Flugstaub wird in dem aus Vorlagebehälter
15 und Schleusbehälter 16 bestehenden Druckschleussystem auf einen Druck gesenkt,
der erforderlich ist, um mit Hilfe von Luft in den Silo 33 zu fördern. Der Druck der
in den Injektor 26 eintretenden Förderluft ist gleich diesem Druck oder größer. Die
Entspannung auf einen oberhalb des Atmosphärendruckes liegenden Druck verringert den
Zeitaufwand und den Energiebedarf. Nach dem Durchströmen des zweiten Kühlers 28 ist
der Druck des Flugstaubes auf Atmosphärendruck und die Temperatur des Flugstaubes
auf etwa 50 bis 80 Grad C abgesenkt. Bei dieser Temperatur kann der Flugstaub entsorgt
werden.
1. Verfahren zum Kühlen von Flugstaub, der aus einem unter Druck stehenden Rauchgas
einer Wirbelschichtfeuerung abgeschieden und durch ein oder mehrere von außen gekühlte
Rohre pneumatisch zu einem Druckschleussystem gefördert wird, dadurch gekennzeichnet,
daß der Flugstaub mit Hilfe des Rauchgases gefördert, auf eine oberhalb des Wasser-
und Säuretaupunktes des Rauchgases liegende Temperatur gekühlt und vor dem Eintritt
in das Druckschleussystem von dem Rauchgas getrennt wird und daß der Flugstaub nach
dem Austritt aus dem Druckschleussystem mit Hilfe von Luft gefördert und durch ein
Kühlmittel auf die Endtemperatur gekühlt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Flugstaub in dem Druckschleussystem
auf einen oberhalb des Atmosphärendruckes liegenden Druck entspannt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß in der ersten Kühlstufe
ein Kühlmittel verwendet wird, dessen Temperatur oberhalb des Wasser- und Säuretaupunktes
des verwendeten Rauchgases liegt.
4. Vorrichtung zum Kühlen und Transportieren von Flugstaub, der aus einem unter Druck
stehenden Rauchgas einer Wirbelschichtfeuerung in einem oder mehreren Abscheidern
(2) abgeschieden wird, wobei der oder die Abscheider (2) über ein oder mehrere von
außen gekühlte Rohre (6) mit einem Druckschleussystem verbunden ist, dadurch gekennzeichnet,
daß an dem Eingang des Druckschleussystemes ein weiterer Abscheider (10) angeordnet
ist und daß an den Austrag (25) des Druckschleussystems ein mit einem Druckluftanschluß
(27) versehener Injektor (26) und ein oder mehrere weitere von außen gekühlte Rohre
(29) angeschlossen sind.