(19)
(11) EP 0 313 781 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
03.05.1989  Patentblatt  1989/18

(21) Anmeldenummer: 88114902.5

(22) Anmeldetag:  13.09.1988
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4B65B 25/14
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT CH DE FR GB IT LI NL SE

(30) Priorität: 21.10.1987 CH 4115/87

(71) Anmelder: Ferag AG
CH-8340 Hinwil (CH)

(72) Erfinder:
  • Leu, Willy
    CH-8330 Pfäffikon (CH)

(74) Vertreter: Patentanwälte Schaad, Balass & Partner AG 
Dufourstrasse 101 Postfach
8034 Zürich
8034 Zürich (CH)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Vorrichtung zum Herstellen von tragbaren, rohrförmigen Paketen aus Druckprodukten


    (57) Die in Schuppenformation (S) anfallenden Druckprodukte (16) werden mittels Bandförderern (12, 14) der Auf­wickelstelle (18) zugeführt. Dort werden sie mittels einem um den Wickeldorn (30) herumgeführten Riemen (38) zu einer Rolle aufgewickelt. Bevor die letzten Druckpro­dukte (16) der Schuppenformation (S) der Aufwickelstelle (18) zugeführt werden, wird eine Folie (94′) zwischen diese Druckprodukte (16) und den Bandförderer (14) ein­geführt und zusammen mit den Druckprodukten (16) aufge­rollt. Der der Aufwickelstelle (18) zugeführte, gespann­te Folienabschnitt wird mittels einer Schneideeinrich­tung (138) abgetrennt. Das so gebildete Druckproduktepa­ket (80) aus zu einer Rolle aufgewickelten Druckproduk­ten (16) und einem um sie herum verlaufenden Folienab­schnitt wird mittels dem Ausstosser (68) vom Wickeldorn (30) abgestossen und auf einen Auflagetisch abgelegt.




    Beschreibung


    [0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Herstellen von tragbaren, rohrförmigen Paketen aus zu einer Rolle aufgewickelten, in Schuppenformation zuge­führten Druckprodukten, wie Zeitungen, Zeitschriften und dergleichen gemäss dem Oberbegriff des Anspruches 1.

    [0002] Aus der DE-OS 33 30 485 bzw. der dieser inhaltlich ent­sprechenden GB-OS 2 126 188 ist es bekannt, durch Auf­rollen von in Schuppenformation anfallenden Druckproduk­ten zu einer Rolle, ein versandbereites Paket zu bilden, das sich von Hand transportieren lässt und dem die ein­zelnen Druckprodukte vom Zentrum des Paketes her entnom­men werden können. Das Auseinanderfallen der Rolle wird durch ein, um diese herumgelegtes Halteelement, eine Um­hüllung oder Umreifung, verhindert.

    [0003] Der vorliegenden Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrun­de, eine Vorrichtung zu schaffen, die die Herstellung von Druckproduktepaketen dieser Art erlaubt.

    [0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss durch die Merkmale des kennzeichnenden Teiles des Anspruches 1 gelöst.

    [0005] In einer bevorzugten Ausführungsform weisen die Mittel zum Anlegen der Druckprodukte an den Wickeldorn ein, um diesen mindestens während dem Aufwickeln der Druckpro­dukte und des Halteelementes herumgeführtes, endloses, vorzugsweise umlaufend angetriebenes Bandelement auf, wobei die zugeführten Druckprodukte zwischen den Wickel­dorn und das Bandelement eingeführt werden. Dies er­laubt, auf einfache Art und Weise ein kompaktes Auf­wickeln der Druckprodukte. Auf einen Antrieb für den Wickeldorn kann verzichtet werden, wenn das Bandelement umlaufend angetrieben ist. Die aufzuwickelnden Druckpro­dukte übertragen die Bewegung des Bandelementes auf den Wickeldorn.

    [0006] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist unter­halb dem Wickeldorn ein, aus dessen Bereich verschiebba­rer Bandförderer angeordnet, auf dessen förderwirksamen Trum der Wickeldorn bzw. die Rolle lose drehbar zur Auf­lage bringbar ist. Mit dem Bandförderer können die Druckprodukte unterschlächtig zum Wickeldorn geführt und auf diesen aufgewickelt werden, wobei sich die Lage des Wickeldorns gegenüber dem förderwirksamen Trum des Band­förderers automatisch der Dicke der bereits aufgewickel­ten Druckprodukte anpasst. Dadurch, dass der Bandförde­rer aus dem Bereich des Wickeldornes verschiebbar ist, kann der Wickeldorn bzw. das auf ihn aufgewickelte Paket für das Ausstossen freigelegt werden, ohne dass der Wickeldorn in seiner Höheneinstellung angetrieben sein muss.

    [0007] Dadurch, dass das Bandelement am Bandförderer mindestens über einen, dem Wickeldorn vorgelagerten Teilbereich zum förderwirksamen Trum parallel geführt ist, erfolgt ein sauberes Einlaufen der Schuppenformation in den Förder­spalt zwischen dem Bandelement und dem Wickeldorn bzw. den bereits auf den Wickeldorn aufgewickelten Druckpro­dukten.

    [0008] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist der Wickeldorn an einem, um eine Achse parallel zum Wickel­dorn schwenkbar gelagerten Schwenkhebel drehbar angeord­net, dessen untere Endlage durch ein Anschlagelement derart bestimmt ist, dass die Achse des Wickeldorns oberhalb dem förderwirksamen Trum verläuft. Dadurch wird sichergestellt, dass beim Verschieben des Bandförderers in dem Bereich des Wickeldorns dieser auf den förder­wirksamen Trum zur Auflage kommt. Des weiteren wird da­durch die Lage des Paketes für das Abstossen ab dem Wickeldorn festgelegt.

    [0009] Die Liefereinrichtung weist in bevorzugter Weise Mittel zum Abwickeln der Folie ab der Vorratsrolle zum Abtren­nen des Abschnittes sowie zum Zuführen desselben in die Bewegungsbahn der Schuppenformation aus. Die Handhabung der Halteelemente wird dadurch stark vereinfacht.

    [0010] In bevorzugter Weise weist die Liefereinrichtung einen umlaufend antreibbaren Bandförderer zum Zuführen der Fo­lie in die Bewegungsbahn der Schuppenformation auf, an dessen förderwirksamen Trum die von der Vorratsrolle abgewickelte Folie anliegt. Die Folie kann gespannt und faltenlos zugeführt werden.

    [0011] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform weisen die Mittel zum Abwickeln zwei parallele, voneinander beab­standete, drehbar gelagerte Abwickelrollen zum drehba­ren, losen Abstützen der Vorratsrolle auf, von denen mindestens eine, vorzugsweise bremsend antreibbar ist. Das Auswechseln der Vorratsrollen wird stark verein­facht, indem die neue Rolle lose auf die Abwickelrollen gelegt werden kann. Durch die Bremsung der Abwickelrolle kann in der abgewickelten Folie eine Zugspannung aufge­baut werden, was ein sattes Umwickeln der Rolle erlaubt und somit zu kompakten Paketen führt.

    [0012] In bevorzugter Weise ist dem Bandförderer ein auf die Folie zur Einwirkung bringbares Bremsorgan vorgeschal­tet. Die Folie bleibt auch dann gespannt, wenn der Ab­wickelvorgang beendet ist. Der Bandförderer kann stetig umlaufen, so dass die Folie, vom Bremsorgan zurückgehol­ten, auf dem förderwirksamen Trum oder den förderwirksa­men Trums reibend gleitet und somit die innere Spannung beibehält.

    [0013] Weitere bevorzugte Ausführungsformen der Vorrichtung sind in den weiteren abhängigen Ansprüchen angegeben.

    [0014] Im folgenden wird ein Ausführungsbeispiel der vorliegen­den Erfindung anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen rein schematisch:

    Fig. 1 in Seitenansicht bzw. im Schnitt entlang der Linie I-I in Fig. 2 eine Vorrichtung zum Herstellen von rohrförmigen Druck­produktepaketen,

    Fig. 2 die Vorrichtung gemäss Fig. 1 in Vorder­ansicht in Richtung des Pfeiles A in Fig. 1, wobei gewisse Bauteile weggelas­sen sind, und

    Fig. 3 in Vorderansicht in Richtung des Pfeiles A in Fig. 1 die vergrössert dargestellte Schneidevorrichtung zum Trennen der Fo­lie, wobei auch gewisse Bauteile wegge­lassen sind.



    [0015] Im folgenden wird nun anhand der Figuren 1 und 2 eine Vorrichtung zur Bildung von Druckproduktepaketen mit einem um die Rolle aus Druckprodukten herumverlaufenden Halteelement erläutert.

    [0016] Die genannte Vorrichtung weist ein mit 10 bezeichnetes Gestell auf, in dem hintereinander zwei Bandförderer 12 und 14 angeordnet sind. Der erste, nur teilweise darge­stellte Bandförderer 12 dient zum Zuführen der zu einer Rolle aufzuwickelnden, in Schuppenformation S anfallen­den Druckprodukte 16 zu einer Aufwickelstelle 18. Die Förderrichtung des umlaufend angetriebenen Bandförderers 12 ist in Fig. 1 mit B bezeichnet. In der zugeführten Schuppenformation S liegt jeweils jedes Druckprodukt 16 auf dem nachfolgenden Druckprodukt auf. Dies bedeutet, dass die vorlaufenden Kanten 16a der Druckprodukte 16 in der zugeführten Schuppenformation S auf deren Unterseite liegen. Der zweite Bandförderer 14 ist in einem Schlit­ten 20 angeordnet, der mittels zweier Führungsstangen 22, in Fig. 1 ist nur eine sichtbar, in einer am Gestell 10 angeordneten Führung 24 in Richtung des Pfeiles C hin und her verschiebbar gelagert ist. An diesem Schlitten 20 greift der eine Arm eines Winkelhebels 26 an, der um die Welle 26a verschwenkbar im Gestell 10 gelagert ist. Der andere Arm des Winkelhebels 26 ist an eine Zylin­der-Kolbeneinheit 28 gekoppelt. Mittels dieser Zylin­der-Kolbeneinheit 28 wird der Winkelhebel 26 in die mit 26′ bezeichnete Stellung verschwenkt und dabei der Schlitten 20 in Richtung des Pfeiles C verschoben, um den Bandförderer 14 aus der in Fig. 1 strichpunktiert dargestellten Wirkstellung, in der sich dieser Bandför­derer 14 an der Aufwickelstelle 18 befindet, in eine Freigabestellung zurückzuziehen, die in Fig. 1 mit aus­gezogenen Linien dargestellt und mit 14′ bezeichnet ist.

    [0017] An der Aufwickelstelle 18 befindet sich weiter ein zy­lindrischer Wickeldorn 30, der frei drehbar an einem Schwenkhebel 32 gelagert ist, welcher wiederum schwenk­bar auf einer Welle 34 sitzt. Der Schwenkhebel 32 und mit diesem der Wickeldorn 30 ist in Richtung des Pfeiles D (Fig. 1) schwenkbar. In der Fig. 1 ist der Schwenkhe­bel 32 und der Wickeldorn 30 mit ausgezogenen Linien in ihrer unteren Schwenklage dargestellt, während die obere Schwenklage des Schwenkhebels 32 und des Wickeldorns 30 strichpunktiert und mit 32′ bzw. 30′ bezeichnet ist. In seiner unteren Schwenklage steht der Schwenkhebel 32 an einem Anschlag 36 an.

    [0018] Zur Aufwickelvorrichtung gehört weiter ein endloser Rie­men 38, der über eine Anzahl von Umlenkrollen 40 - 52 geführt ist. Von letzteren sind die Umlenkrollen 40, 42, 44 und 48 im Gestell 10 ortsfest gelagert, die Umlenk­rollen 49 und 50 sind im Schlitten 20 gelagert, während die Umlenkrollen 46 und 52 schwenkbar gelagert sind. Zu diesem Zwecke ist die Umlenkrolle 46 am einen Ende eines Hebels 54 gelagert, der am andern Ende schwenkbar und im Uhrzeigersinn vorgespannt auf einer Welle 56 sitzt, de­ren Längsachse mit der Drehachse der Umlenkrolle 48 zu­sammenfällt. Der Hebel 54 und mit diesem die Umlenkrolle 46 kann in Richtung des Pfeiles E (Fig. 1) hin und her schwenken. Die eine Endlage vom Hebel 54 und Rolle 46 ist mit ausgezogenen Linien dargestellt, während die andere Endstellung mit strichpunktierten Linien darge­stellt und mit 54′ bzw. 46′ bezeichnet ist.

    [0019] Die Umlenkrolle 52 ist am einen Ende eines zweiarmigen Hebels 58 gelagert, der um eine am Gestell 10 angeord­nete Welle 60 in Richtung des Pfeiles F (Fig. 1) schwenkbar gelagert ist. Am anderen Hebelarm greift eine Zylinder-Kolbeneinheit 62 an, welche den Hebel 58 samt der Umlenkrolle 52 in die mit ausgezogenen Linien darge­stellte obere Endlage 58′, 52′ verschwenkt. Die untere Endlage des Hebels 58 und der Umlenkrolle 52 ist strich­punktiert dargestellt. Die Umlenkrolle 40 ist von der Antriebseinheit 64 her im Uhrzeigersinn angetrieben, so dass der Riemen 38 in Richtung des Pfeiles G (Fig. 1) umlaufend angetrieben wird. Ein Reibantrieb 66 treibt den Bandförderer 14 in der strichpunktiert dargestellten Wirkstellung in Richtung des Pfeiles H (Fig. 1) umlau­fend an.

    [0020] An der Aufwickelstelle 18 befindet sich ferner ein plat­tenförmiger Ausstosser 68, der am einen Ende einer Stan­ge 70 befestigt ist, die in einem Führungslager 72 in Richtung des Pfeiles L (Fig. 2) verschiebbar geführt ist. Zum Verschieben des Ausstossers 68 greift an diesem eine Zylinder-Kolbeneinheit 74 an (Fig. 2). Die ganz ausgefahrene Stellung des Ausstossers 68 ist strichpunk­tiert dargestellt und mit 68′ bezeichnet. Der Zylinder-­Kolbeneinheit 74 gegenüberliegend ist am Gestell 10 ein mittels einer Stütze 76 zusätzlich abgestützter Auflage­tisch 78 angeordnet. Auf ihn kommen die fertigen ausge­ stossenen Druckproduktepakete 80 zur Auflage.

    [0021] Der Aufwickelstelle 18 vorgelagert ( Fig. 1) mündet eine Liefereinrichtung 82 für Halteelemente 84 in die Bewe­gungsbahn der Schuppenformation S. Das Halteelement 84 ist am fertigen Druckproduktepaket 80 in der Fig. 2 strichpunktiert angedeutet.

    [0022] Am Gestell 10 sind zwei parallele voneinander beabstan­dete Abwickelrollen 86, 88 drehbar gelagert, wobei die Abwickelrolle 88 mittels einer Kette 90 mit einer Walze 92 wirkverbunden ist. Auf den Abwickelrollen 86, 88 ist eine Vorratsrolle 94 aufgelegt, deren Folie 94′ um, am Gestell 10 ortsfest und drehbar gelagerte Umlenkrollen 96, 98 und 100 zur Walze 92 und einem dieser nachge­schalteten weiteren Bandförderer 102 geführt ist. Die Folie 94′ ist in der Vorratsrolle 94 auf einem Wickel­kern 104 aufgewickelt, der im ganz abgewickelten Zustand auf die beiden Abwickelrollen 86, 88 zu liegen kommt, wie dies strichpunktiert dargestellt ist. Zwischen den beiden Umlenkrollen 98 und 100 wirkt auf die Folie 94′ ein Gewichtshebel 106 ein. Er ist an einem Wellenzapfen 108 schwenkbar gelagert, und an seinem freien Ende ist eine Rolle 110 drehbar angeordnet. Die Rolle 110 stützt sich auf der schräg nach oben verlaufenden Folie 94′ ab und spannt diese infolge des Gewichtes des Gewichtshe­bels 106.

    [0023] Die Walze 92 ist an einer Welle 114 gelagert und mit einer Seite einer Magnetkupplung 115 gekoppelt. Die Wal­ze 92 ist mit der Kette 90 wirkverbunden, während eine weitere Kette 116, welche mit dem Bandförderer 102 wirkverbunden ist, mittels der Magnetkupplung 115 mit der Walze 92 in Wirkverbindung bringbar ist. Ebenfalls am Gestell 10 ist ein Bremsaggregat 118 abgestützt, des­sen Bremskopf 120 auf die Walze 92 bremsend zur Einwir­kung gebracht werden kann. Auf die Aussenseite der um die Walze 92 geführten Folie 94′ wirkt eine weitere Wal­ze 122 ein. Sie ist an einem schwenkbaren und gegen die Folie 94′ vorgespannten Rahmen 124 gelagert, und sie kann sich infolge eines darin angeordneten Freilaufes nur in Vorschubrichtung K der Folie 94′ umdrehen, wäh­rend eine entgegengesetzte Drehung vom Freilauf unter­bunden wird.

    [0024] Der Bandförderer 102 weist ein um zwei ortsfeste Rollen 126 und 128 geführtes endloses Band 130 auf, an dessen förderwirksamen Trum die Folie 94′ anliegt. Selbstver­ständlich können auch mehrere, parallel zueinander ver­laufende Bänder anstelle des einen Bandes 130 vorhanden sein. Mittels einer weiteren Kette 132 ist die Rolle 126 mit einer ebenfalls am Gestell 10 ortfest drehbar gela­gerten Förderwalze 134 wirkverbunden. Die Förderwalze 134 liegt am Reibantrieb 66 an, wodurch dieser mitge­dreht wird. Die Förderwalze 134 wird mittels einer An­triebskette 136 von der Antriebseinheit 64 angetrieben.

    [0025] Ebenfalls am Gestell 10 ist eine Schneideeinrichtung 138 schwenkbar gelagert, welche mittels einem weiteren Zy­linder-Kolbenaggregat 140 von einer, mit ausgezogenen Linien dargestellten Ruhestellung in eine strichpunk­tiert dargestellte Schneidestellung verschwenkbar ist. Mit Hilfe der Figuren 1 und 3 wird die Schneideeinrich­tung 138 näher beschrieben. An ortsfesten Schwenkbolzen 142 ist ein Hebelarm 144 schwenkbar gelagert, an dessen freiem Ende das Zylinder-Kolbenaggregat 140 angreift. Im Mittelbereich des Hebelarmes 144 ist an diesem ein pa­rallel zu der Achse der Schwenkbolzen 142 verlaufender Ausleger 146 befestigt, an dessen Enden je eine Blatt­feder 148 angeordnet ist. An den freien Enden der Blatt­federn 148 sind Isolierkörper 150 vorgesehen, an welchen Haltestifte 152 befestigt sind. Zwischen den Haltestif­ten 152 ist ein Heizdraht 154 gespannt, welcher beider­ends um die Haltestifte 152 gewickelt ist. Die An­schlussdrähte für die Stromzufuhr für das Aufheizen des Heizdrahtes 154 sind mit 156 bezeichnet. Auch in Fig. 3 ist die Ruhestellung der Schneideeinrichtung 138 mit ausgezogenen Linien dargestellt, wobei der Heizdraht 154 infolge der Wärme sich ausgedehnt hat. Beim Abkalten zieht er sich zusammen, so dass sich die Enden der Blattfedern 148 einander nähern, was mit strichpunktier­ten Linien, welche mit 148′ bezeichnet sind, dargestellt ist (Fig. 3). In der Ruhestellung befindet sich der Heizdraht 154 im Bereich der Förderwalze 134 und wird beim Verschwenken in die Schneidestellung, strichpunk­tiert dargestellt, durch die Folie 94′ zwischen dem Bandförderer 102 und der Förderwalze 134 hindurchge­führt. Dadurch wird der der Aufwickelstelle 18 zugeführ­te Folienabschnitt von der Folie 94′ abgetrennt. Dieser abgetrennte Folienabschnitt dient als Halteelement 84. Sobald die Folie 94′ durchtrennt ist, schwenkt die Schneideeinrichtung 138 wieder in die Ruhestellung zu­rück.

    [0026] Mit Hilfe der Figuren wird nun die Funktionsweise der Vorrichtung zum Herstellen von tragbaren, rohrförmigen Druckproduktepaketen 80 aus zu einer Rolle aufgewickel­ten, in Schuppenformation S zugeführten Druckprodukten 16 und einem um die Rolle herum verlaufenden Halteele­ment 84 zum Zusammenhalten der Rolle beschrieben. Zu diesem Zweck wird vorerst die Funktionsweise der Liefer­einrichtung 82 für das Halteelement 84 angegeben. Die Förderwalze 134 sowie die Rolle 126 des Bandförderers 102 werden im Uhrzeigersinn angetrieben, so dass sich der förderwirksame Trum des Bandes 130 in Pfeilrichtung K bewegt. Wenn kein als Halteelement 84 dienender Fo­lienabschnitt der Aufwickelstelle 18 zugeführt werden soll, so ist die Magnetkupplung 115 gelöst und die Walze 92 wird infolge des ausgefahrenen Bremskopfes 120 des Bremsaggregates 118 am Drehen gehindert. Da die Folie 94′ gegen die Walze 92 durch die gegen diese vorgespann­ten weitere Walze 122 geklemmt ist, kann sich die Folie 94′ nicht in Pfeilrichtung K vorschieben. Der von der Walze 92 bis in den Bereich des Heizdrahtes 154 reichende Endabschnitt der Folie 94′ liegt somit glei­tend am förderwirksamen Trum des Bandförderers 102 an. Da auch die Kette 90 infolge der gelösten Magnetkupplung 115 von der Kette 116 entkoppelt ist, kann sich die Vor­ratsrolle 94 nicht drehen, und infolge des Gewichtshe­bels 106 ist die Folie zwischen der Vorratsrolle 94 und der Walze 92 gestreckt. Sobald ein Folienabschnitt der Aufwickelstelle 18 zugeführt werden muss (dies ist wei­ter unten näher beschrieben) wird der Bremskopf 120 mit­tels dem Bremsaggregat 118 von der Walze 92 abgehoben und die Magnetkupplung 115 aktiviert. Dabei verhindert der Freilauf der Walze 122 ein Zurücklaufen der Folie 94′ entgegen der Pfeilrichtung K. Dadurch beginnt sich die Walze 92 im Uhrzeigersinn zu drehen, so dass das freie Ende der Folie 94′ in Pfeilrichtung K und H der Aufwickelstelle 18 zugeführt wird. Da nun die Umfangs­geschwindigkeit der Abwickelrolle 88 kleiner ist als die Umfangsgeschwindigkeit der Walze 92, ist auch die Ab­wickelgeschwindigkeit ab der Vorratsrolle 94 geringer als die Geschwindigkeit mit der die Folie 94′ von der Walze 92 dem Bandförderer 102 zugefördert wird. Dies hat eine geringe Verlängerung des Folienabschnittes zwischen der Vorratsrolle 94 und der Walze 92 zur Folge. Diese Verlängerung kann mit Hilfe des Bandförderers 102 und der Förderrolle 134 bis zur Aufwickelstelle 118 beibe­halten werden. Die Folie 94′ ist ein elastischer Kunst­stoff, der auf diese Verlängerung mit einer Zugkraft reagiert, welche der von ihr umwickelten Rolle aus Druckprodukten 16 einen guten Halt vermittelt. Sobald ein genügend grosser Abschnitt der Folie 94′ der Auf­wickelstelle 18 zugeführt ist, wird die Magnetkupplung 115 gelöst, und der Freilauf der Walze 122 verhindert eine Bewegung der Folie 94′ entgegen der Pfeilrichtung K. Die Walze 92 wird mittels dem Bremsaggregat 118 ge­bremst, wodurch auch die Vorratsrolle 94 zum Stillstand kommt. Der Bandförderer 102 bewegt sich weiter, so dass die Verlängerung des an ihm anliegenden Teils der Folie 94′ beibehalten bleibt. Die Folie 94′ wird mittels dem erhitzten Heizdraht 154 von der Aufwickelstelle 18 zu­geführten Abschnitt abgetrennt. Die Schneideeinrichtung 138 schwenkt wieder in die Ruhestellung zurück.

    [0027] Zu Beginn des Aufwickelvorganges befindet sich der Schwenkhebel 32 mit dem Wickeldorn 30 in der unteren, mit ausgezogenen Linien dargestellten Lage, während die Umlenkrolle 52 die strichpunktiert dargestellte und die Umlenkrolle 46 die mit ausgezogenen Linien dargestellte Endlage einnimmt. Der Riemen 38 läuft nun von der Um­lenkrolle 40 über die Umlenkrollen 42 und 44 zur Umlenk­rolle 46, von dieser wiederum über die Umlenkrolle 44 zur Umlenkrolle 48. Von dieser Umlenkrolle 48 verläuft der Riemen 38 um die Umlenkrolle 49 und entlang des un­ten liegenden Trumes des Bandförderers 14 bis zur Um­lenkrolle 50 und anschliessend parallel zum oberen Trum zum Wickeldorn 30, der vom Riemen 38 entlang eines Tei­les seines Umfanges umschlungen wird, und dann über die Umlenkrolle 52 laufend zur Umlenkrolle 40. Der Riemen 38 ist teilweise strichpunktiert dargestellt.

    [0028] Die durch den Bandförderer 12 zugeführte Schuppenforma­tion S gelangt über die Rolle 128 des Bandförderers 102 und die Förderwalze 134 auf dem zweiten Bandförderer 14 und dem Riemen 38 aufliegend zum Wickeldorn 30, der durch den Riemen 38 im Gegenuhrzeigersinn angetrieben wird. Die zugeführte Schuppenformation S wird zwischen Wickeldorn 30 und dem Riemen 38 liegend auf den Wickel­dorn 30 aufgewickelt. Mit zunehmendem Radius der sich bildenden Druckprodukterolle, welche auf dem Bandförde­rer 14 aufliegt, wird der Wickeldorn 30 angehoben und um die durch die Welle 34 festgelegte Schwenkachse in Rich­tung des Pfeiles D nach aufwärts verschwenkt, wie dies in Fig. 1 strichpunktiert dargestellt ist. Zum Ausglei­chen der Länge des endlosen Riemens 38 schwenkt der He­bel 54 mit der Umlenkrolle 46 im Gegenuhrzeigersinn von der mit 54 bzw. 46 bezeichneten Stellung in Richtung des Pfeiles E gegen die mit 54′ bzw. 46′ bezeichnete End­stellung. Sobald sich die letzten aufzuwickelnden Druck­produkte 16 der Schuppenformation S der Aufwickelstelle 18 nähern, wird, wie dies weiter oben beschrieben ist, das freie Ende der Folie 94′ zusammen mit diesen Druck­produkten 16 der Aufwickelstelle 18 zugeführt. Da die Druckprodukte 16 auf die Folie 94′ zu liegen kommen, um­hüllt der der Schuppenstrom S nachlaufende Teil des Fo­lienabschnittes nach dem Aufwickeln, die am Wickeldorn 30 gebildete Rolle aus Druckprodukten 16. Sobald ein ge­nügend langer Folienabschnitt der Aufwickelstelle 18 zu­geführt wurde, wird die Folie 94′ durchtrennt. Nach Fer­tigstellung des Druckproduktepaketes 80 wird der zweiar­mige Hebel 58 mittels der Zylinder-Kolbeneinheit 62 in die mit 58′ bezeichnete Stellung zurückgeschwenkt, und gleichzeitig zieht die Zylinder-Kolbeneinheit 28 den Schlitten 20 von der strichpunktiert dargestellten Stel­lung in die mit ausgezogenen Linien gezeigte Stellung zurück. Dadurch rollt das Druckproduktepaket 80 vom Bandförderer 14 ab und schwenkt von der strichpunktiert dargestellten Stellung in Pfeilrichtung D in die mit ausgezogenen Linien und vom Anschlag 36 definierte unte­re Endlage. Der Wickeldorn 30 schwenkt dabei zurück in den Wirkbereich des Ausstossers 68, welcher durch Akti­vierung der Zylinder-Kolbeneinheit 74 das fertige Druck­produktepaket 80 vom Wickeldorn abstösst und zum Aufla­getisch 78 fördert und unverzüglich wieder in die Aus­gangsposition zurückgezogen wird. Durch erneutes Vor­schieben des Schlittens 20 in die strichpunktiert dar­gestellte Lage sowie des zweiarmigen Hebels 58 in die ebenfalls gestrichelt angedeutete Lage 58 ist die Vor­richtung für die Herstellung eines weiteren Druckproduk­tepaketes 80 bereit.

    [0029] Die lose Abstützung der Vorratsrolle 94 auf den beiden Abwickelrollen 86 und 88 vereinfacht das Einführen einer neuen Vorratsrolle 94 in erheblichem Masse. Sie kann einfach auf die Abwickelrollen 86, 88 aufgelegt und das freie Folienende um die Rollen 96, 98, 110 und 100 zu den Walzen 92, 122 und Bandförderer 102 eingefädelt wer­den. Zu diesem Zweck wird die Magnetkupplung 115 sowie das Bremsaggregat 118 gelöst, wodurch die Abwickelrolle 88 und somit auch die Vorratsrolle 94, die Walze 92 und die Walze 122 in Abwickelrichtung frei drehbar sind.

    [0030] Es ist auch einzusehen, dass die Vorratsrolle 94 mit an­dern Mitteln als mit der Kette 90 und der Abwickelrolle 88 gebremst werden kann, z.B. durch eine auf die Um­fangsfläche der Vorratsrolle einwirkenden Bremse.

    [0031] Ebenfalls ist es möglich, dass von der Vorratsrolle 94 Folienabschnitte abgetrennt werden, bevor sie der Be­wegungsbahn der Schuppenformation S und somit der Auf­wickelstelle 18 zugeführt werden.

    [0032] Das Halteelement ist vorzugsweise eine durchsichtige Kunststoffolie 94′ mit selbsthaftenden Eigenschaften.


    Ansprüche

    1. Vorrichtung zum Herstellen von tragbaren, rohr­förmigen Paketen aus zu einer Rolle aufgewickelten, in Schuppenformation zugeführten Druckprodukten, wie Zei­tungen, Zeitschriften und dergleichen, und einem um die Rolle herum verlaufenden Halteelement zum Zusammenhalten der Rolle, dadurch gekennzeichnet, dass einem drehbar gelagerten Wickeldorn (30) eine, die Bewegungsbahn der Schuppenformation (S) festlegende Zuführung (12, 14) vorgeschaltet ist, dass Mittel (38) zum Anlegen der Druckprodukte (16) an den Wickeldorn (30) oder die be­reits darauf aufgewickelten Druckprodukte (16) vorgese­hen sind, welche auf die dem Wickeldorn (30) abgekehrte Seite von Druckprodukten (16) antreibend einwirken, dass eine Liefereinrichtung (82) für das Halteelement (84) in die Bewegungsbahn der Schuppenformation (S) auf jener Seite einmündet, auf welche die Mittel (38) zum Anlegen der Druckprodukte (16) an den Wickeldorn (30) zur Ein­wirkung kommen, und ein Abstreiforgan (68) für die fer­tigen Pakete (80) vorgesehen ist.
     
    2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich­net, dass die Mittel zum Anlegen der Druckprodukte (16) an den Wickeldorn (30) ein um diesen mindestens während dem Aufwickeln der Druckprodukte (16) und des Halteele­mentes (84) herumgeführtes, endloses, vorzugsweise um­laufend angetriebenes Bandelement (38) aufweisen, wobei die zugeführten Druckprodukte (16) zwischen den Wickel­dorn (30) und das Bandelement (38) eingeführt werden.
     
    3. Vorrichtung nach Anspruch 2, gekennzeichnet durch einen unterhalb dem Wickeldorn (30) aus dessen Bereich verschiebbar angeordneter Bandförderer (14) auf dessen förderwirksamen Trum der Wickeldorn (30) bzw. die Rolle (80) lose drehbar zur Auflage bringbar ist.
     
    4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeich­net, dass das Bandelement (38) am Bandförderer (14) min­destens über einen dem Wickeldorn (30) vorgelagerten Teilbereich zum förderwirksamen Trum parallel geführt ist.
     
    5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 4, ge­kennzeichnet durch ein, eine Vorratsschlaufe für das Bandelement (38) bildendes Spannorgan (54, 46).
     
    6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 4, da­durch gekennzeichnet, dass der Wickeldorn (30) an einem um eine Achse (34) parallel zum Wickeldorn (30) schwenk­bar gelagerten Schwenkhebel (32) drehbar angeordnet ist, dessen untere Endlage durch ein Anschlagelement (36) derart bestimmt ist, dass die Achse des Wickeldorns (30) oberhalb dem förderwirksamen Trum des Bandförderers (14) verläuft.
     
    7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeich­net, dass ein, den Wickeldorn (30) in dessen unteren Endlage teilweise umgreifender Ausstosser (68) des orts­fest angeordneten Abstreiforganes (68, 70, 74) in Längs­richtung des Wickeldorns (30) verschiebbar ist.
     
    8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Halteelement (84) ein Abschnitt einer ab einer Vorratsrolle (94) abgewickelten Folie (94′) ist.
     
    9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeich­net, dass die Liefereinrichtung (82) Mittel zum Ab­wickeln der Folie (94′) ab der Vorratsrolle (94), zum Abtrennen des Abschnittes (84) sowie zum Zuführen des­selben in die Bewegungsbahn der Schuppenformation (S) aufweist.
     
    10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeich­net, dass die Liefereinrichtung (82) einen umlaufend an­treibbaren Bandförderer (102) zum Zuführen der Folie (94′) in die Bewegungsbahn aufweist, an dessen förder­wirksamen Trum die von der Vorratsrolle (94) abgewickel­te Folie (94′) anliegt.
     
    11. Vorrichung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeich­net, dass die Mittel zum Abwickeln zwei parallele, von­einander beabstandete, drehbar gelagerte Abwickelrollen (86, 88) zum drehbaren, losen Abstützen der Vorratsrolle (94) aufweisen, von denen mindestens eine (88), vorzugs­weise bremsend, antreibbar ist.
     
    12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekenn­zeichnet, dass die antreibbare Abwickelrolle (88) bzw. die antreibbaren Abwickelrollen (86, 88) antriebsmässig mit dem Bandförderer (102) kuppelbar sind.
     
    13. Vorrichtung nach Anspruch 10 oder 12, dadurch ge­kennzeichnet, dass dem Bandförderer (102) ein auf die Folie (94′) zur Einwirkung bringbares Bremsorgan (92, 118, 120, 122) vorgeschaltet ist.
     
    14. Vorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekenn­zeichnet, dass das Bremsorgan (92, 118, 120, 122) ein auf beide Seiten der Folie (94′) einwirkendes Walzenpaar (92, 122) aufweist, dessen erste Walze (92) vorzugsweise mit dem Förderer (102) antreibend koppelbar ist, und die zweite Walze (122) mit einem in Vorschubrichtung (K) der Folie (94′) wirkenden Freilauf ausgestattet ist.
     
    15. Vorrichtung nach Anspruch 14, gekennzeichnet durch ein an die erste Walze (92) zur Bremseinwirkung bringbares Bremsaggregat (118, 120).
     
    16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 und 13, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem Bremsorgan (92, 118, 120, 122) und den Abwickelrollen (86, 88) ein die Folie (94′) spannendes Spannelement (106, 108, 110) angeordnet ist.
     
    17. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekenn­zeichnet, dass die Mittel zum Abtrennen ( 154) des Ab­schnittes dem Bandförderer (102) nachgeschaltet sind.
     
    18. Vorrichtung nach Anspruch 17, dadurch gekenn­zeichnet, dass diese Mittel einen in die Bewegungsbahn der Folie (94′) schwenkbaren, an einem Rahmen (146, 148) gespannt aufgehängten Heizdraht (154) aufweisen.
     




    Zeichnung